Fantasy oder Botschaft? „Herr der Ringe“ und mein Versuch, mögliche Botschaften als solche zu erkennen und zu verstehen.


Dazu widme ich mich zwei Schriftstellern, die unterschiedlicher nicht sein können, und doch irgendwie mit ein und derselben Botschaft kokettieren. Das macht es für mich persönlich transparenter. Zumindest dem ersten Anschein nach.
Natürlich lassen sich einzelne Gedanken dazu, die ich über viele Jahre nach und nach zusammengetragen habe, nicht in einem einzigen Beitrag unterbringen. Wenn ich dann so zurückdenke, an die vielen Notizen, die ich mir machte, oder einzelne Texte verfasste, manche zerknüllt und verworfen, um diese dann irgendwann aufzugreifen, und sie schließlich doch wieder in irgendeiner Ecke zu vergraben.
Vielleicht ist das alles, was ich mir hier „zusammenreime“ auch nur ein Hirngespinst. Blödsinn halt und überflüssig. Doch in Tagen wie diesen, sind die Gedanken von damals derart präsent, dass ich sie nicht ignorieren kann. Zudem bin ich erstaunt darüber, welche Ansätze wir schon in unseren jungen Jahren zugrunde legten, um das „Drumherum“ besser begreifen zu können. Denn da war ich gerade mal 20 Jahre alt, als wir über die Schriftsteller J.R.R. Tolkien und Umberto Eco hitzige Diskussionen führten. (Um genau zu sein, vor 40 Jahren).
Vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen, für mich ist es in jedem Fall so was wie: „Den Dingen auf den Grund gehen“.
Und bevor ich ein Werk lese oder mich der Verfilmung dazu widme, möchte ich wissen, was den Verfasser dazu bewogen haben könnte, dieses oder jenes „Thema“ aufzugreifen.
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Tolkien – unter anderem bekannt durch „Der Hobbit“, „Blatt von Tüfftler“ „Herr der Ringe“, Die Briefe vom Weihnachtsmann“, Nachrichten aus Mittelerde“

Umberto Eco – unter anderem bekannt durch: „ Der Name der Rose“, „Das Foucaultsche Pendel“, 2Die Insel des vorigen Tages“, „Der Friedhof in Prag“, „Nullnummer“,


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Tolkien war ein Jesuiten-Schüler und überzeugter Katholik. Daraus resultierend war er eine wichtige Stütze der Jesuiten und des Vatikans. Als Ordens-Mitglied hatte er Zugang zu den Schriften, die für unsereins nicht zugänglich sind. Er war mit Sicherheit nicht dieser große Schriftsteller, der zufällig römisch-katholisch war. Es liegt halt nahe, dass er ein von den Jesuiten kontrollierter Agent war. Doch hatte er eine Botschaft, und die lohnt es sich, zu entschlüsseln.
Umberto Eco indes, verließ die katholische Organisation 1954 in Protest gegen die Politik von Papst Pius XII und nahm die Jesuiten „unter die Lupe“. ( > siehe seinen Roman “Der Friedhof in Prag“)
Während J.R.R. Tolkien von Jesuiten erzogen wurde, waren es bei Umberto Eco die Salesianer, die ihn prägten. Zu Jugendzeiten war Eco noch ein engagierter Katholik, distanzierte sich aber schon bald von der Kirche.
So viel im Schnelldurchlauf zu zwei Schriftstellern, die mir immer dann in Erinnerung gebracht werden, wenn es besonders unruhig in der Welt zugeht.
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Und wer noch mehr erfahren möchte, der darf sich gerne durch das „Geflecht“ „ackern“. Man möchte annehmen, alles sei miteinander verflochten, und doch ist die „Sache“ viel komplexer.
Umberto Eco beherrschte die Kunst, die vermutlich nur wenige beherrschen: Zusammenhänge im Zeitalter der „Lügenpresse“ darzustellen, ohne dass der Verfasser überhaupt ein Wort in den Mund genommen hätte. In vielen seiner Romane bewegt er sich (geschickt) auf den verschlungenen Pfaden des Welteroberungsplans der Tempelritter und Rosenkreuzer.
Eindeutig zweideutig – (ein Beitrag dazu im Kommentar).
Ecos Romane gelten allgemein als intellektuell anspruchsvolles und umfangreiches Vergnüge. In intelligent gearbeiteter Verdichtung erzählt er komplexe Geschichte, die alles enthält, was zum Verstehen (Entschlüsseln) nötig ist. In den meisten seiner Romane offenbart sich ein Geflecht aus Liebe, Leidenschaft, Tod, Satanismus, Seelenheil und Perversion.
Er war ein Literat, der sich immer wieder ins politische Getümmel stürzte – gegen Berlusconi, die Kirche, die Roten Brigaden, die sozialen Medien. Angefangen hat er mit der Kirche. Während der Arbeit an seiner Dissertation über den heiligen Thomas von Aquin habe er aufgehört, so erzählte er, an Gott zu glauben. Er trat aus der katholischen Kirche aus und spottete: „Man kann sagen, dass er, Thomas von Aquin, mich auf wundersame Weise vom Glauben geheilt hat.“
Anders J.R.R. Tolkien. Er war ein frommer Katholik. Ob er jedoch ein echter (überzeugter) Vertreter des Ordens der Jesuiten war, das lässt sich m.E. schwer beurteilen.
In Tolkiens nachgelassen Schriften, die in den 12 Bändern der History of Middle-earth (1938-1996) publiziert wurden, wird vollends deutlich, dass es keine Übertreibung war, wenn er gelegentlich versicherte, zunächst erst die Sprachen und dann erst die Völker , die sie gebrauchten, erfunden oder „entdeckt“ zu haben. Tolkien sprach übrigens 10 -15 Sprachen.
Im Lande Mor Dor, wo die Schatten drohn… Mordor könnte zu anderen Zeiten, aus dem Altdeutschen, Tor zur Hölle bedeutet haben , heute anagrammiert, Mor=Rom, Dor= Tor, Übrigens, das „Elbische“, also die von Tolkien den Elben zugeordnete Sprache ist mehr als ein fiktionaler Schnörkel. Vielmehr reicht uns das „Elbische“ den goldenen Faden.
Über die Sprache rücken wir in jedem Fall näher an das Geschehen.
Und es gab sogar so eine Art Wörterbuch. Übersetzt im Jahre 2003 vom Übersetzer des Buches „Herr der Ringe“ Wolfgang Krege, der leider in seinem 66. Lebensjahr im Jahre 2005 plötzlich verstarb.
Das Buch „Herr der Ringe“ erschien über die vergangen Jahre in unzähligen, der neuen deutschen Rechtschreibung angepassten Übersetzungsversionen. Wolfgang Krege war in den 1970er Jahren mit der ersten „Neuen“ Version zur Übersetzung nach dem Original betraut worden. Die erste Übersetzung ins Deutsche stammt von Margaret Carroux aus dem Jahr 1969. Sie pflegte dazu auch den persönlichen Kontakt mit Tolkien.
Doch zurück zu J.R.R. Tolkien.
Tolkiens religiöse Ansichten durchdrangen viele seiner Werke, beispielsweise diskutiert er in einem Brief an seinen Freund , den Jesuitenpriester Robert Murray , den katholischen Charakter des Herr der Ringe .
Solche Bilder und Metaphern finden sich auch in den Geschichten von C.S. Lewis. Tolkien verwendete mehrere okkulte Elemente in seinen mythischen Mittelerde-Geschichten. Sogar freimaurerische Symbolik findet sich in den Geschichten, wie etwa in „ Die Pforten Durins“ in „Die Gefährten“.
Wie kam Tolkien eigentlich zu den Jesuiten?
Obwohl seine Familie überwiegend aus Protestanten bestand , konvertierte Tolkiens Mutter Mabel nach dem Tod von Tolkiens Vater nach einer Reise nach Birmingham, England, zum Katholizismus.
Diese Entscheidung führte dazu, dass Mabels protestantische und baptistische Familie ihr die finanzielle Unterstützung entzog.
Solche Kämpfe trugen vier Jahre später zu ihrem Tod bei, allerdings nicht bevor sie John und seinen Bruder Hilary Arthur Reuel Tolkien in der St. Philipp`s Grammar School angemeldet hatte , die zum Birmingham Oratory gehörte. Dort wurden sie Pater Francis Xavier Morgan, einem römisch-katholischen Priester, anvertraut, der schließlich das Sorgerecht für Ronald und Hilary übernahm. Morgan wurde nach Franz Xavier benannt, der neben Ignatius von Loyola und Peter Faber zu den Gründern des Jesuitenordens gehörte. Die Brüder betrachteten das Oratory als ihr Zuhause und dienten jeden Morgen als Morgans Messdiener.
Diese Ereignisse machten Tolkien zu einem frommen Katholiken.
