An der Spitze der Steinmetzbruderschaft stand nach alter Sitte ein frei nach Verdienst gewählter Vorsteher, Stuhlmeister, der in jedem Jahr neu gewählt wurde und »nach Handwerksgebrauch und Gewohnheit« alle Streitigkeiten schlichtete.

Unternehmen wir einen kurzen Ausflug in das Reich der Freimauerei. Bin gerade drüber „gestolpert“ als ich ein bisschen was zu den Herrschern des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, das immerhin 844 Jahre Bestand hatte, recherchiert habe. Es war ein historisch einmaliges Gebilde. Aber darum soll es jetzt nicht gehen.
Oft vernehmen wir den Ausruf: „Das ist ein Freimaurer“, in einem negativen Kontext.
Bevor wir jedoch urteilen, müssen wir uns dazu einlesen. Denn tatsächlich wandelte sich das Bild der Freimaurerei, beginnend mit der 1914 hereingebrochenen Weltkatastrophe. Schon bald offenbarten sich Strömungen zur Menschheit zerspaltenden Kräfte.
Gewisse Geheimgesellschaften der Ententeländer und deren Logen, waren ihrem Ursprung nach, ein gute und notwendige Sache. Doch später folgten sie eigensüchtigen Interessen und dienten dem Völker-Egoismus. Diese ursprünglich gute Sache der Logen sollte der ganzen Menschheit ohne Rassen- und Interessen-Unterschiede dienen unter dem beherrschenden Prinzip der Brüderlichkeit. Doch aus der guten Sache wurde eben eine schlechte, weil sie sich zur Machtgrundlage einzelner Menschengruppen entwickelte. Über die Geschichte der Freimaurerei richtet sich der Blick zwangsläufig auf das Entstehen der Weltkriege, vor allem, wenn man auf der Suche nach Ursache und Schuld ist.
Bis weit in historische Zeit hinein war das Königtum der germanischen Völker, dem immer ein mystisches Element – die alte Einweihung, die Urform des Königtums – zugrunde gelegen hatte, sozial-aristokratischer Natur, indem der König als Erz-Armane oder Höchstbevollmächtigter heraus von Edelingen zum Oberhaupt erwählt wurde, ohne Anspruch auf erbliches Königtum.
Ein uraltes Prinzip, das von der politischen Maurerei verdorben worden ist.
Die oftmals vorherrschende Willkür innerhalb der Logen kannte das Deutschtum nicht.
Eben weil der deutsche Kern allezeit gut war, darum konnten am deutschen Logenbaume mit seinen Asten (den drei Weltkugeln, der ,GroBen Landesloge von Deutschland”, der ,GroBloge Royal-York von Preußen, der ,Grobloge von Hamburg, der ,Grofien Mutterloge Ek- lesia, der ,GroBloge von Sachsen, der”, Großloge zur Sonne in Bay-reuth®, der, GroBloge zur Eintracht in Darmstadt”, der Templer- und Johanniter-GroBloge ,Balduin usw. Männer wie Goethe, Lessing, Rickert, Fichte, Mozart, Haydn, Lortzing, Abt, Gellert,” Kotzebue, Schenkendorf, Schikanedcr, Freiherr Stein, Zschokke, Bechstein, Christian Gottiried Korner, Rittershaus, Herder, Wicland, Friedrich Ludwig Jahn, Blischer, Scharnhorst, Gneisenau, York usw. gedeihen. Oder ein Friedrich der Große, Kaiser Friedrich III. und andere gekrönte Häupter neben vielen höchst ehrenwerten Persönlichkeiten aller Stände sich wohl fühlen.
Schließlich trat das Maurertum an die Stelle der Mysterien. Der Niedergang im Ordenswesen ließ nicht lange auf sich warten, dank dieses Geistes, der sich zuerst in seinen einzelnen Gliedern und dann in ganzen Gemeinschaften als schwach erweist.
Und deshalb finden wir heute ein so ganz offenkundiges, frevelhaftes Spiel in den Freimaurerkreisen der Entente, wie sie einst ein Windthorst, der Gründer der deutschen Zentrumspartei, als kulturwidrig bekämpfte.
Ein seltsames Konstrukt entstand – nach außen hin, erklären sie sich als gegenseitig bitter befehdende Maurer, Jesuiten, Juden, Antisemiten, Protestanten, Katholiken und Sozialisten, doch in ihrer organisierten Gemeinsamkeit , genannt „die große Internationale“ sind sie sich einig, und pflegen diese akribisch.


Ich möchte das Thema zur Freimaurerei nur anreißen, eine detaillierte Beschreibung würde das „Feld“ sprengen.
Oft lesen wir auch über „Hochgradmaurerei“
Über die Zusammensetzung der Hochgrad-Maurerei, die in so ungemein nachteiligen Wirkungen des Weltkrieges zutage getreten ist, sollte noch folgendes erwähnt werden. Der eigentliche Sinn der Hochgrade ist ein durchaus idealer (wie alle Freimaurerei überhaupt), und wurde er in diesem betätigt so wäre die Welt vor ihrer grausigsten Katastrophe bewahrt geblieben. Aber gerade die Hochgradmaurer der Entente handelten in schlimmster Verblendung entgegen ihrer ureigensten Ziele.
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Noch ein bisschen was zur Geschichte, übernommen aus Meyers Lexikon (1894):
Den deutschen Forscher Kloß, Keller, Schneider, Lachmann, Findel u. a. hat das frühere Dunkel gelichtet und den Nachweis geliefert, daß die Wurzeln des Bundes kaum über das 13. Jahrh. Hinausreichen. Demzufolge ist der Freimaurerbund hervorgegangen aus der Bruderschaft der Steinmetzen und deren Bauhütten (s.d.), die anfangs mit den Klöstern, namentlich denen der Benediktiner, im engsten Zusammenhang standen, später aber sich unabhängig machten und unter sich den Bund deutscher Steinmetzen unter der Leitung von vier Haupthütten schlossen, unter denen Straßburg den obersten Rang einnahm.
Die vorhandenen Steinmetzordnungen, deren älteste, die Straßburger, dem Jahr 1459 angehört, deuten bereits auf eine über ganz Deutschland, die Schweiz, die »Donau abhin« verzweigte Verbrüderung, die durch das Geheimnis des Grußes und des Handschenks sowie durch das eidliche Gelöbnis der Verschwiegenheit nach außen abgeschlossen und durch eine gemeinsame, 1498 vom Kaiser Maximilian sanktionierte Gesetzgebung zusammengehalten wurde.
An der Spitze der Steinmetzbruderschaft stand nach alter Sitte ein frei nach Verdienst gewählter Vorsteher, Stuhlmeister, der in jedem Jahr neu gewählt wurde und »nach Handwerksgebrauch und Gewohnheit« alle Streitigkeiten schlichtete.
