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Klara Fall: das glaube, wer mag

  • Kriegsende in Görlitz – und das „danach“ // Vom Hunger als Nachkriegswaffe und einem gewissen Herrn Morgenthau

    Mai 15th, 2024

    Dem Inhalt des nun folgenden Textes (verfasst vom Görlitz Insider) schließe ich mich an, vor allem auch in Bezug auf meinen soeben verfassten Beitrag (im Anschluss): Die Nachkriegszeit und ein fest geschnürtes Vorhaben-Paket der Alliierten // Morgenthau und sein teuflisches Vorhaben – Hunger als Nachkriegswaffe

    Das Gedenken 2024 an das Kriegsende 1945 beschränkte sich wie immer auf die üblichen Floskeln. Es gab KEINE Veranstaltung in Görlitz, nur zwei Termine in Zgorzelec. Ich empfinde das als äußerst unzureichend und mahne es an!

    ——

    Kriegsende in Görlitz – und das „danach“

    Letzte Woche am 8. Mai wurde das Ende des zweiten Weltkriegs erinnert. Nun sind wir alle schon wieder in unserem Alltag gedanklich angekommen. Das geht nicht 1945.

    Die Stadt wird überflutet mit Flüchtlingen aus Schlesien. 4,2 Mio Menschen müssen raus. Die meisten gehen nur bis kurz hinter die völlig neue Grenze in der Hoffnung auf baldige Rückkehr. Es droht eine humanitäre Katastrophe! Görlitz „erstickt“ unter den vielen Menschen.

    Die Einwohnerzahl von Görlitz steigt rasant an:

    7. Mai 1945 = 31.007 Einwohner.

    13. Juni 1945 = 48.767 Einwohner.

    Fast in allen Stadtteilen sind es doppelt so viele Frauen, wie Männer. Die sind im Krieg gestorben oder von der Front bzw Gefangenschaft noch nicht zurück.

    Auch die Zahl der Kinder geht sprunghaft hoch:

    21. Mai 1945 = 2.100 Kinder.

    13. Juni 1945 = 4.632 Kinder.

    Am 19. Juni 1946 sind es 60.000 Flüchtlinge. Die Stadt muss reagieren und verhängt eine „Flüchtlingssperre“: „Der weitere Zuzug wird hiermit gesperrt. […] Irgendwelche Lebensmittelvorräte für Flüchtlinge sind im Stadt- und Landkreis Görlitz nicht mehr vorhanden.“

    Es droht eine Hungersnot.

    Die Stadt ruft die Bürger bereits am 7. Juni 1945 auf:

    „Bürger in Stadt und Land, macht euch sofort an die Arbeit, bestellt jedes Fleckchen Erde mit Gemüse und Kartoffeln! Noch ist Zeit, um durch Selbsthilfe die drohende Ernährungskatastrophe zu mildern. Verliert keinen Tag!“

    Der Schmuckplatz am Wilhelmsplatz wird zum Kartoffelacker umfunktioniert – und ist es in seiner Gestaltung bis heute. Nur das jetzt um den Acker eine Zierkante ist!

    Die starken Frauen.

    Die Frauen versuchen sich und die Kinder durchzubringen. Mit Handwagen ziehen sie auf die Dörfer und betteln bei den Bauern. Häufig sind sie vom langen Marsch nicht vor der Sperrstunde zurück und bekommen richtig Ärger.

    Lichtblicke.

    Es ist Johanna Dreyer, die in dem ganzen Wahnsinn am 20. Mai 1945 im Stadthallengarten ein Kinderfest organisiert. Nur 12 Tage nach Kriegsende, nach 6 Jahren Kriegsleid. “Es gibt nur Gerstenkaffee, ein markenfreies Brötchen und etwas gefärbtes Magermilchkonfekt.” Ein winziges Stück Normalität! Eine Denktafel erzählt es bis heute…

    Es gäbe so viel mehr zu erzählen von den Menschen 1945/46 in der Stadt Görlitz. Ihrem Leid, ihrem Zusammenhalt, ihrem Überlebenskampf und -Willen erst recht nach dem Krieg.“

    (Text übernommen vom „Görlitz Insider“ )

    ————————————————-

    Vom Hunger als Nachkriegswaffe und einem gewissen Herrn Morgenthau und seinem teuflisches Vorhaben

    Die 1940er Jahre: Und während Kaufmann hasserfüllt daherschreibselt, Hooton sein Züchtungsvorhaben vorantreibt , möchte Morgenthau ein für allemal die deutsche Frage geklärt haben, zückt seine bösartigen Demontagepläne und bringt sie nicht nur auf den Tisch, sondern auch in Umsetzung. Das übernahm er selbstverständlich nicht alleine. Er war nur Vater des „Gedankens“.

    In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von den Alliierten systematisch der Hunger als Waffe zur Umerziehung der Deutschen eingesetzt. Man ließ nicht nur Hundertausende gefangener deutscher Soldaten nach Kriegsende – besonders auf den berüchtigten Rheinwiesenlagern – verhungern und erließ strenge Verbote, Nahrung den Gefangenen zukommen zu lassen, sondern belegte auch die Zivilbevölkerung mit einer Hungersnot, obwohl genügend Nahrung vorhanden war oder hätte beschafft werden können.

    Und im Jahr nach Kriegsende wurde die Hungersnot noch bewusst vergrößert. So wurden zum Beispiel die Hochseefischerei und die Herstellung synthetischer Fette den Deutschen nach 1945 jahrelang verboten. Hunderttausende Menschen starben an Entkräftung, insbesondere in dem kalten Winter 1946/47 als die Kohlenzuteilung verringert wurde. Die geförderte Kohle musste größtenteils ans Ausland abgeliefert werden.

    Die nach Kriegsende herbeigeführte Not geht unter anderem aus der am 15. Juni 1947 – über zwei Jahre nach Kriegsende – auf der Ärztekammertagung in Bad Naunheim verabschiedeten „Resolution der deutschen Ärzte zur deutschen Ernährungslage“ hervor, die folgenden Wortlaut hat.

    „Die deutsche Ärzteschaft appelliert an das Weltgewissen, den bereits weit fortgeschrittenen körperlichen Verfall des deutschen Volkes nicht weiter zuzulassen. Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung lebt zur Zeit von Rationen, die nur ein Drittel des international anerkannten Mindestbedarfs ausmachen. Selbst die Zulagen der Schwerarbeiter reichen nur aus, das Leben zu erhalten, nicht aber, um die geforderte Arbeit zu leisten. Diese bestehende chronische Unterernährung hat bereits zum weitgehenden Abbau der Körpersubstanz des Deutschen geführt und nicht nur seine körperliche Leistungskraft extrem herabgesetzt, sondern auch seine geistige Spannkraft vermindert und sein seelisches Gefüge verändert. Der hungernde Mensch ist antriebslos, reizbar, überkritisch und untauglich für Aufbau und staatsbürgerliche Betätigung. Die Ärzteschaft warnt vor den Gefahren, die diese unvermeidbaren physiologischen Folgen des chronischen Hungerns in jedem davon betroffenen Volk für die übrige Welt, für die Ethik, für die Sicherheit der übrigen Menschheit in sich bergen….“

    ——

    Schon im und nach dem Ersten Weltkrieg war durch die von England gegen Deutschland verhängte Hungerblockade, die bis 1919 zur Erzwingung der deutschen Unterschrift unter das Versailler Diktat aufrechterhalten wurde, eine große Anzahl deutscher gestorben.

    ———-

    Zurück zu 1945. Wir erinnern uns: Und schließlich atmeten die festgelegten Richtlinien der amerikanischen Besatzungspolitik (siehe Direktive JCS 1067) den Geist des Finanzministers der Vereinigten Staaten von Amerikas, Henry Morgenthau jr. , einer der führenden amerikanischen Juden jener Zeit.

    Morgenthau hatte Roosevelt davon überzeugt, mit den Deutschen tough (hart) umzugehen. Er wollte die deutsche Frage ein für allemal gelöst wissen. Er beabsichtigte gewissermaßen die Endlösung für Deutsche durchzuführen. Hierfür stellte er seinen nach ihm benannten Plan auf. Unter dem Gesichtspunkt der Reparationen bedeutete dies, Deutschland in einen entindustrialisierten, bevölkerungsarmen Agrarstaat umzuwandeln.

    Nach den Vorstellungen Morgenthaus galt es, Deutschland nicht nur völlig zu entwaffnen, sondern auch dessen gesamte Industrie abzubauen oder zu vernichten. Die Bergwerke und Kohlenschächte sollen geflutet werden.

    Der amerikanische Historiker Nicholas Balabkins (alles anderes als deutschfreundlich eingestellt) räumte ein, dass die Direktiven, wenn auch in leicht abgeschwächter Form, die offizielle Form des Morgenthau-Plans gewesen waren.

    ————————

    Und später lesen wir dann von der Situation nach dem Dreißigjährigen Krieg – auch hier haben andere Länder die Deutschlandpolitik mehr oder weniger übernommen, mit Maßnahmen zum wirtschaftlichen Abbau.

    Deutschland 1648- Endlich war Friede…! ?

    Aber wie sah es in den deutschen Landen aus!

    Grauenhaft waren die Verluste an Gut und Blut. Die Bevölkerung war schrecklich zurückgegangen, von etwa 18 bis 20 Millionen auf 5 bis 6 Millionen. Weite Gebiete Deutschlands waren zur Wüste geworden, unzählige Städte und Dörfer in Schutt und Asche gesunken, die deutschen Wirtschaft vernichtet. Die Äcker lagen öde unbebaut da.

    Überall mangelte es jetzt an Arbeitskräften und Zugtieren, an Händen und Gespannen, um das Feld zu bestellen. Entsetzlich war auch die allgemeine geistige und moralische Verwilderung.

    ————

    Verweise /Quellen

    Auszug aus der Direktive JCS 1067 (April 1945): „Deutschland wird nicht besetzt zum Zwecke seiner Befreiung, sondern als ein besiegter Feindstaat. Ihr Ziel ist nicht die Unterdrückung, sondern die Besetzung Deutschlands, um gewisse wichtige alliierte Absichten zu verwirklichen. „

    Weiter Quellen: Rolf Steininger „Deutsche Geschichte“ Band 1 Frankfurt(M 1983 S. 34

    Claus Nordbruch: Der deutsche Aderlaß, Grabert Tübingen 2003

    James Baque „Der geplante Tod“ Deutsche Kriegsgefangene in amerikanischen und französischen Lagern.

    Der große Wendig Band 2 – Richtigstellungen zur Zeitgeschichte

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  • Das Gesamtergebnis des Dreißigjährigen Krieges auf deutschem Boden war furchtbar.

    Mai 8th, 2024

    Die Versuche des Vernichtens und des Ausverkaufes des deutschen Landes mit seinem Volk, ist ein uraltes Prozedere.

    Zu den vorangegangenen Beiträgen fügt sich der nun abschließende Beitrag aus der Zeit zwischen 1618-1648 gut ein:

    Das Gesamtergebnis des Dreißigjährigen Krieges auf deutschem Boden war furchtbar.

    Der einzige Gewinn war die Gleichberechtigung der Bekenntnisse – diesmal einschließlich der Kalvinisten. Im übrigen aber gab es nur Trümmer. Das Reich war gänzlich vernichtet. Die Fürsten waren völlig souverän geworden, der Kaiser hatte alle wirkliche Gewalt im Reich verloren.

    Die Schweiz und die Niederlande schieden endgültig aus dem Reichsverband aus. Umgekehrt traten Frankreich und Schweden ein als Garanten des Friedens, beide führten künftig die Oberaufsicht über die deutschen Dinge. Frankreich erhielt Teile des Elsaß (ohne Straßburg) und die Bistümer Metz. Toul, Verdun – Schweden die Odermündung mir Vorpommern und Rügen sowie die Elber- und Wesermündung mit Bremen und Verden. Brandenburg erhielt Hinterpommern und einige Bistümer, Bayern behielt die Kurwürde und die Opferpfalz, der Sohn des Winterkönigs erhielt die Rheinpfalz und die Kurwürde zurück.

    Das Elend und die grauenhafte Zerrüttung des deutschen Landes und Volkes wirklich zu schildern, ist unmöglich. Manche Gegenden haben erst im 19. Jahrhundert wieder den Wohlstand und die Bevölkerungszahl erreicht, die sie vor dem großen Krieg besaßen.

    Ein neues Europa war entstanden, in der Zeit, in der andere Völker ihren Staat fanden, verloren ihn die Deutschen völlig. Während England, Frankreich, Schweden, die Niederlande und Spanien dastanden als nationale Mächte mit festen Grenzen war die Mitte Europas eine politische Wüste.

    Das Reich war tot. Nacht war es geworden über Deutschland, tiefe, schauervolle Nacht. Aber die deutsche Seele träumte einen schönen Traum: einst werde die Sonne wieder aufgehen über den deutschen Landen und über dem deutschen Volk, und ein neuer Tag werde erscheinen und mit ihm ein neues Reich.

    ——————————

    Aus: Albert Thümmel: „Deutsche Geschichte Band I“

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  • Wallensteins Ermordung /der Prager Frieden /ein nicht enden wollender Krieg, und ein furchtbares Gesamtergebnis

    Mai 8th, 2024

    Wallenstein, der sich mit dem Rest seiner Truppen nach Böhmen zurückgezogen hatte, überlebte seinen großen Gegner nicht lange. Nach Gustav Adolfs Tod änderte sich das Bild seiner Tätigkeit.

    Während er sich in seinem Kampf gegen den Schwedenkönig nur als Heerführer bestätigt hatte, wurde er nun vor allem Politiker. Obwohl er sein Heer durch neue Werbungen bald wieder auf die alte Höhe brachte, blieb er meist untätig und beschränkte sich in der Hauptsache auf Verhandlungen mit den bisherigen Feinden, mit Schweden und Sachsen.

    Wir wissen nicht sicher, was für Pläne Wallenstein im geheimen schmiedete, doch dürfen wir mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen: Er wollte den Frieden für das Reich und dadurch für sich selbst den ruhigen Genuss seiner Stellung als Reichsfürst. Der Friede sollte aufgebaut sein auf der Gleichberechtigung der beiden Bekenntnisse und auf dem Stand von 1618. Seine Haltung wurde den Kaiserlichen immer verdächtiger, seine Feinde drängten auf seinen Sturz.

    Anfang 1634 wurde er vom Kaiser als Hochverräter abgesetzt und in der Nacht vom 25. zum 26. Februar samt seinen Getreuen von kaiserlichen Offizieren in Eger (Böhmen) ermordet.

    Als im Herbst 1634 das kaiserliche Heer bei Nördlingen einen entscheidenden Sieg über die Schweden errungen hatte, trennte sich der Kurfürst von Sachsen von seinem bisherigen Bundesgenossen Schweden und schloss 1635 mit dem Kaiser den Prager Frieden. Auch andere protestantische Fürsten und Städte traten diesem Frieden bei.

    Doch der Krieg hörte damit nicht auf. Er wurde von Schweden und Frankreich fortgesetzt – Protestanten im Bund mit Katholiken, daraus geht schon hervor, dass es nicht um die Religion ging, sondern nur noch um Eroberungen.

    Das arme ausgesogene Deutschland bildete noch dreizehn Jahre lang den Tummelplatz wüster Soldatenhorden, die auf Raub und Plünderung, auf Mord und Brand ausgingen. Immer stärker wurde der Einfluss Frankreichs unter der zielbewussten politischen Führung seines großen Staatsmannes Richelieu. Die Franzosen selbst richteten im Feld nichts Entscheidendes aus, sie standen weit hinter den Schweden zurück, die doch bedeutende Erfolge erfochten.

    Endlich musste der Kaiser einsehen, dass er die Gegenreformation ganz Deutschlands nicht erzwingen konnte, und so kam es nach jahrelangen Verhandlungen am 24. Oktober 1648 zum Westfälischen Frieden, in Münster mir Frankreich und in Osnabrück mit Schweden.

    Über das Gesamtergebnis lesen wir dann in der nächsten Woche. So auch über die Inhalte des Westfälischen Friedens und weiteren Ereignissen dieser Zeit, über die Reichsgrenzen hinaus.

    —————-

    An dieser Stelle schon mal eine kurze Vorschau auf Kommendes:

    Dann beenden wir diese Epoche, die vor allem vom dreißigjährigen Krieg und seinen Folgen geprägt war. Weiter geht es mit „Europa im Zeichen des Absolutismus“.

    Den Anfang macht das Zeitalter Ludwigs XIV., seine Innen- und Außenpolitik, gefolgt von

    • An deutschen Fürstenhöfen

    • Der Aufstieg Brandenburg-Preußens

    • Der große Kurfürst (160-1688)

    • Friedrich III. (I.) (1688-1713)

    • Die drei großen Kriege: –

    – Die Türkenkriege (1683-1717)

    – Der Nordische Krieg (1700-1721)

    – Der Spanische Erbfolgekrieg (1700-1714)

    • Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig (1715-1740)

    Doch zunächst verweilen wir noch ein bisschen im 17. Jahrhundert mit weiteren spannenden Episoden.

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  • Die Schlacht bei Breitenfeld

    Mai 8th, 2024

    Hier waren wir stehen geblieben: Am 24. Juni 1630 landete Gustav Adolf auf der Insel Usedom. Es war die Lebensrettung für den Protestantismus. Und nun trat Gustav Adolf seines Siegeszug durch Deutschland an. https://undinepeter.blog/…/wallenstein-und-seine…/

    —–

    In seiner Verzweiflung flehte der Kaiser seinen einstigen Feldherren Wallenstein an, wieder ein Heer zu schaffen.

    Kaum war es ruchbar geworden, dass der Friedländer ins Feld ziehen wolle, so strömten seine früheren Offiziere und Mannschaften in hellen Haufen zu seinen Fahnen. Bereits im Februar 1632 stand Wallensteins Heer kampfbereit da. Just zu derselben Zeit zog Gustav Adolf als Sieger in München ein. Er war jetzt der Herr über Deutschland, nicht der Kaiser.

    Von München aus wandte er sich über Augsburg nach Norden, Wallenstein entgegen. Vor Nürnberg lagen die beiden feindlichen Heere elf Wochen lang in verschanzten Stellungen einander gegenüber. Als Wallenstein nach Sachsen abzog, um den Kurfürsten zum Abfall von Gustav Adolf zu zwingen, eilte ihm dieser nach.

    Bei Lützen, abermals in der Nähe von Leipzig, kam es im November 1632 zur Schlacht.

    Die Schweden siegten, aber ungeheuer war der Siegespreis: Gustav Adolf fiel!

    Wie ein einfacher Reiter hatte er sich mit höchster Tapferkeit am Kampf beteiligt. Infolge seiner Kurzsichtigkeit war er dabei mitten unter feindliche Reiter geraten und von einer Kugel getroffen worden.

    Der nun folgende Krieg war ein ewiges Auf und Ab von Sieg und Niederlage, da beide Parteien ungefähr gleich stark waren. Die Leitung der schwedischen Politik übernahm der tüchtige Kanzler Gustav Adolfs, Graf Oxenstierna, in die Hand, die Führung im Kampf verschiedene Feldherren aus der Schule des Königs, vor allem Herzog Bernhard von Weimar.

    ———

    Im nächsten Beitrag lesen wir dann über Wallensteins Tod. Denn Wallenstein, der sich mit dem Rest seiner Truppen nach Böhmen zurückgezogen hatte, überlebte seinen großen Gegner nicht lange.

    ———

    Ergänzend noch ein etwas zu Schweden, und dem Aufstieg zur „Nordischen Supermacht“:

    Nie wieder erlangte Schweden geografisch eine so große Ausdehnung und politisch eine so bedeutende Rolle wie im 17. Jahrhundert.

    Der große König Gustav II. Adolf wurde zu einer Zentralgestalt des Dreißigjährigen Krieges, seine Nachfolger bauen den Einfluss weiter aus.

    Um 1660 beherrscht Schweden durch Gebietsgewinne in Polen, Dänemark und Brandenburg-Preußen die gesamte Ostsee.

    Das Blatt scheint sich zu wenden als 1697 der erst fünfzehnjährige Karl XII. auf den Thron kam. Doch der behauptet seinen Herrschaftsanspruch und als es im Jahr 1700 zum „Nordischen Krieg“ zwischen Schweden und den verbündeten Staaten Dänemark, Russland und Polen kommt, ist der junge König – zumindest vorerst – auf allen Linien siegreich.

    Bisher dazu verfasst: https://undinepeter.blog/…/die-mythen-und-ratsel-um…/

    https://undinepeter.blog/…/24/die-schlacht-am-weisen-berg/

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  • Die Geschichte von der Sehnsucht nach dem Friedensreich… – von „Licht und Liebe“, und warum die Menschen immer wieder in den Ring steigen

    Mai 6th, 2024

    „Falsch hört nicht auf, falsch zu sein, nur weil die Mehrheit daran beteiligt ist.“ Dieses Zitat stammt aus der Feder des begnadeten Schriftstellers Leo Tolstoi.

    Ich greife es einfach mal auf und nehme Tolstois Worte unter die „Lupe“. Was nur, möchte er uns eigentlich damit sagen?

    Auf unseren Unternehmungen und Reisen komme ich manchmal in den (Un) Genuss, über Sachen zu lesen, die oft so unsinnig, widersprüchlich, widerwärtig und unglaublich daher kommen, dass man sich in einem, ja nennen wir es, „Irrenhaus“ wähnt.

    Und so unsinnig das Ganze auch erscheinen mag, dieses „Irrenhaus“ offeriert sich nicht zufällig. Nein. Denn die Gruppierung dahinter (deren Geiste der Unfug entspringt), ist uns immer einen Schritt voraus. Das war nie anders. Hier agiert ein Syndikat, dass die Karten neu mischt und stets mit den gleichen Absichten, immer wieder neu verteilt. Und wenn man glaubt, sie hätten ihren letzten „Joker“ aus dem Ärmel gezückt, und das Spiel verloren, ziehen sie aus dem Handgelenk bereits eine neue Karte.

    Warum eigentlich ist das so? Ein Phänomen, dass sich über Jahrhunderte hinweg erstreckt, nahezu auf die gleiche Art und Weise, gibt Rätsel auf.

    Die Menschen steigen immer wieder in den Ring. Ähnlich einem Boxkampf: Man betritt den Ring, lässt sich die Nase blutig hauen, geht K.O, und steht womöglich nie wieder auf. Das geschieht alles freiwillig. Denn derjenige, der diesen Ring betritt, hatte, und hat immer eine Wahl. Oder, er lässt sich steuern, und vertraut blind seinem Steuermann (Trainer).

    So verhält es sich eigentlich mit allen Dingen in unserem Leben. Der eine trifft eigene Entscheidungen, nach bestem Gewissen und mit entsprechenden Konsequenzen. Der andere lässt andere entscheiden und hofft auf den Erfolg, und schlägt dabei den Weg des geringsten Widerstandes ein.

    Besonders deutlich zeigte sich das über die vergangenen vier Jahre. Dem einen gelang es, aus dem eigenen Ermessen heraus, die Zusammenhänge zu erkennen, der andere blendete diese aus, und folgte der trainierten Masse.

    Eine schlichte Wahrheit entsteht immer aus einem starken Geist: Und hier finden wir zurück zum Zitat von Leo Tolstoi. Falsch hört nicht auf, falsch zu sein, nur weil die Mehrheit daran beteiligt ist.

    Es ist eigentlich noch viel arger. Denn über diese Art der Beteiligung fördert und bedient die Mehrheit das Falsche.

    Sie blicken in den Himmel, und sehen nicht.

    Sie lassen sich behandeln, und verstehen ihren eigenen Körper nicht.

    Sie läutern der Prophezeiung und öffnen ihre Augen nicht.

    Sie beklatschen ihren Untergang, und denken nicht.

    Dann bin ich immer sehr froh darüber, wenn jemand aus meiner Freundesliste diese „Vorkommnisse“ geschickt zusammenfasst und im besten Fall über eine schlüssige Erklärung auf den Punkt bringt. (Vielen Dank lieber Peter Gast ) Ich setze am Ende dieses Beitrages deinen Text ein.

    Der Hinweis : „Macht euch unabhängig“ wird meines Erachtens oft fehl interpretiert. Denn der Gedanke dahinter, beinhaltet nicht etwa den persönlich Rückzug, oder gar den Ausschluss aus der Gesellschaft. Nein. Er ist vielmehr der Wegweiser aus dem „Ring“ heraus, bevor man dort K.O. geht.

    Ich bin kein Weissager, ich besitze auch keine Glaskugel, aber es gelingt mir anhand historischer Begebenheiten Schlüsse aus dem gegenwärtigen Treiben zu ziehen.

    Und ohne der Absicht, hier Angst ins Spiel zu bringen, werde ich auf der Hut sein, denn die Meister des Kartenspiels haben bereits eine neue Karte aus ihrem Ärmel gezückt und ins Spiel gebracht

    In einer Welt der Täuschungen, wird so mancher leicht getäuscht.

    Nach wie vor bewahre ich meine Ansicht und meinen Standpunkt dazu: All die, welche die Lüge erkannt haben, unseren alten Werten und der Wahrheit folgen, die, die nicht untätig sind, sich dem Geschehen stellen und für sich selbst etwas verändern wollen, werden unterwegs denen begegnen, die es ihnen gleichtun, werden zueinander finden. Daraus kann wieder etwas Neues entstehen.

    Nur die, die ihre Hände in den Schoß legen, ständig von Licht und Liebe predigen, eine Prophezeiung nach der anderen „raushauen“, und auf den „Messias“ hoffen, werden vermutlich ein ganz anderes „Wunder“ erfahren. Ja, sie werden sich dann tatsächlich wundern, vor allem über das Tun dieses „Gesalbten“, dem versprochenen Retter der Menschheit, den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels.

    Diese Sehnsucht nach dem Friedensreich wird übrigens in der „Jüdischen Allgemeinen“ deutlich beschrieben.

    ————————————-

    Danke lieber Peter Gast. Du bringst es wie so oft, auf den Punkt. Ich bin daher so frei, und übernehme deinen Text aus dem Beitrag vom 2. Mai 2024.

    „Vorsicht vor solchem 𝑵𝒆𝒘 𝑨𝒈𝒆 𝒅𝒆𝒍𝒖𝒙: Wer weiß, woher die produzierte Figur Einstein rührt und welche Logen hinter ihm stehen, wird sich wohl auch denken können, was von dieser unten beschriebenen Voraussage eines ach so weisen „Meisters“ zu halten ist. Denkt auch bitte mal darüber nach, wer denn die „Auserwählten“ sein werden, die die meist künstlichen Erdbeben und Flutkatastrophen überleben werden… auf jeden Fall nicht die, die in den Kommentaren begeistert etwas von „Yes“ und „So wird es“ ausrufen. Beklatscht auch noch fröhlich euren Untergang, ihr blinden! Auch nicht zu vergessen: Immer an „Licht und Liebe“ denken und „Gott“ danken, wenn euer Haus und eure Kinder von Flut fortgespült und von Erdbeben zerrüttet wurden, ist alles „Reinigung“ vom „Abfall“, das macht die „Natur“ eben so, tjaaaaa – Pech gehabt, ihr gehört nicht zum Club! Nur die „Auserwählten“ werden überleben. Für eine „neue Erde“ müssen es dann ein paar Millionen weniger sein. Wie bösartig diese geistige Verkleisterung ist, lässt sich schon erahnen. Ach und noch was: Liebe… „herrscht“ nicht! Genauso wenig wie Freiheit „herrschen“ kann! Verpisst euch mit eurem New Age und wer kann, mache sich unabhängig.“ (Peter Gast)

    ——————-

    Vorsicht vor solchem 𝑵𝒆𝒘 𝑨𝒈𝒆 𝒅𝒆𝒍𝒖𝒙: (Auszug aus der beschriebenen Voraussage

    „EINE 70 JAHRE ALTE PROPHEZEIUNG VON PETER DEUNOV ERFÜLLT SICH HEUTE VOR UNSEREN AUGEN

    „Ich glaube, dass wir jetzt genau da angekommen sind, was Peter Deunov ein paar Tage vor seinem Ableben prophezeit hat… Der bulgarische Meister PETER DEUNOV (1864-1944), auch bekannt als Beinça Douno, war ein Wesen mit einem sehr hohen Bewusstseinsgrad und gleichzeitig ein unvergleichlicher Musiker, der sein ganzes Leben lang ein Beispiel der Reinheit, Weisheit, Intelligenz und Kreativität vorlebte…

    …….Unter der Erde wird etwas Außergewöhnliches vorbereitet. Eine grandiose und völlig unvorstellbare Revolution wird sich bald in der NATUR manifestieren. Der Herr hat sich entschieden, die Welt wieder in Ordnung zu bringen, und Er wird es tun!!!

    Es ist das Ende einer Ära;

    EINE NEUE ORDNUNG wird die alte ersetzen, eine Ordnung, in der die Liebe auf Erden regieren wird.)“

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  • Das Spiel mit der Angst: Episoden des 17. Jahrhunderts – damals wie heute… , von Seuchen, Sonnenfinsternis und dunklen Mächten

    April 27th, 2024

    Schreckenszeichen am Himmel – wie die Kirche von der eingebildeten Angst und der Narrheit des Volkes profitierte

    In den Jahren nach 1618 konnten die Menschen einen starken Glauben brauchen –schließlich blieb vielen nur die Hoffnung auf ein besseres Leben im Jenseits. Kriege und Seuchen drohten allerorten, auch der Willkür der Herrschenden war die breite Masse oft hilflos ausgeliefert – das Leben war eine höchst unsichere Sache.

    Kein Wunder, dass viele nur das Schlechteste erwarteten und ängstlich nach Zeichen des Bösen Ausschau hielten – oder gar das jüngste Gericht erwarteten.

    Am 12. August 1654 kam es über ganz Europa . Allgemeine Panik war die Folge. Denn die von der Kirche auserkorenen Astrologen (heute auch Experten genannt) hatten die Verdunklung als sicheres Zeichen des nahen Endes der Welt gedeutet. Das jüngste Gericht stand unmittelbar bevor – davon waren zehntausende Menschen überzeugt.

    Ein Augenzeuge berichtete: „einige hatten das Gerücht verbreitet, dass jeder, der sich zur Zeit der Finsternis im Freien befände, den nächsten Tag nicht mehr erleben würde, was zur Folge hatte, dass sich die Leichtgläubigen in ihren Häusern einschlossen.

    Die Ärzte hießen diese Albernheiten gut .. Und wegen des Gerüchts, dass jeder an diesem Tag sterben müsse, sah man niemals zuvor so viele sich bekehren, zur Beichte gehen oder Buße tun. … Allein die Kirche profitierte von dieser eingebildeten Angst und von der Narrheit des Volkes.

    Die Sonnenfinsternis ging ohne irgendeine Katastrophe vorbei, anders das große Erdbeben, welches Neapel im Jahr 1688 verwüstete: Das Beben dauerte nur drei Minuten, doch schon als der erste Erdstoß gegen vier Uhr nachmittags die Stadt erschütterte, hinterließ er furchtbare Zerstörungen. Auch hier fürchteten die Menschen , dass das Ende der Welt gekommen sei und suchten Trost in der Religion, wie ein Augenzeugenbericht schildert:

     :Eben ietzo ich da schreibe, sind alle Gassen mit bußfertigen Processionen erfüllet. Weiber, Kinder. Alte, Geistliche, Weltliche gehen untereinander. Sie haben sich mit Säcken verhüllet und tragen Dorneenkronen. Viele haben Stricke um den Hals und Fesseln an den Füßen .. Einige gegen fast nackend und triefen von Blut wegen der Geißelung. .. In allen Ecken der Stadt sieht man Priester und Mönche, welche Buße predigen.“

    Doch neben der Religion blüht nach wie vor der Aberglaube. An den Herrscherhäusern beraten Astrologen die Hochwohlgeborenen , das gemeine Volk sucht Rat und Hilfe bei „weisen Frauen“. Man glaubt an Zauberei und noch immer versuchen Alchimisten aus unedlen Metallen Gold herzustellen.

    Die einen wollen die dunklen Mächte für sich nutzen, die anderen fürchten überall das Wirken des Teufels. Hexenjagden finden nach wie vor statt, auch bestimmte Volksgruppen werden immer wieder verfolgt und für allerlei Unbill verantwortlich gemacht. Ob Hagelschlag oder Dürre – irgendjemand musste am Unglück schuld sein. Die Agitation der Kirche dazu war „vorbildlich“.

    —————————

    Quelle: 1000 Jahre europäische Geschichte – Das 17. Jahrhundert von Andrea Dee – Herausgeber Ulrike müller-Kaspar

    Fotos /Aufnahmen: Wikipedia / Panorama der Weltgeschichte Band 2 Bertelsmann Lexikothek (Malereien Albrecht Dürer)

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  • Wallenstein und seine Soldaten – Teil II

    April 27th, 2024

    In zwei großen Heersäulen drangen nun Tilly und Wallenstein nach Norden vor. Tilly schlug Christian IV. bei Lutter im Braunschweigischem, und Wallenstein siegte bei der Dessauer Elbbrücke über die protestantische Partei unter dem Grafen Mansfeld.

    Wehrlos lag Norddeutschland zu Füßen der Eroberer; Maximilian und Ferdinand waren die Herren von Deutschland. Jetzt konnte sich die Gegenreformation ungehindert ausbreiten.

    Aber bald ergab sich, dass die Interessen Ferdinands und Maximilians keineswegs in gleicher Richtung gingen. Wallenstein war sofort an die Ausführung der Pläne gegangen; er vertrieb die Herzöge von Mecklenburg und ließ sich selbst das Fürstentum übertragen. Maximilian aber gedachte weder diese Bedrohung des deutschen Fürstenstandes noch die Übermacht des Kaisers zu dulden, und schließlich wurde Ferdinand von den Fürsten gezwungen, Wallenstein zu entlassen.

    Gewiss hätte sich Ferdinand weigern und gerade mit Hilfe der Wallensteinischen Waffen die Fürsten niederwerfen können, aber er mochte wohl das Gefährliche dieses soldatischen Emporkömmlings fürchten; denn man konnte sicher sein, dass ein überall siegreicher Wallenstein auch nicht mehr gewillt gewesen wäre , sich unter den Kaiser zu beugen.

    Aber es kam alles ganz anders. In dem Augenblick, da Wallenstein das Feld räumen musste, erschien dem am Rande des Abgrunds stehenden Protestantismus der Retter: König Gustav Adolf von Schweden.

    1611, mit siebzehn Jahren auf den Thron gekommen, stand dieser geniale Herrscher , jetzt in der Blüte seiner Manneskraft – ein treuer Lutheraner und ausgezeichneter Feldherr, vor allem aber schwedischer Patriot. Bei seinen Kriegern hielt er auf Gottesfurcht und reine Sitten. Solange er lebte, zeigten die Schweden rühmliche Manneszucht.

    Am 24. Juni 1630 landete Gustav Adolf auf der Insel Usedom. Sein Eingreifen machte in kurzer Frist alles, was der Katholizismus durch Wallenstein und Tilly gewonnen hatte, wieder zunichte. Zwar konnte er es nicht verhindern, dass das Heer der Liga und Pappenheim die die wichtige Stadt und Festung Magdeburg eroberte und entsetzlich verwüstete, aber im September 1631 besiegte er es in der entscheidenden Schlacht bei Breitenfeld, in der Nähe von Leipzig.

    Es war die Lebensrettung für den Protestantismus. Und nun trat Gustav Adolf seines Siegeszug durch Deutschland an.

    ————-

    So geht es dann morgen weiter: In seiner Verzweiflung flehte der Kaiser seinen einstigen Feldherren Wallenstein an, wieder ein Heer zu schaffen.

    ——–

    In Ergänzung zu Wallenstein (Waldstein):

    Jacob Baron von Treuberg Bassevi

    Jacob Bassevi, auch Baschevi, war ein Sohn des aus Italien stammenden Abraham Basch. Bassevi begann in jungen Jahren mit geschäftlichen Aktivitäten und spezialisierte sich erfolgreich zunächst auf den Handel mit Silber, Bestandteil der damals gängigen Währung der Silbermünzen.

    Durch sein Vermögen als Großhändler, Steuereinnehmer von Böhmen und Heereslieferant trug er wesentlich zur Finanzverwaltung der Kaiser Rudolf II., Matthias, und Ferdinand II. aus dem Hause Habsburg bei. Gemeinsam mit anderen Geldgebern gab er diesen finanzielle Kredite, besonders an Ferdinand II., der große Summen für die Durchführung des Dreißigjährigen Krieges und der Rekatholisierung nach der Schlacht am Weißen Berg bei Prag benötigte. Bassevi pachtete ab dem 1. Februar 1622 zusammen mit Hans de Witte, Albrecht von Wallenstein, Karl von Liechtenstein und Paul Michna von Vacínov von Kaiser Ferdinand II. das Münzregal von Niederösterreich, Böhmen und Mähren auf ein Jahr.

    Nach außen trat Hans de Witte als Vertreter des Konsortiums in Erscheinung. Zur Finanzierung der Pacht und um Mittel für die wachsenden Kreditansprüche des sich ausweitenden Krieges aufzubringen, wurden Münzen geprägt, die teilweise nur ein Sechstel des angegebenen Silbergehaltes aufwiesen. Der Handel mit ausländischen Münzen wurde vom Kaiser verboten. Eine gewaltige Inflation der Währung war die Folge.

    Mit dieser Münzverschlechterung der sogenannten Kipper- und Wipperzeit destabilisierte das Konsortium die Versorgungslage der Bevölkerung, was zu Hungersnöten, Plünderungen und sonstigen Grausamkeiten führte. Mit diesem Geld kauften Liechtenstein, Wallenstein, Michna und andere die Güter zwangsenteigneter evangelisch-lutherischer Standesherrn. Wallenstein entlohnte mit Bassevis finanziellen Krediten die Söldner seiner Feldzüge im Dreißigjährigen Krieg. (Auszug Wikipedia + Meyers Lexikon)

    ————

    „Der Krieg muss den Krieg ernähren“ war Wallensteins Motto, und er scheute sich auch nicht Güter und Gelder von der Bevölkerung der Kriegsgebiete zu erpressen. Die Geldgeber, (das Kartell dahinter), halten bis in die Gegenwart ihre Stellung, nur in anderen Gewändern. Das Vorgehen hat nie an Aktualität verloren. Bassevi war übrigens der erste Jude im habsburgischen Reich, der geadelt wurde.

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  • Die Mythen und Rätsel um Albrecht Wenzel Eusebius Wallenstein (Waldstein)

    April 25th, 2024

    machen es erforderlich, ihm wenigstens zwei Kapitel zu widmen. Er war nicht nur ein listiger Feldherr, sondern auch ein Finanzgenie. Wollte Wallenstein gar Kaiser werden? Wir werden es nie wissen. Sicher ist, dass die Mächtigen seiner Zeit ihn so fürchteten, dass sie ihn ermorden ließen.

    Wallenstein (um 1625) – Teil I

    Er war 1583 als Kind protestantischer Eltern geboren. Nach deren frühem Tod brachte ihn ein Oheim in eine Jesuitenanstalt, wo er zur katholischen Kirche übertrat. Später besuchte er die Universitäten Altdorf (bei Nürnberg), Bologna und Padua. In Padua hat er sich, wie so viele Zeitgenossen, bemüht, in die Geheimnisse der Astrologie oder Sterndeutekunst einzudringen.

    Später unternahm er Reisen durch einen großen Teil von Europa – neben Deutschland, England, Frankreich, Holland, Spanien und Italien.

    Eine sehr günstige Heirat brachte ihm großen Grundbesitz in Mähren und ein stattliches Vermögen. Als die Güter der geächteten böhmischen Adligen verkauft wurden, bereicherte er sich weiter durch den billigen Ankauf von 60 Gütern. Kaiser Ferdinand verlieh ihm zum Lohn für geleistete Dienste die Herrschaft Friedland.

    Der Name Wallenstein, der den Kriegsmännern bereits wohlbekannt war, zog Leute aus allen Gegenden an, auch Männer von höchstem Rang.

    Der richtige Blick, mit dem er die Tüchtigsten von ihnen zu Offizieren auswählte, sowie die Strenge mit der er jeden beobachtete, machten aus der bunt zusammengewürfelten Masse bald eine bewunderungswürdige Einheit.

    Schon sein Anblick hatte etwas Furchtgebietendes. Ein seltsames Grauen wandelte auch unerschrockene Krieger an, wenn seine lange, hagere Gestalt durch das Lager schritt. Sie hielten ihn für „fest“ und im Bund mit bösen Geistern. Das Heer, das er dem Kaiser brachte, wurde in Wirklichkeit niemals ein kaiserliches, sondern bleib immer ein wallensteinisches.

    ——-

    Bei Friedrich Schiller geblättert:

    „Wallenstein ist eine gespaltene Figur, in seiner Brust wohnen gleich mehrere Seelen: Er ist ein eitler Zauderer, der den Treulosen vertraut, den Loyalen misstraut und der die vernichtet, die ihn lieben. Nur vordergründig setzt er sich für einen guten Zweck, den Frieden, ein. Insgeheim sieht er sich als neuen Cäsar. Weil er die Macht auf krummen Wegen zu erlangen versucht, scheitert er und wird mit seinen eigenen Waffen geschlagen

    Albrecht von Waldstein, im Volksmund als Wallenstein (Schiller) bekannt, war er der Herzog von Friedland und Sagan und zudem einer der bedeutendsten Feldherren im Dreißigjährigen Krieg. Friedrich Schiller fasste seinen Erfolg und seinen Untergang in der Dramen-Trilogie „Wallenstein“ zusammen, die aus den Stücken „Wallensteins Lager“, „Die Piccolomini“, und „Wallensteins Tod“ bestand.

    Obwohl Schiller viele überlieferte Eigenarten und Neigungen der historischen Persönlichkeit Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, besser bekannt als Wallenstein, aufgreift, so behandelt er ihn und die Ereignisse im Drama doch mit großer dichterischer Freiheit.

    Wallenstein und seine Soldaten – Teil II
    Wallensteins Ermordung /der Prager Frieden /ein nicht enden wollender Krieg, und ein furchtbares Gesamtergebnis

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  • Von Europas scheinheiligen Friedensordnungen, oder der Kunst des „Friedensmachens“

    April 24th, 2024

    Erst verwüsten, dann verhandeln! Das Ende des Dreißigjährigen wurde mit einem „Friedensvertrag“ besiegelt…

    Damit greife ich zwar dem Geschehen zum Dreißigjährigen Krieg mit diesem kurzen Beitrag voraus, aber ich denke, es dient zum besseren Verständnis. Denn Kriege entstehen nicht einfach „nur so“…, oder aus bekannten Gründen, die man uns so gerne auftischen mag.

    Ein Credo hat man sich bis heute bewahrt: „Erst verwüsten, dann verhandeln!“

    Sei es der der Westfälische Friedensvertrag, der „Friede von Versailles“, oder der 2+4 Vertrag von 1990.

    Diese sogenannten „Friedenskonferenzen“ sind und waren nie etwas anderes als die Fortführung eines Krieges. So formulierte es einst George Clemenceau im Zusammenhang mit dem „Frieden von Versailles“. Der französische Diplomat Paul Cambon schrieb: „Mir kommt der Friede vor wie ein Haufen Sprengkörper, die eines Tages in allen Teilen der Welt losgehen.“ Und die frühere französische Kaiserin Eugenie, die Witwe Napoleons III. meinte: „In jedem Artikel dieses Friedensvertrages sehe ich ein kleines Ei, eine Keimzelle weiterer Kriege.“

    Zu keiner Zeit war es anders, nur die Darsteller und die Methoden waren andere. Wenn auch die Darsteller stets der „gleichen Zelle“ entsprungen sind.

    Vor Kurzem erst, habe ich einen Beitrag verfasst – über die Aufklärer von damals. Vor allem zeichneten sie sich durch ihre Skrupellosigkeit aus. Das allerdings erkannte man erst viele, viele Jahre später – nur wenige brachten das intrigante Tun auf Papier. Und noch viel weniger wird heute darüber gelesen. Manches dazu wird auch nicht so gerne publiziert. Die Aufgaben der Aufklärer von damals: natürliche Neigungen abtöten, Vernunft und Gewissen zum Schweigen bringen, und mit den Waffen der Täuschung der Macht der Wahrheit entgegenzutreten.

    Über moderne Netzwerke kommen heute so manche „Aufklärer“ um die Ecke, oder besser zu Wort (also neben den offiziellen Missionaren der öffentlich-rechtlichen Anstalten): Bei dem einen geht es um Gold, Geld und materielle Werte, bei einem anderen stehen Rebellionen auf der Tagesordnung, und wieder ein anderer möchte einfach nur sein Image aufbessern. Jeder von ihnen geleitet so sein eigenes Schäfchen ins Trockene und bedient ein Kartell. Das gelingt ihnen auch gut, denn es gibt genug, die ihnen folgen und es so tun, wie ihnen geraten.

    Doch wieder zurück zu diesen Friedensverträgen: Durch den Westfälischen Frieden waren keineswegs alle Probleme in Europa und im Reich gelöst. Der Krieg zwischen Spanien und Frankreich ging weiter und wurde erst 1659 im Pyrenäenfrieden beigelegt. Bei genauer Betrachtung war es eben kein echter „Frieden“, sondern vielmehr eine Zäsur für Europa.

    Ein neues Europa war entstanden – das Gesamtergebnis auf deutschem Boden war furchtbar. Der einzige Gewinn war die Gleichberechtigung der Bekenntnisse. In der Zeit, in der andere Völker ihren Staat fanden, verloren ihn die Deutschen völlig. Während England, Frankreich, Schweden, die Niederlande und Spanien dastanden als nationale Mächte mit festen Grenzen, war die Mitte Europas eine politische Wüste.

    Wenn wir die einzelnen Perioden „durchlaufen“, sollten wir uns darüber bewusst werden, dass sich die Interessen der „Mächtigen“ über ihre Epochen hinaus bis in die Gegenwart kaum unterscheiden.

    Und so fahren sie/wir fort… Die „Schuldigen“ stehen fest und die Kollektivschuld ist in Stein gemeißelt. Die Auftraggeber haben lediglich ihre Roben gewechselt – und unter dem Gewand der „Heiligkeit“ ist ihnen kein Verbrechen zu groß und keine Täuschung zu abscheulich.

    An dieser Stelle möchte ich noch Immanuel Kant aus seiner Abhandlung „Zum ewigen Frieden“ zitieren: Es soll kein Friedensschluss für einen solchen gelten, der mit dem geheimen Vorbehalt des Stoffs zu einem künftigen Krieg gemacht worden“.

    Dazu führt er folgende Begründung an: „Denn alsdenn wäre er ja ein bloßer Waffenstillstand, Aufschub der Feindseligleiten, nicht Friede, der das Ende aller Hostilitäten bedeutet, und dem das Beiwort ewig anzuhängen ein schon verdächtiger Pleonasm ist.“

    Sowohl in Versailles als auch nach 1945 wurde von den Alliierten dagegen verstoßen. Hinter dem versprochenen ewigen Frieden folgten und lauern weitere Kriege.

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  • Die Schlacht am Weißen Berg

    April 24th, 2024

    Die erste große Schlacht des Dreißigjährigen Krieges fand 1620 am Weißen Berg bei Prag statt. Die Liga, der Bund der Katholiken, siegte über die Union, den Bund der Protestanten. Die Folge war ein fürchterliches Strafgericht gegen die protestantischen Führer in Böhmen, Mähren und Schlesien.

    Tilly war seinen Kriegsherrn unbedingt gehorsam. Er lebte einfach, fast mönchisch. Seine Truppen hielt er in strenger Zucht, wenn er ihnen auch bei gegebener Gelegenheit manches nachsah. Trotz seines Alters – er zählte damals 73 Jahre – war sein dürrer, stählerner Körper allen Anstrengungen gewachsen.

    Im November 1620 kam es zur Schlacht am Weißen Berg bei Prag. In einer Stunde war Böhmens und Friedrichs Schicksal entschieden. Tilly erfocht einen glänzenden Sieg. Friedrich floh Hals über Kopf, als Winterkönig verhöhnt und vom Kaiser geächtet. Er ging nach Holland, wo er auf Kosten seines Schwiegervaters lebte. Sein Land, zugleich mit der Kurwürde, wurde Maximilian von Bayern zugesprochen. Und nun brach ein grausames Strafgericht über Böhmen, Schlesien und Mähren herein.

    27 Führer des Aufstandes wurden als Hochverräter auf dem Alten Markt in Prag hingerichtet, viele andere erhielten schwere Gefängnisstrafen, 480 Edelleute wurden ihrer Güter beraubt. Die protestantischen Prediger wurden aus dem Land gejagt, die Jesuiten und die Mönchsorden kehrten zurück.

    Inzwischen eroberte Tilly das Land des Winterkönigs, die Pfalz. Tilly gegenüber erwies sich der Protestantismus als völlig hilflos, er vermochte sich zu keinerlei gemeinsamem Widerstand aufzuraffen.

    Jetzt glaubte das Ausland die Zeit und die Gelegenheit für gekommen, auf Kosten des so zerrissenen Deutschlands in seine Geschicke eingreifen zu können. Im Dezember 1625 schlossen England, Holland und Dänemark ein Bündnis zum Schutz des Protestantismus. Als ihr Beauftragter erschien Christian IV. von Dänemark mit einem Heer. Zugleich aber trat ein anderer Mann mit einem Heer auf den Plan. Der Kaiser wollte nicht für immer auf die Waffenhilfe Bayerns angewiesen sein. Ein eigenes kaiserliches Heer sollte seine Sache verfechten.

    Der Mann, der ihm dieses schuf, war Albrecht von Wallenstein, eine der interessantesten Gestalten dieser Zeit und der Geschichte überhaupt. Schillers Wort „Von der Parteien Gunst und Hass verwirrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte“ gilt noch heute.

    ———————–

    Morgen lesen wir dann über Wallenstein (um 1625) – Schon sein bloßer Anblick war äußerst eindrucksvoll, und wenn seine lange, hagere Gestalt durch das Lager schritt, wandelte auch unerschrockene Krieger ein seltsames Grauen an.

    ——————-

    In Fortsetzung von:

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