Aus den Kämpfen der letzten Zeit war das deutsche Königtum unheilbar geschwächt hervorgegangen. Der Ansatz der Erblichkeit, den es unter den sächsischen und fränkischen Kaisern genommen hatte, war wieder dahin. Deutschland war jetzt ein Wahlreich, und die Wahl erfolgte unter dem unmittelbaren Einfluss der Kirche. Geschickt hintertrieb diese die Nachfolge Friedrichs von Staufen, des Herzogs von Schwaben, des Verwandten des verhassten Salier. Gewählt wurde der einstige eifrige Gegner Heinrichs V., Lothar von Sachsen.
Er war ein Mann von 60 Jahren, aber noch kraftvoll, gerecht und tapfer, erfüllt von kirchlicher Ergebenheit. Die Hohenstaufenbrüder Friedrich und Konrad eröffneten einen hartnäckigen Kampf gegen ihn. Lothar vermählte sein Erbtochter mit Heinrich dem Stolzen, Herzog von Bayern, aus dem Hause der Welfen; später verlieh er ihm auch noch das Herzogtum Sachsen.
Da dieser Heinrich im Krieg mit den Hohenstaufen eine Hauptrolle spielte, so war es schon damals ein Kampf zwischen Welfen und Waiblingen, wie man die Hohenstaufen nach ihrer Besitzung auch nannte.
Mit Rom entbrannte aufs Neue der Investiturstreit.
Wenn auch Lothars Kampf gegen das Fürstentum und gegen das Papsttum mit großem Erfolg endete, so hat er doch nach keiner Seite hin gefestigte Verhältnisse schaffen können.
Von besonderer Bedeutung wurde Lothars Politik dadurch, dass er die Ostmarken-Politik, die seit Otto II. so jäh abgerissen war, wiederaufnahm. Er wusste den rechten Mann an die rechte Stelle zu setzen: Die Mark Meißen samt der Lausitz gab er an Konrad von Wettin, die brandenburgische Nordmark erhielt Albrecht der Bär aus dem Haus der Askanier und die Grafschaften Holstein und Stormann Adolf von Schauenburg.
Alle drei Geschlechter haben dann Großartiges für die deutsche Zukunft geleistet.
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Das nächste Kapitel aus dieser Reihe führt uns in das Stauferreich. Hier begegnen wir dann Konrad III., Friedrich I. Barbarossa, Heinrich dem Löwen, Heinrich VI. und schwenken dann geradezu über zu den Kreuzzügen.
Das hier ist ein Kapitel, dass ich schon oft in Angriff nehmen und fortführen wollte. Irgendwas kam aber immer dazwischen, mal abgesehen von der Tatsache, dass sich vor mir eine Flut an Tatsachenberichten und damit Inspiration für weitere Beiträge zu unserer deutschen Geschichte und ihrer damit einhergehenden Wahrheit auftut.
Vorab: Unzählige Friedensangebote aus deutschen Reihen blieben seinerzeit erfolglos, ungehört, wurden schlichtweg ignoriert. Die Zündung einer „politischen Atombombe“ wie ein Amerikaner die mögliche Sprengung des alliierten Bündnisses genannt hat, hätte mit großer Wahrscheinlichkeit Europa, besonders Russland und Deutschland, unendlich viel Leid und riesige Zerstörungen erspart.
Allein bis 1941 sind 28 unternommene Versuche bekannt, um von deutscher Seite aus, den Frieden zu retten!
Ich denke dabei auch, an einen der wohl bekanntesten Fälle: Der Hess-Flug am 10. Mai 1941, Churchills Friedensfalle und Verrat an Europa.
Ergebnis: Es gab keine, wie vorgesehen, Friedensverhandlungen mit einer Friedenspartei, vielmehr behandelte man Rudolf Hess wie einen Kriegsgefangenen, den man endlos verhörte – zumal er zur Erleichterung Churchills keine Verhandlungsvollmachten von Hitler vorweisen konnte. Damit war die Hess-Mission endgültig gescheitert, der europäische Konflikt weitete sich aus und wurde zum Weltkrieg mit vielen Millionen Opfern. Zu den Hintergründen des Heß-Fluges 1941 folgt zu gegebener Zeit noch ein extra Beitrag.
Die Akten im britischen Staatsarchiv sollten zu diesem Vorfall übrigens erst 2017 freigegeben worden sein. Nachdem eine Sperrfrist schon einmal verlängert wurde.
Der Chef der Abteilung „Spezialoperationen“ kam damals nach einem Gespräch mit Churchill zu der Schlussfolgerung: „Wahrscheinlich werden wir den Krieg in Europa nicht gewinnen können, aber einen Weltkrieg.“
Bevor wir uns nun der nahezu endlos erscheinenden Liste an Friedensversuchen widmen, noch auf ein Wort:
Viele kennen den Film „Schindlers Liste“ doch niemand kennt den Film zu „Die Liste über die vergeblichen Versuche den Frieden zu retten“.
Grund dafür könnte sein, dass es einen solchen Film gar nicht gibt. Und wenn man sich die eigentliche Kriegstreiberei einmal genauer betrachtet, als uns über die modernen Lehrbücher vermittelt wird, erklärt sich der Grund dafür. Dann fällt es einem wie Schuppen von den Augen. Aber wer will das schon? Warum sollten auch die, die immer noch die Fäden ziehen und Macht besitzen, über ihre eigenen Schandtaten berichten?
Es wäre falsch an dieser Stelle zu titeln: Wie alles seinen Anfang nahm. Vielmehr ist doch dieser sogenannte „Zweite Weltkrieg“ nichts anderes als die Fortsetzung des Ersten Weltkrieges. Es besteht heute wohl kaum Zweifel: Die tiefste Ursache dieses mörderischen Krieges liegt im Versailler Diktat.
Der Vorwurf der Grausamkeit ist dem deutschen Volk in seiner Gesamtheit durch alle Jahrhunderte noch nie mit Recht gemacht worden.
Und da wir immer noch ohne einen Friedensvertrag sind, geht es immer so fort.., und weiter, und weiter und weiter…
Warschaus Kriegswille 1939, ja sein fanatischer Eifer zum Krieg, ist vielfach belegt: Der polnische Marschall und Oberbefehlshaber der Armee RYDZSMIGLY erklärte in einem Vortrag vor polnischen Offizieren und Anwärtern im Sommer 1939: »Polen will den Krieg mit Deutschland, und Deutschland wird ihn nicht vermeiden können, selbst wenn es das wollte.«
Indes nahmen die deutschen, und später auch skandinavischen Friedensbemühungen ihren Beginn ab dem 31. August 1939. Ich habe nur vereinzelt die daraus resultierenden Ergebnisse ausführlicher aufgeführt. Jeden einzelnen Versuch der Friedensverhandlungen ausführlich darzustellen, würde an dieser Stelle zu weit führen. Auch wenn jedem unternommenen Friedensversuch ein extra Beitrag gebührt.
Somit hier lediglich eine Übersicht:
1. Versuch, einen Krieg zu vermeiden: Die Friedens-Rettungsmission des Fritz HESSE im August 1939. Bekanntlich erhielt Berlin am 13. August von der Sowjetregierung eine Einladung zu Verhandlungen, von denen man sich die Lösung des deutsch-polnischen Konfliktes versprach. Ergebnis: WILSONS Gesprächsaufzeichnung vom 20. August 1939 zeigt, dass die britische Regierung nicht bereit war, vermittelnd auf Polen einzuwirken. Tatsächlich hat sie nichts unternommen, was den Ausbruch des Krieges hätte verhindern können; im Gegenteil: Mit dem Garantievertrag vom 26. August gab sie Polen freie Hand, wohl wissend, dass das Krieg bedeutet.
2./3. Versuch, einen Krieg zu vermeiden: Friedensinitiativen des Schweden Birger Dahlerus im August 1939. Am Sonntag, dem 27. August, bat HITLER den Schweden DAHLERUS, als Vermittler der britischen Regierung mitzuteilen, daß Deutschland eine Verständigung wünsche. DAHLERUS sagte zu und flog nach London, wo er von CHAMBERLAIN, Lord HALIFAX und Sir Alexander CADOGAN empfangen wurde. Am 31. August kam es um 16 Uhr 30 zu einer Konferenz mit dem britischen Botschafter HENDERSON, GÖRING und DAHLERUS. E
4. Versuch, einen Krieg zu vermeiden: Dr. Fritz HESSES Sondermission am 2. September1939. Ergebnis: Als sie aber um 19 Uhr auseinandergingen, hatte GÖRING nichts erreicht.
5. Versuch, den Frieden zu retten: Birger Dahlerus‘ Vermittlungsversuch am 3. September1939.
6.Versuch, den Frieden zu retten: Görings Friedensangebot vom 9. September1939.
7. Versuch, den Frieden zu retten: Hitlers Danziger Rede vom 19. September1939.
8. Versuch, den Frieden zu retten: Hitlers Sportpalastrede vom 6. Oktober 1939.
9. bis 13. Versuch, den Frieden zu retten: DAHLERUS vermittelt im Auftrage Görings.
14. Versuch, den Frieden zu retten: Tryggve Grans Vermittlung im Auftrage Görings.
15. Versuch, den Frieden zu retten: Die Mission des Prinzen HOHENLOHE 1939.
16. Versuch, den Frieden zu retten: Friedensappell Belgiens und der Niederlande Die sieben Neutralen, Norwegen und Schweden, Belgien, Dänemark, Finnland, Luxemburg, Niederlande, erklärten nach Kriegsbeginn zwar ihre Unabhängigkeit, waren aber weder in der Lage, ihre Neutralität gemeinsam zu schützen, noch gemeinsame Friedensinitiativen zu ergreifen. Ergebnis: London und Paris kam diese Erklärung völlig ungelegen. Präsident ROOSEVELT gab seine Sympathie zum Ausdruck, allerdings erst dann, als man ihn von der britischen Ablehnung informiert hatte.
17. Versuch, den Frieden zu retten: skandinavische Vermittlungsvorschläge 1939.
18. Versuch, den Frieden zu retten: Reichstagsrede HITLERS vom 19. Juli 1940.
19./20. Versuch, den Frieden zu retten: Friedensbemühungen Ulrich von Hassels und Lonsdale Bryans‘ 1940. Lonsdale Bryans‘ versprach, die Erklärung an den Außenminister weiterzuleiten. Doch Halifax sagte wegen angeblicher Überlastung ab. Am 14. April 1940 trafen er und von Hassel letztmalig, aber ergebnislos, zusammen. Ergebnis: London hatte offensichtlich kein weiteres Interesse an Friedensvermittlungen.
21. Versuch, den Frieden zu retten: Franz VON PAPEN in der Türkei 1939/40.
22. Versuch, den Frieden zu retten: Hohenlohne sondiert bis Mai 1940 im Auftrag von Heydrichs SD. Ergebnis: Im Foreign Office reagierte man mit großem Unbehagen auf KELLYS ständige Berichte, in denen von Friedensmöglichkeiten die Rede war. Inzwischen war es Churchill gelungen, alle ernst zu nehmenden Gegner seiner Politik auszuschalten, auch David Kelly, der Anfang 1942 als Botschafter nach Argentinien versetzt wurde.
23./24. Versuch, den Frieden zu retten: Friedensdiplomatie des Vatikans 1939/1940.
25. Versuch, den Frieden zu retten: die Plesman-Initiative, »Kondominium der Stärksten«. Ergebnis: Als der holländische Außenminister Kleffens und Lord Halifax am 19. August 1940 zusammentrafen, lehnte Halifax jede Verhandlung mit Hitler ab. Damit war auch der PLESMAN-Plan endgültig gescheitert.
26. Versuch, den Frieden zu retten: Hitler-Weissauers Friedensmission 1940.
27. Versuch, den Frieden zu retten: Hitlers Friedensangebot vom November 1940 mit Hilfe des päpstlichen Nuntius in Madrid.
28. Versuch, den Frieden zu retten: der HESS-Flug am 10. Mai 1941, CHURCHILLS Friedensfalle und Verrat an Europa.
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Quelle: Rolf Kosiek/ Olaf Rose – der große Wendig
o Doc. No. FO 371 24408, NA, Kew. Der Verfasser bezieht sich in seinem Beitrag auf ein sechzig Jahre gesperrtes Memorandum des Foreign Office, das die britischer Ablehnung von sechzehn deutschen und neutralen Friedensangeboten enthüllt. Das vollständige Memorandum in bei: Marin ALLEN, Churchills Friedensfalle, Druffel, Stegen/Ammersee 2002, abgedruckt.
Sein Buch führt nicht nur zu einem neuen Geschichtsbild, sondern ist gleichzeitig eine Anklage gegen Großbritannien, das sich beharrlich weigerte, Friedensgespräche mit der deutschen Reichsregierung zu führen.
Weiter Quellenverweise:
o CC, CHRS 128 Telegramm CHRISTIE (London) an BELVIS (Schweiz) vom 11. 10. 1939. 18 Ebenda.
o Dok. Nr. 1; CADOGAN an HALIFAX, 4. 10. 1939, in: Bernd MARTIN, »Britischdeutsche Friedenskontakte in den ersten Monaten des Zweiten Weltkrieges«
o Bernd MARTIN, »Friedensinitiativen und Machtpolitik im Zweiten Weltkrieg 1939-42«, in: Geschichtliche Studien Politik und Gesellschaft, Bd. 6, Droste, Düsseldorf 1974, S. 87,
o Fritz HESSE, Das Vorspiel zum Kriege
Foto/Aufnahmen/Bilder. Bertelsmann-Chronik , Bibliothek des 20. Jahrhunderts 1936-1939 / 1949-1943
Dieser moralisch so minderwertige Herrscher besaß bedeutende Regenteneigenschaften: Machtsinn, Überlegung, Kühnheit, Willenskraft. Aber die rücksichtlose Härte, mit der er überall seinem Vorteil nachging, seine verschlagene , unzuverlässige, unedle Natur erweckten ihm ringsum Feindschaften.
So nahmen die Kämpfe in Deutschland kein Ende, vor allem gegen den mächtigsten Fürsten im Reich, Lothar von Supplinburg, den Herzog von Sachsen. Seine treuesten Stützen in diesen Kämpfen waren seine Neffen Friedrich und Konrad von Staufen, die er als die natürlichen Erben seiner Herrschaft und seines salischen Besitzers betrachtete.
Den Kampf gegen das Papsttum führte er fort, da er keinesfalls gewillt war, seine Herrscherrechte der Kirche zu opfern. Nach langem Hin und Her kam es 1122 zu einem Vergleich zwischen den beiden Gewalten, zum „Wormser Konkordat“: die Bischöfe sollten in Gegenwart des Kaisers oder seines Stellvertreters gewählt werden. Der Gewählte erhielt vom König das Zepter als Symbol für die weltlichen Hoheitsrechte (Investitur), vom Papst Ring und Stab als Symbole der geistlichen Gewalt (kirchliche Weihe). In Deutschland sollte die Investitur vor der kirchlichen Weihe erfolgen, in Italien und Burgund umgekehrt. So endete der gewaltige Kampf mit einem Vergleich.
Die beiden Interessenten teilten sich in die Rechte der Bischofswahl. Im Vergleich zu den Zeiten Heinrichs IV. war es ein Erfolg der weltlichen Macht. Im ganzen gesehen aber war es ein Gewinn der geistlichen Gewalt; denn die einstige absolute Unterordnung des Papsttums unter das Kaisertum, noch unter Heinrich III., war der Gleichberechtigung gewichen.
Aus den Kämpfen der letzten Zeit war das deutsche Königtum unheilbar geschwächt hervorgegangen. Der Ansatz der Erblichkeit, den es unter den sächsischen und fränkischen Kaisern genommen hatte, war wieder dahin. Deutschland war jetzt ein Wahlreich, und die Wahl erfolgte unter dem unmittelbaren Einfluss der Kirche. Geschickt hintertrieb diese Nachfolge Friedrichs von Staufen, des Herzogs von Schwaben, des Verwandten des verhassten Salier. Gewählt wurde der einstige eifrige Gegner Heinrichs IV., Lothar von Sachsen.
Dieser Teil der Geschichte forderte die Wortzahl heraus. Also nehmt euch Zeit, und lest in Ruhe. Spannend ist dieses Kapitel allemal, in Fortsetzung des Artikels zu Papst Gregor VII. https://undinepeter.blog/2023/11/26/gregor-vii-1073-1085/.
Denn der gewaltige Kampf zwischen Staat und Kirche, zwischen Kaiser und Papst weitete sich allmählich zu einem Kampf um die Weltherrschaft aus.
Der absolute Leiter der Kirche strebte nun ganz offen nach der Obergewalt über die weltlichen Reiche. Ein starker Bundegenosse erwuchs ihm dabei in den Normannen. Diese hatten, von der Normandie her, um die Mitte des Jahrhunderts fast ganz Süditalien erobert.
Der damalige Mönch Hildebrand hatte es verstanden, die Eroberer zu einem Vertrag zu bewegen, nach dem sie für die eroberten und noch zu erobernden Gebiete den Papst als Lehensherren anerkannten. Der Papst war dadurch der Obereigentümer von ganz Unteritalien, später auch von Sizilien, und hatte in den Normannen außerordentlich wertvolle Kampftruppen gewonnen.
Nun bedurfte er nicht mehr des Schutzes durch den Kaiser, er wurde unabhängig von ihm.
Heinrich berief 1076 eine Versammlung der deutschen Bischöfe nach Worms und ließ den Papst absetzen. Da holte Gregor zu einem gewaltigen Schlag aus: er erklärte Heinrich in den Bann, sprach ihm die Krone ab und entband alle seine Untertanen von ihrem Treueeid. Es war ein unerhörter, welterschütternder Akt, denn die Kirche beherrscht ja damals die Gemüter noch weit mehr als heute selbst in den klerikalsten Ländern. Den Fürsten war dieser Bannfluch die willkommene Gelegenheit, sich vom König loszusagen.
Auf einer Fürstenversammlung wurde beschlossen: Wenn Heinrich nicht binnen Jahresfrist vom Bann gelöst wäre, würden sie einen neuen König wählen, außerdem würden sie die Entscheidung dem Papst anheim stellen. Es war die erste Kundgebung jenes deutschen Sondergeistes, der on nun an schwer und immer schwerer unser Vaterland schädigte.
Gregor glaubte bereits, den Sieg in der Hand zu haben und in Augsburg den Schiedsrichter über die deutschen Parteien spielen zu können. In der erhobensten Stimmung brach er von Rom nach Norden auf. Da überraschte Heinrich alle Welt durch den plötzlichen Entschluss, persönlich dem Papst entgegenzueilen und seine Loslösung vom Bann irgendwie zu erzwingen. Im härtesten Winter 1076-1077 trat er die Bußfahrt an, begleitet von seiner Gemahlin, von seinem zweijährigen Söhnchen sowie wenigen Getreuen. Als er nach unsäglichen Mühen endlich die Lombardei erreicht hatte, zog sich Gregor erschreckt in das feste Schloss Canossa der Markgräfin von Toskana zurück. Am Fuß des steilen Canossafelsens hat dann Heinrich drei Tage lang geweilt und sich in der kirchlichen Büßertracht, barfuß und in härenem Gewand, trotz strenger Winterkälte wiederholt vor der Burg gezeigt und um Einlass gebeten. Am vierten Tag endlich, empfing ihn Gregor und sprach ihn vom Bann los, während Heinrich sich verpflichtete, in seinem Streit mit den deutschen Gegnern die Vermittlung oder den Schiedsspruch des Papstes anzuerkennen. Dann schieden die beiden Gegner, scheinbar versöhnt, aber Heinrich mit tödlichem Hass im Herzen ob der erlittenen Schmach.
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Welches war die geschichtliche Bedeutung von Canossa?
Der kirchliche Bußakt hatte für die Zeitgenossen nicht ganz das Demütigende, das er für uns heute hätte. Heinrich kam es in erster Linie darauf an, zunächst einmal wieder die Hände frei zu haben. Durch die Loslösung vom Bann gewann er die Freiheit des Handelns zurück, und er hat sie in den folgenden Jahren mit meisterhafter Diplomatie genützt. Vergleich man freilich den Tag von Canossa mit jenem Tag von Sutri unter Heinrich III., dann wird der Abstieg der Reichsgewalt während des letzten Menschenalters erschreckend deutlich: damals der Kaiser noch der Schiedsrichter Europas, jetzt sich beugend unter das päpstliche Schiedsgericht.
Der Name „Canossa“ wird immer das Symbol bleiben für die Kapitulation staatlicher Macht vor kirchlichen Herrschaftsansprüchen.
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Trotz Heinrichs Loslösung vom Bann wählten die Fürsten, ohne die vereinbarte Jahresfrist abzuwarten, sofort einen Gegenkönig, den Herzog Rudolf von Schwaben. Es war ein erster Sieg des freien Wahlrechts über Erblichkeit und Rechtmäßigkeit. Ein verheerender Bürgerkrieg war die Folge. Heinrich entzog dem Gegenkönig das Herzogtum Schwaben und verlieh es seinem treuen Anhänger Friedrich von Staufen, dem Stammvater des hohenstaufischen Herrscherhauses. In der Entscheidungsschlacht siegte Heinrich und war somit wieder alleiniger König in Deutschland. Nunmehr eilte er nach Italien, um den Papst zu strafen. Er ließ einen neuen Papst wählen und sich von diesem zum Kaiser krönen.
Gregor VII. ward in der Engelsburg eingeschlossen, doch kamen ihm die Normannen mit einem starken Heer zu Hilfe, sodass sich Heinrich zurückziehen musste. Als die Normannen drei Tage lang entsetzlich plünderten und die Stadt fast zur Ruine machten, wandte sich die Empörung der Römer derartig gegen Gregor, dass er sich den Schutz der abziehenden Normannen begab. Bereits im folgenden Jahr (1085) starb er in Salerno, nachdem er Heinrich erneut in den Bann getan hatte.
Seine letzten Worte waren: „Ich habe die Gerechtigkeit geliebt und das Unrecht gehasst, deshalb sterbe ich in der Verbannung“. Im Dom von Salerno wurde er begraben. Ranke, der große deutsche Geschichtsschreiber, bezeichnete Gregor „als die vielleicht größte kirchenpolitische Erscheinung“, die jemals gewesen ist.
Heinrich IV. aber wurde in immer wieder neue Bedrängnis gestürzt. Er musste den Kelch des Leidens bis zur bitteren Neige auskosten. Sein Sohn Heinrich empörte sich gegen ihn, da er eine neue Erhebung gegen seinen Vater befürchtetem welche diesem und ihm selbst die Krone kosten konnte. Er warf sich daher zum Führer der Opposition auf, um sich die Herrschaft zu sichern auf Kosten seines Vaters. Mit widerlicher Heuchelei und listigem Betrug brachte er diesen in seine Gewalt.
Es war wohl die „teuflischte Tat der ganzen deutschen Geschichte“. In schändlichster Weise wurde der Vater als Gefangener behandelt und durch Verrat und Treulosigkeit zur Abdankung gezwungen. Weder Bitten noch Tränen des Vaters rührten das Herz des Sohnes. Der tiefgebeugte Mann erhielt weder die Loslösung vom Bann noch die Freiheit. Schließlich gelang ihm die Flucht. Er wandte sich nach Lüttich, wo ihn der treugesinnte Bischof schützte. Dort starb er kurz darauf, im Jahr 1106, 56 Jahre alt.
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Im nächsten Teil geht es dann weiter mit Heinrich V., diesem moralisch so minderwertigen Herrscher.
Dann steht das Christkind auf einmal vor der Tür“.
Ist die uns so „vertraute“ Advents- und Weihnachtszeit tajtsächlich das Fest der Christen?
Nun ja, wir wissen, alles hat seinen Ursprung. Und wir wissen auch, der liegt nicht im Kirchendasein.
Das kommt jetzt nicht überraschend: Denn auch betreffend der Advents- und Weihnachtszeit hat sich die Kirche des heidnischen Brauchtums bedient und es für sich verändert.
Ein schleichender Prozess, geführt durch christliche Missionare. Sie empfanden es früher als einfacher, die Feste der Einheimischen in Teilen zu übernehmen und leicht umzudeuten, als ihnen komplett neue Vorstellungen anzuerziehen.
Kurz: Das Weihnachtsfest geht auf heidnische Ursprünge zurück. Bis heute haben viele adventliche Bräuche keinen wirklichen Bezug zum Glauben. Doch aus Sicht der Kirchen darf Weihnachten kein säkularisiertes (weltlich gesinntes) Winterfest sein.
Das Julfest ist ein altgermanisch-keltisches Fest zur Wintersonnenwende am 21. oder 22. Dezember. An diesem Tag wurde die Rückkehr von Sonne und Licht ausgiebig gefeiert.
Die Feier war den Göttern der germanischen Mythologie gewidmet. Wotan, der Gott des Todes, besuchte die Erde. Man feierte auch Njord und Freya, die Götter der Fruchtbarkeit und des Überflusses. Es wurden Feuer angezündet, um die Geister der Dunkelheit zu vertreiben und die Sonne zurückzurufen.
Der Begriff „Jul“ stammt aus dem nordischen und bedeutet “Rad des Lebens”. In Skandinavien findet das Weihnachtsfest auch heute noch unter dem Namen Julfest statt, wobei der geschmückte Tannenbaum und auch die Geschenke dem germanisch-nordischen Brauch entnommen wurden.
So ist auch der Julkranz älter, als erwartet.
Interessant ist seine Umkehrung. Man geht davon aus, dass es 6 Kerzen waren, die angezündet wurden.. Woche für Woche löschten die Menschen ein Licht bis kurz vor der Sonnenwende, wo dann nur noch eine Kerze brannte. Dies war als Bitte des Julfeuers zur Rückkehr der unbesiegten Sonne zu deuten.
Im Verlauf der Geschichte…
hatte der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern (1808-1881) im Jahr 1839 die zündende Idee und bestückte ein Wagenrad aus Holz mit 23 echten Kerzen – vier große weiße Kerzen und 19 kleine rote. Und wie es weitergeht, ist bekannt. Heute sind es vier Kerzen, die wir Woche für Woche auf unseren liebevoll gestalteten Kränzen anzünden.
Doch sollten wir uns dabei immer an das Brauchtum unserer Vorfahren erinnern. Denn dort liegen unsere wahren Ursprünge.
Und womit ist ein Julkranz geflochten? Zumeist aus immergrünen Zweigen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Tanne, Stechpalme, Kiefer, Efeu, Wacholder, denen man schützende und heilende Kräfte zuschreibt.
Was hat es mit Julkotz auf sich?
Der Julklotz (aus Eichen- oder Eschenholz) wurde um die Zeit der Wintersonnenwende am Herdfeuer entzündet, und es brachte Segen, ihn während der Rauhnächte am Brennen zu halten.
Übrigens: Für den Stamm der Normannen (Wikinger) dauerte das Julfest einen ganzen Monat lang. Im Langhaus wurde das Feuer entzündet, Freunde und Familie kamen bei gutem Essen und Trinken zusammen. Sie nannten es „Jol“, wie den Wein, den sie zum Fest tranken.
Den dritten Wintermonat, er dauerte von Mitte Dezember bis Mitte Januar gab es kräftiges und fetthaltiges Essen. Man nannte es „Molke-Sauger“.
Gefundene Gegenstände deuten zudem darauf hin, dass sich die Menschen zu solchen Festen mit großen Schmuckstücken in kräftigen Farben schmückten.
Wer hat’s gewusst? Deutsch wäre die eigentliche Weltsprache, oder fast geworden
… und dann geschah Folgendes:
1790 stimmte das Parlament des Staates Pennsylvania „angeblich“ darüber ab, ob Deutsch zur offiziellen Landessprache erklärt werden sollte. Der Sprecher des Parlamentes, der Deutsch-Amerikaner Frederick Augustus Conrad Mühlenberg, soll die entscheidende Stimme für Englisch und gegen Deutsch abgegeben haben.
Zu dieser Zeit stellten die Deutschen die größte Einwanderergruppe (Übersiedler) überhaupt.
Und so brachte im Januar 1794 eine Gruppe deutscher Einwanderer aus Virginia die Bitte in das Repräsentantenhaus ein, Gesetzestexte auch in deutscher Sprache zu veröffentlichen. Zur Begründung hieß es, es würde den neuen Bürgern damit leichter fallen, sich in Amerika zurechtzufinden.
Der Antrag wurde an den Hauptausschuss überwiesen. Dort kam es schließlich zur Abstimmung. 41 Mitglieder votierten mit Ja, 42 mit Nein. Frederick Muhlenberg, dessen Vater noch in Einbeck im heutigen Niedersachsen geboren worden war, hatte es zum ersten Sprecher des Repräsentantenhauses gebracht. Er enthielt sich der Stimme. In der Debatte zuvor hatte er sich aber ablehnend geäußert: „Je schneller die Deutschen (zu denen auch Bewohner aus dem Habsburger-, dem Zarenreich und dem Alpen- und Balkanraum zählten) das Englische erlernen würden, des schneller würden sie sich in den USA eingewöhnen.“
Bei den Deutschstämmigen wurde die Abweisung ihrer Petition als Zurückweisung berechtigter Wünsche empfunden.
Deutsch wäre also fast zur Weltsprache geworden. Es waren damals nur wenige Stimmen, die „fehlten“. Um genau zu sein: eine!
Und was hat es mit Frederick Muhlenberg auf sich?
Während seiner Amtszeit als Redner war Muhlenberg der erste, der die Bill of Rights unterschrieb, doch seine Abstimmung über den umstrittenen Jay-Vertrag erwies sich als sein Scheitern. Muhlenberg verlor danach ein Wiederwahlangebot und seine nationale politische Karriere war beendet.
Aber seine „legendäre“ Rolle bei der Verhinderung der Annahme von Deutsch als Amtssprache der Vereinigten Staaten gewann im Laufe der Jahre an Bedeutung.
Bereits deutschstämmige Autoren haben in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Muhlenberg als den Schurken des Stücks identifiziert. Denn der eloquente Pfarrer verweigerte offensichtlich seinen Landleuten die nötige Unterstützung; es soll sogar seine Stimme gewesen sein, die ihre Petition zu Fall brachte. Am Ende ergab die Abstimmung im zuständigen Hauptausschuss 41 zu 42 Stimmen. Damit war der Vorstoß gescheitert.
Man darf also zurecht die Annahme vertreten, das Muhlenberg so gehandelt hat, um eine Resolution des Kongresses zu blockieren, die Deutsch zur Nationalsprache gemacht hätte.
Übrigens, das Argument, mit dem Muhlenberg seine Haltung verteidigte, lautete wie folgt: „Je eher die Deutschen Amerikaner werden, desto besser ist es“, erklärte er unumwunden. Das beste Mittel dafür aber sei das Erlernen der englischen Sprache.
Und nun spinnen wir das mal weiter.
Ein Deutsch sprechendes Amerika wäre vermutlich nicht an der Seite der Entente in den Ersten Weltkrieg eingetreten. Richtig?
Auch hätte sich die Sprache der Dichter und Denker, also unsere deutsche Sprache, als Verkehrssprache behauptet.
Aber es gab genügend, die das zu verhindern wussten (nur als Beispiel):
„Nur wenige ihrer Kinder lernen Englisch“, klagte ein Zeitgenosse über die Deutschen, darunter auch Einwanderer aus Österreich, der Schweiz, den Niederlanden oder Russland. „Sie importieren viele Bücher aus Deutschland … Die Schilder in unseren Straßen sind in beiden Sprachen gehalten, manchmal sogar nur in Deutsch“, schrieb kein Geringerer als Benjamin Franklin. Und er sah voraus, dass „sie uns bald zahlenmäßig überlegen sein“ werden, sodass all die Vorteile, die wir haben … nicht ausreichen werden, um unsere Sprache zu erhalten. Auch unsere Regierung“, warnte er, „gerät dadurch ins Wanken.“
Von der deutschen Sprache haben sich nur noch Spurenelemente erhalten, wozu vor allem die beiden Weltkriege beigetragen haben. Für die Generation von Mark Twain war es noch ganz selbstverständlich, ihre Kinder das Deutsche als Sprache der höheren Bildung erwerben zu lassen.
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Die massiven Einflüsse des Amerikanischen auf das Deutsche begannen nach dem Ersten Weltkrieg. Bereits für die Zwischenkriegszeit konstatierte ein auf die Reinheit der deutschen Sprache bedachter Zeitgenosse abwertend einen »Amerikafimmel«.
Nach 1945 verstärkten sich diese Einflüsse. Deutschland war besiegt, der Text der Kapitulationsurkunde spiegelte die politische – und damit sprachliche – Wirklichkeit wider: »Diese Urkunde ist in russischer, englischer und deutscher Sprache ausgestellt. Nur der russische und englische Text ist maßgebend.«
Die USA waren die dominierende Besatzungsmacht des Westens – ihre Präsenz in wichtigen Bereichen des öffentlichen Lebens bereitete die Amerikanisierung der deutschen Sprache vor: »Die Anwesenheit einer großen Zahl amerikanischer Soldaten und Zivilisten auf deutschem Boden; die Herausgabe einer überregionalen Zeitung {Die N e u e Z eitung) durch die Amerikaner für die Dauer mehrerer Nachkriegsjahre; die Verbreitung amerikanischer Filme, Songs, Zeitschriften, Taschenbücher und Theaterstücke …
Die Amerikanisierung der deutschen Sprache dehnte sich rasch auf nahezu alle Lebensbereiche aus: Musik, Börse/Wirtschaft/Bank/Finanzwesen, Mode/Bekeidung/Textilien”, Kosmetik’, Sport/Fitness,, Flugverkehr/Touristik/Reisen , Hifi/Video/TV ‚, Unterhaltungswesen, Film sind sprachliche Referenzbereiche mit besonders hoher Frequenz gerade in den ersten beiden Nachkriegsjahren.
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Quelle
A. ]. F. Ziegelschmid, Englisch-amerikanischer Einfluß auf den Wortschatz der deutschen Sprache der Nachkriegszeit, in: Journal o f English and Gemanic Philology, 34/1, 1935,24-39, 25.
In der Reihe „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel und in Fortsetzung an den Fränkischen (Salischen) Kaiser Heinrich IV, richten wir in diesem Teil unsere Aufmerksamkeit auf Gregor VII. (römischer Papst), und damit zur Überleitung des gewaltigen Kampfes zwischen Staat und Kirche (Investiturstreit). Zudem gehen wir dann noch näher auf den „Gang nach Canossa“ ein, den Bußgang, welchen ich bereits im letzten Beitrag zu Heinrich IV. erwähnte.
Gregor VII. (1073-1085)
Gerade jetzt besaß die Kirche den Mann, der gewillt und fähig war, die Ideen von Cluny zu verwirklichen. Das war Gregor VII.
In seiner kleinen Gestalt mit den bleichen Gesichtszügen lebte eine Feuerseele. Als Mönch Hildebrand war er einst im Kloster Cluny gewesen und hatte dessen Geist in seiner ganzen Fülle in sich aufgenommen. Als Kardinal in Rom hatte er dann den größten Einfluss auf die Leitung der Kirche ausgeübt. Er war es gewesen, der 1059 den ersten großen Schritt getan hatte zur Befreiung des päpstlichen Stuhls von der Kaiserkrone, indem er den Papst bewog, die Papstwahl neu zu ordnen, sie unabhängig zu machen, von weltlicher Gewalt, im besonderen von der des Kaisers.
Sein höchstes Ziel war die Verwirklichung des Gottesreiches auf Erden unter Leitung des Papstes. , Dieser, als der Stellvertreter Christi auf Erden, soll die Brücke bilden zwischen Diesseits und Jenseits. Mit Energie verfolgte er diese Ideen, als er selbst als Gregor VII. den päpstlichen Stuhl bestieg. Das geschah im Jahr 1030, als Heinrich schon in schweren Verwicklungen mit den Sachsen stand.
Sogleich erließ er zwei wichtige Verfügungen, durch welche die unbedingte Herrschaft der Kirche aufgerichtet werden sollte: Das Gebot für alle Priester, ehelos (caelebs) zu bleiben (Zölibat), und das Verbot für alle Geistlichen , die kirchliche Würde aus der Hand eines Laien zu empfangen (Verbot der Laieninvestitur). Hätte Gregor dieses Verbot völlig durchgesetzt, so wären auch alle Bischöfe und Äbte, also ein großer Teil der Reichsfürsten, samt ihren Gebieten der Oberhoheit des Königs entzogen worden und in unmittelbare Abhängigkeit vom Papst geraten. Bei einer solchen Umwälzung hätten das Reich und die Königsherrschaft nicht bestehen können. Der König musste daher alles aufbieten, um dies zu verhindern. So kam es zu jenem langwierigen „Investiturstreit“.
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Die Leitsätze (Dictatus Papae) des Gregor VII. , erlassen 1075 und der Versuch/Beginn das Christentum in eine totalitäre Diktatur zu verwandeln:
Dass die römische Kirche vom Herrn allein gegründet worden ist.
Dass allein der römische Papst mit Recht universal genannt wird.
Dass er allein Bischöfe absetzen und wieder einsetzen kann.
Dass sein Gesandter auf einem Konzil den Vorrang vor allen Bischöfen hat, auch wenn er einen niedrigeren Weihegrad hat, und dass er gegen sie ein Absetzungsurteil fällen kann.
Dass der Papst Abwesende absetzen kann.
Dass wir mit von ihm Exkommunizierten unter anderem nicht in demselben Haus bleiben dürfen.
Dass es allein ihm erlaubt ist, entsprechend den Erfordernissen der Zeit, neue Gesetze zu erlassen, neue Gemeinden zu bilden, ein Kanonikerstift zur Abtei zu machen und umgekehrt, ein reiches Bistum zu teilen und arme zu vereinigen.
Dass er allein die kaiserlichen Herrschaftszeichen verwenden kann.
Dass alle Fürsten nur des Papstes Füße küssen.
Dass in den Kirchen allein sein Name genannt wird.
Dass dieser Name einzigartig ist auf der Welt.
Dass es ihm erlaubt ist, Kaiser abzusetzen.
Dass es ihm erlaubt ist, bei dringender Notwendigkeit Bischöfe von einem Sitz zum anderen zu versetzen.
Dass er jeden beliebigen Kleriker aus allen Diözesen weihen kann.
Dass ein von ihm Geweihter einer anderen Kirche vorstehen, aber ihr nicht dienen kann; und dass er von einem anderen Bischof keinen höheren Weihegrad annehmen darf.
Dass keine Synode ohne sein Geheiß universal genannt werden darf.
Dass kein Rechtssatz und kein Buch ohne seine Autorisierung für kanonisch gilt.
Dass sein Urteilsspruch von niemandem widerrufen werden darf und er selbst als einziger die Urteile aller widerrufen kann.
Dass er von niemandem gerichtet werden darf.
Dass niemand es wage, jemanden zu verurteilen, der an den apostolischen Stuhl appelliert.
Dass die wichtigen Streitfragen jeder Kirche an ihn übertragen werden müssen.
Dass die römische Kirche niemals in Irrtum verfallen ist und nach dem Zeugnis der Schrift niemals irren wird.
Dass der römische Bischof, falls er kanonisch eingesetzt ist, durch die Verdienste des heiligen Petrus unzweifelhaft heilig wird, nach dem Zeugnis des heiligen Bischofs Ennodius von Pavia, dem viele heilige Väter beistimmen, wie aus den Dekreten des heiligen Papstes Symmachus hervorgeht.
Dass es auf sein Geheiß und mit seiner Erlaubnis Untergebenen erlaubt ist Klage zu erheben.
Dass er ohne Synode Bischöfe absetzen und wieder einsetzen kann.
Dass nicht für katholisch gilt, wer sich nicht in Übereinstimmung mit der römischen Kirche befindet.
Dass er Untergebene vom Treueid gegenüber Sündern lösen kann.
Aus der Reihe „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel.
Für den unmündigen Heinrich führte zunächst seine Mutter die Regierung. Der stolze und herrschsüchtige Erzbischof Anno von Köln strebte danach, den jungen König und damit die Regierung in seine Gewalt zu bringen. Er lockte den Zwölfjährigen auf eines seiner Rheinschiffe und ließ es rasch von Ufer abstoßen. In seiner Verzweiflung warf sich der junge Heinrich in die Fluten. Nur mit knapper Not wurde er gerettet und aufs Schiff zurückgebracht, wo ihn der Erzbischof allmählich beruhigte.
Unter Heinrich IV. ging die verhängnisvolle Saat auf, die sein Vater Heinrich III. – ohne es zu wissen – gesät hatte. Heinrich IV. war eine hochgewachsene, ritterliche Erscheinung, ein Mann von ungewöhnlicher Begabung und natürlicher Scharfblick. Unter widerstreitenden Einflüssen, ein Mann von ungewöhnlicher Begabung und natürlichem Scharfblick.
Unter widerstreitenden Einflüssen geistlicher Fürsten war er aufgewachsen; das Ergebnis dieser Erziehung war ein hochgespannter Herrscherstolz, verbunden mit einem Gefühl für die Würde des Reiches.
Sein ganzes Leben wurde ein dauernder Kampf um die Erhaltung der ererbten Königs- und Kaisermacht, gegen die Unbotmäßigkeit der Fürsten und die Herrschaftsbestrebungen des Papsttums.
Seine Erzieher hatten in dem jungen Heinrich im besonderen einen lebhaften Hass gegen die Sachsen großgezogen. Überall im sächsischen Land legte er Burgen an, wobei die Einwohner harte Frondienste leisten mussten.
Schließlich empörten sich die Sachsen, und Heinrich entging durch die Flucht aus seiner Lieblingsburg Harzburg nur knapp der Gefangenschaft.
Unter wechselvollen Kämpfen, bei denen ihm vor allem die Städte , voran Worms, treue Hilfe leisteten, besiegte er endlich im Jahr 1075 die Sachsen. Doch hielten auch diese jetzt nicht Ruhe. Sie wandten sich mit ihren Klagen an den Papst, der dadurch die willkommene Gelegenheit erhielt, sich in die deutschen Angelegenheiten einzumischen.
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Beim Julkranz werden wir schon bald alle Kerzen anzünden, um Licht in die dunkelste Jahreszeit zu bringen.
Bevor wir aber das erste Licht anzünden, und mehr über den ursprünglichen Brauch erfahren, unternehmen wir noch einen kurzen Schwenker zum aktuellen Geschehen.
Anlass zu diesem Beitrag, gab mir gestern der Blick auf all die Häuser, versehen mit den unterschiedlichsten Lichterketten in allen möglichen Farben. Ganze Straßenzüge sind wieder hell erleuchtet. Unter all dem „Glanz“ dieser leuchtenden Gebilde, tun mir manchmal sogar die Augen weh.
Lichterketten halten wieder Einzug, schmücken Einfahrten, Torbögen und die Vorgärten. Ob nun bunt, weiß oder dezent, ich persönlich, mag diese Flut der LED-Lichter so überhaupt nicht.
Warmweiß, kaltweiß oder Tageslichtweiß? Besser trifft es kühl, distanziert und wenig lebensfroh.
Doch die Menschen scheinen voller Vorfreude, auch, oder vielleicht gerade mit dem Wissen, dass mit Beginn des Jahres 2024 der Gelbeutel wieder einmal mehr schrumpft. Denn das Konstrukt greift noch tiefer hinein. Ich denke, ganz tief in ihrem Unterbewusstsein, spüren die Menschen, dass das Jahr 2024 alles bisher Erlebte noch in den „Schatten“ stellen wird. Und deshalb leuchtet es „künstlich“- üppig an allen Ecken und Enden.
Es scheint, als „(über) leuchten“ die Menschen noch im Jahr 2023 all das Kommende. Also das ist jetzt nur so eine Vermutung, aber ich glaube, so falsch liege ich damit nicht.
Dazu fällt mir noch etwas ein, wenn wir schon mal beim Licht sind:
Vermisst eigentlich noch jemand die gute alte Glühbirne?
In unserem Haus verwenden wir ausschließlich Glühbirnen (vereinzelt auch Halogenlampen). Ich mag das warme Licht der guten alten Glühbirne. Zudem zaubert die Reflexion (Lichtabgabe) herrliche (Schatten) Gebilde an Decken und Wände. Probiert es ruhig mal aus. Der Unterschied ist beachtlich.
Es werde Licht!
Die Tage sind kurz und dunkel, die Nächte lang und kalt und wir fühlen uns wie unter eine dicken Wolldecke gehüllt. Es ist der Zyklus der Natur und wenn der Kreislauf des Jahres von vorne beginnt, triumphiert das Licht über die Dunkelheit.
Übrigens: Vom Julfest am 21. Dezember, rechnete man 4 Wochen zurück und zündete an diesem Tag (in unserer Zeitrechnung der 30. November), alle 4 Kerzen am Kranz an.
Es ist die Zeit des Lichts und der Wärme. Die Wintersonnenwende steht an. Und symbolisch für die immer mehr einkehrende Dunkelheit löschte man eine Kerze.
(Zum Julfest, am 21. Dezember, gibt es noch einen extra Beitrag.)
Ich freue mich auf das Flackern des Kerzenlichts, auf das warme Licht in unserem Haus und schöpfe Kraft aus den Rauhnächten. Das neue Jahr liegt als Winzling in unserem Schoß und wird dieser Tage behütet und genährt, auf, dass es stark und leuchtend neu aufsteigen kann.
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Gewusst?
Die klassische, von der EU verteufelte Glühbirne, imitiert von allen Leuchtmitteln für den häuslichen Gebrauch das gesündeste Licht.
Je ähnlicher das künstliche Licht dem Sonnenlicht ist, desto besser. Vor allem abends ist eine Lichtquelle, mit einem möglichst natürlichen Rotanteil im Spektrum (Glühbirne oder auch Kerzenlicht) anderen Quellen mit starkem Blauanteil (Computermonitor und TV) vorzuziehen
Sind LEDs schadstoffhaltig?
Kalifornische Forscher haben im Jahr 2011 jede Menge Blei, insbesondere in den roten Lämpchen gefunden (sie enthielten achtmal mehr Blei als das Gesetz in Kalifornien erlaubt). Weiße Lämpchen waren weniger mit Blei belastet. Stattdessen jedoch fanden die Forscher viel Nickel. Auch Arsen konnten sie im Lampenbruch nachweisen.
Die Nutzung von LEDs bewirkt zudem, dass in Städten noch weniger Sterne sichtbar sind, und dass sich die Bewegung von Motten und anderen Insekten, die sich Lichtquellen nähern oder sie vermeiden, weiter verändert.
Fachleute empfehlen, beim Entsorgen von zerbrochenen LED-lampen Handschuhe (ggf. auch eine Atemmaske) zu tragen. Das verhindert, dass z.B. Schwermetalle über die Haut oder die Atemwege in den Körper gelangen.
Außerdem sollten LED-Lämpchen nie in Kinderhände gelangen. Blei schmeckt süß. Kleine Kinder könnten daher die bunten Lichterketten-LEDs leicht mit Bonbons verwechseln.
Noch eine kurze Auslese zum „Licht“.
Wusstet ihr, dass das Konzepts des Lichts ein grundlegender Aspekt der menschlichen Erfahrung ist, und sowohl die Sprache als auch die Kultur in verschiedenen Zivilisationen beeinflusste?
Licht, insbesondere Sonnenlicht, ist ein allgemeines Symbol des Bewusstseins. Mondlicht könnte vielmehr das Unbewusste darstellen, das Intuitive das Weibliche. Der Mond ist tatsächlich zum Mittelpunkt für die Barden der Macht und die Dichter geworden, um die Schönheit des schönen Geschlechts nachzuahmen.
Ðu eart dohtor min, minra eagna leoht [Juliana].Ausdrücke wie „ jedes Licht gemäß “ „nach bestem Wissen und Gewissen“ haben eine ältere Bedeutung, die aus den 1520er Jahren stammt. Im übertragenen Sinne im Licht (jemandes) zu stehen, stammt aus dem späten 14. Jahrhundert. „ Das Licht auf die Welt kommen sehen“ stammt aus den 1680er Jahren; später als „zur vollen Erkenntnis kommen“ (1812). Die Lichtshow bei einem Rockkonzert stammt aus dem Jahr 1966. „Plötzlich oder völlig bewusstlos wie ein Licht sein “ stammt aus dem Jahr 1934.
In der Physik bezieht sich der Begriff „Licht“ manchmal auf elektromagnetische Strahlung jeder Wellenlänge, ob sichtbar oder nicht. In diesem Sinne sind auch Gammastrahlen, Röntgenstrahlen, Mikrowellen und Radiowellen Licht. Wie alle Arten elektromagnetischer Strahlung breiten sich sichtbares Licht als Wellen aus.
Interessant: Es ist also eine Form der elektromagnetischen Strahlung. Im engeren Sinne sind nur die für das menschliche Auge sichtbaren Anteile des elektromagnetischen Spektrums gemeint.
Herkunft des Wortes
Der Begriff „LICHT“ ist eine Ableitung aus dem Mittelenglischen light, liht, leoht, aus dem Altenglischen lēoht, līht (Substantiv und Adjektiv), līhtan (Verb), germanischen Ursprungs, aus dem Westgermanischen *leuht, aus dem Ur-Germanischen *leuhtą, aus dem Indoeuropäischen *lewktom, von der Wurzel *lewk- („Licht“). Verwandt mit dem Schottischen Licht („Licht“), dem Westfriesischen Licht („Licht“), dem Niederländischen Licht („Licht“), dem Niederdeutschen Licht („Licht“), dem Deutschen Licht („Licht“).
Auch verwandt mit Schwedisch ljus („Licht“), Isländisch ljós („Licht“), Lateinisch lūx („Licht“), Russisch луч (luč, „Lichtstrahl“), Armenisch Ԭււֵֽ (luys, „Licht“), Altgriechisch λευκός ( leukós, „weiß“) und Persisch رُخش (roxš).
—Teil II zu „Charaktere aus dem Reich der „Roten Teufel“ —
Totalitäres und freiheitsfeindliches Denken gehört untrennbar zum Marxismus. Das belegen zentrale Kategorien aus Marx‘ Schriften.
Diese Weltanschauung führte unausweichlich zu Unterdrückung und Unrecht, wie uns die Geschichte der gescheiterten „Reformer“ lehrt, eine Geschichte, die letztendlich über den Roten Putsch hinaus von Hunger, Tod, Hass und Verzweiflung geprägt war. Und wie wir ja schon im Lenin-Artikel feststellen durften, mit gewissen Personen der Gegenwart immer noch ihre Präsenz aufrechterhalten kann.
Von Anfang an gehörte Gewalt gegen Andersdenkende und deren bewusste Unterdrückung zum Marxismus. Der Philosoph Marx kaschierte eine brutale Fantasie.
„Und dennoch schwafeln Angehörige des linksliberalen Dogmas etwas von einem sehr rechtschaffenen, klugen, und mitfühlenden Denker, der nur von seinen Schülern verunstaltet und missverstanden wurde, was dann mit unangenehmen Begleiterscheinungen einherging. … Das ist insofern richtig, als dass Marx wirklich ausgebuffter war als seine geisteskranken, massenmörderischen Nachfolger.
Er wies eben nur darauf hin, dass für den proletarischen Sieg auch Morde notwendig sein werden.
Weiter schreibt Marx in der Kritik des Gothaer Programms: „Dem entspricht eine Übergangszeit, in der die Form des Staates nichts Anderes sein kann, als eine revolutionäre Diktatur des Proletariats‘,
Ist dieser Nebensatz nicht wirklich dezenter als die blutrünstige Rhetorik und die Taten von Lenin, Stalin, Mao oder Pol Pot?“
Die Faszination für den angeblich so humanen Philosophen Karl Marx lässt sich nicht nachvollziehen.
Verkehrte Welt
Die politische Linke findet aber nicht etwa in Karl Marx ein Denkmalopfer, sondern in Otto von Bismarck. Und so geraten die Bismarcktürme ins Visier der Bilderstürmer. Und es kommt noch „besser“. Im Jahr seit 2022 setzt die rote Bande sowohl Karl Marx als auch Lenin ein Denkmal in Gelsenkirchen. Das ist absurd, angesichts des Wissens über diese beiden Schwerbrecher, und doch hat es sich so zugetragen. Sie setzten ein Denkmal für Personen, die für den Tod von Millionen Menschen verantwortlich sind.
Resultierend aus den „fortschrittlichen“ Ideen des Marxismus keimte das mörderische Herrschaftsmodell des Bolschewismus, das Abermillionen Menschen das Leben und die Chance auf eine selbstbestimmte Existenz geraubt hat.
Marx’ Verherrlichung der Gewalt wird auch deutlich in den Verwendungen des Begriffs „Diktatur des Proletariats“ in den 1870er- und nach seinem Tod durch Friedrich Engels in den 1890er-Jahren: Beide bezogen sich nun durchweg positiv auf die zweimonatige Wahnsinnsherrschaft der Pariser Kommune, die in der versuchten Vernichtung der französischen Hauptstadt durch die sozialistischen Aufständischen im „Blutmai“ 1871 gipfelte.
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Wer war Karl Marx?
5. Mai 1818: Karl Marx wird als drittes von neun Kindern des Rechtsanwalts Heinrich Marx (bis 1808: Hirsch Mordechai) und dessen Frau Henriette (geb. Pressburg) in Trier geboren. Sowohl väterlicher wie auch mütterlicherseits stammt die Familie Marx von Rabbinerfamilien ab. Kurz vor Karls Geburt war sein Vater zum Protestantismus übergetreten, um seinen Beruf als Rechtsanwalt weiter ausüben zu können.
1824
Marx wird zusammen mit seinen Geschwistern getauft.
1830-1835
Besuch des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Trier.
1835
Studium der Rechtswissenschaften in Bonn.
1836
Heimliche Verlobung mit Jenny von Westphalen (1814-1881), die er von Kindesbeinen an kennt, da ihre Väter eng befreundet sind.
1836-1841
Studium der Rechtswissenschaften und Philosophie in Berlin. Dort nähert er sich dem Kreis der „Junghegelianer“ an.
Kinder von Karl Marx
Henry Frederick Demuth, am 23. Juni 1851 in der Dean Street 28 im Londoner Stadtteil Soho geboren, war ein unehelicher Sohn von Karl Marx – gezeugt mit der Haushälterin der Familie, Helene Demuth, genannt Lenchen.
Der Junge, Freddy genannt, wuchs in einer Pflegefamilie auf, Engels zahlte für seinen Unterhalt. Das unstete, ungesunde Leben setzte der Familie Marx in London schwer zu. Jenny starb 1881 an Krebs, Tochter Jenny 1883 ebenso. Dass die beiden anderen Töchter Selbstmord begingen, hat der Vater nicht mehr erlebt.
Seit der gescheiterten Revolution von 1848 hat der Philosoph mit seiner Familie im englischen Exil gelebt – geplagt von Geldnot und Krankheit. Vier seiner sechs Kinder starben vor ihm.
Sein Leben endet nicht im Triumph: Nur elf Getreue geben dem am 14. März 1883 verstorbenen Karl Marx auf dem Londoner Friedhof Highgate das letzte Geleit.
Der letzte Gruß an Marx war also dürftig, doch das, was er der Nachwelt eingeschenkt hat, blieb nicht ohne Folgen und zeugt bis heute von seiner unsäglichen Handschrift.
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Briefe geben Aufschluss über einen widerlichen Charakter
Vater an Sohn, Heinrich Marx an Karl Marx am 18.11.1835:
„Lieber Karl!
Über drei Wochen sind verflossen, dass Du weg bist, und keine Spur
von Dir! Du kennst Deine Mutter und ihre Ängstlichkeit, und dennoch
diese grenzenlose Nachlässigkeit! Das bestätigt mir leider nur zu sehr
die Meinung, welche ich trotz Deiner mancher guten Eigenschaft hege,
dass der Egoismus in Deinem Herzen vorherrschend ist.”
Zwei Jahre später, am 9.12.1837:
„Als wären wir Goldmännchen, verfügt der Herr Sohn in einem Jahre
für beinahe 700 Taler gegen alle Abrede, gegen alle Gebräuche, während
die Reichsten keine 500 ausgeben.” Ich leugne nicht, dass ich mir zuweilen Vorwürfe mache, allzu
schwach Dir den Zügel gelassen zu haben. So sind wir jetzt im vierten
Monat des Justizjahres, und schon hast Du 280 Taler gezogen. So viel
hab’ ich diesen Winter noch nicht verdient… Ich bin erschöpft, lieber
Karl, und muss schließen.”
Kurz darauf starb der Vater.
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Marx selbst hielt dann auch nichts von eigener Arbeit und betrachtete
das Erbe als „sein Vermögen”, und schrieb einem Bekannten 1843:
„Ich bin, wie ich Ihnen schon einmal geschrieben habe, mit meiner
Familie zerfallen und habe, solang meine Mutter lebt, kein Recht auf
mein Vermögen.”
Und weil er dann auf Engels Kosten weiterlebte, 1848 an Engels:
„Dein Alter ist ein Schweinehund, dem wir einen hundsgroben Brief
schreiben werden.”
und
„Ich habe einen sicheren Plan entworfen, Deinem Alten Geld
auszupressen, da wir jetzt keines haben.”
Engels 1851 an Marx:
„Da mir meine Intrige mit meinem Alten vollständig gelungen ist,
wenigstens bis jetzt, so kann ich mich hier definitiv häuslich
niederlassen. Die Entwicklung der Geschichte mit meinem Alten und die
neue Intrige, die ich anspinnen musste, einerseits um meine
Unentbehrlichkeit hier zu verlängern, und zweitens, um mich vor zu
großer Überbeschäftigung in dem Handelshaus zu schützen, erzähl ich Dir
mündlich. In 6 Wochen ist ohnehin Ostern, und die Sache ist umständlich.
So viel ist gewiss, dass mein Alter mir das alles in bar bezahlen soll,
besonders wenn er erst hier gewesen ist und ich ihn noch mehr
hineingeritten habe.”
Darauf Marx 1852 an Engels:
„Die einzige gute Nachricht, die wir von meiner Schwägerin erhalten
haben, ist die Nachricht von der Krankheit des unverwüstlichen Onkels
meiner Frau. Stirbt der Hund jetzt, so bin ich aus der Patsche heraus.”
Engels wünscht ihm alles Gute:
„Zu der Nachricht von der Krankheit des alten Braunschweiger
Erbschaftsverhinderer gratulie re ich und hoffe, dass die Katastrophe
endlich eintreten wird.”
Starb dann auch gleich und Marx schreibt jubelnd, wieviel Kohle sie da
jetzt bekommen. Hurra. „A very happy event”. Hielt aber auch nicht lang.
Marx an Engels 1861:
„Meinem Onkel habe ich zunächst 160 Pfund abgepresst, so dass wir
den größten Teil unsrer Schulden abzahlen konnten. Meine Mutter, bei der
von barem Geld nicht die Rede ist, die aber rasch ihrer Auflösung
entgegengeht, hat einige frühere Schuldscheine, die ich ihr ausgestellt
habe, vernichtet.”
Auch nicht lange. Engels an Marx 1862:
„Falls wir nicht die Kunst erfinden, Gold zu scheißen, wird
schwerlich etwas anderes übrigbleiben, als dass Du auf die eine oder
andre Weise etwas aus Deinen Verwandten herausschlägst.”
Dem nicht genug: Karl Marx war einer der übelsten Rassisten.
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Und so begab es sich, dass die faulen Erpresser und Charaktermüllhaufen
Karl Marx und Friedrich Engels zu den Schutzheiligen und Idolen derer
wurden, die eigene Arbeit ablehnen und von der Erpressung ihrer Umwelt
leben, weil sie aus ihrer Masche, ohne zu arbeiten durch Intrigen vom
Geld und der Arbeit anderer Leute zu machen, eine ganze Theorie und
Ideologie machten.
Dem nicht genug: Karl Marx war einer der übelsten Rassisten.
An dieser Stelle nur einen Auszug aus einem Beitrag von Wolfram Weimer aus dem Jahr 2020 bei NTV.
„Aus den Briefen und Artikeln von Karl Marx geht ein erschütternd minderheitenverachtendes Weltbild hervor. An seinen politischen Freund Arnold Ruge schrieb Marx, wie „widerlich“ ihm „der israelitische Glaube“ sei. Sein Text „Zur Judenfrage“ (1843) legt den geistigen Grundstein für blanken antisemitischen Hass: „Welches ist der weltliche Grund des Judentums? Das praktische Bedürfnis, der Eigennutz. Welches ist der weltliche Kultus der Juden? Der Schacher. Welches ist sein weltlicher Gott? Das Geld.“ Das Judentum sei „ein allgemeines gegenwärtiges antisociales Element.“