Wer Knoblauch und Zwiebel liebt, wird Bärlauch „vergöttern“
Bereits die Germanen und Kelten nutzten Bärlauch (Allium ursinum) als Heilkraut und schätzten die Pflanze für seine magen- und blutreinigende Wirkung. Seine Aromastoffe, vor allem das in allen Lauchgewächsen vorkommende Allicin, wirken antibakteriell und unterstützen eine gesunde Darmflora.

„Der Bärlauch oder Ramser, der im Frühling feuchte Auen bedeckt, ist ein wahrhafter Bär, was seine Heilkraft anbelangt.,, so weiß es Wolf-Dieter Storl.
Pflanzen, in deren Namen der Bär auftaucht, wurden von alten Völkern stets als mächtige, heilkräftige Gewächse angesehen. Um ebensolche Bärenkräfte zu erlangen, aßen die Menschen zu Frühlingsbeginn oder am Grünen Donnerstag Bärlauchsuppe.“, erzählt Ursel Bühring über das beliebte Kraut.
Sie schreibt weiter: Bärlauch regt im Rahmen einer Ausleitungstherapie von Schwermetallbelastungen die Ausscheidung über die Nieren an. Quecksilber und Schwermetalle werden aus den Depots mobilisiert, als Komplex gebunden ins Blut aufgenommen und über Niere und Darm ausgeschieden
Nun, das sind doch gute Nachrichten: Der Bärlauch wirkt stark blutreinigend, entgiftend und reinigend. Schon ab März ist er in lichten Wäldern zu entdecken. Mit reichlich Vitamin C und ätherischen Ölen kann er sogar über die Frühjahrsmüdigkeit hinweghelfen.

Nachdem wir ein „bisschen“ was von dem würzigen Kraut am Hohenstein gesammelt haben, um es anschließend im Bert im Alkoven auszubreiten, roch es auf der Heimfahrt ganz vorzüglich.
Mit seinem typischen Knoblauchgeruch findet die Pflanze in vielen Formen Anwendung, ob frisches Kraut im Salat oder in der Frühlingssuppe, als leckeres Pesto zum Genießen oder auch als Hustenmittel.
Gestern habe ich dann das Kraut fein gebündelt und zum Trocknen an die Leine gebunden, später noch ein Bärlauchbrot gebacken, etwas Pesto zubereitet und den Rest fest im Speiseplan integriert. Man kann noch so viel mehr damit anstellen.



Zur Stärkung und Pflege des Darms, Herzes und auch der Gefäße etwa empfiehlt Ursel Bühring eine Bärlauchtinktur.
„Bärlauch wirkt gegen Bakterien, Viren, Pilze und Würmer. Allicin wirkt stark antibakteriell und keimhemmend, speziell auf die Bakterienflora des Darmes samt ihrer Fäulnis und Gärung verursachenden Bakterien, ohne die nützlichen Bakterien zu zerstören. Besonders wirksam ist Bärlauch daher zur Darmsanierung nach einer Behandlung mit Antibiotika.“
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Und nun kommen wir zum Süppchen am Grünen Donnerstag:
300 g Kartoffeln, 1 großes Bund Bärlauch (etwa 200 g), 1 große Zwiebel,1 EL Butterschmalz (oder Butter) 150 ml Weißwein 1 l Gemüsebrühe und etwas Sahne. Mit Salz, Pfeffer, Bertram- und Galgantpulver abschmecken.Der Bärlauch wird erst am Ende des Kochvorgangs hinzugegeben. Er verliert sein Aroma sowie seine grüne Farbe, wenn er zu lange gekocht wird. Ihr könnt die Suppe ganz einfach noch einmal aufwärmen oder einfrieren, am besten schmeckt sie jedoch frisch.
Die Butter erhitzt ihr in einem Topf und dünstet darin die Zwiebel- und Kartoffelwürfel für ca. 3 Minuten an. Im Anschluss mit Sahne Gemüsebrühe ablöschen, kurz aufkochen lassen und für 20 Minuten mit Deckel köcheln.
Die Bärlauchsuppe ist cremig, sämig und luftig-leicht – im Geschmack eine echte Wucht. Blätter und Blüten enthalten Gerbstoffe, Bitterstoffe, Schleimstoffe und Flavonoide, die für die Heilwirkung verantwortlich sind.
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Und hier noch ein Rezept zur Bärlauchtinktur nach Bühring – Ein idealer „Frühjahrsputz“ für den Körper!
Frische Blätter säubern, kleinschneiden und locker in ein helles Apothekerglas bis zum oberen Rand legen und mit Weingeist (45% Vol.) oder mit mindestens . 38%-igen Alkohol (z.B. Korn-Schnaps) auffüllen. 3 Wochen stehen lassen, danach in dunkle Tropffläschchen abfiltrieren.
Zu Beginn der Anwendung sollte man mit wenigen Tropfen beginnen und langsam auf 2-3x täglich zu 10 bis 15 Tropfen steigern – am besten verdünnt mit Wasser oder Saft.
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Das Frühjahr hält so viel Gutes für uns bereit. Die ersten Feld-, Wald- und Wiesenkräuter des Jahres wurden schon von unseren Vorfahren sehnlichst erwartet und dienten nach der entbehrungsreichen Winterzeit als willkommene Bereicherung des Speisezettels.
Auch der Schweizer Kräuterpfarrer Johann Künzle lobt die Kraft des Bärlauchs: „Wohl kein Kraut der Erden ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut wie der Bärlauch.
Beim Sammeln jedoch aufgepasst, denn das würzige Kraut hat einige giftige Doppelgänger, wie etwa Maiglöckchen oder Herbstzeitlose. “Schau hin, aber schau genau”, wie Ursel Bühring ihren Seminarteilnehmern liebevoll mit auf den Weg gibt.
