„Ur“ – immer schön im Rhythmus der Natur

„Wenn Weihnachten näher kommt,

dann wird es heller in unserem Leben,

und die weihnachtliche Erwartung ist wie schöne Musik.“ (Rainer Kaune)

Jetzt, wo zahlreiche Aufnahmen durch das Netz schwirren, die uns in eine zauberhafte Winterwelt entführen, lohnt der Blick auf die vier Speichen des Jahresrades.

Frühling

„Es färbte sich die Wiese grün

Und um die Hecken sah ich blühn,

tagtäglich sah ich neue Kräuter,

Müd war die Luft, der Himmel heiter. (Novalis)

» Die holde Göttin schreitet übers Land und mit dem Bund Schlüsselblumen schließt sie das Tor zum Lenz auf.

Sommer

„Im Sommer isst man grüne Bohnen,

Pfirsiche, Kirschen und Melonen.“ (Robert Walser)

» Im Einklang mit dem Wandern der Sonne durch die höheren Tierkreiszeichen wächst und gedeiht, blüht und verwandelt sich der Garten tagtäglich.“ Die Natur träumt in abertausend Gestalten und Farben ihren Mitsommertraum.

Herbst

„Sind die Kartoffeln gut geraten, kann man sie sieden und braten.“ (Bauernspruch)

»Die Hitze des Feuermonats August ist abgeklungen, es wird merklich kühler. Die Tage werden kürzer, das Obst schwillt und reift, Feld und Wald legen ihr buntes Herbstkleid an.

Winter

„Der Winter verzehrt,

was der Sommer beschert.“ (Bauernspruch)

Es wird ruhig im Garten, auf dem Acker, Spaten und Hacke, Sense und Gießkanne sind weggeräumt. Wurzelkeller und Speicher sind gefüllt. Nur Lauch, Feder- und Rosenkohl trotzen in ihren Beeten noch den Frost und dem ersten Schnee. Nun, in der Wintersonnenwende steht das Rad des Jahres still. In den Tiefen wird in der dunkelsten Nacht des Jahres das Sonnenkind, dass den Pflanzen und dem Garten neues Leben schenken wird, geboren.

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Das ist nun auch die Zeit, wo die Menschen über die stimmungsvollen Weihnachtsmärkte schlendern. Bis heute lassen wir uns faszinieren von den lichterglänzenden Weihnachtsmärkten in der dunkelsten Zeit des Jahres.

Wusstet ihr, dass der älteste richtige Weihnachtsmarkt im Jahre 1296 in Wien veranstaltet wurde? Alt sind auch die Nikolausmärkte in München (1310) und in Bautzen (1384) und der Dresdner Striezelmarkt, wobei mit „Striezel“ der Stollen gemeint ist.

Berühmt sind der Nürnberger Christkindlmarkt sowie die Weihnachtsmärkte in Prag und in Straßburg. Es ist die Zeit der Blasmusik und Chöre. In den Buden werden Kinderspielsachen, Weihnachtsschmuck, Kerzen, Krippen, Kerzen, Räucherkerzen und Adventssterne feil geboten.

Im Erzgebirge finden die sich in Heimarbeit hergestellten Schnitzereien, Pyramiden, Steiger und Räuchermännlein.

Bereits im hohen Mittelalter gab es „Verkaufsmessen“, bei denen sich die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln für den Winter eindecken konnte. Bald folgten Stände mit Spielwaren, Schnitzwaren und andere handwerkliche Erzeugnisse.

Die Zeit, die jetzt anbricht, ist von Frauenkraft geprägt. Für die indigenen Nordvölker waren es die „dunklen Nächte der Mütter“ in denen – am Sonnwendtag – das Sonnenkind wiedergeboren wird.

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Quelle

Auszüge aus:

Wolf Dieter Storl „Die Magie der Sonnenwenden“ „Einsichten und Weitblicke“

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„Nacht der Mütter“ – das Angelsächsische Mōdraniht

Ein winterlicher Festtag, der in angelsächsischen Schriften aus dem 7. bis 8. Jahrhundert belegt ist. Es ist die Nacht der Mütter, eine Nacht, in der die weibliche Ahnenlinie und die gebärende Kraft des Lebens verehrt wurde.


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