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Klara Fall: das glaube, wer mag

  • Am Hexenteich in Menden – mystisch, romantisch, aufschlussreich

    November 14th, 2023

    Im Anschluss an unseren Ausflug zur Hohensyburg „rollten“ wir nur wenige Kilometer weiter bis ins schöne Sauerland hinein und fanden einen herrlichen Platz am Hexenteich von Menden.

    Es war schon später Nachmittag als wir eintrafen. In der aufkommenden Dämmerung und mit dem leichten Nebel, der sich über den See erstreckte, wirkte dieser Ort eigenwillig.

    Die Atmosphäre wohltuend, romantisch, ja sogar idyllisch, trotz des Wissens, dass hier vor vielen Jahren unschuldige Frauen und Männer, angeblich der Hexerei überführt, ertränkt worden sein.

    Die dunkle Vergangenheit wird durch wundersame Baumskulpturen untermauert. Auf den ersten Blick wirken sie wie Marterpfähle. Hand angelegt hat hier der serbische Künstler Mile Prerad. Ich verweilte einen Moment vor einer solchen Skulptur, die doch viel Raum zur Interpretation gab.

    Nachdem wir uns entschlossen haben zu bleiben, zockelten die letzten Besucher zu ihren Autos. Ein junge Familie mit ihren Kindern lief an uns vorbei und es war so wundervoll ihnen zuzuhören. Offensichtlich noch eng mit der Sagenwelt verbandelt, erzählte die junge Mutter ihren Kindern etwas zu den Hexen und ihren Bräuchen. Es war durchweg positiv. Die Kinder stellten kluge Fragen.

    Warum erwähne ich das? Ganz einfach, es tut gut zu wissen, dass die kommende Generation (zumindest noch in Teilen) unser altes Gut, unserer Traditionen, Bräuche und Überlieferungen pflegt.

    Gleich darauf schlenderte ein altes Volkslied trällernd, „Das Wandern ist des Müllers Lust“, ein Ehepaar vorbei. Wunderbare Momente in einem kurzen Zeitfenster. Das macht Hoffnung.

    Später, als es stockdunkel war – wir saßen schon gemütlich in unserem Bert, hörten wir Stimmen, die immer näherkamen. Mit Blick nach draußen, sahen wir das Leuchten mehrerer Taschenlampen, hörten das Lachen junger Menschen – kurz darauf loderte ein Feuer. Es war eine gesellige Truppe von freundlichen jungen Menschen.

    Wir widmeten uns weiter den Erzählungen zu den Hexenprozessen. Im Jahr 1446 gab es in Köln die erste Anklage wegen Hexerei, die urkundlich erwähnt ist. Jedoch hatte die Frau, die der Zauberei angeklagt wurde, das Glück gegen das Versprechen, in Zukunft dieses Handwerk nicht mehr zu betreiben und Ruhe zu geben, freigelassen.

    Der Hexenhammer – Menschen fallen einem gesellschaftlichen Wahn zum Opfer

    Weitere 41 Jahre später, im Jahr 1487, wurde durch die Kölner Dominikanermönche Jacob Sprenger und Heinrich Institoris der „Hexenhammer“ veröffentlicht.

    Nach der Veröffentlichung dieses Werkes hatten die Städte und Gemeinden kaum noch die Möglichkeit, Angeklagte wieder frei zu lassen. Wer in die Mühlen der Prozessordnung geriet, war meist schon verloren. Im Raum Köln fanden in der Zeit zwischen 1491 und 1738, also einem Zeitraum von annähernde 250 Jahren, Hexenprozesse statt. Und die Parallelen sind immerdar: Die Menschen fielen einem schrecklichen gesellschaftlichen Wahn zum Opfer. Nur durch Folter wurden sie zudem gemacht, was sie darstellen sollten: „Hexen“.

    Erleichtert wurde die Durchführung der Prozesse in Menden durch eine besondere Rechtsordnung zu dem Verbrechen der Hexerei des Kurkölner Erzbischof, Ferdinand von Bayern, die die Folter der angeklagten Hexen erleichterte. Dadurch lassen sich auch die prozentual höheren Prozess- und Hinrichtungszahlen in dem kurkölnischen Raum erklären. Auch in Menden zeugen Folterprotokolle von forcierten Geständnissen nach einem bestimmten Fragenkatalog.

    Entgegen der geläufigen Meinung fielen nicht nur Frauen, sondern auch Männer den Prozessen zum Opfer. So standen auch am Beginn der Hochphase um 1630 in Menden die Prozesse zweier Männer: Blesien Bill und Franz Hillmerich.

    In dem gesamten Raum waren mindestens 18% der hingerichteten männlich, wobei bei 283 Verurteilten nicht ersichtlich ist, ob sie Frauen oder Männer waren.

    Entgegen der weit verbreiteten Meinung, wurden in Menden keine Hexen verbrannt. „Lediglich“ die Wasserprobe wurde an dem Teich vermutlich durchgeführt.

    Was darf man darunter verstehen?

    „Diese Wasserprobe diente der Bestimmung von Hexen, wenn sie nicht geständig wurden und konnte so als ein weiterer Beweis herangezogen werden.

    Neben der Wasserprobe sind auch die Nadelprobe und die Tränenprobe bekannt.

    Auch das Ausbleiben von Schmerz konnte als Teufelspakt gewertet werden.

    Dabei waren diese Beobachtungen völlig unverhältnismäßig. Bei Prozessbeginn waren sie irrelevant, konnten diesen aber auch nicht aufhalten, sollte kein Teufelspakt auf diese Art nachweisbar sein.

    Bei der Wasserprobe wurden den Angeklagten die Gliedmaßen gefesselt und sie so in die Mitte des Teichs geworfen. Gingen sie unter, waren Zeitgenossen der Meinung, dass es sich um ein Zeichen der Unschuld handle. Trieben sie jedoch auf dem Wasser und gingen nicht unter, so gingen die Menschen davon aus, dass es ein Zeichen sei, dass die vermeintliche Hexe einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben müsste, der ihr in dem Moment der Wasserprobe beiseite stand. Damit galten sie als schuldig im Sinne der Anklage.“

    ——————-

    Trotz dieser Geschichten, haben wir die Nacht wunderbar geschlafen – kein Netz, kein Internet, stockdunkel und mucksmäuschenstill, nur vereinzelt vernahm man ein Knacken im Gehölz.

    Ausgeruht starteten wir in den Sonntag und die Sonne war uns hold. Perfekt für eine Wanderung auf dem sogenannten „Liebesweg“ entlang des Hexenteichs von Menden.

    Dort begegneten wir Ritter Goswin von Rodenburg und Richenza, Bernhard Adolph von Dücker & Theresia. M. E. von Westrem, sowie Rudolpf und Hermine Schmöle, geb. Basse.

    Ein bisschen Tannengrün haben wir auch noch gesammelt, für den Julkranz. Dazu schreibe ich die Tage noch mehr.

    Der Hexenteich von Menden – ein zauberhafter und zugleich geschichtsträchtiger Ort, an den wir gerne zurückkehren.

    ————————–

    Quellen

    (Rüberg: Giftmischer, Hexen und Werwölfe, S. 32.)

    https://www.regioport-siegerland.de/…/orte-und…

    (vgl. Hegler: Werwolf aus Wickede, S. 13)

    Esoterischer Reiseführer NRW, Marion Röbkes

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  • „Das Papsttum unter Otto I. – das Ansehen des Reiches – die Politik der deutschen Kaiser – das Gefühl zu einem verbundenen Volk als Nation

    November 14th, 2023

    Weiter geht es mit „Deutscher Geschichte“ nach Albert Thümmel – nach der Kaiserkrönung Ottos des Großen (962). Stehen gebelieben sind wir bei https://undinepeter.blog/…/11/10/otto-i-der-grose-912-973/.

    Unter Otto I. wurde das Papsttum zum ergebenen Werkzeug der weltlichen Macht. Die Römer mussten versprechen, keinen Papst ohne Einwilligung des Kaisers zu wählen.

    Gegen Ende seiner Regierung ließ der Kaiser seinen Sohn Otto zum deutschen König und römischen Kaiser krönen und vermählte ihn mit der byzantinischen Prinzessin Theophano, die ihm als Mitgift Unteritalien brachte. Es war wie ein Schlussstein am Gebäude seines ruhmreichen Lebens – Welches ansehen das Reich damals genoss, zeigt sich auf Ottos letztem Reichstag in Quedlinburg. Da huldigten ihm die Herzöge von Polen und Böhmen, und Gesandte erschienen aus Dänemark, Rom, Süditalien, Afrika, von den Russen, Ungarn und Bulgaren.

    Otto der Große starb in der unbestrittenen Stellung eines Kaisers des Abendlandes.

    In der Folgezeit freilich hat der Besitz der Kaiserwürde das deutsche Volk unendlich viel kostbares Blut gekostet und ihm auch sonst schweres Unheil gebracht, denn in dem Kampf um Italien versäumten die späteren Kaiser ihre nächste Aufgabe: Die Festigung ihrer Königsmacht in Deutschland. (Sie haben es nicht hindern können, dass die Macht der Fürsten immer mehr zunahm, bis der König kaum noch etwas bedeutete. Und damit zerfiel die Einheit Deutschlands).

    Und doch wird man die Politik der deutschen Kaiser aus den damaligen Zeitverhältnissen heraus verstehen müssen. Otto und seine Nachfolger strebten nach der Herrschaft über Italien und nach der Kaiserkrone: Weil ihr Ansehen in Europa dadurch vermehrt wurde, weil Oberitalien infolge seines lebhaften Handels damals das reichste Land des Erdteils war; ferner gewannen die Deutschen durch seine Eingliederung in das Reich unmittelbaren Anschluss an den Weltverkehr, der vom Orient und Italien nach Frankreich ging, und schließlich war es für die deutschen Herrscher wichtig, in Rom Herren zu sein, weil es der Sitz des geistlichen Oberhauptes der deutschen Bischöfe war, die über mehr als die Hälfte des deutschen Landes geboten.

    In den langen und schweren Kämpfen Ottos in Italien wurde den Deutschen der Unterschied zwischen ihrem Wesen und dem der „Welschen“ zum ersten Male deutlich bewusst. Sie lernten sich allmählich zu fühlen als ein zu einem festgewordenen Staat verbundenes Volk, als Nation. (Das Wort „deutsch“ aber, das soviel wie „volkstümlich“ bedeutet und ursprünglich nur die Sprache des Volkes bezeichnete – im Gegensatz zur Kirchensprache, dem Lateinischen – wurde erst im 12. Jahrhundert auch für das Volk selbst und für das Land gebraucht: bis dahin kannte man nur die Namen der einzelnen Stämme.)“

    ———————————-

    Morgen lesen wir dann von Otto II., dem Nachfolger (973-983), welcher die Zügel der Regierung im jugendlichen Alter von 19 Jahren ergriff.

    ————————————–

    Fotos:

    „Gestalter der Geschichte“ Kaiser Verlag

    Historischer Atlas, Manfred Scheuch

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  • Die Hohensyburg und ein mächtiges Kriegerdenkmal, und zu Besuch bei Kaiser Wilhelm, Reichskanzler Otto von Bismarck und Helmuth von Moltke

    November 13th, 2023

    Das vergangene Wochenende verbrachten wir in Dortmund – mitten im Ruhrgebiet. Ja, wie kommt man nur darauf?

    Zugegeben, die Ankunft war weniger idyllisch. Hektik, Unruhe, Lärm und ganz viel Industrie. Nicht unbedingt das, was man sich vielleicht für ein entspanntes Wochenende so vorstellt. Und doch haben wir entschieden, zu bleiben. Und so übernachteten wir auf einem Parkplatz, nah einer befahrenen Straße. Tatsächlich habe ich nicht gut geschlafen.

    Es war nicht stimmig. Auch fühlte ich mich nicht gut. In der Nacht bin ich immer wieder aufgewacht. Die Ursache? Nichts Genaues weiß man. Nur eine Vermutung tat sich auf, als wir am nächsten Morgen auf unserem Weg zur Burg an einem 5-G Mast vorbeiliefen, der sich nur wenige Meter von unserem Platz entfernt, auftürmte. Im Dunkel des Vorabends haben wir ihn nicht wahrgenommen.

    Aber nun zur eigentlichen Unternehmung. Wie schon erwähnt: Wir befinden uns mitten im Ruhrgebiet – und hier, zwischen Dortmund und Hagen, oberhalb des Zusammenflusses Ruhr und Lenne, hoch über dem Ruhrtal, ragt die Ruine der Hohensyburg auf.

    Vielfältiger und kontrastreicher kann eine Landschaft kaum sein. Zwischen den Industrietälern mit ihrem pulsierenden Leben und den mit Seen und Flüssen durchzogenen Waldgebieten, erwarten uns Zeugnisse aus längst vergangenen Zeiten, aber auch idyllische Naturoasen.

    Neugierig? Wir nehmen euch mit:

    Von unserem Übernachtungsplatz aus, laufen wir knapp 300 Meter an einer viel befahrenen Straße entlang, wechseln an der Ampelanlage die Straßenseite und erhaschen gleich darauf den Blick auf eine wunderschöne Parkanlage. Der Weg dorthin, ist von einzelnen stattlichen Villen gesäumt. Zunächst ragt der Vincke-Turm auf, benannt nach Ludwig Freiherr von Vincke, der von 1810 bis 1844 Eigentümer der Burg war.

    Schon bald betreten wir die alten Wallanlagen der Hohensyburg und entdecken noch so einiges mehr.

    Doch wie gewohnt, vermissen wir auch an dieser Stätte, die zu unserer deutschen Geschichte so wichtigen Informationen. Ihr wisst schon, solche Informationen, die einem sofort ins Auge fallen, mit Mehrwehrt – Wissen vermittelnd. Stattdessen ist die recht unscheinbare Info-Tafel zur Hohensyburg von Moos überzogen. Ich nehme ein Taschentuch und wische darüber, um überhaupt etwas erkennen zu können.

    ————————–

    Was ich bis dahin wusste:

    Die Westfalen, das waren Nachkommen der germanischen Stämme, die um die Zeitenwende im Raume des heutigen Ruhrgebiets lebten, verbündeten sich im 6. und 7. Jahrhundert mit den Sachsen, weil sie die machthungrigen Franken fürchteten, und legten auf der Hohensyburg starke Befestigungen an.

    An mehreren Punkten ihrer Ländereien, die ihnen dafür geeignet erschienen, bauten sie feste verteidigungsbereite Bollwerke und Wallburgen. Die genauen Standorte und ihre Bezeichnungen sind uns erfreulicherweise überliefert worden. So waren die wichtigsten dieser Burgen zum einen die Eresburg (Obermarsberg an der Diemel) und zum anderen die für uns außerordentlich interessante Sigiburg (Dortmund-Hohensyburg).

    Ein Wall, der die Hauptburg von der Vorburg trennte, kann heute noch gut ausgemacht werden, aber die kleinen Burgwälle (der Vorburg) sind so gut wie verschwunden.

    Die Sigiburg – eine sächsische Wallburg entstand um das Jahr 700 u. Z. Die alten Wallanlagen lassen sich auf dem Plateau noch heute als Landmarken erkennen. Um 1100 wurde die alte Wallburg durch eine neue Steinburg aus Ruhrsandstein ersetzt, deren Ruinen auch heute noch die Ruhr überragen.

    —————–

    Und weiter geht’s!

    Inmitten der Wallanlage offeriert sich ein mächtiges Kriegerdenkmal, dass einen liegenden gefallenen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg darstellt. Auf der Höhe seines linken Unterschenkels wacht der Adler. In dem Moment, als ich meine Kamera zückte, um den Soldaten aufzunehmen, warf die Sonne ihre Strahlen direkt auf den Kopf des Adlers und auf das Gesicht des Soldaten. Wir konnten diesen Moment einfangen.

    In unmittelbarer Nähe befinden sich drei große steinerne Tafeln. Andächtig stehen wir davor. Es sind wieder ganze Familien, die als Kriegsopfer zu beklagen sind. Opfer aus den Kriegen 1870/71, als auch aus dem Ersten Weltkrieg und seinem Anschlusskrieg. Unzählige deutsche Opfer sind zu beklagen. Die wahren Kriegstreiber hierfür sind bekannt.

    Nächster Halt bei Kaiser Wilhelm, der uns auf seinem Pferd „entgegeneilt“. Vertreten sind auch Reichskanzler Otto von Bismarck und der preußische Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke.

    Was fehlt sind die Inschriften. Und zwar gänzlich. Eigentlich sollte hier stehen: „Kaiser Wilhelm dem Ersten

    und seinen Helden“

    die dankbare Grafschaft Mark

    Das Denkmal ist den Helden des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71, den Schöpfern des zweiten Reiches, dem Deutschen Reich 1871 – 1918 (Kaiserreich) gewidmet. Auf Anregung des Rittergutsbesitzers Adolf Overweg wurde die Errichtung am 15. April 1889 beschlossen.

    Die Atmosphäre hier, ähnelt ein wenig der des Kyffhäusers, auch wenn das Plateau ein wenig „schmaler“ daherkommt. Und doch ist es nicht weniger beeindruckend.

    Fazit: Eine Reise in das (heutige) industrielle Herz Nordrhein-Westfalens lohnt. Wir kommen wieder!

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    Quelle /Fotos /Aufnahmen

    Überwiegend eigene Aufnahmen mit Besuch am 11.11.2023

    Von den ehemaligen vier flankierenden Standbildern wurden die von Kronprinz Friedrich Wilhelm uns von Prinz Friedrich Karl entfernt. (Bild Wikipedia (Ansichtskarte aus 1907)

    Kaiser Wilhelm-Denkmal auf Hohensyburg in Westfalen – Ruine Hohensyburg, ehemaliger Sitz des Hezogs Wittekind, zerstört durch Karl den Großen Anno 775 (Bild Deutsche-schutzgebiete)

    • Meyers Konversations-Lexikon“ 5. Auflage in 17 Bänden 1893 – 1897

    • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 24 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1906 – 1908

    • „Meyers Kleines Konversations-Lexikon“, 7. Auflage in 6 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig und Wien 1908

    • „Hohensyburg – Seine Geschichte und seine Denkmäler“, Dr. Otto Schnettler – Verlag Gebr. Lensing

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  • Otto I. der Große (912-973)

    November 10th, 2023

    Von Ottos Ruhm, Hoheit und Macht, und einem Kaisertum, dass allein auf dem deutschen Volk ruht (936-973)

    Auf Otto waren die herrlichen Eigenschaften des Vaters in vollem Maße übergangen, nur fehlten ihm dessen weise Mäßigung und Besonnenheit. Er war von hoher Gestalt und kräftigem Körperbau-, im Verkehr heiter und freundlich, seine Bewegungen rasch und heftig.

    Von seiner Würde als Herrscher hatte er eine weit höhere Auffassung als sein Vater: während dieser sich begnügt hatte, Primus inter pares – der Erste unter Gleichen – zu sein, war Otto bemüht, sich zum wirklichen Herrn über die Herzöge zu machen. Und in der Tat: Er schuf den deutschen Einheitsstaat. Aber nicht leicht erreichte er dieses Ziel: kein König hat mehr Kämpfe mit aufrührerischen Großen zu tun gehabt.

    941 empörte sich sogar sein Bruder Heinrich, der selbst den Thron für sich beanspruchte. Doch der Anschlag wurde entdeckt, Heinrich gefangen und eingekerkert. Als Otto in Frankfurt das Weihnachtsfest feierte und den Gottesdienst im Dom bewohnte, war sich Heinrich, der aus Haft entronnen war, dem König zu Füßen. Otto hob ihn auf und verzieh ihm großmütig. Fortan blieb Heinrich dem Bruder treu ergeben.

    Nachdem Otto die ersten großen Aufstände niedergeworfen hatte, gedachte er, die Herzogtümer dadurch abhängiger von der Krone zu machen, dass er sie nur an Verwandte vergab. Aber diese Erwartung erfüllte sich nicht. Neue Aufstände – von Sohn und Schwiegersohn, denen sich andere Große anschlossen – mussten in schweren Kämpfen niedergeworfen werden.

    Die Folge war, dass Otto seine Innenpolitik abermals änderte. Er stützte sich von jetzt an, in besonderem Maße auf geistliche Würdenträger – Erzbischöfe/Bischöfe und Äbte. Sei waren den weltlichen Fürsten gleichberechtigt, bedeuteten aber eine geringere Gefahr, da bei ihnen die Erblichkeit nicht in Frage kam. Durch diesen Bund mit der Kirche schuf Otto eine kräftige Stütze der Königsgewalt. Die Kirche wurde in straffer Abhängigkeit gehalten. Bischöfe und Reichsäbte vom König ernannt. (Diese geistlichen Fürstentümer sind für die deutsche Geschichte von größter Bedeutung geworden, bis sie Napoleon 1803 aufhob).

    Nach außen erhob sich Deutschland zu mächtiger Größe. Als die Slaven jenseits der Elbe versuchten, die deutsche Oberhoheit, die Heinrich I. begründet hatte, wieder abzuschütteln, übertrug Otto den Kampf zwei getreuen Gefolgsmännern, dem Markgrafen Gero und Herrmann Billung, dem Stellvertreter des Königs in Sachsen. Dieser Kampf vollzog sich unter entsetzlichen Grausamkeiten von beiden Seiten. Schließlich mussten sich die Slaven nach Ottos entscheidendem Sieg seiner Herrschaft beugen. In den unterworfenen Slawenländern wurden neue Bistümer gegründet; sie wurden dem Erzbistum Magdeburg unterstellt, dass Otto ebenfalls gegründet hatte.

    Weithin erscholl Ottos Ruhm durch seinen Sieg über die Ungarn, die 955 wieder in Deutschland einfielen, diesmal im Süden des Reiches. Otto schlug sie in der Schlacht auf dem Lechfeld derart aufs Haupt, dass sie das Wiederkommen für immer vergaßen. Sie zogen sich in ihre Lande zurück, wurden sesshaft und nehmen um 1000 das Christentum an.

    Als die Herrscher von Frankreich und von Burgund schwer mit ihren Vasallen zu kämpfen hatten, riefen sie Otto zu Hilfe. Ihm hatten sie es zu verdanken, dass sie die Krone behielten.

    Italien aber unterwarf Otto seiner eigenen Herrschaft. Er kam der Königswitwe Adelheid, die von einem Vasallen schwer bedrängt wurde, zu Hilfe, machte sich zum König von Italien und vermählte sich mit Adelheid.

    962 setzte ihm der Papst in der Peterskirche in Rom die römische Kaiserkrone auf. Dadurch gingen in der Vorstellung der Völker Hoheit und Macht der römischen Imperatoren, wie einst auf Karl den Großen, dem Herrscher des Frankenreiches, so nunmehr auf den deutschen König über.

    Seit Otto ruhte das Kaisertum nicht mehr auf den germanisch-römischen Völkern, die in Karls Reich vereint gewesen waren, sondern allein auf dem deutschen Volk.

    (Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation – so bezeichnete man es in späterer Zeit – hat dem Namen nach bis 1806 bestanden, aber die wirkliche Kaiserherrlichkeit und – macht war bereits um 1250 zu Ende.

    ——————————-

    Nächste Woche lesen wir dann weiter: Das Papsttum wurde unter Otto zum ergebenen Werkzeug der weltlichen Macht. Die Römer mussten versprechen, keinen Papst ohne Einwilligung des Kaisers zu wählen.

    Bisher veröffentlicht https://undinepeter.blog/deutsche-geschichte-von-den-uranfangen-bis-zum-ende-des-dreisigjahrigen-krieges-nach-albert-thummel/aus der Reihe: „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel.

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  • Die gar traurige Geschichte zu einer Illusion, von „Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit“, und dem Anfang vom Ende

    November 9th, 2023

    Hilfe! Die Texte werden nicht kürzer. Wieder mal viel Lesestoff. Das tut mir wirklich leid, aber ich muss noch einmal feste ausholen, um auf die einzelnen Charaktere und ihr historisches Tun „herauszuarbeiten“.

    Ich erstelle quasi meinen persönlichen Leitfaden – aber ihr dürft selbstverständlich gerne mitlesen.

    Ja, ihr seht richtig – Selbst Szenen aus dem Struwwelpeter finden sich hier wieder.

    Allein die Niederschriften meiner Mutter, ihre Tagebucheinträge, ihr großes Wissen, und ihr Streben um Gerechtigkeit, darum, dass die Wahrheit ans Licht kommen möge, lassen mich nicht zur Ruhe kommen. Und jedes Mal tut sich eine neue Pforte auf.

    Ich weiß, das haben vor uns schon andere versucht. Und sie tun es immer noch, manche unentwegt. Die meisten darunter, wurden entweder mundtot gemacht, diskreditiert, oder eben in eine der uns wohlbekannten (propagierten) Ecken gesteckt. Manche sitzen im Gefängnis, oder werden gerade verurteilt.

    Es scheint, dass ein Wissen herumschwirrt, das so manchem nicht behagt. Und so setzt man alles daran, es unter Verschluss zu halten. Vielleicht irre ich mich auch. Aber wenn es so ist, dann können „Sie“ das, aus drei einfachen Gründen: Sie haben die Macht, das Geld und die Medien.

    Und was haben wir? Haben wir nichts?

    Doch, wir haben die Wahrheit, die Moral und den Anstand! Und darüber hinaus die Pflicht, zu handeln. Das sind wir unseren Vorfahren schuldig.

    Wäre da nicht diese bittere Pille, die wir schlucken müssen: Denn „Sie“ haben Erfolg. Und das schon über Jahrhunderte hinweg.

    Bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts war manches noch verschwommen. Doch schon bald darauf, wurden bestimmte Vorhaben immer offensichtlicher. Diese Tatsache wiederum rief nicht nur unzählige Dichter, Schriftsteller, Künstler auf den Plan. Es wurde gewarnt. Und das mehr als einmal über die vergangenen Jahre hinweg. An den rechten Männern damals fehlte es nicht:

    • Gerhard von Scharnhorst, Neidhard von Gneisenau (als Generalstabschefs Blüchers war er der eigentliche Urheber aller strategischen Pläne gegen Napoleon),
    • Freiherr vom und zum Stein nahm die Neueinrichtung des Staates in die Hand.

    Noch andere Männer waren es, die dem Staat und dem Volk neues Leben einhauchten.

    • Der Philosoph Fichte hielt in Berlin sein gewaltigen „Reden an die Deutsche Nation“.
    • Der Theologe Schleiermacher rüttelte Sonntag für Sonntag seine Berliner Gemeinde zum seelischen Widerstand auf.
    • Der Gymnasiallehrer Friedrich Ludwig Jahn suchte auf dem Wege der körperlichen Ertüchtigung – daher „Turnvater Jahn“ genannt – die Jugend an Leib und Seele zu kräftigen.
    • Der tote Schiller hat in jener Zeit mehr gewirkt als einst der lebende, besonders durch seine Freiheitsdramen „Tell“ und die „Jungfrau von Orleans“.
    • Arndt dichtete kraftvolle Vaterlandslieder
    • Heinrich von Kleist schürte in flammenden Worten den Hass gegen die fremden Unterdrücker und
    • Rückert schrieb seine „Geharnischten Sonette“.

    Jetzt schreiben wir November 2023 – und man darf –  nüchtern betrachtet –  festhalten: Das Land liegt sowohl auf wirtschaftlicher als auch auf geistiger Ebene brach.

    Wenn wir an dieser Stelle so weitermachen, können wir uns in einem Punkt absolut sicher sein: Es wird kein gutes Ende nehmen. Die Hinweise gibt es schon länger, auf all das, was uns widerfährt. Warum nur, sind wir so furchtbar träge? Vermutlich haben wir uns wohl damit begnügt, die Dinge zu benennen und zu beklagen. Fertig, das war‘s…

    Da fällt mir doch „Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug“ ein. Erinnert ihr euch? Diese wirklich traurige Geschichte von Paulinchen, dem Feuerzeug und Minz und Maunz, den Katzen – eine Geschichte aus dem „Struwwelpeter“.  Damals war es die Welt der Sagen, Fabeln und Märchen, heute sagen sie es uns auch manchmal „über die Filme“. Und das Groteske daran, die Regisseure und Drehbuchtautoren sind Teil der „Sie“…

    „Sie“ führen ein Volk einfach vor.

    Die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts ist ohne den Blick auf die Französische Revolution (1789-1799) als auch auf die bolschewistische Revolution von 1917 und deren Folgen nicht zu verstehen.

    Freiheit, Gleichheit Brüderlichkeit – eine schauderhafte Illusion. Eine Illusion, welche die Menschen in ihr Verderben stürzte. Es müsste uns, angesichts dieses Wissen, wie Schuppen von den Augen fallen.

    Alles hat seinen Ursprung, und diesem folgt der Gedanke. Wer kennt sie nicht, all die Verschwörer und ihre Theorien?  So lautet es im Umgangston der offiziell zugelassenen Schreiberlinge. Das ist irgendwie lustig, denn nachdem über Jahrhunderte hinweg, immer und immer wieder bewiesen wurde, dass genau diese „konspirativen“ Gedanken, Ereignisse, Berichte ausschließlich von hohem Wahrheitsgehalt gekennzeichnet sind. Kurz: Es handelt sich fast immer um Quellen höchster Glaubwürdigkeit.

    Doch das tut dem Schema „XY“ in seinem Wirkungsfeld keinen Abbruch. Ein Zeichen dafür, wie leicht Menschen doch zu manipulieren sind.  Und diese Leichtgläubigkeit zum kurz „Aufgetischten“ erstreckt sich leider über eine breite Bevölkerung.

    Ich denke dabei auch an die Hexenprozesse, und den damit verbundenen Jubel der zur Hinrichtung zahlreich erschienenen Menschen, die sich am Tod anderer (unschuldiger) Menschen ergötzten, nur, weil man es ihnen so vorgetragen hat. (Prediger waren stets in großer Zahl zur Stelle).

    Ja, mir hat man in der Schule auch weismachen wollen, dass Lenin ein Guter war – ein Revolutionär, und Stalin nur so handeln musste, weil er nicht anders konnte. Auch das Manifest haben ich gelesen, sowie das Kapital von Marx und Engels. In den Schulen der DDR gehörte es zur Pflichtlektüre.

    Im Gegenzug erklärte man uns, dass Bürgerrechtler kein Recht vertreten, sondern nur das System stürzen wollen. Und wer sich diesen „Rechtlern“ anschließt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Ja, so war das, damals in der DDR…

    Nun möge man annehmen, sie alle seien wieder auferstanden:

    Lenin, Marx und Engels, also all diese hochgelobten Marxisten, Leninisten, und Stalinisten – und damit ein Gedankengut, dass den Bolschewismus wieder hoffähig macht. Vielleicht waren sie nie weg?

    Tasten wir uns heran, an die Führungskräfte des Bolschewismus, unter anderem:

    • Leo Dawidowitsch TROTZKI (Bronstein)
    • Grigorij SoKOLNIKOW (Brillant)
    • Grigorij SINOWJEW (Apfelbaum)
    • Leo Borissowitsch
    • KAMENEW (Rosenfeld),
    • Jakob SWERDLOW (Auerbach)
    • Moses URITZKI.

    Bei den Verhandlungen zu dem am 3. 3. 1918 unterzeichneten Frieden von Brest-Litowsk gaben auf sowjetischer Seite Leo TROTZKI, JOFFE, Leo Borissowitsch KAMENEW, Grigorij SOKOLNIKOW und Karl RADEK den Ton an.   

    Unter den Führern der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und den Anführern marxistischer Aufstände im Reich befanden sich ab 1918 (ebenfalls jüdischer Herkunft) – um nur einige zu nennen:

    • Rosa LUXEMBURG,
    • Oskar COHN,
    • Karl KAUTSKY als Theoretiker,
    • Otto LANDSBERG und Hugo HAASE als »Volksbeauftragte« in Berlin.
    • Kurt EISNER mit LEVINE,
    • Ernst TOLLER,
    • Erich MÜHSAM bei der Räteherrschaft 1919 in München,
    • EPPSTEIN, RUBEN, HAMMER, OCHEL und WOLFSTEIN beim roten Aufstand an der Ruhr 1920.
    • Klara ZETKIN (1857- 1933), sie war Mitbegründerin des Spartakusbundes und der Unabhängigen Sozialistischen Partei (USPD).

    —————————————

    Die späteren Handlanger aus den linken Reihen (unter vielen anderen):

    • Ernst Reuter

    Der nach dem Zweiten Weltkrieg als Oberbürgermeister von Berlin (1950- 1953) hervorgetretene Ernst REUTER, geboren 1889 in Appenrade (Nordschleswig), schloß sich 1918 LENIN in Rußland an, wurde Volkskommissar der Wolgadeutschen Republik, kam als Kommunist 1918 nach Deutschland zurück, agierte 1919 als kommunistischer Delegierter im Hotel Lux in Moskau unter dem Namen FRIESLAND.2 Er starb am 29. 9. 1953 in Berlin

    • Stefan Heym

    Helmut FLIEG, am 10. April 1913 in Chemnitz geboren, änderte seinen Namen in Stefan HEYM. Als jüdischer Kommunist emigrierte er im März 1933 in die Tschecho-Slowakei

    • Anna Seghers

    Die als Netty REILING in Mainz am 19. November 1900 geborene Schriftstellerin nannte sich Anna SEGHERS. Sie trat 1928 der KPD bei, emigrierte 1933 nach Frankreich, dann nach Mexiko, kam 1947 nach Deutschland zurück, ging in die Sowjetzone und trat der SED bei. Sie wurde auch als »literarische Heiligenfigur der DDR« bezeichnet. Sie schwieg, wo sie hätte reden sollen (zum Beispiel in dem Prozeß von 1957 gegen HARICH, JANKA U. a.).

    • Herbert Wehner

    Der lange als Kominternagent tätige Herbert WEHNER (1906-1990) führte in seinem Leben verschiedene Namen. Kurt FUNK ist wohl der bekannteste, unter dem er bei seinem ersten Moskauer Aufenthalt am 26. Oktober 1935 einen Lebenslauf verfaßte.

    • Willy Brandt

    Willy BRANDT wurde am 18. 12. 1913 in Lübeck als Herbert FRAHM geboren, gehörte der linksradikalen Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ) an, emigrierte 1933 nach Norwegen, kam als alliierter Major 1945 nach Berlin und wurde 1957 unter seinem neuen Namen Berliner Regierender Bürgermeister und 1969 Bundeskanzler, bis er am 7. 5. 1974 über den Spionagefall GUILLAUME stürzte

    —————————-

    Und an dieser Stelle empfiehlt es sich auch an die Vorgeschichte zur sogenannten „Reichskristallnacht“ zu erinnern: Am Tag zuvor schießt ein 17-jähriger polnischer Israelit mit dem Namen Grünspan (Grynszpan) auf den deutschen Diplomaten Ernst Eduard vom Rath, verwundet ihn schwer. Vom Rath erlag am 9. November 1938 seinen schweren inneren Verletzungen. Es war nicht das erste heimtückische Attentat dieser Art auf einen Deutschen. So war es am 7. Mai 1866 Ferdinand Cohen-Blind, der ein gescheitertes Attentat auf Bismarck verübte.

    Am 28.Juli 1914 erschießt Gavrilo Princip (Gabriel Fürst) den österreichischen Thronfolger nebst Gattin und löste die „Julikrise“ aus, die (wie bekannt) zum Großen Krieg führte.

    Und schließlich erinnern wir uns auch an David Frankfurter, der am 4. Februar 1936 Wilhelm Gustloff erschoss.

    … und so weiter, und so fort…

    ——————————–

    Quelle:

    Ruth VON MAYENBURG, Hotel LUX, Piper, München 1978.

     Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. 4. 1993.

    Wolfgang LEONHARD, Die Revolution entlässt ihre Kinder, Kiepenheuer und Witsch, Köln 1955.

    Karl Dietrich BRACHER, Die Auflösung der Weimarer Republik, Ring, Villingen 51971. Hagen SCHULZE, Weimar – Deutschland 1917-1933, Severin und Siedler, Berlin 21983; TB, Siedler, Berlin 1998.

    u. Alfred NOSSIG, Bolschewismus und Judentum, Berlin 1921, S. 2

    Wladimir I. LENIN, Sämtliche Werke, Bd. XIX, S. 452.

    Ernst NOLTE, Streitpunkte, Propyläen, Berlin-Frankfurt 1993, S. 394.

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  • Heinrich I. (919-936)

    November 9th, 2023

    Im Anschluss an die schmerzenreiche Zeit des neuen Europa, https://undinepeter.blog/…/eine-schmerzenreiche-zeit…/ Wikinger auf großer Fahrt und der Anfang der eigentlichen deutschen Geschichte, betreten wir nun das Feld der „Sächsischen Kaiser“.

    Durch die edle, hochherzige Tat Konrads ging somit das Königtum vom Stamm der Franken auf den Stamm der Sachsen über. Die Sage berichtet, Eberhard habe Heinrich gerade beim Vogelfang im Harz angetroffen.

    Konrad hatte recht: eine glücklichere Wahl hätte man nicht treffen können. Heinrich war es, der das deutsche Reich vor dem Verfall rettete, gegen furchtbare Feinde siegreich verteidigte und seine künftige Größe vorbereitete. In seiner ganzen äußeren Erscheinung ein Bild männlicher Schönheit, war er zugleich der geborene Herrscher. Mut und Entschlossenheit, Großmut und Milde waren Hauptzüge seines Wesens.

    Im Innern gelang es Heinrich vor allem, einen losen Staatenbund zu schaffen, der sämtliche Stämme in freiwilligem Gehorsam zusammenhielt. Er war das Fundament, auf dem sein Otto I. den straffen Einheitsstaat errichten konnte

    Nach außen schützte Heinrich die Ostgrenze des Reiches, indem er vor allem den Einfällen der Ungarn ein Ende machte, die 924 raubend und mordend bis nach Thüringen vorgedrungen waren. Als es gelang, einen hohen ungarischen Häuptling gefangen zu nehmen, gab er ihn nur unter der Bedingung eines neunjährigen Waffenstillstandes frei.

    Die folgenden Jahre nutzte er, um sein Heer auf die große Entscheidungsschlacht vorzubereiten. Er gründete feste Burgen, aus denen später Städte erwuchsen (Quedlinburg, Goslar. Merseburg, Nordhausen, Hersfeld u. a.), und schuf ein Reiterheer; denn nur mit einem solchen bestand die Aussicht, gegen die flinken berittenen Horden der Ungarn anzukommen. Dieses übte er in Feldzügen gegen die Slaven. 933 wurden dann die Ungarn an der Unstrut vernichtend geschlagen und wagten es nie wieder nach Norddeutschland zu kommen.

    Nach solchen Erfolgen nahm Heinrich eine fast kaiserliche Stellung ein, aber die Kaiserkrone holte er sich nicht – haben ihn die Umstände daran gehindert oder wollte er sie nicht aus nüchterner Einsicht?

    ———————

    Bereits erstellte Beiträge aus der Reihe „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel findet ihr hier> https://undinepeter.blog/deutsche-geschichte-von-den…/

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  • Zum „Einschwingen“, hangeln wir uns am berühmten „Roten Faden“ entlang

    November 7th, 2023

    Ihr erinnert euch? Und dann kam ich iwie auf die Romanows,, die Zarenfamilie, die brutal von den Bolschewiken hingerichtet wurden. Darüber gelangte ich dann zur Stalinistin Wagenknecht, und schließlich landete ich bei Greta Th.unberg, der Ururenkelin von den Roth..en Schild.ern…

    Fest steht, man kommt bei solchen Unternehmungen immer beim „Ursächlichen“ an (dieser berühmte rote Faden) , aber das zu erklären, und aufs „Papier “ zu bringen, ist mir heute einfach nicht gelungen.

    Fest steht allerdings auch: Es wird mir nicht gelingen, mit wenigen Worten zum Kern der Geschichte (zum „Wo liegt nun der Hund begraben?“) zu gelangen.

    Ich habe mir daher Folgendes ausgedacht. Wir tasten uns über einzelne Personen näher an die Geschichte heran. Es bleibt dann leider nicht aus, dass ich auch den Verbrechern wenigstens ein Kapitel geben muss. Nun ja, über Karl den Großen haben wir auch schon gelesen 😉

    Wenn wir nicht zumindest die Grund-Charakterzüge der Jeweiligen kennen, und um die Taten des Einzelnen wissen, wird es schwer, etwas in den Kontext zu bringen.

    Man kann beispielsweise einen Verweis erbringen wie zu Lenin > Stalin > zu dem Wirken aktueller „Persönlichkeiten“ wie beispielsweise in diesem Fall zu Frau Wagenknecht… „

    Oder ich berichte von den zehn für die Oktoberrevolution 1917 wichtigsten Personen, den Mitgliedern des sowjetischen Politbüros, (Geburtsnamen in Klammern): Leo Dawidowitsch TROTZKI (Bronstein), Grigorij SoKOLNIKOW (Brillant), Grigorij SINOWJEW (Apfelbaum), Leo Borissowitsch KAMENEW (Rosenfeld), Jakob SWERDLOW (Auerbach) und Moses URITZKI.

    Und zack gibt es einen Zusammenhang: Unter LENINS Führung (1918-1922) betrug der jüdische Anteil am Zentralkomitee der KPdSU im Durchschnitt 26 Prozent, am Politbüro im Jahre 1922 sogar 43 Prozent.

    Aber das nur am Rande.

    Um den Faden zu behalten:

    https://undinepeter.blog/2023/05/07/rurik-und-das-alte-russland-eine-schopfung-der-wikinger/

    https://undinepeter.blog/2023/03/13/die-ara-romanow-sie-endete-mit-der-bestialischen-erschiesung-der-letzten


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  • „Eine schmerzenreiche Zeit des neuen Europa, Wikinger auf großer Fahrt und der Anfang der eigentlichen deutschen Geschichte.

    November 6th, 2023

    Nach dem Zerfall des Frankenreiches dauerten Hader und Zwist fort – auch nach Ludwigs und Karls Tod (876/877). Es ist die schmerzenreiche Zeit des neuen Europa.

    „Obwohl die beiden Herrscher verwandt und eines Stammes und auch ihre Völkereng verwandt waren, bildeten sich jetzt scharf umrissene Völkerpersönlichkeiten heraus, deren Nationalstreit die kommende Zeit erfüllte.

    In diesen Zeiten der inneren Streitigkeiten um das Erbe des großen Karl brachen von allen Seiten Feinde über die Grenzen: Normannen, Ungarn, Slawen. Damals begannen die Normannen (auch Wikinger genannt) ihre großen Fahrten mit ihren „schaumhalsigen Wellenrossen“.; Färöer, Island, Grönland wurden entdeckt – von dort aus sogar im Jahr 1000 das Vinland in Nordamerika – im Osten gründeten sie Staaten, aus denen später russische Fürstentümer hervorgingen, und in Unteritalien kämpften sie gegen die Araber, die von Süden hervordrangen.

    Auch Mitteleuropa wurde von ihnen seit dem 9. Jahrhundert heimgesucht. Sie fuhren den Rhein aufwärts bis nach Mainz. Ihre Raubzüge im Gebiet der Friesen haben ihren Niederschlag in der Gudrunsage gefunden. Zu gleicher Zeit zeigten in Schwaben und Bayern rauchende Dörfer und Höfe die Straße, die das mongolische Reitervolk der Ungarn gezogen war. Östlich der Saale und Elbe hielten die Slawen die Grenze des Reiches in dauernder Unruhe.

    Die späteren Karolinger hatten nicht die Kraft, diesen Feinden zu begegnen. Die bedrohten Gebiete mussten zur Selbsthilfe greifen und wählten auch ihre eigenen Führer. So erhob sich Ostfranken (Deutschland) von neuem die Gewalt der Herzöge, die Karl der Große beseitigt hatte.

    Sachsen, Franken, Bayern, Schwaben, Lothringen – Westfranken (Frankreich) spaltete sich in mehrere selbständige Teile, und auch Italien zerfiel in zahlreiche kleine Herrschaftsgebiete.

    Mit dem Jahr 911 stehen wir am Anfang der eigentlichen deutschen Geschichte. Denn als in diesem Jahr die Karolinger in Ostfranken aussterben, huldigen die deutschen Stämme nicht etwa den westfränkischen Karolingern, sondern wählen einen einheimischen Herrscher, den Frankenherzog Konrad, zum König und gehen von nun an ihre eigenen Wege.

    Konrad I. (911-918) war ein tapferer, edelmütiger Mann, allgemein beliebt und geachtet, aber es ist ihm nicht gelungen, sich durchzusetzen, seine Macht reichte nicht aus, die Herzöge in Gehorsam zu halten.

    Er kämpfte vergeblich um seine Anerkennung.

    Auf dem Totenbett aber vollbrachte er eine Tat, die dem Reich zu größten Segen wurde und vom Anfang der deutschen Geschichte her weit durch die Jahrhunderte leuchtet: In dem Herzog Heinrich von Sachsen, der sein mächtigster Gegner gewesen war, glaubte er, den Mann erkannt zu haben, der imstande sein würde, das zu leisten, was ihm selbst nicht geglückt war: Das Reich zusammenzuhalten und gegen seine zahlreichen inneren und äußeren Feinde zu schützen.

    Darum nahm er seinem Bruder Eberhard in Gegenwart vieler Großer des Reiches das feierliche Versprechen ab, die Reichskleinodien dem Sachsenherzog zu überbringen.

    So zeigte er, dass ihm das Wohl des Ganzen höherstand als der Vorteil seines Hauses – „eine unter den eigensinnigen und rechthaberischen Deutschen unerhörte Tat.“

    —————————————

    Und ab morgen erfahren wir dann alles über unsere Sächsischen Kaiser. Freut euch auf einige spannende Kapitel. Den Anfang macht Heinrich I. (919-936).

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  • Von Karl dem Großen und dem Mönchslatein, der Zwietracht seiner Nachkommen, und der Geburt des neuen Europas… bis zu den großen Fahrten der Normannen (auch Wikinger genannt)

    November 6th, 2023

    Wir überspringen an dieser Stelle die Lobeshymnen auf Karl den Großen, vermerkt von Albert Thümmel. Darin schreibt er unter anderem:

    „War Karl schon als Kriegsheld eine gewaltige Persönlichkeit, beinah noch größer erscheint er als Friedensfürst, als Landesvater. In allen Zweigen der Verwaltung schuf er eine wunderbare Ordnung und mit liebvoller Sorgfalt überwachter auch die kleinsten Kleinigkeiten, ohne jemals das Ganze aus dem Auge zu verlieren.“

    Auch Thümmel wusste um das Mönchslatein, und darum, dass immer die Sieger die jeweilige Geschichte schreiben lassen. Schade, dass er es nicht erwähnt hat.

    „Film ab, Klappe, die X X X X–te … „

    Warum auch, sollte Karl der Große seinen Mönchen den Auftrag erteilen, über seine grausam geführten Auseinandersetzungen zu berichten?

    Naturgemäß beurteilen die zeitgenössischen fränkischen Geschichtsschreiber das Vorgehen ihres Königs ausgesprochen positiv, zumindest die militärische Seite.

    Das gilt auch für Ehrhard, die Biografen Karls den Großen, der über seine Sachsenkriege urteilte:

    „Kein anderer Krieg ist von den Franken mit ähnlicher Ausdauer, Erbitterung und Mühe geführt worden wie dieser. Denn die Sachsen waren – wie fast alle Stämme Germaniens – ein wildes Volk, das Götzen anbetete und dem Christentum feindlich gesinnt war; auch empfanden sie es nicht als ehrlos, alle göttlichen und menschlichen Gesetze zu verletzen und zu übertreten. Dazu kamen noch weitere Umstände, die dazu beitrugen, den Frieden täglich zu gefährden: die Grenzen zwischen unserem und ihrem Gebiet verliefen fast ausschließlich durch flaches Land. Nur an einigen Stellen bildeten große Wälder oder dazwischenliegende Berge deutliche Grenzlinien. Mord, Raub und Brandstiftungen nahmen daher auf beiden Seiten kein Ende. Schließlich waren die Franken derart verbittert, dass sie es für richtig hielten, nicht länger Gleiches mit Gleichem zu vergelten, sondern mit den Sachsen in offenen Kampf einzutreten.“

    Über den Sachsenkrieg berichteten fast ausschließlich Geschichtsschreiber, die entweder über den endgültigen Triumph der Franken oder wie die hofnahen Reichsannalen zumindest über ihren ersten – allerdings nur scheinbaren – Sieg im Jahr 785 informiert waren. Zudem waren sie alle selbst Franken und noch dazu Geistliche. Wenn sich dagegen Sachsen zu diesen Geschehen äußerten, dann nur in einem noch größeren zeitlichen Abstand und wie der Verfasser der Translation sancti Liborii als Untertanen fränkischer Herrscher. Und in dieser Zeit hatte man wohl schon vergessen, dass die Sachsen vor ihrer Missionierung nie einen Teufel gekannt haben.

    ——————————-

    Bis zum heutigen Tage hat sich an der Vorgehensweise der Mächtigen nichts geändert. Nur die Rollen (Plätze) wurden getauscht. Und nun, auch im Jahr 2023 erleben wir hautnah wie das mit dem „Fälschen der Geschichte“ so vor sich geht. Die Menschen werden immer nur da glauben, womit sie kontinuierlich gefüttert werden, die Wahrheit fällt dabei in den Trog.

    ——————————-

    Ich blättere in den Seiten, will wissen wie es weitergeht. Denn jetzt stehen der Zerfall des Frankenreiches und das Ende der Karolinger bevor.

    Dem großen Kaiser folgte sein einziger überlebender Sohn Ludwig, der von der Kirch später den Beinamen „der Fromme“ erhielt. Am Hofe Ludwigs wurde kaum wirkliche Politik getrieben. Er ging viel lieber auf die Jagd, statt zu regieren. Aber am schwersten erschüttert wurden Einheit, Bestand und Zukunft des karolingischen Reiches durch unaufhörliche Erbschaftsstreitigkeiten, die in immer wechselnder Gruppierung ausgetragen wurden: bald die Söhne vereint gegen den Vater, bald in Zwietracht gegeneinander, ein höchst beschämendes Schauspiel.

    Nach dem Tod Ludwigs wurde das Reich durch den Vertrag von Verdun (843) in drei Teile geteilt.

    Lothar der Älteste erhielt die Kaiserwürde und den mittleren Teil: Italien und nördlich der Alpen das Land längs der Schelde-Maas-Rhone-Linie im Westen und den Rhein im Osten, dazu Holland.

    Das Land westlich davon, bekam Karl der Kahle und östlich Ludwig der Deutsche (nach seiner Sprach so genannt).

    Als Lothars Geschlecht bald darauf ausstarb, teilten Ludwig und Karl im Vertrag vom Mersen (870) auch noch den mittleren Teil nördlich der Alpen auf; die staatliche Grenze verlief nun fast genau nach der Sprachgrenze.

    Das neue Europa – Frankreich, Deutschland-Italien war geboren. Die Kaiserwürde war in den Wirren dieser Zeit bald bei Frankreich, bald bei Deutschland. (Diese deutsche Reichsgrenze im Westen bestand im Wesentlichen bis zum Jahr 1648. Elsaß. Lothringen, die Niederlande, der größte Teil des heutigen Belgiens haben das ganze Mittealter zum deutschen Reich gehört).

    ————————————-

    Morgen lesen wir weiter über innere Streitigkeiten um das Erbe Karl des Großen und über die schmerzenreiche Zeit des neuen Europa sowie um die Zeit, als die Normannen (auch Wikinger genannt), ihre großen Fahrten begannen.

    ——————————–

    QUELLE: KAMP, KROKER, SCHWERTMISSION: „DIE UNTERWERFUNG UND CHRISTIANISIERUNG DER SACHSEN UNTER KARL DEM GROSSEN“ VON MATTHIAS BECHER

    ALBERT THÜMMEL „DEUTSCHE GESCHICHTE BAND 1

    FELIX DAHN PALADINE

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  • Karl der Große (768-814) – Sachsenkriege und die wohl gewaltsamste Missionierung eines ganzen Volkes in der Geschichte der Christenheit

    November 3rd, 2023

    Aus der Reihe „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel

    Karl ist einer jener großen Erscheinungen, die einen Wendepunkt in der Geschichte anzeigen, Abschluss und Anfang zugleich – ein Herr der Menschen wie ihn in dieser Größe die Welt seit Cäsar nicht, in dieser Eigenart überhaupt noch nicht gesehen hatte.

    Aus einer sagenumwoben Jugend tritt Karl, Pippins Sohn, im Alter von 25 Jahren sofort als Held hervor. Er war groß als Kriegsmann wie als Landesvater, groß auch als Mensch und Christ. Der gewaltige Eindruck seiner Persönlichkeit hielt die unterworfenen Völker in Gehorsam, und durch die Vereinigung aller erhob er das Frankenreich zum mächtigen Europa.

    Als seine wichtigste Aufgabe betrachtete er von Anfang an die Unterwerfung und Bekehrung der heidnischen Sachsen. Die Sachsenkriege zogen sich fast durch seine ganze Regierungszeit hindurch. Immer wieder flammten Aufstände auf, durch welche die Sachsen unter Führung ihres Herzogs Widukind, versuchten, das verhasste Joch, abzuschütteln, und immer wieder neue schwere Kriege musste Karl gegen sie führen.

    Nur durch eiserne, fast unmenschliche Strenge hat er seinen Willen durchgesetzt. So hat er einst, nachdem die Sachsen unter Treuebruch, ein fränkischer Herr vernichtet hatten, an einem Tag 4500 Edelinge der Sachsen enthaupten lassen: Das Blutbad von Verden an der Aller. Gar oft ist Karl darob geschmäht worden. Erst als er viel Tausende von Sachsen in fränkische Gebiete verpflanzte und umgekehrt ihre Höfe an fränkische Ansiedler gab, erlosch allmählich der Widerstand.

    Nach 33jährigen Kämpfen waren die Sachsen bezwungen. Durch Gründung neuer Bistümer – wie Paderborn, Münster, Osnabrück u. a. – wurde das Werk der Bekehrung vollendet und gefestigt.

    Die Unterwerfung der Sachsen war von weltgeschichtlicher Bedeutung. Nunmehr waren alle germanischen Stämme auf deutschem Boden in einem Reich vereinigt. Damit war der Grund für das spätere deutsche Volk und Reich gelegt.

    Die Sachsenkriege waren immer wieder unterbrochen worden durch andere Unternehmungen.

     774 unternahm Karl einen Feldzug nach Italien, nachdem ihn der Papst um Hilfe gegen die Langobarden gebeten hatte. Während der Belagerung der Hauptstadt Pavia, ging er nach Rom, um das „Osterfest“ zu feiern. (ursprünglich heidnischer Herkunft „Ostera“).

    Hier bestätigte er dem Papst die Pippinische Schenkung, wogegen er selbst als Schirmherr der Kirche anerkannt wurde. Karl behielt die Kirche fest in der Hand. Er war Kaiser und Papst zugleich. (Man nennt diesen Zustand „Caesaropropapismus). Nach dem Fall Pavia setzte er sich die eiserne Krone der Langobarden selbst auf Haupt und nannte sich von da an „König der Franken und Langobarden“. Nur der Süden Italiens blieb als langobardisches Herzogtum Benevent selbständig. So begann die enge Verknüpfe der Geschicke Italiens mit denen des Reiches nördlich der Alpen, es war der Keim zu langen schweren Verwicklungen.

     778 rief der arabische Statthalter von Saragossa, der von seinem Nebenbuhler vertrieben worden war, den mächtigen Frankenkönig zu Hilfe. Karl ging über die Pyrenäen, erstürmte Saragossa und eroberte das Land bis an den Ebro. Später errichtete er hier die spanische Mark. Auf dem Rückzug wurde die Nachhut seines Heeres im Tal von Roncesvalles überfallen und niedergemacht. Dabei fiel auch der sagenberühmte Held Roland.

     788 unterwarf er den Herzog Tassilo von Bayern, der sich unter dem Einfluss seiner Gemahlin, einer Tochter des entthronten Langobarden Königs, gegen ihn empört hatte, und schickte ihn mit seiner Familie ins Kloster. Indem in Sachsen und Bayern die Grenzen des Frankenreiches nach Osten vorgerückt wurden, ergab sich zugleich die Aufgabe, diese Grenzen nun zu schützen gegen die östlichen feindlichen Nachbarn, gegen Slawen und Awaren. Das geschah in schweren Kämpfen.

     Um 800 waren alle Germanenstämme des Festlandes unter Karls Herrschaft vereinigt. Sein Reich erstreckt sich vom Ebro im Westen bis zur Elbe und Raab im Osten, von Benevent im Süden bis zur Eider im Norden.

     Am 25. Dezember 800 nahm Karl an der Feier des Weihnachtsfestes in der Peterskirche in Rom teil. Während er sich am Altar zum Gebet neigte, setzte ihm der Papst unter den jauchzenden Rufen des Volkes die Kaiserkrone aufs Haupt, und niederkniend huldigte er ihm als dem Oberhaupt der Kirche. So erbte eine Germane Namen und Würde der römischen Cäsaren, und der römische Adler wurde zum Wappentier des Reiches

    

    Wahrscheinlich war die Kaiserkrönung vorher zwischen Karl und dem Papst verbredet worden. Dennoch war Karl überrascht und erzürnt, wohl, weil ihm der Zeitpunkt nicht erwünscht war. Karl war gewohnt die Kirche nach seinem Willen zu leiten, und nun hatte er Papst selbständig, willkürlich gehandelt. Karl sah gewiss auch schwere Gefahren für die Zukunft voraus. : leicht konnte sich dich Vorstellung festsetzen, dass der Papst die Kaiserkrone zu vergeben habe. Und in der Tat hat sich das später zum Schaden der kaiserlichen Macht und zum Vorteil des Papsttums ausgewirkt.

    ————————-

    Eine persönliche Ergänzung (wie voran geführt, Thümmel wagt in seinen Ausführungen kaum bis wenig Kritik an dem Despoten Karl:

    Von den wenigen Stimmen gegen die Zwangsmissionierung ragte die von Alkuin heraus, der Ende des 8. Jahrhunderts immer wieder betonte, wie falsch der Weg war, den der Frankenkönig eingeschlagen hatte:

    „Wie kann ein Mensch gezwungen werden zu glauben, was er nicht glaubt? Man kann einen Menschen zur Taufe treiben, aber nicht zum Glauben“ Weiter sprach der gebildete Angelsachse: „Der Glaube ist eine Angelegenheit des freien Willens und nicht des Zwanges“.

    Tod oder Taufe!

    Mit Hilfe drakonischer Strafen sollte den Sachsen verdeutlicht werden, dass der christliche Gott kein gewöhnlicher Gott war, sondern weit über ihren eigenen Göttern stand.

    Was tat Karl? Er erhöhte den Druck auf die Sachsen und wies ihnen zugleich einen Ausweg: die Zuflucht zur Kirche. So gab er vor: „Wenn jemand Zuflucht in der Kirche sucht, soll er bis dort zu seiner Gerichtsverhandlung sicher sein, und niemand soll wagen, ihn mit Gewalt herauszuholen. Das kann man durchaus zynisch nennen: So wurde doch der wichtigste Grund für den Widerstand der Sachsen, das Christentum, für viele zum einzigen Ausweg, um ihr nacktes Überleben zu sichern.

    Abschließend darf man festhalten, unabhängig der Frage, ob Karl der Große bei seiner Auseinandersetzung mit den Sachsen von Anfang an die Christianisierung dieses Volkes beabsichtigt hat, dass dieser immer intensiver und brutaler werdende Krieg zur ersten gewaltsamen Missionierung eines ganzen Volkes in der Geschichte der Christenheit geführt hat.

    ———————–

    In den nächsten Tagen lesen wir dann weiter, wie Karl der Große den Gesandten Harun al Raschids empfängt.

    ——

    Quelle:

    • Kamp /Kroker Schwertmission „Die Unterwerfung und Christianisierung der Sachsen unter Karl dem Großen“ von Matthias Becher.

    • Thümmel „Deutsche Geschichte“ Band 1

    • Eigener Beitrag https://undinepeter.blog/…/von-sachsenkriegen-und-dem… unserem Besuch in Verden an der Aller, und dort am Sachsenhain

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