Wie war das doch gleich nochmal… unter Helmut Kohl?

einem meiner Leser (auf Fb) war ich noch eine Antwort schuldig. Über die Feiertage ist das leider untergegangen. Es betraf den Kommentar von einer Dame, die meinte, dass unter Kohl eigentlich alles ganz gut war.. oder so ähnlich, ich krieg es jetzt nicht mehr zusammen. Es war, so glaube ich, der Beitrag zu Adenauer. (Den setze ich auch gleich noch mit in den Kommentar). Welcher Beitrag es auch immer war, ich hoffe, die Antwort findet sich hier.

Ich versuche mich kurzzufassen, was die „Ausbeute“ zu seinem Tun betrifft: Vor seiner Tätigkeit als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz war Helmut Kohl rund zehn Jahre lang für die BASF und als Lobbyist für den Verband der chemischen und pharmazeutischen Industrie tätig war und vertrat später deren Interessen.

Und wie so viele andere vor ihm ., (oder danach) und deren Gefolge wird auch ihm in Sachen mitteldeutscher Grundbesitzer ein eigenartiger Umgang mit der historischen Wahrheit vorgeworfen.

Genannt seien an dieser Stelle Kohl und sein Umgang mit der Oder-Neiße-Linie oder den mit der Wiedervereinigung . So belegt eine Reihe von seinen eigenen Aussagen , dass K O H L , der sich gern einen politischen Sohn ADENAUERS nannte, im Grunde wie dieser gegen die Wiedervereinigung war und der Westeinbindung sowie der europäischen Einigung den Vorrang gab.

So erklärte er auch: Die Lösung der deutschen Frage stehe nicht auf der Tagesordnung der Weltgeschichte.

(( Siehe auch » Bundeskanzler Helmut K O H L (CDU) am 7. 9. 1989 (zit. in: Deutschland in

Geschichte und Gegenwart, Nr. 1, 1990, S. 4). « ))

Wie die Westmächte im einzelnen wirklich dachten, kam im Verlauf der Entwicklung zur deutschen Einheit 1989/90 heraus. Der in dieser Frage wohl vertrauenswürdige damalige Bundeskanzler Helmut K O H L berichtete darüber 2005 im zweiten Band seiner Erinnerungen. Frankreichs Staatspräsident MITTERRAND habe ihm zwar beim Gespräch am 2,/3. November 1989 »ausdrücklich grünes Licht zur Wiedervereinigung« gegeben, doch habe der Franzose in den folgenden Wochen »eine Art Doppelspiel« getrieben. » Mitterand wie Margret Thatcher setzten darauf, dass Gorbatschow niemals bereit sein würde, ein vereinigtes Deutschland in der Nato zu akzeptieren…

Man wird bei genauer Betrachtung nur wenige Staatsmänner finden, die jemals im Sinne der Völker handelten. Sei es nun, ob sie es gekonnt, gedurft oder gewollt hätten …

Die meisten verkörpern „so ein bisschen“ die Totengräber Deutschlands.

Und das lässt sich noch viel weiter zurück verfolgen. Unsere „Großen“ waren alles andere als groß.

Karl der Große war nicht „groß“, so wie auch Alexander der Große nicht „groß“ war, sie alle haben einiges auf dem „Kerbholz, um es freundlich auszudrücken.

Und noch etwas haben sie alle gemeinsam: Keiner von ihnen handelte im Sinne der Völker.


Quellenangaben

Frankfurter Allgemeine

Zeitung, 5. 12. 1995.

Die Deutschen und Gorbatschow, Straube, Erlange n- Rom-Wien 1989; Lutz HAARMANN,

Die deutsche Einheit kommt bestimmt, Wissenschafts- Verlag, Berlin 2005; Uwe LEHMANN-B RAUNS,

Die verschmähte Nation. Berliner Begegnungen, Hohenheim, Stuttgart 2005;

Rolf Koisiek Band2 Der grosse Wendig S. 821-824


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