Ein mächtiges Volk in den Felsengebirgen –

… was es wohl damit auf sich hat?

Vorsicht! Viel Lesestoff.

Ja, unsere Geschichte ist gefälscht, und es ist gewiss auch nicht einfach unter zahlreichen Fälschungen nun unbedingt das richtige herausfischen zu können. Man kann etwas erahnen, sich Stück für Stück voran arbeiten, alte Schriften, die uns erhalten geblieben sind, ordentlich studieren, und … was ich sehr zu schätzen weiß, man kann sich mit all den Menschen austauschen, die nicht nur alles besser wissen wollen, sondern tatsächlich echtes Wissen für sich bewahren und damit nicht prahlen. Was mir an manchen Themen, wie dem folgenden wichtig ist, ist, dass ich diese gedanklich für mich fixiere und schriftlich festhalte, mögen sie auf den ersten Blick auch noch so unwichtig erscheinen.

Natürlich ist es dann besonders spannend, auch solche Geschichten aufzugreifen, wie zu denen der Mormonen.

Wie komme ich darauf? Nun, das ist eine Geschichte, die schon etwas länger zurückliegt, und mir wieder in Erinnerung gebracht wurde, während ich ja gerade im Begriff bin, die Erlebnisse meiner Mutter im Buch zusammenzufassen, das, so hoffe ich, noch im Frühjahr erscheinen kann. Dort ist es dann noch etwas ausführlicher beschrieben, in welcher Beziehung meine Mutter tatsächlich zu dieser Gruppe von Menschen stand. Meine Großeltern sowohl mütterlich- als auch väterlicherseits waren Protestanten, doch hatte die Kirche in unserer Familie keinen hohen Stellenwert. Vielmehr waren es heidnische Bräuche, welche auch meinen Eltern pflegten und mit denen ich gewachsen bin.

Betreffend der Glaubensgemeinschaft der Mormonen, oft beschimpft als Sekte, und ja es gibt auch ein dunkles Kapitel in deren Geschichte, wird man insgesamt eines anderen belehrt, wenn man sich nur mal etwas näher mit diesem „Völkchen“ beschäftigt.

Als ich noch ein kleines Mädchen war, nahm mich meine Mutter hin und wieder mal mit zu den regelmäßigen Treffen für die Kinder dieser Gemeinde. Schwach kann ich mich daran erinnern, dass es mir dort auch ganz gut gefallen hat. Aber eine echte Verbindung gab es nicht. Außerdem frönten meine Eltern dem Tabak, und so manch anderem mehr, was in der Gemeinschaft der Mormonen nicht so gerne gesehen war. Meine Mutter war damals (Ende der 1920er Jahre) ein junges Mädchen, als sie über ein Nachbarsmädel in Kontakt mit der Glaubensgemeinschaft kam. Und während nach 1933 viele ihrer weiblichen Mitschüler zum BDM (Bund deutscher Mädel) strömten, ging sie lieber zu den Gemeindenachmittagen. Damit wäre dann auch die oft verfälschte Darstellung, dass die Mitgliedschaft im BDM verpflichtend war, ausgehebelt.

Was ich aus den Aufzeichnungen noch erfahren habe:

In der schweren Nachkriegszeit bekamen viele Menschen aus den Reihen der Mormonen (Salt Lake City) Unterstützung, in Form von Paketen mit Kleidungsstücken und Nahrung aus Dosen darin. Vertriebenen aus Schlesien wurde Hilfe zuteil, und über Freunde aus der Gemeinde wanderten Hunderte von Schlesiern nach den Staaten aus und fanden dort Arbeit und Brot. Diese Art der Zuwendung und vieles andere mehr, hat meine Mutter in guter Erinnerung behalten, und so blieb sie auch über diese Zeit hinaus, im Kontakt mit einigen Gemeindemitgliedern.

Die Bilder /Fotos/ Zeitungsausschnitte, die ihr hier im Beitrag zu sehen bekommt, hat meine Mutter wie so viele andere auch, gesammelt und aufbewahrt.

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Was die Gemeinde der Mormonen im Besonderen bis heute auszeichnet, ist ein Bunker voller Namen von Toten

Über 200 Meter tief im Granite Mountain im US-Bundesstaat Utah liegt ein riesiger Tresorraum: the Vault. Nur sehr wenige Menschen dürfen durch die 14 Tonnen schwere Stahltür treten. Dahinter verbergen sich mehrere Tunnel auf einer Fläche von mehr als 6.000 Quadratmetern. Sie beherbergen ein gigantisches Ahnenforschungs-Archiv mit über 2,4 Millionen Mikrofilmrollen.

Er soll die gelagerten Dokumente bis zum Jüngsten Tag sichern: der Granite Mountain Vault der Mormonen. Tief unter der Erde lagern hier in einem riesigen und geheimnisvollen Archiv Milliarden von Daten. Die sind für die weltweite Ahnenforschung von großem Interesse. Doch warum betreiben die Mormonen einen so großen Aufwand?

„Die Suche danach, unsere Familiengeschichte zu verstehen, kann unser Leben verändern“, erklärt der Mormonenpräsident Gordon Hinckley zur Eröffnung der Internet-Seite. „Sie bringt Einheit und Zusammenhalt in die Familien.“

Trotz großer Nachfrage will die „Kirche der Heiligen der letzten Tage“ keine Benutzergebühren verlangen: „Wir haben uns auf dieses Unterfangen nicht für den materiellen Gewinn eingelassen“, erklärte der Kirchenpräsident Hinckley (1910-2008). „Unser Motiv ist es, den Mitgliedern unserer Kirche und anderen zu helfen, ihre Wurzeln zu finden.“

Die Mitglieder sammeln seit 1894 Daten von Verstorbenen weltweit. Bis 1938 in Büchern; seit der Erfindung des Mikrofilms werden Familiendaten auf Filmrollen konserviert. Dazu gehören Geburts-, Heirats- und Todesurkunden, Erbbestätigungen, Eigentumsverzeichnisse, Gerichtsprotokolle, Ergebnisse von Volkszählungen, Ein- und Auswandererlisten sowie Familien- und Stadtchroniken. Doch wie kommen die Mormonen an die Daten?

Es ist sehr aufwendig. In jedem Land gibt es Verhandlungen mit Behörden, Bibliotheken und Kirchen, an deren Ende ein Vertrag aufgesetzt wird. Speziell ausgebildete Gemeindemitglieder reisen um die Welt, um Material zu prüfen und es zu fotografieren. So hat sich über die Jahre eine Unmenge an Daten angesammelt. Weil die teils einzigartig sind, sollen sie bis in alle Ewigkeit gesichert werden. Von 1960 bis 1965 hat man deswegen das Granite Mountain Records Vault in der Nähe von Salt Lake City errichtet, dem Hauptsitz der Glaubensgemeinschaft.

Hier stimmen die Voraussetzungen, um die Daten vor Verfall, Erdbeben oder Atombomben zu schützen. Hartes Magmagestein, konstante 13 Grad Celsius, eine Luftfeuchtigkeit von 35 Prozent und spezielle Filteranlagen sorgen dafür, dass die Mikrofilme bis zu 200 Jahre halten sollen. In sechs Archivkammern lagern Aufzeichnungen von Menschen aus über 100 Ländern in mehr als 170 Sprachen.

Im Büro- und Laborbereich der Anlage arbeiten circa 60 Angestellte. Sie archivieren Mikrofilme und erstellen außerdem Duplikate, die sie in alle Welt verschicken. Seit Anbruch des digitalen Zeitalters konvertieren sie die angesammelten Mikrofilme mit Spezialscannern und machen sie seit 1999 digital übers Internet zugänglich. Über die Webseite FamilySearch.org kann sie jeder abrufen. Aber wieso horten die Mormonen so viele Daten über Verstorbene?

Weltweit besteht ein großes Interesse an Ahnenforschung.

Hobbywissenschaftler erstellen Stammbäume ihrer eigenen Familien.

Obacht! Auf der anderen Seite ist es ein lukratives Geschäft – für kommerzielle Plattformen wie ancestry.de und dem Original aus Israel: MyHeritage.com.

Das Forum der Mormonen, FamilySearch, ist allerdings ein kostenloser Service.

Bei den Heiligen der Letzten Tage spielte Ahnenforschung von Anfang an eine große Rolle. Ihr Gründer, Joseph Smith, hat seine Anhänger einst dazu aufgerufen, alle namentlich bekannten Menschen, die jemals auf der Erde gelebt haben, zu taufen. Er schrieb: „Es ist die größte Aufgabe, die uns Gott in dieser Welt aufgetragen hat, sich um unsere Toten zu kümmern“. Nur so könnten die Mormonen (wieder-)vereint im Himmelreich regieren.

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Wer war Joseph Smith?

Der junge Joseph fühlte sich zwar zu dem Christentum, wie man es im Neuen Testament findet, hingezogen, aber die miteinander wetteifernden Kirchen seiner Zeit verwirrten ihn.

Eines Nachts soll ihm ein Engel namens Moroni von einem verborgenen Bericht, der die heilige Geschichte einer alten amerikanischen Zivilisation enthielt, erzählt haben. Kurz nachdem Joseph im Jahr 1827 Emma Hale geheiratet hatte, vertraute ihm der Himmelsbote diese Aufzeichnungen an, die er dann mit der Macht Gottes übersetzte. Nach Fertigstellung der Übersetzung veröffentlichte Joseph das Buch Mormon, das, vergleichbar mit der Bibel, eine Zusammenstellung heiliger Schriften aus alter Zeit ist.hervor. Bald darauf standen Joseph religiöse Kritiker gegenüber, für die eine zusätzliche heilige Schrift inakzeptabel war, sowie kritische Rationalisten, die die Geschichte über die einem Wunder gleichkommende Übersetzung des Buches als gefährlichen Aberglauben ansahen.

Zur Taufe der Mormonen sollte man wissen: Die Taufe, ist eine Taufe für die Verstorbenen. Getauft wird auch nur derjenige, der das 8.. Lebensjahr erreicht hat und in der Lage ist selbst zu entscheiden, ob der Glaube an Jesus Christus so für ihn zu vereinbaren ist.

Das heißt, Mitglieder können sich stellvertretend für ihre Ahnen taufen lassen. Für einen sicheren Zusammenhalt im Jenseits empfehlen Mormonen-Anführer ein nachträgliches Taufen bis zu vier Generationen rückwärts. Nach jeder Taufe werden die Namenslisten im Bergarchiv angepasst: Winzige Zahlen und Häkchen weisen darauf hin, welcher Vorfahre bereits stellvertretend getauft worden und damit ebenfalls ein Mormone ist. So wächst die Gemeinde der Kirche Jesu Christi ständig um passive Mitglieder.

In den vergangenen Jahren hat es die Glaubensgemeinschaft aus Salt Lake City jedoch mit posthumen Taufzeremonien übertrieben. Einige Mitglieder wollten nicht nur die eigenen Vorfahren retten, sondern haben auch „fremde“ Tote stellvertretend getauft. 1995 waren darunter auch zahlreiche Juden , die sogleich weltweit darauf empört reagiert haben und sichergestellt, dass die Taufen rückgängig gemacht werden. Kein Wunder, dass sich der Vatikan den Mormonen verweigert und keine Daten an sie herausgibt.

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Was man noch wissen sollte:

Die Bibel handelt hauptsächlich vom Leben und den Lehren der Menschen aus dem alten Israel. Das Buch Mormon hingegen enthält die Überlieferungen von amerikanischen Ureinwohnern, die ebenfalls an Jesus Christus glaubten.

Propheten, die im alten Amerika gelebt haben, schrieben das Buch Mormon. Diese Propheten hielten ihre Geschichte, Prophezeiungen und Lehren auf gebundenen Metallplatten fest. Die Aufzeichnungen wurden dann von einem Propheten und Historiker, namens Mormon zusammengefasst und gekürzt.

Nach Mormons Tod vervollständigte sein Sohn Moroni die Aufzeichnungen. Gott befahl Moroni, die Platten zu verbergen und versprach, dass diese eines Tages wieder hervorgebracht werden würden.

Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde dieses Versprechen erfüllt. Gott berief einen jungen Mann namens Joseph Smith damit, die Platten zu übersetzen und die Kirche Jesu Christi wiederherzustellen. Er war somit der erste neuzeitliche Prophet und übersetzte die Platten durch die Macht Gottes in das, was heute als das Buch Mormon bekannt ist.

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Viele dunkle Kapitel

Pöbelhorden verjagten sie 1833 erst aus dem Kreis Jackson in Missouri und 1839 dann aus dem ganzen Bundesstaat, nachdem dessen Gouverneur Ende Oktober 1838 einen Befehl ausgegeben hatte, dass die Mormonen von dort zu vertreiben oder „auszurotten“ seien. 1846 folgte die Vertreibung aus Nauvoo, ihrer Stadt in Illinois. Danach begann für die Mitglieder der Kirche der schwierige Auszug über die Great Plains nach Utah. Führer der Kirche, darunter auch Joseph Smith, wurden geteert und gefedert, verprügelt und ungerechtfertigt ins Gefängnis gesteckt. Andere Mitglieder wurden zudem Opfer von Gewaltverbrechen. Bei dem Massaker von Hawnʼs Mill – dem schlimmsten Zwischenfall – wurden mindestens 17 Männer und Jungen im Alter von 9 bis 78 Jahren niedergemetzelt. Einige Frauen der Kirche wurden während der Verfolgung in Missouri vergewaltigt oder wurden das Ziel sonstiger sexueller Übergriffe. Bürgerwehren und Pöbelhorden zerstörten die Häuser der Mitglieder und beraubten sie ihres Eigentums. Viele Gegner der Heiligen bereicherten sich an Hab und Gut, das eigentlich nicht ihnen gehörte.

Nach 1852 begann die Glaubensgemeinschaft sich zu zersplittern und teilte sich in Gruppen auf. Ihre Sprecher kamen aus allen Richtungen, die Menschen folgten ihnen, auch wenn vermutlich hier eine Unterwanderung stattfand. Der Feind war also immer zugegen.

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Ich finde, es ist ein Vorgang aus der Weltgeschichte, der nicht unerwähnt bleiben sollte, erfüllt von menschlichem Jammer und Elend aber auch mit Heldenmut. Zwischen 1846 und 1869 machten sich etwa 85 000 Mormonen auf die Reise durch die Steppen Amerikas und die Gebirge Utahs. Sechstausend starben unterwegs. Sie stammten nicht alle aus den Staaten, sondern auch aus vierzig anderen Ländern. Sie kamen im Wagen oder stießen Handkarren vor sich her.

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Was mir allerdings tatsächlich noch nicht gut gelingt, ist es, ihr Tun und Schaffen und damit verbundene Absichten richtig einordnen zu können. Warum sprechen die Mormonen von Zion?

Das konnte ich dazu finden:

Demzufolge diente die Stadt Zion im frühen mormonischen Denken als „axis mundi“, als höchster heiliger Ort, als Berührungspunkt zwischen Himmel und Erde und als Anfang und Ende der menschlichen Zeit (siehe Eliade 12; Wheatley 12–16).

Die Stadt Zions ist ein städtebauliches Konzept der Mormonenpioniere, das Joseph Smith entwickelte und in Nauvoo in die Praxis umsetzte. Nach diesem Muster konzipierte Brigham Young die in Utah gegründeten Städte und Dörfer, als erstes Salt Lake City.

Der Zion Canyon und der Kolob Canyon sind wohl die bekanntesten Schluchten des Zion Nationalparks. Das althebräische Wort „Zion“ wurde oftmals von den mormonischen Siedlern benutzt und bedeutet so viel wie „Zufluchtsort“ oder „Heiligtum“.

Wer lebte im Zion-Nationalpark?

Das Volk der Anasazi bewohnte das Gebiet des heutigen Zion vor etwa 1.500 bis 800 Jahren und hinterließ im gesamten Park verlassene Felshäuser und Felsmalereien. Als Nephi Johnson 1858 in dem Gebiet ankam, das heute Zion-Nationalpark ist, bewohnten die Paiute-Indianer den Canyon.

Fazit: Das Volk der Mormonen – ein mächtiges Volk in den Felsengebirgen, ein Volker voller Geheimnisse

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Quelle

private Aufzeichnungen, Zeitungsartikel und Ausschnitte

https://www.churchofjesuschrist.org/study/books-and-lessons/church-history?lang=deu

https://web.de/magazine/wissen/mystery/gigantische-familien-archiv-mormonen-32353788?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTAAAR1aizEIqJN6lTghT8d_Q4NviTMUIZ3j99zRITmt9BgfSoTg89sR0Vts6Vo_aem_-W-moSe8HZDfv26wmDizBg


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