Alle Schöpfung ist das Werk der Natur. Schon bald feiern wir unser erstes Jahreskreisfest!

– es ist das Fest des Reinigens und des Neubeginns. Die Zeit also, sich wieder mit der Natur zu verbinden und ihre Kräfte mit allen Sinnen aufzunehmen.

Der Herrschaftsantritt der Weißen Göttin und des Götterbärs markiert das Ende der Weihnachtszeit. Ihre Herrschaft dauert bis Mai.

Identisch mit der Ostera der Germanen – verkörpert Brigid die Leben spendenden Kräfte des Ostens, des neuen Morgens.

Der Februar markiert eine Zeit des Übergangs und des Umschwungs im Jahr. Mit aller Kraft bäumt sich der Winter noch einmal auf, ehe die Temperaturen wieder ansteigen. In dieser Zeit kann es zu heftigen Stürmen oder gar Wintergewittern kommen, wenn kalte und warme Luftmassen aufeinandertreffen.

Dann befreien sich Bäume von morschen Ästen, Zweigen und letzten welken Blättern, bevor der Frühling wieder Einzug hält. Und so spüren wir bereits Anfang Februar die zögerliche Veränderung in der Natur. Die Sonne gewinnt allmählich an Kraft, die Tage werden länger.

Im vergangenen Jahr waren wir zu dieser Zeit unterwegs und entdeckten die Reckumer Steine.

In der Abendsonne schlenderten wir dorthin, unser Bert hat sich im dichten Nebel unsichtbar gemacht.

Auf der Linie (Ley Linien) befinden sich jede Menge solcher Steine, die den Kelten schon als „Energie (über) träger“ dienten. Nur wenige berichten darüber, vielleicht will man ja das Geschehen der alten Welt eher abseits „betrachten“?

Die Reckumer Steine sind Bauwerke der Nordischen Megalithkultur /Menhire. Manch ein Megalithgrab weist sogar ein verschließbares „Seelenloch“ auf, dass zu bestimmten Anlässen geöffnet wurde, um so den Kontakt in die andere Welt zu ermöglichen.

Benannt nach der nahegelegenen Ortschaft Reckum, täuscht die simple Namensgebung über die tatsächliche Aufmerksamkeit hinweg, die die Reckumer ihren Steinen in der Vergangenheit angedeihen ließen: Bis ins 18. Jahrhundert zurücklassen sich Schriften verfolgen, die sich den beiden jungsteinzeitlichen Kolossen widmeten.

Darüber hinaus ersann man gleich zwei findige Sagen. Genießen wir an dieser Stelle noch einmal die Aufnahmen dazu aus dem vergangenen Jahr. Wir haben damals noch lange der untergehenden Sonne nachgeschaut. Es herrschte eine besondere, ja außergewöhnliche Stimmung.

Die zerstrittenen Schäfer

Der ersten Sage nach entstanden die Reckumer Steine wegen eines heftigen Zwists zweier Schäfer: Jeder der beiden nahm für sich in Anspruch, einen herannahenden Bienenschwarm zuerst gesichtet zu haben. „Ik woll, dat du es en griesen Steen dar sitten bleevst“ (Ich will, dass Du als ein großer Stein sitzen bleibst) schrie der eine aufgebracht. „Un ick woll, dat du mi ewig Sellskopp doon mößt“ entgegnete der andere wütend. Sprachs, und schon erstarrten beide Schäfer samt ihrer Herden zu Stein. Alle hundert Jahre zur Heideblüte, glauben die Reckumer, löse sich für eine Nacht der Zauber. Dann zögen die Schafe bei Mondlicht über die Heide, die Schäfer aber führten ihren alten Streit fort bis sie im Morgengrauen erneut ihre Stimme erheben: „Joe Tied is vörbi! (Die Zeit ist vorbei!) und schon würden alle wieder zu Stein.

Befreundete Riesen

Gänzlich anderen Ursprungs sind die „Reckumer Steine“ einer zweiten Sage nach: Zwei eng befreundete Riesen, der eine ansässig im heutigen Kleinenkneten, der andere am rechten Hunteufer nahe der Dehmse, teilten sich eine Axt. Oft brauchten sie sie, um Holz für ihre riesigen Backöfen zu schlagen. Damit beide – trotz der Entfernung – stets ungehinderten Zugriff auf die Axt hatten, deponierten sie sie auf der Mitte des Weges nahe der Hunte. Eines Tages hatte der Fluss Hochwasser und so stapfte einer der Riesen durch das Überschwemmungsgebiet. Als sich seine Stiefel randvoll mit Wasser gefüllt hatten, leerte er sie mit einem heftigen Schwung. Mit dem Wasser katapultierte er unzählige große Steine auf die nahegelegenen Heide. Kurz darauf folgte ein wunderschöner Sommertag und beide Riesen sonnten sich an der Hunte. Bald langweilten sie sich, doch einer der Riesen hatte eine zündende Idee: Sie trugen die größten der neulich aus den Stiefeln geschütteten Findlinge zusammen und errichteten zwei mächtige Kammern – die Kammern der „Reckumer Steine“.

Diese Region ist reich an alten Kultplätzen. Hier entdeckten wir auch zwei Sonnensteine.

Zuerst kamen wir am Sonnenstein von Beckstedt vorbei. Eher unscheinbar liegt er gegenüber einer Bushaltestelle. Im Gegensatz zum Harpstedter „Sonnenstein“, den wir anschließend entdeckt haben, ist dieser von Beckstedt zwar nur eine Kopie, allerdings eine höchstansehnliche, wie wir finden.

Der in annähernder dreieckige Dreiecksform überlieferte Beckstedter „Sonnenstein“ wurde 1921 beim Abbruch eines Bauernhauses aus dem 17. Jahrhundert entdeckt. Seine elf konzentrischen Kreise und die mittige schalenförmige Einkerbung wusste zunächst niemand so recht zu deuten. Damals ahnte man nicht, dass es sich bei dem flachen Findling um eine vermutlich drei- bis viertausend Jahre alte Rarität handelte.

Vergleichbare Steine wurden bis heute lediglich zwei weitere Male geborgen – im 7 km entfernten Harpstedt und in Horsten (Ldkr. Wittmund). So schmückte der Beckstedter „Sonnenstein“ nach seiner Ausgrabung zunächst ganz unspektakulär den Steingarten eines Jagdherren. Erst nachdem ein Bremer Heimatforscher auf den Stein aufmerksam geworden war, wurde man sich des historischen Stellenwertes bewusst.

Das Original des etwa 90 cm hohen und nur 40 cm flachen Findlings aus rotem Granit befindet sich heute in Schleswig, und zwar in Besitz der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, Archäologisches Landesmuseum, Schloß Gottorf.


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