» (zum Ende des Beitrags noch ein paar persönliche Gedanken, auch unsere gegenwärtige Situation betreffend)«


• 3. -12. 2. 1945 – Krimkonferenz in Jalta (Chruchill. Roosevelt, Stalin). Polen soll durch beträchtlichen Gebietszuwachs im Westen und Norden für Abtretungen im Osten entschädigt werden. Die endgültige Festlegung der Westgrenze Polens ist bis zur „Friedenskonferenz“ zurückgestellt worden. Ein Geheimprotokoll sieht als Reparationen u. a. die Verwendung von Deutschen als Arbeitskräfte vor.
• 28. 2.1945 – Maßnahmen gegen die in Polen zurückgebliebenen Deutschen und Volksdeutschen , wie Unterbringung in sogenannte Arbeitslager, Vermögensentzug u. ä. laufen an …
• Februar 1945 bis April 1945 – Massenverschleppungen von Deutschen aus den von der Roten Armee besetzten Gebieten nach der Sowjetunion.
• Mai 1945-Juni 1945 – Behördlich angeordnete, wilde Ausweisung der Deutschen aus polnisch verwalteten Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie durch polnische Miliz erzwungen.
• 8. Mai 1945 – Abschluss der Kämpfe in Europa
• Mai 1945 bis Juni 1945 – Aus den Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie vor den Kämpfen ausgewichene Deutsche versuchen in die Heimat zurückzukehren, vor allem aus der Tschechoslowakei und aus der russischen Besatzungszone Deutschland.
• 14.6. 1945 – Beginn der Ausweisung der Sudetendeutschen auf Anweisung örtlicher tschechischer Militärkommandanten.
• Ende Juni 1945 Alle Deutschen, die in einem Abstand von 100 bis 200 Kilometer östlich der Oder und der westlichen Neiße leben, werden plötzlich ausgewiesen.
• 17.7.1945 bis 2.8.1945 – Konferenz in Potsdam (Stalin/ Churchill/Attlee, Truman)
• 2.8.1945 – Potsdamer Erklärung-Art. IX: „Die drei Regierungschefs bekräftigen ihre Auffassung, dass die endgültige Festlegung der Westgrenze Polens bis zu der Friedenskonferenz zurückgestellt werden soll.“ Art. XIII: „Die drei Regierungen erkennen an, dass die Überführung der deutschen Bevölkerung oder Bestandteile derselben, die in Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn zurückgeblieben sind, nach Deutschland durchgeführt werden muss.“
• 7.8. 1945 – Schreiben von Probst Grüber Berlin, an den Lordbischof Chichester, England: „Gott schenke den Christen in aller Welt offene Ohren, die Notschreie der Menschen zu hören, die auf den Landstraßen sterben und verkommen.“ – Tausende von Leichen spülen die Oder und Elbe in das Meer … Tausende von Leichen hängen in den Wäldern um Berlin … Tausende und Zehntausende sterben auf den Landstraßen vor Hunger und Entkräftung … Kinder irren umher, die Eltern erschossen, gestorben, abhanden gekommen.
• Oktober 1945 bis 1948 – Austreibung der Deutschen aus Polen und aus den polnisch verwalteten deutschen Provinzen jenseits der Oder-Neiße-Linie (Einzeltransporte bis zum Jahre 1950 und darüber hinaus).
• 1946 / 2.6.1946 – Ansprache des Papstes zur Not der Kriegsgefangenen und Vertriebenen. Er fordert Schluss mit dem System der Gefängnisse und Konzentrationslager.
• 1948 / 24.3.1948 – Die Konzentrationslager für Deutsche werden in Jugoslawien aufgehoben.
Zu den Vorgängen und dem Schicksal der Donauschwaben mit Berichten von Augenzeugen und zu anderen Gebieten, so über das Schicksal der Siebenbürger Sachsen, der Rumäniendeutschen und das der Ungarndeutschen in einem anderen Beitrag mehr.



……………………………………………………..
Vom Tod eines Landes …


Hier ein Auszug aus einem Dokument (16), in dem der amerikanische Diplomat und Historiker F. Kennan in seinen Memoiren den Zustand Ostpreußens nach 1945 beschreibt:
„die Katastrophe, die über dieses Gebiet mit dem Einzug der sowjetischen Truppen hereinbrach, hat in der modernen europäischen Geschichte keine Parallele. Es gab weite Landstriche, in denen, wie aus den Unterlagen ersichtlich, anch dem ersten Durchzug der Sowjets von der einheimischen Bevölkerung kaum noch ein Mensch – Mann, Frau oder Kind – am Leben war, und es ist einfach nicht glaubhaft, dass sie allesamt in den Westen entkommen wären. Die Wirtschaft der Gegend war total zerstört. Ich selbst flog nach Potsdam mit einer amerikanischen Maschine in ganz geringer Höhe über die gesamte Provinz, und es bot sich mir ein Anblick eines vollständig in Trümmern liegenden und verlassenden Gebiets: vom einen Ende bis zum anderen kaum ein Zeichen von Leben. (Die Russen hatten aus dem Land die einheimische Bevölkerung in einer Manier hinausgefegt, die seit den Tagen der asiatischen Horden nicht mehr dagewesen ist.)







——————————
Ich werde über die nächsten Tage noch ein wenig mehr aus der Zeit nach 1945 berichten. Wie ist es unserem Volk wirklich ergangen?
An dieser Stelle lasse ich noch ein paar persönliche Gedanken da, die sich auch mit unserer Gegenwart befassen.
Es wäre so einfach: Kriegsgewinner die vom Elend anderer profitieren, sind mit Kriegsverbrechern gleichzustellen. Doch genau das passiert eben nicht. Warum ist das so?
Für mich gibt es dazu nur eine Erklärung: Die meisten der Menschen, und das weltweit, haben nicht die richtigen Fragen zum Geschehen aus der Vergangenheit gestellt. Sie haben all das Gesagte, das ihnen auf dem „Silbertablett“ gereicht wurde, für gegeben hingenommen. Sie haben nicht hinter den Zeilen gelesen, sondern nur das, was sie lesen sollten. Und so konnten die wahren „Täter“ nicht nur ungeschoren davon kommen, nein, sie führen ihr schmutziges Werk weiter fort.
Das bekommen wir nun deutlich zu spüren. Und sie werden wieder ihre Spuren hinterlassen. Und ich befürchte, sie werden auch dieses Mal ohne Rücksicht auf alles Lebendige weit gehen, viel weiter, als wir es uns vorstellen können.
Das Fatale: Tag für Tag initiiert diese Täterschaft Chaos, anschließend stellen sie ihre „Helden“ – in jeder Situation, für jeden ist das /der Passende dabei. (Sänger, Schauspieler, Präsidenten u.s.w.)
Wenn doch wenigstens die Menschen damit aufhören würden, jedem Dahergelaufenen hinterherzulaufen, und demgegenüber auf die eigenen Fähigkeiten setzen würden. Das würde so viel bewirken.
Seit 1945, gleich nach der vermeintlichen Befreiung, wurden diese unsäglichen „Umerziehungsmaßnahmen“ installiert und sie gingen in Umsetzung, sowohl im Westen als auch im Osten. Doch längst nicht alle haben sich umerziehen lassen. Das macht Hoffnung, für weitere Kapitel, die unsere Geschichte schreiben wird.
—————————————————————–
Quelle
Heinz Nawrati „Schwarzbuch der Vertreibung“ 1945-1948
Bilder aus Bertelsmann-Chronik des 20. Jahrhunderts 1944-1947 S. 72
