Zu den Vorgängen im Sudetenland / Böhmen /Mähren
Gestern haben wir von den unvorstellbaren Grausamkeiten und Ausschreitungen, die am 6. Mai in ihren Anfang nahmen und erst nach Kriegsende ihren grausigen Höhepunkt erreichten, gelesen.

Was zuvor geschah
Eduard B E N E S C H (1884-1948), einer der Mitbegründer der Tschechoslowakei 1918 und von 1918 bis 1935 Außenminister in Prag, war ab Oktober 1935 tschechischer Staatspräsident und maßgeblich verantwortlich für die Unterdrückung der Sudetendeutschen zwischen den Weltkriegen. Wenige Tage nach dem von den vier europäischen Großmächten am 29. September 1938 vereinbarten Münchener Abkommen trat er zurück und ging nach London, wo er als selbsternannter Kopf der tschechischen Exilregierung zum Widerstand gegen Deutschland wirkte.

So verkündete er am 27. Oktober 1944 über den Londoner Sender BBC seinen tschechischen Landsleuten: »In unserem Land wird das Ende des Krieges mit Blut geschrieben werden!«
Im Mai 1945 kam er als Staatspräsident nach Prag zurück und war dann führend an der grausamen Vertreibung von mehr als drei Millionen Sudetendeutschen beteiligt, wobei rund 250 000 Menschen den Tod fanden.
In seiner Rede am 3. Juni 1945 in Tabor forderte er die Tschechen auf: »Werft die
Deutschen aus ihren Wohnungen, macht Platz für unsere Menschen – wir hätten das schon im Jahre 1918 erledigen wollen, aber damals hielten uns die Briten die Hände gebunden. Jetzt aber wollen wir das erledigen.«


Auch General Ingr, der Befehlshaber der tschechoslowakischen Streitkräfte im Ausland erklärte mit Blick auf die Sudetendeutschen am 3. November 1944 in einem Aufruf über den Londoner Rundfunk: „Wenn unser Tag kommt, wird die ganze Nation dem hussistischen Schlachtruf folgen: „Schlagt sie, bringt sie um, lasst keinem am Leben … „ Dass diese Reden nach dem Krieg in Hunderttausenden Fällen von Fällen blutige Wirklichkeit wurden, lässt sich u.a. aus der Ansprache von Staatspräsident Benesch in Melnik am 14. Oktober 1945 ablesen.
Seit dem Mittelalter gab es in Prag eine starke deutsche Kolonie. Im Mai 1945 wurde sie vernichtet.
Uber die damaligen Vorgänge in Prag in den Maitagen 1945 schrieb der tschechische Schachweltmeister Ludek PACHMANN aus eigener Erfahrung: »Die Furien der Hölle – hier waren sie losgelassen. Wenn es die Hölle auf Erden gibt, dann gab es sie nach dem 5. Mai 1945 in Prag. An den Straßenkandelabern meiner geliebten Stadt hingen an den Füßen aufgeknüpfte SS Männer als menschliche Fackeln. Vom Kopf hinauf brennend.
Auf die Frage, warum die Tschechen das getan hätten, habe SPACEK geantwortet:
»Jeder Tscheche kann so viel Deutsche umbringen, wie er will. Im Radio und in den Zeitungen wird ständig verlangt: >Tod allen Deutschen. Schlagt sie tot, wo ihr sie trefft.« Ich bin schon befördert und zum Helden der Nation vorgeschlagen worden.«


Warum tun Menschen so was? Wie wertlos muss ein Charakter sein, der sich von einer Propaganda anstecken und leiten lässt, die zum Töten aufruft?
Während des ganzen Zweiten Weltkrieges blieb die Bevölkerung des »Protektorats Böhmen und Mährens der >Resttschechei<, weitgehend von den Auswirkungen des Krieges verschont, brauchte keine Soldaten zu stellen, hatte genügend zu essen, verdiente gut an deutschen Aufträgen, und es kamen kaum Sabotageakte vor. Um so unverständlicher waren die in aller Öffentlichkeit im Mai 1945 an den wehrlosen deutschen Zivilisten und Gefangenen im Sudetenland begangenen Massenmorde.

Mit Sicherheit sind im tschechischen Machtbereich die meisten Todesfälle in den diversen Lagern und Gefängnissen vorgekommen. Nicht unerwähnt bleiben, dürfen neben den Pogromen die sogenannten wilden Ausweisungen. Dabei wurden vor allem die Einwohner grenznaher Gemeinden bei unzureichender Verpflegung von prügelnden und schießenden Wachmannschaften zu Fuß aus der Heimat gejagt. Das größte Ereignis war der Todesmarsch von 20 000 bis 30 000 Brünner Deutschen nach Niederösterreich Ende Mai 1945; mehrere Tausende kamen allein bei diesem Marsch ums Leben.
Im Zusammenhang mit den Grausamkeiten gegenüber der deutschen Zivilbevölkerung werden folgende Todesarten für Deutsche überliefert:
• Erschlagen
• Erdrosseln
• Ertränken
• Erstechen
• Entmannen
• Tottrampeln durch Menschen
• Tottrampeln durch Pferde
• Verbrennen bei lebendigem Leibe
• Verstümmeln auf verschiedenste Weise; ferner
• Vollpumpen mit Jauche
• zu Tode rollen in Fässern
Einzelheiten von der Ermordung schwangerer Frauen sollen hier nicht wieder gegeben werden.
Nein! Das ist nicht etwa ein Bericht aus dem „Mittelalter“ zu Zeiten als die Inquisition „Hand anlegte“. Nein, diese Grausamkeiten hier, mit der Absicht das deutsche Volk auszurotten, fanden gerade mal vor 81 Jahren statt.
Es ist nicht nur an der Zeit, nein, es ist überfällig diese Taten aufzuarbeiten. So wie der Deutsche bis heute für Taten büßt und zahlt, die er nachweislich noch nicht einmal begangen hat.
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Info/Quellenverzeichnis
Als Beitragsbild: Einen Bericht aus einem tschechischen Konzentrationslager, sowie eine Dokumentation zu „Menschen als Strandgut“.
Im Kommentar findet ihr alle bereits verfassten Beiträge zu der Reihe „die Lage nach 1945“.
Voller Text in: Gerhoch REISEGG ER, Weg mit den Benesch-Dekreten!, Grabert, Tübingen
2004, S. 97-191; auch in: Sudetendeutscher Rat e.V. (Hg.), Dokumente zur Vertreibung
der Sudelendeutschen, München 1992.
Adolf WOLF, »Das Massaker von Nachod«, in: Deutscber Ostdienst (DOD) Nr. 48,
12. 1999, S. 8 f.
Erich KERN, Das andere Lidice, Weisermühl, Wels 1950.
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Diese Art der Tötungsaufrufe sind bekannt, sie kamen allerdings zu keiner Zeit aus den deutschen Reihen. Das lässt sich weltweit beobachten. Zuletzt berichtete ich über die Vorgänge in Vietnam, auch da waren die Aufrufe an der Tagesordnung! Schrecklich, wenn Menschen sich davon anstecken lassen und danach handeln.