hier ein Beitrag ergänzend zur Reihe „Die Richtigstellung einer Falschmeldung ist leider nicht jedermanns Recht“
»(die bereits dazu erstellten Beiträge findet ihr im Kommentar)«
Solche „Querverweise“ sind nötig, um das Geschehen in einen Zusammenhang bringen zu können. Wir müssen davon ausgehen, dass etwa 80 Prozent der deutschen Bevölkerung diese Art der Vorgänge und die damit verbundene Vorgehensweise nicht bekannt sind.
Die angeblich für Frieden, Humanität und Demokratie eintretenden Westmächte hatten sich nach zunächst vergeblichen Versuchen im Sommer 1939 spätestens 1941 mit dem Moskauer Diktator STALIN verbunden, dessen bis dahin schon viele Millionen betragenden Opfer den Regierungen in London und Washington durchaus bekannt waren. Ebenso wusste man bei den politischen Spitzen im Westen von den sowjetischen Massakern an gefangenen polnischen Offizieren 1940 bei Katyn und anderenorts: Man unterstützte aber dennoch die Bolschewisten weiter im Kampf gegen Deutschland.
Die Absichten derer lagen darin, durch Anklagen deutscher Taten von den Verbrechen der Roten Armee abzulenken.

Bei Kriegsausbruch 1939 wurde das Senatsgebäude vom Informationsministerium übernommen – eine Funktion, für die die Architektur des Gebäudes, insbesondere der Turm, hervorragend geeignet schien. Nach dem Krieg diente George Orwell das Senatsgebäude als Vorbild für das Wahrheitsministerium in seinem Roman „1984“.
‚In diesem Sinne wurden über eine Note vom 29. Februar 1944 alle höheren Beamten und die Gestalter der öffentlichen Meinung zur Mitarbeit dahingehend unterrichtet und aufgefordert.
Diese Note»über die das Ministerium in keinerlei Korrespondenz eintreten« könne, hat folgenden Wortlaut (ihre findet diese im originalen Wortlaut als Beitragsfoto):
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„Sir,
ich bin vom Ministerium angewiesen, Ihnen folgenden Rundbrief zu übersenden:
Es ist oft die Pflicht guter Bürger und frommer Christen, ein Auge zuzumachen gegenüber Besonderheiten jener, die mit uns verbündet sind. Aber es kommt die Zeit, da solche Besonderheiten, während sie noch in der
Öffentlichkeit geleugnet werden, berücksichtigt werden müssen, wenn eine Stellungnahme von uns gefordert wird.
Wir kennen die vom bolschewistischen Diktator angewandten Herrschaftsmethoden in Russland selbst, und zwar durch die Artikel und Reden des Premierministers persönlich im Verlauf der letzten zwanzig Jahre. Wir wissen, wie die Rote Armee sich in Polen 1920 verhielt und in Finnland, Estland, Litauen, Galizien und Bessarabien erst kürzlich.
Wir müssen daher in Rechnung stellen, wie die Rote Armee sich sicherlich verhalten wird, wenn sie Zentral-Europa überrennen wird. Wenn nicht Vorsichtsmaßnahmen in Angriff genommen werden, dann werden die au-genscheinlich unvermeidlichen Schrecken, die sich ergeben, eine unpassende Belastung der öffentlichen Meinung in diesem Lande bedeuten. Wir können die Bolschewisten nicht reformieren, aber wir können unser Bestes tun, um sie – und uns – vor den Konsequenzen ihres Handelns zu retten. Die einzige Alternative zur Verleugnung ist, die öffentliche Aufmerksamkeit von dem ganzen Thema abzulenken.
Erfahrung hat gezeigt, dass die beste Ablenkung eine gegen den Feind gerichtete Greuelpropaganda ist.
Unglücklicherweise ist die Öffentlichkeit nicht mehr so empfänglich wie in den Tagen der >Leichenfabriken<, der verstüm-melten belgischen Kinder< und der >gekreuzigten Kanadiern Ihre Zusammen-arbeit ist daher ernsthaft erbeten, um die öffentliche Aufmerksamkeit von den Taten der Roten Armee abzulenken, und zwar durch Ihre volle Unterstützung der verschiedenartigen Anklagen gegen die Deutschen und Japaner, welche bereits vom Ministerium in Umlauf gesetzt worden sind und weiter in Umlauf gebracht werden.
Ich bin, Sir, Ihr ergebener Diener, gezeichnet H. HEWET, Assistant Secretary“

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Aus: Erich KERN (Hg.), Verheimlichte Dokumente, FZ-Verlag, München 1988, S. 268 f., nach: E. RoZEK. Allied wartime diplomacy. A pattern in Poland, S. 209 f.
Es handelt sich um ein Rundschreiben des britischen Informationsministeriums vom 29. Februar 1944 an kirchliche Stellen und die BBC, in welcher zur Unterstützung bei der Verbreitung von antideutscher (und antijapanischer) Gräuelpropaganda aufgefordert wird, um damit von sowjetischen Kriegsverbrechen abzulenken. Es zeigt, dass sich die Westalliierten sich natürlich völlig der Brutalität ihrer Verbündeten im Klaren waren und keine Skrupel hatten, das vor ihrer eigenen Bevölkerung zu vertuschen.
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Infotafel
Erklärung zu der im Brief erwähnten Gräuelpropaganda.
Abgehackte Hände! Behauptet wurde, die deutschen Soldaten hätten im Ersten Weltkrieg belgischen Kindern die Hände abgehackt. Die «abgehackten Hände» spielten in der deutschfeindlichen Propaganda 1914-1918, aber auch lange Zeit danach eine erhebliche Rolle. Tatsächlich handelt es sich bei der Greueltat um ein belgisches Kolonialverbrechen, das man den deutschen Soldaten anlastete. Sechs Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges erschien das Buch «Die Tragödie Europas». Verfasser war der italienische Ministerpräsident Francesco Nitti. Er schildert auf Seite 57 eine der niederträchtigsten Propagandalügen: «Jeder ehrliche Mensch muss heute zugestehen, dass die Geschichte von den abgeschnittenen Händen eine Lüge ist, aber nur wenige kennen den Ursprung der Legende.

