Zur Erinnerung! Gegen das Vergessen!

Vor genau 80 Jahren., inmitten der völkerrechtswidrigen Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus ihrer Heimat, wurden am 11. Januar 1946 die ehemals deutschen Gebiete östlich der Oder-Neiße-Grenze offiziell unter polnische Verwaltung gestellt.

Neben den 1930er Jahren war dieser Akt das finsterste Kapitel polnischer Geschichte und wird in Polen bis heute tabuisiert.

„Die Vertreibung aus der Heimat wurde zum letzten Kapitel der vielen Wochen und Monate, ja sogar Jahre währenden Leidensgeschichte der Deutschen in den ostdeutschen Provinzen, der Deutschen in Schlesien und Pommern, in Ost- und Westpreußen, der Deutschen jenseits von Oder und Neiße, wie man sich seit den Beschlüssen der Siegermächte in Potsdam im August 1945 zu sagen angewöhnt hat. Diese Leidensgeschichte ist nicht nur ein Stück deutscher Geschichte, weil die Betroffenen Deutsche gewesen sind, es ist ein Stück Menschheitsgeschichte , denn das Leid, dass den Deutschen damals, 1945 und 1946 und auch noch danach widerfahren ist, haben andere bewirkt und verursacht.“

Hören wir doch noch einmal rein, was uns der Völkerrechtler Alfred de Zayas über die Vorgänge zu sagen hat. Die Aufnahme findet ihr im Kommentar.

Außerdem erinnern wir uns in diesem Zusammenhang auch an die Mobilmachung der Polen im März 1939.

Wenn man das deutsch-polnische Verhältnis nur vom Kriegsende 1945 her betrachtet, dann wird man das polnische Verhalten in der Sommerkrise 1939 zwischen beiden Ländern nicht richtig einordnen können. Zu einem wirklichen Verstehen kommt man nur, wenn man in die damalige Zeit und ihre Vorgeschichte blickt.

Man wollte die Westgrenze Polens weit nach Deutschland hineinverlegen, wenn möglich bis vor Berlin oder noch weiter bis ins Wendland! Ein weiterer Grund war die ausgesprochen repressive und vertragswidrige Minderheitenpolitik Polens – von der Unterdrückung und Benachteiligung der jüdischen Minderheit ganz zu schweigen (Hirtenbrief des Kardinals Hlond gegen die Juden 1936), – unter der vor allem die unter polnische Herrschaft gekommenen Deutschen zu leiden hatten.

Im Zuge einer „Generalbereinigung“ aller strittigen Fragen zwischen Polen und dem Deutschen Reich schlug Hitler ein „Paket“ vor, das die Rückkehr Danzigs zu Deutschland, die Errichtung einer exterritorialen Auto- und Eisenbahnverbindung zwischen Pommern und Ostpreußen/Danzig durch den polnischen „Korridor“, eine gegenseitige Grenzanerkennung – also gegen polnische Bestrebungen, noch weiter nach Westen vorzurücken – sowie den Beitritt Polens zum gegen die Sowjetunion gerichteten „Antikominternpakt“ vorsah.

Hitlers Ziel war, ein Bündnis mit Polen zu schließen, nicht seine Zerstörung.

Der polnische Außenminister Beck wies seinen Botschafter in Berlin Lipski an jenem 26. März 1939 an, sich jeglicher Verhandlung über Danzig zu verweigern, Bis zu diesem Zeitpunkt war alles insgeheim passiert, ohne einen öffentlichen Hinweis auf die deutsch-polnische Entfremdung. Nun flammte sie hell auf, und die polnische Regierung zog, um ihre Entschlossenheit zu zeigen, polnische Reservisten ein (Mobilmachung), was wohl einer Drohung gleichkam.

In diesem Zusammenhang sind die Berichte des Völkerbundskommissars für Danzig, des Schweizers Carl J. Burckhardt, aufschlussreich.

Alles in allem, etwas, worüber das deutsche Volk, insbesondere auf der westlichen Seite nur bedingt informiert worden ist.

Der Kampf um Schlesien begann am 12. Januar 1945 rund 200 Kilometer ostwärts der deutschen Reichsgrenze in den Ostbeskiden und an der Weichsel, er endete in Nordmähren zwischen Brünn und Olmütz, in den schlesischen Gebirgen und in Nordböhmen und Sachsen an der Elbe mit der bedingungslosen Kapitulation am 8./9. Mai 1945, also nach vier Monaten ununterbrochener schwerer Kämpfe.

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Herbert Kupka – Letzte Tage in Schlesien.

A.J.P. Taylor, Die Ursprünge des 2. Weltkrieges (1962), S. 270

Andreas Hillgruber, Zweierlei Untergang

Carl J. Burckhardt, Meine Danziger Mission 1937- 1939, S. 156 f. (1960)


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