In den vergangenen Jahren sind wir immer wieder an dieser Ruine vorbeigekommen, aber weil sich nirgendwo ein Platz zum Parken gefunden hat, sind wir weiter gefahren. Nur dieses Mal wollten wir es endlich genauer wissen, was es mit dieser Ruine auf sich hat. Wir entdeckten einen Wanderparkplatz „zum Hutewald“ und dachten, na vielleicht gelangen wir von da aus zu dieser Ruine. Fehlanzeige. Kein Weg führte dorthin. Also waren wir mal frech und parkten am Straßenrand. Einige Meter mussten wir nun auf der stark befahrenen Straße entlang laufen.

Wir halten also fest: Zunächst muss man lange suchen, um an genauere Informationen über die Ruine zu gelangen. Am Ort selbst findet sich keine Erläuterung . Zwar steht dort eine Tafel, aber darauf lässt sich nichts finden. Auffällig ist das Kreuz, welches unmittelbar an der Ruine platziert wurde. Dass ist nicht ungewöhnlich. Denn es ist ja bekannt, dass die Kirche sich überall dort mit ihren „Symbolen“ verewigt hat, wo einst die Heiden ihre Quellen und Opferplätze bewahrten.



Wenn man was Schriftliches dazu finden kann, legen die Schreiberlinge aus den bekannten Kreisen richtig los. Da geht es dann weniger um die Ursprünge alter Siedlungen, sondern viel mehr darum, wie schlecht damals alles gewesen sein muss. Dann liest man wie so oft, dass Untersuchungen der Skelette Spuren einer Mangelernährung aufweisen. Das wäre ja typisch für das „Mittelalter“.
Viele Funde, so auch die Grundmauern stattlicher Gebäude verweisen indes auf großen Wohlstand. Man betrachte nur die wunderschönen Bürgerhäuser aus längst vergangenen Zeiten, heute rar gesät und seltene Überbleibsel. Dass die Menschen vor langer Zeit wesentlich gesünder gelebt haben als der „moderne Mensch von heute“, auch das dürfte bekannt sein.
Aus alten Schriften geht ebenfalls hervor, dass die Menschen um einige Jahre älter geworden sind, als man uns heute durch sogenannte „Experten“ weismachen will.
Ich denke, wenn man sich die Geschichte aus der jüngsten Vergangenheit (vor allem die nach dem Zweiten Weltkrieg) zu Gemüte führt, wird so mancher wache Geist Fragen stellen. Man kommt nicht umhin, dass sich Parallelen zu bestimmten Vorgängen aus vergangenen Zeiten auftun. Denn wenn schlagartig ganze Siedlungen und Dörfer von der Bildfläche verschwinden, nur durch Zufall mal ausgegraben werden, und sich Funde nicht mehr vertuschen lassen, dann wird man stutzig.
Nehmen wir einfach mal an, in etwa 100 Jahren finden sich Skelette aus der Zeit nach 1945, insbesondere in den östlichen Regionen des Reiches. Was wird man dann feststellen? Richtig: Mangelernährung, Tod durch Gewalteinwirkungen, miserable Lebensverhältnisse. So wie es auch immer geschrieben steht, wenn man über diese „dunklen Zeiten“ des Mittelalters „aufgeklärt“ wird.
Was die Zeit nach 1945 betrifft, und über die Zusammenhänge zuvor, darüber muss mich niemand aufklären. Meine Mutter hat es erlebt und aufgeschrieben.
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Zurück zur Ruine von Winnefeld. Wie in vielen anderen Regionen des Deutschen Reiches (zu dieser Zeit) wurden offensichtlich ganze Dörfer niedergemacht. Brunnen gabe es 23 an der Zahl. Die waren später merkwürdigerweise alle verschüttet. Nicht zu vergessen: In Zeiten der Missionierungen /Zwangschristianisierungen wurde Unwillige, also diejenigen, die sich nicht zum Christentum bekannten, auf brutalste Art und Weise aus dem Leben gerissen. Ganze Familien. Stämme, Dörfer ausgelöscht.





Was ist hier tatsächlich geschehen?
Das konnte ich auf die Schnelle finden:
Um die verlassene Dorfstelle rankten sich schon ab dem 16. Jahrhundert Legenden, die sie aus der Vielzahl der verödeten Orte im Solling heraushoben. Schon früh kam es zu Untersuchungen des Bodens, aus dem im 18. und 19. Jahrhundert mittelalterliche Haushaltsgegenstände geborgen wurden.
Nach Aufzeichnungen aus dem 19. Jahrhundert lagen zu dieser Zeit 23 Brunnen noch offen, die dann bis auf zwei Brunnenstellen zugeschüttet wurden. Auch der Friedhof soll zu dieser Zeit durch ein steinernes Tor noch erkennbar gewesen sein.
Die Dorfwüstung Winnefeld war ein mittelalterliches Dorf im Solling (Niedersachsen). Ein Münzschatz mit 133 Kupfermünzen, die fast ausschließlich Sesterzen waren, wurde dort 1879 gefunden und deutet auf eine lange Siedlungsgeschichte des Ortes hin.
1879 entdeckten Waldarbeiter dicht unter der Erdoberfläche diesen Schatzfund, bestehend aus 133 römischen Kupfermünzen (hauptsächlich Sesterzen). Er weist auf eine lange Siedlungsgeschichte hin, die weit über das Mittelalter hinausreicht.
Die Wüstung liegt in der Nähe von Schloss Nienover und dem Ort Amelith.
Die freigelegten Funde stammen von einer „romanischen Kirche“(?) ungewöhnlichen Dimensionen: 30 Meter Länge und 9,7 m Breite.
Um 1200 wurde die Siedlung wahrscheinlich auf Initiative der Grafen von Dassel und Nienover in einem zuvor als Weideland genutzten Gebiet angelegt.
Eine großzügige Anlage mit vermutlich bis zu 200 Einwohnern, die Land- und Forstwirtschaft betrieb. Es wurde Getreide angebaut und Vieh gehalten, das im Wald weiden konnte.
Der Untergang der Siedlung dürfte sich im 15. Jahrhundert vollzogen haben. Ein Zusammenhang mit der Soester Fehde und den zurückziehenden böhmischen Söldnern 1447 ist vielleicht möglich.
Über die Ausgrabungen offenbarten sich neben den vielfältigen Einblicken in die „schwierigen“ alltäglichen Lebensumstände eindrucksvolle Beispiele eines gefährlichen Lebens in den mittelalterlichen Dörfern. Zahlreiche gefundene Schädel ließen deutliche Spuren von tödlichen Schwerthieben erkennen. Die freigelegte Dorfkirche präsentiert sich mit Ausmaßen von 30 m x 8,75 m als ungewöhnlich groß. Die Errichtung der Kirche ist aufgrund der archäologischen Funde auf 1150 bis 1200 datiert
Wir wissen sicher:
Zwangschristianisierung:
In der ersten Hälfte des achten Jahrhunderts kamen Fuldaer Mönche in das Gebiet und begannen mit der Christianisierung der Bevölkerung. Sie wurden später von Missionaren aus dem Bistum Mainz abgelöst. Im 12. Jahrhundert gelang es den Erzbischöfen von Mainz, ihren Besitz im südlichen Niedersachsen erheblich zu vergrößern.
Dann wütete ein langer Krieg. Über dreißig Jahre. Das Deutsche Reich bot darauf ein Feld schrecklicher Verwüstung. Alles war dem Erdboden gleich gemacht. Verschüttet, verschwunden, vergraben … ,und mit dem auch große Teile des alten Wissens.