Es war einmal, in ferner Urzeit …

In Fortsetzung zu den Beiträgen „Über das Los der Urvölker, über Menschen mit einer unverfälschten Verbundenheit zur Natur“

(Die bereits verfassten Beiträge dazu, findet ihr wie gewohnt im Kommentar.)

In Zeiten wie diesen stellen sich fundamentale Fragen. Genau betrachtet, sind sie schicksalsträchtig.

– Überlieferte Weltbilder brechen zusammen, vieles wird durcheinandergewirbelt.

– Menschen haben ihre Bodenhaftung und den Bezug zur Natur verloren.

– Alternative Fakten konkurrieren miteinander, Grenzen lösen sich auf.

– Erbgutlinien werden durch genetische Manipulation überwunden.

– Körperorgane werden hemmungslos transplantiert.

– Genderrollen relativiert.

– und traditionelle Kulturen werden von einer globalisierten Wirtschaft, einer Unterhaltungsindustrie und auch durch Massenmigration aufgelöst.

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Indigene Völker sind die Hüter der kulturellen Vielfalt der Erde. Ihr Reichtum sind ihre vielen Sprachen und Kulturen, die Weisheit ihrer Religionen und ihres Umgangs mit der Natur. Weltweit wird derzeit von 350 bis 400 Millionen Menschen ausgegangen, die einem der ca. 5.000 indigenen Völker in über 75 Staaten angehören.

Es war einmal

In ferner Urzeit weidete im Hochgebirge Mittelasiens das indogermanische Urvolk (aus welchem später die sanskritredenden Inder, die Meder und Perser, und die nach Europa eingewanderten Stämme der Griechen, Italer, Kelten, Letteu und Slaven, endlich unsere eigenen Vorväter, die Germanen hervorgingen) in ungetrennter Einheit seine Heerden. Unmittelbare Ueberlieferungen über die Zustände in dieser Urheimat unseres Volkes sind uns nicht erhalten; durch die Wissenschaft der Sprachvergleichung ist jedoch soviel festgestellt, dass viele Wasser das bergige Land durchrieselten,

Der Hausvater (patar d. h. der Schützer, der das Vieh auf die Weide führt) besorgte die Pflege der langsam schreitenden Kuh, des befruchtenden Ochsen, der Ziegen und Schafe und des schnellen Bosses, der rasche Hund bewachte die Heerden. Der Tochter (duhitar d. h. Melkerin) lag die Milchwirtschaft ob. Mit Pflügen bestellte man einige Aecker, Gerste und Weizen boten Mehl und Brod, die diebische Maus bestahl die Vorräte. Wohnungen und Dörfer waren fest und mit Türen ausgestattet. Hier webte und ordnete das Weib, hier ergötzte man sich bei berauschendem Met und fröhlichem Gesänge. Mit Lust zog man in den Kampf, als dessen vorzüglichste Beute Rinderheerden und Weideplätze galten. Aus Erz fertigten sie schimmernde Waffen. Das Familienleben nahm eine ausgeprägte Stellung ein; in erweitertem Kreise war das Stammbewustsein überaus mächtig. Wahrscheinlich benannten unsere Urväter sich selbst mit dem gemeinsamen Namen Arier. Gegen Fremde regte sich Mistrauen und Feindschaft; der unterjochte Gegner wurde Sclav. An der Spitze von vielen stand ein Ordner, Schützer, Herr, als Führer im Kriege und Richter im Friede».

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Was die indigenen Völker eint, was sie gemeinsam haben.

Die Götterwelt hat die Natur und den Menschen miteinander verbunden, da gab es nie das konkret Trennende

Es gibt unterschiedliche Gründe, weshalb viele indigene Völker verschwunden/ausgestorben sind. Einen wesentlichen Anteil trägt die Kolonialisierung, denn zum einen verdrängten die fremden Einwanderer die Ureinwohner teils mit Gewalt oder durch Versklavung und Unterdrückung.

Zum anderen brachten die Einwanderer Krankheiten mit, gegen die die Ureinwohner weder Abwehrkräfte oder Heilmittel hatten. Weitere Faktoren waren die Zwangsmissionierungen der Ureinwohner sowie der Alkohol, der vielen Eingeborenen zum Verhängnis wurde.

Auch heute noch sind viele indigene Völker vom Aussterben bedroht, was nicht zuletzt daran liegt, dass sich die Kulturen immer stärker vermischen und die Welt immer weiter zusammenwächst. Damit erklärt sich auch, weshalb es zwar viele Völker gibt, deren ursprüngliche Kulturen heute nicht mehr bestehen, aber nur verhältnismäßig wenige Völker, die auch aus biologischer Sicht tatsächlich ausgestorben sind.

Von diesen Völkern gibt es heute also keine direkten Nachfahren mehr, in deren Adern ausschließlich Blut des jeweiligen Volkes fließt. Für viele Ahnenforscher sind genau diese Völker aber sehr interessant.

Was wir verstehen lernen müssen: Wir können hier zivilisiert sitzen und trotzdem diese innere Verbindung zur Natur haben. Das kennt man doch aus der Romantik oder auch von Goethe oder Schiller, die mit großem Interesse durch die Natur gewandert sind. Diese strikte Trennung zwischen Natur und Kultur ist eine moderne Kategorie. Das haben wir verstärkt aus den USA übernommen, ganz im calvinistischen Sinn. Der Bruch geht weit zurück: Während der Eroberung Amerikas konnten die Siedler die gepfiffenen Botschaften der Indianer in den Wäldern nicht von den dort heimischen Vögeln unterscheiden.

Dieser konstruierte Gegensatz zwischen Natur und Zivilisation wurde auf vieles übertragen. Das Denken in Zwischentönen fällt uns dementsprechend schwer und das sind kulturelle Muster, die sich durchziehen.

Wegen des Monotheismus suchen wir immer die eine richtige Antwort. Das zieht sich bis zur Schulmedizin durch. Heute hat man vergessen, dass jede Kultur über sinnvolle Mittel zur Heilung von lokalen Krankheiten verfügt, die kommen aus den Kräutern, die um uns herum wachsen. Das ist etwas ganz anderes als das, was wir heute durch die abgehobene Schulmedizin gelehrt bekommen.

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Alles hängt mit allem zusammen. Nicht nur die Vegetation, die Tierwelt, der jahreszeitliche Rhythmus der Wiesen und Wälder sind von Belang, auch die verschiedenen menschlichen Kulturen, die in ihrer natürlichen Umwelt eingebettet sind. Es lohnt der Blick in deren Welt, sie zu erleben und ihr Tun wahrzunehmen. Wir können so viel voneinander lernen. Zugleich stellen wir fest, wie ähnlich wir uns doch sind.

Wolf Dieter Storl hat sich im Rahmen seiner kulturanthropologischen Forschungen auf den Weg gemacht. Ich persönlich verfolge seine erlebten Geschichten mit großer Spannung. So konnte ich einiges mehr erfahren, über die Indianer, Inder, mongolische Hirten und die himalayischen Bergvölker wie auch traditionelle Bauern im Alpenraum.

Dieses Wissen dazu lässt sich nicht einfach mal „ergoogeln“, man muss es entweder selbst erfahren haben oder im Besitz entsprechender Bücher sein, um es nachlesen zu können. Die Fülle an Hintergrundinformationen und die sich offenbarenden Gemeinsamkeiten zu den anderen Völkern sind verblüffend.

Wir brauchen diese Antworten, die uns wieder zurück zu unseren Wurzeln führen und das Ursprüngliche in uns wieder aufleben lassen. Um eine Veränderung herbeiführen zu können, müssen wir begreifen lernen, dass das, was uns in dieser suggerierten fortschrittlichen Welt ständig präsentiert wird, immer weiter von den Ursprüngen entfernt.

Menschen, die sich ihrer Herkunft bewusst sind, lassen sich nur schwer „verbiegen“.

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Die folgende Übersicht fasst einige Völker, die es heute nicht mehr gibt ….

Die Etrusker, die sich selbst Rasenna nannten, waren in der Antike im nördlichen Mittelitalien zu Hause, beispielsweise in der Toskana und in Umbrien. Sie sprachen ihre eigene Sprache und verwendeten eine ihnen eigene Schrift.

Die Kultur der Etrusker ist seit etwa 800 v. Chr. belegt, aber es ist nicht bekannt, woher die Etrusker stammten. 90 v. Chr. vereinten sich die Etrusker nach ihrer Unterwerfung mit römischen Invasoren und existieren seitdem nicht mehr als eigenständiges Volk. Vor etwa 1000 Jahren ist dann auch die Kultur der Etrusker ausgestorben.

Die Aruak-Indianer kamen zwischen 650 und 900 nach Jamaika und waren die Ureinwohner dieses Landes, das sie selbst Chaymaka nannten. Als Columbus 1494 nach Jamaika kam, lebten dort etwa 100.000 Aruaks.

Die Indianer siedelten hauptsächlich in Küstennähe, aßen Fisch, Meeresfrüchte und Brot aus Maniok-Mehl und bauten Gemüse, Obst, Baumwolle und Tabak an. Der erste Angriff auf die Aruaks erfolgt durch die Kariben, einem kannibalischen Indianerstamm. Hier kamen den Aruaks noch die Spanier zu Hilfe, später wurden die Aruaks aber von den Spaniern versklavt und unterdrückt.

Zudem brachten die Spanier Krankheiten mit, die sich rasch ausbreiteten und denen viele Indianer zum Opfer fielen. Heute gibt es keine Aruak-Indianer mehr. Allerdings gibt es mit den Maroons indirekte Nachfahren, nämlich Mischlinge aus den Nachfahren von Stammesangehörigen und entflohenen farbigen Sklaven.

Die Guanchen waren einst auf den Kanarischen Inseln zu Hause. Sie waren groß, hellhäutig und hatten häufig blonde Haare und blaue Augen. Ihre Kultur war bis zur Entdeckung durch die Spanier sehr archaisch.

So kannten die Guanchen beispielsweise keine Metalle, sondern fertigten ihre Werkzeuge aus Stein. Sie wohnten in Berghöhlen oder Steinhütten mit Strohdach und trugen Kleidung, die aus Fellen genäht war. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts lebten zwischen 50.000 und 70.000 Guanchen. Die Spanier, die die Kanaren 1402 eroberten, töteten und versklavten jedoch sehr viele Ureinwohner, zudem beschleunigte die christliche Zwangsmissionierung deren Untergang.

Die letzten Überlebenden haben sich schließlich mit den Spaniern vereint, aber bis heute sind noch Reste der Kultur im kanarischen Dialekt, in der Namensgebung und in einigen Bräuchen erhalten geblieben.

Die Inka bewohnten das Hochlandbecken von Peru waren ein sehr hochentwickeltes Volk. Die Blütezeit der Inka war um 1100, als sie zahlreiche Indianerstämme in Bolivien, Nordargentinien, Ecuador und Nordchile unterwarfen. Charakteristisch für die Inka waren unter anderem ihre beeindruckenden Tempelanlagen sowie die Mumifizierung von Toten.

Einen ersten großen Rückschlag erlebten die Inka, als sich von Mittelamerika aus die Masern und die Pocken verbreiteten. 1532 landeten schließlich die Spanier in Peru. Der damalige Inkakönig begegnete den Spaniern in friedlicher Absicht und befahl seinen Kriegern, die Waffen niederzulegen. Die Spanier hingegen nutzten dies für einen hinterhältigen Angriff und nahmen den Inkakönig gefangen.

Um sich freizukaufen, übergab der König den Spaniern Unmengen von Gold und Silber, wurde aber dennoch 1533 hingerichtet. In den Folgejahren gab es heftige Gefechte zwischen den Inka und den Spaniern, bis schließlich 1572 der letzte Inka der Herrscherschicht enthauptet wurde.

Die Tasmanier gehörten zu den Aborigines und bewohnten die Insel Tasmanien, die vor der Südküste Australiens liegt. Anders als die australischen Ureinwohner hatten die Tasmanier aber eine recht helle Haut. Ihr Untergang begann, als Tasmanien Anfang des 19. Jahrhunderts von britischen Kolonialherren besiedelt wurde.

Sie verdrängten die Tasmanier systematisch, so dass 1830 nur noch 300 Tasmanier am Leben waren. Diese wurden in den Folgejahren immer wieder umgesiedelt und gezwungen, Christen zu werden. 1847 lebten nur noch 47 Tasmanier, die nach Oyster Cove verbracht wurden. 1905 starb mit Fanny Cochrane Smith die letzte reinrassige Tasmanierin, heute wird Tasmanien zum größten Teil von europäisch-tasmanischen Mischlingen bewohnt.

Die Bo bewohnten die heute zu Indien gehörenden Andamanen-Inseln und waren dort eines von vier indigenen Völkern. Sie kamen zwar als letztes Volk mit den Europäern in Kontakt, aber trotzdem lebten 1909 nur noch 48 Bo.

Dies erklärt sich damit, dass die anderen Völker bereits mit den Briten in Berührung gekommen waren und sich mit Krankheiten angesteckt hatten, die sich dann auf den Inseln verbreiteten. Anfang 2010 starb die letzte reinrassige Bo.

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Quellangaben

Helmut Schröcke Germanen /Slawen – Vor und Frühgeschichte des ostgermanischen Raumes

Wolf Dieter Storl – Einsichten und Weitblicke


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