(Johann Wolfgang von Goethe)
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Himmelfahrt /Vatertag ? – Was wird da eigentlich gefeiert?
Die Antwort ist einfach: Wieder steht ein Fest vor der Tür, welches die Kirche systematisch aus seinem heidnischen und urtümlichen Zusammenhang gerissen hat.

Wenn dieses Jahr am 29. Mai so manche Männer in Horden wieder sturzbetrunken durch die Straßen ziehen, erinnert sich kaum einer an den eigentlichen Brauch, den sie heute „Himmelfahrt“ oder auch „Vatertag“ nennen.
Wohl dem, dem die Bräuche und Gepflogenheiten unserer ursprünglichen heidnischen Kultur vertraut sind. Ich möchte gar nicht soweit ausholen. Doch sollten wir für sämtliche Feierlichkeiten, die anstehen, mehr Bewusstsein entwickeln und uns daran erinnern, dass die meisten Bräuche unserer Vorfahren in tiefer Verbundenheit mit der Natur stehen und insbesondere über die Maitage um den Segen der Ernte gebeten wird.
So war Beltane (Walpurgis) Anlass, das Land nochmals zu segnen. Oft wurde dieser Segen von den Frauen erbracht.
Als die Mondzeit noch ein rhythmusgebendes Element war, läutete Beltane eine Zeit der Fruchtbarkeit und Vermählung ein, bis schließlich der Sonnengott Baldur bis zur Sommersonnenwende seine absolute Stärke erreicht. Diese lange Feierzeit wurde schließlich zu Beginn des Christentums übernommen und verändert. Ab dato feierte man also Ostern, welches auch ein Mondfest ist (Ostera hat seinen Beginn am 20. März). Dann sind es noch 50 Tage zu einem Fest, was sie heute Pfingsten nennen. Und plötzlich rief man „Christi Himmelfahrt“ als eigenes Fest aus. Zur bildhaften Darstellung bot man den Kirchgängern ein zur Decke gezogenen Christusbild, dass dann im „Heiligen-Geist-Loch“ verschwand.
Ähnlich verhält es sich mit dem Grünen Donnerstag. Die Heiden bejubeln die Göttin der Vegetation, begrüßen die höher steigende Sonne und feiern das Fest der Lebensfreude. Indes jammern die Christen vor dem Kreuz.
Himmelfahrtstag ist immer am Donnerstag, dem Tag des alten Donnergottes, der durch Petrus, als Wetterherr, ersetzt wurde. Im ländlichen Aberglauben hieß es, wer an dem Tag arbeitet, der zieht Gewitter an. Und weil der Mann im Mond am Himmelfahrtstag Holz gesammelt hatte, wurde er zur Strafe in den Mond versetzt.
Bei Hildegard von Bingen nachgelesen. Vor Sonnenaufgang am Himmelfahrtstag sammelten die Frauen die Wurzeln des Nelkenwurz, als „Trank eingenommen entflammt sie zur Liebe“.
Also auf, auf liebes Weibsvolk zum Nelkenwurz-Sammeln!
Und wenn es richtig dolle gewittert hat, lohnt sich auch das Sammeln sogenannter „Blitzkräuter“. Gepflückt wurden dazumal vor allem das „Vergissmeinnicht“ oder das „Katzenpfötchen“. Anschließend wurden diese zu einem Kranz geflochten und im Stall aufgehängt, um diesen vor Blitzschlag zu schützen.
Leider wissen die Menschen der heutigen Zeit wenig mit diesen „Bräuchen“ anzufangen.
Die Kirche hat über Jahrhunderte hinweg ganze Völker entwurzelt, darüber den Generationen ihren ursprünglichen Glauben genommen und obendrein noch ganze Stämme umgesiedelt.
Wenn man seiner Wurzeln beraubt wird, und unter Dauerbeschuss mit den falschen Geschichten aufwächst, muss man sich nicht wundern, dass schon bald die Menschen wieder in Gruppen sturzbetrunken durch die Gegend stolpern, ohne Sinn und Verstand!