Der Letzte macht das Licht aus – Episoden aus einem geteilten Land: zwischen Teilung und alliierter Umerziehung (Teil I)

Das Recht des Stärkeren ist das stärkste Unrecht“, schrieb einst Maria v. Ebner-Eschenbach

Fest steht: In allen wesentlichen Fragen dürfen die Bürger nicht mitbestimmen. In selbstherrlicher Weise glauben die Regierungen ohne das Volk regieren und entscheiden zu dürfen.


November! Zeit der Innenkehr-, Zeit für einen Rückblick, Zeit zum Nachdenken, vielleicht auch eine Zeit, um Pläne zu schmieden oder etwas zu verändern.

Doch zunächst einmal nehmen wir uns die Zeit für eine Film-Serie, die authentischer nicht sein kann. Zum Einstimmen auf „Kommendes,“ oder so ähnlich.

Auch wenn man anzunehmen vermag, alles schon zu wissen, also hier in Bezug auf die Teilung Deutschlands, gelange ich doch immer wieder zu neuen Erkenntnissen.

Ganze Kapitel habe ich schon über diesen Teil unserer deutschen Geschichte verfasst. Eines ist sicher, auch ich habe die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen, vielmehr lerne ich noch immer dazu. Manches fällt mir dann wie Schuppen von den Augen. Kein Wunder. Man schaut heute mit ganz anderen Augen auf das Weltgeschehen.

Die Film-Serie, auf die ich später noch etwas näher eingehen werde, liefert in jedem Fall reichlich Inspiration.

Mit dem Wissen von heute! Ja hinterher ist man eben immer schlauer. Auch wenn ich mich in der glücklichen Lage befinde, eine Mutter gehabt zu haben, die vielen Vorgängen in ihrem Denken voraus war. Keine Ahnung woher diese Begabung stammte. Sie wusste einfach sehr viel.

War es neben ihren schmerzlichen Erfahrungswerten wirklich nur Belesenheit? Ich hätte noch so viele Fragen. Vor allem in Zeiten wie diesen. Aber nun kann ich sie nicht mehr fragen. Im März 2025 war ihr erster Todestag. Und jetzt in diesen dunklen Tagen, bin ich mir sicher, ist sie mir ganz nah. Und ich hoffe, sie schaut mir auf die Finger, dazu, was ich aus der Vergangenheit aufs Papier bringen werde. Vieles aus dem Weltgeschehen, was ich heute aufgreife, hat sie hautnah erlebt und aufgeschrieben.

So stütze ich mich erneut auf ihre Erlebnisberichte. Denn zur Zeit des Mauerbaus war ich noch gar nicht geboren.

Wo wir dann bei den Themen wären.

– Das willkürliche Töten der Besatzer (Einzelschicksale nach 1946) »> Beitrag im Kommentar.

– Der 17. Juni 1953

– Das Errichten einer Mauer (von der Komplizenschaft Washingtons mit Moskau).

– Das Leben zu DDR Zeiten. ( u.a. aus dem Leben von Manfred Krug)

– Das Staatssicherheitssystem.

– Die „friedliche Revolution“.

– Der Fall der Mauer.

– Die Wiedervereinigung

In der vergangenen Woche stöberten wir in unserem „Videoarchiv“. Es war mal wieder Zeit für die Serie „Weissensee“.

Achja, das sollte nicht unerwähnt bleiben: Mein Göttergatte, wurde, wie die meisten von euch wissen, im Westen, nahe der niederländischen Grenze geboren und ich am östlichsten Zipfel von Mitteldeutschland, in Görlitz. Ungeachtet der Tatsache, dass der Annäherungsprozess der Menschen aus beiden Teilen Deutschlands immer noch andauert, haben wir uns gefunden und tun uns gut.

Was ich heute sicher weiß:

» Die friedliche Revolution blieb nicht etwa friedlich, weil das Volk es so wollte. Nein. Es war aus bestimmten Kreisen so gewollt (geführt).

» Der Fall der Mauer kam nicht etwa zufällig. Nein, er war genau so vorgesehen.

» Die Wiedervereinigung war weniger eine Vereinigung, doch eher die Ausplünderung eines Volkes.

»Aufrechterhalten wurde die Spaltung durch die jeweils zum Einsatz kommenden Regierungen. »Beide Seiten (Ost/West) handelten gegen die Deutschen.

Sowohl über die deutsche Teilung (damals das Ulbricht-Regime mit Adenauer und den Westmächten), als auch über den Fall der Mauer bis zur Wiedervereinigung waren sie sich einig.

In der Serie „Weissensee“ wird auch das Prozedere der Wiedervereinigung, wie ich finde, sehr treffend beschrieben.

Wie schließlich Ex-Stasi-Leute mit Spekulanten aus dem Westen gemeinsame Sache machten. „Abwicklung“ nannten sie es. Wer allerdings die Annahme vertritt, im Westen gab es so was nicht, der irrt gewaltig. Es geschah nur anders …

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang auch an folgende Aussagen meiner Mutter: Guck dir das doch nur in Görlitz an. Die sind alle wieder da, weil sie nie weg waren.

Oft erwähnte sie auch, dass die „Regierenden“ der DDR an Vorgängen des Dritten Reiches anknüpften. Dazu zählten nicht nur Aufmärsche wie die zum 1. Mai o.ä. Propagandaveranstaltungen, sondern auch die Produktionsziffern. Angestrebt wurde nach 1949 ein ähnlich hoher Lebensstandard wie der des Jahres 1936 unter Hitler.

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Zurück zur Serie „Weissensee“, die ich durchaus empfehlen kann, sich anzuschauen.

Wer mir in der Serie besonders gut von seiner Einstellung und seinen Aussagen gefällt, das ist Nicole, die Schwester von Pastor Wolff, der in einer Nacht- und Nebelaktion von der Stasi aufgegriffen und schließlich ermordet wurde. Die Schwester des Pastors hat das „Spiel“ durchschaut und bemerkte in politischen „Räten“ (Bürgerrechtsforum /Demokratisches Forum) immer wieder, dass das, was nun folgt, doch alles nur ein Austausch sei. Weil die Seilschaften die gleichen sind, sei es nun in West oder Ost. Sie soll Recht behalten.

Gesteuert von unsichtbaren Mächten mit dem immerwährenden Ziel, Menschen gegeneinander aufzubringen: Helfershelfer dafür, ihre schmutzigen Vorhaben in Umsetzung zu bringen, gab es reichlich an der Zahl.

Labile Menschen, Narzissten, Menschen mit dem Drang nach außen hin glänzen zu müssen, Menschen mit perversen Neigungen und viele andere mehr, die sich aus niedrigen Beweggründen heraus missbrauchen ließen und daraufhin andere selbst missbrauchten.

Wer sich nicht beugte, wurde „kalt“ gestellt.

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Die Serie Weissensee handelt von zwei sehr gegensätzlichen Berliner Familien – der künstlerisch intellektuellen Familie Hausmann und der staatstreuen Familie Kupfer, die ein gemeinsames Schicksal verbindet.

Und wer nun meint, wie weit ich wohl in der Lage sein sollte, das vergangene Prozedere richtig einschätzen zu können: Nun, die Stasiakte meiner Familie liegt direkt neben mir, und die Schikanen, die unsere Familie über viele Jahre ertragen musste, sind nach wie vor präsent. Vergessen kann ich das alles nicht. Aber manchmal hilft es ja, wie so oft, darüber (hinweg) zu schreiben.

Wobei ich deutlich machen möchte: Die Seilschaften, die über diese Epoche hinweg ihr Unwesen trieben, handelten im Auftrag von …

Wie in all den Jahrhunderten zuvor. Die Auftraggeber stammen stets aus dem gleichen Stall und sind gewiss keine Unbekannten.

Schauen wir uns doch nur um: Die Unheilstifter waren nie weg.

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Zwischen Teilung und alliierter Umerziehung: Tasten wir uns heran … an das, was zuvor, währenddessen und danach geschah. Bis zum Sonntag, 9. November werde ich täglich ein Thema dazu aufgreifen.

Einen ersten Beitrag findet ihr im Kommentar.


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