Wenn der Spitzwegerich seine Höhle verlässt
…. dann bringt er einiges ans Licht.

Wie jedes Jahr um diese Zeit hat der Spitzwegerich sein dunkles Domizil, verlassen, in dem er mehr als 6 Monate ruhte. Eingelegt, geschichtet auf Honig, kleckert er nun in seine Flasche. Zum Einsatz kommt er meist dann, wenn der Husten besonders hartnäckig ist oder die Gelenke schmerzen. Aber er kann noch so viel mehr.

Im Mai, wenn der Spitzwegerich die Wiesen besiedelt, dann wird er gesammelt, fix gewaschen, geschleudert, geschnippelt, im Glas mit Honig gefüllt (geschichtet) und anschließend von der Erde „“verschlungen“




Das Fermentieren vom Spitzwegerich ist so ein bisschen ein Ritual bei uns. Nachdem ich ihn dann (meist ab Ende Oktober) aus der Erde nehme, ist das Ergebnis ein köstlicher und vor allem gesunder Erdkammersirup.
Im kühlen Keller, an einer dunklen Stelle, klappt das ebenso. Spitzwegerich lässt sich auch gut trocknen und kann als Tee verwendet werden. Oder gegen Insektenstiche eben kurz in den Händen reiben und dann auf die Stelle legen. Ansonsten mit Zucker oder Honig schichten und dann einige Wochen kühl stellen. Das perfekte Mittel gegen Husten., aber auch bei Gelenkschmerzen hat sich der Spitzwegerich bewährt. Empfehlen kann ich ein bis drei Esslöffel pro Tag.


Und dann gibt es ja noch diese schönen Geschichten, die uns überliefert worden sind:
»Die Indianer nennen den Wegerich „Fußstapfen des weißen Mannes“, weil er überall dort wuchs, wo sich der Weiße aufhielt.
»Hildegard von Bingen kurierte Liebeskummer mit einer fünftägigen Spitzwegerich Tee Kur.
»In der Antike zählte er zu den heiligen Pflanzen und wurde als Allesheiler angesehen.
»Im Mittelalter wurde die Wurzel um den Hals gehängt. Als Naturamulett sollte es vor Pest, Dämonen und dem bösen Blick schützen.
»Pilger und Wanderer legten sich vor allem den Breitwegerich gegen wunde Füße in die Schuhe.
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Und das alles bewahrt der meist üppig wachsende Spitzwegerich:
Glycoside, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Aucubin (frisch ein natürliches Antibiotikum),Bitterstoffe, Kieselsäure, Zink, Kalium, Vitamin C und B.
Seine Eigenschaften sind ausgesprochen wertvoll: blutreinigend, kühlend, hustenlindernd, harntreibend, antibakteriell, entzündungshemmend.
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Und wer noch ein bisschen aus dem uns überlieferten naturheilkundlichen Wissen schöpfen möchte, der findet dazu ein paar Beiträge im Kommentar.
