Wie versprochen geht es nun weiter in unserer Reihe „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel
Schon früh war es eine fromme Sitte geworden, zu den Stätten zu wallfahrten und dort zu beten, wo der Heiland gelebt und gelitten hatte. Jahrhundertelang hatte niemand die Pilger gestört.
Als aber 1071 die Türken Palästina erobert hatten, drang immer häufiger die Kunde von Misshandlungen und Greueln nach Europa. Als der Patriarch von Jerusalem eine Bittschrift an den Papst Urban richtete, beschloss dieser durch einen großen Heereszug das Heilige Land den Türken zu entreißen. Zu diesem Zweck berief er 1095 einen Kirchenversammlung nach Piacenza und später nach Clermont.
Hier, wo zahlreiche Bischöfe, Fürsten und Herren erscheinen waren, suchte der Papst mit glühenden Worten die Herzen zum Kampf zu entflammen: Ablass der Sünden und ewiges Leben sei der Lohn im heiligen Streit.“ Die Wirkung war unbeschreiblich. „Gott will es!“ rief die Menge, und viele ließen sich zum Zeichen ihrer Teilnahme ein Kreuz auf die Schulter heften.
Man spricht gewöhnlich von sieben Kreuzzügen. Doch sind dies nur die größten, an denen sich Könige und Fürsten beteiligten. Erfolgreich waren von diesen nur der erste (1096 bis 1099), der dritte (112 bis 1129). Der erste Kreuzzug war der erfolgreichste. Die Stadt Jerusalem wurde erobert und das Königreich Jerusalem gegründet. Für uns Deutsche ist der dritte Kreuzzug besonders volkstümlich geworden, weil er durch Barbarossas Tod so tragisch endete – wichtig dadurch, dass am Ende der Deutsche Orden gegründet wurde, der jüngste der drei geistlichen Ritterorden, die in den Zeiten der Kreuzzüge im Heiligen Land entstanden; die beiden anderen waren der Johanniter- und der Templerorden.
Außer den drei Mönchegelübden der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams übernahm der Deutsche Orden gleich den Templern die Verpflichtung zum Schutz des christlichen Glaubens und zum Kampf gegen die Heiden.
In Wirklichkeit hat es viel mehr Kreuzzüge gegeben als jene sieben. Im Ganzen erstreckten sie sich über 200 Jahre; etwa 7 Millionen Menschen mögen daran teilgenommen haben – eine für jene Zeit ungeheure Zahl. Es war eine wunderbare Bewegung , die das Christenvolk wie ein Taumel ergriffen hatte.
Tausend Gefahren umlauerten die kühnen Gottesstreiter, besonders in den wasserlosen Wüsten Kleinasiens. An Hunger und Durst, Krankheit und Mühsal starben hier täglich Hunderte, und dazu umschwärmen arglistige Türken die müden Wanderer Tag und Nacht und sandten aus sicherem Hinterhalt ihre tückischen Pfeile.
Die eigenartigste Äußerung jener Kreuzzugsidee, ungemein bezeichnend für das Denken dieser Zeit., für den mittelalterlichen Wunderglauben, ist der Kinderkreuzzug von 1212, wohl die traurigste Ausgeburt jener mystischen Zeitstimmung. Nach dem unglücklichen Verlauf des vierten Kreuzzuges behaupteten Kinder, Gott habe ihnen befohlen, das Heilige Land zu befreien. Es tauchte der Glaube auf, das glückliche Gelingen, das den sündigen Erwachsenen versagt blieb, werde den unschuldigen Kindern beschieden sein.
Unter der Führung eines deutschen Knaben zogen mehrere tausend Kinder aus Deutschland und Frankreich über die Alpen. Aber schon in Italien wurden sie bereits aufgerieben, teils bettelten sie sich zur Heimat zurück. Noch schlimmer ging es den weit zahlreicheren Scharen, die sich in Marseille sammelten. Sie wurden dort von gewissenlosen Unternehmern auf Schiffe verladen und – soweit sie nicht schon auf der See zugrunde gingen – als Sklaven nach Afrika verkauft.
Die Teilnehmer am ersten Kreuzzug waren zweifellos von einer reinidealen Hingabe an eine hohe religiöse Aufgabe beherrscht. Im Lauf der Zeiten aber flaute die Begeisterung immer mehr ab. Die tatsächlichen Erfolge waren gering. Der teuer erkaufte Besitz ging allmählich Stück für Stück wieder verloren, die letzten Plätze 1291. Die nachhaltigste Wirkung der Kreuzzüge lag auf einem ganz anderen Gebiet. Sie brachten vor allem einen allgemeinen Aufschwung des europäischen Handels. Der Handel in Gewürzen, Seidenwaren und Edelsteinen erstreckte sich seitdem bis nach Indien und China.
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In den nächsten Tagen lesen wir dann aus dem mittelalterlichen Klosterleben, das im 4. Jahrhundert in Ägypten entstanden war. Und darauf über das Rittertum.
Es bleibt also wie immer spannend, in unserer „deutschen Geschichte“.
Bedeutungsvoller als die Feuerzeremonien zum Jahresende und die Tage des stillen Januar, ist der Tag der Lichtmesse oder besser der Sonnenfeier ab dem 31. Januar, 1. oder 2. Februar. Die Tage werden länger, noch sind sie kalt, die Nächte klar und oft liegt knirschender Schnee, der besonders schön in der Sonne glitzert.
Alle Schöpfung ist das Werk der Natur. Schon bald feiern wir unser erstes Jahreskreisfest – es ist das Fest des Reinigens und des Neubeginns. Die Zeit also, sich wieder mit der Natur zu verbinden und ihre Kräfte mit allen Sinnen aufzunehmen.
Der Februar markiert eine Zeit des Übergangs und des Umschwungs im Jahr. Mit aller Kraft bäumt sich der Winter noch einmal auf, ehe die Temperaturen wieder ansteigen. In dieser Zeit kann es zu heftigen Stürmen oder gar Wintergewittern kommen, wenn kalte und warme Luftmassen aufeinandertreffen.
Dann befreien sich Bäume von morschen Ästen, Zweigen und letzten welken Blättern, bevor der Frühling wieder Einzug hält. Und so spüren wir bereits Anfang Februar die zögerliche Veränderung in der Natur. Die Sonne gewinnt allmählich an Kraft, die Tage werden länger.
Und? Habt ihr alle schön aufgeräumt? Denn es ist die Zeit für den Frühjahrsputz.
Erst wenn alles aufgeräumt war und glänzte, wurde die Lichtgöttin Brigid angerufen, um Haus und Hof in den folgenden zwölf Monaten zu beschützen.
Mit diesem Tage beginnen die Feiern, welche die Germanen seit der Bronzezeit abhalten, um das ihrige beizutragen, der langsam zunehmenden Kraft des Lichtes zum Siege zu verhelfen. Dabei ist nicht an die Verehrung eines Sonnengottes zu denken, sondern der Sonne schlechthin, von der alles Leben und Gedeihen aus der Erde abhängig ist.
Seitens des Christentums wurde auch hier der Versuch unternommen, diese altheidnische ersten Sonnenfeier aus dem Gedächtnis der Menschen zu löschen, indem der Klerus selbst eine Lichtfeier an ihre Stelle setzte. In den Tempeln wurden die Kerzen vom Priester geweiht, und die Gemeinde zog Marienlieder singend um das Gebäude.
Doch wir bewahren uns das Ursprüngliche.
Aus dem Reich der Sagen und Fabeln – von einem Bären, zwei Mädchen und einer Mutter
Wir feiern das Ende des Winters und die Rückkehr des Frühlings. Die Tage werden nun wieder länger, die Samen sind gesät und möchten vom Licht und der Wärme geweckt werden. Das Fest ist der Göttin Brigid gewidmet, weil sie es ist, die mit ihrem Licht und den ersten wärmenden Sonnenstrahlen den Winter austrieb und dem Frühling Tür und Tor öffnete. Und mit ihr steigen die Elementarwesen und Fruchtbarkeitsgeister aus der Erde, allen voran der Bär. Der Dickpelz, noch recht steif und schlaftrunken, steckt an diesem Tag, angeblich zum ersten Mal, seine Nase aus der Höhle, um zu sehen, wie weit der Frühling schon gediehen ist. Der Bär ist kein anderer als der wiedergeborene, noch verhüllte jugendliche Sonnengott. Noch ist er wild, „Berserkerhaft“.
Die beiden Mädchen Schneeweißchen und Rosenrot verkörpern, wie ihr Name schon sagt, die junge Göttin Brigid. Indes leuchtet unter dem Pelz des Bären nicht nur verborgen das Gold, sondern darunter steckt ein junger Prinz – der Sonnenkönig. Ja, und die alte Mutter, die dem Bären im Winter Zuflucht gewährt hatte, ist niemand anderes als die die alte Erdmutter, die Frau Holle oder Frau Percht.
Seht nur, wie über unsere wunderschönen Märchen das alte Kulturgut weitergetragen wird.
Brigid galt als Göttin des Feuers, des Herdes, der Heilung und der Geburt. Sie bringt das Eis zum Schmelzen und erwärmt die gefrorene Erde. Ihr Schutz galt vor allem den Frauen und Kindern. Sie wurde während der Geburt angerufen, um über das Neugeborene zu wachen. Sie sorgte außerdem dafür, dass das Feuer im Ofen nicht erlosch.
Die schöne Lichtgöttin löst die dunkle, schwarze Göttin ab, die als Percht den Winter beherrschte. Die Germanen und nordischen Völker feierten die Ablösung, das heute noch bekannteste Fest ist das keltische Imbolc.
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Und es war nie anders: Wenn wir Heiden feiern, dann steht die Natur im Mittelpunkt.
Heidnische Feste gründen stets auf Naturereignissen. Es werden Erntefeste gefeiert, das Ende des Sommers, die Winter- und Sommersonnenwende, die Tagundnachtgleichen, der Beginn des Frühlings, usw. Natürliche Dinge, die Kinder hautnah miterleben können. Bei allen Jahreskreisfesten steht die Natur im Mittelpunkt.
Eine schöne Tradition ist es, in der Nacht zu Imbolc weiße Seidenbänder mit Glöckchen ins Freie zu hängen, damit Brigid diese auf ihrer Wanderung weihen kann. Dabei gehen Brigids Heilkräfte auf die Bänder über – heilende Energie, die wir für uns und unsere Lieben nutzen können. Auch eignen sich die Bänder zur Verwendung in allen Ritualen, die mit Heilung, Erholung oder Stärkung des allgemeinen Befindens zu tun haben.
Eine weitere Idee zum Jahreskreisfest, die sich auch im eigenen Heim umsetzen lässt, ist die Räucherung mit verschiedenen Stoffen wie zum Beispiel Weißer Salbei, Fichtennadeln, Olibanum, Eukalyptusblätter und -rinde, Lorbeerblätter, Eisenkraut, Alantwurzeln und -blüten, Thymian.
Wer hat‘s gewusst? Viele Flüsse und Städte wurden zu Ehren der Göttin Brigid benannt, auch die Stadt Bregenz am Bodensee teilt ihren Wortstamm mit der Lichtgöttin. So auch Brigantia, Braganca in Italien, Brig in Wallis, die Ebene Brega in Irland. Alte Bräuche und Sagen sind uns oft näher, als es scheint. (siehe volkskundliche Bibliografie 1920/21).
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Unsere Feste auf einen Blick – heidnische Feste im Jahreskreis
• Imbolic: Das heidnische Reinigungsfest (1. oder 2. Februar)
Inspiriert durch Geschichten und Bilder aus der Heimat eines treuen Lesers, beginne ich mit einem Stadtteil Münchens. Doch zunächst ein kleiner Vorgeschmack mit Auszügen aus der Bildergalerie, einst festgehalten in den „Blauen Büchern“. Die Gemälde, die ihr seht, werden zumeist noch im Germanischen Museum Nürnberg bewahrt.
Viele unter uns wissen, um das wunderbare Gefühl, wenn wir durch (noch) gut erhaltene Altstadtkerne und Straßenzüge wandeln können. Die Reihe der „Blauen Bücher“ wurde im Jahr 1935 veröffentlicht: Dort liest man: „Der bauliche Charakter der alten deutschen Stadt ist wenigsten in einigen Stadtgebilden heute noch schaubar: Lüneburg, Lübeck, Wismar und Rostock, Nördlingen, Dinkelsbühl, Wasserburg und Landshut etwa geben uns noch immer einen in manchen Sinn zuverlässigen Bild der Gesamtanlage und der Architektur mittelalterlicher Städte Deutschlands.
Um so zahlreicher aber sind die Städte unseres deutschen Bodens, deren Angesicht im Laufe der Zeit verändert und auch verunstaltet wurde. Da müssen uns denn zeitgenössische Nachrichten, Urkunden, Zeichnungen, Holzschnitte, Stiche und andere grafische Darstellungen aus der Vergangenheit für die Erkundung unseres Städtewesens besonders teuer sein.“
Seit dem Zweiten Weltkrieg jedoch, ist auch dieses Bild nicht mehr präsent, und in manchen Galerien nur noch bedingt sichtbar.
Übrigens: In den Augen Machiavells sind (1507) die deutschen Städte der „Kern des Reiches“.
Erinnern wir uns also, denn das sind sie wert, die deutschen Städte, die unter dem Schweiß und dem tatkräftigem Tun, aber auch unter großem Leid unserer Vorfahren erblühen konnten.
Eine neue Reihe von Beiträgen wird damit eröffnet: Auf der einen Seite unternehmen wir Streifzüge durch längst vergangene Zeiten und widmen uns den deutschen Städten der Vergangenheit ( unter anderem aus dem Mittelalter).
Aber wir lesen auch über die planmäßige Zerstörung deutscher Städte und Infrastruktur durch die Alliierten, über die verbrecherische Kriegsführung der Angloamerikaner und dem angloamerikanischer Bombenterror gegen die deutsche Zivilbevölkerung.
Der Höhepunkt der britischen Bombenoffensive im Rahmen des Lindemann-Plans wurde in der Nacht des 13. Februar 1945 erreicht, als ein massiver Bombenangriff auf Dresden stattfand. Winston Churchill, der direkt für die Bombardierung Dresdens verantwortlich war, begann, sich öffentlich von den Terroranschlägen zu distanzieren. Churchill sagte am 28. März 1945 zu Sir Charles Portal, dem Chef des britischen Luftwaffenstabs:
…
“Es scheint mir, dass der Moment gekommen ist, in dem die Frage der Bombardierung deutscher Städte nur um den Terror zu erhöhen, wenn auch unter anderen Vorwänden, überprüft werden sollte. Die Zerstörung Dresdens stellt das Verhalten der Alliierten ernsthaft in Frage….Ich halte es für notwendig, sich genauer auf militärische Ziele zu konzentrieren, wie z.B. Öl und Kommunikation hinter der unmittelbaren Kampfzone, anstatt auf bloße Terrorakte und mutwillige Zerstörung, so beeindruckend sie auch sein mögen.”
Trotz Churchills Beteuerungen gingen die britischen Terrorbombardierungen bis zum Ende des Krieges unvermindert weiter. gefasst hat. Die Alliierten haben mit Bombenteppichen und systematisch gelegten Feuersbrünsten den Tod von Zivilisten nicht nur in Kauf genommen, sondern gezielt verursacht. Mit Luftmassakern, offiziell „moral bombing“ genannt, sollten die Massen demoralisiert und am Ende Volksaufstände gegen Hitler ausgelöst werde.
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Inspiriert durch Beiträge und Dokumente eines von mir sehr geschätzten Lesers, beruhend auf seinen persönlichen Erfahrungen und Entdeckungen, setzt Schleißheim als Stadtteil Münchens in dieser Beitragsreihe den Anfang.
Ein Schwenker sei aber zunächst noch erlaubt: Vielleicht erinnert ihr euch noch an das Buch /den Film von Michael Ende die unendliche Geschichte? Auch Michael Ende war ein Kind, der sowohl in Hamburg als auch in seiner Heimatstadt München die schweren Bombenangriffe der Alliierten auf die die Zivilbevölkerung erleben musste. Es gibt Zeitzeugen, und es gibt auch noch genügend Orte, die daran erinnern. Er schrieb sich die traumatischen Erlebnisse von der Seele. So entstanden Werke wie „Die unendliche Geschichte“, Der Wunschpunsch“, oder auch „Momo“.
Mit dem Krieg und seinen Schrecken endet die Kindheit von Michael Ende: Als Zwölfjähriger erlebt er den ersten Bombenangriff auf München: „Unsere Straße stand völlig in Flammen. Das Geräusch, das dabei entstand, war kein Prasseln, es war eine Art Heulen. Das Feuer heulte. Ich erinnere mich, ich bin wie ein Betrunkener durch die brennende Straße gelaufen und habe gesungen. Es war eine Euphorie, die mich erfasste. Ich kann mir das bis heute nicht ganz erklären. Es fehlte nicht viel, und ich wäre in das Feuer hineingesprungen wie eine Mücke, die ins Licht fliegt.“
Zur Erinnerung: Vor mehr als 80 Jahren, zum 24. Juli 1943, begann die “Operation Gomorrha” – die Terror-Luftangriffe auf Hamburg. Dieser Terror-Akt war bis dahin, der schwerste in der Geschichte. Befohlen wurde dieses Kriegsverbrechen von Winston Churchill.
Als schrecklich erlebte Michael Ende auch den Bombenangriff auf Hamburg 1943, wo er bei seinem Onkel zu Besuch ist. „Das war wirklich der Weltuntergang. Das kehrt immer wieder in meinen Träumen, wie wir die geschmorten Leichen, die auf Babygröße eingeschnurrt waren, geborgen haben. Ich sehe noch heute den Heerzug verstörter Menschen vor mir, die wie in einem Labyrinth durch die Ruinen irrten. Einer trug völlig sinnlos einen Tisch auf dem Rücken, wahrscheinlich das einzige, was er retten konnte.“
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Gegen das Vergessen!
Blicken wir zurück, auf Vorgänge und Relikte aus längst vergangenen Tagen – entdeckt von einem treuen Leser und in diesem Fall auch Ortschronisten. Für die Bereitstellung und Verwendung der Bilder/Aufnahmen bedanke ich mich ganz herzlich.
Oberschleißheim ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis München. Es hat vor allem durch seine drei Schlösser und die dort beheimateten Museen sowie den über 100 Jahre alten Flugplatz mit der Flugwerft Schleißheim eine überregionale Bekanntheit.
Oberschleißheim wurde öfter bombardiert als München. Am 17.04 1945 starteten die letzten drei Ju 88 zu einem Einsatz Richtung Nürnberg, wo fünf KFZ in Brand geschossen wurden. Leider kamen nur zwei Maschinen zurück.
Am 20.04.1945 der letzte Angriff auf den Flughafen.
Am 30.04.1945 wurde der Flughafen kampflos übergeben.
Am 01.05.1945 stellten sich den Yankees noch einmal 30 junge SS Männer entgegen, von denen keiner überlebte.
Vom Münchner Norden bis nach Schleißheim sind es gerade mal 20 min zu Fuß. Hier war im Zweiten Weltkrieg der fünftgrößte Militärflughafen im Reich. Der ganze Wald war bedeckt mit Bombentrichtern und Ruinen.
Hin und wieder streifen hier interessierte Wanderer entlang und entdecken immer etwas Neues.
Zwischen Fliegeralarm und Bombenterror
Die Geschichte beginnt auf dem Flugplatz Waddington in England, rund 200 Kilometer nördlich von London. Der Flugplatz Waddington wurde 1916 eröffnet und 1920 zunächst wieder geschlossen. Im Jahr 1934 erfolgte die Reaktivierung und seither wird er durchgehend bis heute von der Royal Air Force genutzt.
In den 1940er Jahren war Schleißheim eine kleine Gemeinde mit zwei großen Schlössern. Aber viel mehr noch hat der Fliegerhorst die Gemeinde verändert. Am Ende des Flughafens entstanden Baracken für russische Kriegsgefangene. Überbleibsel von Kriegsgerät stammen von amerikanischen Geschützen. Die Soldaten hatten diese aufgebaut, um vom Kirchplatz aus München zu beschießen.
Auf den Bildern sieht man die Gräber von abgeschossenen Briten, die mit militärischen Ehren am Friedhof Hochmutting beerdigt wurden. Von unseren Buren ist jedoch nichts zu sehen. Das ganze Gebiet wurde damals von der SS und Der Luftwaffe genutzt. Noch heute nennt man es Panzerwiese!
Die damals jungen SS-Männer im Alter von 17 bis 25 Jahren stemmten sich noch gegen die US-Übermacht und ließen ihr Leben fürs Vaterland. Mehr als 200 Mal mussten die Menschen wegen Fliegeralarms ihre Häuser verlassen, viele Schleißheimer starben, viele Häuser und auch das Alte Schloss wurden zerstört.
Ich übernehme weiter aus den Erzählungen:
„Als Kinder, das muss um 1972 gewesen sei, haben wir noch auf den zerschossenen US-Panzern gespielt, mittlerweile haben sie diesen weggeräumt. Es ist merkwürdig, dass davon nahezu nichts mehr erkennbar ist. Das war 1972 noch anders!“
Werfen wir noch einen Blick auf die Bildergalerie: So hat es bis 1972 in Oberschleißheim noch ausgesehen, der Minitaurus Bunker wurde gesprengt, obwohl er noch vollständig intakt mit Telefonen und allen Gerätschaften war. Komischerweise wurde dieser bei den Luftangriffen nicht getroffen, das Schloss daneben schon.
Das Schloss Oberschleißheim wurde von Kurfürst Max Emanuel erbaut – bekannt aus den Türkenkriegen und als Befreier von Belgrad. Vor dem Schloss befindet sich der Bunker Minotaurus, davon gab es im Reich nur drei Stück. Allerdings wurde auch dieser im Jahr 1972, obwohl noch intakt, wegen den Olympischen Spielen in München gesprengt. Begründung: In Oberschleißheim werden Ruderwettbewerbe stattfinden.
München 1945…..München/Allach, ein Nebenlager des KZ Dachau, dort waren die Arbeiter von BMW/Flugzeugmotoren, MAN und MTU untergebracht, Als der Yankee kam, machte er die Tore auf, die Insassen (Fremdarbeiter) waren so geschwächt, dass sie mordend, raubend und vergewaltigend durch die Ortschaft zogen. Doch der Yankee (als offizieller Befreier) tat nichts dagegen, und schaute „interessiert“ zu.
Aus der Chronik eines evangelischen Vikariats in Moosach: „Bei den Angriffen um den 20. April herum wurde das Alte Schloss schwer beschädigt. Dort hatten die evangelischen Christen ihren Betsaal, der ebenfalls zerstört wurde. „Die Schleißheimer Bevölkerung hat den Ort größtenteils fluchtartig verlassen und sich in der Umgebung zerstreut. Die Obdachlosen schlafen in Stadeln, Ställen und im Luftschutzkeller des Neuen Schlosses“, heißt es in der Chronik vom 26. April 1945.
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Rückblick: Am 21. Januar 1943 einigten sich die Alliierten auf ein gemeinsames Konzept zur Intensivierung des strategischen Bombenkriegs gegen Deutschland, die so genannte „Casablanca-Direktive“.
Hier ging es dann auch gegen das Ruhrgebiet, der sogenannten „Ruhrschlacht“, die in der Nacht vom 5./6. März 1943 mit einem schweren Luftangriff auf Essen begann und in der Nacht vom 29./30. Mai 1943 einen grausigen Höhepunkt erreichte: Beim Bombenangriff auf Wuppertal wurde zum ersten Mal im Zweiten Weltkrieg ein „Feuersturm“ entfacht, der innerhalb weniger Stunden 3.400 Menschenleben auslöschte.
Die „Ruhrschlacht“ ging in der Nacht vom 25./26. Juli 1943 mit einem weiteren Luftangriff auf Essen zu Ende. Zu dieser Zeit hatte bereits eine neue, noch verlustreichere Phase des Bombenkriegs begonnen: die Operation „Gomorrha“, bei der innerhalb weniger Tage etwa 40.000 Einwohner Hamburgs starben.
Und auf Aussagen wie diese: Churchill forderte seine zaudernden Stabschefs auf, notfalls „Deutschland mit Giftgas zu durchtränken“.
„Wenn man Menschen in die Steinzeit zurückbombt, denken sie nicht an Aufstände, sondern ans Überleben.“ schreibt der Augenzeuge Forte.
Was bleibt, ist die unauslöschliche Erinnerung an den beispiellosen Heldenkampf unseres Volkes. Niemand muss sich seiner schämen. Wer heute jammert, sollte sich der Generation von 1944 erinnern. Sie kämpfte.
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Quelle: private Aufnahmen und Beobachtungen (bereitgestellt von Wolf Tusch )
Aufnahmen aus den Stadtarchiven wie ein Luftbild, das den südlichen Flugplatz zeigt. (u.a Archiv Otto Bürger),
Weil wir ja gestern über die alten Bücher „gesprochen“ haben, und darüber, welch hohen Wert sie für uns und unsere Nachkommen besitzen.
Dass die Dokumente, auf denen unsere Geschichtsschreibung über die Frühzeit und das Mittelalter fußt, zu einem erheblichen Teil Fälschungen sind, das ist bekannt. Um den in Fortsetzung gegangenen Fälschungsfilz besser begreifen zu können, lohnt auch der Blick in Wilhelm Kammeiers Werk, in dem das Ergebnis seiner Untersuchungen zu den Geschichtsfälschungen seinerzeit veröffentlicht wurde.
Das wissenschaftliche Standardwerk beinhaltet eine schlüssige, einleuchtende als auch beunruhigende Erklärung für die Flut von Fälschungen. Ein kritischer Anhang nach einer Neuauflage , ergänzt von Roland Bohlinger, berichtet unter anderem über die Internationale Konferenz der Monumenta Germaniae Historica, auf der 1986 mehr als 100 Historiker über Geschichtsfälschungen in Europa berichteten. In ihren Beiträgen haben sie Kammeiers Untersuchungen und Einzelergebnisse insoweit bestätigt, dass die Forschung in einem Meer von Fälschungen schwimmt, die überwiegend durch kirchliche Kreise erzeugt worden sind.
Doch keiner der Konferenzteilnehmer hat sich getraut, bis zu Kammeiers Schlussfolgerung vorzustoßen: dass nämlich solch dichter Fälschungsfilz nur in zentralem Auftrag und unter zentraler Leitung entstanden sein kann. Kammeier zeigt, dass die Fälschungszentrale im päpstlichen Rom saß (und dort immer noch sitzt). Der Unterstützung ihres „Tuns“ aus bestimmten Reihen sind sich die vermeintlichen „Würdenträger“ gewiss.
Die Monumenta Germaniae Historica fällt nun auch der Digitalisierung zum Opfer. Darüber werden die einst auf Papier gebrachten Schriften nach und nach geändert, ersetzt, getauscht und vernichtet. Ein Graus.
Mit dem bayerischen Wissenschaftsminister Bernd Sibler wurde im Januar 2019 eine Zielvereinbarung unterzeichnet. Dabei soll die Digitalisierung vorangebracht und die Arbeit mit ausländischen Wissenschaftlern intensiviert werden.
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Infotafel:
Kammeiers Werk wird hier bereits nicht mehr aufgeführt!
Fälschungen im Mittelalter Internationaler Kongress der Monumenta Germaniae Historica München 16.-19. September 1986-1988.
Das Motto der MGH lautet seit mehr als 200 Jahren. „Die heilige Liebe zum Vaterland gibt den Mut. (in der Kirchensprache: Sanctus amor patriae dat animum.)
Die Bilder, die ihr hier seht, oder besser die kleine Flaggenkunde stammt aus Meyers Konversationslexikon aus dem Jahr 1894 /Vierter Band.
Der ursprüngliche Beitrag zu den Farben unser Nationalflagge entstand im Rahmen eines Berichtes zum Zobten, dem Berg der Schlesier.
Während der Zeit, als die Menschen rundum den Zobten alles für den Befreiungskampf unternahmen, entstand in Breslau eine schlesische Armee von etwa 10 000 Freiwilligen.
Andere stifteten wertvollen Schmuck, Silber- und Goldbestecke und Geräte. Sogar die goldenen Trauringe tauchten sie in eiserne Ringe mit der Aufschrift „Gold gab ich für Eisen“.
Die Dichter forderten ebenfalls das Volk zum Kampf auf, darunter Ernst Moritz Arndt, Theodor Körner, Max von Schenkendorf, Friedrich Rückert.
In der Stadt Zobten bildete Major Lützow ein Freikorps. Auch dort meldeten sich viele Freiwillige, sie sich ihre Ausrüstung auf eigene Kosten beschaffen mussten. Das Lützow Korps wurde am 27. März 1813 in der Kirche von Rogau, nahe der Stadt Zobten eingesegnet.
Zum Korps gehörten bekannte Männer der damaligen Zeit u. a. Joseph von Eichendorff, Theodor Körner, Friedrich von Friesen, Friedrich Ludwig Jahn. Ihre Uniformen hatten die Farben schwarz-rot-gold, nämlich die Hose schwarz, die Jacke rot, die Knöpfe goldfarben. 1832 wurden diese Farben Nationalfarben. In der Kaiserzeit 1871-1918 waren die Nationalfarben jedoch schwarz-weiß-rot.
Im Kampf gegen die Franzosen ist Theodor Körner im Alter von nur 22 Jahren am 18.6.1813 in Gadebusch gefallen.
Doch nun zur gegenwärtigen Situation im Land, verbunden mit Gedanken, die uns vielleicht ein bisschen näher an das Thema: „Welche Flagge für Deutschland“ heranführen. Wobei sich die Umsetzung des Gedankens eher schwierig darstellt. Ich muss zugeben, unter den aktuellen Bedingungen habe ich auch keine Idee, wie die Fahne der Deutschen in Zukunft aussehen könnte. Ich weiß nur, dass sich das Schwenken der aktuellen Flagge, also dieses Wirtschaftsfetzens des Konstrukts nicht richtig anfühlt. .
Aber irgendwie müssen wir uns doch bemerkbar machen können, und zeigen wer wir sind und woher wir stammen. Nur wie stellen wir das am besten an?
Ich persönlich würde die Flagge des Freistaates Sachsen schwenken, hissen. Das ist das Land mit dem ich mich am meisten verbunden fühle, auch wenn ich in Niederschlesien geboren wurde. Jedes unserer Bundesländer blickt auf einen lange Geschichte zurück. Über die Wappen spiegelt sich die traditionelle Vielfalt unserer Heimat wieder. Irgendwo müssen wir schließlich wieder ansetzen.
Seid stolz auf eure Heimat und zeigt es!
Die deutsche Handelsflagge, so wie wir sie heute kennen, soll der einfachen Bundesflagge entsprechen. (schwarz-rot-gold). Als solche wird sie seit 1950 in der BRD und seit 1990 nach Auflösung der DDR geführt. Dazu darf man festhalten, dass am 3.10. 1990 die BRD abgemeldet und aufgelöst wurde. Diese BRD ist also nichts anderes als eine nicht regierte Organisation – sie ist was sie ist: ein Besatzungsdiktat. Manchem mag das nicht gefallen: Doch die BRD ist nicht Deutschland und ihre Politiker begehen nach der geltenden Ordnung auch keinen „Verrat“, sondern sie tun genau das, wofür sie eingesetzt wurden.
Übrigens: Für die Besatzung unseres eigenen Landes (Besatzungskosten) kommen wir finanziell immer noch auf (§ 120 GG).
Es ist an der Zeit (echte) Flagge zu zeigen. Wobei. Eigentlich ist es längst überfällig.
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Fundstücke zur Farbenlehre
Deutsche Farbenlehre (Hoffmann von Fallersleben)
Über unserem Vaterland ruhet eine schwarze Nacht,
und die eigene Schmach und Schande hat uns diese Nacht gebracht.
Ach wann erglänzt aus dem Dunkel der Nacht
unsere Hoffnung in funkelnder Pracht?
Und es kommt einmal ein Morgen, freudig blicken wir empor:
Hinter Wolken lang verborgen, bricht ein roter Strahl hervor.
Ach wann erglänzt aus dem Dunkel der Nacht
unsere Hoffnung in funkelnder Pracht?
Und es zieht durch die Lande überall ein goldnes Licht,
das die Nacht der Schmach und Schande
und der Knechtschaft endlich bricht.
Ach wann erglänzt aus dem Dunkel der Nacht
unsere Hoffnung in funkelnder Pracht?
Lange hegten wir Vertrauen auf ein baldig Morgenrot;
kaum erst fing es an zu grauen, und der Tag ist wieder tot.
Ach wann erglänzt aus dem Dunkel der Nacht
unsere Hoffnung in funkelnder Pracht?
Immer unerfüllt noch stehen Schwarz, Rot, Gold im Reichspanier:
Alles läßt sich schwarz nur sehen, Rot und Gold, wo bleibet ihr?
Ach wann erglänzt aus dem Dunkel der Nacht
unsere Hoffnung in funkelnder Pracht?
(aus: Deutsche Salonlieder 1843)
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Die Farben ließen überdies eine auch mehrfach gegebene symbolische Deutung zu Schwarz als Bezeichnung der Nacht, die während der Fremdherrschaft über Deutschland lag, Gold die Morgenröthe der errungenen Freiheit und Rot das Herzblut, mit dem sie erkämpft ward.“
Oder, um dem Urgedanken zu folgen: Schwarz für die Erde (unten), Rot für das Blut mit dem sie verteidigt wurde, Gelb für die Sonne die darüber scheint.
Unter anderem beim Hambacher Fest 1832, auch im Zusammenhang mit der Burschenschaftsbewegung, trug man die Fahne in der Reihenfolge schwarz-rot-gold von unten.
Auszug aus einem Hambacher Festlied:
„Schwarz sei der Trauer ew’ge Nacht,
Die rings ihn soll umgeben,
Solang’ er unter Fürstenmacht
Fortführt sein Sklavenleben.
Rot sei der Farben dunkle Glut,
Die rings er will entzünden.
Auf Thrones Schutt mit edlem Mut
Der Freiheit Reich zu gründen.
Gold sei der heil’gen Wahrheit Licht,
Die rings er will verbreiten,
Dass finstrer Mächte Lüge nicht
Mehr hemmt den Gang der Zeiten.“
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Das Bild zeigt eine Malerei zum.Hambacherfesr 1882.
Ein neues Jahr, und die Reihe „Deutsche Geschichte nach Albert Thümmel“ geht in Fortsetzung. Nach Barbarossas Tod geht es weiter mit Heinrich VI.
Heinrich VI. (1190-1197)
Ein seltsamer Gegensatz bestand zwischen Barbarossa und seinem Sohn und Nachfolger: neben dem jugendlich wirkenden Greis der früh gereifte Jüngling.
Gegenüber dem reicheren, harmonischen Wesen des Vaters mit seinem ritterlichen Sinn, seinem gerechten Maßhalten und seiner sittlichen Größe erscheint in dem Sohn der Sinn für Macht und die Kunst staatsmännischen Handelns großartig gesteigert auf Kosten aller übrigen Eigenschaften. Schon sein Äußeres lässt darauf schließen, der magere, schwächliche Körper zeigt nicht von kriegerischer Kraft, aber die mächtige Stirn in dem bleichen, ernsten Gesicht verrät die Gedankenarbeit des Staatsmannes. Von Vater frühzeitig in die große Politik eingeführt und zum Mitregenten erhoben, tritt er uns mit seinen 25 Jahren als ein völlig Fertiger entgegen.
Sosehr er sich auch von seinem Vater unterschied, dessen Weltmachpolitik nahm er unverändert auf. Ein glühender Ehrgeiz, das Reich noch größer und mächtiger zu gestalten, treib ihn unablässig vorwärts, verscheuchte ihm Ruhe und Genuss – Jagd, Spiel und Gaukler waren seine einzigen Zerstreuungen – machten ihn unliebenswürdig, streng, gegebenenfalls rücksichtslos, ja grausam. Durchaus Wirklichkeitsmensch, skrupellos in der Wahl seiner Mittel, erinnert er an Heinrich V., doch überragt er diesen, ganz abgesehen von dessen unedler und weit kleinerer Persönlichkeit, als der wohl größte Politiker unter allen deutschen Herrschern des Mittelalters. Sein Herrschergeist umspannt immer weitere Kreise der Weltpolitik, bis ihn ein früher Tod jäh aus der Bahn seiner Erfolge reißt.
Kaum hatte der junge Heinrich die Dinge in Deutschland notdürftig geordnet – durch ein raschen Frieden mit Heinrich dem Löwen, der unter Eidbruch aus England zurückgekehrt war – so eilte er nach Italien. Auch mit den lombardischen Städten und mit dem Papst verständigte er sich überraschend schnell. Wie er die Kaiserkrönung betrieb und erreichte, das war ein Meisterstück politischer Rechenkunst, wie sie für Heinrichs Art bezeichnend ist. Aber er scheiterte zunächst an dem dritten Gegner, an den Normannen in Unteritalien, obwohl er doch dieses Land als das Erbe seiner Gemahlin beanspruchen konnte. Die Heerfahrt gegen Neapel schlug fehl infolge einer schweren Pest. Heinrich selbst wurde von ihr ergriffen, todkrank sah er sich gezwungen die Belagerung abzubrechen.
Dieses Missgeschick im fernen Süden wirkte, ähnlich wie einst bei Otto II., mit gewaltigem Rückschlag bis nach Deutschland hinein. Die Welfen erhoben sich sogleich wieder unter der Führung des Sohnes Heinrichs des Löwen, der Papst stellte sich auf dessen Seite, und auch alle Fürsten unterstützten ihn. – das erhabene Gebäude der hohenstaufischen Weltmacht erbebte in seinen Grundfesten. Durch Glück und meisterhafte Diplomatie gelang es dem Kaiser, den gefährlichen Bund zu sprengen. So konnte er 1194 aufs neue nach Italien ziehen , und dieses Mal unterwarf er im ersten Ansturm das süditalienische Normannenreich.
Am Ende des Jahres zog er triumphierend in Palermo ein. Heinrich stand an dem ersehnten Ziel: er war der tatsächliche Herr des Abendlandes.
Um das Errungene zu sichern und dauernd mit dem Imperium zu vereinigen, war sein Auge von nun an auf den wundesten Punkt der königlichen und kaiserlichen Machtstellung gerichtet: auf die Erblichkeit der Krone. Aber ehe er Entscheidendes durchführen konnte, griff das Schicksal ein. Kaum hatte er einen neuen Aufstand in Sizilien, eine Verschwörung gegen sein Leben, mit fürchterlicher Strenge niedergeworfen. Da starb er dort im September 1197, im jugendlichen Alter von 32 Jahren, ein Opfer des sizilianischen Sommers. Seine Gebeine ruhen im Dom von Palermo.
Nicht abzusehen ist, was noch hätte werden können, wäre Heinrich ein langes Leben beschieden gewesen.
Sein Tode führt zur furchtbarsten Katastrophe der mittelalterlichen deutschen Geschichte. Das schlimmste dabei war, dass sein einziger Sohn erst drei Jahre alt war und das zur gleichen Zeit ein Mann den päpstlichen Stuhl bestieg, der in der ganzen Reihe der großen politischen Päpste vielleicht der herrschbegabteste gewesen ist.
Schon die Zeitgenbossen hatten nach Heinrichs Tod das Gefühl eines unersetzlichen Verlustes und die Ahnung eines drohenden Umschwungs.
So erzählte man sich in Köln: Voller Sorge suche der alte Recke Dietrich von Bern das Reich auf; an der Mosel habe man seine riesenhafte Erscheinung auf kohlschwarzem Roß gesehen, er weissage kommendes Unheil.
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In der kommenden Woche eröffnen wir dann das Kapitel der Kreuzzüge (1096-1291). Dabei war der Kinderkreuzzug von 1212 die wohl traurigste Ausgeburt jener mystischen Zeitstimmung.
Heidenlärm zur Jahreswende – und was es damit auf sich hat
Die Zeit der heiligen Nächte von Weihnachten bis in den Januar hinein ist die Übergangszeit vom alten zum neuen Jahre. Es ist eine besonders ausgezeichnete Zeit, voller geheimnisvollen, segenwirkenden, aber auch verderblichen Zaubers und deshalb erfüllt von Sitten, zu denen von der Steinzeit bis auf die jüngste Vergangenheit alle Zeiten beigesteuert haben.
Nach der Jahreswende folgt also eine stille Zeit. Wir müssen uns einleben in das neue Jahr und einfühlen in die Befürchtungen und Verheißungen. Die im alten Jahre gestellten Schicksalsfragen haben, vor allem in der Neujahrsnacht, ihre Beantwortung gefunden. Waren unsere Fragen richtig gestellt, und sind die Antworten richtig gedeutet worden? Unter diesen Zukunftsgedanken treten wir ins neue Jahr ein und verhalten uns wartend und still.
So sind die Menschen der germanischen Stämme zu allen Zeiten in den ersten Wochen des neuen Jahres gar still und in sich gekehrt gewesen.
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Zum Ende eines Jahres veranstalteten die Germanen Feuerzeremonien. Somit geht auch die Tradition des sogenannten Silvesterfeuers auf die Germanen zurück.
An diesem Abend beginnt einen weitere Rauhnacht. Wohnräume und Stallungen werden geräuchert. Anschließend versammelt man sich zur inneren Rückschau. Daraufhin folgt das Abendessen. Die Zeit bis Mitternacht vertreibt man sich nach alter Sitte mit dem „Losen“, also dem Erforschen der Zukunft. Bleigießen gehörte zu den Losbräuchen und ist bis heute beliebt.
Und warum spricht man dann vom Heidenlärm?
Dass es an Silvester kracht, geht auf heidnische Gebräuche zurück. Feuerwerk und Glockengeläut um Mitternacht stammen noch aus dem vorchristlichen Glauben.
Und deshalb wird viel Lärm gemacht: Der Heidenlärm soll böse Geister fernhalten, denn zur Jahreswende öffnen sich die Tore zwischen den Reichen der Lebenden und der Toten. Daher schlug man mit Schellen und Peitschen. Zudem zündete man Holzräder an, die dann über die Wege rollten, um böse Geister mit viel Licht und Krach zu vertreiben. Ungeliebte Vorfahren mit „bösem Geist“, also schlechtem Charakter, die zu Lebzeiten zum Beispiel besonders gehässig, gewalttätig oder gierig gewesen waren, sollten somit an der Teilnahme an den Feierlichkeiten und eventuellen Störungen derselben gehindert werden.
Die Feuerfeste zum Jahreswechsel gehen auf die Germanen zurück.
Erst im Jahr 1582 ergab sich die namentliche Assoziation des Jahresendes mit „Silvester“ (dt. Waldmensch, von lateinisch silva Wald).
Auch wenn der Name auf einen kirchlichen Ursprung schließen lässt, reichen die Wurzeln der Jahresendfeiern viel weiter zurück. Dass wir heutzutage das Neujahrsfest mit dem Namen Silvester in Verbindung bringen, geht auf Papst Silvester I. zurück, der am 31. Dezember 335 n. u. Z. starb.
Bekannt sind auch die ausschweifenden Feierlichkeiten mit denen die Römer das neue Jahr begingen.
Doch das Anzünden von Feuerwerk zum Jahreswechsel hat unbestritten seine Wurzeln in germanischen Brauchtümern.
Dem Ursprung nach, nimmt die Feier zum Jahreswechsel ihren Beginn zur Wintersonnenwende. Im germanischen Volksglauben ist das dann auch die Zeit, wenn Odin /Wotan mit seinem wilden Heer durch die Lüfte saust. Die Dunkelheit und den Schrecken der Nächte versuchte man mit Lärm und Feuer zu vertreiben.
Später, Im Mittelalter benutzte man dann Pauken und Trompeten, in der Renaissance schoss man mit Böllern, Gewehren und Kanonen. Heute sorgen unsere Feuerwerkskörper für den Lärm, aber für ein einzigartiges Spektakel. Die ersten Feuerwerke wurden bei Hofe in die Luft geschossen. Später durfte das gesamte Volk das neue Jahr mit den Himmelsraketen begehen.
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Bedeutungsvoller als die Feuerzeremonien zum Jahresende und die Tage des stillen Januar, ist der Tag der Lichtmesse ab dem 2. Februar.
Mit diesem Tage beginnen die Feiern, welche die Germanen seit der Bronzezeit abhalten, um das ihrige beizutragen, der langsam zunehmenden Kraft des Lichtes zum Siege zu verhelfen. Dabei ist nicht an die Verehrung eines Sonnengottes zu denken, sondern der Sonne schlechthin, von der alles Leben und Gedeihen aus der Erde abhängig ist.
Seitens des Christentums wurde auch hier der Versuch unternommen, diese altheidnische ersten Sonnenfeier aus dem Gedächtnis der Menschen zu löschen, indem der Klerus selbst eine Lichtfeier an ihre Stelle setzte. In den Tempeln wurden die Kerzen vom Priester geweiht, und die Gemeinde zog Marienlieder singend um das Gebäude.
Werfen wir einen Blick voraus – der Frühlingskreis
Doch wenn auch dieses altgermanische Sonnenfest, von christlicher Begehung überdeckt, haben sich an diesem Tag der Lichtmesse die Menschen ihren Brauch erhalten, der wohl in ähnliche ferne Vergangenheit zurückführt wird, wie die alte Sonnenfeier.
So übte noch über eine lange Zeit in Groß-Berndten die Bauersfrau( zuweilen noch heute) den Zauber, dass sie einen Wagenreif auf den Hof legt oder auch wohl nur einen Kreis auf dem Hofe zieht und das Futter für die Hühner dort hinein streut. Dieser Brauch gibt die Gewissheit, dass die Hühner das ganze Jahr hindurch in das Nest und nicht abseits ins Heu oder Gras legen.
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Ich halte es an dieser Stelle wie Schiller, und wünsche euch keinen „guten Rutsch“, sondern vielmehr alles erdenklich Gute für das neue Jahr!
Gut zu wissen: Der Wunsch „Guten Rutsch“ oder „Einen guten Rutsch ins neue Jahr!“ ist etwa ab 1900 im deutschsprachigen Raum zu hören. Möglicherweise geht er auf das jiddische Wort «rosch» zurück, was «Anfang» bedeutet.
Hans Weigel schrieb in seinen Leiden der jungen Wörter (1974): »Schiller hat Goethe keinen guten Rutsch gewünscht, Liszt hat Wagner keinen guten Rutsch gewünscht, auch in den Briefen Rilkes an seine Freifrauen, Gräfinnen und Fürstinnen fehlt jede Andeutung des glückhaften Rutschens in die neuen Jahre.«
Heute regnet es. Nun ja, das ist jetzt nicht ungewöhnlich. Denn bis auf gestern, hat es den Tag zuvor, und den davor.., und die weiteren Tage davor ebenfalls geregnet. Zuletzt öffnete sich für uns das Himmelszelt am 17.12. 2023 und die Sonne kitzelte wohltuend an unserer Nase. Seitdem werden wir begleitet, von einer verhangenen Wolkendecke, aus der immer und immer wieder Wasser fließt. Und das, wie aus vollen Kannen. Ein Wohltat für die Erde, möchte mancher annehmen. Wenn da nicht zu viel des Wassers wäre, oder eben diese „hartnäckige“ Dürre.
Vernehme ich da ein Gemurmel? Dürre, welche Dürre? Vorab: Ich bin keine Naturwissenschaftlerin, vielmehr eine Geschichtenerzählerin und berichte viel lieber aus längst vergangenen Zeiten.
Aber es gibt auch aktuelle Geschichten, also solche, die man uns erzählen will. Demzufolge haben wir eine Dürre. So sagen es die sogenannten „Wissenschaftler“. Es gibt sogar „Mitmachseiten“: Mitmachen und Dürrefotos hochladen“. In Zeiten mit dem wärmsten Schnee seit 1000 Jahren, sollte das ein Leichtes sein.
Und heute dachte ich mir, spinne ich diese Geschichte mal weiter, einfach mal so. Draußen zwitscherten nach langer Zeit endlich wieder einmal die Vögel. Ihr Gesang war oft verstummt über die vergangenen Monate. Auch blicke ich zurück auf einen verregneten Sommer. Mehr als einmal sind wir auf unseren Reisen pitschnass geworden. Immer und immer wieder, meist vergebens, versuchte die Sonne ihre Strahlen durch die überwiegend verschleierte Wolkendecke auf die Erde zu senden.
Wen wir nun, Ende Dezember, aus dem Fenster schauen: Nichts Neues – wenig Veränderung: Das Himmelszelt bleibt verschlossen, der Nebel wird dichter und dichter, die Sonne weilt hinter ihren dicken Feldern. Es regnet und regnet, und regnet… immerfort. Soweit habe ich nun gesponnen.
Doch diese, die der Wissenschaft folgende Geschichte geht weiter: Dank des vielen Regens sei 2023 kein ausgeprägtes Dürrejahr gewesen.“
Aber irgendwie doch ein bisschen ein Dürrejahr, oder wie?
Was meint ihr zu solchen Geschichten? Ich finde, sie haben so ein bisschen Ähnlichkeit mit einer kreischenden Prognose ohne Glaskugel. Oder wollen sie uns darüber gar einen Bären aufbinden?
Und während ich so spinne und spinne….,fällt mir doch ein: Die Geschichtenerzähler, oder nennen wir sie einfach „deutsche Tageszeitungen“ erledigten ihre Aufgabe zur Weiterreichung solcher Meldungen wie immer wetterunabhängig und vorbildlich – vage Vermutungen unter medialem Vordergrund.
So spinnen sie an ihrem Rad.., und spinnen weiter und weiter unter dem schwefligen Pesthauch bis hin zum ökologischen Untergang.
Stehengeblieben sind wir an der Stelle, https://undinepeter.blog/…/friedrich-barbarossa-i-teil…/ als der Kaiser sich nun völlig mit dem alten Gegner aussöhnte. Politisch betrachtet ist dieser Friede von Venedig keineswegs eine Niederlage des Kaisers. Als ebenbürtige Macht stand das Kaisertum neben dem Papsttum, und Friedrich Barbarossa war unbestritten der erste Herrscher Europas.
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Nun kehrte Friedrich nach Deutschland zurück. Jetzt brach das Strafgericht über Heinrich den Löwen herein, gegen den immer wieder Klagen wegen schwerer Gewalttaten eingelaufen waren. Wieder holt wurde er vom Kaiser vorgeladen. Als er in trotziger Auflehnung fernblieb, wurde er 1180 auf dem Reichstag zu Würzburg seiner Reichslehen für verlustig und in die Acht erklärt. Erst 1181 erschien er auf einem Fürstentag zu Erfurt, und warf sich dem Kaiser zu Füßen. Er wurde begnadigt, aber der Richterspruch nicht aufgehoben, sondern nur gemildert: Heinrich der Löwe behielt seine welfischen Hausgüter Braunschweig und Lüneburg. Die Macht des Welfenhauses war gebrochen, für immer. Aber durch seine großartiger Ostpolitik bleibt Heinrich der Löwe von hoher nationaler Bedeutung.
Das Herzogtum Sachsen wurde aufgeteilt zugunsten der benachbarten Bischöfe. Bayern – ohne die Steiermark – erhielt der treue Pfalzgraf Otto von Wittelsbach, der einst den Kaiser auf der Rückkehr von der ersten Romfahrt durch seine Tapferkeit aus einer gefährlichen Lage in der Veroneser Klause gerettet hatte und gegen den Kardinal Roland so energisch vorgegangen war. Otto wurde der Stammvater des bayerischen Fürstenhauses.
1183 in Konstanz schloss Friedrich endlich auch Frieden mit den lombardischen Städten. Sei huldigten dem Kaiser als Lehensherrn., blieben aber innerhalb ihrer Mauern selbständig. Den wiederhergestellten Frieden feierte Friedrich durch das Reichsfest zu Mainz an Pfingsten 1184. Es war das größte Fest des ganzen M Mittelalters.
Von ihm schwärmten die Zeitgenossen, und die späteren Geschlechter umwoben es mit sagenhaftem Glanz. Tagelang fanden Volksfeste und Turniere statt. Der Kaiser erteilte seinen Söhnen Heinrich und Friedrich, die sich in den Kampfspielen besonders ausgezeichnet hatten, den Ritterschlag. Und inmitten aller dieser rauschenden Feste thronte der alte Kaiser, umgeben von fünf blühenden Söhnen. Aller Lust und aller Glanz des Lebens schienen von ihm auszugehen, der durch Hoheit, Milde und Leutselige seine Gäste bezauberte.
In gleichen Jahr noch unternahm er sein sechste und letzte Romfahrt. Sie gestaltete sich zu einem einzigartigen Triumphzug. Der Glanz des Hohenstaufenhauses wurde durch eine neue Königskrone noch erhöht. Friedrich vermählte seinen 21jährigen Sohn Heinrich, der bereits 1169 zum deutschen König gewählt und gekrönt worden war, mit Konstanze, der einzigen Verwandten und Erbin des kinderlosen Normannenkönigs (1186). Durch diese Vermählung erhielten die Hohenstaufen die Anwartschaft auf Neapel und Sizilien.
Die Verbindung mit Sizilien war ein Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung. In den Augen der Zeitgenossen war sie der glänzendste Erfolg der Machtpolitik Barbarossas, für die spätere deutsche Geschichte jedoch überaus verhängnisvoll. Den Rest seiner Regierung widmete Friedrich wiederum ausschließlich seinen Aufgaben als kaiserlicher Oberherr des Abendlandes. Allseitig auf höchste verehrt, wurde er neben Dietrich von Bern und Karl den Großen gestellt. Er hätte wohl seine letzten Jahr ein Ruhen und Frieden verbringen können.
Da kam die Kunde, dass Jerusalem in die Hand der Ungläubigen gefallen sei. Der fromme Kaiser beschloss, sein ruhmreiches Leben durch das Gott wohlgefällige Unternehmen eines Kreuzzuges zu krönen. Nach großen Erfolgen fand er in Kleinasien, im Fluss Saleph, im Sommer 1190 einen plötzlichen Tod, als er sich der Hitze und dem Staub des Tages durch ein Bad in dem kalten Gebirgswasser erfrischen wollte.
Barbarossas Tod (1190)
Als die Kunde seines Todes nach Deutschland gelangte, erhoben sich grenzenlose Trauer und Klage. In der Kölner Königschronik heißt es: „Bei dieser Stelle und bei diesem traurigen Bericht versagt unser Griffel und verstummt unsere Rede.“
Die Erinnerung an ihn , ist im deutschen Volke nie erloschen. Auf ihn, auf diese echt deutsche Heldengestalt., hat es später im richtigen Gefühl die Kyffhäusersage von dem heimlichen, einst wiederkommenden deutschen Kaiser übertragen, die sich ursprünglich an seinen Enkel Friedrich II, den Sizilianer, geknüpft hatte.
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Damit endet das Kapitel zu „Begegnung zu einer Kaisergestalt im deutschen Volk“ aus der Reihen „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel.
Weiter geht es mit seinem Sohn Heinrich VI., der sich zwar von seinem Vater sehr unterschied, aber dessen Weltmachpolitik unverändert aufnahm.