Die Lage ab 1945 – wenige Wochen vor der Verkündung einer „Befreiung“ —- und die Jahre danach – Teil II)

„Zahlreiche Massaker, die die Rote Armee in deutschen Uniformen an der eigenen Bevölkerung vornahm, um das anfängliche Einvernehmen mit den Besatzern zu zerstören, führten zu einer schnell anwachsenden Partisanentätigkeit und einer damit einhergehenden, bislang unbekannten Radikalisierung und Eskalation der Kriegführung. Man unternahm alles, um vor allem nach dem Krieg und auch in der historischen Forschung eine Untersuchung behaupteter deutscher Kriegsverbrechen zu behindern oder unmöglich zu machen.

So wuchsen die Zahlen der von Deutschen ermordeten Kriegsgefangenen, Fremdarbeiter und Juden in den letzten zehn Monaten des Krieges fast ins Unermessliche. Vergeltungseinsätze gegen Partisanen wurden als illegale Massaker bezeichnet, in der Hitze des Gefechts erfolgte Unmenschlichkeiten als kaltblütige Morde hingestellt, die deutschen Soldaten und hier insbesondere die Angehörigen der Waffen-SS als genuine Mordbrenner verunglimpft.

Marzabotto, Kephalonia, Tulle und Oradour sind nur die Namen mit dem größten Symbolwert. Bis zum Kriegsende konnte die Reichsregierung über die eigenen Medien den Anwürfen noch entgegentreten. Nach Kriegsende setzte eine bis dahin in der Weltgeschichte einmalige Welle der Anschuldigungen ein, die zumeist ohne dokumentarische Belege und mit oftmals zweifelhaften

Berufszeugen zementiert wurde. Widersprüche waren nicht mehr erlaubt. Die Legendenbildung konnte fortan ungehindert ihren Lauf nehmen.“

>>(Auszug aus Bd.2 „Der grosse Wendig“ Olaf Rose)<<

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Das „Darstellen und propagieren angeblich deutscher Verbrechen ist die eine Seite, die andere ist das Verschweigen unzähliger Verbrechen an den Deutschen.

Hier dürfen wir nicht den Fehler machen und wegsehen. Denn all diese Kommentare wie z. Bsp: Und, was haben die Deutschen getan?“ Millionen Tote haben die Deutschen auf dem Gewissen“ , die wir heute so oft unter wirklich gut recherchierten Beiträgen finden, zu dem, wie es sich wirklich zugetragen hat… , u.s.w, haben nachweislich keinerlei Bestand.

Da wir in den kommenden Beiträgen auch über das tragische Schicksal der Donauschwaben, Jugoslawiendeutschen, Ungarndeutschen, Rumäniendeutschen und Karpatendeutschen lesen werden, möchte ich in diesem Zusammenhang feststellen, dass auch nach zuverlässlicher jugoslawischer Quelle »ungeheure Mengen an Archivmaterial«, die unmittelbare Nachkriegszeit betreffend, vernichtet wurden. Das sagt niemand anderer als der Leiter der jugoslawischen Archive, Dr. Miodrag ZECEVIC, am 24. Juli 1987 in der Belgrader Tageszeitung Borba (S. 3). Nur haben das offenbar weder die deutschen und österreichischen Zeitgeschichtler noch ihre donauschwäbischen »Nachschreiber« bisher zur Kenntnis genommen. Der Artikel erschien unter dem Titel »Pogubna istorijska amnezija« (»Verhängnisvoller geschichtlicher Gedächtnisverlust«)!

Nach dem Wüten der Sowjetsoldaten hörte 1945 im Osten der Schrecken nicht auf, er nahm nur andere Gestalt an. So wie dem Löwen die Hyänen folgen, so folgte der Roten Armee bald ein zusammengewürfelter Haufen Partisanen und Plünderer, frischgebackener Miliz und Marodeure.

Während in Polen fast alle Deutsche in Konzentrationslager verbracht wurden, führte in den Oder-Neiße-Gebieten das Dekret vom 31.8.1944 über die „Strafzumessung für faschistisch-hitlerische“ Verbrechen „ zu willkürlichen Massenverhaftungen. Praktisch alle Verhafteten wurden auf denkbar brutale Weise misshandelt, häufig bis zur Todesfolge , viele nach Belieben erschossen oder erschlagen.

In der Nähe der Folterkeller der polnischen Miliz wollten oft die Bewohner der Nachbarhäuser ausziehen, weil sie die furchtbaren Schreie der Gefolterten nicht mehr aushalten konnten.

Im polnisch besetzten Teil Ostpreußens versuchte man möglichst viele Bewohner dazu zu bewegen sich als autochthone Masuren, d. h. oberflächlich eingedeutschte slawische Ureinwohner zu bekennen. Wer sich weigerte, wurde oft Opfer von Gewalttaten.

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Bertrand Russels Leserbrief an die „Times“ vom 19. Oktober 1945

„In Osteuropa werden jetzt von unseren Verbündeten Massendeportationen in einem unerhörten Ausmaß durchgeführt, und man hat ganz offensichtlich die Absicht, viele Millionen Deutsche auszulöschen, nicht durch Gas, sondern dadurch, dass man ihnen ihr Zuhause und ihre Nahrung nimmt und sie einem langen schmerzhaften Hungertod ausliefert. Das gilt nicht als Kriegsakt, sondern als Teileiner bewussten „Friedens-Politik“ .. Im Potsdamer Protokoll wird vorgeschrieben, dass die Ausweisungen von Deutschen in „geregelter und humaner“ Weise durchgeführt werden sollten. Und es es ist wohl bekannt – durch öffentliche Berichte, wie durch Briefe, die zahlreiche britische Familien von verwandten und Freunden in den Besatzungsarmeen erhielten – dass diese Bedingungen von unseren russischen und polnischen Verbündeten nicht beachtet worden sind.“

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Noch mehr Tote als auf den Vertreibungstransporten und in den polnischen Polizeigefängnissen gab es in den Lagern.

Aus einem vertraulichen Bericht von R. W. F. Bashford an das Foreign Office vom Jahr 1945 geht hervor: Meistens werden die Konzentrationslager von polnischer Miliz geleitet. In Swientochlowice (Oberschlesien) müssen Gefangene, die nicht verhungern oder zu Tode geprügelt werden, Nacht für Nacht bis zum Hals in kaltem Wasser stehen, bis sie sterben. In Breslau gibt es Keller, aus denen Tag und Nacht die Schreie der Opfer dringen.“

Das Bundesarchiv hat für die Gebiete östlich von Oder und Neiße die erschreckende Zahl von 1255 Lagern ermittelt, ganz abgesehen von 227 Gefängnissen, in den Gewalttaten an Deutschen begangen wurden.

Allein im Lager Lamsdorf starben von ca 8000 Insassen 6048. Unbeschreibliche Grausamkeit herrscht auch in anderen oberschlesischen KZs.

Planmäßiges Erschießen der arbeitsunfähigen Alten und Kranken wird aus verschiedenen Lagern berichtet.

Die Pforten der Lagerhöllen schlossen sich nur langsam, Die großen Zentral-Arbeitslager wie Sikawa bei Lodz und Granowo bei Lissa wurden erst 1949/50 aufgelöst, ebenso das berüchtigte Lager Potulice bei Bromberg.

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Zum Lager Lamsdorf findet ihr noch einen Beitrag im Kommentar.

Im nächsten Beitrag aus der Reihe „Die Lage nach 1945“ lesen wir über das Leid der Sudetendeutschen, von ungarischen Volksgruppen und vielen anderen mehr, die ebenfalls in die grausamen Mühlen der Deutschenverfolgung geraten sind. Unter den zahlreichen Pogromen heben sich die Vorgänge von Aussig an der Elbe hervor.

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Quellenverzeichnis)

Frank Golczewski „Das Deutschlandbild der Polen“ 1918-1939

Plötz „Raum und Bevölkerung in der Weltgeschichte“.

Verlustzahl nach Fechner , Zusammensetzung der Deportierten nach Eissner

Die Wehrmachtberichte 1939-1945, dtv, München 1985, Bd, 1, S. 11 u. 13; siehe:

Beitrag Nr. 169, »

Alfred de Zayas/Rabus Die Wehrmacht Untersuchungsstelle

Nawrati „Schwarzbuch der Vertreibung“ 1945-1948

Der Große Wendig Bd. S. 437

Bilder aus Bertelsmann-Chronik des 20. Jahrhunderts 1944-1947 S.90-104


2 Antworten zu “Die Lage ab 1945 – wenige Wochen vor der Verkündung einer „Befreiung“ —- und die Jahre danach – Teil II)”

    • Ich danke sehr für diese Rückmeldung. Ja, die Wahrheit zur deutschen Geschichte ruht leider am Abgrund, und in Amerika ist sie noch weniger verbreitet. Ich bin wirklich sehr dankbar für das Lesen und das damit verbundene Interesse.

      Liebe Grüße

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