Vom Freitag, dem 13.!

Vor der Einführung des Sonnenkalenders lebten die Menschen nach der Mondzeit. Laut des Mondkalenders, der zum Beispiel bei den Kelten üblich war, hatte das Jahr einen Monat mehr, also 13. Damals stand die Zahl 13 noch für Glück.q

Dass die 13 und der Freitag schlecht beleumundet sind, hat vor allem mit der Christianisierung Europas zu tun. Denn die Missionare brachten mit dem neuen Glauben auch einen neuen Kalender. Die Abschaffung des keltisch-germanischen Mondkalenders, der 13 Monate umfasste, und die Einführung des zwölfmonatigen Sonnenkalenders stießen allerdings auf Widerstände. Um den 13. Mondmonat aus dem Gedächtnis der sogenannten „Barbaren“ (Heiden) zu löschen, wurde die 13 zur Unzahl erklärt.

Der Tag (mhd. fritac, ahd. friatag) war der Göttin Freyja (Frigg) gewidmet, der Beschützerin von Haus und Familie, der Hüterin der Liebe und des ehelichen Glücks, und wurde als Freudentag begangen.

Mit dem Einzug des Christentums war eine Ächtung der heidnischen Anschauungen und religiösen Gebräuche verbunden, die man aber nicht vollständig auszurotten vermochte, weil sie zu tief verwurzelt waren. Darum wurde vieles in christlichem Sinn umgedeutet. Freyjas liebliche Wesenszüge finden sich in zahlreichen Legenden von der Mutter Christi, auf die sie übertragen wurden.

Doch die Bedeutung des Freitags als Glückstag blieb nicht erhalten und wurde mit dem an einem Freitag erfolgten Tod Christi begründet. Im Mittelalter assoziierte man den Freitag zunehmend mit dem Leidensweg Christi. Das wiederum verstärkte die negative Begleitvorstellung.

Aber auch der mythologische Umstand fließt mit ein, dass von den dreizehn Göttern in Walhall der Lichtgott Balder durch die Arglist des Herrn des Dunkels, Loki, dem gewaltsamen Tode verfiel, wurde auf die dreizehn Personen des heiligen Abendmahls übertragen. Von diesen verriet der düstere Apostel Judas Iskariot seinen lichten Herrn an die Feinde und erhängte sich aus Verzweiflung über den tödlichen Ausgang seines Verrats.


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