Weil es gerade aus allen Richtungen her hustet, und hustet, und hustet …

Von der verlässlichen Wirkung der Königskerze haben wir schon gelesen, nun hört, hört:

Der Vorfrühling lockt das Heil-Lungenkraut aus seinem Schlaf. Es öffnet sich mit rosafarbenen Blüten und weiß gefleckten Blättern. Die Blüten wandeln sich später in ein leuchtendes Blau. Für diesen Farbwechsel innerhalb der Blüten ist eine Zellsaft-Veränderung des pH-Wertes zuständig. Die Blüte wechselt von sauer nach basisch, deshalb sieht man dieses kleine entzückende Wunder der Blütenfärbung.

In alten Kräuterbüchern wird es nur selten erwähnt und erlangte erst nach dem Mittelalter einen höheren Bekanntheitsgrad. Nur Hildegard v. Bingen empfahl es schon früh gegen Erkrankungen von Lunge und Atemwegen. Dank seiner Inhaltsstoffe wirkt es entzündungshemmend, schleimlösend und lindert Hustenreiz.

In ihren Aufzeichnungen steht geschrieben: „Wenn einem Menschen die Lunge angeschoppt ist, sodass er hustet und kaum atmen kann, dann koche Lungenkraut (drei Eßlöffel = 15 Gramm) in Wein (ein Liter) und trinke davon oft vor dem Essen und er wird geheilt.“

Als Kur: Man trinkt von diesem Mittel täglich ein Likörglas vor dem Essen, nötigenfalls zwei Monate lang.

Wo findet man das Kräutlein?

Das Kraut findet sich auch in Laub- und Mischwäldern bei trockenen Gebüschen, am Waldesrand. Es ist eine starke und ausdauernde Pflanze, die krautig wächst. Es ranken sich sehr viele Mythen um diese alte und herrliche Pflanze. Gerade in vorzeitlichen Jahren nannte man sie auch Zauberpflanze.

Ihr könnt das Lungenkraut auch mit anderen Heilkräutern mischen.

Es stärkt die Atemwege und verhilft zu tieferem Durchatmen, außerdem enthält es viel Kieselsäure, welche einen positiven Einfluss auf unser Bindegewebe hat. Ein kräftiger Aufguss aus Blättern und Wurzel soll die Wundheilung unterstützen.

Zubereitung ohne Wein: Für den Tee könnt ihr übrigens das gesamte oberirdische Kraut der blühenden Pflanze verwenden. Einen guten Esslöffel des frischen oder getrockneten Krautes mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und nach zehn Minuten abseihen. Mehr als drei Tassen pro Tag bedarf es aber nicht.

Ach ja, bei günstiger Witterung lässt sich das Kräutlein mancherorts bereits im Februar finden.

Unter anderen Namen wie Bachkraut, Blaue Schlüsselblume, Bockkraut, Fleckenkraut, Lungenwurz, Schwesternkraut oder Hirschkohl kann man es bis zum Juli hinein ernten. Ob Blätter, Blüten oder Wurzeln.

Also nüscht wie raus, suchen und sammeln!

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Ja in diesen Zeiten ist „Umdenken“ angesagt. Und so forschen und lesen wir in alten Büchern. Die echten Heilkundigen mit guten Absichten dem Mensch zu helfen, werden immer seltener. Für uns ist es wieder ein Stück mehr der Eigenständigkeit und Selbstverantwortung.

Dazu fällt mir gerade die Aussage von Wilhelm Christoph von Hufeland ein:

„Wehe dem Arzte, der Ehr- und Gelderwerb zum Ziel seines Strebens macht. Er wird im ewigen Widerspruch mit sich selbst und seinen Pflichten stehen, er wird seine Hoffnung ewig getäuscht und sein Streben nie befriedigt finden und zuletzt seinen Beruf verwünschen, der ihn nicht lohnt, weil er seinen wahren Lohn nicht kennt.“

Und er sagte weiter:

„Die Hauptsache in der Medizin besteht darin, das Urteil über die Krankheit und über das Heilverfahren aus dem Kranken heraus, nicht in den Kranken hineinzutragen.“

Christoph Wilhelm von Hufeland (1762-1836) war Lehrer der Ganzheitsmedizin.“


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