Das war vermutlich im Jahr 1733. Da wollten die Jesuiten die Auswüchse zur Karnevalszeit durch spezielle Fastnachtsspiele überwinden.
Die Kuttenträger waren stets zugange, um alles Ursprünglich auszulöschen oder in ihrem Sinne zu verwenden: Auf den Fotos (Zeichnungen aus dem 16. Jahrhundert) gibt es einige kuriose „Objekte“ zu entdecken.
Zu erkennen sind eine Vielzahl von Männern mit Masken und Kostümen, Akrobaten, ein Tamburin-Spieler links und ein Bogenschütze rechts. In der Mitte tragen die Maskierten Lichterfackeln, ein Mann (eventuell in Mönchskutte) schäkert mit einer vornehmen Dame.

Zwei besonders kuriose Szenen:
Auf der linken Blattseite kniet ein maskierter Mann mit ausgestrecktem Bein, einem Messer in der linken und einer Art Sonnenschirm in der rechten Hand. Er blickt auf einen Mann in auffallender Kostümierung mit Federhut, der scheinbar von einem weiteren Maskierten kastriert wird – Oder ist dies etwa eine frühe Darstellung des deutschen Brauchs des Krawatte-Abschneidens an Weiberfastnacht?

Ein weiteres Kuriosum ist die Figur des Landsknechts am äußeren rechten Bildrand. Der Mann im prunkvollen Kostüm mit einem großen Federhut hält einen überdimensionalen Spieß, auf dem ein Huhn und mehrere Würste zu erkennen sind und an dem vermutlich ein Schankgefäß hängt. In seiner Tasche befinden sich zudem ein Fisch und ein Vogel. Bevor also in der Fastenzeit auf Fleisch und Co. verzichtet werden sollte (Karneval von lat. carne vale = Fleisch, lebe wohl), fand am „Fastelovend“ noch einmal ein üppiges Mahl statt (vgl. Cornelis, Christoph Jamnitzer, S. 80–82, Kat.-Nr. 15).

Der groteske Karnevalszug stammt aus der umfangreichen Sammlung des ehemaligen Kölner Jesuitenkollegs. Die Zeichnungssammlung entstand im 18. Jahrhundert und wurde vor allem durch Schenkungen, Stiftungen und eigene Aufträge erweitert. Sie hatte enzyklopädischen Charakter und beinhaltete sowohl religiöse, mythologische und historische Themen als auch zum Beispiel Genre-Szenen, Akte oder eben Karnevalsdarstellungen (vgl. Venator, Bildanspruch und Wirklichkeit, S. 24). Warum gerade diese Zeichnung in die jesuitische Sammlung gekommen ist, konnte (noch) nicht abschließend geklärt werden.
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Was ist übrig geblieben, von der ursprünglichen Tradition in unserem Land? Das, und noch mehr, erfahrt ihr im vollständigen Beitrag im Kommentar.