Von Europas scheinheiligen Friedensordnungen, oder der Kunst des „Friedensmachens“

Erst verwüsten, dann verhandeln! Das Ende des Dreißigjährigen wurde mit einem „Friedensvertrag“ besiegelt…

Damit greife ich zwar dem Geschehen zum Dreißigjährigen Krieg mit diesem kurzen Beitrag voraus, aber ich denke, es dient zum besseren Verständnis. Denn Kriege entstehen nicht einfach „nur so“…, oder aus bekannten Gründen, die man uns so gerne auftischen mag.

Ein Credo hat man sich bis heute bewahrt: „Erst verwüsten, dann verhandeln!“

Sei es der der Westfälische Friedensvertrag, der „Friede von Versailles“, oder der 2+4 Vertrag von 1990.

Diese sogenannten „Friedenskonferenzen“ sind und waren nie etwas anderes als die Fortführung eines Krieges. So formulierte es einst George Clemenceau im Zusammenhang mit dem „Frieden von Versailles“. Der französische Diplomat Paul Cambon schrieb: „Mir kommt der Friede vor wie ein Haufen Sprengkörper, die eines Tages in allen Teilen der Welt losgehen.“ Und die frühere französische Kaiserin Eugenie, die Witwe Napoleons III. meinte: „In jedem Artikel dieses Friedensvertrages sehe ich ein kleines Ei, eine Keimzelle weiterer Kriege.“

Zu keiner Zeit war es anders, nur die Darsteller und die Methoden waren andere. Wenn auch die Darsteller stets der „gleichen Zelle“ entsprungen sind.

Vor Kurzem erst, habe ich einen Beitrag verfasst – über die Aufklärer von damals. Vor allem zeichneten sie sich durch ihre Skrupellosigkeit aus. Das allerdings erkannte man erst viele, viele Jahre später – nur wenige brachten das intrigante Tun auf Papier. Und noch viel weniger wird heute darüber gelesen. Manches dazu wird auch nicht so gerne publiziert. Die Aufgaben der Aufklärer von damals: natürliche Neigungen abtöten, Vernunft und Gewissen zum Schweigen bringen, und mit den Waffen der Täuschung der Macht der Wahrheit entgegenzutreten.

Über moderne Netzwerke kommen heute so manche „Aufklärer“ um die Ecke, oder besser zu Wort (also neben den offiziellen Missionaren der öffentlich-rechtlichen Anstalten): Bei dem einen geht es um Gold, Geld und materielle Werte, bei einem anderen stehen Rebellionen auf der Tagesordnung, und wieder ein anderer möchte einfach nur sein Image aufbessern. Jeder von ihnen geleitet so sein eigenes Schäfchen ins Trockene und bedient ein Kartell. Das gelingt ihnen auch gut, denn es gibt genug, die ihnen folgen und es so tun, wie ihnen geraten.

Doch wieder zurück zu diesen Friedensverträgen: Durch den Westfälischen Frieden waren keineswegs alle Probleme in Europa und im Reich gelöst. Der Krieg zwischen Spanien und Frankreich ging weiter und wurde erst 1659 im Pyrenäenfrieden beigelegt. Bei genauer Betrachtung war es eben kein echter „Frieden“, sondern vielmehr eine Zäsur für Europa.

Ein neues Europa war entstanden – das Gesamtergebnis auf deutschem Boden war furchtbar. Der einzige Gewinn war die Gleichberechtigung der Bekenntnisse. In der Zeit, in der andere Völker ihren Staat fanden, verloren ihn die Deutschen völlig. Während England, Frankreich, Schweden, die Niederlande und Spanien dastanden als nationale Mächte mit festen Grenzen, war die Mitte Europas eine politische Wüste.

Wenn wir die einzelnen Perioden „durchlaufen“, sollten wir uns darüber bewusst werden, dass sich die Interessen der „Mächtigen“ über ihre Epochen hinaus bis in die Gegenwart kaum unterscheiden.

Und so fahren sie/wir fort… Die „Schuldigen“ stehen fest und die Kollektivschuld ist in Stein gemeißelt. Die Auftraggeber haben lediglich ihre Roben gewechselt – und unter dem Gewand der „Heiligkeit“ ist ihnen kein Verbrechen zu groß und keine Täuschung zu abscheulich.

An dieser Stelle möchte ich noch Immanuel Kant aus seiner Abhandlung „Zum ewigen Frieden“ zitieren: Es soll kein Friedensschluss für einen solchen gelten, der mit dem geheimen Vorbehalt des Stoffs zu einem künftigen Krieg gemacht worden“.

Dazu führt er folgende Begründung an: „Denn alsdenn wäre er ja ein bloßer Waffenstillstand, Aufschub der Feindseligleiten, nicht Friede, der das Ende aller Hostilitäten bedeutet, und dem das Beiwort ewig anzuhängen ein schon verdächtiger Pleonasm ist.“

Sowohl in Versailles als auch nach 1945 wurde von den Alliierten dagegen verstoßen. Hinter dem versprochenen ewigen Frieden folgten und lauern weitere Kriege.


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