Heute möchte ich an die Hinrichtung des Volkschullehrers und Germanisten Karl Roos am 7. Februar 1940 erinnern.
Ganz gleich, welches Kapitel der deutschen Geschichte man auch aufschlägt, das Unrecht am deutschen Volk ist immerdar.

Hier betrifft es Karl Roos (7. September 1878- 7. Februar 1940), der sich als Germanist und Heimatrechtler für sein Land Elsass-Lothringen einsetzte und wegen angeblicher Spionagetätigkeit ohne ausreichende Beweise dazu, am 7. Februar 1940 von den Franzosen hingerichtet wurde.
Roos stand zu keiner Zeit nachweislich in Verbindung zu irgendwelchen Spionagetätigkeiten.
Oberst Marco vom Militärgericht hat den wirklichen Grund Roos ins Gesicht gesagt:“ Ich habe es mir als Krönung meines Lebens im Dienste Frankreichs zur Aufgabe gesetzt, die autonomistische Pest im Elsass zu vernichten.“


Dr. Karl Roos war auch Verfasser der Reihe „Unser Elsässerdeutsch“ – sprachgeschichtliche und volkskundliche Plaudereien. (Aus den Schriften des Elsässischen Volksbildungsvereins 1938).

Seine einleitenden Worte: „Wer eine Volkssprache darstellen will, der soll vor allem selbst ein Kind des Volkes sein, denn anders wird er kaum je den ungeschriebenen Gefühlswert so vieler Wörter und Wendungen ganz erfassen und den ungreifbaren Sprachgeist, den Sprachgenius, völlig sich zu eigen machen.
Goethe sagt einst Gleiches mit den treffenden Worten: „Wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdet’s nicht erjagen!“
Im tiefen Sinne dieser Worte liegt übrigens auch die letzte Erklärung dafür, weshalb der Mensch meistens nur in seiner eigenen, ihm angeborenen Sprache wirklich Großes leisten kann.
Die Muttersprache ist eben die Seele eines Menschen; sie ist auch die Seel eines Volkes, sie ist der Ausdruck seines Lebens und Leidens, seines Denkens, Fühlens und Wollens.“
Sprache ist mit einem Worte Wesenheit. Sprache ist Volkstum.“
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Auszug aus Wikipedia:
„Der Elsässer Volksbildungsverein wurde verboten, Roos selbst am 4. Februar 1939 verhaftet und in das Militärgefängnis von Nancy gebracht. Nach der Kriegserklärung durch Frankreich am 3. September 1939 wurde er auf Grund von Aussagen seines engen Mitarbeiters Julien Marco am 23. Oktober vor einem Milltärgericht der Spionage für Deutschland angeklagt und am 26. Oktober wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Sein Widerspruch wurde vom Revisionsgericht verworfen, der französische Präsident Albert Lebrun lehnte eine Begnadigung ab.
Am 7. Februar 1940 wurde Roos auf dem Militärgelände von Champigneulles bei Nancy von einem Erschießungskommando exekutiert.
Roos wurde zunächst auf dem Friedhof von Champigneulles bestattet.
Am 10. Februar 1940 erklärte die deutsche Regierung, dass Roos niemals in Verbindung mit einem deutschen Nachrichtendienst gestanden habe.
Die deutsche Forschung vertritt hinsichtlich des Todesurteils weitgehend die These eines Justizmordes, die französische Elsassforschung übergeht die Umstände des Urteils meistens mit Schweigen.“
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Auszug aus dem Breisgauer Blatt – Stadtarchiv Emmendingen
Fotos /Aufnahmen aus dem Buch „Elsaß und Lothringen Deutsches Land“ Herausgeber Staatsminister Dr. Otto Meißner


