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  • Die Bekehrung der Germanen zum Christentum – „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel

    Oktober 29th, 2023

    Bonifatius, der Apostel der Deutschen

    Das Christentum hat Anfang des 4. Jahrhunderts das römische Weltreich erobert. Dabei hatte die athanasianische (später katholisch genannte) Form des Bekenntnisses den Sieg davon getragen über die arianische Form.

    Aber die vielen Germanenstämme jenseits von Rhein und Donau verehrten noch lange ihre alten heidnischen aus der grauen Vorzeit ihrer Urväter.

    Das erste germanische Volk, das zum Christentum übertrat, waren die Westgoten. Ihr arianischer Bischof Ulfilas übernahm es, die Bibel in die gotische Sprache zu übersetzen. Das gewaltige Werk gelang, In kostbaren, stattlichen Bruchstücken ist es noch heute erhalten, als ältestes Denkmal germanischer Sprache.

    Während der Völkerwanderung nahmen auch noch andere Stämme das Christentum an, alle zunächst in der arianischen Form – mit Ausnahme der Franken, dieses waren, wie wir gesehen haben, die ersten, die zum athanasianischen Glauben, zur katholischen Kirche übertraten.

    Im Laufe des 6. Und 7. Jahrhunderts gingen auch andere Stämme der Germanen vom Arianismus zum Katholizismus über.

    Die Stämme im Inneren Germania, im heutigen Deutschland blieben zunächst weiterhin ihren alten heidnischen Göttern treu. Seit etwa 600 aber begannen Mönche aus Irland (Kolumban, Gallus u.a.) , später auch aus England, die heidnischen Germanen zu bekehren.

    Der bedeutendste unter diesen zahlreichen Sendboten ist der Angelsachse Winfried, mit seinem kirchlichen Namen Bonifatius genannt. Er ist der eigentliche Apostel der Deutschen. Als seine Lebensaufgabe betrachtete er es, die deutsche Kirche eng mit Rom zu verbinden und eine möglichst straffe Ordnung herzustellen.

    Schutzbriefe des Papstes und des fränkischen Hausmeiers Karl Matell ebneten ihm den Weg, aber seine Erfolge errang er durch die Macht seines Willens und den Mut seines Glaubens. Einen ungeheuren Eindruck machte es auf die heidnischen Stämme, als er um 730 in der Nähe des hessischen Dorfes Geismar eine dem Gott Donar geweihte Eiche mit eigener Hand fällte, ohne das der Donnergott den Frevler mit seinem Blitzstrahl vernichtete. Als die Rache des Gottes ausblieb, gaben die Hessen und Thüringer ihren alten Glauben auf und ließen sich taufen.

    Zum Lohn für seine Tätigkeit wurde Bonifatius 732 vom Papst zum Erzbischof von Mainz ernannt. Im hohen Alter starb er den Märtyrertod: 754 wurde er von heidnischen Friesen erschlagen. Im Dom zu Fulda, seiner Lieblingsschöpfung, liegt er begraben.

    So wurden die Christen der rechtsrheinischen germanischen Völker durch Bonifatius dem Herrschaftsbereich des römischen Papsttums eingegliedert.

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  • Es geht weiter! Die Fränkische Zeit – der Islam (Mohammed) – nach Albert Thümmel „Deutsche Geschichte“ Band 1

    Oktober 29th, 2023

    Kaum war das Abendland durch die Völkerwanderung von Grund auf umgepflügt worden, da vollzog sich im Morgenland eine ähnliche Umwälzung: die Araber breiteten ihre Herrschaft über weite Teile von Asien und Afrika aus.

    Um das Jahr 700 geboten sie schon über alle Völker zwischen dem Indus und der Straße von Gibraltar. Das war das Werk Mohammeds und seiner Nachfolger.

    Noch um 600 führte die Mehrzahl der Araber – die Beduinen, die Bewohner der Wüste – ein wanderndes Hirtenleben. Nur ein geringer Teil wohnte in Städten und trieb Handel. Das Volk war in viele Stämme und Geschlechter zersplittert.

    Unter dem Einfluss des nächtlichen Sternenhimmels, der sich in unendlicher Weite über die Wüste wölbte, war die ursprünglich herrschende Religion ein Sternendienst. Mit ihm verband sich der abergläubische Brauch, gewisse vom Himmel herabgefallen Steine abgöttisch zu verehren.

    Die höchste Verehrung genoss seit uralter Zeit ein gewaltiger, viereckiger Meteorstein, Kaaba genannt. Dieser stand in einem Tempel, der den gleichen Namen führte, in der heiligen Stadt Mekka, und von jeher wallfahrteten alle Araber zu ihm, ums sich durch seine Berührung von Sünde oder Krankheit zu befreien. – Neben dem Sternendienst fanden auch Judentum und Christentum Eingang.

    Da stand Mohammed auf und verkündete eine neue Religion. Sie sollte seine Volksgenossen von der Vielgötterei ablenken zum Glauben an einen einzigen Gott, wie ihn die Juden und Christen verehrten. Die jüdische Lehre schien ihm zu beschränkt, und der tiefe Sinn des christlichen Evangeliums war ihm nicht aufgegangen.

    Nach zwei Visionen fühlte er sich von Gott zu seinem Propheten berufen. Er trat mit seinen Offenbarungen hervor, die später im Koran, der mohammedanischen Bibel, zusammengefasst wurden, und als Lehre den „Islam“ =Ergebung in den Willen Gottes) verkündeten.

    Der oberste Satz des neuen Glaubens hieß: „Es ist kein Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet.“

    Durch die neue Religion wurden die arabischen Stämme geeinigt: nach Mohammeds Tod unterwarfen seine Nachfolger (Kalifen) in stürmischem Eroberungsdrang auch die Nachbarländer: Syrien, Ägypten, Persien, Nordafrika.

    Schließlich überschritten die Mohammedaner die Meerenge von Gibraltar, besiegten 711 in der Schlacht am Flüsschen Salado die Westgoten und eroberten deren spanisches Reich. Die Gefahr für das christliche Abendland war riesengroß. Nur die Pyrenäen trennten die Araber noch von dem Reich der Franken.


    Morgen lesen wir dann: Die Bekehrung der Germanen zum Christentum – Bonifatius der Apostel der Deutschen.

    Quelle Fotos: Panorama der Weltgeschichte Band 2 Bertelsmann Lexikothek

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  • ++++ Luther, ein einsamer Held?  +++ Reformation +++ Papsttum +++ Jud.entum +++ Mythos, Fälschung oder Wahrheit?

    Oktober 26th, 2023

    Es ist nicht einfach dieses Feld zu durchblicken, auch dann nicht, wenn man für sich selbst die Annahme vertreten sollte, den Durchblick zu haben. Denn es ist mehr als ein Tor, was man durchschreiten muss, und hinter diesem Tor liegen unzählige Falltüren. Und über die zurückliegenden Jahrhunderte waren es auch Unzählige, die der Versuchung nicht widerstehen konnten, diese Tore mit all ihren Falltüren zu durchschreiten. Und das meist, nicht ohne „ein blaues Auge“ davon tragen zu müssen.

    Oder man war geschickt genug, um den heißen Brei herumzureden. Hierzu fällt mir wieder Umberto Eco ein. Dazu viele seiner Prophezeiungen, aber auch Rückschlüsse, die er als geschickter Autor brillant in Umsetzung brachte.  Über eine chaotische Handlung mit linearer Entwicklung von Fakten irritiert er seine Leser absichtlich.  Eindeutig zweideutig!

    Ich beschreibe es mal als ein großartiges Zusammenwirken von Historie und Detailwissen mit beabsichtigter Irritation.

    Er verstand es wie kaum ein anderer seiner Zunft, über geheime Dokumente zu erzählen, ohne dabei ins „Fettnäpfchen“ zu treten. Gewiss geriet er auch in Kritik. Doch nicht er, sondern seine Romanhelden verkörperten das „corpus delicti“, wenn man es denn so nennen mag.

    Warum aber beschäftige ich mich damit? Nun ja zum einen ist es dieser ausgerufene „Tag der Reformation“, eng verbunden mit Martin Luther als interessante als auch umstrittene Persönlichkeit, dazu die Umstände der damaligen Zeit und den Verlauf bis heute mit ähnlichen Symptomen und Begleiterscheinungen. Parallelen halt.

    Es gibt Unmengen an Literatur dazu, manches darunter wurde gar verboten, wiederum offerieren sich Unterschiede zur Rechtsprechung gegenüber den jeweiligen Verfassern.

    Worum geht es nun eigentlich? Gute Frage. Ich versuche, es mal so zu erklären.

    Wenn wir etwas aus den gegenwärtigen Zuständen gelernt haben, dann ist es das Wissen darüber, dass eh nur ein ganz geringer Teil der Menschen bereit ist, zuzuhören, nachzufragen, zu hinterfragen, oder der wohl beste Fall, selbst nachzudenken und in Eigenverantwortlichkeit zu handeln. Anders die, welche bereits eine Erkenntnis erlang haben, oder sich intensiv mit der Materie befassen. Sie zehren von dem darin verankerten Wissen. Das heißt letztendlich auch: Begreifen, was tatsächlich vor sich geht.

    Es macht also wenig Sinn, hier erzählerisch oder auf anderen Umwegen irgendein „Geheimnis lüften zu wollen – der Schriften sind genug verfasst!

    Was bleibt ist die Qual der Wahl – zum einen der Griff in das mächtige Repertoire dieser Schriften und zum anderen den Blick auf das, was darauffolgte und immer noch geschieht.

    Schließlich war es nicht nur Luther, den dieses Thema beschäftigte, denn auch in den Jahrhunderten darauf flammt es immer wieder auf, wurde (und wird bis heute) als Unfug abgetan, als Mythos oder Fälschung, Es verhält sich ähnlich einem Gerücht, welches in die Welt gestreut wird – der Funken Wahrheit ist immer dran.

    Wenn sich ein „Mythos“ wie ein roter Faden durch die Epochen zieht, ist es vermutlich weniger ein Mythos, doch mehr eine Geschichte mit hohem Wahrheitsgehalt.

    ——————————-

    Angesichts des bevorstehenden Tages der Reformation, möchte ich dem „Reformator“ und seiner Zeit noch ein paar Zeilen widmen.

    Luther und die Zeit um 1500, eine Zeit, die gleich einem Januskopf, nach rückwärts gewandt, auch zukunftsweisend ist.  Ich verbinde damit (unter anderem) auch das neue Medium des Buchdrucks, der Vorstoß der Entdecker in unbekannte Welten, die Zunahme von Wissen und Bildung, die Auflehnung gegen Unterdrückung und Gewalt, und ein Kampf um Freiheit.

    Die Zeit Martin Luthers war unbarmherzig. Grausam war auch die Justiz.

    Luther und der Bauernkrieg

    Seine Stellungnahme und seinen Rückzug hat man ihm übelgenommen. Während sich der Thüringer Reformator Thomas Müntzer als Anführer des Bauernaufstandes erklärte, haderte Luther mit sich, denn als Theologe und Gelehrter hatte er eine vollkommen andere Sicht auf die Problematik als die Bauern.

    Bei Luther gab es ein grundlegendes Vertrauen in die gottgesetzte Obrigkeit. Er ging davon aus, dass die Fürstenherrschaft und auch die Adelsherrschaft dem Willen Gottes entsprochen haben; entsprechend war ein Aufstand gegen die Obrigkeit nicht zulässig. Vom Aufstand der Bauern befürchtete er Unruhe und Unfrieden.

    Luther war nie der einsame Held

    Und noch etwas geht mir auch nicht aus dem Kopf: Wenn Luther eine so herausragende Bedeutung gehabt hat, wäre ja einzuwenden, dass die „Wittenberger Bewegung“ gänzlich ohne ihn begann und voranschritt – er war ja auf der Wartburg.

    Zwei Argumente seien dagegen aufgeführt:

    • Luther war präsent. Er stand die ganze Zeit mit seinen engsten Mitarbeitern, vor allem Georg Spalatin und Philipp Melanchthon, in intensivem Briefverkehr. Er wusste, was vor sich ging.
    • Er gab Ratschläge, auch mit ermutigenden Flugschriften. Mitte Dezember hat er an Spalatin geschrieben: „Soll etwas über das Wort Gottes fortwährend nur disputiert und der Tat sich immerhin enthalten werden? Hinter der Frag stand natürlich eine Aufforderung und Ermutigung. Da waren seine Wittenberger Mitstreiter längst dabei.

    Nein, Luther war nie der einsame Held, der allein die reformatorischen Gedanken entwickelt hat.

    • Bereits seit Herbst 1516 erfolgte an der Wittenberger Universität im Rahmen von Disputationen ein intensiver Gedankenaustausch über theologische Probleme. Zu diesem Kreis gehörten, Bartholomäus Bernhardi, Nikolaus von Amsdorf, Johannes Dölsch und Andreas Bodenstein aus Karlstadt, Luthers Doktorvater.

    ————————————————

     Was gäbe es noch zu sagen oder ist erwähnenswert, in puncto klassische Utopie oder des immerwährenden Mythos? Nun ja, wir blicken zurück auf Kirchen und eine unsägliche Ketzerhistorie, auf einen Ablasshandel, eine Krise von Kirche und Reich, aber eben auch auf diegroßen Bündnisse der Bibel manchmal auch Bilblischer Zionismus genannte  –Dazu fällt mir der Name Malcolm Hedding ein, ein evangelikaler Zionist. Da gab es auch diese Diskussion, bei der ein Oberrabiner Australiens einem erstaunten Hedding mitteilte: „Sie wissen, dass der Messias kommt, und der aktuelle Konflikt kündigt das an.“

    Christliche Zionisten, christlich-zionistische Ideen, die sich nicht so sehr von den orthodoxen jüdischen Ideen unterscheiden, das ist nicht neu.

    Ein bisschen merkwürdig kommt daher eine Neuauflage /Fassung des lutherischen Werkes aus dem Jahr 2016 daher. Unter Morgensterns Feder erscheint diese überarbeitete Auflage zu „Von den Jüde.n und ihren Lügen“. ein bisschen so, als schlüpfe ein Hauptangeklagter in die Rolle des Richters und fallt sein eigenes Urteil.

    Die Schriften und Werke Luthers wie  „Wider das Papsttum, vom Teufel gestiftet“, „Von den Jüden und ihren Lügen“ oder „Shem Hamphoras“ liefern Impulse, die  durchaus dem aktuellen Zeitgeschehen sehr nahe stehen.  Aber auch Diskussionen zu offiziell gemachten „Fälschungen“ wie „Protokolle der Weisen von Zi.on“  lassen sich über bestimmte Vorgänge in einen Zusammenhang bringen.  So unter anderem von Umberto Eco aufgegriffen und in seinen Romanen. „Das Foucaultsche Pendel“ ,Der Friedhof in Prag“,  oder „Verschwörungen“, verankert.

    Nicht weniger bewahrt auch Ecos Werk „Auf den Schultern von Riesen“ diesen Impuls: Wenn Lügner uns die eine „Wahrheit“ sagen….

    Es gibt selbstverständlich noch eine Reihe an Künstlern und Literaten mit Werken, die richtungsweisend sind.

     ——————————————-

    Zum Abschluss noch eine kleine Auslese zu großen Worten

    Ulrich von Hutten, Klage und Ermahnung gegen die Gewalt des Papstes (1520)

    Wir wollens halten ingemein.
    Laßt doch nit streiten mich allein.
    Erbarmt euch übers Vaterland,
    ihr werten Teutschen, regt die Hand.
    Jetzt ist die Zeit, zu heben an
    um Freiheit kriegen, Gott wills han

    Ulrich von Hutten, Deutschlands Leiden und Hoffnung (1521)

    Es ist ein jämmerlich Ding um dieses und dergleichen mehr, das wir Deutschen leiden und tragen. Wann will es doch ein Ende nehmen mit den Bischofsmänteln, den Annaten, Pensionen und der Unzahl der Räubereien? Wann wollen doch die Römer einmal ihren Dingen ein Maß setzen? Ich fürchte, wir Deutschen werdens nicht länger dulden können. Ihr unbilliges Gebahren, wodurch sie uns vergewaltigen, nimmt täglich zu, ihre Geldforderung hat kein Aufhören, keine Art kein Maß.

    An das Teuschland Weckherlin, Georg Rudolf

    Zerbrich das schwere joch, darunder du gebunden, o Teutschland, wach doch auf, faß wider einen mut!

    Luther
    Luther schlägt seine 95 Thesen an

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  • Zu den Anfängen des 11. Jahrhunderts, die der Wiedergewinnung alten germanischen Bodens.

    Oktober 26th, 2023

    Schlesien, Ostpreußen, Westpreußen und Pommern sind Gebiete, die sieben Jahrhunderte und mehr von germanischen Stämmen bewohnt waren.

    Als diese west- und südwärts zogen, kamen Slawen ins Land. Doch diese Slawen waren nicht in der Lage, den Boden zu bewirtschaften, Wälder zu roden, um Anbaugebiete zu schaffen. Deshalb übergaben sie das unbewohnte Land und die unbewohnbaren dichten Wälder den Deutschen.

    Aus den alten germanischen Stämmen kamen Franken, Thüringer, Flamen und viele andere nach Schlesien. Unter schwersten Bedingungen schufen diese Deutschen Dörfer und Städte und brachten eine Wüste zum Blühen, und ließen auf altem germanischen Boden neues Leben erwachsen.

    Und noch etwas: Unser Volksstamm, soweit wir zurückblicken können, besaß dichterische Begabung. Er wusste, die bunte Menge von Gestalten und Handlungen zu erfinden, die den Inhalt einer Mythenreihe ausmachen. Später, als die Germanen lange Zeit bei den südlichen Nachbarn in die Schule gegangen waren, erhob sich ihre bildende Kunst zu freien, großen Schöpfungen.

    Wusstet ihr, dass allein aus der Provinz Niederschlesien mit der Hauptstadt Breslau 13 Nobelpreisträger stammen?

     1908 Paul Ehrlich

     1912 Gerhart Hauptmann

     1918 Fritz Haber

     1931 Friedrich Bergius

     1934 Otto Stern

     1950 Kurt Alder

     1954 Max Born

     1963 Maria Goeppert-Meyer

     1964 Konrad Bloch

     1987 Georg Bednorz (Kind schlesischer Eltern)

     1994 Reinhard Selten

     1999 Günter Blobel(geb. 1936, er kam mit seinen Eltern als Vertriebener aus Sohrau-Niederschlesien- nach Dresden, ging nach Abitur und Studium nach Amerika – da er in der DDR keine Unterstützung zur Forschung bekam).

    Auch das deutsche West- und Ostpreußen hat Nobelpreisträger:

     1920 Walter Nernst

     1901 Emil Behring

     1911 Wilh. Wien

     1956 Werner Forssmann

     1963 Fritz Lippmann

     Aus dem deutschen Sudetenland: 1905 Philipp Lenard

    Weitere größere Persönlichkeiten aus dem zum deutschen Reich gehörigen Ostdeutschland sind Imanuel Kant, Kopernikus, Knobelsdorf, Schopenhauer, Virchow,

    Borsig, Langhans, Fahrenheit , A. Menzel (Maler) , B. Grzimek Zoologe)

    Kurt Masur (Dirigent).

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  • Mit dem Langobardenreich (Alboin) endet der Abschnitt zu den Germanenreichen

    Oktober 24th, 2023

    nach Albert Thümmel aus „Deutsche Geschichte“ Band 1.

    Auch nehmen wir noch einen Rückblick, bevor wir fortfahren über die Zeit bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges.

    Zunächst jedoch lesen wir über das Reich der Langobarden

    Nicht lange blieb Italien oströmische Provinz. Bereits 568 drangen die Langobarden, die einst an der unteren Elbe gesessen und sich später n Ungarn niedergelassen hatten, unter ihrem König Alboin über die Alpen und eroberten den größten Teil des Landes bis nach Süditalien hin.

    Pavia war die Hauptstadt des Langobardenreiches; hier wurden ihre Könige mit der eisernen Krone gekrönt – einem eisernen, in Gold gefassten Reif, der aus einem Nagel vom Kreuz Christi geschmiedet sein sollte.

    Das Reich bestand bis 774; da wurde es von Karl dem Großen erobert. Noch heute aber führt Oberitalien den Namen „Lombardei“.

    Rückblick

    Mit der Gründung dieses letzten Germanenreiches auf dem Boden des alten römischen Weltreiches war das gewaltige Drama der Völkerwanderung, das Heldenzeitalter der Germanen, zu Ende. Wenn wir zurückblicken auf das ungeheure Geschehen dieser beiden Jahrhunderte, so erkennen wir, dass die Welt in vielem ganz anders geworden ist.

    1. Das Römerreich, das jahrhundertelang die Welt beherrscht hatte, war auseinandergebrochen, der Westen des Reiches untergegangen. Doch hat Rom eine großartige Kulturgrundlage für alle Zeit hinterlassen.

    2. Italien, Spanien und Frankreich sind durch die Verschmelzung von Germanen und Römern und durch die Annahme der alten lateinischen Volkssprache die romanischen Nationen entstanden.

    3. Die Stämme in Deutschland, Britannien und Skandinavien haben ihre Eigenart und ihre Sprache bewahrt. Sei bilden die germanischen Nationen.

    4. Die Grundlagen für ein neues Europa sind geschaffen, dass von sieben germanischen Reichsgründungen zwei von Dauer geblieben sind.: Das Frankenreich – aus dem später Frankreich und Deutschland hervorgingen – und das Angelsachsenreich, das die Grundlage für das heutige England wurde.

    5. In die von den Germanen verlassenen Gebiete zwischen Elbe und Weichsel sind die Westslawen eingedrungen. Elbe und Saale bilden die Grenze (Slawenlinie).

    6. An die Stelle zahlloser germanischer Völkerschaften sind wenige große Stämme getreten: Friesen, Sachsen, Franken, Thüringer, Schwaben, Bayern, die in ihrer Eigenart bis auf den heutigen Tag weiterleben.

    Durch diese ganze Entwicklung ist die Morgenröte einer ganz neuen Zeit herangebrochen, der Übergang vom Altertum zum Mittelalter angebahnt, zu einem neuen Europa. Römertum, Germanentum und Christentum sind seine tragenden Pfeiler.

    —————–

    In den nächsten Tagen geht es dann weiter.

    Die Fränkische Zeit als auch die Bekehrung der Germanen zum Christentum geben den Auftakt für die Zeit ab 600 u. Z.

    Darüber hinaus gelangen wir in das Frankenreich unter den Karolingern, später widmen wir uns den Herrschern Pippin und Karl dem Großen und lernen die Sächsischen Kaiser kennen. Es bleibt also spannend.

    ——————————————————-

    Quelle Fotos

    Weltgeschichte Ullstein & Co Berlin

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  • Görlitz, meine wunderschöne Heimat – zwischen Reformen, Eroberungen, Kriegen und wirtschaftlichem Aufschwung

    Oktober 24th, 2023

    Der Dreißigjährige Krieg war anfangs religiös begründet, aber bald fielen die Nachbarstaaten ins geschwächte Reich ein, jeder wollte Land gewinnen. Zuerst die Dänen, die von Wallenstein (nach Schiller Wallenstein) geschlagen wurden und den Plan aufgaben. Es folgten Heere der Schweden und Franzosen. Die Franzosen hofften, die kaiserliche Macht im Reich zu schwächen, und Land zu erobern, die Schweden sahen ihre Chance auf Nordosteuropa zu erweitern.
    Am Ende des Kriegs nahmen sich Frankreich und Schweden große Gebiete des deutschen Reiches.


    Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts erholte sich Görlitz von den Folgen des Dreißigjährigen Krieges. Leine- und Damastweberei und der Handel mit Getreide, Wolle und Metallerzeugnissen brachten neuen wirtschaftlichen Aufschwung. Das Kriegsgeschehen hatte die Bautätigkeit zum Erliegen gebracht, aber schon ab Endes des 17. Jahrhunderts entstanden viele neue Häuser und um 1720 großartige Barockhäuser u. a. Handwerk 22, Obermarkt 29-31, Nikolaistr.32, Langenstr. 43, Untermarkt 13, Neißestr. 27 sowie das Haus Neißestr. 20.


    Jedoch ab Anfang 19. Jahrhundert brachten Napoleons Raub-und Plünderzüge, die Einquartierungen mit hohen Sachschäden und die von den Okkupanten auferlegte Geldleistung, der Stadt hohe Schulden und damit den wirtschaftlichen Rückschlag.
    Nach den Befreiungskriegen 1813-1815 und Napoleons endgültiger Niederlage durch den Sieg der preußischen und der verbündeten britischen Armee 1815 bei Waterloo, kam Görlitz und die Oberlausitz zu Preußen. Das Zerstörte wieder aufzubauen war mühevoll, aber es gab Erfolg und großen Fortschritt.


    Schon 1816 entstand die erste Görlitzer Tuchfabrik, deren Maschinen durch die Wasserkraft der Dreiradenmühle betrieben wurden. Ab 1830 begann die Industrialisierung in der Stadt. Dieser Veränderungsprozess erfasste zunächst die traditionelle Tuchherstellung, führte jedoch auch zur Gründung neuer Wirtschaftszweige, Waggon- und Maschinenbaubetrieben, Landskronbrauerei u. s. w.


    1847 erhielt Görlitz Anschluss an das preußische und sächsische Bahnnetz. Im gleichen Jahr wurde der Viadukt fertiggestellt.
    Es herrschte ein beschauliche Idylle – eine Zeit in großartigem Wachstum, Handel und Gewerbe in fortwährendem Aufschwung mit einer wohl geordneten Verwaltung sowie einem erfreulichen und verständigen Miteinander der Bürger.


    Resümee: Das Jahr 1871 besiegelte trotz aller vorangegangenen Widrigkeit das Zweite Deutsche Reich und auch die Einheit war wieder hergestellt.
    Doch im Jahr 1914 wurde der Aufschwung jäh unterbrochen. In Görlitz stimmt 1914 Pauls Taubadel für die Kriegskredite und die Görlitzer Garnison wird an die Westfront verlegt. Viele Bürger marschieren im grauen Vaterlandskleide dem Feinde entgegen. Wieviel Hoffnungen und Pläne, an Arbeit, Forschen und Familienglück brachen zusammen, als im August 1914 der Weltkrieg sich über Europa ausbreitete.

    Ein Krieg, der seinen Abschluss in einem Vertrag fand, der das deutsche Volk in allen seinen Rechten knebelt und knechtet.

    Heute schreiben wir den 24. Oktober. Im Jahr 1648 war das der Tag des sogenannten Westfälischen Friedens zur Beendigung des Dreißigjährigen Krieges.
    Wenn man genau hinschaut: Nahezu jede Epoche trägt die gleiche Handschrift, wenn es um Entvölkerung und Verarmung eines Volkes geht. In nahezu jeder Epoche des Weltgeschehens werden wir Parallelen zu aktuellen Ereignissen finden. Das ist kein Zufall. Und es bedarf auch keines Hellsehers, um zu begreifen, was vor sich geht.

    Die Vernichtung Deutschlands ist kein Phänomen des 20. Jahrhunderts. Immer und immer wieder flammten neue Kriege auf, und immer und immer wieder waren es die gleichen „Lumpen“, die sie anzettelten und anzetteln bis zum heutigen Tag. Ja, unsere „Freunde“ waren stets bemüht über einen vorgegaukelten europäischen Frieden hinaus, das deutsche Land in die Knie zu zwingen und es in seinen Werten und Ursprüngen zu zerstören.

    Manche erinnern sich vielleicht in diesem Zusammenhang an das Gedicht von des schlesischen Poeten Poeten Johann Christian Günther, das zwischen 1711 und 1723 entstanden ist –, also in der Epoche, welche die Folgen des Krieges noch lange zu tragen hatte.
    Das Gedicht trägt insgesamt acht Strophen, ihr lest einen Auszug mit drei Strophen:
    (Man kommt leider nicht umhin, auch hier gewisse Assoziationen zu treffen).

    „So lebe wohl mit allen Spöttern,
    du ehrmals wertes Vaterland.
    Du trotzest bei so nahen Wettern,
    Ich wünsche dir auch nur Bestand.


    Was hat dir wohl mein Geist zu danken?
    Verfolgung, Schande, Neid und Zanken
    Und Freunde, die kein Flehn gewinnt.
    Ja, müsst ich heute bei den Drachen
    Gefährliche Gesellschaft machen,
    Sie wären gütiger gesinnt.


    Ich komme durch dein scheinbar Lügen
    Um Gönner, Glauben, Ehr und Freund.
    Mein Seufzen kann dich nicht vergnügen,
    solange es auch erbärmlich weint.
    Ha, unbarmherzige Leäne,


    Belohnst du so den Fleiß der Söhne?
    Ist dieses die Erkenntlichkeit
    Vor soviel Wachen und Studieren
    Nur dich mit Nutz und Ruhm zu zieren?
    O falsche Welt, o grobe Zeit!


    Wohlan, so reize selbst die Waffen,
    Die Wahrheit und Verdruss regiert!
    Wer sind die meisten deiner Pfaffen,
    Von welchen all mein Unglück rührt?


    Wer sind sie? Lästrer, faule Bräuche,
    Tartuffen, Zänker, böse Schläuche
    Und Schwätzer so die Wahrheit fliehn,
    Beruf und Gott im Beutel tragen
    Sich täglich um die Kappe schlagen
    Und Weib und Pöbel an sich ziehn.


    Dies sehe ich vor gewisse Zeichen
    Vom Greuel der Verwüstung an:
    Wo Kunst und Weisheit einmal weichen,
    Da ist’s um aller Heil getan!“

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  • „Das Ostgotenreich (Theoderich der Große 493-526)

    Oktober 23rd, 2023

    Weiter geht’s .., und dieses Mal umfassend, nämlich zum Reich der Ostgoten. Albert Thümmel widmet diesem Germanenreich eine recht ausführliche Fassung, die wie ich finde, auch sehr spannend ist.

    Zur gleichen Zeit, als Chlodwig das Frankenreich gründete, schuf der Ostgotenkönig Theoderich, aus dem Geschlecht der Amaler, ein Reich in Italien.

    In seiner Jugend hatte er mehrere Jahre als Geisel am Hofe von Byzanz zugebracht und hatte dort römische Staats-und Kriegskunst kennengelernt. Als er 17jährig seinem Vater in die Regierung gefolgt war (471), fass t erden Plan sein Volk in Italien anzusiedeln.

    Dort hatte Odoaker, ein germanischer Söldnerführer, den jugendlichen Kaiser Augustulus (476) entthront. Und regierte nun als König über das Land.

    Das war das Ende des Weströmischen Reiches (genauer gesagt: der westlichen Hälfte des römischen Reiches, den ein „Weströmisches Reich“ hat es im Grunde nie gegeben).

    490 führte Theoderich sein Volk nach Italien. Er besiegte Odoaker bei Verona und belagerte ihn jahrelang in Ravenna. Von der entscheidenden Schlacht bei Verona hat Theoderich in der Sage den Namen „Dietrich von Bern“ erhalten, und die Schlacht um Ravenna lebt als die „Rabenschlacht“ fort.

    Nachdem sich Odoaker 493 ergeben hatte, stieß in Theoderich, wohl in der Trunkenheit, bei einem Gastmahl nieder. Mit dieser Gewalttat begann seine Herrschaft über Italien, aber er hat sie dann mit großer Milde und Weisheit ausgeübt. Theoderich war eine vornehme Natur von majestätischer Ruhe.

    Erst, mit sinnender Stirn, schreitet seine Herrschergestalt einher in dieser waffendröhnenden Zeit.

    Die Geschichte hat ihnen unter den Gewaltigen eingereiht und ihm den Ehrennamen des Großen verliehen – was sie dem Gründer des Frankenreiches versagt hat. Noch zu seinen Lebzeiten ließ Theoderich in Ravenna sein Grabmal errichten; 526 wurde er darin beigesetzt.

    Nach seinem Tod kam es zu Thronstreitigkeiten. Der oströmische Kaiser machte sich die Verwirrung im Land zum Nutze und sandte seinen Feldherren Belisar, um Italien zu erobern. In solcher Notzeit wurde Witechis auf den Schild erhoben, ein Vertreter des alten germanischen Volkskönigtums, ein Beispiel dafür, dass auch der freie Mann durch Volkswahl zu höchster Würde emporsteigen konnte.

    Leider enttäuschte er die Hoffnungen seines Volkes. Zwar war er ein tapferer Krieger, aber er erwies sich unfähig als Feldherr und endete als Gefangener. Um so heller erstrahlte der Ruhm der beiden letzten Könige der Ostgoten: Totila und Teja.

    Der jugendliche, blondgelockte Totila, der Liebling des gotischen wie auch des italienischen Volkes, eroberte fast das ganze Ostgotenreich zurück.

    Doch erlag er schließlich der Übermacht. In der Schlacht bei Taginae (552) verlor er Sieg und Leben.

    Auch Teja, der „schwarze Graf“, konnte trotz größter Tapferkeit das Schicksal des Reiches nicht mehr wenden.

    553 kämpften die Ostgoten ihren letzten Kampf am Vesuv. Wie ein Löwe focht Teja an der Spitze der Seinen. Immer wieder fing er mit dem Schild die feindlichen Speere auf; dann sprang er blitzschnell vor und erlegte viele Gegner. Doch schließlich fiel auch er: Als sein Schild, der von zwölf Speeren durchbohrt war, gegen einen anderen wechseln wollte, blieb seine Brust einen Augenblick lang ungeschützt. Da traf ihn der tödliche Wurf.

    Noch zwei Tage lange hielten sich die Goten gegen die Übermacht. Dann bat das Häuflein der Überlebenden um freien Abzug. Der oströmische Narses gewährte die Bitte aus Achtung vor ihrer Tapferkeit.

    Trauernd zogen sie mit der Leiche ihres letzten Königs an dem Sieger vorbei. Dieser soll den Lorbeer von seinem Haupt genommen und den toten Heldenkönig damit geschmückt haben. Nordwärts zog der Rest des Gotenvolkes. Sie ließen sich teils nördlich, teils südlich der Alpen nieder, wo sie allmählich im dortigen Volkstum aufgingen. So ging das edelste Volk der Germanen unter. Ihre Sagen aber bleiben lebendig durch die Jahrhunderte hindurch.“

    („Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel)

    Morgen lesen wir dann über das Reich der Langobarden (Alboin) und anschließend eine kurze Zusammenfassung zu den Germanenreichen, bzw. nehmen wir einen Rückblick.

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  • Über die Fortsetzung der Greuellüge

    Oktober 21st, 2023

    Blutrünstige Berichterstattungen – Geschichten, die das Leben schreiben? Oder ist es doch eher der karrierehungrige Journalist bei guter Bezahlung, der uns etwas auftischen soll?

    Damals wie heute:

    Das Pressehaus war der nimmermüde Geiser, der unausgesetzt falsche Kriegsberichte und erfundene Nachrichten von der Front und den Etappen, die niederträchtigsten und gröbsten Verleumdungen der Gegner, die verblüffendsten Erdichtungen ruchloser, ihnen auferlegter Handlungen aussprudelte.

    Ich habe mir gestern das Gespräch (gesendet im Morgenmagazin) zwischen Abdel-Shafi, dem palästinensischen Botschafter von Österreich und der Dunja… angetan. Nun ja, was soll ich sagen. Von kopfschüttelnd bis hin zur Sprachlosigkeit über diesen Schlagabtausch waren einige Gefühlsregungen in mir unterwegs.

    Und da sind sie wieder präsent, diese Themen, die nie weiter behandelt oder aufgearbeitet wurden. Und sie holen uns immer wieder ein – es scheint, als hätte man die Filmspule wiederholt neu aufgelegt.

    Und auch dich haben sie damals schon genauso belogen, wie sie es heute immer noch tun…

    Schau! Da klopft sie wieder an, hartnäckig, laut und vernehmlich: die Lüge

    Im Jahre 1914 war es die Story zu abgehackten Kinderhänden (in Belgien) – vor wenigen Tagen erreichte uns eine ähnliche Story zu abgetrennten Kinderköpfen (in Gaza). Ein anderes Mal war es der Folterskandal von Abu Ghraib.

    All diese „Geschichten“ haben etwas gemeinsam: die Lüge.

    ————————–

    Doch schauen wir zunächst auf die Vorgänge, oder besser auf eine dieser Lüge, unter den zahlreich verbreiteten aus dem Jahr 1914.

    „Die Greuellüge, dass deutsche Soldaten im Sommer 1914 in Belgien Kindern die Hände abgehackt hätten, lief ab August 1914 um die Welt und wurde eines der wichtigsten Propagandamittel gegen Deutschland im Ersten Weltkrieg.

    Entsprechende Karikaturen und falsche Bilder verstärkten die Wirkung des Greuelmärchens, das reine Erfindung war.

    Die Pressemitteilungen waren an Widerlichkeit kaum zu übertreffen: Es gab sogar Bilder, auf denen deutsche Soldaten die abgehackten Hände aufaßen. Eine Statue des Kindes ohne Hände wurde hergestellt und in der Presse verbreitet.

    Selbst die Bibel wurde bemüht: Ein Bild zeigte den deutschen Kaiser, mit einer Axt in den bluttriefenden Händen hinter einem großen Hauklotz stehend, um den Haufen abgehackter Kinderhände lagen, wie er einer Frau mit Kindern zu kommen winkt, und unter allem stand der Spruch: »Lasset das Kindlein zu mir kommen. Andere Bilder zeigten auf Bajonette aufgespießte oder an eine Tür genagelte Babys.“

    ——————-

    Gegenwart! Während weitere Versuche unternommen werden, ein falsches Bild aufrechtzuerhalten, halten ganz nebenbei (aktuell) die Vereinigten Staaten eine Internationale Untersuchung des Angriffs auf das Baptisten Krankenhaus in Gaza für „Nicht angemessen“ – so das Außenministerium VSA.

    Es handelt sich dabei um einen israelischen Angriff mit AMERIKANISCHEN Granaten des Types JDAM auf das christliche Baptisten Krankenhaus in Gaza-Stadt, bei welchem auf einen Schlag ca. tausend Menschen ermordet wurden. Darunter hauptsächlich Frauen und Kinder.

    Man wird dieses Gefühl einfach nicht los: Was zählt, ist immer noch die Schlagzeile (Propaganda) vor dem potenziellen Wahrheitsgehalt.

    Das auf diese Weise ausgestreute, heimtückische, aber wirksame Gift hat eine große Menge wohlmeinender, aber unwissender Leute irregeführt und infiziert.

    So gilt auch weiterhin die bedauerliche mediale Realität: „je blutrünstiger die Berichterstattung, desto höher die Garantie auf erwünschte Wahrnehmung und vor allem gut bezahlte Einschaltquoten.

    —————-

    Noch ein Blick in die Vergangenheit. Wenn wir nun schon mal dabei sind: So erinnere ich mich auch an den Folterskandal von Abu Ghraib im Irak. Darüber beschwichtigt das Weiße Haus, dies seien Einzelfälle, ganz und gar unamerikanisch. Zu diesem Zeitpunkt weiß US-Präsident Bush genau, dies ist eine ganz infame Lüge.

    Der geschichtskundige Zeitgenosse mag sich die Augen reiben.

    Wie hat das „Erbübel“ (Jefferson) der Sklaverei, die Ausrottung der Indianer, die Hexenjagd durch Senator McCarthy oder das Massaker an den 500 Vietnamesen im My Lai 1968 nichts an diesem Gefühl des Vorbildhaften geändert?

    Von den Folterungen an deutschen Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg in den Gefangenenlagern ganz zu schweigen.

    ———————————

    Diese nie enden wollenden Hetzorgien und das Aufwiegeln der Völker, das Ausplündern der Welt und ihr Ertränken in Blut, all das sollte doch endlich aufgehört haben. Doch wird immer und immer wieder aus bekannten Reihen Anlauf genommen, um über Lug und Betrug die eigenen Ziele zu verfolgen.

    Bemerkenswert ist die Aussage von Italiens Ministerpräsident während des Ersten Weltkrieges, Francesco NiTTI, schreibt in seinen Erinnerungen: »Um der Welt die Wahrheit über die gegenwärtige Krise in Europa vor Augen zu führen, müssen die schändlichen, von der Kriegspropaganda geschaffenen Lügen immer wieder und immer wieder zerstört werden.“

    „109 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg sind die Märchen der abgehackten Hände, der vergifteten Karamels, der getöteten Zivilisten und der erhängten Priester, die damals für soviel Krach sorgten, eigentlich heute ziemlich belanglos. Welche Bedeutung haben sie nämlich gegenüber den Tatsachen, und nicht den Legenden, die die ganze Welt mittlerweile erlebte, etwa jene terroristischen Bombenangriffe 1944 und 1945 auf Hamburg, Dresden und viele andere Städte des Deutschen Reichs.

    ——————-

    Zurück zur Greuellüge der „abgehackten Kinderhänden in Belgien“: Es wurden mehrere Beweise dafür angeführt, dass es sich um eine – später auch zugegebene – alliierte Propagandalüge im Rahmen der psychologischen Kriegführung gehandelt hat. Eine interessante Stellungnahme dazu ergibt sich aus den Tagebüchern André GIDES (1869- 1951), Nobelpreisträger für Literatur 1947.

    Die größten Anstrengungen wurden gemacht, jedes Wort der Feinde als Lüge und jede unserer Lügen als reine Wahrheit zu stempeln. Alles segelte unter der Flagge Propaganda – bis heute…. Es wäre also nutzlos, den Erfolg der Lüge, die die Presse als das schnellste und beste Verbreitungsmittel benutzte, zu leugnen.“

    ——————————

    Gegenwart! Soweit mir bekannt (mit Datum vom 16.10.2023), ist die israelische „Horrorberichterstatterin“ Nicole Zedek mittlerweile zurückgerudert. Die Journalistin hat die Behauptung zurückgenommen, dass 40 Babys in Gaza geköpft wurden, und erklärte, dass sie nicht einmal Zeuge der angeblichen Gräueltaten gewesen sei.

    —————————-

    Quelle, Einzelnachweise, Literatur:

    Arthur PONSONBY, Lügen in Kriegszeiten, Verlag Georg Silke, Berlin 1930, S. 198 ff.; Original: Falsehood in War-time, London 1928.

    André GIDE, Gesammelte Werke in 12 Bänden, Bd. 2, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1990, S.

    Andreas ECKERT, »Die abgehackten Hände«, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. 8. 2005.447 f.

    Rolf Kosiek /Olaf Rose (der große Wen-dig)

    Times, 27. 8. 1914, zitiert u. a. in: Arthur PONSONBY, Lügen in Kriegszeiten, Georg Stilke, Berlin 1930, S. 85, ebenfalls in: Udo WALENDY, Historische Tatsachen, Nr. 22 (»Alliierte Kriegspropaganda«), Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho o. J

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  • Das Frankenreich (Chlodwig) – „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel

    Oktober 21st, 2023

    Die Franken waren vom Schicksal bestimmt, die eigentlichen Erben Roms zu werden.

    Der Begründer ihres Reiches ist Chlodwig aus dem salischen Geschlecht der Merowinger (genannt nach einem sagenhaften Ahnherren Merowech).

    Im Alter von 15 Jahren kam er 481 zur Regierung – ein gewalttätiger, herrschsüchtiger Charakter, der kein Mittel, weder Hinterlist, noch Grausamkeiten scheute, um Macht und immer mehr Macht zu erlangen.

    Er herrschte zunächst nur über einen Teil der salischen Franken. Rücksichtlos, meist durch Meuchelmord, räumte er einen Fürsten nach dem anderen, meist nahe Verwandte aus dem Weg, bis er Alleinherrscher über alle Franken war.

    486 eroberte er im Kampf gegen den Stadthalter Syagrius den letzten Rest der römischen Herrschaft in Gallien, der bisher noch als einsame Insel bestanden hat.

    496 besiegte er die Alemannen und dehnte seine Herrschaft bis an den oberen Rhein aus.

    507 gewann er den gallischen Teil des Westgotenreiches und erweiterte dadurch sein Reich bis zur Garonne.

    Von größter weltgeschichtlicher Bedeutung wurde es, dass Chlodwig – und mit ihm sein Volk – nach dem Sieg über die Alemannen zum Christentum übertrat, und zwar zum katholischen Bekenntnis, nicht zum arianischen wie alle übrigen Germanen bis dahin. Dadurch, dass ihm der griechische Kaiser den Titel eins römischen Patrizius verlieh, betrachteten ihn von da an seine gallisch-römischen Untertanen als ihren rechtmäßigen Herren, und auch seinen Frankenvölkern erschien er im Glanz einer höheren Würde.

    Das Frankenreich rettet die Reste der römischen Kultur in das christlich-germanische Mittelalter hinüber und bewahrte dadurch den Zusammenhang der Entwicklung.

    Es war Chlodwig nicht beschieden, die Früchte seiner Gewalttaten lange zu genießen. Er starb, noch nicht 45 Jahre alt, 511 und hinterließ das Reich seinen vier Söhnen.

    Trotz dieser Teilung und obwohl später neue Teilungen erfolgten, schloss sich das Frankenreich immer wieder zur Einheit zusammen und gewann an Macht und Ausdehnung.

    Burgund, Thüringen und Bayern wurden erobert.

    Um 550 erstreckt sich das Reich bereits vom Atlantischen Ozean bis zur Saale und zum Böhmerwald, vom mittelländischen Meer bis zur Zuidersee.

    Morgen lesen wir dann vom Ostgotenreich (Theoderich der Große 493-526)

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  • Die Angelsachsen – aus der Reihe: „Deutsche Geschichte“

    Oktober 18th, 2023

     Tatsächlich fasst sich Albert Thümmel in seinen Ausführungen zum Angelsachsenreich sehr kurz. Und so streifen wir noch zu einem späteren Zeitpunkt etwas ausführlicher durch das Reich von Beginn an bis zum Zerfall.

    Um 450 riefen die Briten, ein Teilstamm der Kelten, die Angelsachsen, die damals an den östlichen Küsten der Nordsee wohnten, zu Hilfe gegen die räuberischen Pikten und Skoten (ebenfalls Kelten, im heutigen Schottland).

    Die beiden Brüder Hengist und Horsa landeten mit drei Schiffen in Britannien und warfen die Pikten und Skoten zurück.

    Seitdem gingen immer neue Scharen von Angelsachsen nach der Insel hinüber und setzten sich dort fest.

    Die Briten wurden teils unterworfen, teils nach Wales und Irland abgedrängt.

    Ihr tapferer König Artur lebt in der keltischen Sage als König Artus fort. Ein Teil ging auch über den Kanal und ließ sich in der nach ihnen benannten Landschaft Bretagne nieder.

    Die Angelsachsen gründeten nach und nach sieben Fürstentümer; 827 wurden diese zu einem Reich vereinigt und damit der Grund gelegt zum heutigen Königreich England.

    Soweit die Fassung nach Albert Thümmel.

    —————-

    Die Geschichte geht aber noch weiter: Dazu stelle ich in den nächsten Tagen einen noch ausführlicheren Beitrag ein.

    Zunächst soviel: Von den kleinen Königreichen, in welche die Angelsachsen nach der Eroberung zerfielen, blieben in der nächsten Zeit sieben oder acht größere bestehen: Essex (Ostsachsen), Sussex (Südsachsen), Wessex (Westsachsen), Kent, Ostanglien, Merzien, Nordhumbrien, benannt nach dem Fluss Humber. Diese bezeichnet man als die angelsächsische Heptarchie.

    An zuverlässigen Nachrichten fehlt es über die sich über einen Zeitraum von 150 Jahren erstreckenden Kämpfe durch die der Süden und Osten Britanniens in den Besitz der Angelsachsen kam und die keltisch-britische Bevölkerung auf Irland, Wales, Cornwallis und die schottischen Hochlande beschränkt wurde.

    Hier machen wir zunächst einen Zeitsprung. Tatsächlich ist bis 1066 noch viel passiert. Die Normannen (Dänen) traten soweit mir bekannt, erst nach 800 (nach Egberts Zeit) durch ihre Eroberungszüge in Erscheinung.  Graf Harald bestieg den Thron und nach der Eroberung durch Wilhelm von der Normandie verschwand das Reich. Doch vergingen noch Jahrhunderte bis die Angelsachsen mit ihren Besiegern, den Normannen verschmolzen.

    —————-

    Noch ein Auszug aus Meyers Konversations-Lexikon (1896)

    Hengist und Horsa, nach sagenhafter Überlieferung die Gründer der angelsächsischen Herrschaft in Britannien, Söhne Wictgils, aus Wodans Geschlecht.

     Die angelsächsische Sage berichtet, Vortigern, König der Briten, habe bei den Angeln und Sachsen um Hilfe gegen die Pikten und Skoten nachgesucht; darauf seien H. und H.449 auf der „Kielen“ hinübergesegelt, bei Ypwinesfleet in Kent gelandet und hätten die Feinde, die schon bis Stamford in Lincolnshire vorgedrungen waren, zurückgeschlagen. 

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