Unser großer deutscher Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock hatte gestern Geburtstag. Geboren wurde er vor 301 Jahren in Quedlinburg und sollte sich schon sehr bald einen Namen als großer Dichter und Denker in deutschen Landen machen.

Friedrich Gottlieb, bahnbrechender deutscher Dichter, geboren am 2. Juli 1724 war das älteste Kind unter 17 Kindern des Advokaten Klopstock.
Neben zahlreichen Gedichten und Bühnenwerken hat er so manche kluge Schrift herausgebracht.
Stiebitzen wir also, anlässlich dieses Ehrentages ein Ständchen aus seiner Sammlung:
„Daß keine, welche lebt, mit Deutschlands Sprache
sich in den zu kühnen Wettstreit wage!
Sie ist, damit ich’s kurz, mit ihrer Kraft es sage, an mannigfalt’ger Uranlage
zu immer neuer und doch deutscher Wendung reich;
ist, was wir selbst, in jenen grauen Jahren, da Tacitus uns forschte, waren,
gesondert, ungemischt und nur sich selber gleich.“
Mit diesem Satz stellt Klopstock die deutsche Sprache in den Mittelpunkt und betont ihre Stärke und Schönheit. Er fordert dazu auf, sie mit Respekt und Ehrfurcht zu behandeln. Es ist eine Huldigung an seine Muttersprache und Bekundung für seine dichterische Freiheit.
Seine Niederschriften und Gedichten gehen stets mit der Liebe und Würdigung des eigenen Landes einher, mit Stolz auf seine Geschichte und Kultur. Das Gedicht „Mein Vaterland“ wurde von Friedrich Gottlieb Klopstock (1724 – 1803) verfasst.
Er war ein Dichter der Empfindsamkeit und Aufklärung und seine Werke waren stark von einer patriotischen Sichtweise geprägt.

Die Schule besuchte er ab 1739 in Pforta, wo auch auch Nietzsche und Fichte unterrichtet worden sind. In Jena studierte er ab 1745 die Theologie und man merkt dies auch seinen Werken an, die eine starke geistliche Schieflage haben. Jedoch finden sich viele vaterländische Sachen darunter, namentlich seine drei Trauerspiele über Hermann den Cherusker, unseren deutschen Freiheitshelden. Neben dichterischen Werken hat Klopstock auch einige denkerische Schriften verfasst und sich dabei der Bescheidenheit, der Freundschaft, der Sprache und der Kunst gewidmet.
Sein Glück schien er 1751 gefunden zu haben, als er Margareta Moller heiratete, aber diese verstarb bereits 1754 und lange Jahre trauerte unser Dichter, bis er erneut heiratete.
Als er 1774 der Einladung, die Markgraf Karl Friedrich von Baden an den „Dichter der Religion und des Vaterlandes“ zum dauernden Besuch an seinem Hof hatte ergehen lassen, folgte, verweilte er in Göttingen im Kreis der begeisterten Verehrer. Von des Dichters damaliger Einkehr in Goethes Wohnhaus berichtet „Wahrheit und Dichtung“. Schon im Frühjahr 1775 verließ er, des Hoflebens müde, Karlsruhe und traf nach einer Reise in die Schweiz, die ihn mit Goethe und den Stolbergs zusammenführte, im Juni wieder in Hamburg ein.
So um 1779/ 1780, ebenso verdrossen durch die kühle Aufnahme der sogenannten „Gelehrtenrepublik“, spann der Dichter sich immer mehr in seiner Sonderstellung ein. Die letzten 28 Jahre seines Lebens verbrachte er in zunehmender Stille und Zurückgezogenheit.
Die an äußern Ehren reichen letzten Lebensjahre des Dichters verflossen unter eifriger Beschäftigung mit Ausfeilung seiner Schriften. Im Winter 1801 begann er zu kränkeln, seit Februar 1803 verließ er sein Lager nicht mehr. Er starb, im Geist mit seinem großen Epos beschäftigt, 14. März 1803. Das Leichenbegängnis (22. März) war fürstlich großartig. Zur Ruhestätte hatte sich Klopstock den Friedhof des Dorfs Ottensen bei Altona gewählt, wo seine erste Gattin begraben war.
———————–
Unter all seinen eifrigen Bemühungen zum Erhalt der deutschen Rechtschreibung trat ein gewisser despotischer Zug des Dichters hervor. Dieser Zug neben viel kleinlicher Eitelkeit, wovon nicht seltene Symptome im Leben Klopstocks anzutreffen sind, macht den wesentlichsten Teil der menschlich-dürftigen Elemente in des Dichters Persönlichkeit aus. Weit überwogen wurden diese aber durch die Reinheit seines Charakters, durch die Festigkeit und mannhaft-mutige Artung seiner Seele, durch die tiefe, wenn auch ebenfalls in subjektivistischer Form erscheinende Frömmigkeit seines Herzens, welche Eigenschaften dem Ruhm des Dichters auch den eines echt deutschen Mannes, eines edlen Menschen für alle Zeit hinzugefügt haben.
Klopstock gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass die deutsche Literatur eine große Zukunft haben wird, wenn sie sich auf ihre eigenen Wurzeln besinnt und eine eigenständige epische Tradition entwickelt.
————————————————————————————————-
Zum Abschluss noch ein Lied, aus der Feder Klopstocks zum Singen für Johanna Elisabeth von Winthem, seiner Großnichte, die damals noch ein Kind war.
Vaterlandslied (1770)
Ich bin ein deutsches Mädchen!
Meine Augen sind blau und mein Blick sanft,
ich habe ein Herz
, das edel und stolz und gut ist.
Ich bin ein deutsches Mädchen!
Meine blauen Augen blicken wütend auf den,
und mein Herz hasst den,
der sein Vaterland verkennt.
Ich bin ein deutsches Mädchen!
Ich würde kein anderes Land
zum Vaterland wählen,
selbst wenn ich frei wäre, diese große Wahl zu treffen.
Ich bin ein deutsches Mädchen!
Meine hochmütigen Augen blicken höhnisch
auf den
, der vor dieser Wahl zögert.
Du bist kein deutscher Jüngling!
Du bist des lauen Zögerns wert,
des Vaterlandes nicht würdig,
wenn du es nicht liebst wie ich!
Du bist kein deutscher Jüngling!
Mein ganzes Herz verachtet dich,
der du dein Vaterland verleugnest,
du Ausländer! und du Narr!
Ich bin ein deutsches Mädchen!
Mein gutes, edles, stolzes Herz
schlägt empor
beim süßen Namen: Vaterland.
So wird es einst nur schlagen beim Namen
eines Jünglings, der stolz ist wie ich
auf das Vaterland,
der gut ist, edel, ein Deutscher.
——————
Da das Gedicht sehr populär wurde, vertonten mehrere Komponisten seinen Text. Unter ihnen sind:
Johann Friedrich Reichardt , 1773
Carl Philipp Emanuel Bach , 1774
Christian Gottlob Neefe , 1776 und 1785
Christoph Willibald Gluck , 1786
Franz Schubert , 1815,
