Bevor, aufgrund der gewiss nie wieder gut zumachenden „Taten“ aus den Reihen der Angelsachsen und Engländer immer wieder über diese geschimpft wird und Anklagen erhoben werden, sollten wir uns gewiss darüber sein, dass es nie (verallgemeinert) „die Engländer“ waren oder sind, sondern, dass es sich immer um eine Gruppe von Menschen handelt, die dazu gebracht worden sind, so zu sein.

Dass dies auf charakterliche Schwächen zurückzuführen ist, das ist das eine, doch was die Herkunft betrifft, das andere.
Da ist einiges passiert, auch in Hinblick auf die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Modernisierungsschübe, die gerade unter der Regentschaft Elisabeths im protestantischen England des späten sechzehnten und des siebzehnten Jahrhunderts vollzogen wurden. Siehe auch „Schiller „Maria Stuart.“
Natürlich wissen wir auch um das Treiben aus den bekannten Reihen, die sich wankelmütige Gemüter zu eigen machten, sie formten (und bis heute formen) und dafür einige Silberlinge „springen“ ließen. Das weiter auszuführen, ist aber jetzt nicht mein Gedanke. Mein Ansinnen ist, das wir verstehen lernen, in welcher Verbindung wir eigentlich zu Britannien stehen.
Blicken wir also zurück:
„Um 450 riefen die Briten, ein Teilstamm der Kelten, die Angelsachsen, die damals an den östlichen Küsten der Nordsee wohnten, zu Hilfe gegen die räuberischen Pikten und Skoten (ebenfalls Kelten, im heutigen Schottland).
Die beiden Brüder Hengist und Horsa landeten mit drei Schiffen in Britannien und warfen die Pikten und Skoten zurück.
Seitdem gingen immer neue Scharen von Angelsachsen nach der Insel hinüber und setzten sich dort fest.
Die Briten wurden teils unterworfen, teils nach Wales und Irland abgedrängt.
Ihr tapferer König Artur lebt in der keltischen Sage als König Artus fort. Ein Teil ging auch über den Kanal und ließ sich in der nach ihnen benannten Landschaft Bretagne nieder.
Die Angelsachsen gründeten nach und nach sieben Fürstentümer; 827 wurden diese zu einem Reich vereinigt und damit der Grund gelegt zum heutigen Königreich England.
Die Geschichte geht aber noch weiter.
Zunächst soviel: Von den kleinen Königreichen, in welche die Angelsachsen nach der Eroberung zerfielen, blieben in der nächsten Zeit sieben oder acht größere bestehen: Essex (Ostsachsen), Sussex (Südsachsen), Wessex (Westsachsen), Kent, Ostanglien, Merzien, Nordhumbrien, benannt nach dem Fluss Humber. Diese bezeichnet man als die angelsächsische Heptarchie.
An zuverlässigen Nachrichten fehlt es über die sich über einen Zeitraum von 150 Jahren erstreckenden Kämpfe durch die der Süden und Osten Britanniens in den Besitz der Angelsachsen kam und die keltisch-britische Bevölkerung auf Irland, Wales, Cornwallis und die schottischen Hochlande beschränkt wurde.
Hier machen wir zunächst einen Zeitsprung. Tatsächlich ist bis 1066 noch viel passiert. Die Normannen (Dänen) traten, soweit mir bekannt, erst nach 800 (nach Egberts Zeit) durch ihre Eroberungszüge in Erscheinung. Graf Harald bestieg den Thron und nach der Eroberung durch Wilhelm von der Normandie verschwand das Reich. Doch vergingen noch Jahrhunderte bis die Angelsachsen mit ihren Besiegern, den Normannen verschmolzen.
>>Noch ein Auszug aus Meyers Konversations-Lexikon (1896)
Hengist und Horsa, nach sagenhafter Überlieferung die Gründer der angelsächsischen Herrschaft in Britannien, Söhne Wictgils, aus Wodans Geschlecht.
Die angelsächsische Sage berichtet, Vortigern, König der Briten, habe bei den Angeln und Sachsen um Hilfe gegen die Pikten und Skoten nachgesucht; darauf seien H. und H.449 auf der „Kielen“ hinübergesegelt, bei Ypwinesfleet in Kent gelandet und hätten die Feinde, die schon bis Stamford in Lincolnshire vorgedrungen waren, zurückgeschlagen.
Und so darf man hin und wieder darauf aufmerksam machen, dass Teile der germanischen Stämme Angeln, Jüten und Sachsen und später Nachkömmlinge der Nordgermanen England besiedelten und diese wiederum als Angelsachsen die halbe Welt – genau betrachtet, herrscht demzufolge ein Bruderkrieg.
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Beitragsbild stammt aus dem Sammelalbum von Albert Thümmel „Deutsche Geschichte“.
Übernommen aus den Kommentaren:
„nur das mit der Eroberung durch den normannischen Sohn eines Gerbers und einer Straßenhure mit dem Namen Wilhelm im Jahre 1066 dann und künftig der Machteinfluss der Angelsachsen erheblich schrumpfte und sich bis heute in der Minderheit hält“
„Wilhelm war kein „Guter“, er war romanisiert, beherrschte (dank des Papstes Gunst) fast das gesamte Land. Der Papst sandte gar eine geweihte Fahne für Wilhelms Heer. Innerhalb von zwanzig Jahren wechselten dann 90 Prozent des englischen Bodens den Besitzer, weil Wilhelm seine normannischen Barone durch Landverleihungen an sich binden wollte. Verwaltungssprache war nun nicht mehr Angelsächsisch, sondern Französisch und Latein. Wilhelm der Eroberer ließ ein Grund- und Steuerkataster für das ganze Land erstellen, das „Doomsday Book“. Die „Giftmischer“ waren immer zugegen. Die „Handschrift“ der Täter ist eben immer gleich. Aber wir müssen lernen, sie von den „Nicht-Tätern“ unterscheiden zu können.“