Von Samhain und anderen Botschaften

Ich knüpfe mal an die folgenden Worte an, verfasst vom „Görlitz Insider“. Und bevor ich noch lange überlege, ob man es noch treffender formulieren kann, übernehme ich es in Gänze als Einleitung für einen weiteren Beitrag zu „Samhain“.

„Die Kalender füllen sich mit Halloween-Veranstaltungen. Aber was feiern wir da eigentlich? Irgendwas mit Kürbis. Irgendwas mit erschrecken. Je mehr sich einer gruselt oder ihm die Knochen vor Schreck schlottern, desto lustiger soll es sein. Irgendwas mit einer Drohung „Süßes sonst Saures“, die wir schon unseren Kindern beibringen. Und das Ganze in der Optik von Tot, Untot, zerfleischt und krank. Aha!“ (aus Görlitz Insider)

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In den Anfängen der Vermarktung (das war so in den 1990er Jahren) dieses „Halloween“ stellten die Menschen wenig Fragen. Sie schnitzten mit den Kindern Kürbisse und nahmen das kommerzielle Angebot an. Das waren vor allem junge Familien. Lediglich aus den Reihen der älteren Generation kamen Zweifel an dieser ins „Leben“ gerufenen Festivität“ auf. Doch den wahren Ursprung benennen, das konnten nur wenige. So hieß es, das kommt aus England. Andere meinten, aus Irland und wurde dann weiter in die USA getragen. Wiederum anderen war es völlig egal, sie stöberten in den „verführerischen“ Angeboten – vor allem gruselig sollte es sein.

Sahmhain ist das Fest der Kelten – ein Totenfest. Und so mancher wird sich nun die Frage stellen, was habe ich mit deren Bräuchen zu tun? Nun, ich denke, jede Menge. Denn über die keltischen Völker gelangen wir zum Ursprung dieses Brauchtums.

Was nicht gleichbedeutend damit sei, diesen Brauch, der ja für die Kelten als Jahresende bezeichnend war, so für sich zu übernehmen. Doch sollte es uns ein Bedürfnis sein, unseren Kindern und Enkelkindern davon zu berichten. Und ich gehe sogar noch weiter. Ich halte es für unsere Pflicht.

Allein schon aus dem Grund, weil sämtliche heidnischen Feste seitens der Kirche über die Jahrhunderte hinweg umgedeutet worden sind. Nur so konnte es gelingen, die Menschen immer weiter von ihren Wurzeln zu entfernen.

Es ist bekannt, dass Völker, die sich ihrer wahren Ursprünge nicht bewusst sind, von fremder Hand einfacher zu leiten und kontrollieren sind.

So wie die keltischen Völker entwickelten auch die Stämme der Germanen ein tiefes Verständnis der kosmischen und jahreszeitlichen Zusammenhänge.

Wenn die Nebelschleier über die Felder huschen, wenn es stürmt und regnet, dann ist November. Damit verbunden, endet auch die Arbeit in der äußeren Welt. Die mit der Sonne verbundene Lebenskraft zieht sich zurück. Wir sitzen jetzt nicht mehr draußen, sondern kuscheln uns in unseren Wohnzimmern unter die Decke, machen ein Feuerchen im Kamin und zünden Kerzen an. Ähnlich dem Bären, der sich in seine Höhle sehnt, sehnen auch wir uns nach der stillen Jahreszeit, die während der Winterweihenächte so nahekommen.

Anders als bei den Kelten, beginnt für die Stämme der Germanen an Samhain kein neues Jahr. Im germanischen Norden Europas, wo es zur Sonnenwende wirklich düster und kalt ist, feierten die Menschen die Wintersonnenwende, die sie „Jul“ nannten. Es ist das Winterfest, eine Zeit, in der das Jul-Rad still steht, in der der Schleier zur Anderswelt sehr dünn wurde und die Götter und die Ahnen den Menschen sehr nahekamen. Dann fegt Odin in den Winterstürmen mit einer Schar Totengeister durch die Luft. Doch dazu an anderer Stelle mehr. Alles zu seiner Zeit!

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Zurück zu „Halloween“. Der Begriff wurde erst im 16. Jahrhundert eingeführt. Die Bezeichnung erklärt sich aus den englischen Wörtern „hallow“ (altengl. „heilig“) und „eve“ (engl. „der Vorabend“), also: der Abend vor „Allerheiligen“.

Abschließend darf man festhalten: Das ursprüngliche Samhain ist kein Fest des Grauens – das veramerikanisierte „Halloween“ schon.

» Was die Kinder wissen und mit dem Tag verbinden: Verkleiden, kaufen, feiern, andere erschrecken, gruselig sein.

 Was sie nicht wissen: Samhain ist eines der wichtigsten Feste der Kelten gewesen. Diese feierten damit ihre Ernte, den Beginn der kalten Jahreszeit und den Start in ein neues Kalenderjahr. Die Stämme der Germanen knüpften an manche der damit verbundenen Bräuche an.

Zu meinen Samhain-Beiträgen:

Dort findet ihr auch eine Idee. Denn wenn bei uns die Kinder an der Tür schellen und Süßes oder Saures fordern, dann bekommen sie von uns ein Samhain-Säckchen, dass eine Botschaft bewahrt.

Ausführlich in den Beiträgen im Kommentar.

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Noch ein bisschen was über die Kelten.

Das ist aus alten Büchern bekannt und obliegt Überlieferungen:

Die Kelten (aus der Hallstattkultur) wohnten in ältester Zeit in viele Stämme zerspalten, im Westen Europas, in Gallien (Frankreich) und Britannien. Ohne Anhänglichkeit an die eigene Scholle liebten sie das Wanderleben und verbreiteten sich auch über andere Länder. Die ältesten Auswanderungen gingen nach Spanien, wo sich die Eindringlinge nach heißen Kämpfen mit den schon vorhandenen Iberern zu einem Volke, den Keltiberern verbanden, Aber auch unvermischt wohnten in diesem Lande keltische Stämme. Unter anderem in Böhmen, Krain, Salzburg Kärnten, Steiermark, im westlichen Ungarn, Slawonien, Kroatien, Serbien und Bosnien.

Die Kelten waren groß und stark gebaut, hatten eine weiße Haut, blondes oder rötliches, langes von Stirn und Scheitel über den Nacken gezogenes Haar, blaue Augen, lebhafte und trotzige Blicke und Gesichtszüge, waren zanksüchtig, eitel, leichtgläubig, übermütig, prahlerisch und kriegslustig. Sie besaßen große geistige Bildsamkeit, natürlichen Verstand und eine besondere Begabung für Rede und Dichtung. Ihre Sprache klang den Römern und Griechen rauh und unfreundlich. Den Kelten fehlte vor allem die Fähigkeit unter Gesetzen zu leben, den Einzelwillen der Gesamtheit unterzuordnen und mit beharrlichem Sinn einem höheren Ziel zuzustreben. Darüber schwand der freie Bauernstand, es gab eine Priesterschaft, die Druiden, einen übermütigen Adel, der auch die Königsherrschaft nicht mehr duldete. So erklärt es sich, dass die Kelten alle Staaten erschüttert, aber keinen gegründet haben, dass weder ein dauerndes Reich, noch eine feste Kultur von ihnen geschaffen wurde. Was aber nicht bedeutet, dass sie uns kein Wissen, insbesondere zur „Heilkunde“ hinterlassen haben. Das Druidentum wurde zwar zerstört, aber das einfache Volk hielt am altüberlieferten Wissen fest und gab es mündlich und praktisch weiter in Form von Bauernregeln, Märchen, Sagen, Jahreszeitenritualen und vor allem Kräuterwissen und Volksheilkunde.

Über die römische Herrschaft sind große Teil der keltischen Kultur verschwunden. Nicht zuletzt kamen die Christen und vereinnahmten deren Kultur und Götter. Schlussendlich haben sich die keltischen Völker an das Christentum angepasst, aber sie kamen nicht zurecht mit einem monolithischen Gott.

Fast tausend Jahre lang waren die Kelten die führende Kultur in weiten Teilen Europas. Man darf sie durchaus als die Ahnen der Europäer bezeichnen. Auch wenn vor ihnen bereits andere Kulturen herrschten. Die Kelten waren eine Mischung aus Steppenvölkern und indigenen Waldvölkern.

Und wer hat`s gewusst? Sogar unsere Zwerge mit ihren spitzen Hüten, oder auch die Heinzelmännchen, haben keltische Wurzeln.

(In Teilen übernommen aus Meyers Konversationslexikon Band 10 aus dem Jahr 1896

und aus „eine Reise in die keltische Welt von Wolf Dieter Storl)


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