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Klara Fall: das glaube, wer mag

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    September 20th, 2024

    Es herbstet, und so habe ich dann heute auch etwas geerntet: Wurzeln vom Löwenzahn. Jetzt lasse ich sie etwas in der Sonne trocknen, pinsle die grobe Erde ab, und übergieße sie später mit Alkohol. Der Ansatz bleibt dann etwa vier bis sechs Wochen stehen, bevor ich die Wurzellösung in dunkle Fläschchen abfülle.

    Unser Löwenzahn verspricht bereits mit Beginn des Jahres Hochgenuss, und ist ein wertvoller Begleiter über das ganze Jahr hinweg.

    Und wer hat’s gewusst? Löwenzahn enthält neunmal so viel Vitamin C und vierzigmal soviel Vitamin A wie der Salat aus der Plastikfolie und dreimal so viel Eisen wie Spinat

    Der angenehm bittere Geschmack wirkt reflektorisch auf den gesamten Verdauungsapparat. Speichel und Verdauungssäfte beginnen zu fließen. Alle Ausscheidungsdrüsen – Leber, Galle, Milz, Bauchspeicheldrüse, Nieren – werden angeregt. Schlechte Verdauung und Verstopfung werden behoben.

    Zum Herbst setzte ich dann immer eine Tinktur an. Wenn ich die Wurzeln entnehme, achte ich wie bei der Beinwellwurzel immer darauf, das ein kleines Stück der Wurzel stehen bleibt. So kann das Kraut wieder wachsen. Nun mag man meinen, aber der Löwenzahn wächst doch wie Unkraut. Von wegen, in unserem Garten, haben wir über drei Jahre hinweg keinen Löwenzahn gesichtet, und auch keinen Giersch. In diesem Jahr, war die Ernte erfolgreich!


    Hier noch ein Lobgesang auf unseren Löwenzahn: (gefunden bei „Mutter Natur“)

    „Darf ich mich vorstellen: Ich bin ein Löwenzahn.

    Viele Leute nennen mich Gras, aber ich bin ein Freund und komme, um dir zu helfen!

    Meine Blumen sind die erste Nahrung für Insekten nach dem Winterschlaf und im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen habe ich Pollen UND Nektar, nicht nur das eine ODER das andere! Und ich bin großzügig mit ihnen!

    .

    Wenn du mich siehst, denk daran, dass ich der EINZIGE bin, der an diesem bestimmten Ort wachsen will und kann. Weil:

    .

    Entweder ist der Boden zu kompakt/ hart/ gestrampelt und ich möchte ihn für euch mit meinen Wurzeln lockern.

    .

    Oder es ist zu wenig Kalzium im Boden – keine Sorge, das fülle ich für euch mit dem Blättersterben auf.

    .

    Oder der Boden ist zu säure. Aber das werde ich auch für dich verbessern, wenn du mir die Chance gibst.

    Oder natürlich eine Mischung aus den oben genannten Gründen.

    .

    Ich bin hier, weil dein Boden meine Hilfe braucht, also lässt du mich am besten wachsen, ohne mich zu stören! Wenn alles repariert ist, verschwinde ich wieder, versprochen!

    .

    Versuchst du mich vorzeitig mit meiner Wurzel zu entfernen? Wie akribisch du auch bist, ich werde 2x so stark zurückkehren! Nur bis dein Boden verbessert ist.

    .

    Man erkennt sogar an meinem Wachstum, in welchem Stadium meine Hilfe ist. Wenn meine Blätter flach auf dem Boden sind dann bin ich noch lange nicht bereit aber wenn sie alle hoch reichen dann bin ich schon weit unterwegs.

    .

    Mal was ganz anderes ist, dass ich einer der ersten Blüher im Frühling bin, deshalb werde ich Frühling / Sommer für euch bekannt geben.

    Meine Blumen sind übrigens sogar lecker für euch Leute, wusstet ihr das? Früher hieß ich ′′Honig (oder Gold) der Armen ′′, weil meine Blumen so süß sind in z.B. Marmelade, Sauce oder Salat!

    Aber warte bis Ende Mai oder später, bevor du anfängst zu pflücken und selbst dann noch nicht alles aussuchen! Die Biodiversität und die Bienen werden sehr dankbar sein! ”

    ———————

    Der Löwenzahn ist ein wahres Kraftpaket und ein Alleskönner unter den Pflanzen. Als großer Heiler kommt er in der alten Volksmedizin unter anderem für Zähne, Augen, Gehirn, Leber, Verdauung und Haut zum Einsatz. Seine Heilkraft ist viel mächtiger und umfassender als heutzutage bekannt. Sie reicht bis tief in unbewusste Bereiche, vermag Blockaden zu lösen und sowohl Körper wie Seele mit ihrer Sonnenkraft zu durchstrahlen. Der Löwenzahn scheint sich überall dort zu verbreiten, wo er für Tier und Mensch, Leib und Seele, Boden und Umwelt besonders gefordert und segensreich ist: Er hilft bei Infektionskrankheiten, den Folgen von Stress und Umweltgiften und ist damit eine besonders gefragte Pflanze für unsere Zeit.

    ———

    Quelle:

    (Gefunden bei Mutter Natur und Wolf Dieter Storl)

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  • Von der Saatzeit zur Erntezeit – ein Blick in längst vergangene Zeiten unserer deutschen Heimat

    September 20th, 2024

    Ich bin sehr froh darüber, dieses Buch „Auf deutscher Scholle“ (verfasst im Jahr 1935), auf dem Trödelmarkt entdeckt zu haben. Schwups in die Tasche, und für wenige Taler ein wertvolles Stück Geschichte, von Hans von der Nordmark in wunderschöne Worte gefasst, die ich gerne mit euch teilen würde.

    Das Buch ist 80 Seiten lang, und es entstand in einer Zeit als man das Bauerntum noch ehrte, es schätzte und förderte. Denn in diesem sah man nicht nur die Quelle der Ernährung, sondern auch der Erhaltung unseres Volkes.

    Alle Erzählungen dazu, lassen sich nicht in Kürze wiedergeben, aber ich versuche über die nächsten Tage kleine Geschichten zu entnehmen, und setze sie (hoffentlich geschickt genug) aneinander.

    Wir pflügen, und wir streuen

    Den Samen auf das Land;

    doch Wachstum und Gedeihen

    steht nicht in unserer Hand.

    „Deutschland ist arm an Raum, aber reich an Menschen und Hilfsmitteln, um auf beschränkter Fläche die Ernährung seines Volkes sicherzustellen und dazu gewerbliche Rohstoffe zu erzeugen. Die Grundbedingung für den Aufbau des eigenen Lebens und des Volkes ist die Stetigkeit in der Wirtschaftsweise.

    So heißt es: „Wirtschafte vielseitig, vermeide aber die Vergrößerung der Anbaufläche der Früchte, die das deutsche Volk nicht braucht und die in deinem Betriebe unsichere Ernten geben.“ Die Erntemengen müssen gesteigert werden, nicht aber die Getreideanbauflächen, damit Raum bleibt für die Erzeugung anderer wichtiger Nahrungsmittel und Rohstoffe.

    Die Maienzeit schwebt geheimnisvoll durch das Land, der lebensspendende Sonnenblick küsst die Erde und schmückt die Baumkronen mit zartem Grün. Die schaffende Allmutter Erde hat über Garten und Feld ihre Farbenwunder ausgeschüttet. Jede Gegend hat im Frühling ihre eigenen Reize. Wer den Anblicke eines Tulpenfeldes in dieser Zeit genießt, wird von der Farbenwirkung gepackt sein und sie nie vergessen.

    Ja, schön ist Mutter Natur, deiner Erfindung Pracht über die Fluren gestreut.

    Jetzt ist wieder der Juni da. Der Rotklee steht vor der Blüte, die Heuernte kann beginnen. Morgens in aller Früh, die Glocke in Hochbergen kündet die vierte Stunde, da sind die Mäher am Werk. Nach reichlich zwei Stunden ist die Arbeite beendet, dann kommt die Maschine, der Grasmäher und vollendet bis zum Abend den Schnitt. Der Bauer führt die Maschine, der Knecht und die Magd aber verteilen die Schwaden fein säuberlich über das Feld, sie streuen den Klee.

    Bis in den September hinein, blüht die Heide, dann ist Pracht vorbei. Die Heide honigt nicht mehr. In günstigen Jahren ist der Honigertrag sehr gut, und wer schätzt ihn nicht, den schönen herben Heidehonig? Verregnet aber der August, oder sind die Tage kalt und windig, dann gibt’s nur geringe oder keine Erträge in der Heideblüte. Das sind schwere Jahr für den Imker, den die Zuckerfütterung muss nun ersetzen, was die Natur in ihrer Launenhaftigkeit versagte.

    Erntezeit:

    „Nun störet die Ähren im Felde, ein leiser Hauch;

    Wenn eine sich beugt, so bebet die andere auch.

    Es ist, als ahnten sie alle

    der Sichel Schnitt – die Blumen und fremde Halme

    erzittern mit.“

    Am frühen Morgen streben die Mäher aufs Feld. Im Kleinbetrieb fallen die Halme unter die Sense, und die Binderin bündelt das Korn. Vor Jahren wurde auch auf den großen Besitzungen alles Korn mit der Hand gemäht. Die Mäher waren stolz auf ihre Leistungen, und die Binderinnen wetteiferten mit ihnen.

    Der Tag versinkt, die Dämmerung folgt. Der Tau legt sich auf die Gefilde. In den Wiesengründen wallt der Nebel. Kein Lüftchen regt sich , still ist’s, mucksmäuschenstill. Am Osthimmel steigt der Mond empor, und er wirft sein Silberlicht auf die schlafende Flur. Die Wachtel schlägt, schlägt rastlos bis Mitternacht, und wer es hört, der hemmt den Schritt und horcht auf den poesievollen Ruf, der heute so selten erklingt. Erntezeit – Erntezauber!

    Der Bauer hat durch die Jahrhunderte hindurch einen harten Kampf ums Sein kämpfen müssen. Die weltlichen und geistlichen Herren forderten von ihm einen Teilertrag seines Schaffens. Was im Schweiß erstand, wurde im zügellosen Hofleben vergeudet. Wenn die Kriegsfurie durchs Land raste , und das war nicht selten in früherer Zeit, dann zahlte der Bauer an Geld und Gut bis zum Weißbluten an Freund und Feind. Was vieljähriger Fleiß und strengste Sparsamkeit zusammengetragen hatten, ging in Augenblicken dahin.

    Die verkommenen feindlichen Scharen hausten erbarmungslos auf den Höfen. Was nicht genommen wurde, wurde vom Feuer gefressen. Ganze Dörfer fielen in Schutt und Asche. Die Bauern der so gestraften Gegenden wurden bitterarm, sie verloren alles und viele auch das Leben. Unmenschlich hat das Landvolk gelitten, aber Mut und Lebenswille gingen nicht verloren. Und wieder wuchs der Wohlstand in den Dörfern.

    ——————————

    Heidebilder von Detlev von Liliencron:

    Tiefeinsamkeit spannt weit die schönen Flügel,

    Weit über stille Felder aus.

    Wie ferne Küsten grenzen graue Hügel,

    Sie schützen vor dem Menschengraus.

    Im Frühling rauscht in mitternächtiger Stunde

    Die Wildgans hoch in raschem Flug.

    Das alte Gaukelspiel: in weiter Runde

    Hör ich Gesang im Wolkenzug.

    Verschlafen sinkt der Mond in schwarze Gründe,

    Beglänzt noch einmal Schilf und Rohr.

    Gelangweilt ob so mancher holden Sünde,

    Verläßt er Garten, Wald und Moor.

    *

    Die Mittagssonne brütet auf der Heide,

    Im Süden droht ein schwarzer Ring.

    Verdurstet hängt das magere Getreide,

    Behaglich treibt ein Schmetterling.

    Ermattet ruhn der Hirt und seine Schafe,

    Die Ente träumt im Binsenkraut,

    Die Ringelnatter sonnt in trägem Schlafe

    Unregbar ihre Tigerhaut.

    Im Zickzack zuckt ein Blitz, und Wasserfluten

    Entstürzen gierig feuchtem Zelt.

    Es jauchzt der Sturm und peitscht mit seinen Ruten

    Erlösend meine Heidewelt.

    *

    In Herbstestagen bricht mit starkem Flügel

    Der Reiher durch den Nebelduft.

    Wie still es ist! Kaum hör‘ ich um den Hügel

    Noch einen Laut in weiter Luft:

    Auf eines Birkenstämmchens schwanker Krone

    Ruht sich der Wanderfalke aus;

    Doch schläft er nicht, von seinem leichten Throne

    Äugt er durchdringend scharf hinaus.

    Der alte Bauer mit verhaltnem Schritte

    Schleicht neben seinem Wagen Torf.

    Und holpernd, stolpernd schleppt mit lahmem Tritte

    Der alte Schimmel ihn ins Dorf.

    *

    Die Sonne leiht dem Schnee das Prachtgeschmeide;

    Doch ach! wie kurz ist Schein und Licht.

    Ein Nebel tropft, und traurig zieht im Leide

    Die Landschaft ihren Schleier dicht.

    Ein Häslein nur fühlt noch des Lebens Wärme,

    Am Weidenstumpfe hockt es bang.

    Doch kreischen hungrig schon die Rabenschwärme

    Und hacken auf den sichern Fang.

    Bis auf den schwarzen Schlammgrund sind gefroren

    Die Wasserlöcher und der See.

    Zuweilen geht ein Wimmern, wie verloren,

    Dann stirbt im toten Wald ein Reh.

    *

    Tiefeinsamkeit, es schlingt um deine Pforte

    Die Erika das rote Band.

    Von Menschen leer, was braucht es noch der Worte,

    Sei mir gegrüßt, du stilles Land.

    (1883)

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  • Auf ein Wochenende:  Ereignisse wie aus einem langen Urlaub,

    September 19th, 2024

    … und doch waren wir nur zwei Tage unterwegs. Erlebnisse, Eindrücke und Erkenntnisse im Schnelldurchlauf.

    Am Freitag, dem 13.

    … machten wir uns gleich nach Feierabend auf den Weg …

    Bevor ich loslege, noch eine kurze Geschichte zum Freitag, den 13.

    Na, wer hätte das gedacht? Dass dieses Datum als Unglückstag verrufen wurde, ist christlichem Einfluss zu verdanken.

    Denn bei den Germanen war der Tag (mhd. fritac, ahd. friatag) der Göttin Freya (Frigg) gewidmet, der Beschützerin von Haus und Familie, der Hüterin der Liebe und des ehelichen Glücks, und wurde als Freudentag begangen.

    Um das Gedenken an die heidnische Göttin auszulöschen, machten Missionare den Tag zum Sterbetag Jesu, zu einem Schreckens-, Trauer- und Fastentag. Im ma. Volksglauben hatte sich Judas an einem Freitag erhängt. Dem Aberglauben galt der Tag als derjenige der Hexenausfahrt. An einem Freitag geborene Kinder galten als Unglückskinder, an einem Freitag soll man keine Mägde und Knechte einstellen und keine Unternehmungen beginnen.

    In völlig andere Richtung geht die etymologische Namensdeutung der Volksmedizin: der Freitag mache frei von Krankheiten, an einem Freitag geerntete Heilkräuter besäßen besondere Wirkkraft, auch für das Nägel- und Haareschneiden sei der Freitag günstig, besonders bei zunehmendem Mond.

    Sofern der Freitag auf den 13. eines Monats fiel, wurde er durch die verrufene Zahl noch ominöser…

    Aber das nur am Rande.

    So war es dann am nächsten Morgen: Übernachtet haben wir in einem wunderschönen Mischwald zwischen Heiden und Groß Reken mit einem einladenden Picknickplatz. Von hier aus haben wir uns dann auf den Weg gemacht, zu den Düwelsteenen. Das sind 25 Findlinge , die vor etwa 4000 Jahren ein Steinkammergrab bildeten.

    Wieder ein weiterer Punkt/Ort, den wir aufgesucht /gefunden haben, auf dem Weg der großen Steine (Megalithkultur). Verbindet man diese Punkte, dann ergeben sich Linien, die man auch Ley-Linien nennt

    Dazu aber mal an anderer Stelle mehr…

    Wir schauen uns um, was es noch alles zu entdecken gibt.  

    Achtet nur mal bei den Fotos darauf, wie sich die Eiche mit dem Steinkammergrab verbunden hat, und wie behütend sie ihre Äste über dem Grab ausstreckt. Wieder ein guter Ort – ein Kraftort.

    Wir sind nun auf der Suche nach einem Schlafplatz, oder besser: Auf der Flucht vor Windrädern…

    Wir kennen ja viele Orte in Deutschland, die von diesen unsäglichen Teilen umzingelt sind, aber die Region ehemals Naturpark „Hohe Mark“ übertrifft nahezu alles bisher Erlebte….

    Unfassbar, dieser Raubbau an der Natur.

    Einen guten Platz haben wir dann vor Sonnenuntergang doch noch gefunden. Ein Windrad sehen wir, allerdings in etwa 2 Kilometer Luftlinie, aber es dreht sich nicht… (vermutlich kriegt es gerade keinen Strom).

    Zuvor sind wir am Kranenmeer entlang spaziert, und später verweilten wir am Artesischen Brunnen, wo wir uns frisches Wasser in den Kanister“ abgefüllt haben, das nun unsere Gläser füllt. Von solchen Trinkwasserquellen gibt es einige in Deutschland, die meisten liegen in Baden-Württemberg. Aber diese hier in NRW kann man gut erreichen. Ich bin auch noch ein bissl durchs Kneippbecken gewatschelt. Schön war’s!

    Weniger schön war der Eindruck am Kranenmeer, ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet, in herrlicher Lage…Wenn es nur nicht von Windrädern umzingelt wäre. Das ist erschreckend anzuschauen. Mit der Drohne haben wir Aufnahmen gemacht, damit ihr euch das besser vorstellen könnt. Hier >über einem ausgewiesenen Naturschutzgebiet (Kranenmeer Heiden) . Wir haben auf unserem Spazierweg, die Flügel dieser unsäglichen Windräder schlagen hören.. Schrecklich!

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    Nun lassen wir den Tag ausklingen, und genießen den Abend, jedoch sind wir auch immer in Gedanken an die Menschen in den Hochwassergebieten, und verfolgen die aktuellen Meldungen.

    Am nächsten Tag, bereits auf dem Heimweg, das haben wir noch entdeckt: Eine über 1500 Jahre alte Eiche in Erlen ,(Femeiche),

    > siehe dazu Beitrag am Ende

    ein schönes Schloss in herrlicher Lage (Raesfeld)

    und

    eine Hexenbuche an einem magischen Ort.  Die Süntelbuche steht ca. 5km nordwestlich von Haltern in einem urigen Wald.

    Das Gelände ist mittlerweile eingezäunt und soll aus Schutzgründen nicht betreten werden. Aus der Ferne haben wir dennoch ein paar schöne Aufnahmen machen können.  „Die im Volksmund auch als “Hexenbuchen” bekannte Baumgruppe stellt seit Jahrzehnten ein beliebtes Ausflugsziel für Erholungssuchende im Waldgebiet der Hohen Mark dar. Der skurrile Wuchs dieser auch als Süntel-Buchen bezeichneten Bäume ist, so weiß man heute, auf einen genetischen Defekt zurückzuführen. Dennoch werden immer wieder die unterschiedlichsten Geschichten zur Ursache des Krüppelwuchses in der Bevölkerung erzählt: Von Hexentreffen unter den Buchen, Erdstrahlen-Theorien oder Erzadern nahe der Erdoberfläche ist dort zu hören. Die Hexenbuchen stellen ein einzigartiges und für die Umgebung prägendes Naturdenkmal dar, das in Folge der großen Schneelasten im Winter 2005/2006 zu einem großen Teil zerstört wurde.“

    Und nun, wieder daheim, schlürfen wir genüsslich vom köstlichen Quell des Artesischen Brunnens von Heiden.

    Nun möchten wir euch auch wissen lassen, wie sich die Werte zum herkömmlichen Trinkwasser und gegenüber Filterwasser darstellen. Wir haben mit unserem Messgerät gemessen:

    Trinkwasser      ppm 578                TDS 442

    ——————————————————-

    Gefiltert                    297                        224

    ——————————————————–

    Artesische Quelle      63                            83

    ——————————————————–

    Die Werte zum Trinkwasser überraschen nicht, wenn es das auch nicht besser macht.

    Wir filtern hauptsächlich mit dem herkömmlichen Britta-Filter. Aber am besten ist eben doch das Wasser aus der Quelle.

    Und nun noch ein paar Infos zu den Artesischen Quellen:

    „Artesische Quellen, die aus dem tiefen Untergrund entspringen, bieten Wasser von außergewöhnlicher Reinheit und Vitalität.

    Dieses Wasser, das über Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende gereift ist, besitzt eine einzigartige kristalline Clusterstruktur und zeichnet sich durch seine hohe energetische Qualität aus.

    Das Quellwasser ist nicht nur lebendig, dynamisch, verwirbelt, gefiltert und voller Energie, sondern hat noch eine weitere bemerkenswerte Eigenschaft: Seine kleinen kristallinen Cluster können Schadstoffe und Keime im Körper einfangen und ausschwemmen.

    Artesisches Wasser mit sechseckiger Struktur zeichnet sich nicht nur durch eine fein abgestimmte Clusteranordnung aus, sondern auch durch die Fähigkeit, Verunreinigungen und Krankheitserreger einzuschließen und auszuleiten.

    Darüber hinaus zeichnet sich diese Wassersorte durch eine lange Lebensdauer und eine bemerkenswerte Selbstreinigungskraft aus.

    Artesisches Wasser, das aus großer Tiefe stammt und den Weg durch verschiedene Gesteinsschichten bahnt, bleibt von den Auswirkungen der menschlichen Zivilisation, wie z. B. dem Vorhandensein von Düngemitteln, Rückstände von Pestiziden und Arzneimitteln, abgeschirmt.

    Der Weg des Wassers von artesischen Brunnen bis in unsere Gläser ist ein Beweis für das ausgeklügelte Filtersystem der Natur.

    Die sechseckige Struktur, die diesem Wasser eigen ist, trägt zu seiner Fähigkeit bei, den menschlichen Körper zu entgiften und zu beleben.

    Auf seinem Weg durch die unterirdischen Tiefen durchläuft das artesische Wasser einen natürlichen Filterungsprozess, der frei von äußeren Verunreinigungen ist.

    Die sechseckigen Strukturen verbessern nicht nur den Geschmack und die Beschaffenheit des Wassers, sondern spielen auch eine entscheidende Rolle bei seiner Fähigkeit, als reinigendes Elixier für unseren Körper zu wirken.“ (aus: ZEITGESUND)

    Na dann: „Zum Wohle“!

    Die Erler Femeiche – von der Ehrfurcht vor einem stattlichen Baum, seiner uralten Geschichte und von „Lügen“ um ihn herum

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  • Die Erler Femeiche – von der Ehrfurcht vor einem stattlichen Baum, seiner uralten Geschichte und von „Lügen“ um ihn herum

    September 19th, 2024

    Nun wie versprochen, noch ein paar Worte zu den Begegnungen, Ereignissen und Erfahrungen von unserem Wochenend-Ausflug. Ich beginne mal mit der Erler Femeiche, da uns hier, im Angesicht dieses uralten Baumes, die Berichterstattung aus den öffentlich-rechtlichen Reihen bitter aufgestoßen ist.

    Und wieder wird deutlich: Was die „Verantwortlichen aus den uns bekannten Reihen“ wie aus dem „Effeff“ beherrschen, ist das Herunterkorrigieren von Zahlen. Die meisten unter uns kennen das ja bereits aus den Veröffentlichungen an anderer Stelle, explizit sei hier auf das Herunterkorrigieren der Zahlen über die tatsächlich zu Tode gekommenen deutschen Soldaten und der Zivilbevölkerung in den vielen Jahren nach Kriegsende verwiesen.

    Doch jetzt zurück zur Erler Femeiche. Als wir in Erlen, einem kleinen Ort nahe Raesfeld eintrafen, um die Eiche zu bewundern, standen wir vor einer großen Baustelle. Kein Hinweis, kein Vermerk, wie man näher an die Eiche gelangen kann, die inmitten eines Wohngebietes steht, umgeben, von weiteren alten stattlichen Eichen. Wir liefen also einmal im Karree und kamen der Eiche etwas näher, leider nur bis vor einen Bauzaun. Dort entdeckten wir dann eine Kästchen mit Informationen zur Eiche vom Heimatverein Erle e. V.

    Aus meinen alten Büchern konnten wir ja schon einiges über diesen alten Baum erfahren. Zum Teil (aber nur zum Teil!) decken sich diese Informationen aus alten Zeiten mit den aktuellen des Heimatvereins.

    So steht geschrieben:

    Die Femeiche wurde vielleicht schon zu germanischer Zeit als Kultstätte genutzt. Manche benutzten die Bezeichnung „Ravenseiche“, was darauf hindeutet, dass der Baum dem höchsten germanischen Gott Wotan (Odin) geweiht war. Die Raben waren das Symbol für diese Gottheit. Auch die Bezeichnung „Aßenkamp“ für die Umgebung des Baumes zeigt dies, denn Asen meint germanische Götter. Daraus bestätigt sich das Alter des Baumes, der schon vor der Christianisierung in der Zeit Karls des Großen (742 – 814 n. Chr.) ein mächtiger Baum gewesen sein muss. Die Missionare fällten die „heidnische Eiche“ jedoch nicht, sondern errichteten in der Nähe des Baumes eine Kirche. Heute befindet sich dort die Pfarrkirche St. Silvester.

    In unserem Buch aus den 1980er Jahren steht geschrieben: „Auch mit 1500 Jahren grünt die die knorrige Femeiche noch jeden Sommer. Als sie das erste Mal Blätter trug, war noch nicht einmal Karl der Große geboren.

    Und weiter: „Die Femeiche (genaue Art: Stieleiche = quercus robur) ist einer der ältesten Bäume Deutschlands. Aufgrund ihres Stammesdurchmessers (noch 1892 in Brusthöhe gemessen) von 4 bis 5 Meter schätzen einige ihr Alter sogar auf mehr als 1500 Jahre.

    Allerdings wurde vom Heimatverein (nach Vorgabe von Fachleuten /Experten… ) das Alter herunterdatiert. Denn diese sogenannten Experten halten ein Alter des Baumes von wesentlich mehr als 1000 Jahren für unwahrscheinlich. (siehe auch Beitragsfoto).

    Dem nicht genug. Wikipedia setzt noch einen drauf und lichtet folgende Info ab: Die Femeiche wäre mit 600 bis 800 Jahren eine der ältesten Eichen Deutschlands.“ Wenn man so was liest, ja, dann bleibt einem wirklich die „Spucke weg“.

    Was geschah im Laufe der Zeit Im Schatten der Eiche? Laut einer Überlieferung tagte im Mittelalter das geheime Femegericht (Feme = Gericht, Strafe), das damals „den vryen stoel tum Aßenkampe“ genannt wurde. Femegerichte waren in dieser Zeit besonders in Westfalen verbreitet. Sie urteilten im Namen des Königs Schwerverbrechen wie Mord, Raub, Brandstiftung und Meineid, welche bei Schuldspruch die Todesstrafe durch den Strang nach sich zogen.

    Und was ist das End an der G‘schicht? Für uns ganz klar: Traue den Experten nicht! Es lässt sich nahezu auf allen Ebenen unseres irdischen Lebens beobachten: Eine kleine Elite sendet Kreaturen aus, mit dem Auftrag alles Wissen aus der Vergangenheit zu verändern, umzuschreiben oder gar zu löschen. Auf unseren Reisen und Ausflügen erleben wir diese Art der Vorkommnisse zuhauf, sodass es sich gewiss auch hier nicht um „Zufälle“ handeln dürfte.

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  • Um zu wissen, dass man nichts weiß, muss man schon einiges Wissen. Aber was wissen wir schon?

    September 19th, 2024

    Ein paar Gedanken zur Wochenmitte:

    Es sind nahezu immer die gleichen Vorgänge, Inhalte, die uns ereilen, und das offenbar, seit wir denken können, Es scheint, als seien wir Darsteller in einem Drehbuch, mit eben den gleichen Inhalten wie dazumal, nur der jeweiligen Epoche angepasst.

    Wenn wir unsere Dichter und Denker aus längst vergangenen Zeiten zitieren, gleichen die dort beschriebenen Vorgänge oft denen der Gegenwart., Mehr als einmal rufen wir dann voller Erstaunen aus: „Schau, so hat es sich schon damals zugetragen. In der Tat: Manches, was wir wiedergeben, wirkt tatsächlich wie ein Abklatsch.

    Heute möchte ich aber nicht unsere alten Meister zitieren und einen Vergleich anstrengen.

    Mir kam gerade etwas ganz anderes in den Sinn.

    Kennt ihr das auch, dass ihr in der Vergangenheit ein Buch gelesen habt, oder wie hier in dem Fall einen Film geschaut, dessen Titel euch nicht mehr eingefallen ist, ihr aber vage die Handlung nacherzählen könnt? Als heute morgen wieder einige Leute auf ihrem E-Roller vor unserem Haus vorbeirauschten, unter einem schrecklich düsteren Himmelszelt, kam mir dieser Film wieder in den Sinn. Lange ist’s her, denn Filme aus der Science Fiktion Rubrik schaue ich eher ungern.

    Das muss damals zum Ende der 1980er Jahre gewesen sein. Ich erinnere mich an irgendwelche Mikrowellen, mit denen gesprochen wurde, was man essen möchte, und zack kam das Essen raus. Draußen drehten sich die Flügel von Windrädern, es war dunkel. Auch am Tag war der Himmel stark bewölkt. Die Menschen agierten wie ferngesteuert, bei allem, was sie taten. Auf den Straßen fuhren Kinder mit hoher Geschwindigkeit auf Rollschuhen und Rollern über die Straße. Schwache Erinnerungen, aber ich wollte wissen, wie der Film heißt.

    Beruhend auf meinen Suchkriterien, gelangte ich zu „Rollerball“, einem US-amerikanischer Science-Fiction-Film der Produktionsfirma United Artists aus dem Jahr 1975. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob es sich wirklich um den von mir gesuchten Film handelt.

    Egal, ich habe mal nachgelesen, worum es in diesem hier ging:

    Rollerball (1975): Der nahezu ausnahmslos in München gedrehte Spielfilm mit James Caan in der Hauptrolle basiert auf einer Kurzgeschichte von William Harrison, der auch das Drehbuch schrieb. Gegenüber seinen Studenten (während eines Kurses über das Schreiben für die Leinwand um 1989) soll Harrison über den Regisseur des Films von 1975, Norman Jewison, gesagt haben: „Er hat alles mit meinem Drehbuch gemacht, außer es zu benutzen.“

    Die Handlung:

    Im Jahr 2018 sind die Nationen der Welt durch ein Konglomerat globaler Konzerne ersetzt worden, die jeweils auf ein einzelnes „Produkt“ spezialisiert sind: Energie, Transport, Nahrung etc. Individualismus und Selbstbestimmtheit treten zugunsten von durch die Exekutiven der Konzerne garantierten Sicherheit und Luxus in den Hintergrund. Jeder Konzern kontrolliert jeweils eine Stadt. Ein zentrales Mittel, die Massen ruhig und bei Laune zu halten, ist der brutale Sport Rollerball, eine Mischung aus Hockey, Roller Derby, Motorradrennen und Football, der nicht nur Kriege, sondern auch alle anderen Sportarten ersetzt.

    Gleichzeitig lassen die Konzerne zu, dass Teile des zentral gespeicherten Wissens der Menschheit in Vergessenheit geraten; die Vergangenheit geht verloren, jeder kritischen Nachfrage wird somit die Grundlage entzogen.

    Jemand machte sich immer mehr Gedanken über die herrschenden Verhältnisse und möchte mehr über die Geschichte der Konzerne und die herrschenden Kräfte herausfinden. Sein Einfluss ermöglicht ihm einige Nachforschungen, jedoch stellt sich heraus, dass alle Geschichtsbücher vernichtet und alle enthaltenen Informationen in einen Computer eingespeist wurden, der jedoch fehlerhaft ist. Zeitgleich zeigt sich die moralische Verkommenheit und Ignoranz der herrschenden Klasse.

    —————

    So trägt es sich wohl zu, in einem eigens dafür geschaffenen „Netzwerk“ –

    Und das wissen wir ganz sicher: Netze werden normalerweise verwendet, um etwas zu fangen.

    1984 hat man in Europa noch über Orwell gelacht – jetzt nicht mehr.

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  • Wenn es denn keine Zufälle sind…

    September 11th, 2024

    Ein Ereignis jagt das Nächste, allein die Nachrichtenflut des gestrigen Abends auf meinem Heimatportal Görlitz war schon bemerkenswert. Das ist ja längst nicht alles…

    Überall liest man von Bränden (nicht nur am Brocken), gefolgt von beunruhigenden Wetterwarnungen, heute Morgen dann der Bericht aus Dresden zur Carolabrücke.
    Mal abgesehen von dem täglichen Wahnsinn, der uns von politischer Bühne aus, ohne Unterbrechung ereilt. All das hinterlässt einen faden Beigeschmack und rein intuitiv werde ich das Gefühl nicht los, dass es sich bei all diesen (unschönen) Ereignissen nicht um Zufälle handeln dürfte…

    Aber wie gesagt, rein intuitiv, und mein Gefühl trügt mich nur selten. Wir werden sehen, wie es sich in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten weiter zutragen wird. Wir leben in unruhigen Zeiten. Allerorten herrscht Chaos, daraus resultieren Unsicherheiten und Zukunftsängste. Wenn es denn keine Zufälle sind, dann sind es wohl Interessen einer bestimmten Gruppe, die hier in Umsetzung gehen. Das wiederum deckt sich mit den Ereignissen aus längst vergangenen Zeiten. Natürliche Umstände waren auch da nicht zugange…

    Ich glaube, das Einzige, wie wir diesem Kessel, in dem die Suppe immer höher brodelt, entfliehen können, ist es, unsere eigenen Stärken und Fähigkeiten zu erkennen und sie zu nutzen, um auf dem Boden zu bleiben, auch wenn es schwierig wird.
    „Den täglichen Wahnsinn gib uns heute“? Nichts da! Im Grunde genommen ist es nur unser Verstand, der uns unsicher und unglücklich macht. Das erinnert an ein Zitat von Shakespeare, der da sagte: „Nichts ist einengender als das Gefängnis unserer eigenen Wahrnehmung.“

    Machen wir also das Beste draus. Doch mit „klugen“ Worten ist gerade Niemandem geholfen, aber vielleicht mit guten Wünschen: Daher möchte ich auf diesem Weg, überall dorthin, wo das Unwetter toben soll, alles erdenklich Gute wünschen. Möge das unsäglich Herbeigeführte ohne Schaden zu nehmen vorüberziehen, mögen die Menschen kein Leid erfahren. Passt auf euch auf!

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  • Ein Volksstamm, der eine Wüste zum Blühen brachte – seine Denker und Dichter

    September 11th, 2024

    Unternehmen wir noch einen kurzen „Schwenker“ in die Anfänge des 11. Jahrhunderts, die der Wiedergewinnung alten germanischen Bodens.

    Schlesien, Ostpreußen, Westpreußen und Pommern sind Gebiete, die 7 Jahrhunderte und mehr von germanischen Stämmen bewohnt waren. Als dieses west- und südwärts zogen, kamen Slawen ins Land. Doch dieses Slawen waren nicht in der Lage, den Boden zu bewirtschaften, Wälder zu roden, um Anbaugebiete zu schaffen. Deshalb übergaben sie das unbewohnte Land und die unbewohnbaren dichten Wälder den Deutschen. Aus den alten germanischen Stämmen kamen Franken, Thüringer, Flamen und viele andere nach Schlesien. Unter schwersten Bedingungen schufen diese Deutschen Dörfer und Städte und brachten eine Wüste zum Blühen, und ließen auf altem germanischen Boden neues Leben erwachsen.

    Und noch etwas: Unser Volksstamm, soweit wir zurückblicken können, besaß dichterische Begabung. Er wusste, die bunte Menge von Gestalten und Handlungen zu erfinden, die den Inhalt einer Mythenreihe ausmachen. Später, als die Germanen lange Zeit bei den südlichen Nachbarn in die Schule gegangen waren, erhob sich ihre bildende Kunst zu freien, großen Schöpfungen.

    Wusstet ihr, dass allein aus der Provinz Niederschlesien mit der Hauptstadt Breslau 13 Nobelpreisträger stammen?

    • 1908 Paul Ehrlich
    • 1912 Gerhart Hauptmann
    • 1918 Fritz Haber
    • 1931 Friedrich Bergius
    • 1934 Otto Stern
    • 1950 Kurt Alder
    • 1954 Max Born
    • 1963 Maria Goeppert-Meyer
    • 1964 Konrad Bloch
    • 1987 Georg Bednorz (Kind schlesischer Eltern)
    • 1994 Reinhard Selten
    • 1999 Günter Blobel(geb. 1936, er kam mit seinen Eltern als Vertriebener aus Sohrau-Niederschlesien- nach Dresden, ging nach Abitur und Studium nach Amerika – da er in der DDR keine Unterstützung zur Forschung bekam).

    Auch das deutsche West- und Ostpreußen hat Nobelpreisträger:

    • 1920 Walter Nernst
    • 1901 Emil Behring
    • 1911 Wilh. Wien
    • 1956 Werner Forssmann
    • 1963 Fritz Lippmann

    Aus dem deutschen Sudetenland: 1905 Philipp Lenard

    Weitere größere Persönlichkeiten aus dem zum deutschen Reich gehörigen Ostdeutschland sind Imanuel Kant, Kopernikus,  Knobelsdorf,  Schopenhauer, Virchow,

    Borsig, Langhans, Fahrenheit , A. Menzel (Maler) , B. Grzimek  Zoologe)

    Kurt Masur (Dirigent).

    Dort wo der Zobten gipfelt: ein Berg der Götter, der Illyrier, Druiden und Kelten, und das Wahrzeichen Schlesiens (Teil I)
    Der Zobten – Teil II
    Der Zobten Teil III – eine kurze Zusammenfassung

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  • Fragen über Fragen – Vaterländische Klagen

    September 9th, 2024

    Vielleicht wiederhole ich mich, aber ich möchte es dennoch nicht unerwähnt lassen. So hatte ich in den 1990-er Jahren eine Diskussion (über die aktuelle politische Lage) mit meiner Mutter. Ich Naseweis (damals gerade mal 28 Jahre alt) unterbrach sie, und meinte: „Ach Mutter, so schlimm wird es schon nicht kommen“, Darauf hin meinte sie nur: „Doch, denn es kommt noch schlimmer“…

    Es liegt mir also fern, jemanden belehren zu wollen. Denn niemand kann sich davon frei sprechen, die Entwicklung im Land, wenn auch unbewusst, mit vorangetrieben und unterstützt zu haben. Auch ich habe in meinen jungen Jahren nicht erkannt, was da bereits im „Rollen“ war, und nun als Lawine über uns hinwegzieht.

    Und auch das wurde mir von meinem Elternhaus mit auf den Weg gegeben: „Wenn die Deutschen weiter in diese Restaurants und Imbissbuden aus fremden Ländern strömen, wird es bald keine deutschen Gaststätten mehr geben. Die deutsch-regionale Küche stirbt aus.

    Dazu eine kleine Anekdote aus der persönlichen Erfahrungskiste:

    Kurz nach unserer Flucht in den „Westen“ ´, also mit Grenzübertritt, nahmen sich Journalisten unserer an, um uns über einen gewissen Zeitraum zu begleiten. (Im Rahmen einer Projektarbeit der öffentlich-rechtlichen Medienanstalten). Wir sind ja noch vor der offiziellen Wende ins Westliche gezogen. (Mein damaliger Ehemann mit mir und unseren beiden Kindern).

    Diese Journalisten führten uns dann auch in die westdeutsche Esskultur ein:

    „Und hier findet ihr die Perversität des deutschen Essens. So nannten sie die „Mahlzeiten“ bei einem amerikanischen Fast Food- Riesen, und fügten hinzu: „Ein echter Magnet für unsere Bürger“.

    Was wir allerdings nicht verstanden haben, war, warum diese Journalisten uns einerseits erklärten, dass das Essen dort „pervers“ sei, sie dort aber regelmäßig einkehrten.

    Hinzu fügten sie: „Leckerer ist es beim Griechen, da gibt es „Gyros Pita“. Neugierig geworden, wollten wir diese Pita mal probieren. Denn als Mitteldeutsche aus dem Raum Sachsen kannten wir bis dahin den Broiler ( gegrilltes Hähnchen), die Bulette und die dicke Bockwurscht oder die Thüringer Bratwurst mit ordentlich Senf im leckeren Brötchen. Ach ja, und den Rollmops.

    Das gab’s hier in den westlichen Gefilden auch – angelehnt zumindest. Nur mit anderen Namen wie Hot Dog, Burger, Chicken u. s. w.

    Nach der theoretischen Einführung in die amerikanische Ess-Kultur folgte die, in die italienische: Pizza!

    Na gut, das belegte Brot mit Schinken und Ananas kannten wir schon. Sowie einige andere Gerichte auch. Auch Nudeln mit Fleischwürfeln und Tomatensoße waren uns nicht fremd.

    Aber was soll’s. Über die Zeit lernten wir, dass es „chic“ war, italienisch Essen zu gehen. Das waren die Maßstäbe, die man hier setzte: „Wir gehen heute Italienisch essen“, gefolgt von „wir waren beim Chinesen“, oder: Das Thai-Restaurant an der Ecke hat neu eröffnet, da müssen wir unbedingt hin.“

    Die Aussage: „Wir essen mediterran“ übertönte Sätze wie: Wir haben‘s uns bei einer guten Bulette mit Salzkartoffeln und Mischgemüse beim alten Fritz gemütlich gemacht. Köstlich war das Bierchen aus seiner eigenen Brauerei.“

    Dafür tönte es aus vielen Reihen: beim Türken war’s richtig lecker. Vielleicht nicht so exklusiv, aber es gehört sich schon, hier einen Döner zu essen. Und so nahm es seinen Lauf… Die Nachfrage war groß, und ein Döner-Laden reihte sich an den nächsten.

    Ich persönlich habe keine dieser Döner-Buden aufgesucht. Wenn mal jemand die Frage stellte, warum ich den Döner nicht mag, habe ich kurz geantwortet: Ich mag’s lieber deutsch. Und tatsächlich kaufte ich diese Art der belegten Brote lediglich an der heißen Theke in unserem REWE Markt.

    Nun, was will ich damit sagen? Ganz einfach: Wir hatten es in der Hand, und haben es „verspielt“…

    Es verhält sich ähnlich wie mit unserer Sprache: Der Deutsche ist von jeher geneigt, Fremdes anzunehmen, aus Neugierde, vielleicht aber auch aus der Naivität heraus. Hier zeigt sich die Sorte Mensch, die aus dem Leichtsinn heraus, alles Deutsche verachtet und dem Fremden mehr Gewicht schenkt. Wo das hinführt, erkennen wir jetzt. Leider geschieht das nicht das erste Mal in unserer deutschen Geschichte.

    Wer bitte, soll denn nun das Volk aus der Misere holen, in die wir uns, streng genommen, über Strecken hinweg, selbst hineinmanövriert haben? Oder besser: haben lassen.

    Doch nicht etwa die, die uns dahin bewegt haben? Und damit meine ich all die, die in aller Öffentlichkeit große Töne spucken, um dem deutschen Bürger Möglichkeiten zur weiteren Entwicklung im Land vorzugaukeln.

    ——————–

    Siehe auch Immanuel Kant ( er schrieb diese Definition fünf Jahre vor der Französischen Revolution nieder):

    Definition von Aufklärung: „Ausgang des Menschen aus selbstverschuldeter Unmündigkeit“. Hier heißt es: Unmündigkeit sei das „Unvermögen sich seines Verstandes ohne die Leitung eines anderen zu bedienen“.

    Freilich sei diese selbst verschuldete Unmündigkeit, so Kant weiter, nicht einem Mangel des Verstandes, sondern einem Mangel an Mut zuzurechnen. Weshalb das Motto der Aufklärung nur lauten könne: „habe Mut zu wissen!“ Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

    Oder salopp gesagt: Denke selbst!

    Das ist vielleicht unbequem, aber die wohl sicherste Variante, nicht vom Weg abzukommen.

    Die wirkliche, nicht korrigierbare Dummheit des Menschen ist und bleibt, andere für sich denken zu lassen.

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  • Görlitz, das Gerhart-Hauptmann-Theater – Wie man einem Volk seine Geschichte raubt

    September 6th, 2024

    Eigentlich bin ich mit einem ganz anderen Thema beschäftigt, doch dann ereilt mich gestern Abend bei meinem „Rundgang“, was gibt es Neues aus meiner Heimatstadt, diese Nachricht. Um ehrlich zu sein, dürften einen in diesen Tagen, wo ein bestimmtes Gedankengut vorherrscht, solche Nachrichten gar nicht mehr überraschen, den sie rasseln allerorten nur so herunter.

    Aber es gehört sich, die Vergehen an unserem deutschen Kulturgut zu benennen.

    Im Zusammenhang des gegenwärtigen Vorgehens des Intendanten Morgenroth klingt die Frage des Dichters Hauptmann, drei Tage vor seinem Ableben: „Bin ich noch in meinem Haus“ fast schon zynisch. (siehe Beitrag am Ende)

    Unter der Fuchtel des Intendanten Morgenroth:

    Das Theater Görlitz/Zittau gibt seinen Namen frei wie eine Sportarena.

    Rückblick: 1946 erlebte Görlitz die erste Wiedereröffnung eines deutschen Theaters nach dem Krieg überhaupt. In diesem Jahr beschloss außerdem der Görlitzer Stadtrat die Umbenennung des Theaters in Gerhart-Hauptmann-Theater.

    Mit dieser Umbenennung fanden damals viele schlesische Flüchtlinge wieder ein Stück Heimat, denn ein „zurück“ gab es nicht mehr.

    Wieder soll ein Teil ostdeutscher Geschichte verloren gehen. …….

    —————

    Wie auch immer man die Absichten zu diesem Vorgehen benennen mag, und wie sehr man auch den Kontext verklären mag…,

    Die Nachricht ist deutlich und der Beigeschmack mehr als fade.

    „Mit einem im Kulturbereich ungewöhnlichen Aufruf wendet sich das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau an die Öffentlichkeit. Unternehmen oder Privatpersonen können ab dieser Spielzeit die Namensrechte an beiden Spielstätten des Theaters erwerben und den Namen des Literaturnobelpreisträgers ersetzen, das geht aus einer Pressemittelung des Hauses vom 3. September hervor.“

    Bei Erfolg der Aktion sieht Daniel Morgenroth darin das Potenzial für ein „Erfolgsmodell für viele Theater deutschlandweit“.

    Vorschläge zur Umbenennung liegen auch schon vor, etwa: „Allianz-Theater, oder Coca-Cola-Theater. (Sächsische Zeitung 3.9.2024)

    Wer war Gerhart Hauptmann?

    Er wurde am 15. November 1862 in Ober Salzbrunn in Schlesien geboren und verstarb am 6. Juni 1946 in Agnieszków, deutsch: Agnetendorf in Niederschlesien. Er war ein deutscher Dramatiker und Schriftsteller.

    Die Villa Wiesenstein in Agnetendorf war die letzte Wohnstatt des Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers Gerhart Hauptmann. Das Haus ist heute ein Museum.

    ———–

    Am Ende des Beitrages, findet ihr noch einen, von mir im vergangenen Jahr verfassten Beitrag zu Gerhart Hauptmann, so auch im Kommentar.

    Noch eine persönliche Anmerkung;: Auch wenn man schon ziemlich abgehärtet ist, was die Gemeinheiten dieser Mischpoke betrifft, versetzt es einem doch einen mächtigen Stich, mitten ins Herz. Schließlich treiben deren „Angestellte“ ihr Unwesen in den „sozialen Netzwerken“ und hauen dann solche Parolen raus wie: „Gerhart Hauptmann kann gerne dauerhaft abgelöst werden. Er war ein großer Fan von Adolf Hitler und nannte ihn noch 1942 den Sternenschicksalsträger des Deutschtums“.

    Ja, dieser erbärmliche Troll und Handlanger eines Syndikats, sagt es schon: Schicksalsträger des Deutschtums sind nicht willkommen. Und daher gibt es Intendanten wie einen Herrn Morgenroth, der das in Umsetzung bringt.

    „Bin ich noch in meinem Haus?“ – ein Dichter und seine bange Frage
    Görlitz, meine wunderschöne Heimat Teil VI – das Görlitzer Stadttheater

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  • Dänemark: Hier ruht ein dunkles, sehr dunkles Stück Geschichte…

    September 4th, 2024

    Manchmal gibt es Wege, die man lieber meiden mag. Es sind oft Wege, die von einer unglaublichen Grausamkeit der Menschen zeugen. Und doch muss man an diese Orte gehen, um deutlich zu machen, was in unserer Geschichte tatsächlich vorgekommen ist.

    Wie immer muss man solche Orte suchen, also die, die im Stillen über Ereignisse berichten, die so manch einer wohl nie für möglich gehalten hätte.

    Ich will jetzt nicht lange um den „heißen Brei“ herum reden: Wir waren heute in Oksbøl, einem kleinen Ort in Dänemark. Hier ruht für die Dänen ein dunkles, sehr dunkles Stück Geschichte, über das sie weniger gern reden, Auskunft geben oder überhaupt etwas wissen wollen. Ja, ähnlich der Verbrechen wie die der Polen, Tschechen oder Russen, genießen auch die Dänen das Privileg NICHT für die Verbrechen an der deutschen Bevölkerung „gerade“ stehen zu müssen. Und laut einiger Zeitungsberichte, wollen sie das auch gar nicht. Denn bis heute streiten die Dänen darüber, ob sie in dem Fall der Internierungslager, wo vor allem deutsche Kinder qualvoll zu Tode kamen, unmenschlich gehandelt haben.

    NACH Kriegsende flüchteten viele deutsche Familien, es waren vor allem Mütter, Großmütter, Großväter und viele kleine Kinder. Sie alle kamen hier, im dänischen Lager ums Leben. Die meisten darunter hat man einfach verhungern lassen.

    Auf dem Gelände im damaligen besetzten Dänemark war gegen Ende des Zweiten Weltkriegs ein Flüchtlingslager errichtet worden, in dem zwischen 1945 und 1949 bis zu 35.000 deutsche Flüchtlinge und Vertriebene untergebracht waren. Anfang 1945 waren Tausende Menschen aus dem Ostteil des Deutschen Reichs vor der sowjetischen Armee in den Westen geflohen.

    Die Dänen internierten die deutschen Flüchtlinge zu jener Zeit hinter Stacheldraht. Die hygienischen Verhältnisse waren katastrophal. Wer die Flucht über die Ostsee überlebt hatte, litt an Unterernährung und unter Seuchen. Bis zu 35 000 Menschen, großenteils Kinder, Frauen und alte Leute, waren in dem Barackenlager untergebracht.

    Wer heute nach Oksböl fährt, findet nichts mehr von dem Lager vor. Wohl aber den parkartigen Friedhof, der vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gepflegt wird. Zunächst waren an diesem Ort rund 1300 Tote beigesetzt. Durch Zubettungen weiterer Kriegstoter wurde der Friedhof wesentlich vergrößert. Heute ruhen hier 1796 Kriegstote – 121 Soldaten und 1675 Flüchtlinge.

    Wer über diesen Friedhof mit mächtigen Eichen, getrimmten Rasenflächen und trassierenden Rhododendrenreihen geht, der kann gedanklich nur schwer eintauchen in die Zeit nach Kriegsende.

    Wie konnte das dänische Volk nur so handeln? Die Antwort ist einfach: Hass wurde geschürt. Über die bekannten, aber weniger widerlichen Propagandaattacken, hetzte man ein Volk gegen das andere auf. Darauf berufen sich einige Dänen heute noch. Die Briten haben es uns ja so befohlen, und der Deutsche sollte sterben. Er wurde für uns als der Teufel dargestellt, der Unheilbringende. Wir mussten so handeln.

    Wie bitte? Was haben denn die Kinder, darunter viele Neugeborene und Säuglinge, verbrochen? Die Wut, hervorgegangen aus geschürter Propaganda war also größer als das eigene Herz und die Menschlichkeit?

    Dabei haben die Dänen den Zweiten Weltkrieg gut überstanden. Die deutsche Besatzungsherrschaft war sehr milde, sodass keinerlei Rachegefühle berechtigt waren. Die Dänen hatten wegen ihrer Zustimmung zur kampflosen Besetzung des Landes durch die Deutschen im Frühjahr 1940 nach dem Krieg Mühe, von den siegreichen Alliierten nicht als Kollaborateure angesehen zu werden. Das war wohl auch der Hauptgrund für die unverständliche damalige Haltung der Ärzte.

    Also wir persönlich, könnten nicht einfach so „zuschauen“ wie kleine Kinder verhungern, ganz gleich, wer oder was uns den Auftrag dazu erteilt hätte. Doch hier , in Oksbøl waren es sogar Ärzte…, denen das langsame Töten, „leicht von der Hand ging. Grausam! Einfach nur grausam.

    Auch das sollte man dazu wissen: Der amtierende dänische Justizminister Ninn-Hansen weigerte sich damals denn auch beharrlich, die Archive zu öffnen, und verwies auf die amtlich beschlossene Geheimhaltungsfrist bis zum Jahr 2005. Dieser Fall macht wieder deutlich, wie wenig von einer Gleichheit vor dem Gesetz gesprochen werden kann. Während deutsche Täter auch nach mehr als einem halben Jahrhundert mit der ganzen Härte des Gesetzes verfolgt werden, genießen Mörder auf Seiten der Sieger Straffreiheit und können jeder Rücksichtnahme gewiss sein.

    Der Sieger schreibt nicht nur die Geschichte, sondern hält auch Gericht – aber einseitig: nur über die Besiegten!

    Der Hohn schlechthin: Heute ziert ein Stein den Friedhof, auf dem steht: „50 Jahre danach – Deutsche danken Dänemark“. Wofür bitte sollen wir uns bedanken?

    Achim war bereits schon zu Beginn sehr ungehalten, über die Art der Bebilderung, Nicht-Beschilderung, aber das hat ihn dann doch in Rage versetzt. Mich natürlich auch. Mehrmals geschluckt, wurde er immer lauter, und sein Unmut war kaum noch zu überhören. Denn als wir an der nachgebauten Baracke vorbeikamen, sah man außen Aufnahmen von glücklichen Deutschen, die am Grammophon saßen, ein fröhliches Lachen auf dem Gesicht und Scherze machten. Wann soll das gewesen sein? Gleich vor dem Verhungern, oder später ? Wie geschmacklos. (Davon habe ich kein Foto gemacht, man findet es aber auf den Seiten des Museums).

    Denn gekrönt wird das Ganze, von einem in 2022 ins Leben gerufenen Museum, wo heute Wanderer Kaffee und Kekse serviert bekommen, und selbstverständlich die falsche Geschichte. Ein riesiges Areal, um die Menschen weiter im Unwissen zu halten. Und sie können es, weil von der Erlebnisgeneration niemand mehr die Wahrheit berichten kann, denn sie haben diese Welt längst verlassen, und die Wahrheit, das Erlebte mit ins Grab genommen. Aber wir Kinder sind noch da! Es ist unsere verdammte Pflicht die Wahrheit nach außen zu tragen, denn die Toten können es nicht mehr tun.

    Doch eine schöne Begegnung gab es noch: Die Libelle auf dem Grabkreuz. Sie blieb da einfach so sitzen, als wenn sie uns etwas erzählen wollte. Vielleicht war sie eines der Kinder, das auf unmenschliche Weise aus dem Leben gerissen wurde. Wir sind eins mit der Natur, und wenn wir diese Welt verlassen, bleiben wir eins mit der Natur. Ich bin sicher, dass uns die Libelle genau das vermitteln wollte. Die Seelen unseres Volkes sterben nicht, sie sind immer da. Man muss nur gut hinsehen, hören und es richtig aufnehmen.

    Die Bilder, die ihr seht, sprechen für sich. Und es fällt sehr schwer, solche Gänge einfach mal „zu verarbeiten“.

    Sechzig Jahre lang kündeten von der Tragödie in den Baracken hinter dänischen Stacheldraht nur die vielen Kindergräber auf den Friedhöfen. Dank Forschern wie Kirsten Lylloff und Helge Hagemann weiß man inzwischen, dass auch die Dänen, die sich traditionell viel auf ihre Toleranz zugute halten, nicht nur eine, sondern Tausende Leichen im Keller haben – deutsche.

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