Wohl dem, der sich aus dem Pharma-Kreislauf zu befreien weiß. Ausführlich dazu in den Beiträgen im Kommentar.
Jetzt schenke ich meine Aufmerksamkeit so manchem Gewächs, das nicht nur für unsere Bienen ein Segen ist.

Zuvor habe ich noch ein bisschen bei Wolf Dieter Storl geblättert und lasse einige seiner wertvollen Informationen mit einfließen. Ich schätze sein Wissen sehr und bin daher geneigt, es immer und immer wieder mit anderen zu teilen.
Im Mai, wenn die Sonne erstarkt und die Tage zunehmend länger und wärmer werden, wirft der Sonnengott seinen Bärenfellmantel ab und wird zum strahlenden jungen Helden, zu Bel (gallisch: Belenos, nordisch: Baldur). Die schöne Pflanzengöttin ist seine Braut, sie gibt sich ihm in Liebe hin, blüht im entgegen.
Wir erinnern uns: Das Maifest (Beltane) ist ihr Hochzeitsfest, es ist die Vermählung der Tochter der Erde mit dem Sohn des Himmels. Zu Mitsommer ist sie schwanger und träumt, und dann im August wird sie zur Matrone…, und so weiter und so fort.
In der traditionellen „keltischen“ Überlieferung, deren Wurzeln höchstwahrscheinlich in der spätneolithischen Großsteingräberkultur (Megalith-Zeitalter) zu finden sind, wurde das Wachstum, Reifen, Blühen und Versamen der Vegetation als der Tanz der Pflanzengöttin durch das Jahr hindurch gesehen. Es ist der Tanz des „Blumenmädchens“ mit ihrem ewigen Geliebten, dem Sonnengott.
Seit Tagen ist uns die Sonne hold, die Pflanzen danken und gerade im Monat Mai erleben wir sie in ihrer schönsten Blüte. Viele von uns sammeln schon fleißig die zahlreichen Heilkräuter, denen wir unterwegs zufällig oder auf einer gezielten Kräuterwanderung begegnen. Und da findet sich schon einiges: Spitzwegerich, Gundelrebe, Brennnessel, Löwenzahnblätter, Knoblauchrauke, Storchenschnabel, Giersch und viele anderen mehr.





Die Tiere machen es uns vor, denn sie suchen Heilpflanzen instinktiv. Beispielsweise wälzen sich Gemsen auf dem blutstillenden, leicht bakteriostatisch wirkend Alpenwegerich, wenn sie verletzt sind. Wölfe fressen bei Darmstörungen Brennnesseln, bis sie sich übergeben. Es gibt natürlich viel mehr solcher Vorgänge. Der Verdacht liegt nahe, dass unsere steinzeitlichen Vorfahren, ebenfalls die Fähigkeit hatten, heilende Kräuter instinktiv zu erkennen. Es wurden Gräber entdeckt, zu denen die Pollenanlayse des Bodens Aufschluss gab, dass die Toten auf Büschel blühender Heilkräuter gebettet wurden. Unter den 28 Pflanzenarten befanden sich verschiedene Schafgarbenarten, die heute noch als Wundheilkräuter eine Rolle spielen.
Das instinktive Erkennen von Heilkräutern herrschte eine lange Zeit vor.., hieraus resultiert ein großer Teil des alten Wissens, dass allerdings über die einsetzende Mönchskultur und das Papstwesen hinter dicken Mauern für die einfachen Menschen verschlossen bleibt. Schließlich erklärte man das Wissen und die langjährigen Erfahrungen der Menschen für heidnisch, primitiv, wild und gefährlich. Diese Entwicklung nahm mit Beginn des Dreißigjährigen Krieges „an Fahrt auf“. Bis heute! Die Kuttenträger werden nicht eher ruhen, bis auch der Rest des alten Wissens vernichtet ist… Damals hat man es „verbrannt“, heute wird digitalisiert.
Da nun der Beinwell so wunderschön blüht – schauen wir mal, was er so alles kann.

Rau und sperrig? Ja, das ist er, der Beinwell. Doch gleichzeitig von einer überbordenden
Vitalität und Lebenskraft, die er freigiebig verteilt.
Dieses Raublattgewächs habe ich mir vor drei Jahren in den Garten gesetzt, wo es munter wuchert. Beinwell (von Bein = Gebeine, Knochen, und well = wallen bzw. heilen) ist der beste Knochenheiler, den man sich vorstellen kann. Am besten wirkt die schleimhaltige, frisch gepellte Wurzel, aufgetragen als Umschlag auf die Stelle, an der der Knochen gebrochen ist. Die Packung muss täglich ein‐ oder zweimal gewechselt werden. Die Wurzel enthält auch Allantoin, einen stark wundheilenden und entzündungshemmenden Wirkstoff.
Hilft übrigens auch bei Fersensporn!

Im Herbst geht’s an die Wurzel (immer nur einen Teil der Wurzel verwenden, den anderen Teil wieder zurücksetzen). Diese lege ich in Öl ein und nach etwa vier Wochen stelle ich eine Salbe her, meist mit Hirschtalg als guten Begleiter.
Seit vorchristlichen Zeiten wurde die äußerst schleimhaltige, saftige weiße Wurzel mit schwarzer Schale bei Knochenbrüchen, Prellungen. Knochenhautentzündungen, Venenentzündungen, chronischen Ulzerationen, bei Gastritis und inneren Verletzungen mit Erfolg angewendet.
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Die Heilpraktikerin und Autorin Doris Grappendorf (2013, S. 116 f.) beschreibt
die Erfahrungen, die sie mit dem Beinwell im Laufe vieler Jahre gemacht hat, so:
»Es ist fast so, als ob der Beinwell genau wüsste, wie ein gesunder Knochen aussieht.
Wenn wir ihn auf einen kranken Knochen geben, so arbeitet er so lange daran,
bis er wieder die gesunde Form erhalten hat. Es ist fast schon unheimlich, wie
genau er weiß, wie alles seinen Platz hat. Arthrotische Gelenke macht er wieder
glatt, osteoporotische Knochen füllt er wieder auf. Jede Unebenheit gleicht er aus.
Aber nicht nur die Knochen schaut er sich an, auch die Sehnen, Bänder und Muskeln,
eben das ganze Bindegewebe unterstützt er in seiner Funktion. Alles wird
wieder so hergestellt, wie es gesund aussehen soll. Wenn etwas in Unordnung
geraten ist, so ordnet er es wieder, bringt alles wieder an seinen Platz, reguliert
und lässt alles wieder auf seine natürliche Weise funktionieren.«
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Wolf-Dieter Storl berichtet folgendes zum Beinwell: Als er aus Indien zurück nach Amerika kam, stürzte er vom Fahrrad und zertrümmerte sich sein Schlüsselbein. Die Röntgenauffnahme zeigte eine Trümmerbruch mit wenig Chancen, die Knochenstrukturohne OP wiederherzustellen – aber in Amerika muß man das oftmals selbst bezahlen. Herr Storl und seine Frau entschieden sich, Beinwell anzuwenden, rieben ihn, vermischten ihn mit Eiweiß und trugen ihn als Salbenverband einige Wochen lang auf. Der Trümmerbruch heilte.
