Was zuvor geschah – ein kurzer historischer Streifzug

Hin und wieder lohnt der Blick in die Tagebucheinträge/Niederschriften meiner Mutter. Gerade in Zeiten, wo wir über Rückblicke zu den Ereignissen der Weltkriege Zusammenhänge herstellen müssen, sind diese hilfreich. So in Anbetracht des bevorstehenden Gedenkens an unsere Toten aus der größten Schiffskatastrophe der Geschichte – in der Nacht zum 30. Januar 1945 und all den darauffolgenden vernichtenden Luftangriffen und Bombardements der Alliierten auf die Zivilbevölkerung.

Was zuvor geschah – ein historischer Streifzug

Die Einträge hat meine Mutter mit entsprechenden Randbemerkungen versehen. Ich habe diese wie folgt übernommen:

„Nicht vergessen Frankreich und England hatten Deutschland am 3. September 1939 den Krieg erklärt und damit überhaupt erst die Voraussetzung für den Zweiten Weltkrieg geschaffen!

Auch war Deutschland zum Ärger Englands und Frankreichs wieder wirtschaftlich stark und dies ohne Kolonien und ohne jegliche Hilfe aus dem Ausland.

Das Volk hat mit eigener Kraft das Unmögliche möglich gemacht. Den Deutschen war es gelungen mit Fleiß, Disziplin, Ordnung und Moral, Wirtschaftlich- und Beharrlichkeit und großer Ausdauer enorme Leistungen zu vollbringen. . Deutschlands größter Ruhm war nicht n i e zu fallen, sondern jedes Mal wieder aufzustehen, wenn es von den Feinden zu Fall gebracht wurde. – Diesen Fortschritt konnten England und Frankreich nicht ertragen. Da kam ihnen der Polenfeldzug sehr gelegen.

• Frankreich war gut aufgerüstet – 90 schlagfertige Divisionen mit über 2700 Panzern standen bereit. Französische Truppen stießen schon am 7.9.1939 zwischen Pfälzer Wald und Mosel auf deutsches Reichsgebiet vor (!) und kamen auch nach Saarbrücken, zogen sich jedoch am 19.10.1939 wieder zurück.

• Am 7.3.1935 wurde bereits ein frz.-belgisches Militärabkommen geschlossen! Schon am 25.3.1936 hatten USA, Frankreich und England ein Flottenabkommen unterschrieben.

 Warum? Mit welcher Absicht? Heute stellt man die Geschichte vollkommen um, man behauptet Deutschland habe 1933/34 sofort aufgerüstet, aber Deutschland hat in den Jahren 33/34/35/36 nur 1.9 Milliarden RM = 4% des Volkseinkommens und erst 38/39 8,2 bzw. 18,4 Milliarden also 11 % bzw. 22 % für die Rüstung bereit gestellt.

. Es ist damit auch bewiesen, dass die Vollbeschäftigung 1934 nicht durch Aufrüstung erreicht wurde, wie heute behauptet wird.

 Die Frage ist: Warum werden die Archive nicht geöffnet und warum dürfen die Dokumente nicht eingesehen werden? Dafür gibt es heute neue Geschichtsschreiber, die ihre Fantasie für die gewünschte Darstellung des Geschehens, spielen lassen.

Was sagte da ein alter Schriftsteller: Geschichtsschreibung ist ein Bericht über Ereignisse, die nie stattgefunden haben, von Leuten abgegeben, die nicht dabei waren!

> Der erste britische Luftangriff erfolgte am 4.9. 1939 auf die Helgoländer Bucht und Cuxhaven.

• Am 17.9. 1939 marschierten russische Truppen in Polen ein. Die Polen kapitulierten am 27.9. 1939.

• Ab 28.9.1939 mussten die Polen, die 1919 besetzten rein deutschen Gebiete und Städte räumen und sich wieder zurückziehen. Das war keine Vertreibung!

• Aus den nicht ins Reich eingegliederten Gebieten entstand das Generalgouvernement. Heute wird der Eindruck erweckt, dass die Polen gelitten haben. Gelitten? Weil sie die ehemaligen deutschen Städte, die sie 1918 geraubt, Deutsche vertrieben, ihre Fabriken, Geschäfte, Häuser sich angeeignet hatten, diese nun wieder aufgeben und die deutschen Orte verlassen mussten? Gelitten haben die Deutschen von 1918- 1939, wie schon berichtet, unter der Gewaltherrschaft der Polen!

• In Deutschland werden ab 14.11.1939 Kleiderkarten ausgegeben. Dieser Bezugsschein bestand aus 100 Punkten (für ein ganzes Jahr) die beim Kauf von Textilien abgerechnet wurden -l Paar Strümpfe 4 Punkte, Pullover 25 Punkte, Damenkostüm 45 Punkte.

• Auch eine Lebensmittelkarte wurde eingeführt. Es gab pro Person 2250 g Brot,

500 g Fleisch, 270 g Fett,( pro Woche ) manche Arbeiter bekamen Sonderzulagen. An werdende Mütter und Kinder wurden Vollmilch ausgegeben, Normalverbraucher erhielten manchmal nur Magermilch. Diese Rationen waren wirklich ausreichend.

• 1940 weitete sich der Krieg auf Nord- und Westeuropa aus.

• Am 9.4.1940 landeten sieben deutsche Divisionen, aus Furcht vor dem Festsetzen der Alliierten in Skandinavien und kamen der britischen Norwegenaktion nur wenige Stunden zuvor.

• Zur Sicherung der Ostsee erfolgte gleichzeitig die Besetzung Dänemarks.

• Während Dänemark kapitulierte, gab es in Norwegen von französischen, englischen, exilpolnischen und norwegischen Truppenverbänden erbitterten Widerstand. (Schlacht um Narvik). Am 10. Juni 1940 kapitulierte Norwegen.

 Im Mai 1940 lehnt Churchill ein Friedens- und Verhandlungsgebot von Hitler ab.

 Am 10. Mai zogen deutsche Truppen in Niederlande, Belgien und Luxemburg ein, um den, bereits im Vormarsch in diese Länder befindlichen alliierten Streitkräfte zuvor zu kommen. Nach dem Vorstoß durch die Ardennen erreichten deutsche Panzerverbände die franz. Kanalküste und drängten das britische Korps zurück. Am 5. Juni hatte die Schlacht um Frankreich begonnen, am 9. Juni war Einmarsch in Paris und am 17. Juni bat Fr. um Waffenstillstand.

 Frankreich hatte Deutschland am 3.9.1939 den Krieg erklärt! Nicht umgekehrt! Am 22. Juni 1940 wurde der Waffenstillstandsvertrag abgeschlossen! Dreifünftel Fr. kamen unter deutsche Besatzung. Elsaß Lothringen kehrte wieder nach Deutschland zurück. In London bildete de Gaulle eine Exilregierung. Belgien, Niederlande hatten bereits im Mai kapituliert. Sie waren eigentlich nur als Durchzugsgebiete für die Franzosen vorgesehen. Auch Eupen Malmedy wurde wieder deutsch.

 Ab 11.5.1940 beginnt England deutsche Städte zu bombardieren.

 Im Juli 1940 griffen deutsche Bomber Englands Rüstungsindustrie an. Hauptsächlich wurden britische Flugplätze und Flugzeugwerke bombardiert

Am 23.10.1992 schrieb Baron Patrik Maynhard Stuart in der Zeitung: “ Die Deutschen waren, strenggenommen, im Recht, den Angriff auf London eine Vergeltungsmaßnahme zu nennen.”

US-Präsident Roosevelt und Churchill legten bereits im Juni 1941 eine gemeinsame Kriegs- und Nachkriegspolitik fest. Außerdem unterstützte die USA, England und Frankreich die Sowjetunion mit Waffen- Ausrüstungs- und Lebensmittellieferungen.

Am 15.6.40 besetzt die Sowjetunion die baltischen Staaten.

Am 11.6.1940 tritt Italien an Deutschlands Seite in den Krieg ein.

Am 27.9.1940 schließen Deutschland, Italien und Japan das Dreimächteabkommen.

11.2. 1941 Hitler hilft Mussolini und schickt deutsche Truppen nach Afrika.

Im Februar 1941 bekommt General Rommel den Befehl mit dem Afrika-Korps den erfolglosen Bündnispartner Italien bei seiner Verteidigung zu unterstützen. Die Briten hatten Italiens Kolonien Lybien und Ostafrika besetzt.

Zu ersten Kampfhandlungen zwischen Deutschland und den USA kommt es 1942 in Nordafrika. General Rommel hatte anfangs großen Erfolg und wurde zum Generalfeldmarschall befördert. Aber das kleine Afrikakorps war den großen Truppeneinheiten von USA u. Britannien unterlegen.

Am 13.5.43 mußten die Achsenmächte kapitulieren. Eine Gruppe der Offiziere vom Afrika-Korps hielt sich nach der Niederlage im Sommer 1943 für einige Tage im Hauptquartier auf. Wir Nachrichtenhelferinnen trafen sie beim Himbeeren pflücken. Wir hatten viel Spaß miteinander. Die Sträucher waren dort so hoch wie Bäume und die Beeren hingen wie Trauben daran.

Zurück zu 1939 und meinen persönlichen Erlebnissen in der Folgezeit…“ (Ende des Auszugs aus den Tagebucheintragungen)

» Die Erlebnisse der Folgezeit finden sich dann in meinem im letzten Jahr veröffentlichten Buch „Das Bernsteinfenster“.

Im Kommentar gibt es zudem einen weiteren Beitrag zur Vorgeschichte, beginnend mit dem 28.6.1914.


4 Antworten zu “Was zuvor geschah – ein kurzer historischer Streifzug”

  1. Danke, hervorragnde Zusammenfassung. Ich habe es weiter geleitet. So wird es ja nicht in den Schulen gelehrt. So steht es nirgendwo oeffentlich, der Sieger schreibt die Geschichte und hat alles zu seinen Gunsten verdreht.

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