„Die Befreiung“ – die Zeit nach 1945 unter sowjetischer Besatzung

(Achtung langer Text!)

Sowjetische Greueltaten – zunächst ein Zeitungsartikel vom 13. März 1990.

„In einem Wald bei Fünfeichen wird ein Massengrab mit Opfern eines sowjetischen Internierungslagers entdeckt. Später finden Soldaten der DDR weitere Gräber. Verantwortlich für die elf Lager in Ostdeutschland (Bautzen , Hohenschönhausen, Buchenwald, Frankfurt/Oder, Fünfeichen, Jamlitz, Ketschendorf, Mühlberg, Sachsenhausen, Torgau und Weesow) war der sowjetische Geheimdienst NKWD (»Narodny Kommissariat Wnutrennich« Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten).

Die Konzentrationslager bestanden bis weit in die 1950er Jahre hinein.

Im Juli 1990 werden auf Basis sowjetischen Archivmaterials erstmals genaue Zahlen vorgestellt. Danach internierte der NKWD in Ostdeutschland 122 671 Menschen. 42 889 Männer, Frauen und Kinder fielen Krankheiten und Seuchen sowie Unterernährung zum Opfer. 756 Menschen wurden nach Urteilen sowjetischer Militärtribunale erschossen. 12 770 mussten die Fahrt in die Sowjetunion antreten. Nur 45 262 Häftlinge kamen wieder frei, weitere 14 202 wurden der DDR übergeben.

Den Sowjets diente ähnlich wie den West-Alliierten die Direktive Nr.8 des Kontrollrats als Grundlage für die Internierungen. Danach sollten unter anderem „Nazis“ festgenommen werden, aber auch Deutsche, die „für die Ziele der Alliierten als gefährlich gelten“.

Mit der dehnbaren Formel konnte in der sowjetischen Zone nun quasi jeder als Verdächtiger verhaftet werden: Großgrundbesitzer, Fabrikanten, Wissenschaftler, Juristen, Zeugen Jehovas, Sozialdemokraten, die sich der Vereinigung mit der KPD widersetzten, und auch oppositionelle Kommunisten; selbst Kinder kamen als ehemalige Angehörige der „Hitler-Jugend“ in die Lager.“

Wie die Grausamkeiten an unserer deutschen Bevölkerung unter dem Siegel der Verschwiegenheit geführt werden.

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Meine Mutter berichtet wie folgt (Auszug aus „Das Bernsteinfenster“): „Langsam kehrten auch die einheimischen Görlitzer zurück. In unserem Haus wohnten weiter Russen. Einer verlangte von uns auf eine weiße Armbinde, 4 schwarze Buchstaben zu nähen, die wir aber selbst zuschneiden sollten. (Viele Jahre später habe ich erst erfahren, dass diese Buchstaben NKWD bedeuteten). Vor lauter Angst habe ich versucht, die auf einem Papier abgebildeten Buchstaben, aufzuzeichnen, und aus dem Stoff auszuschneiden und auf die Armbinde zu nähen“.

Was zu dieser Zeit in Görlitz geschah – vom willkürlichen Töten der Besatzer.

Ein Bericht aus meiner Heimatstadt:

Menschen, die für ihr Land Großes bewirkten und die keinerlei Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben, wurden von ihren Besatzern eiskalt hingerichtet.

Dieser Beitrag behandelt lediglich einzelne Schicksale von Hunderttausenden. Was unsere Vorfahren erleiden mussten, lässt sich kaum in Worte fassen. Schicksale, hervorgegangen aus einem Völkermord, deren Wahrheit darüber hinter dicken Mauern ruht. Bewacht von einem Kartell, einem getarnten Zusammenschluss von Verbrechern, deren Macht grenzenlos scheint.

Auszug aus einem Artikel der Sächsischen Zeitung von 10. Mai 2016 (verfasst von Ronny Kabus):

„Ulrich Domke besitzt seit 1920 den Görlitzer Gasthof „Brauner Hirsch“ auf dem Untermarkt. Das prachtvolle barocke Gebäude ist für viele Görlitzer Handwerker- und Kulturvereine ein beliebter Treffpunkt. Domke engagiert sich auch als Festwirt im Rahmen der Görlitzer Festwochen. Doch dann wird er im Mai 1945 beim Gang zu einem Handwerker vom NKWD verhaftet wegen Zugehörigkeit zu einer NS-Organisation interniert.

Am 19. Juni 1947 endet er im Speziallager Mühlberg in einem Massengrab, kurz vor seinem 61. Geburtstag. Er ist eines der frühen Opfer der Verhaftungsorgie des russischen Geheimdienstes.

Die hohe Zahl von Verhaftungen in den ersten Monaten der Besatzung in der Sowjetischen Besatzungszone führt zur völligen Überbelegung des im Mai eingerichteten Speziallagers Bautzen mit entsprechend katastrophalen Haftbedingungen.

Zur Entlastung des Lagers in Bautzen werden im Sommer 1945 über 3 600 Häftlinge in mehreren Transporten in Viehwaggons in das 50 Kilometer südlich von Oppeln in Oberschlesien gelegene Internierungslager Tost verlegt. Tost ist ein vom NKWD vom Mai bis Dezember 1945 für etwa 5 000 deutsche Zivilisten eingerichtetes Internierungslager. Schwere Häftlingsmisshandlungen führen in kurzer Zeit zu über 3 000 Toten. Von 24 in den Lagerlisten erfassten Görlitzern sterben innerhalb weniger Wochen 13. Es sind fast alles ältere Männer, der Älteste ist 68 Jahre alt.

Eines von den Opfern, das nur wenige Tage im Todeslager Tost überlebt, ist der neben seinem Bruder Walter geschäftsführende Gesellschafter der Görlitzer „Richard Raupach Maschinenfabrik“ Gerhard Raupach.

Gerhard Raupach wird Anfang Juni 1945 aus der Straßenbahn heraus von der Görlitzer Operativgruppe der Spionageabwehr „Smersch“ verhaftet und ins Speziallager Bautzen verbracht. Von dort geht er am 11. Juli auf Transport ins NKWD-Todeslager Tost, wo er bereits am 26. Juli im Massengrab endet.

Bei den ersten Verhaftungswellen des NKWD gerät auch der 75-jährige Görlitzer Justizrat Karl Stenschke wohl Anfang Juni 1945 in die Fänge der sowjetischen Geheimpolizei. Stenschke stammt aus Fabianowo im damals zu Preußen gehörenden Posen, arbeitet dort als Rechtsanwalt und Notar. Den Ersten Weltkrieg erlebt er als Offizier an der Ostfront. Für die Wehrmacht sollte er später als Dolmetscher tätig werden, was aber wohl nie zum Tragen kommt.

Das NKWD stuft grundsätzlich diese Dolmetschertätigkeit als geheimdienstliche Tätigkeit ein und verfährt entsprechend. Zusammen mit dem ebenfalls verhafteten Görlitzer Amtsarzt und einem im Görlitzer Kriegsgefangenenlager VIII A tätig gewesenen Feldwebel wird er im Viehwaggon nach Tschenstochau vor ein Militärtribunal zur Aburteilung gebracht.

Nach Kriegsende versucht Kurt Künzel mithilfe des Restes seiner ursprünglich 400 Beschäftigte umfassenden Belegschaft, sein in Uhsmannsdorf (Rothenburg) gelegenes Tafelglashüttenwerk wieder in Betrieb zu nehmen. Das wird von der SMAD zunächst auch unterstützt, so dass Künzel seine Pläne, in Bayern seinen Betrieb neu zu gründen, aufgibt und nach Uhsmannsdorf zurückkehrt. Doch dann setzen Repressalien gegen Künzel als Fabrikbesitzer und „Unterstützer des Naziregimes“ ein.

Mit Kurt Künzel zusammen ist in Bautzen und auch in Jamlitz der ebenfalls als „Agent der Abwehr“ seit Juni 1946 inhaftierte Diplomingenieur Erich Tzschaschel aus der bekannten Görlitzer Buchhändlerfamilie, der bis Februar 1950 in Buchenwald einsitzt.

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Weitere Informationen zum NKWD – sie wüteten schon weit vorher …

Als nach Beginn des Russlandfeldzuges die deutsche Wehrmacht schnell nach Osten vorrückte, verübte der sowjetische Geheimdienst NKWD nach vorherigen Deportationen noch grausame Massenmorde an Zehntausenden vorher inhaftierter Antikommunisten und Nationalisten vom Baltikum über Weißrussland bis nach Galizien und der Ukraine.

Ein solches Massaker des NKWD mit rund 3000 meist ukrainischen, aber auch polnischen, jüdischen und kriegsgefangenen deutschen Opfern ereignete sich Ende Juni 1941 in den Gefängnissen der Stadt Lemberg, bevor die ersten deutschen Truppen dort am Morgen des 30. Juni 1941 einrückten. Beim Abzug der sowjetischen Einheiten und des NKWD am 28. Juni hatte es einen Aufstand der einheimischen Ukrainer und ein Pogrom an den für die sowjetischen Grausamkeiten verantwortlich gemachten Juden gegeben.

Die kommunistische Propaganda behauptete während des Krieges und in der Nachkriegszeit, die deutsche Wehrmacht sei für diese Massaker verantwortlich gewesen. Im Frühjahr 1959 unterstützte die linke westdeutsche Presse eine von Ostberlin gesteuerte Kampagne, die insbesondere das in der deutschen Wehrmacht dienende ukrainische Freiwilligen-Bataillon >Nachtigall< und den seit 1940 zu dessen Offizierskorps gehörenden damaligen Oberleutnant der Reserve Prof. Dr. Theodor OBERLÄNDER für die Verbrechen verantwortlich machte.

Die Wehrmacht hatte die Massaker nicht nur NICHT veranlasst, sondern ihnen sogar nach den Feststellungen der Staatsanwaltschaft ein Ende gesetzt. (In den nächsten Tagen dazu mehr).

« siehe auch Katyn“»

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Weitere Informationen und Quellangaben:

NKWD = Abkürzung für das Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten (Narodny Kommissariat Wnutrennich Del) der Sowjetunion; ab 1946 Innenministerium; bis 1954 allein zuständig für die staatliche Sicherheit der Sowjetunion. Die Erinnerung an das NKWD ist mit seinem Terrorapparat verbunden, dem Millionen zum Opfer fielen.

ZIESEL aaO. (Anm. 3), S. 98. Vgl. dazu auch die neuere Untersuchung von Bogdan MUSIAL, konterrevolutionäre Elemente sind zu erschießen. Die Brutalisierung des deutsch-sowjetischen Krieges im Sommer 1941, Propyläen, Berlin

Vgl. z.B. Walter POST, Die verleumdete Armee, Pour le Mérite, Selent 1999, S. 86-107; Andreas NAUMANN, Freispruch fur die Deutsche Wehrmacht, Grabert, Tübingen 2005, S. 398- 404


Eure Kommentare dazu:

Das alles hat in der DDR nur funktioniert, mit Spitzel und Zuträgern, fast immer die eigenen Leute! Deren Kinder und Enkelkinder sitzen heute überall in West- und Mitteldeutschland und sorgen für das Chaos in unserem Land. Meister darin waren die Stasi und SED Strukturen! Die wurde 1990 von unseren „Freunden, Befreiern“ und Besatzern übernommen. Gezielt und ideologisch gegen uns eingesetzt! Das Ergebnis können sie heute überall sehen.Ist natürlich alles nur Einbildung im besten Deutschland aller Zeiten.

Von einem Freund der Großvater wurde einfach so beim Pilze sammeln erschossen angeblich Spionagetätigkeit erst vor wenigen Jahren kam der Brief das es nicht so war.

Habe auch ein Familienmitglied, welches, wie Gerhard Raupach, in Tost umgekommen ist. Am 12.6.45 mit 3 anderen in seinem Heimatort verhaftet, war Bürgermeister und Parteimitglied, Haftgrund Propagandaleiter. Keine weiteren Haftgründe! Über Bautzen ging es nach Tost, wo er am 21.9.45 an Hungerdystrophie verstarb. Seiner Frau wurde das Eigentum am 1.6.46 enteignet. Nach der Wende „durfte“ man Haus und Grund zurück kaufen! Von den 4 verhafteten, starben 3 in Tost.

In den 90ern waren die Redakteure der SZ sehr offen für Aufklärung. Es hat sehr, sehr nachgelassen.

Im Westen hatte man sich zahlreicher deutscher Kriegsgefangenen in den Rheinwiesenlagern „entledigt“. Das sollte man auch erwähnen wenn es um die deutschen Nachkriegsopfer geht.

Ehre dem Ehre verdient. Ja, die Geschichte ist voller Lügen und die Wehrmacht, was anerkannt ist, ist die einzige Armee der modernen Geschichte, die sich strikt nach der Haager Kriegskonvention gehalten hat. Während die Alliierten und die Rote Armee gewütet hatte, ungesünht.

Mein Grovater erzählte öfters, dass der ‚Russe‘ Sachsenhausen weiterführte. Er war in den alten Häusern einquartiert worden.


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