Ostara – das Wiedererwachen der Natur nach den Wintermonaten

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche Durch des Frühlings holden, belebenden Blick, Im Tale grünet Hoffnungsglück; Der alte Winter, in seiner Schwäche, Zog sich in rauhe Berge zurück.“– ( Goethe, Osterspaziergang)

Ostara: An diesem Tag, der auf den Sonntag nach dem Vollmond, welcher der Tagundnachtgleiche folgt, geht man gerne in die erwachende, grüne Natur.

Wenn ich auch mit diesem Beitrag etwas verspätet „um die Ecke“ komme, jetzt ist immer noch die beste Zeit, sich Wünsche zu erfüllen und sich von Altem zu lösen. Zeit, um das Sprießen des Lebens zu feiern – etwa mit dem Entzünden eines Feuers.

Wir begrüßen Ostara, unsere Frühlingsgöttin, die Göttin des erwachten Lichts und Lebens. In ihrer Hand trägt sie einen Bund gelbblühender Schlüsselblumen, Himmelsschlüssel, mit denen sie das Tor aufschließt, sodass der wonnevolle Lenz eintreten kann.

Auf den kahlen Weiden ragen die ersten grünen Blätter des Scharbockskrauts hervor, der junge Löwenzahn tuts ihm gleich.

Wir wissen um seine Heilwirkung, gerade zu Beginn seiner Blühzeit ist der Löwenzahn nicht nur besonders lecker, er hilft auch gegen die Wintermüdigkeit. Er ist eben echter „Kraftkerl“. Nicht zu vergessen den Bärlauch.

Am kommenden Wochenende reisen wir erneut in unser Bärlauchparadies am Hohenstein, dann werden wir gewiss fündig. Und mit Giersch, Wildkresse und Schafgarbenblätter, hübsch garniert mit den Blüten des Gänseblümchens bereiten wir später unser erstes Frühlingssüppchen zu. Übrigens am Hohenstein begrüßten schon unsere Vorfahren die Lichtgöttin und feierten Ostara. (siehe Beitragsfoto).

Ostara ist die freudige, heilbringende Erscheinung; nach ihr ist der April „ostermonath“ genannt und ihr opferte das Volk die ersten Maiblumen. Weißgekleidete Jungfrauen, die sich um Ostern zur Zeit des einkehrenden Frühlings in den Felsklüften, oder auf den Bergen sehen ließen, gemahnen noch an die alte Göttin. Die germanischen Ureinwohner nannten sie vermutlich auch Austro. Der englische Mönch Beda Venerabilis (7. Jh.), der bei der Berechnung des christlichen Ostertermins – 1. Sonntag nach den Frühlingsvollmond – tätig war, erwähnt sie als Eostra und nennt den April Eosturmanot.

Bereits in keltischen Zeiten band man einen Palmwedel aus 7 Kräutern, Hasel und Holunder, der im Lauf der Sonne bei einer fröhlichen Prozession – vor Sonnenaufgang – um die Felder getragen wurde. Und auch das schwarze, dornige Holz der Schlehe, nun in weiße Blütenpracht getaucht, war für die Kelten ein Zeichen, dass die dunkle Göttin sich nun in eine Lichtgöttin verwandelt hatte.

Und natürlich traf man sich am großen Feuer. Das Osterfeuer war zu heidnischer Zeit ein Freudenfeuer, das zum Schmelzen des letzten Eises, zur Rückkehr des Frühlings und der Feldfruchtbarkeit entzündet wurde.

Etwa ab dem 16. Jahrhundert galten Osterfeuer als heidnische Erbschaft, gegen die sich die Verbote häuften. Auch Kirchenangestellte wurden für das Entzünden von Osterfeuern bestraft, so zugetragen 1695 im Bergischen Land: „Die Totengräber sollen casiert und Lulf vornehmlich bestraft werden, weil er am Ostertage der Führnehmste im Anzünden des Osterfeuers, welches aus dem Heidentum herrührt und unter Christen nicht geduldet werden kann, gewesen, und auch sonst allerhand Reden geführt“.

Wer noch ein bisschen mehr erfahren möchte, der findet im Kommentar einen weiteren Beitrag zu unserem zweiten Jahreskreisfest.

„Ostra, Göttin, glänze;

Wirke Wärme Ostra!

Sonne ist erstanden,

Laub und Leben kommt“

In des Lichtes Luft

Schwillt die Knospe kräftig,

Weitet sich die Welt!“

Die Menge singt, wobei sie sich anfassen und um das Feuer springen:

„Ostra, Göttin, glänze

Wirke Wärme, Ostra“!


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