„Die Richtigstellung einer Falschmeldung ist leider nicht jedermanns Recht“

Ein Satz den Goethe einst an Eckermann schrieb und wohl nicht zutreffender sein könnte, gerade auch in Bezug auf die Rechtsprechung gegenüber unserem deutschen Volk.

Bis heute sühnt unser Volk für Taten, die es nie begangen hat. Ein Beispiel dafür sind die Vorgänge von Katyn.

Auch meine Mutter hat sich intensiv mit diesem Vorgang auseinandergesetzt und sich entsprechende Notizen dazu gemacht. In diesem Beitrag setze ich dort an und vervollständige mit den Dokumenten, Unterlagen und dem Wissen von heute, und möchte dabei herausfinden wie sich der Umgang aus den öffentlich-rechtlichen Reihen über die lange Zeit dazu gestaltet hat.

In den vergangenen Wochen habe ich auf privater Ebene, Menschen in meinem unmittelbaren Umfeld danach gefragt, ob sie wüssten, was damals in Katyn vorgefallen ist. Die Antworten waren sich zumeist ähnlich, zumindest die Unwissenheit des Vorgangs betreffend: Katyn? Was soll das sein, hab ich noch nie von gehört?“, „Haben wir schon mal was gehört“, „da war doch was mit den Russen und den Polen“, „Ja, da wurden Ukrainer und Juden von den Deutschen umgebracht“.., u.s.w.“.

Da dieses Thema doch sehr umfangreich ist, werde ich es über mehrere Kapitel behandeln. Wobei dann nicht nur Katyn im Vordergrund stehen wird, sondern auch andere Untersuchungsergebnisse zu vielen anderen Fällen haltloser Vorwürfe und ungerechtfertigter Verurteilungen unserer deutschen Soldaten.

In ihren Memoiren hat meine Mutter Katyn erwähnt, weil sie bereits seit 1943 die Wahrheit kannte (natürlich Millionen Deutsche ihrer Generation und viele andere auch).

Später schreibt sie: endlich, nach über 60 Jahren, dürfen wir die Wahrheit, ohne Gefahr der Strafverfolgung, laut berichten und niederschreiben.

Es dauerte Jahrzehnte, bis die Sowjets 1990 die Schuld am Massenmord an den mehr als 20 000 polnischen Offizieren und Beamten in Katyn und anderenorts zugaben. Zu diesem Umstand hatte auch beigetragen, dass die Westmächte, insbesondere CHURCHILL und ROOSEVELT, ihre Kenntnisse von der russischen Schuld geheim hielten und gegen besseres Wissen in der Nachkriegszeit den Deutschen die Verantwortung an den Massakern zuschoben, wie auch deutsche Medien.‘

Am 13. April 1990 gestand die amtliche sowjetische Nachrichtenagentur Tass endlich ein, daß die Ermordung von rund 15 000 polnischen Offizieren im Jahre 1940 bei Katyn und anderenorts eines der »furchtbarsten Verbrechen des Stalinregimes« und damit eine Schuld der Sowjets sei. DieMoskau News (Nr, 5,1990), GORBATSCHOWS Sprachrohr für den Westen, schrieben:

»Die Wahrheit über das Massaker von Katyn. Dokumente bestätigen das, was die Sowjetregierung jetzt eingestanden hat: Am Tode von 15000 polnischen Offizieren ist das NKWD schuld«, STALINS mörderischer Geheimdienst.

Meine Mutter schreibt weiter:

„Für die Lüge von Katyn mussten Tausende deutsche Soldaten sterben. Nach Kriegsende wurde nochmals eine große Anzahl von Zivilisten, in der sogenannten DDR, verhaftet und verschwanden für immer, nur, weil sie die Wahrheit von Katyn sagten, auch eine Kollegin von mir (Gerda Schneider).

„Seit 1943 wissen es die Polen, auch die Siegermächte; ja fast die ganze Welt. Erst 1990 kam unter Gorbatschow die Wahrheit ans Licht. Aber bis heute keine öffentliche Bekanntmachung, keine Entschuldigung für die Morde an deutschen Soldaten und Zivilisten.

Die Bevölkerung Polens kannte die Wahrheit; denn schon 1943 hatte die Exilregierung in London die Verbindung zur Sowjetunion abgebrochen und für die Toten in London ein Denkmal errichtet. Trotz dieser in der ganzen Welt seit 1943 bekannten Verbrechen der Sowjets, wurde in Polen und allen Siegermächten die Lüge der Ermordung der polnischen Offiziere und Zivilisten durch deutsche Truppen bis 2006 weiterhin verbreitet, sogar in Zeitungen und Büchern gedruckt!

Statt Genugtuung zu verlangen, schweigen Regierung und Medien in Deutschland.

Die Polen haben 2006 vor dem internationalen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg die Russen verklagt. Warum hören und lesen wir in den deutschen Medien nichts davon? Warum entschuldigen sich die Völker nicht bei den Deutschen in aller Öffentlichkeit für die falschen Aussagen und Verurteilung deutscher Zivilisten und die Todesurteile für deutsche Soldaten. Wenn festgestellt wird, dass durch einen Justizirrtum ein Mensch unschuldig eine Gefängnisstrafe ertragen musste, wird er sofort rehabilitiert. Kann unsere „demokratische“ Regierung, das nicht auch von den Polen, Russen und den anderen Siegermächten verlangen?“

Ende Auszug aus den Niederschriften meiner Mutter

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Die erst 1995 erfolgte Veröffentlichung bis dahin geheimgehaltener britischer Dokumente bewies, dass auch London von Anfang an die wahren Schuldigen von Katyn kannte. Das Wissen darum sei aber an der Themse geheimgehalten worden, um das Bündnis mit der Sowjetunion nicht zu gefährden und im Lande den Eindruck zu vermeiden, man sei mit einem kriminellen Regime verbunden. (»London wußte von den Morden von Katyn«, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. 6. 1995) Die historische Wahrheit wurde also selbst noch jahrelang nach 1945 von den Westalliierten bewusst verfälscht.

Im Winter 1945/46 wurde in Leningrad mehreren deutschen Offizieren als angeblich für die Katyn-Morde Verantwortlichen der Prozess gemacht, worüber die sowjetische Agentur TASS AM 30. Dezember 1945 berichtete.

Zum Tode durch den Strang wurden verurteilt:

Karl Hermann STRUFFLING (STRÜFLING), Heinrich REMMLINGER, Ernst BÖHM, Eduard SONNENFELD, Herbard JANICKE, Erwin SKOTKI und Ernst GEHERER (GEHRER).

20 beziehungsweise 15 Jahre Zwangsarbeit erhielten Erich Paul VOGEL, Franz WIESE und Arno DIERF.

So wurde damals die Wahrheit, die man auch in London schon genau kannte, auf den Kopf gestellt:

Die Anklage gegen unsere unschuldigen deutschen Soldaten lautete wie folgt:

»Mord und Mißhandlung von Kriegsgefangenen und anderen Angehörigen « der Alliierten: »Im September 1941 wurden 11 000 kriegsgefangene polnische Offiziere im Katyn-Wald in der Nähe von Smolensk getötet. Das deutsche Kommando und die Besatzungsbehörden, vornehmlich leiten- de Beamte der Polizei, der SS-Truppen und des Verbindungsstabes befahlen in der Zeit von 1941 bis 1943 die Erschießung der Kriegsgefangenen.« Und am 14. Februar 1946 trug der sowjetische Oberst Juri POKROWSKY in Nürnberg als Vertreter der Anklage das entsprechende (gefälschte) »Dokument USSR54« vor, worüber dann u. a. am 11. Mai und 3. Juni 1946 in Nürnberg verhandelt wurde.

Bezeichnend ist, dass eine Dokumentation des polnischen Roten Kreuzes von 1943, wonach das Katyn-Massaker eindeutig ein Sowjet-Verbrechen sei, in einem britischen Archiv als >Top Secret< (streng geheim) gekennzeichnet und verborgen war, bis es der polnische Historiker Wladimierz KOWALSKI 1989 dort fand und noch im selben Jahr in der polnischen Wochenzeitung Qdroddenie veröffentlichtet.

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Quelle

Franz KARDELL, in: Die Welt, 19. 5. 1990; derselbe, Die Katyn-Liige, aaO. (Anm. 2)

David IRVING, Mord aus Staatsräson, Heyne, München 1979. So äußerte sich der

US-Unterstaatssekretär Sumner WELLES: »Das war bestimmt Sabotage!«, zitiert

bei: Franz KARDELL,

Die Katyn-Lüge, aaO. (Anm. 2), S. 137. Beweise für den Mord an SIKORSKI bringt auch Ulrich HÖVELMANN, Dorsten, in Leserbrief »Warum Sikorski starb«, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. 6. 1995.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. 2, 1989; Die Welt, 17.2.1989 u. 19.5 1990; Der

Schlesien 17. 9. 1990; Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.8.1990.

Milovan DJILAS, Gespräche mit Stalin, S. Fischer, Frankfurt/M. 1962, S. 98.

Nähere Einzelheiten bei: Rolf

Kosiek u. Olaf ROSE (Hg.), Der Große Wendig, Bd. 1 , Grabert, Tübingen

5201 1 , S. 751-754.

Alfred SCHICKEL, »Das Kartell der Lüge«, in: Deutschland-Journal, Hamburg

1992, S. 49.


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