Eine kurze Geschichte aus längst vergangenen Tagen zur Geschichte.
„Es war einmal beim Volk der Xhosa in Südafrika. Zwischen 1779 und 1879 gab es hier immer wieder Konflikte mit fremden Eindringlingen. Zuerst kamen die mit Pferden und Schusswaffen ausgerüsteten Voortrekker (Buren), es folgten mehrere Kriege gegen die Briten und auch gegen die aus dem Norden im Stammesland eindringenden schlagkräftigen Armeen der Zulus unter Führung Shakas, dem „Napoelon Afrikas“… Neun verheerende, verlustreiche Auseinandersetzungen waren es insgesamt. Hinzu kam der kulturelle Druck durch die Missionare.
In diesen schwierigen Zeiten traten immer wieder Medizinmänner hervor, die vorgaben mit ihrer Zaubermacht feindliche Kugeln in Wasser verwandeln oder die Krieger unverwundbar machen zu können.
Und zu eben dieser Zeit ging ein 15-jähriges Mädchen namens Nongqawuse (1841-1898) Wasser holen.

Als sie ihren Krug füllte, schaute sie ins Wasser des Gxara-Flusses, wo sie die Gesichter der Ahnen erblickte und ihre Stimmen hörte. Diese Geister verkündeten, alles würde wieder gut werden: die Toten würden wieder auferstehen, alle würden jung und schön sein; gesunde Rinder und fruchtbare Felder würden sich materialisieren, Krieger würden aus dem Schilf hervortreten und die Feinde ins Meer treiben. Aber es brauche ein Opfer seitens der Xhosa; sie sollten alle ihre verhexten Rinder schlachten und ihre ebenfalls verhexten Getreidevorräte vernichten. Dann würde das Wunder geschehen, und zwar in den Morgenstunden des 17. Februar 1857.
Die Stammesältesten, Häuptlinge und Medizinmänner traten zusammen, um zu beraten und zu prüfen, ob die Vision des Mädchens echt war oder ob es sich um eine trügerische Vorstellung handle. Zu diesem Zeitpunkt war gerade der britische Gouverneur der Kapkolonie, Sir George Cathcart (1794-1854), der einen blutigen Feldzug gegen die Xhosa geführt hatte, im Krimkrieg gefallen. Das hatten andere Seher kurz zuvor richtig vorhergesagt. So wie es die Seher vorhergesagt haben. Also schien die Ahnenwelt in Bewegung zu sein. So entschieden die Stammesältesten, das die Vision des Mädchens richtig sei und verordneten die Schlachtung des Viehs und die Vernichtung der Ernten.
Aber am verhießenen Stichtag geschah nichts. Weder die Ahnen noch gesunder Rinder erschienen. Wie konnte das nur sein. Doch schnell hatte man eine Antwort parat.
Es war wegen den zehn Prozent der Bauern, die die Wahrheit der Vision leugneten und sich geweigert hatten, ihr Vieh zu schlachten und ihre Hirse und ihr Sorghum zu vernichten. Ihr Unglaube hätte die Ahnen vernichtet. Die Leugner wurden hart verfolgt, einige sogar getötet.
Insgesamt wurden bis zu 400 000 Rinder geschlachtet ; rund 70 000 Xhosa verhungerten oder wanderten ab in die Kapkolonie. Das schwächte das Volk der „roten Decken“ nachhaltig. Inzwischen haben sich die Xhosa erholt. Nelson Mandela und Bischof Desmond Tutu gehören diesem Volksstamm an,
Es lassen sich Parallelen finden, die in unserer Zeit gar nicht so weit zurückliegen. So erinnern wir uns gewiss an ein 15-jähriges Mädchen aus Schweden.

Sie erschien als Klimaaktivistin und sagte quasi visionär voraus, dass die Welt in zwölf Jahren enden wird , wenn wir nicht sofort etwas unternehmen. Sie sprach weiter: „Ich will, dass ihr in Panik geratet, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre. In dem Zug verlangte sie so einiges ..,
Vieles davon ist bereits in Umsetzung gegangen. Und so weiter und so fort. Ich muss das hier, so glaube ich, nicht weiter ausführen. Die „vorgeschlagene“ Dekarbonisierung und Entindustrialisierung unserer Gesellschaft ist vergleichbar mit dem Abschlachten der Rinder und der Vernichtung der Feldfrüchte bei den Xhosa. Auch hier sind es die Ältesten,die Führer der Gesellschaft, die Politiker, die Leiter der Kirchen und Gewerkschaften, die dem Rat dieser jungen Frau, die eigentlich aussieht wie ein zwölfjähriges Mädchen folgen.
Die Verklärung nahm merkwürdige Züge an. Viele ihrer jungen Anhänger hielten und halten sie für eine Zeitreisende. So soll sie auf einem Foto , das 1898 gemacht wurde, erschienen sein. Dem nicht genug: Ihre Mutter behauptete, sie würde das eigentlich unsichtbare und geruchslose „Killergas“ CO2“ mit bloßen Augen sehen können. Sehen, wie es aus den Schornsteinen fließe und die Atmosphäre vermülle.“
Genug davon…
Denn, das Ende vom „Lied“, also das der visionären Vorhersage spüren wir immer noch.., und kein Ende scheint in Sicht…
Und wer hats gewusst? Auch der Günder `der Heiligen der letzten Tage“ Joe Smith war fünfzehnjährig, als ihm im Wald der Engel Moromi erschien und ihm die auf goldene Tafeln neuste Offenbarung Gottes sehen ließ. Der Junge war ein Analphabet, aber der Engel gab ihm zwei Zauberkristalle, mit denen er dieses „Dritte Testament“ (das Buch Mormon) lesen und dann, hinter einem Vorhang sitzend, diktieren konnte.

Organisiert, aufwendig finanziert, hervorgegangen aus der Angst um die Zukunft. Bereits im 16. Jahrhundert schossen Ketzer-und Sektengruppierungen, auch Endzeitsekten, die das Tausendjährige Reich Christi auf Erden herbeisehnten, wie Pilze aus dem Boden.
Im Kontext dieser Zeitepoche schrieb Sir Thomas Morus seinen Entwurf einer perfekten futurischen Gesellschaft (1516), dem wir übrigens den Begriff „Utopie“ als Gesellschaftsmodell verdanken.


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In Auszügen übernommen von Wolf Dieter Storl aus „Einsichten und Weitblicke“.
