Alliierter Vernichtungswahn nur wenige Wochen vor Kriegsende – „Clarion”-Trompetengetöse

Im März 1945 warf die britische Royal Air Force mehr Bomben über Deutschland ab als in jedem anderen Kriegsmonat zuvor – und das, obwohl die Regierung in London wusste, dass nach den jahrelangen Bombardements kaum noch strategisch wichtige Ziele übrig waren.

Auch die US Air Force beteiligte sich in den letzten Kriegswochen noch ausgiebig an den Terrorangriffen gegen die deutsche Zivilbevölkerung. So warfen amerikanische Bomber nicht weniger als 70 Tonnen Bomben auf die Ortschaft Ellingen bei Nürnberg, die ganze 1500 Einwohner zählte.

So erinnern wir auch an die Operation Clarion eine massive anglo-amerikanische Luftoffensive am 22. und 23. Februar 1945. Insgesamt war der Februar 1945 eine Phase extrem intensiver Luftangriffe, in der die anglo-amerikanischen Luftstreitkräfte mit etwa 9.000 Maschinen (Bomber und Jäger) agierten.

Aufgrund der Angriffe auf zahlreiche kleine und mittelgroße Städte, die zuvor kaum bombardiert worden waren, sowie des Einsatzes von Jagdbombern gegen den Verkehr, forderte die Operation tausende zivile Todesopfer. Schätzungen sprechen von einer hohen Zahl an zivilen Opfern, da die Angriffe oft in Wohngebieten nahe Bahnhöfen einschlugen.

Beispiel Treuchtlingen: Ein besonders verheerender Angriff fand am 23. Februar 1945 statt, bei dem Treuchtlingen getroffen wurde und rund 600 Menschen ihr Leben verloren.

In Halberstadt forderte ein Angriff im Rahmen von Clarion etwa 200 Tote. In Hildesheim kamen bei den Angriffen, die oft mit Clarion in Verbindung stehen, hunderte Zivilisten ums Leben.

• Tote und Verletzte bei Bombenangriff auf die Weserbrücke Beverungen-Lauenförde:

Vor 81 Jahren, am 22. Februar 1945, wurden in Lauenförde durch einen alliierten Luftangriff Menschen getötet und verletzt. Dieses Ereignis ist im kollektiven Gedächtnis des Ortes immer noch sehr präsent.

• Die Stadt Treuchtlingen wurde am 23. Februar 1945 um genau 11:15 Uhr durch zwölf Kampfflugzeuge der United States Army Air Forces in drei Wellen bombardiert. Bei der ersten Angriffswelle wurde die Kästleinsmühle verwüstet. Bei der zweiten Welle wurde der Bahnhof getroffen, welcher das eigentliche Hauptangriffsziel war. Zu diesem Zeitpunkt hielt der Fronturlauberzug SF 2046 an und die Passagiere flohen in die Bahnsteigunterführung, welche jedoch einen Volltreffer erhielt. Ein Keller oder Bunker war nicht mehr zu erreichen. Bei der dritten Welle wurde der Bereich zwischen dem Bahnhof und dem Gasthof „Zur Krone“ getroffen. Insgesamt starben an diesem Tag mehr als 600 Menschen – Zivilisten und Wehrmachtsangehörige, darunter etwa 300 allein auf dem Bahnhofsgelände. Ein Drittel der Treuchtlinger Häuser war zerstört oder unbewohnbar. Die Opfer wurden, ebenso wie die Toten der späteren Angriffe, größtenteils auf der Kriegsgräberstätte Nagelberg beerdigt.

• Ellingen. Die US Army Air Force plante zunächst einen Angriff auf Bamberg, was aufgrund schlechter Wetterbedingungen nicht möglich war. Stattdessen wurde die Kleinstadt Ellingen ausgewählt. Sie wurde etwa zeitgleich wie Weißenburg um 12:26 Uhr bombardiert. Die amerikanischen Flugzeuge warfen 70 Tonnen Bomben ab. Es starben über 100 Menschen und es kam zu schweren Schäden in der Innenstadt und an der Kirche. Auch der Schlossgarten wurde teilweise beschädigt. Der Angriff wurde durchgeführt von der 457. Bombing-Group, des 94. Wing der 1. Air-Division.

• Schwäbisch Hall: Eintrag im Kriegstagebuch des Nachtjagdgeschwaders 6 – dessen zweite Gruppe lag in Hessental – macht diese Schwierigkeiten deutlich: „Am Tage fliegen sehr starke Kampfverbände über Norddeutschland, Thüringen bis in den Raum Chemnitz.

Von dort Rückflug über Bayreuth, Nürnberg nach Westen. Angriffe auf zahlreiche

Orte im thüringisch-sächsischen und fränkischen Raum” Die erhalten gebliebenen amerikanischen Unterlagen zeigen es: Dieser Angriff war für die Bth US Army Air Force von geringer Bedeutung- nicht aber für die Bevölkerung der Stadt. „

• Salzwedel: Der schwerste Luftangriff auf Salzwedel fand am 22. Februar 1945 statt, als die Eighth Air Force der USAAF im Rahmen der alliierten Luftoffensive Operation Clarion mit 59 Boeing B-17 Flying Fortress und 197,5 Tonnen Bombenlast den Bahnhof der Stadt und seine Umgebung bombardierte. Insbesondere die Bahnhofsanlagen und teilweise das Gaswerk wurden zerstört, doch auch benachbarte Wohngebäude wurden getroffen. Viele Menschen starben, einige waren Wehrmachtsangehörige, die weitaus meisten aber reisende Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder, besonders Schüler.

Insgesamt waren es rund 200 Ziele in einem sehr großen Gebiet zwischen Emden, Berlin, Dresden, Wien, Bodensee, Mühlhausen und Köln.

In den Hauptquartieren der Alliierten herrschte keineswegs ungeteilte Meinung über die Führung des Luftkrieges: Während die US-Luftwaffen-Generale Ira C. Eaker und Carl A. Spaatz erkannt hatten, daß Angriffe auf wehrlose deutsche Städte keineswegs kriegsentscheidend waren (der Krieg war ja ohnhein entschieden) und sie sich nicht das Kleid jener, die die deutschen Städte in Schutt und Asche legten, so dachte man auf britischer Seite offensichtlich anders.

>> Die Royal Air Force warf zwischen Januar und Mai 1945 36,6 Prozent ihrer Bomben auf Stadtgebiete, 26,2 Prozent fielen auf Ölraffinerien aber nur 15,4 Prozent auf Verkehrsziele.

————————————————————————————————-

Die folgende (unvollständige) Liste zeigt weitere Luftangriffe auf einzelne Regionen, welche außerhalb der Operation Clarion erfolgten.

• 5. März 1945: Tieffliegerangriff auf den Bahnhof in Pleinfeld um 8:12 Uhr

• 11. April 1945: Über Treuchtlingen wurden etwa 500 Bomben abgeworfen, der Jüdische Friedhof sowie der südliche Teil der Burg wurde zerstört.

• 15. April 1945: Solnhofen wurde bombardiert.

• 16. April 1945: Gunzenhausen wurde zwischen 10:10 Uhr und 11:00 Uhr in fünf Wellen bombardiert, mehr als 200 Personen starben durch die etwa 150 Bomben. Insgesamt wurden der Bahnhof sowie 358 Gebäude beschädigt oder zerstört, darunter der Braunskeller, wo viele Menschen nach Schutz gesucht hatten.

• 21. April 1945: Weißenburg wurde durch einen Tiefflieger bombardiert, sechs Gebäude wurden vollständig zerstört.

Im März 1945 warf die britische Royal Air Force demnach mehr Bomben über Deutschland ab als in jedem Kriegsmonat zuvor. Und das Ganze, obwohl die Regierung in London wusste, dass kaum noch strategisch wichtige Ziele übrig waren. Ein reiner Terrorangriff sei zum Beispiel die Bombardierung von Würzburg in der Nacht zum 16. März gewesen. Etwa 5000 Menschen kamen ums Leben, und 82 Prozent der Barockstadt wurden zerstört. Den Bomberpiloten sei gesagt worden, Würzburg sei ein wichtiges Kommunikationszentrum. Doch ihnen sei klar gewesen, dass es einzig und allein darum ging, Wohnviertel mit Brandbomben einzudecken.

———————————————————————————————————–

Zu Elling: Amerikanische Flugzeuge haben unter anderem 70 Tonnen Bomben auf die ländliche Ortschaft Ellingen südlich von Nürnberg mit nur 1500 Einwohnern abgeworfen. Der amerikanische Luftwaffengeneral Frederick Anderson habe seinem Pressebüro dazu mitgeteilt, dass solche Operationen zwar nicht den Krieg verkürzen können, „es wird jedoch erwartet, dass die Tatsache, dass Deutschland einfach überall getroffen wurde, noch vom Vater an den Sohn und dann an den Enkel weitergegeben werden wird; und dass dies auf jeden Fall der Abschreckung für das Anzetteln künftiger Kriege dienen wird.“

Der britische Premierminister Winston Churchill rückte einige Tage nach der Bombardierung Würzburgs von der Terrorstrategie ab. Er entwarf eine Anweisung an den Generalstab, in dem es hieß: „Der Moment ist gekommen, in dem die Bombardierung der deutschen Städte einfach zu dem Zweck gesteigerten Terrors überdacht werden sollte. Sonst werden wir demnächst ein völlig ruiniertes Land kontrollieren.“ Der Chef der Bombenkampagne, Sir Arthur Harris („Bomber-Harris“), sei darüber sehr wütend gewesen, zumal Churchill die Kampagne zuvor unterstützt hatte. Er erhoffte sich davon eine Demoralisierung der Deutschen.

Als eine recht zwielichtige Figur hebt sich Albert Speer, Hitlers Rüstungsminister und Lieblingsarchitekt hervor. Dazu aber an anderer Stelle mehr.

—————————————————-

Abschließend darf man festhalten: Spätestens seit Mitte der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts liefen in Großbritannien und den USA die Vorbereitungen für den geplanten Bombenkrieg gegen Deutschland.

Dieser im Zweiten Weltkrieg durchgeführte Luftkrieg gegen die feindliche Bevölkerung wurde nicht von Deutschland, sondern nach eigenen Aussagen von den Briten begonnen. Er wurde völkerrechtswidrig und gnadenlos seit dem 10. Mai 1940, als Winston CHURCHILL Premierminister war, durchgeführt. Die Androhung verschärften Bombenterrors versuchte England, durch Flugblätter zu begründen, die ab Herbst 1943 an die deutsche Bevölkerung gerichtet waren und über dem Reichsgebiet abgeworfen wurden.

———————————————————————————————————————-

Quellenverzeichnis:

„Der amerikanische Luftangriff am 23. Februar 1945 auf Schwäbisch Hall“

Von Michael Sylvester Koziol

Wikipedia zu den jeweiligen Orten mit

TagesspiegelStand: 23.08.2001

Der Große Wendig Bd. S. 585

Bertelsmann Lexikothek Bibliothek des 20. Jahrhunderts 1944-1947

https://found-places.blogspot.com/2013/07/als-operation-clarion-celle-traf-22.html?fbclid=IwY2xjawQJUy1leHRuA2FlbQIxMABicmlkETJEYVJjdjVtem0xMkVvOTRLc3J0YwZhcHBfaWQQMjIyMDM5MTc4ODIwMDg5MgABHhuoRdAxm3_EuG_TgCQd91e6JojI5GlPa6ub2aMsMRdIJ2YbyyVdXDhMQdG9_aem_7M3a2Fa9iqYHK5uuP8bEZg#google_vignette


Hinterlasse einen Kommentar