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Klara Fall: das glaube, wer mag

  • Haithabu, Bederkesa, Sachsenhain und auch Golm reiht sich ein– wenn Lügen sichtbar werden

    August 24th, 2023

    Alles Orte, die wir in diesem Jahr besucht haben. Wir waren dort und haben uns mal umgeschaut. Und siehe da: In Haithabu hinterlässt die Kirche bereits ihren „Fußabdruck“, auch am Sachsenhain sind die Kirchenmenschen präsent. Dort hissen sie die Regenbogenflagge, schimpfen auf Nationalismus und verkünden, dass es gar nicht so viele Sachsen waren, die dort unter Karl dem Großen hingerichtet wurden.

    In Bederkesa versuchen sie uns prähistorische Funde als römischen Fortschritt zu verkaufen und das Gräberfeld von Golm verließen wir ebenfalls mit gemischten Gefühlen. Denn auch hier wurde verfälscht und gelogen, sodass sich die Balken biegen. Die entsprechenden Berichte dazu, findet ihr unter der Rubrik „Reise und Geschichte“.

    Worauf möchte ich hinaus? Und warum komme ich jetzt noch einmal darauf zurück?

    Ganz einfach: Ich habe mich nochmal durch die vielen Aufnahmen gewühlt, auch aus Dänemark.

    Wenn man mit offenen Augen an den Funden vorbeizieht, stellt man schnell fest, die Römer besetzten ein winziges Zeitfenster, sie haben lediglich abgeschaut, was vor ihnen längst in Umsetzung gebracht wurde und es dann „gut verkauft“. So wie sie uns heute „IHRE“ Geschichten verkaufen. Geschrieben wurden diese stets von den Siegern und in Mönchslatein.

    Warum sollte man auch erwähnen, dass während in der der Metallzeit vorausgehenden Steinzeit, in der Metall noch unbekannt war, unter den Geräten, Werkzeugen und Waffen unserer Vorfahren noch steinerne Geräte Verwendung fanden. Das wiederum gibt Aufschluss darüber, dass sich in Skandinavien, in Großbritannien und einem großen Teil Norddeutschlands als früheste Metallkultur eine selbstständige Bronzezeit (das nordische Bronzezeitalter) entwickelt, indem die aus Nordasien und aus den europäischen Mittelmeerländern eingeführten Bronzen die Basis für eine Entwicklung einer selbstständigen Kultur bildeten und Bewohner des Nordens durch friedliche Beziehungen zu anderen Völkern, die nach und nach lernten Bronze zu bearbeiten. In Schweden herrscht diese Bronzezeit von etwa 1500 – 500 v. u. Z.

    Übrigens: Die Begründung der Eisenzeit in Norddeutschland sowie überhaupt in Nordeuropa ist der La Tene Kultur zu danken. Die vorrömische Eisenzeit Norddeutschlands umfasst lediglich die beiden letzten Jahrhunderte v. u. Z. und sowohl in Mittel- als in Nordeuropa wurden die besagten Kulturen durch die römische Metallkultur später verdrängt.

    Während man früher die mitteleuropäischen Metallzeit sehr allgemein als keltische Altertümer bezeichnete, hat man bald erkannt, dass an vielem, was man früher den Kelten zuschrieb, andere arische Stämme ebenfalls beteiligt waren.

    Auch die prähistorische Weltkultur Großbritanniens und die angelsächsischen Altertümer weisen charakteristische nordeuropäische Merkmale auf.

    Altertümer unter heidnischer Vorzeit geben Aufschluss genug. So die zahlreichen Beispiele /Funde zu Waffen, Geräten, Werkzeugen und Schmucksachen.

    Aber ich will jetzt nicht zu weit ausschweifen. Den Aufnahmen und Bildern kann man einiges entnehmen.

    Und doch wird immer und immer wieder der Versuch unternommen, diese Entwicklung den Römern zuzuschreiben. Doch die Funde, insbesondere auch die aus den Grabstellen, lügen nicht. Denn zu dieser Zeit war an die Römer noch nicht mal zu denken.

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  • Durch die Inseln Fünen und Seenland: Überfahrt Großer Belt (Størebaltbrücke) und weiter zur Öresundbrücke – und was dann geschah – Teil III

    August 21st, 2023

    Fünen, dieses freundliche Eiland, von 98 kleinen Inseln umkränzt, liegt geografisch mitten in Dänemark. Das ganze Gebiet ist ein abgesunkenes Moränengelände, die Meeresarme dazwischen sind Schmelzwasserflüsse der Eiszeit. Wir reisen durch eine Landschaft wohlbestellter Felder und blumenübersäter Wiesen, durch beschaulich-friedliche Dörfer gerahmt von lauschigen Buchenwäldern Nur die sommerliche Heiterkeit will sich nicht so recht einstellen. Schließlich erreichen wir Nyborg, den Brückenkopf Fünens gegen Seeland zu.

    Die Fahrt am Öresund entlang Richtung Kopenhagen können wir nur empfehlen. An der dänischen Riviera reihen sich hübsche Badeorte aneinander. Auch bietet das parkartige Ufergelände immer wieder schöne Ausblicke auf den Sund und die gegenüberliegende Küste Südschwedens. Doch wir schwenken um, ändern die Richtung und „rollen“ über die Brücke in schwedische Gefilde.  

    Wir schreiben den 29. Juli 2023 und wie schon auf unserer Reise vor einem Jahr, war es wieder eine wolkenverhangene Überfahrt. Schade.

    Ankunft in Schweden an einem wunderschönen See unweit von Ystad, umzingelt von Gänsen, im Hintergrund das Zirpen der Grillen. Herrlich dieser Blick über den See während die Sonne hinter dem Horizont langsam verschwindet. Wir verkrümeln uns jetzt in Bert, denn draußen ist es schon recht klamm. Kein Wunder nach dem wochenlangen Regen. Wir träumen heute nicht von, sondern in Schweden.

    Ausgeträumt: 30. Juli 2023

    Da sind wie nun angekommen: Vom nördlichsten Punkt Dänemarks (Skagen) zum südlichsten von Schweden (Smygehuk) Klingt erstmal schön, und doch zieht es uns nach Dänemark zurück. Wobei wir diesem schönen Landstrich Südschwedens eigentlich sehr zugetan waren.

    Aber warum?

    Wir sind nun in Schonen angekommen, dem Land der Schlösser, Kornkammer und Badeparadies. Die Kornkammer können wir in jedem Fall so bestätigen. Und eigentlich sind die Wege durch Schonen interessant, vor allem dieser fortwährende Wechsel von Bauernland, Meeresstrand und Küstenstädtchen.

    Zuerst zog es uns zu einem Schloss, dass auf der Strecke nach Ystad liegen sollte. Nachdem wir einige Anläufe genommen haben, dieses Schloss ausfindig zu machen, zierte ein Schild: Privat! Durchgang Verbot“, den Weg. Wir zogen enttäuscht von dannen, freuten uns aber auf den Strand von Smygehuk.

    Schon bald stellen wir fest: Frei stehen an der Südküste ist eine echte Herausforderung. Schließlich fanden wir dann doch noch einen großen Stellplatz für Wohnmobile. Neben uns stand ein freundlicher Berliner, der gleich erklärte, mit dem frei stehen ist es in Schweden längst vorbei, ein Verbot jagt das andere.

    Nun ja, wir liefen also zum Strand, noch gut gelaunt mit Decke und Handtuch, und ich bereit zum Gang ins Meer.

    Ok, baden war nüscht…nur Steine, die den Weg säumten. Nichts destotrotz wollten wir nun den beschaulichen Ort entdecken. Aber ganz gleich, wo wir uns aufhielten, es roch schrecklich aus den Abwasserläufen…, und zwar so schlimm, dass ich mehrmals würgen musste.

    Also nix wie weg. Auch an anderen Orten roch es schrecklich. Angeblich käme der Geruch von den Papierfabriken, aber ich weiß es nicht. Denn der Geruch verbreitete sich in jedem Küstenstädtchen. Die Laune stand mittlerweile tief am Pegel.

    Ein Highlight hatten wir noch vor uns: „Urbans Grab“, eine in Schiffsform errichtete Steinsetzung der Wikinger, vermutlich aus der Eisenzeit. Nix wie hin. Ok. Es ist Sonntag.

    Als wir die Stelle der Steine aufsuchen wollten, stand ein Einweiser dort zu den Parkplätzen. Wohnmobile konnten auf den Campingplatz.

    Es war voll, unruhig und ich glaube, es wäre besser gewesen, wenn wir den Besuch auf einen anderen Tag verlegt hätten.

    Doch wir schlossen uns der Völkerwanderung an 🙉.. Oben angekommen, standen überall Kühe an den Steinen, trotz der Menschenmassen völlig entspannt. Das war eigentlich schön. Aber die vielen Menschen dort, erklärten das Terrain zum Freizeitpark.

    Auf zwei Bildern ist „Urbans Grab“ nicht von Menschen belagert.

    Die aus unbehauenen Blöcken in Schiffsform errichtete Steinsetzung (vermutlich aus der Eisenzeit) ist schon eindrucksvoll. Auch die Lage ist herrlich, auf einem Wiesenrücken über dem winzigen Hafen von Käseberga.

    Nachdem wir den Ort verlassen haben, folgten weitere wenig schöne Erlebnisse. Nachdem wir dann für (umgerechnet in Euro 2.04 den Liter getankt haben /im Vergleich Dänemark 1, 61)) ging die Suche nach einem Übernachtungsplatz los.

    Unsrer Eindruck: mit dem Wohnmobil ist man in der Region nicht willkommen, es sei denn, man sucht einen völlig überfüllten und überteuerten Stell- oder Campingplatz auf.

    Wir haben jetzt weiter nördlich mitten im Wald noch was gefunden, aber sumsasumarum war der Tag heute einfach nur enttäuschend.

    Allerdings sind wir von Dänemark sehr verwöhnt und haben die Messlatte vermutlich zu hoch gesetzt.

    Morgen unternehmen wir noch einen Versuch im Süden Schwedens. Wir wissen, dass es im Norden übersichtlicher und wohnmobilfreundlicher zugeht. Aber wir wollten auch mal den Süden entdecken.

    Das Ergebnis ist mehr als ernüchternd.

    31. Juli

    Wir haben uns entschieden:  Zurück nach Dänemark! Nochmal über den Öresund und vier Kilometer durchs Tunnel. Es regnet unablässig, seit wir in Schweden abgefahren sind. Es schüttet teilweise wie aus Eimern. So richtig können unsere „Wetterexperten“ das Geschehen auch nicht einordnen, also schreibt man wechselhaft und zur Sicherheit noch „wolkig“… Regen inklusive…

    Nach Regen folgt fast immer Sonnenschein. Naja zumindest ist es nun trocken. Und dazu haben wir noch ein herrliches Plätzchen gefunden, direkt an einem Badesee am Waldrand. Ein herrliches Fleckchen Erde. 💕

    1. August

    Wir trotzen dem Wetter und gehen Schlösser gucken, und so…😅☔️

    Hier sind wir am Schloss Gavnø auf der gleichnamigen Insel südlich von Næstved. In früheren Zeiten war es eine Seeräuberburg. Die jetzige Gestalt stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist seit dem 17. Jahrhundert im Besitz der Grafenfamilie Thott.

    Hier befindet sich auch die größte private Gemäldesammlung Nordeuropas sowie eine großartige Sammlung Meißner Porzellan und eine Bibliothek mit 200 000 Bänden.

    Gavnø ist kein Museum, sondern ein modern nationalisierter Gutsbetrieb mit Blumenfarm, Schloss und Park.

    Allerdings kostet der Besuch pro Person 160 dänische Kronen = 21, 46 Euro…

    Wir fahren nun weiter.

    Wer hätte das gedacht? Die Sonne zeigte sich, die Wolken machten Platz und wir konnten entlang der Ostküste am Nysø-Fjotd herrlich durch den geschichtsträchtigen Ort Præstø schlendern. In dem pittoresken Städtchen herrscht eine zauberhafte Stimmung. Das etwa 3000 Einwohner-Dorf liegt am gleichnamigen Ostsee-Fjord. Es besitzt seit 1403 die Stadtrechte und ist in seiner Geschichte sieben Mal abgebrannt, wurde von Sturmfluten und der Pest heimgesucht.

    Die Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert, westlich der Stadt liegt das Schloss Nysø aus dem 17. Jahrhundert. Leider nicht zugänglich, da im Privatbesitz.

    Der Ort war unter Baronesse Stampe Treffpunkt berühmter Dänen, wie Grundtvig , Thorvaldsen, H.Chr. Andersen und Prof Ingmann.

    Nun stehen wir auf der Landzunge Knudshoved Odde. Der Weg ist gesäumt von hübschen Häuschen und ein Megalithgrab haben wir auch noch entdeckt.

    Und hier schlafen wir heute Nacht: Was für ein grandioser Übernachtungsplatz kurz vor der Insel Møn mit Blick auf die Dronning Alexandrines Brücke und mit Badesteg vor der Tür. Ganz schnell was gegessen und anschließend ein Bad im Fjord genommen. 😍

    Einfach wunderbar!

    Von den kräftigen Regenschauern zum Tagesbeginn mal abgesehen, war es heute ein wirklich schöner und erlebnisreicher Tag. Morgen geht’s dann auf die Insel Møn,  

    • / 3. August

    Von schroffen Klippen über eine malerische Hügellandschaft hin zu einer Kulisse wie im Märchen und weiter zur Fanefjord-Kirche, erbaut um 1250 war heute alles dabei.

    Møns Klint!

    Auf zu den gewaltigen Steilabbrüchen deren Kühnheit selbst die der Kreidefelsen von Rügen übertrifft. 128 Meter hoch thronen die Klippen über dem Meeresspiegel. 497 Stufen haben wir überwunden – einmal runter, einmal hoch…

    Runter zum Strand war ganz ok. Nach oben schweißtreibend.

    Als wir beschwingt die Stufen nach unten nahmen, keuchten uns die nach oben Steigenden mit verzerrtem Blick entgegen.

    Zurück kam nicht in Frage….also tapfer weiter. Aber die Mühe lohnt. Es war grandios.

    Jetzt stehen wir auf einem schönen Platz an der Steilküste, blicken aufs Meer hinab und freuen uns aufs Abendessen. Bert hat uns auch hier im Blick. Hier herrscht eine eher raue Stimmung, die aber auch wieder ganz besonders ist

    Noch geschwind einen Eindruck vom Übernachtungsplatz aus: Bert ist in guter Gesellschaft. Endlich bekommt er mal Verstärkung zu allen Neuauflagen. Wobei das tolle Wohnmobil neben uns noch einige Jahre älter ist als unser Bert.

    Und was soll man sagen? Von wegen wir sind oldscool. Während wir auf herkömmliche Auffahrkeile gefahren sind, liefen die Insassen des Hanomag-Hentschel schnurstracks zum Strand, kamen mit Steinen wieder zurück und nutzten diese dann als Auffahrkeile.😁😅

    Herrlich! Muss man alles mal erlebt haben.

    Bert hat schon vorsichtig geflüstert „“Wagt es euch nicht!“

    Auszeit vor einem Blumen- und Kräuterparadies. Wer weiß, vielleicht verweilen wir hier auch über Nacht

    Zunächst backe ich aber noch ein Brot, später radeln wir mal die Gegend ab.

    (Insofern es trocken bleibt).

    Da backt es ❣️Es duftet herrlich nach frischem Brot.

    Fertig! Jetzt wird geradelt. Oder wir stechen in See.

    Entdeckungen auf dem Weg.

    Und auch diese Grabkamner aus der Jungsteinzeit haben wir entdeckt.

    Dieser Ort ist ein Kraftort, ein Ort an dem man „etwas “ spüren kann. Das Gefühl lässt sich nicht gut beschreiben. Man muss dagewesen sein.

    Beim Dorf Horslunde in Torrig findet man das nit 12,3 Meter längste Kammergrab Dänemarks.

    Mann kann in gebückter Haltung hineingehen.

    Und nichtsahnend kreuzen Wikinger unseren Weg

    Dor also lebt das Wikingervolk. Ich war nebenan noch schnell baden.

     Wir bleiben auf jeden Fall hier, denn wir sind in guter Gesellschaft.

    Auch der Gänseturm war einen Besuch wert.

    • August – Vom dänischen „Nordkap“ zum „Südkap“. 💕

    Von weit oben da kommen wir her und stehen nun am südlichsten Punkt am Meer. 😍

    Nirgendwo erstrecken sich Dänemark und Skandinavien soweit nach Süden wie mit der Landzunge Gedser Odde – Falsters „Südkap“.

    Es ist die vermutlich letzte „aufregende“ Station auf dieser Reise durch Dänemark und Schweden.

    Für Montag sind Sturmwarnungen entlang der Ostseeküste gemeldet.

    Wir treten dann morgen die Reise nach Deutschland an und lassen diese wunderbare vergangene Zeit auf Usedom ausklingen.

    Was heute sonst noch geschah, lest ihr gleich. 😊Und ich verspreche euch, es bleibt spannend.

    ——–

    Auf den Bildern seht ihr unseren Platz in Skagen am Strand und von heute auf einer Klippe an der Gedser Odde.

    Links steht übrigens wieder (wie in Skagen) ein Auto mit Dachzelt. Respekt! Denn hier weht es ordentlich.

    Dann schaun wir uns mal um, hier am südlichsten Punkt Dänemarks. Und wenn ihr genau hinschaut, seht ihr, dass unser Bert in der ersten Reihe steht.

    Links von uns liegt eine Vogelstation, vor uns bizarre Klippen, hinter uns Getreidelder, die gerade bewirtschaftet werden und noch weiter hinten thront der Leuchtturm von Gedser über allem.

    Es ist einfach nur beeindruckend. Aber seht selbst, auch wenn man die Stimmung nur bedingt transportieren kann.

    Wir schlafen dann wieder im Rauschen des Meeres. Was für ein toller Abschluss.

    • August – Stopp! Da war doch noch was. Einen Versuch auf Zeitreise zu gehen, haben wir noch schnell unternommen, sind aber wieder zurück „gestrandet“

    Auf der Rückreise haben wir uns noch für einen Halt in Ladby entschlossen. Dort haben wir die uns aufgetragenen Aufgaben zur Zufriedenheit der Götter erledigt: Felle getrocknet, Ruder geholt, Schiff seeklar gemacht, getöpfert, geschnitzt, in der Klamottenbutik neu eingekleidet, Krabben gefangen und Holz geschlagen…

    Odin habe ich auch getroffen.

    Der Höhepunkt des Tages: Hier trafen wir auch einen Wikingerhäuptling mit seiner Familie, 11 Pferden und vier Hunden. 😉

    Was ihr hier seht ist sein Schiffsgrab.

    Es war eine fabelhafte Reise.

    Doch das Grab, dessen Abdruck heute noch ersichtlich ist, hat mein Göttergatte alleine besuchen müssen. Da bin ich ein echter „Schisser“.

    Aber nicht wegen des Grabes und den Gebeinen, die sich da finden…, nein, vielmehr war es diese sich automatisch öffnende Tür. Ich habe Null Vertrauen in Technik. (darum wissen alle, die mich persönlich kennen).

    Also wartete ich draußen, während er sich nun ganz allein in der Kammer hinter den sich automatisch öffnenden Türen befand.

    Aber er kam wohlbehalten wieder zurück. 😄

    Die Bilder sprechen für sich. Ich habe mich schon a bissl geärgert, dass ich nicht an der Stelle des Ursprungs war…, denn ein solcher Abdruck ist tatsächlich einmalig.

     Auf Wiedersehen du zauberhaftes Seenland. Dieses Mal bei Sonnenschein über die Brücke.

    Heute hier und morgen dort, um es mit den Worten von Hannes Wader zu sagen.

    Nun stehen wir 90 Kilometer vor Flensburg und.., ja wer hätte das gedacht? Es regnet.😄

    Morgen fahren wir dann weiter auf unsere Stamminsel Usedom.

    Hallo Deutschland! Kein Umrechnen mehr von Kronen in Euro, kein kostenloses Trinkwasser mehr, keine Übernachtungsplätze, die man mal eben „einfach so“ anfahren kann, aber wir stehen schon mal im Stau. Und hinzuzufügen wäre auch noch das „offensive Heckkuscheln“, auch Drängeln genannt….

    Hach ja, was haben wir das (nicht) vermisst.

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  • Alles Kräuter oder was?  Rückblick auf ein Kräutersammelsurium, spannende Geschichten und allerlei Wissenswertes von April bis August 2023

    August 20th, 2023

     April 2023

    Erstes Getränk am Tag:

    Von getrockneten und zerkleinerten Blättern des Löwenzahns 2 Teelöffel voll mit 1/4 Liter heißem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und zum Schluss abseihen. Den fertigen Tee ungesüßt vor dem Frühstück trinken. Er kann aber auch zum Frühstück selbst genossen werden. Löwenzahn-Tee unterstützt die Entgiftung des Körpers und wirkt sich darüber hinaus reinigend auf die Haut aus. Am besten 3 Wochen lang täglich durchführen.  

    Erste Ernte der wertvollen Gundelrebe.

    Das Wachstum in meinem Garten ist üppig und die Ernte entsprechend ertragreich. Wolf-Dieter Storl sagte einmal, in unseren Gärten wächst immer genau das, wonach unser Körper verlangt.

    Kurz ein paar Eckdaten zu dieser großartigen Heilpflanze

    • Die Gundelrebe findet man auf Wiesen, an Wegrändern, Mauern und Zäunen. Sie wächst mit Vorliebe auf feuchten Böden und kriecht am Boden entlang wie Efeu

    • Donnerrebe, wilde Petersilie, Erdefeu, Guck durch den Zaun, Gundermann, Blauhulder, Buldermann, Gundelkraut, Frauenrebe lassen auf eine lange Tradition als Heilpflanze schliessen.

    • Der Name Gundelrebe gründet auf der althochdeutschen Bezeichnung «Gund», was Eiter bedeutet. Bei Eiterzähnen, Abszessen, Zahnfisteln kann Gundelrebe den Eiter austreiben.

    • Bei den alten Germanen genoss die Gundelrebe als Heilpflanze hohes Ansehen. Sie galt, wie auch andere in der Nähe von Häusern wachsende Pflanzen, als Verkörperung des Schutzgeistes.

    Eine kleine Geschichte dazu: Wenn Kühe schlechte Milch gaben oder der Milchfluss versiegt war, dann band man Kränze aus Gundelrebe, durch die hindurch die Kuh unter Aufsagen von Zaubersprüchen gemolken wurde, und gab ihr den Kranz anschliessend zum Fressen. Das Milchgeschirr wurde mit Gundelrebentee ausgewaschen. Sie galt als Pflanze für einen positiven Milchzauber.

    Heilwirkung:

    • Hildegard von Bingen (12. Jh.) schätzte die Heilwirkung bei Erkrankungen von Brust und Lunge sowie bei Hautleiden und empfahl sie bei Nieren- und Leberbeschwerden, ausserdem bei Magenverstimmung.

    • Die mittelalterlichen Kräuterkundigen verwendeten die «Frauenrebe» zur Entstauung und Reinigung der Gebärmutter.

    • Tabernaemontanus (16. Jh.) empfahl die Gundelrebe zur Verbesserung des Gehörs.

    • Wegen ihrer entgiftenden Wirkung wurde die Gundelrebe früher zum Ausleiten von Schwermetallen wie Quecksilber und Blei eingesetzt.

    Ein Kraftpaket an Wirkstoffen:

    Die Gundelrebe enthält ätherische Öle, Bitterstoffe, Saponine, Gerbstoffe, Vitamin C, Harze, Wachse, Rosmarinsäure, Mineralstoffe, vor allem viel Kalium. Sie alle machen die Gundelrebe zu einer wertvollen Heilpflanze mit entzündungshemmenden, schleimlösenden, harntreibenden, stoffwechselanregenden und wundheilenden Eigenschaften.

    ————————-

    Mai 2023

    Storchschnabel stinkend oder klein, aber groß in der Wirkung. Oft wird die Heilwirkung der Storchschnäbel unterschätzt.

    Ich habe dann mal schnell eine Tinktur angesetzt.

    Ich nutze Storchschnabel in erster Linie zur Wundheilung und bei Insektenstichen, aber auch als Tee zum entgiften. Doch die Storchschnäbel können noch viel mehr. Schau mal, hier sind die Heilwirkungen aufgeführt:

    adstringierend

    antiseptisch

    antidiabetisch

    blutstillend

    blutzuckersenkend

    entgiftend

    harntreibend

    krampflösend

    stopfend

    Steckmücken, Motten und Fliegen abwehrend

    Stoffwechsel anregend

    tonisch

    wundheilend

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    Und schon wieder was geerntet 😍Salbei, Thymian, Frauenmantel und Gundelrebe. Es duftet hier ganz wunderbar.😊

    Die Gundelrebe fühlt sich wohl. Sie breitet sich überall aus. 😁

    Beim Pflücken der Gundelrebe musste ich dieses Mal ein bisschen aufpassen, dass sich da kein Butterblümchen hinein verirrt. Frisch gepflückt und verzehrt ist das Pflänzchen nicht unbedingt genießbar. Es zählt zu den Hahnenfußgewächsen. Getrocknet aber kein Problem.

    Auf einem Bild (Foto 2) seht ihr den bereits getrockneten Weißdorn, Gundelrebe und Spitzwegerich.

    Und zum gutem Schluss noch einen Ausflug ins Küchenkräuterreich der Hildegard von Bingen am Schloss Eutin.

    Vorbei an einerm wunderschönen „Pusteblumen-Teppich“ und fleißigen Bienen.  

    Und wer glaubt, ich habe heute nur faul in der Sonne gelegen, um mich feiern zu lassen, der irrt: Zwei Stunden lang habe ich die wertvollen Blüten und Blätter des Weißdorns gezupft. Nun kann er trocknen.  

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    Juni 2023

    Gerade noch friedlich auf der Wiese, dann gesammelt, fix gewaschen, geschleudert, geschnippelt, im Glas mit Honig gefüllt (geschichtet) und anschließend von der Erde „“verschlungen“ Fermentieren . Ist so ein bisschen ein Ritual – Erdkammersirup.😊 Der kühle Keller kanns natürlich auch. Sptzwegerich kann man auch gut trocknen und als Tee trinken. Oder gegen Insektenstiche eben kurz in den Händen reiben und dann auf die Stelle legen. Ansonsten mit Zucker oder Honig schichten und dann einige Wochen kühl stellen -gegen Husten und / oder Gelenkschmerzem immer ein bis drei Esslöffel pro Tag

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    Und weiter geht die Ernte: Brennnesseln, Spitzwegerich und Löwenzahn.

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    Wunderblume, Rainkohl und stechender Hohlzahn – gute Gaben aus der Natur „bevölkern“ unseren Garten

    Ihr wolltet schon immer selbst Seile oder Öl herstellen und seid auf der Suche nach einem guten Waschmittel? Ich hätte da was…

    Doch erst einmal schauen wir in unseren Vorgarten.

    Dort breitet sich nämlich, noch unscheinbar, die Wunderblume aus. An der Mauer hat sie sich ihr Plätzchen ausgesucht, und wie man gut erkennen kann, will sie auch bleiben. Ihre tierischen Besucher sind rüsselige Hummeln und Schmetterlinge, in ihrer Heimat wird die Pflanze durch Kolibris bestäubt. Schnecken kommen übrigens nur ungern in ihre Nähe.

    Die Wunderblumen sind eigenartige Gewächse und machen ihrem Namen alle Ehre. Neben einfarbigen Blüten in weiß, rosa, gelb und violett gibt es Pflanzen, bei denen jede Blüte anders aussieht. Meist sind zwei Farben vertreten und die Blüten variieren von einfarbig übergestreift und gefleckt, alles an einem einzigen Blütenstand.

    Leider stehen sie nicht direkt in unserem Blickfeld.

    Besser nur ein Augenschmaus

    …, auch wenn die Heilwirkung der Wunderblume wohl auch nicht zu verachten sein soll. Schließlich enthält sie Wirkstoffe wie Arabinose, Betalaine und Rotenoide.

    Doch Obacht, sie ist auch bekannt für ihre drastisch abführende Wirkung. Die Erstbeschreibung zur sogenannten Vier-Uhr-Blume stammt von Carl von Linné (1707-1778), einem schwedischen Naturforscher.

    Ihre Wurzel geht mit abführender Wirkung einher, die Blüten werden zum Färben eingesetzt. Äußerlich wird die Wunderblume zur Behandlung von Entzündungen und zur Förderung der Wundheilung genutzt.

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    Niedergelassen hat sich bei uns auch der Stechende Hohlzahn. Was für ein Name! Die Eigenschaften, welche der Hohlzahn besitzt, sind aber alles andere als „hohl“.

    So wurden einst die Fasern des Stechenden Hohlzahns zur Seilherstellung genutzt. Dem nicht genug. Nach dem Abkochen der Pflanze kann man den Sud als Waschmittel nutzen und das Öl der Samen dient als Lederpflegemittel.

    Als Tee zubereitet, hilft er gegen Husten und Heiserkeit, ein Umschlag aus frisch zerquetschten Blättern gegen Hautkrankheiten und dass aus den Samen gepresste Öl wirkt stärkend. Wobei ich davon ausgehe, dass man die Samenmengen für das Öl nicht in üppigem Umfang sammeln kann.

    Ein paar Blätter dem Salat hinzugefügt, sollen auch gegen Blutarmut helfen.

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    Und dann habe ich noch Rainkohl entdeckt. Dazu habe ich gelesen, dass die gelben Blüten des Rainkohls eine schmackhafte Dekoration auf Speisen aller Art sind.

    Vollständig getrocknet, lassen sich Blüten und Blätter leicht von den Stängeln streifen und in einem Schraubglas oder einer Teedose aufbewahren. Dann könnt ihr diese als Tee, aber auch zum Würzen von Speisen verwenden.

    Schon vor langer, langer Zeit wusste man die entzündungshemmende und wundheilende Wirkung des in Stängeln und Blättern enthaltenen Milchsaftes zu schätzen, auch um kleine Schnittwunden und entzündete Verletzungen der Haut und Schleimhaut zu lindern.

    Also: Nichts wie raus auf Feld und Wiese, Pflanzen bestimmen, sammeln und Nützliches herstellen. 27.6.

    ——–

    Erster Versuch / Probe zu einer Ringelblumensalbe.

    Dann schaun mer mal.

    ——————–

    Ich habe den Schreibtisch verlassen und widme mich nun meinen prächtig heranwachsenden Pflanzen im Garten. Die Tomaten sind noch winzig, die Gurke blinzelt mit einer Blüte herüber, der Blutweiderich öffnet seine ersten in einem wunderschönen Lila gesetzten Blüten. Gundelrebe möchte geerntet werden. Fenchel auch. Wunderschön zeigen sich die Blüten der Ringelblume und die selbst gezogene „Echte Kamille“ duftet ganz wunderbar. Hier bleibe ich.

    —————————–

    Juli 2023

    Schon wieder was entdeckt!

    Ihr sucht noch nach Schnupftabak, um das Niesen während einer Erkältung anzuregen? Oder ihr braucht noch etwas Wirkungsvolles gegen lästige Insekten? Dann schaut mal in eure Gärten, und dort in die Ecken mit den sandigen Böden. Dort wächst bestimmt auch dieses Kanadische Berufkraut. Meins ist noch ganz klein. Später trägt es hübsche 4-zipfelige Röhrenblüten. So ein bisschen erinnern sie an die gelb-weiße Blüte der Gänseblümchen.

    Berufkräuter sind auch als Räucherwerk beliebt, um Insekten abzuwehren. Aber auch bei Magen-Darm-Problemen.

    Die jungen Blätter sind essbar. Ihr Geschmack ist bitter-würzig und ihr könnt sie roh als Zutat für Kräuterbutter oder für Würz-Salz verwenden.

    Oder ihr kocht die noch jungen Blätter. Nach traditioneller nordamerikanischer Kräutermedizin wurde das Kraut gekocht, um Dampf für Schwitzhütten zu erzeugen – Niesen garantiert!

    Und das Kraut kann noch mehr: Es enthält kleine Mengen ätherischer Öle, die man aufgrund ihrer besonderer Qualität zur Herstellung für Parfüm verwendet. Man sagt dem

    Parfüm ungewöhnliche Nuancen nach.

    Nicht zuletzt lieben auch unsere Honig-und Wildbienen die Berufkräuter.

    Selbst böse Geister lassen sich mit dem Kräutlein vertreiben.

    Der Name hat sowohl mit dem „Beruf“ (also zu einer Tätigkeit berufen zu sein) zu tun, doch lässt er sich auch von „berufen“, einem alten Wort für verzaubern, ableiten.

    Wer mit einer schadhaften Intention verzaubert oder verhext wurde, der war berufen oder auch beschrien. Solche Verzauberung galt als Ursprung von Krankheiten und Leiden.

    Im Volksgauben soll ein vor die Stirn gebundenes Berufkraut Verrücktheit und Wahnsinn heilen. Vielleicht sollten wir das Kraut einfach mal im Bundestag verteilen.

    Wir sind sozusagen berufen eine ganz bestimmte Aufgabe zu erfüllen. 12.6.

    —————————-

    Ein lieber Gruß aus dem Garten.😍

    Entdeckt!

    Unscheinbar und doch so wertvoll: Nelkenwurz

    Weniger unscheinbar, aber auch mächtig in ihren Inhaltsstoffen: Raue Gänsedistel.

    Unsere Natur hält immer all das für uns bereit, was unser Körper braucht, wonach er verlangt. Wolf-Dieter Storl hat vor einiger Zeit darauf hingewiesen, das der Nelkenwurz seit einigen Jahrzehnten vermehrt in Städten zu finden ist, weil wir mit so vielen Umweltgiften zu tun haben.

    Blätter, Blüten und Knospe, der Nelkenwurz ist ein echter Augen- als auch Gaumenschmaus. Die Blätter könnt ihr fein geschnitten in den Quark oder in Suppen geben. Nicht jeder mag den Geschmack. Doch die Wurzel hat es in sich (Gerbstoffe, Harz, Bitterstoffe, Glykoside, Vitamin C) und eine bemerkenswerte Heilkraft. Am besten erntet ihr sie ab September.

    Ja, und dann steht da noch die Gänsedistel, in stattlicher Größe. Ihr Milchsaft wurde schon in der Antike bei Kurzatmigkeit und Hautproblemen angewendet. Perfekt, wenn ihre euren Warzen loswerden wollt. Dazu tragt ihr den weißen Milchsaft der Distel auf.

    Also: Augen auf in der Natur. Sie hält so viel Wertvolles für uns bereit.

    ————

    August 2023

    Gepflückt, gezupft, jede Menge Alkohol vertilgt , Kräuter gebündelt und ausgebuddelt.

    Die Hausapotheke hängt, der Sirup wurde aus der Erde geholt und aus den getrockneten Kräutern Tee, Salz und Gewürze hergestellt. Fertig ❣️

    Nur der Erdkammer-Sirup tröpfelt noch durch’s Sieb. Wenn ihr euch erinnert, vor genau zwei Monaten habe ich den Honig-Wegerich-Mix dem Erdreich überlassen.

    Auf den Bildern: Rainkohl, Gundelrebe, Frauenmantel, Storchenschnabel, Koblauchrauke, Wegerich, Blüten vom Klee, Salbei, Thymian und Löwenzahn. 15.7.

    ——

    August 2023

    Zurück von einer wunderschönen Kräuterwanderung, hinein ins eigene Kräuterreich. Und wieder jede Menge dazugelernt. Es tut gut zu wissen, dass es

    noch Menschen gibt, die ihr geballtes Wissen zu Kräutern weitergeben und geduldig alle Fragen beantworten. Denn auch ich weiß längst nicht alles.

    Ein toller Ort und ein schöner Vormittag mit guten Menschen.

    —

    Gestern habe ich selbst noch zwei Gläser Ringelblumensalbe hergestellt, die Blüten der Schafgarbe in Alkohol getränkt, nochmal Ringelblume angesetzt, Wegerich- und Storchschnabeltinktur kräftig geschüttelt, und auch die Mariendistel ist nun bereit zum einlegen.

    Die Natur bewahrt alles, was wir brauchen.

    ————

    Auf meiner Website undinepeter.blog unter „Alles Kräuter oder was, findet ihr demnächst noch mehr Beiträge zu / aus der Welt der Kräuter.  Ich muss nur nach und nach die Beiträge etwas disziplinierter einpflegen.

    ———

    Quellen:

    http://blog.kraeuterpfarrer.at/?p=20098

    —————————————————————

    Auszüge aus einem Text der Ernestine Astecker, Apothekerin und Homöopathin

    Literatur

    • S. Fischer-Rizzi, Medizin der Erde, Heyne TB, 2002

    • St. G. Fleisch hauer, J. Gutmann, R. Spiegelberger, Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen, AT Verlag, 2013

    • H. Hatzfeld, Heilpflanzen als Weg-Begleiter, Vianova Verlag, 2013

    • S. Hirsch, F. Grünenberger, Die Kräuter in meinem Garten, freya Verlag, 2013

    • A. Lingg, Das Heilpflanzenjahr, Kosmos Verlag, 2010

    • M. Madejsky, Lexikon der Frauenkräuter, AT Verlag, 2008

    • W.D. Storl, Heilkräuter und Zauber pflanzen zwischen Haustür

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  • Weiter geht’s mit einem Rückblick zu unserer Reise von Jütlands Nordseeküste zum dänischen Kap Horn“ weiter gen Osten über den großen Belt – Teil II

    August 18th, 2023

    Ein letzter Gruß, ein wehmütiger Blick, ein Abschied: Skagens Horn, der nördlichste Punkt Jütlands war einfach fabelhaft!

    Aber nicht nur der Punkt, an dem sich Kattegat und Skagerrak küssen, nein, auch die Kurzvisite in Gammel-Skagen überrascht. Frühaufsteher werden belohnt. Denn schon morgens um sechs Uhr bietet sich am Hafen – mit den roten Modellbaukasten-Häuschen und den roten und schwarzen Wimpeln der 300 Fischerboote voll bizarrer Farbigkeit – das Schauspiel der Fischauktion, bei der die Fänge der Nacht versteigert werden.

    Tag 6: Huch. Sind wir etwa falsch abgebogen? So ein hübscher Palmenstrand.

    Ne, ne…, wir rollen nun an der Ostseeküste entlang und haben diesen wundervollen Strand von Frederikshavn entdeckt. Bert mag den Blick auf die Ostsee auch. Es ist ganz still hier. Nur ein leises Plätschern ist zu vernehmen. Gegenüber liegt die kleine Insel Deget.

    Auch wenn es immer wieder ein bisschen vom Himmel tröpfelt, genießen wir diese Seite unweit des „Skagen Horns“ sehr.

    Später folgen wir den Spuren der Wikinger Richtung Mariagerfjord.

    Zum Übernachten finden wir einen schönen Platz nördlich des Limfjords auf der Lindholmhöhe unweit der Stadt Aalborg. Hier wurde die einstige Wikingerstadt Vendila freigelegt mit Hunderten von Grabstellen und 15 Grundmauern von Wikingerhäusern.

    Dieser Ort gilt als die umfangreichste Fundstelle Skandinaviens aus der Wikingerzeit.

    Da es nun wieder ordentlich regnet, machen wir uns später auf den Weg. Bis dahin kommunizieren wir mit den Schafen, die uns gegenüber auf der Wiese grasen.

    Ein erster kurzer Eindruck. Es weht hier mächtig und dazu das Nass aus den Wolken macht es auch nicht besser. Wir sind dann schnell wieder zurück zum Bert.

    Die Stimmung hier, und an den Grabstellen lässt sich kaum beschreiben. Ein Kraftort.

    Vielleicht laufen wir heute Nacht nochmal zu den Grabstellen hoch und hören, was uns die alten Seelen zu berichten haben.

    Typisch sind die vielen Steinsetzungen in Schiffsform. Währen die großen Anführer der Wikinger mitsamt ihrem Schiff begraben wurden, setzte man für die rangniedrigere, doch immer noch angesehen Krieger Steine in Schiffsform.

    Das Seefahrervolk glaubte, dem Toten würden im Jenseits so gewaltige Kräfte zuströmen, dass er die Steine in ein richtiges seetüchtiges Schiff verwandeln könne.

    Tag 7: Hier endet die wundervolle Zeitreise auf der Lindholmhöhe und wir statten dem Liliputstädtchen Mariager am gleichnamigen Fjord einen Besuch ab.

    Dazu darf man festhalten: In allen skandinavischen Ländern wurden mit viel Geschick und Liebe zum Detail Freilichtmuseen zusammengestellt, die den Baubestand und die Lebensweise in Dörfern aus früheren Jahrhunderten veranschaulichen.

    Wir durchfahren das Himmerland, ein sanft gewellter Teppich aus Getreidefeldern, Wiesen und Baumgruppen. In einer solchen Region fällt es nicht schwer einen schönen Übernachtungsplatz zu finden. Bert fährt entspannt auf seinen Platz. Und da stehen wir nun, ganz nah am Mariagerfjord und unweit der Wikingerburg Frykat.

    Jetzt gibts erstmal was hinter die Kiemen.

    Tag 8: Besuch der Wikingerburg Frykat. Der Schmied war Klasse.❣️ Er hat sein „Tun“ ganz wunderbar erklärt.

    Nebenan wirkte ein Weib und erklärten ihre Webarbeiten. Nebenbei kochte sie irgendwas Leckeres. Es roch köstlich.

    In der Tischlerei haben wir auch mal vorbeigeschaut.

    Bert wartete indes auf uns. Und immer wieder schweifte der Blick über dem Mariagerfjord.

    Ein wundervoller Tag geht zu Ende und wir stehen wieder inmitten der Natur.

    Das ist die Freiheit, die wir uns nehmen und die uns keiner nehmen kann.

    —————-

    Da kommt mir doch das wundervolle Gedicht von Georg Wolfgang Augustin Fikenscher in den Sinn.

    Ahnen

    Viele der Ahnen findest du hier.

    Von jedem führt eine Spur zu dir.

    Von jedem ein Tropfen Blut in dir rinnt,

    Der deine Bahn im geheimen bestimmt.

    Ihr Tun und Denken schwingt in dir wieder.

    Drückt das Gewicht ihrer Fehler nieder,

    Hebt dich ihr Reichtum, ihr sehnendes Streben,

    Kraft und Richtung soll es dir geben.

    Hast versenkst du dich in ihr Geschick,

    In ihr Kämpfen und Mühen, ihre Not, ihr Glück.

    Dann blicke vorwärts und sei bereit,

    Dein Werk zu tun zu deiner Zeit.

    Liebe dies Leben! Umfasse es tief!

    Erfühle den Sinn, wozu es dich rief!

    Doch verlangt es von dir ein Ja oder Nein,

    Bedenk, es gehört nicht dir allein!

    ——————

    Tag 9: Wir suchen das Jelling der Wikingerkönige auf. Wären den Dänen hochtrabende Bezeichnungen nicht zuwider, könnte man die Jellingsteine unweit von Vejle als Nationalheiligtum einstufen. Sie stammen aus der Zeit um 960 und künden erstmals in der Geschichte vom Namen Dänemarks. Den größeren der beiden Runensteine ließ König Harald Blauzahn aufstellen. Er trägt in altdänischer Sprachform, die sich kaum von der norwegischen und schwedischen unterschied, die Inschrift: „König Harald ließ diese Hügel errichten für Gorm, seinen Vater und Tyre, seine Mutter, derjenige Harald, der ganz Dänemark und Norwegen gewann und die Dänen zu Christen machte.“

    Wir können nicht sagen, was es tatsächlich war, was uns bewegte diesen geschichtsträchtigen Ort recht schnell wieder zu verlassen. Dabei erschien uns der Ort anfangs noch zauberhaft….

    War es der Geist von den großen Wikingerkönigen Gorm der Alte und Blauzahn?

    War es vielleicht das Wissen darüber, dass Blauzahn hier die Dänen zu Christen gemacht hat?

    Oder waren es die 5 G Masten, die hier unübersehbar überall herausragten?

    Vielleicht lag es auch an dem Platz, an dem sich die Golfer zum Spielen treffen.

    In jedem Fall liegen hier der kleine und der große Jellingstein – große Runensteine und die bedeutendsten Dänemarks.

    Sehenswert waren auch die alte Kirche, die nachgeahmte Schiffssetzung und die Palisaden.

    Der Ort schreibt Wikingergeschichte um die Zeit um 900. Wir sind trotzdem weitergezogen. Ich bin gewiss, wir finden einen Platz mit einer besseren Aura.

    Am Abend stehen wir an der Meerenge zwischen der Halbinsel Jütland und der Insel Fünen. Ich denke, wir haben nun einen guten Ort gefunden. Dieses Mal keine Idylle im Wald, dafür fast „spektakulär“ am Kleinen Belt, der westlichsten natürlichen Verbindung zwischen dem Kattegat im Norden und der Ostsee.

    Und wir haben uns gerade sagen lassen, hier tummeln sich auch Schweinswale. Mit viel Glück sichten wir welche.

    Aber erstmal schwingt mein Göttergatte die Angel und fischt unser Abendbrot

    Morgen geht es dann weiter über den großen Belt (Støerebaltbrücke) nach Roskilde, und weiter Richtung Schweden.

    Bleibt dran, denn dann gibt es Teil III zu unserer Reise.

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  • Als 1832 die Farben schwarz-rot-gold zu Nationalfarben wurden…, die Geschichte hinter der Geschichte

    August 17th, 2023

    ——

    Weil gestern das Thema „welche Flagge für Deutschland?“ aufkam, habe ich gerade diesen Beitrag gefunden, denn ich Anfang des Jahres verfasst (noch nicht veröffentlicht) habe. Er entstand im Rahmen eines Berichtes zum Zobten, dem Berg der Schlesier.

    Die Bilder, die ihr hier seht, oder besser die kleine Flaggenkunde stammen aus Meyers Konversationslexikon aus dem Jahr 1894 /Vierter Band.  

    —————-

    Während der Zeit, als die Menschen rundum den Zobten alles für den Befreiungskampf unternahmen, entstand in Breslau eine schlesische Armee von etwa 10 000 Freiwilligen.

    Andere stifteten wertvollen Schmuck, Silber- und Goldbestecke und Geräte. Sogar die goldenen Trauringe tauchten sie in eiserne Ringe mit der Aufschrift „Gold gab ich für Eisen“.

    Die Dichter forderten ebenfalls das Volk zum Kampf auf, darunter Ernst Moritz Arndt, Theodor Körner, Max von Schenkendorf, Friedrich Rückert.

    In der Stadt Zobten bildete Major Lützow ein Freikorps. Auch dort meldeten sich viele Freiwillige, sie sich ihre Ausrüstung auf eigene Kosten beschaffen mussten. Das Lützow Korps wurde am 27. März 1813 in der Kirche von Rogau, nahe der Stadt Zobten eingesegnet.

    Zum Korps gehörten bekannte Männer der damaligen Zeit u. a. Joseph von Eichendorff, Theodor Körner, Friedrich von Friesen, Friedrich Ludwig Jahn. Ihre Uniformen hatten die Farben schwarz-rot-gold, nämlich die Hose schwarz, die Jacke rot, die Knöpfe goldfarben. 1832 wurden diese Farben Nationalfarben. In der Kaiserzeit 1871-1918 waren die Nationalfarben jedoch schwarz-weiß-rot.

    Im Kampf gegen die Franzosen ist Theodor Körner im Alter von nur 22 Jahren am 18.6.1813 in Gadebusch gefallen.

    Erst die Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813, wo Russland, Österreich und Preußen gegen Napoleon kämpften, brachten den Sieg über Napoleon und 1814 seine Verbannung nach Elba.

    Nach diesem Sieg trat auch wieder Ruhe in Schlesien ein. Bauern und Handwerker konnten wieder einer geordneten Arbeit nachgehen. Die Bevölkerung besuchte wieder Heilbäder und wanderte zu vielen Ausflugsorten.

    Der Zobten, die Urheimat der Schlesier, sah Generationen kommen und er sah auch die Menschen in ihrer schwersten Stunde des Abschiednehmens von ihrer Urheimat, von ihrem Eigentum von allem, was ihnen lieb und wert war. Doch den Berg konnten die Vertreiber nicht wegrücken!

    Mit den Worten Gerhart Hauptmanns will ich den Bericht um den Zobten nun schließen. Er sprach sie kurz vor seinem Tod, als die Vertreiber bereits das Land eingenommen hatten, und sie lauten: „In einem kerndeutschen Land bin ich geboren, mit Stolz nenne ich mich einen Schlesier.“

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  • Der Grün-Donnerstag in unserer germanischen Welt: Es ist Mitte April, und wir begrüßen die Feldlinge in Feld und Wald; deutsche Länder, alte Sitten und der Sieg des Lichts und Lebens über die Unterwelt

    August 17th, 2023

    Es ist bekannt, dass die Geistlichkeit es gut verstand, die altüberlieferten Gewohnheiten und Sitten der heidnischen Germanen in kirchliche Gebräuche umzumünzen. In der christlichen Geschichte ist dieser Tag rund um das Entsetzen und die Trauer über den Kreuzestod begründet.

    Während die Kirche einen solchen Tag beweint, begrüßen wir alles, was wächst, heranreift und blüht.

    Die Blumenlese, eine noch heute bestehende Gründonnerstags-Sitte lässt den alten Charakter des Tages als ein echtes und rechtes Frühlingsfest deutlich erkennen.

    Die jungen Gemüse, Früchte, frische Eier als Sinnbilder der Lebenskraft, und namentlich Honig, frischer Blumenhonig – kurz die Erstlinge in Feld und Wald spielen eine Hauptrolle.

    Der Deutsche pflegt an diesem Tag etwas Grünes zu essen, so in der Mark meistens Grünkohl, während in Hamburg und Altona Kräutersuppe von sieben verschiedenen Kräutern und in Hessen Gemüse von neunerlein Kräutern genossen wird.

    Die Sachsen essen ihren Rübensalat, die Böhmen Spinatkarpfen (mit Spinat gefüllte Karpfen), und die Schwaben ihre aus allerlei Gemüsen bereiteten „Laubfrösche“. In Sachsen ist an diesem Tag Honigbrot sehr beliebt, Überhaupt spielt der Honig eine hervorragende Rolle.

    Denn wenn die Sachsen und Hessen am grünen Donnerstag keinen Honig essen, werden die zu Eseln.

    Noch ein Blick zum Nachbarn:

    In Seeland und Dänemark ist es Volksbrauch bis in neuere Zeiten gewesen, am Grün-Donnerstag Beile und eiserne Keile auf die Saatfelder zu bringen und einen Stahl an die Haustüre zu hängen, damit die Zauberinnen der Saat und den Menschen nicht schaden.

    Der Himmelskönig Thor und der Sieg des Lichts und Lebens über die Unterwelt

    Dass der Donnerstag vor der Himmelfahrt (der heilige Donnerstag in Schweden, Norwegen, England genannt) nicht ganz ohne Beziehung war oder blieb, geht daraus hervor, dass man in Deutschland an diesem Tage gar nichts nähte. Indem man meinte, wer etwas an diesem Tage Genähtes an sich trage, werde vom Blitz erschlagen. In Schweden meinte man, der auf dem Gold wachende Drache holt seine Schätze hervor ans Tageslicht.

    Die Fischer beobachteten gewisse Bräuche, um einen guten Fang zu haben, die Weiber kleideten sich rot.

    All dies zeigt, dass man an diesem Donnerstage einen Sieg des Lichts und Lebens über die Unterwelt und ihre schlimmen Wirkungen knüpfte. Die Ansicht aber von dem Blitze deutet auf Thor hin.

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  • Unsere Reise zum „dänischen Kap Horn“ – Teil I

    August 16th, 2023

    Gestartet sind wir am 21. Juli 2023 mit einer eher unausgereiften Reiseplanung, aber mit ausreichend Wegzehrung. Nur die Richtung war sicher: Es geht gen Norden.

    Angedacht waren bekannte als auch weniger bekannte Orte in Dänemark, Schweden und Norwegen: Wobei uns schon bewusst war, dass sich die schönsten Plätze dieser Länder kaum in drei Wochen entdecken lassen würden.

    Noch in Deutschland, gab es am 23. Juli ein Geburtstagsständchen für den Göttergatten. Die Blümchen habe ich gleich am Morgen, nachdem es endlich aufgehört hat zu regnen, gepflückt.  

    Kurz vor Tønder, beim Dorf Sæd passieren wir später die Grenze zu Dänemark.

    Anschließend bummeln wir durch eine heiter-beschauliche Marschlandschaft von schier endloser Weite, die ein mächtiger Himmel überwölbt. Überall saftiges Weidegrün, unterbrochen von schnurgerade gezogenen Wassergräben.

    Es ist übrigens die einzige Ländergrenze Dänemarks, knapp 68 Kilometer lang, wogegen die Länger aller Küsten 7400 Kilometer beträgt.

    ————

    Da wir die überwiegende Zeit in Dänemark weilten, möchten ich neben unseren persönlichen Erlebnissen, kurz noch etwas über das Land berichten: Dänemark ist ein amphibisches Land. Es umfasst an die 500 Inseln, wovon etwa 100 bewohnt sind, und kein Punkt des Landes ist weiter als 52 Kilometer vom Meer entfernt.

    Diese seltsame Landschaft entstand durch die Gletschertätigkeit während der Eiszeiten. Die abtauenden Gletscher hinterließen Erdanhäufungen, während das schmelzende Eis Abflussrinnen und Täler ausschliff, die später vom Wasser der Ostsee gefüllt wurden.

    Da – ausgenommen auf der Insel Bornholm – kaum Urgestein in diesem Bereich vorhanden war, fehlen höhere Berge.

    Viele Spuren lassen erkennen, dass das Land seit der ältesten Steinzeit besiedelt war. Also seit etwa 12 000 Jahren.

    Kurios mutet an, dass Dänemark zugleich eines der größten als auch eines der kleinsten Länder Europas ist. Eines der größten, wenn man die Fläche des zum dänischen Staat gehörenden Grönlands mit seinen über zwei Millionen Quadratmetern hinzurechnet; ziemlich klein, wenn man nur das Gebiet des Mutterlandes sieht. Mit seinen 45 000 Quadratkilometern erreicht das Kernland nicht mal die Größe Niedersachsens.

    Die Geschichte des Landes ist respekteinflößend. Das kleinste der drei skandinavischen Königreiche beherrschte durch Jahrhunderte den skandinavischen Raum und zählte zu den Großmächten. Zeugnissen aus dieser großen Vergangenheit sind wir auf unserer Reise vielfach begegnet.

    Die Anfänge der dänischen Geschichte verlieren sich in sagenhaftes Dunkel, während die beglaubigte Geschichte kaum ein Jahrtausend umfasst. Ehe diese beginnt, weiß die Sage von einem heroischen Zeitalter zu erzählen, welches voll ist von kühnen Taten und Fahrten der nordischen Helden. Die erste beglaubigte Nachricht von Dänemark liefert der Reisebericht des Pantheas, welcher die Westküste Jütlands besuchte.

    An der von Wind und Wellen geformten Westküste Dänemarks beginnt auch unsere Reise. Vergessen sind der lange Stau vorm Elbtunnel, die Eindrücke von der Hansestadt Hamburg, wie auch der unaufhörliche Regen bei 16 Grad Außentemperatur.

    Gerne nehmen wir euch mit und passieren die schönsten Momente einer zauberhaften Reise.   

    Jeden Tag an einem anderen Ort, fällt allerdings die Entscheidung zur Bildauswahl nicht ganz leicht. Ich hoffe trotzdem, dass ich die schönsten Momente gut transportieren kann.

    Tag 3:  war zugleich der Geburtstag meines Göttergatten. Schöner kann eine Unternehmung eigentlich nicht beginnen.

    Och menno: Wind, Regen, Nordseestrand…, hallo  !

    In Ribe war der Wettergott dann nachsichtig und ließ das Wasser nur etappenweise fließen.    

    Ribe, die älteste Stadt Dänemarks, ist aber auch bei Regen wunderschön

    Hier gibt es Hornfabriken, allerlei Wissenswertes zu den Schiffsbauern der Region, dazu diese vielen hübschen, typisch dänischen Details hinter den Fenstern, und überhaupt herrscht ihr eine sehr entspannte Atmosphäre.

    Wir schlafen abgeschieden schön. Jetzt schnell eine Nudelpfanne „gezaubert“, Göttergatte suppelt schon sein Landskron-Bier, und es hat endlich aufgehört zu regnen.  

    Tag 4: Noch 180 Kilometer gen Norden. Wunderbar dieses Jütland. Hans Christian Andersen, der dänische Dichter und Märchenerzähler (u. a. „Das kleine Mädchen mit dem Schwefelhölzchen“, „Des Kaisers neue Kleider“) bezeichnete diesen Teil der Landschaft als den romantischsten Dänemarks. Wir können das so bestätigen. Diese Route begeistert durch ihre eindrucksvolle Unversehrtheit und Unberührtheit. Hier wechselt das fette Grün der Weiden mit dem stumpfen Oliv der Heideflächen, leuchtet heller Sand zwischen borstigem Dünengestrüpp, blitzen die blanken Spiegel des Meeres und der seenartigen Fjorde auf.

    Nun sind wir auch im Norden (noch nicht am nördlichsten Punkt) des Landes angekommen und haben einen herrlichen Platz zum Übernachten in Blokhus gefunden. Nicht allein, aber das muss sein. Diese Nacht verbringen wir im Rauschen des Meeres…

    Und auch das ist dann auch unser erstes Mal: Kochen mit Blick auf die Dünen, Essen mit Blick aufs Meer, rechts von uns „wohnt“ ein Papa mit seinem Sohn im Dachzelt – gerade grillen sie etwas, es riecht lecker!

    Links von uns tummeln sich unzählige Kraftfahrzeuge, es geht hier stellenweise zu wie auf einer Fernverkehrsstraße – und trotzdem ist es einfach nur genial!

    Noch ein Abendspaziergang – Bert hat uns im Blick.

    Tag 5: Wir stehen immer noch am Meer mit Sonnenschein. In der Nacht kam es uns allerdings stellenweise so vor, als wären wir auf, und nicht am Meer, bei Böen um die 86 km/h.   Also so a bissl wie aufm Schiff.

    Das Meer tobt, die Wellen schlagen hoch.

    Ich war nur bis zu den Knöcheln im Wasser, und hoffe doch sehr, dass die See bald etwas ruhiger wird. Die Wassertemperatur ist in jedem Fall perfekt zum Baden

    Musikalisch unterlegt, begleitet uns Wardruna bis zum nördlichsten Punkt Dänemarks. Ganz nah am Kattegat finden wir einen wunderschönen Platz, von dem wir zum „dänischen Kap Horn“ hinauspilgern. Baden ist hier eher schwierig, aber entlang des Wassers laufen, das tat auch gut. Mehr als 10 Kilometer sind wir zur Landessspitze hinaus gewandert. Ringsumher Sandwüste, Meeresbrandung und Himmel, durchdrungen und durchstrahlt von der vielfachen Reflexion des Lichts. Die äußerste Spitze des Sandbodens ist übrigens ein flexibler Punkt, der die Wechselwirkung Skagerrak und Kattegat fortwährend verschiebt.

    Am Punkt, an dem sich die Meere treffen, treffen sich natürlich viele Menschen. Es ist schon beeindruckend und wir haben auch lange innegehalten.  

    Die Eindrücke lassen sich dennoch kaum über Bilder transportieren, man muss dagewesen sein, um dieses Naturereignis zu spüren.

    Es war einfach wunderbar!

    ——————-

    In Teil II reisen wir dann weiter gen „Falsters Südkap“ mit einer kurzen „Zwischenlandung in Süd-Schweden. Ich freue mich, wenn ihr auch diesen Teil unserer Reise Revue passiert.

    Weiter geht’s mit einem Rückblick zu unserer Reise von Jütlands Nordseeküste zum dänischen Kap Horn“ weiter gen Osten über den großen Belt – Teil II
    Durch die Inseln Fünen und Seenland: Überfahrt Großer Belt (Størebaltbrücke) und weiter zur Öresundbrücke – und was dann geschah – Teil III

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  • Das nie enden wollende Drehbuch – Staffel 2023

    August 16th, 2023

    Als wir in diesem Jahr über drei Wochen durch Dänemark gereist sind, konnten wir beobachten wie nahezu auf jedem Grundstück, und sei es noch so winzig, die Fahnen der Nation flatterten. Die Dänen sind stolz auf ihr Land und sie zeigen es. Wobei natürlich auch hier einiges im Argen liegt. Jedoch nicht der Stolz auf die eigene Nation.

    In Deutschland wehen nur wenige Fahnen.

    Was soll man auch von einem Volk erwarten, dass sich selbst hasst, erniedrigt und sich für Taten entschuldigt, die nie von deutschem Boden ausgegangen sind. Wie ferngesteuert und mittlerweile mit einer unerträglichen Selbstverständlichkeit trägt die Mehrheit des deutschen Volkes die ihnen indoktrinierte Schuld nach außen. Eine Schuld, die einzig und allein auf einer großen Lüge beruht. So trällern sie im Reim alles nach: Wir müssen für unsere Taten büßen, wir müssen dafür bezahlen, wir müssen uns schämen.

    Wofür, frage ich? Sie wissen es nicht. Sie können es auch nicht wissen. Zu tief ist das falsche Wissen gespeichert. Zehnmal gesagt, wird’s auch geglaubt. Und so plappern sie und plappern, und plappern all das ihnen Vorgesetzte nach. Ein Trauerspiel.

    Nichtwissend, wer die wahren Täter sind, nichtwissend, was sich einst hinter den Kulissen abspielte und heute immer noch abspielt, nichtwissend, was uns Geschichte und die noch unverfälschten Erlebnisberichte tatsächlich lehren – dieses oberflächliche Geplapper, gepaart mit einem gefährlichen Halbwissen, ist unerträglich.

    Doch Unwissenheit schützt vor den Folgen nicht. Und die werden sowohl die Unwissenden als auch die Wissenden zu spüren bekommen. Niemand wird verschont. Sollten wir einigermaßen unbeschadet aus dieser Nummer hervorgehen, liegt viel Arbeit vor uns. Der bis hierhin angerichtete Schaden ist immens und es wird Jahrzehnte dauern, diesen zu berichtigen

    —————————–

    Von einem Volk, dass auszog das Gruseln zu lernen – oder: Wenn eine Umerziehung Früchte trägt.

     (In den Kommentaren findet ihr noch zwei weitere Beiträge und ein Video)

    Menschen, die klar denken und sich mit den Gegebenheiten aus der Vergangenheit auseinandersetzen, wissen, dass kein Volk sein Wesen über ein halbes Jahrhundert hinweg einfach mal so ändert. Hier wurde kräftig „nachgeholfen“ mittels Lügen, Propaganda und Intrigen, verkündet von gewissenlosen Menschen, korrupt und zu allen „Schandtaten“ bereit, solange der Taler rollt. Doch das Wesen des deutschen Volkes selbst blieb dabei unberührt und unverändert, lediglich im Unterbewusstsein verankerte sich eine indoktrinierte Schuld.

    Die spannungsreichen Kapitel einer Wahrheitssuche dürfen nicht unter dem Schutt der Vergangenheit“ vergraben bleiben. Also erinnern wir uns. Denn die Feinde Deutschlands setzen ihre Ankündigungen um.

    —————-

    • Selfton Delmer (1904-1979): “Mit Greuelpropaganda haben wir den Krieg gewonnen …Und nun fangen wir erst richtig damit an! Wir werden diese Greuelpropaganda fortsetzen, wir werden sie steigern, bis niemand mehr ein gutes Wort, von den Deutschen annehmen wird, bis alles zerstört sein wird, was sie etwa in anderen Ländern noch an Sympathien gehabt haben, und sie selber so durcheinandergeraten sein werden, dass sie nicht mehr wissen, was sie tun. Wenn das erreicht ist, wenn sie beginnen, ihr eigenes Nest zu beschmutzen, und das nicht etwa zähneknirschend, sondern in eilfertiger Bereitschaft, den Siegern gefällig zu sein, dann erst ist der Sieg vollständig. Endgültig ist er nie. Die Umerziehung bedarf sorgfältiger, unentwegter Pflege wie englischer Rasen. Nur ein Augenblick der Nachlässigkeit, und das Unkraut bricht durch, jenes unausrottbare Unkraut der geschichtlichen Wahrheit.”  

    Selfton Delmer war das britische Pendant zum russischen Ilja Ehrenburg, der sich wie folgt äußerte:

    • Ehrenburgs bekanntestes und folgenschwerstes Werk war der millionenfach verbreitete Aufruf: Töte“!

    Und in der sowjetischen Soldatenzeitung „Krasnaj Swesdna“ vom 22. Oktober 1944 notierte der Stalin –Propagandist: „Es genügt nicht, die Deutschen nach Westen zu treiben. Die Deutschen müssen ins Grab gejagt werden. Gewiss ist ein geschlagener Fritz besser als ein unverschämter. Von allen Fritzen aber sind die toten am besten.“

    • „Im Sommer 1943, als Churchill dabei war, London zu verlassen, um Roosevelt auf einer Konferenz in Quebec zu treffen, fragte ein Reporter des Time-Magazins; «Werden Sie Deutschland Friedensbedingungen anbieten? » Churchill erwiderte in jovialem Ton: «Um Himmelswillen: Nein! Die würde dies sofort annehmen. Alle lachten.“
    • Der Sohn des Präsidenten, Elliott Roosevelt, Brigadegeneral der US Army, erwiderte mit einem Trinkspruch auf den Tod «nicht nur jener fünfzigtausend … sondern ebenso vieler Hunderttausender weiterer Nazis». Starr vor Staunen hörte Churchill ihn sagen: «… und ich bin überzeugt, dass die Armee der Vereinigten Staaten das unterstützen wird. » Hocherfreut umarmte Stalin den jungen Roosevelt und brachte seinerseits einen Trinkspruch auf den Tod der Deutschen aus.“

    Und als ob solche Aussagen nicht genug wären. Nein. Sie werden auch in der Gegenwart gepflegt. Nur die Darsteller sind andere und das Drehbuch geht in Fortsetzung.

    Und so wurden wir zu unfreiwilligen Zuschauern und Teilnehmern der Staffel 2023.

    Einige Zitate, die von den “Größen” Deutschlands ausgesprochen und von Journalisten aufgezeichnet wurden:

    • Gerhard Schröder:

    “Ja, ich bin Marxist.”
    ( am 27. September 1989) : “Nach über  4o Jahren Bundesrepublik sollte man eine neue Generation in Deutschland nicht über die Chancen einer Wiedervereinigung belügen. Es gibt sie nicht.”

    • Jürgen Trittin:

    “Noch nie habe ich die Nationalhymne mitgesungen und werde es auch als Minister nicht tun.”

    • Joschka Fischer:

    “Stalin war so ein Typ wie wir…..”“Ich entdecke mehr und mehr, wie sehr ich doch Marxist geblieben bin” (im Dez. 1971) “Im eigenen Interesse müßte man diese deutsche Karte…  ein für alle mal verbrennen. Das heißt, selbst wenn eine Wiedervereinigung angeboten würde, müßte man sie ablehnen”.

    • Oskar Lafontaine:(im Dez. 1989): “Wiedervereinigung? Welch historischer Schwachsinn !”

    —————————–

    Meine Mutter schreibt noch Folgendes dazu (aus 1998). Ich zitiere:

    „Wer sich heute in Deutschland in die Vergangenheit der ehemaligen DDR zurückversetzt fühlt, den trügen seine Gefühle nicht. Dort wurden einst politische Häftlinge erfunden um sie gegen begehrte Devisen zu verkaufen. Nach dem einstigen Muster des “Antifaschistischen Schutzwalls” dürfen verdächtigt, verfolgt, diffamiert und drangsaliert werden, wer nicht bereit ist, diese Art von “Schutzwall” anzuerkennen. So erfindet man heute Revanchisten, Rechtsextremisten, Revisionisten und andere …isten, um das begangene Unrecht an 15 Millionen Deutschen weiterhin als geltendes Recht zu verkaufen !

     „Es gibt Untaten über die kein Gras wächst.

    Hohn und ( Die Germanen waren ein primitives Volk sie hatten Huren wie alle anderen Völker, Blonde sind blöd) und unzählige Gehässigkeiten  werden gleich kübelweise über die Erlebnisgeneration ausgegossen.  (Zur Freude der Sieger oder besser gesagt ihrer neuen “Freunde”).

    Die neue Geschichtslehre ist eine Mischung aus schlechten historischen Romanen und der Annahme des Geschehens nach ihrer Fantasie und das Leugnen der Tatsachen. Hoffentlich werden sie bald von anderen Realitäten überrascht und erleben was 15 Millionen Deutsche vor 60 Jahren ertragen mußten . Es kann viel passieren durch Terror Naturkatastrophen usw., dann werden sie vielleicht begreifen was in den Jahren ab 1945 wirklich geschah und sich mit der wahren Geschichte beschäftigen., wenn sie noch dazu kommen!

    Durch gezielte Vernichtungsstrategie und Verblödung ist Deutschland heute in eine kulturell-wissenschaftliche Zweitrangigkeit und unüberbietbare moralische Verkommenheit gestürzt worden, man wird das Ziel erreichen Deutschland zu einem unterentwickelten Land  hinabzuwirtschaften. Wer mit Scheuklappen herumläuft und zu den angeordneten Berichten der Historiker steht, kann natürlich den gewollten Untergang nicht erkennen, oder man tut es mit den Worten ab. “Es sind schon andere Länder untergegangen”. Hoffentlich ersticken sie dann in diesem Sumpf! „ 

    -Ende des Auszugs aus der Niederschrift-

    Wann werden die Verantwortliche endlich zur Rechenschaft gezogen? Die alten Verbrechen sind noch nicht aufgearbeitet, doch die neuen häufen sich bereits.  

    ——————————–

    An dieser Stelle ein herzliches und großes Dankeschön an meine aufmerksamen und treuen Leser, die mir unter anderem das Video zum Rheinwiesenlager haben zukommen lassen als auch Auszüge zu entsprechenden Aussagen und Zitaten der „Wegbereiter Deutschlands an den Abgrund bis zum Untergang“.

    Es war ein einmal… Vergessener Völkermord und verschwiegene Geschichte – Rheinwiesenlager
    Pogrom in Jedwabne – wenn dunkle Geheimnisse die Archive verlassen
    Die „verdrängten“ Verbrechen – es ist die Pflicht jedes Überlebenden den historischen Tatsachen zu ihrem Recht zu verhelfen

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  • Von „angeblich“ deutschen Überfällen hin zur Wahrheit +++ wie durch Gottfried Feders Idee zur Brechung der Finanzknechtschaft aus einer sterbenden Nation ein glückliches Volk hervorging +++ wie meine Mutter diese Zeit erlebt hat…

    Juli 13th, 2023

    Vor Kurzem stellte man die Frage, wie sich das Finanzsystem /die Geldpolitik unter A. H. gestaltete.

    Eine überaus berechtigte Frage, unter Berücksichtigung der Tatsache, dass wir über Jahrzehnte in ein Lügengerüst gepresst worden sind.

    Einige unter uns haben es mittlerweile begriffen, anderen versuchen, dass über Jahrzehnte eingetrichterte (falsche) Wissen nach und nach abzulegen, manche haben noch Zweifel und andere (und die stellen leider eine Mehrheit) bleiben unbelehrbar.

    Ich mag und werde die Augen vor der Wahrheit nicht verschließen. Auch wenn ich mir bewusst darüber bin, dass nur ein Bruchteil dieser die Menschen erreicht, zu weit reicht die Propaganda, zulange wurde ein Volk an der kurzen Leine geführt.

    Vor 105 Jahren war es vorbei, zumindest das Morden auf den Schlachtfeldern. Das völkerrechtswidrige Aushungern und Morden gegen die Deutschen ging natürlich weiter. Natürlich – deshalb, weil es seit über 300 Jahren in Europa schon so war. Und genau so “natürlich” stand auch die Schuldfrage schon fest. 

    Und da wir uns wiederholt in einer solchen Lage befinden, stellt man Fragen, forscht nach, warum es wieder so ist wie es ist, oder besser, warum es überhaupt wieder soweit kommen konnte.

    Die Antworten darauf sind nicht schön, aber es gibt sie.

    ————————————–

    Bevor ich näher auf das Geldsystem eingehe, übernehme ich noch ein paar Auszüge aus den Niederschriften meiner Mutter (geb. 5. Januar 1923).

    „In den Jahren 1926 bis Ende 1929 war in Deutschland etwas Ruhe eingetreten. Natürlich waren Löhne und Gehälter noch sehr knapp. Meine Mutter konnte durch Heimarbeit zur Neuanschaffung einiger Haushaltsgeräte beitragen. Sonnabends gingen wir immer zum Markt auf den Elisabethplatz. Es wurde keine Straßenbahn benutzt.  Eingekauft wurden Obst (auch Bananen u. andere Südfrüchte) und Gemüse und manchmal auch Hühnchen oder Täubchen.

    Einmal wöchentlich kam der Bierwagen (von Pferden gezogen) in unsere Straße. Meine Mutter u. natürlich auch viele andere Leute ließen sich das Getränk in große Kannen füllen. In unsere kam Malzbier und das schmeckte sehr gut. An etwas kann ich mich auch noch erinnern. Mein Vater hatte Kartoffeln mit dem Leiterwagen geholt und mich mitgenommen und obenauf gesetzt. Da bin ich hinuntergefallen, hatte viele Beulen u. Abschürfungen und eine Gehirnerschütterung, wie der Arzt (der in unserem Haus wohnte) feststellte.

    Zum Alltag gehörte natürlich auch das Spielen. Meine Eltern hatten mir einen schönen Puppenwagen und eine Puppe mit Porzellankopf, die Mama schrie, gekauft (war das Neueste zur damaligen Zeit). Und von meinem Bruder war noch ein Teddy und ein großes Schaukelpferd mit echtem Pferdefell, Sattel aus Leder u. Steigeisen vorhanden.  

    Heute spricht man von den goldenen Zwanziger Jahren.  Natürlich waren sie für eine bestimmte Klasse wirklich goldig. Rauschende Feste und eine “moderne “ Freizeit sollten den Krieg vergessen lassen. Viele bisher unbekannte Vergnügen wurden populär. Es gab Revuen, Konzerte, Ausstellungen, Landpartien u. eine Art Partys. Zur Unterhaltung spielte das Grammophon. Der größte Teil des Volkes litt weiter unter Not.  Die Gegensätze formuliert Brecht in der “Dreigroschenoper”: “ Denn die einen sind im Dunkeln, und die anderen sind im Licht. Und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht”

    Weiter schreibt sie:

     Am 25. Oktober 1929 leitete der so genannte “Schwarze Freitag” an der Börse von New York die große Weltwirtschaftskrise ein, die in den folgenden Monaten und Jahren viele Länder in Mitleidenschaft zog, da die gesamte Weltwirtschaft von der USA Konjunktur zu dieser Zeit abhängig war. Als die amerikanischen Banken Kapital aus den europäischen Staaten zurückzogen, wurden auch diese von der Weltwirtschaftskrise erfaßt. Die Industrieproduktion in Deutschland brach zusammen. Es kam zu einer hohen Arbeitslosigkeit die bis 1932 auf über   s e c h s Millionen anstieg. Notverordnungen wurden erlassen. Reichskanzler Brüning versuchte durch sparsame Haushaltsführung die Notlage einzudämmen. Aber die massiven Einschränkungen der Haushaltsausgaben trieb die Zahl der Arbeitslosen noch höher. Es kam zur Zahlungsunfähigkeit Deutschlands.

    (Die Reparationszahlungen wurden zunächst gestundet und von Hitler beendet, aber seit 1990 zahlen wir wieder brav an unsere “Freunde”.)

    Und 1932 gab es mehrere Wahlen. Die Fenster der Straßen schmückten viele Fahnen. Ich war damals 9 Jahre und wusste nur, dass dies zur Wahl gehört.

    Reichspräsidentenwahl:                 13.3.32             und                 14.4.32

         Wahlbeteiligung                        86,2 %                                     83,5 %

     Stimmanteile:  v.Hindenburg        49,5 %                                     53,o %

                           Hitler                     30,1 %                                      36,8 %

                           Thälmann              13,2 %                                      10,2 %

    Reichstagswahl:                           31.7.32                                       6.11.32

       Wahlbeteiligung:                      84,1 %                                        80,6%

     Stimmenanteil:      NSDAP         37,4 %                                        33,2 %

                                    SPD              21,6 %                                        20,4 %

                                   Zentum          12,5 %                                        11,9 %

                                   KPD              14,5 %                                        16,9 %

                                   DNVP             6,2 %                                          8,9 %

                                   BVP                3,7 %                                          3,4 %

                                   DVP                1,2 %                                          1,9 %

                                   DDP                1,0 %                                          1,0 %

                                   Sonstige          2,0 %                                           2,6 %

    Nachdem die NSDAP bei den Reichstagswahlen stärkste Partei wurde, ernannte der Reichspräsident v. Hindenburg Hitler am 30. Jan. 1933 zum Reichskanzler.

    Bei der Reichstagswahl am 5.3.1933 erhielt die NSDAP 43,9 %.                                        

    Die Menschen standen 1933 noch vor der unbewältigten Niederlage des Ersten Weltkrieges, der Not, die durch den Versailler Vertrag und die Weltkrisen, über sie gekommen waren und der Angst vor dem Bolschewismus.

     1932

    Trotz der großen Not arbeiteten Wissenschaftler an Erneuerungen. So hat Deutschland 1932 das erste Fernsehen in Europa mit einem Programm im Umkreis von 50 km noch ohne Ton. Aus Berlin kommt auch das erste UKW Radio (man hörte allerdings nicht wie heutzutage mit Berichten von perversen Veranstaltungen.

     Hitler verspricht die Not zu lindern, Arbeitsplätze und ein normales Leben zu schaffen.

    Ende 1932 war der Tiefstand erreicht, das deutsche Volk konnte die Not nicht mehr verkraften: Hohe Reparationsleistungen an Frankreich u.  die anderen Sieger

    • 5 Jahre Inflationszeit   1918-1923
    • Besetzung des Ruhrgebiets (Hauptindustriegebiet) durch die französisch- belgische Armee
    • Abtretung der Ostgebiete (Industrie und Agrargebiete)
    • Wirtschaftskrise 1929 -1933

    Kleine und mittlere Betriebe mußten schließen, Binnenmärkte schrumpften, die Bauernschaft stand durch den Preiszerfall vor dem Bankrott, Landarbeiter bekamen kein Geld mehr.

    Die Krise ging kaum an den einzelnen Menschen vorbei.  Die Straßen wurden unsicher, die Kriminalität stieg an. Die Arbeitslosigkeit und Unsicherheit machte die Menschen krank. Manche Familien brachen auseinander, andere Familien und Freunde rückten in dieser Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit enger zusammen. 1929 hatte noch keiner geahnt wie schlimm diese Krise sich in den nächsten Jahren auswirken wird.

    (Heute 2009 erkennen die Alten etwas, das sie als Kinder erlebt und von den Eltern übermittelt bekommen haben.  War 2008 nur der Anfang von?)

    Ende 1932 waren die moralischen Werte und die Rechtsordnung in der Weimarer Republik vollkommen zerfallen.

    Das Volk wollte aus dieser Not herausgeführt werden. Sie alle hofften auf die Rettung durch die NSDAP

    Und am 30. Januar 1933 übergab Hindenburg die Macht an Hitler.

    (Es war keine Machtergreifung wie man heute sagt, er hatte keine revolutionäre Macht angewandt, sie wurde ihm übergeben)

    Schon wenige Tage danach   wurde ein Sofortprogramm für Investitionen geschaffen.

    Die Gründung des NS-Sozialwerkes: Winterhilfe, Kinderlandverschickung, Kriegsopferversorgung, Einrichtung von Notküchen, Kleidersammlungen, öffentliche Kinderversorgung für arme oder arbeitslose Familien all das wurde schon in den ersten Tagen und Wochen eingeführt, und die Menschen spürten, es ist wieder Ordnung eingetreten. Mit dem Bau der Autobahn begann die Arbeitslosigkeit zu sinken.  Es folgte der Wohnungsbau. Noch bevor das Jahr 1933 zu Ende ging waren bereits 202.119 Wohnungen 17.611 Bauernhäuser neu erbaut. (Innerhalb von 4 Jahren waren 1.458,22 Wohnungen errichtet).  In allen Städten entstanden Stadtrandsiedlungen, bescheidene kleine Häuser, umgeben von einem Garten, erbaut für kinderreiche Familien. Diese hatten zuvor in Görlitz in der Nieskyer Str. in Baracken gewohnt, weil sie die Miete nicht mehr bezahlen konnten.

    Genossenschaften bauten Wohnhäuser mit Läden im Erdgeschoss. Die Wohnungen waren mit IWC u. Bad ausgestattet. So entstanden ganz neue Straßenviertel und Straßenführungen. In Görlitz wurde vom Beamten Wohnungsverein die untere “Melanchthonstraße” bis zur “Sattigstr“. , die untere ” Sattigstraße “  u. “Im Bogen”  mit Wohnhäusern bebaut und ein neues Wohngebiet im Osten der Stadt angelegt. Die neuen Mieter mußten sich mit einem Betrag bei der Finanzierung beteiligen. Die Reichert- und die Büchtemannstr.  wurden von anderen Wohnungsbaugenossenschaften errichtet, auch Straßen auf der Ostseite der Stadt.  Privater Wohnungsbau und Eigenheimbau wurden gefördert.  In Biesnitz und im Osten der Stadt entstanden neue Stadtteile mit Eigenheimbauten. Wie in Görlitz zeugen heute noch in allen anderen deutschen   Städten (auch in Schlesien, Pommern West-  u. Ostpreußen, Länder die uns völkerrechtswidrig gestohlen wurden) viele Bauten von der damaligen Zeit. Die Menschen waren zufrieden, ja glücklich sie hatten Arbeit und schöne Wohnungen. Es war Freude über den Aufschwung im Land, es gab keine perversen Veranstaltungen mehr, Einige Leute, die in den zwanziger Jahren oft zügellos lebten, kehrten zu den guten Sitten wieder zurück, oder verließen das Land. 1937, also nur nach 4 Jahren, gab es keine Arbeitslosen mehr. Akademiker, die anfangs auf den Baustellen der Autobahnen schwerste Arbeit leisteten, waren schnell wieder in ihre Berufe zurückgekehrt.

    Der Zulauf zur NSDAP war so groß, dass einige Jahre die Aufnahme gesperrt wurde.

    Und der Aufschwung ging weiter. Das Volk konnte Urlaub machen und reisen, KdF, eine neu gegründete Organisation machte das möglich. Die Menschen fuhren in die Berge und an die See, besuchten Länder im Norden und Süden Europas, und unternahmen Weltreisen mit den KdF- Schiffen.

    Überall ging es schnell aufwärts in Industrie-u. Landwirtschaft, Verkehrs- u. Energiewesen. Die Auto- und Motorrad- Industrie wuchs enorm an. In Wolfsburg wurde der Volkswagen gebaut, Preis:  995.–RM. (Konnte auf Ratenzahlung erworben werden.  

    Die meisten Kleidungsstücke –  auch Unterwäsche – der damaligen Zeit wurden aus Wolle und Baumwolle hergestellt. Um die Einfuhr von Baumwolle zu verringern, brachte die IG Farben Kunstseide (Acetat-Seide, Zellstoff) auf den Markt. (nach dem Krieg eigneten sich die Amerikaner die Patente für die Kunstfaserherstellung als Kriegsbeute an, später durften die Deutschen die aus den Fasern hergestellten amerikanischen Kleidungsstücke teuer erwerben!) Im verstärkten Maße wurden auch Kunststoffe für die Industrie hergestellt, sogar die Betonplatten für die Autobahn bestanden aus deutschen Werkstoffen (Erfinder u. Erbauer waren deutsche Ingenieure).

    Dadurch wurden Millionen von Devisen eingespart und die Unabhängigkeit von den Ländern England, Frankreich und den USA gesichert. Die deutsche Industrie entwickelte synthetische Produkte.

    Deutscher Fleiß und Erfindergeist ließ aus einheimischen Produkten neue Werkstoffe entstehen. Es entstanden u.a. die Werke “BUNA” Dort wurde künstlicher Kautschuk für Autoreifen hergestellt. Und das Werk “Leuna” erzeugte nach dem Verfahren “Krupp-Renn” Benzin.

    Diese großartigen Leistungen haben deutscher Erfindergeist, verbunden mit der Schaffenskraft der deutschen Arbeiterschaft und einer straffen Führung vollbracht. (1932 war Deutschland noch ein total bankrotter Staat).  Nun gab es Handel mit dem Ausland (Nur Länder, die von USA u. Engl. nicht abhängig waren) Spanien, Portugal, Brasilien u.a. lieferten Erze, Kaffee, Südfrüchte und wichtige Rohstoffe und bekamen dafür Maschinen) Deutsche Bergleute, Stahlwerker, Metall verarbeitende Betriebe hatten wieder Arbeit und das alles ohne Hochfinanz der Siegerstaaten. 

    Das Deutsche Volk hatte sein Selbstvertrauen wiedergewonnen und stand hinter der Regierung. Junge Brautleute bekamen ein zinsloses Darlehen von 1000 RM für Möbel und Hausrat. Für jedes Kind wurden 25 % des Darlehens abgeschrieben. Das soziale Engagement im 3. Reich war vorbildlich für die Nachkriegszeit (Wurde mit Neid und Hass von England und Frankreich beobachtet, aber es gab auch Journalisten u. Politiker in diesen Ländern, die mit Bewunderung über die großen Erfolge in Deutschland berichteten. (kann man heute noch nachlesen!)  Pensionen für Invaliden, Frauen ab 60 u. Männer ab 65 wurden gezahlt. Bildungs- und Berufsförderung wurden großgeschrieben.  Weiterführende allgemeinbildende Schulen (Aufbauschulen (kostenlos) zur Erreichung der mittleren Reife in ein oder zwei Jahren werden eingeführt. (Schüler mit ausgezeichneten Leistungen in der Volksschule erreichten auf Staatskosten den Schulabschluss einer höheren Lehranstalt).

    Bei der Auslese der Kinder gab es keine Rücksicht auf Herkunft, Geburt, gesellschaftliche oder konfessionelle Zugehörigkeit, nur Begabung und Leistung waren ausschlaggebend. 

    Die Zahlung der Kriegsschulden von 1919 wurden eingestellt (Dafür zahlt die Bundesrepublik heute wieder fleißig Millionen, alte Kriegsschulden von 1919 an die damaligen Sieger!) Wir haben keinen Friedensvertrag, demzufolge haben wir die Anordnungen der Sieger auch nach 60 Jahren zu befolgen! Wann gehen eigentlich den Deutschen mal die Augen auf, wann hören die Nachkriegsgenerationen sich endlich die Berichte der Alten an? Wahrscheinlich, wenn es zu spät ist.

    Und deshalb ist folgendes auch sehr erwähnenswert: Als nach 1919 durch die hohen Reparationsleistungen in G o l d keine Deckung der Mark mehr da war, führte das zur Aufforderung von Spekulanten des Auslandes, hier ein großes Geschäft zu machen. Man sagte: “Geh nach Deutschland, du kannst für wenige Dollar ein Industrieunternehmen, Warenhäuser, Geschäfte und Bauernhöfe kaufen.” Und sie kamen! Für diese Ausbeuter des deutschen Volkes waren es die “Goldenen 20-er Jahre” (mit perversen Veranstaltungen).  Deutsche Unternehmer, die bei den Spekulanten einen Kredit mit hohen Zinsen aufnahmen, machten, wie vorgesehen, den Weg frei für Zwangsversteigerung und Besitzverlust. Hier wurde von der NSDAP sofort ein Riegel vorgeschoben, manche mußten die auf unehrliche Weise erworbenen Häuser, Geschäfte usw. wieder zurückgeben.

    1934 starb Paul von Hindenburg, Hitler wurde Reichspräsident.“

    • Ende des Auszugs aus den Niederschriften meiner Mutter –

    Aber wie war das nun eigentlich mit der Geldpolitik, damals, zu Hitl.ers Zeiten?

    Dazu habe ich einen sehr interessanten Artikel  (aus November 2014: https://deutschlanderwache.wordpress.com/2014/11/08/gottfried-feders-idee-zur-brechung-der-finanzknechtschaft-machte-aus-einer-sterbenden-nation-ein-gluckliches-volk-2/#more-35) gefunden, den ich euch nicht vorenthalten möchten.  Im Folgenden nur ein Auszug:

    „Gottfried Feders Konzept gegen das herrschende Finanz- und Zinssystem entstand in seiner ersten Auflage als Antwort auf die galoppierende Staatsverschuldung und die daraus entstandene Geldentwertung im besiegten Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg. Eine Hauptkritik Feders war die Aufnahme hochverzinslicher Kredite durch den Staat bei gleichzeitigem Verzicht auf die staatliche Hoheit der Geldherstellung und Geldverteilung

    Ab 1933 machte sich Feder bei der Einfrierung der Zinssätze (faktisch war es die Abschaffung des Zinseszins-Systems) verdient. Sein Konzept der “Brechung der Zinsknechtschaft” kam unter Adolf Hitler als Reichskanzler zur Entfaltung, Deutschland erwachte zu neuem Leben und blühte wieder auf.

     Feders Konzept war ein Kampf gehen die Hochfinanz und die hat natürlich entsprechend reagiert.


    Quelle Fotos: Chronik Bibliothek des 20 Jahrhunderts 1922 -1933 Bertelsmann Lexikon Verlag

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  • Es war einmal… Vergessener Völkermord und verschwiegene Geschichte – Rheinwiesenlager

    Juli 12th, 2023

    Zwischen medialer „Wirklichkeit“ und der Wahrheit von Betroffenen zu urteilen ist oft nicht einfach.

    Ich sitze nunmehr Tag 7 an dem Text zum Rheinwiesenlager. Und ich hangle mich von Quelle zu Quelle. Es ist so unbegreiflich, dass es sich schwer in Worte fassen lässt. Denn die Zusammenhänge, also das, was zuvor „abgehandelt“ wurde, spricht Bände. Man muss verstehen, unter welchen Bedingungen das Desaster der Lager verborgen lag.

    Bevor ich zu dem eigentlichen Unheil komme, greife ich auf die Niederschriften meiner Mutter zurück. Ich finde, über diese Erzählungen bringt man sich das Geschehen etwas näher, insofern man dazu bereit ist.

    Meine Mutter war mit diesem Wissen, das mir nun nach und nach auch zuteilwird, zurecht entsetzt, als sie sich in Münster das Glockenspiel mit der Marseillaise anhören musste. (Siehe Beitragsfoto mit handschriftlichem Vermerk).

    Für sie war es wie ein Schlag auf den Kopf und eine Verhöhnung der Toten auf den Rheinwiesen

    Weiter schreibt sie: Franzosen waren es, die dem deutschen Kaiserreich 1914 und auch am 3.9.1939 dem Deutschen Reich den Krieg erklärten und 1945 die deutschen Kriegsgefangenen auf den Rheinwiesen, auf dem nassen und verschlammten Boden bei Kälte ohne Decken und Essen zu Tausenden sterben und die Bevölkerung in der französischen Zone hungern ließen.

    Am Mittelrhein gibt es heute große, von der deutschen Kriegsgräberfürsorge gepflegte Gräberfelder, in denen, die damals 20- bis 30-jährigen verhungerten deutschen Soldaten, bestattet wurden.

    Einzelne Lager wurden 1945 von den amerikanischen Truppen an die Franzosen übergeben.

    Meine Mutter beschrieb diese Zeit und das Geschehen wie folgt: Auszug – Zitat:

    „Die meisten deutschen Opfer wurden nicht während des Krieges durch direkte Kampfhandlungen getötet, sondern starben nach dem Ende des Krieges durch Verhungern, Erfrieren, Gewalt und Mord bei Flucht und Vertreibung, auf Gewaltmärschen, Transporten und in Lagern!

    Nun wieder zu 1948

      Durch die starke Kälte (unter  -20° ) im Winter und das Fehlen dementsprechender Sachen gab es viele Erfrierungen. Auch meine Eltern und ich hatten schmerzhafte Erfrierungen an den Füßen. Ein alter Freund, der 1946 aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft heimkehrte, hatte auf dem Schwarzmarkt für sich Stiefel erworben, die ihm jedoch nicht paßten und die er mir schenkte. Trotzdem diese mir viel zu groß waren, habe ich sie angezogen.

    Rudi Enders aus Hildburghausen, den ich 1941 in G. kennen lernte und mit dem ich immer in brieflicher Verbindung stand, kam 1944 in Afrika in amerikanische Kriegsgefangenschaft, kehrte 1946 zurück, mußte ins Durchgangslager Hoyerswerda, wo ich ihn besuchte Er kam dann oft nach G. und wir fuhren auch gemeinsam zu seinen Verwandten nach Hildburghausen

        Während seiner Kriegsgefangenschaft hatte er im Lager                                 eines großen Kaufhauses gearbeitet, 3 Mahlzeiten bekommen und konnte sich frei bewegen. Kameraden und auch er wollten dortbleiben, dürften aber nicht. 

    Dies ist erwähnenswert, weil die französischen Kriegsgefangenen, die 1941 bei Mauksch arbeiteten, ebenso behandelt wurden! Dagegen haben die Franzosen tausende deutsche Kriegsgefangene auf den Rheinwiesen bei Regen, Wind und Kälte ohne Decken auf der durchweichten Erde und ohne Essen verhungern lassen. Und sie führten Kinder 14/15/ 16-Jährige mit Soldaten auf langen Märschen in Kriegsgefangenschaft nach Frankreich.  Das Fernsehen brachte Beweis, mit dem Film am 19.3.2008 um 22.30 Sender – Phönix –  3 Männer damals 15-jährig berichteten von der Gefangenschaft, sie hatten diese mit nur Einzelnen überbelebt!

    Russen ließen Millionen Kriegsgefangene, darunter Krankenschwestern und Nachrichtenhelferinnen, ebenso Deportierte Zivilpersonen in Gruben, beim Holz fällen in Sibirien an Hunger sterben!  Von den wenigen, die zurückgekommen sind, war der größte Teil todkrank, die in Bleigruben arbeiten mußten, meist blind. Eine Frau erzählte mir, dass in den Lagern Kälte herrschte, in den Gruben Hitze und sie die wenige Kleidung, die sie noch besaßen bei der Arbeit auszogen, um draußen nicht zu erfrieren. Ein mir bekannter Masseur hatte das Augenlicht verloren. 2 Personen von Hunderttausenden, die überlebten und zu denen ich persönlichen Kontakt hatte!

    ———————–

    Und was taten die Alliierten? Sie sprechen von „Pastoralisieren“. Sie sprechen eine Sprache, in der man Menschen durch Täuschen beherrscht.

    „Im Sommer 1943, als Churchill dabei war, London zu verlassen, um Roosevelt auf einer Konferenz in Quebec zu treffen, fragte ein Reporter des Time-Magazins; «Werden Sie Deutschland Friedensbedingungen anbieten? » Churchill erwiderte in jovialem Ton: «Um Himmelswillen: Nein! Die würde dies sofort annehmen. Alle lachten.“

    Und so nahm alles seinen Lauf….

    Wer sich näher mit der Geschichte beschäftigt, wird nachweislich davon unterrichtet, dass die Deutschen während der Kriegszeit mehr als einmal die Friedensfühler ausstreckten. So wie wir es bereits aus Zeiten des Ersten Weltkrieges wissen.

    Wie und wer hat über das Schicksal der deutschen Gefangenen entschieden?

    Dazu wähle ich die einleitenden Worten des James Baque aus seinem Buch „Der geplante Tod „(Der gesamte Inhalt des gut recherchierten Buches ist aufschlussreich und dramatisch zugleich).

    „Josef Stalin sagte beim Abendessen, dass er nach dem Krieg 50’000 deutsche Offiziere zusammentreiben möchte, um sie zu erschießen. Winston Churchill war entsetzt. «Lieber würde ich mich hier und jetzt in den Garten führen und erschießen lassen, als meine eigene und die Ehre meines Landes durch eine solche Infamie beflecken zu lassen», antwortete er mit Heftigkeit. Franklin Roosevelt reagierte mit Albernheit und schlug als Kompromiss vor, nur 49’000 Gefangene zu erschießen. Stalin, der Gastgeber, veranstaltete eine Umfrage unter den neun Männern am Tisch. Der Sohn des Präsidenten, Elliott Roosevelt, Brigadegeneral der US Army, erwiderte mit einem Trinkspruch auf den Tod «nicht nur jener fünfzigtausend … sondern ebenso vieler Hunderttausender weiterer Nazis». Starr vor Staunen hörte Churchill ihn sagen: «… und ich bin überzeugt, dass die Armee der Vereinigten Staaten das unterstützen wird. » Hocherfreut umarmte Stalin den jungen Roosevelt und brachte seinerseits einen Trinkspruch auf den Tod der Deutschen aus.“

    ———————————–

    Was ein zivilisiert denkender Mensch noch nicht einmal zu denken wagt…

    Die besiegten Soldaten hofften auf milde Behandlung, doch es sollte alles anders kommen.

    „100 Mann ein Brot“

    …, Folter, Misshandlung, fast eine Million in amerikanischer und französischer Gefangenschaft vernichtete Soldaten.

    Ende April 1945 ertönte am größten Teil der Westfront statt Kanonendonners das Schlurfen von Millionen Stiefeln der Kolonnen entwaffneter deutscher Soldaten. Erschöpft marschierten sie den Stacheldrahtumzäunungen der Alliierten entgegen. Versprengte Feindeinheiten feuerten ein paar Salven, bevor sie sich im Lande auflösten und schließlich von alliierten Soldaten gefangen genommen wurden

    (Vorwort übernommen von Oberst Ernest E Fisher Jr.)

    —————–

    Auszug aus einem Bericht eines Zeitzeugen (am Ende des Berichts findet ihr dazu einen Link):

    „Es war ein gespenstischer Anblick, als die deutschen Soldaten in Sechserreihen, bewacht von französischen Soldaten, an unserem Haus vorbeizogen. Es herrschte eine bedrückende Stille, während sich die ausgehungerten Gefangenen in Richtung Brohl schleppten. Wenn ein Gefangener zusammenbrach, schlugen die Bewacher mit Gewehrkolben auf ihn ein, bis er sich mit Hilfe seiner Kameraden wieder erhoben hatte und weitermarschieren konnte“.

    ——————

    „Außer jedem Zweifel steht, dass vom April 1945 an Männer in enormer Zahl sowie etliche Frauen, Kinder und alte Leute in den amerikanischen und französischen Lagern in Deutschland und Frankreich an klima- und witterungsbedingten Krankheiten, an den Folgen unzureichender Hygiene, an Krankheit und Hunger gestorben sind. Die Zahl der Opfer liegt zweifellos bei mehr als 800’000, beinahe mit Sicherheit bei mehr als 900’000 und durchaus wahrscheinlich bei mehr als einer Million. Die Ursachen ihres Todes wurden wissentlich geschaffen.

    Die Kriegsgefangenen hausten vielfach in Erdlöchern oder auf der blanken Erde auf den Feldern und Rheinwiesen, wo sie Wind und Wetter ausgesetzt waren. An Erschöpfung, Unterernährung, Krankheit und Hunger starben die Soldaten in den Lagern.“ 

    ———

    Obwohl es genügend Ressourcen gab, um die Menschen ausreichend zu verpflegen, hat man sie unter teils unmenschlichen Bedingungen unter freiem Himmel in großen, unterversorgten Lagern eingepfercht. Um sich vor Kälte, Regen und Sonne zu schützen graben die Menschen mit bloßen Händen oder Dosen Löcher in die Erde. Die Angst darin zu sterben ist allgegenwärtig.

    Systematisch wurde deren Tod durch bewusst gesteuerten Nahrungsentzug vorangetrieben, obwohl in den Depots genügend Lebensmittel vorhanden waren und somit die Genfer Konventionen nicht eingehalten wurden.

    ——————

     Die Phasen einer Tragödie auf einen Blick:

    1. Phase 1: Gegen Ende 1944: Die Deutschen starben, Städte waren zerbombt und zerstört, Streitkräfte eingekreist und auf allen Fronten auf den Rückzug. Und doch fürchteten die Alliierten Deutschland trotz ihrer eigenen ungeheuren Übermacht.  
    2. Churchill fürchtete das der deutsche Kampfgeist wieder erstarken könnte…
    3. Roosevelt befürchtete, dass die deutsche Industrie sich wieder erholte und die Märkte der Welt erobern würde…
    4. Stalin befürchtete, dass der deutsche Faschismus wieder auferstehen und Kommunismus vernichten würde…
    5. Phase 2: Die Mächtigen besprachen den Plan Deutschland zu pastoralisieren, das soviel bedeutet wie: Selbst, wenn sich die Deutschen ergeben hätten, es keinen Frieden geben würde. Stattdessen würde der Krieg fortgesetzt, nur mit anderen Mitteln.
    6. Phase 3: Alliierte warfen Flugblätter ab, über deren Inhalt Friede, Nahrung und Obdach versprochen wurde, wenn die deutschen Soldaten sich ergeben würden. Kurz: Sie verbreiteten (falsche) Hoffnung.
    7. Phase 4: Diese erfolgt unter den Fittichen des Finanzministers Morgenthau. Gemäß dem Morgenthau-Plan hat Roosevelt das Ansinnen Deutschland in Weideland umzuwandeln befürwortet, unter dem Widerspruch Churchills, der das Vorhaben als widernatürlich bezeichnete. Doch als 6 Milliarden Dollar über die englische Tafel flossen, segneten Churchill und Rossevelt den Plan in aller Heimlichkeit ab.
    8. Phase 5: Die Presse deckt auf, dass gemäß dem Morgenthau Plan die Deutschen dem Hungerkrieg ausgeliefert würden. Das wiederum führte bei einigen Menschen in Nordamerika und Britannien zu Empörung, weil sie Frieden und nicht Rache wollten. (Darauf änderte man den Namen Morgenthau-Plan in Generalstabsbefehl jcs 1067 um)
    9. Phase 6: Angeblich ständen die deutschen Kriegsgefangenen nach der Genfer Konvention unter dem Schutz des internationalen Roten Kreuzes. Das zumindest behaupteten die Alliierten in einer Pressekonferenz im Mai 1945.
    10. Phase 7: Doch hinderten die Amerikaner das Rote Kreuz daran die hungernden Gefangenen aufzusuchen. Dem nicht genug: Eisenhower versuchte dieser Art der Behandlung einen rechtlichen Anstrich zu geben und beauftragte Marshall eine Kategorie für die gefangenen deutschen Soldaten zu erfinden. Darüber verloren die Soldaten das Recht im Lager von Inspektoren des Roten Kreuzes besucht zu werden. So gelang es Eisenhower die tödlichen Bedingungen in den Gefangenenlagern der US- Armee vor der Öffentlichkeit zu verbergen.
    • Berichte von Überlebenden dazu gibt es genug.

    Nicht zuletzt drängt sich mir der Gedanke auf, dass das, was wir heute erleben, eine Fortsetzung des Morgenthau-Plans ist, nur mit anderen Mitteln. Aber das nur am Rande.

    ——————

    Quellen:

    • /2023/02/der_geplante_tod_rheinwiesen James Barque
    • Dokumentation zu „Rheinwiesen 1945“ von Hermann the German, mit Berichten von Überlebenden > Video
    • Erlebnisbericht: https://relaunch.kreis-ahrweiler.de/kvar/VT/hjb2004/hjb2004.52.htm
    • http://www.rheinwiesenlager.de/buederich.ht

    http://www.rheinwiesenlager.de/buederich.htm

    Ein Zeitzeugenbericht:

    Alfred Martensen

     In den Rheinwiesen

    bei Büderich  und Wickrathberg

    Am 30.4.1945, ausgerechnet an meinem Geburtstag, geriet ich in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Zunächst hielt ich es für ein Geburtstagsgeschenk, bei den Amerikanern in Gefangenschaft zu geraten und weil der Krieg für mich zu Ende war, später wurde ich jedoch eines Besseren belehrt.

    Fahrt

    Die Amerikaner brachten uns zunächst auf eine große Wiese, dann wurden wir am nächsten Tag auf riesengroße Lastkraftwagen verladen und ab ging es in Richtung Rheinland zu den berüchtigten Rheinwiesen. Die Fahrt dorthin war schrecklich. Wir standen so dicht zusammen wie Sardinen in einer Sardinendose und konnten uns weder bücken noch rühren. Die Fahrt war recht gefährlich.

    Manche Straßen, die durch Bäume begrenzt wurden, waren nicht für die überhohen amerikanischen LKWs geeignet. Äste und Zweige fegten über unsere Köpfe hinweg und führten zu Verletzungen. Die Fahrt ging ohne Rücksicht mit großer Geschwindigkeit weiter zu den Rheinwiesen bei Büderich. 

    Lager

    Hier wurden wir auf ein großes Feld getrieben, auf dem sich bereits etwa 80 000 Kriegsgefangene befanden. Wir sahen eine graue Menschenmasse, soweit das Auge reichte. Das Feld war umgeben von hohen Wachttürmen, die mit Scheinwerfern ausgerüstet waren und von einem hohen Stacheldrahtzaun mit mehreren aneinander liegenden Stacheldrahtrollen. Außerdem war die Fläche in einzelne, ebenfalls mit Stacheldraht umgebene Camps unterteilt mit jeweils zwei- bis dreitausend Gefangenen. Es waren weder Zelte, Waschräume noch Toiletten vorhanden. Die Menschen lagen auf der nackten Erde, die bald vom Regen aufweichte und sich in Schlamm verwandelte. Mit den Händen oder irgendwelchen Dosen gruben sich die Gefangenen Löcher in die Erde, um Schutz vor Regen und Wind zu haben, trotzdem drang bei anhaltendem Regen die Nässe bis auf die Haut vor und ließ den Körper vor Kälte erzittern. Trinkwasser wurde aus dem Rhein gepumpt und war so stark gechlort, daß es kaum genießbar war. Außerdem mußten die Gefangenen mehrere Stunden anstehen, um ein wenig Wasser zu bekommen. Häufig wurde deshalb Regenwasser in Blechdosen aufgefangen und getrunken. Es dauerte nicht lange, bis die Ruhr ausbrach. Die Gräben, die ausgehoben wurden, um die Notdurft verrichten zu können, füllten sich mit blutigem Kot. Es gab kein Toilettenpapier, geschweige denn Waschmöglichkeiten, um ein Mindestmaß an Hygiene zu gewährleisten. Die Ruhr breitete sich rasant aus und forderte die ersten Verluste, die dann immer häufiger wurden, je mehr die Gefangenen an Unterernährung litten. Warme Mahlzeiten gab es in den ersten vier Wochen überhaupt nicht, denn es waren keine Küchen vorhanden. Die Rationen bestanden zum großen Teil aus unzubereiteten Bestandteilen wie rohe Bohnen, Erbsen, Ei-und Milchpulver, Fleischpulverextrakt und ähnlichem. Dazu mitunter ein Brot für etwa 30 Gefangene und ein etwa walnußgroßes Stück Käse oder Cornedbeef. Die gerechte Verteilung der Portionen war ein Problem für sich. Die letzte Verteilungsstufe für die Verpflegungsrationen waren Gruppen zu je 10 Personen. In dieser Gruppe wurde einer gewählt, der die Rationen aufteilen durfte, anschließend wurden die Rationen verlost. Tee und Kaffee wurden löffelweise verteilt. Da man keine Möglichkeit zum Kochen hatte, wurde der Kaffee gegessen und manch einer hat den Tee geraucht ohne Rücksicht auf die gesundheitlichen Folgen. Eine feiertagsähnliche Stimmung kam auf, wenn es einem gelang, ein wenig Pappe oder Holz von den Verpflegungskisten zu ergattern, womit man ein kleines Feuer entfachen konnte, auf dem man dann in einer Dose Tee oder Kaffee aufbrühte oder eine Suppe mit Hilfe von Fleischextrakt und Erbsen oder Bohnen kochte.

    Lagerleitung

    Besonders mißtrauisch war man gegenüber dem von den Amerikanern ernannten Lagerleiter und seiner Mannschaft, die die Essenrationen zu verteilen und andere Ordnungsarbeiten zu erledigen hatten. Es waren nicht gerade die vertrauenswürdigsten Personen, sondern meistens selbsternannte Antifaschisten und Speichellecker. 

    Sterben

    Nach einigen Wochen war der Hunger so groß, daß man an nichts anderem denken konnte als an Essen. Es wurden Rezepte ausgetauscht und fast nur über all die Köstlichkeiten, die man früher einmal genossen hatte, gesprochen. Die Liebe hingegen war hier kein Thema mehr. Der Körper wurde allmählich so geschwächt, daß es schwer fiel, die ganze Nacht umherzuwandern, wenn der Boden vom Regen aufgeweicht war und man sich nicht hinlegen konnte. Es gab manche, die so durch Krankheit und Unterernährung geschwächt waren, daß sie auf dem nassen Boden liegen blieben, oft war dies der Anfang vom Ende. Andere gruben sich fuchsartige Höhlen, um sich vor der Nässe zu schützen, jedoch stürzten die Höhlendecken, die ja nicht durch Balken oder dergleichen gestützt waren, bei anhaltendem Regen mitunter ein und begruben die darunter liegenden Menschen. Jeden Morgen wurden die in der Nacht verstorbenen Kriegsgefangenen gesammelt und an einem Platz am Drahtzaun deponiert, wo sie dann einmal täglich auf einen LKW verladen und abtransportiert wurden. Die am Tage im Sterben liegenden wurden in ein benachbartes Sanitätscamp getragen, wo sie jedoch auch nur auf Tragen am Boden lagen und starben.

    Läuse

    Ein Problem besonderer Art waren die vielen Läuse, die sich am ganzen Körper durch Juckreiz bemerkbar machten. Es war unmöglich, diese Plagegeister los zu werden, denn die einzige Wäsche, die man besaß, trug man am Leibe und war von Läuseeiern, den so genannten Nissen durchsetzt, so das die Zahl der neu geschlüpften Läuse die der „erlegten“ mehr als wettmachte.

    Kameraden

    Interessant, aber nur im nachhinein, ist die psychische Komponente in Bezug auf das soziale Verhalten von Menschen, die in einer Notsituation leben, wo jeder um das nackte Überleben kämpft. Es war schwer, neue Freundschaften zu knüpfen, das Mißtrauen gegenüber jedem war groß. Die Gefangenen hatten sich zu Kleinstgruppen von zwei bis drei Personen zusammengeschlossen, die sich meistens eine Art von Höhle oder Burg gebuddelt hatten und sich gegenüber der Umgebung abschotteten. Einer mußte immer in der Höhle bleiben, um aufzupassen, daß nichts gestohlen wurde. In der Nacht erscholl oft der Ruf:

    „Haltet den Dieb„. Wenn einer dann gefaßt wurde, mußte er um sein Leben fürchten.

    Schmuggel

    In jedem Lager bildete sich relativ schnell eine Händler- oder Schmugglerkaste heraus, die einen schwunghaften Handel über Stacheldrahtzäune hinweg zu den Bewachern mit Zigaretten, Ringen und Uhren betrieben und fast alles besaßen, was zum Überleben nötig war: Regenmäntel, Decken, Lebensmittelkonserven usw. Es hatten sich bald feste Preise gebildet wie z.B. 20 Zigaretten für einen Ehering und für eine Armbanduhr je nach Qualität 30 bis 60 Zigaretten.gFür Zigaretten konnte man wiederum alles mögliche eintauschen, vor allen Dingen Lebensmittel un d Holz, um sich eine Suppe zu kochen oder gar eine Decke.gIch selbst hatte nichts zum Eintauschen.

    Meinem Kameraden, mit dem ich schon vor meiner Gefangennahme zusammen war, ging es ebenso.

    Hilfe von außen

    Mitunter versuchten Menschen aus den umliegenden Ortschaften, Brot über den Drahtzaun zu werfen. Meistens wurden sie jedoch von den Wachtposten brutal weggejagt. Einzelne, besonders schwarze Soldaten, erwiesen sich als gutmütig und ließen Menschen, die uns etwas über den Zaun werfen wollten, gewähren. Leider wurden diese Wohltaten oft dadurch zunichte gemacht, daß die über den Zaun geworfenen Pakete und Brote von dem Zugriff der vielen gierigen Hände zerfetzt wurden und so manches Stück Brot zertreten wurde. Ausgehungerte Menschen sind wie Tiere und der Egoismus ist grenzenlos wenn es ums Überleben geht.

    Nach etwa vier Wochen wurden so genannte Gulaschkanonen aufgestellt und es gab dann einmal am Tag eine dünne, wässrige Suppe mit einzelnen Gemüsestückchen drin.

    Hoffnung auf Entlassung

    Außer vom Essen wurde auch oft über Entlassungstermine aus der Gefangenschaft gesprochen. Es gingen Gerüchte herum, daß die Gefangenen aus der sowjetisch besetzten Zone den Russen übergeben werden sollten. Dann hieß es wiederum, daß der Jahrgang 1927 entlassen werden sollte. Leider gehörte ich dem Jahrgang 1926 an, aber ich dachte, ich könnte mich etwas verjüngen, indem ich in meinem Soldbuch aus der 6 eine 7 machte. Ich tat es jedoch so ungeschickt, daß es jedem auffallen mußte. Mit einem scharfen Gegenstand hatte ich so lange gekratzt, bis die Stelle, wo die sechs war, schon durchsichtig geworden war. Außerdem hatte ich die sieben so stark gezeichnet, daß sie zu sehr hervortrat. Mir schlug nun das Gewissen, daß ich eine Urkundenfälschung begangen hatte. Die baldige Entlassung erwies sich als eine Latrinenparole. Ich war so enttäuscht, daß ich mein Soldbuch verbrannte und mir damit einen Tee kochte. Später sollte es mir zum Schaden gereichen, indem man mich verdächtigte, bei der Waffen SS gewesen zu sein, noch dazu , weil ich am linken Oberarm zwei Narben von meiner Verwundung hatte. Es war zu dieser Zeit keine Seltenheit, daß sich Angehörige der Waffen SS die Nummertätowierung herausschnitten oder herausbrannten, um nicht identifiziert zu werden.

    Trennung

    Das nächste Unglück, wenigstens für mich, ließ nicht lange auf sich warten.

    Mein Kamerad und Weggefährte, den ich in der Schweriner Garnison kennengelernt hatte, wurde in ein anderes Camp verlegt, wahrscheinlich, weil er Saarländer war und sein Entlassungstermin kurz bevor stand. Nun hockte ich allein in meinem Loch und habe mich erst einmal richtig ausgeheult. Ständig mußte ich nun meine Sachen mit mir herumtragen, wenn ich mein Loch verließ.

    In der Nacht wurde viel gestohlen und ich lief fast jede Nacht umher, besonders bei Regen, um nicht krank zu werden. Ja, und dann hatte ich keinen mehr, mit dem ich mein Leid teilen konnte. Neue, wahre und richtige Freundschaften waren nur schwer zu knüpfen, wo jeder nur auf das eigene Leben bedacht war.

    Warum?

    Allmählich begann ich, die Amerikaner zu hassen, die uns so verkommen ließen, verlaust und verdreckt, keine Möglichkeit, sich zu waschen, der Witterung ausgesetzt wie Vieh, körperlich durch Hunger geschwächt, so daß man sich nur mühsam vom Boden erheben konnte. Der Gang wurde immer schleppender. Die längste Zeit ohne Stuhlgang betrug bei mir 14 Tage. Man bekam das Gefühl, innerlich zu verfaulen. Die winzigen Portionen wurden fast vollständig vom Körper resorbiert. Viele Gefangene lagen im Schlamm ohne Kraft, sich zu erheben. Eine derart menschenverachtende Behandlung hätte man sich bei der Gefangennahme nicht vorstellen können. Nur bei den Russen hatte man von ähnlichen Zuständen gehört. Wir faßten es als eine bewußte Bestrafung dafür auf, daß wir für Hitler gekämpft hatten und dieser Ansicht bin ich noch heute.

    Wickrathberg

    In Büderich lag ich noch weitere Wochen, bis es eines Tages hieß, daß wir am nächsten Tag in ein anderes Lager verlegt werden sollten. Wieder rollten riesengroße LKWs heran, auf die wir wieder mit lauten `lets go` und `come on` Rufen wie Vieh verladen wurden. Die letzten wurden brutal gestoßen, um so viele wie möglich auf den Transporter unterzubringen. An der Himmelsrichtung versuchten wir uns zu orientieren, wo es hinging. Die Fahrt ging erst nach Süden, dann nach Westen. Nach mehreren Stunden waren wir in Wickrathberg angelangt und sahen zu unserem Entsetzen ein ähnliches Lager wie in Büderich. Wir wurden auf ein großes Feld getrieben, welches unterteilt war in einzelne Camps, Felder, die mit hohen Stacheldrahtrollen umzäunt waren. An den Außenzäunen standen hohe Wachttürme, ausgerüstet mit Maschinengewehren und Scheinwerfern. Die Camps waren neu eingerichtet und wir waren die ersten, die das Feld betraten, überall noch frischgrünes Gras und gelb blühender Löwenzahn, allerdings nicht mehr lange. Was nicht zertreten wurde, war bald maulwurfsartig mit Händen und leeren Dosen umgewühlt, um Schutz vor Wind und Regen zu haben. Einige versuchten noch vorher, Löwenzahn zu sammeln, um ihn dann als Blattsalat zu essen. Es waren auch hier keine Zelte, Toiletten und Waschräume vorhanden, nur Gräben, in denen man seine Notdurft verrichten konnte und die sich auch hier bald von den an der Ruhr erkrankten durch Blut rot färbten. Erstmals wurden hier nach einigen Tagen Küchen eingerichtet und wir bekamen jeden Tag eine dünne Suppe, in der einige Gemüsestücke drin waren und wenn man Glück hatte, auch ein Stückchen Fleisch. Jedenfalls ging das Hungern und Sterben hier weiter und wir wurden wie in Büderich von Läusen und von der Ruhr heimgesucht.

    Fahrt nach Belgien

    Mitte Julie 1945 wurden wir ohne große Ankündigung in einen langen Güterzug verladen, in jeden Wagen etwa 30 Gefangene. Die Schiebetüren wurden verschlossen und verriegelt, so daß sie von innen nicht geöffnet werden konnten. In jedem Wagen waren zwei Eimer zur Verrichtung der Notdurft.

    Zunächst hatten wir die Befürchtung, an die Russen ausgeliefert zu werden.

    Wir versuchten, uns zu orientieren, jedoch ließen die geschlossenen Türen nur spaltförmige Blicke in die Außenwelt zu. Nach Einbruch der Dunkelheit war es dann vollkommen unmöglich, sich zurecht zu finden. Oft schwappten die Notdurft- Eimer von den Rangierstößen über, so daß die in der Nähe dieser Eimer liegenden arg betroffen waren, ohne wegen der Platzenge ihre Lage verbessern zu können. Einer von den Betroffenen war ich und mir saß die Angst im Nacken, von der Ruhr angesteckt zu werden, aber ich hatte wohl einen Schutzengel. Auf manchen Rangiergleisen blieben wie stundenlang stehen. Erst am Morgen erreichten wir einen kleinen Bahnhof in der Nähe von Waterloo in Belgien. Es folgte ein langer Fußmarsch durch etliche kleine Ortschaften. Die Menschen, die uns sahen, betrachteten uns wie Wesen aus der Unterwelt, die ihre gerechte Strafe bekommen hatten. Sehr menschlich sahen wir auch nicht aus in unseren verdreckten und zerlumpten Uniformen, an denen wir unsere Habe drangehängt hatten wie Blechbüchsen, Brotbeutel, manche auch Decken und Matten, die sie sich irgendwie besorgt hatten. Unser Ziel war ein Zeltlager, welches aus Rundzelten bestand, die jeweils etwa 12 Personen Schutz boten.

    Briten

    Es wurden Decken und Liegematten verteilt. Außerdem war das Lager mit Waschräumen und Toiletten ausgestattet, für uns ein vollkommen neues Lebensgefühl. Zu unserem größten Glück wurden die amerikanische Bewacher durch britische abgelöst. Schon am nächsten Tag begann man, unsere Läuse zu bekämpfen, indem wir von Kopf bis Fuß mit Mengen von DDT- Pulver eingestäubt wurden und das mehrmals in einem Intervall von einigen Tagen. Unsere verlauste Kleidung wurde verbrannt und wir erhielten Unterkleidung, Strümpfe, Schuhe und eine  POW (Prisoner of War) Uniform, die auf dem Rücken und auf den Knien mit gelb gefärbten Flicken versehen waren. Für uns war es die Hauptsache, daß diese Kleidung warm, sauber und zweckmäßig war. Zum ersten mal in unserer Gefangenschaft erhielten wir Eßgeschirre und Trinknäpfe. Zweimal am Tag, morgens und mittags, bekamen wir eine warme Suppe, die recht schmackhaft und nährhaltig war. Abends 1/4 Weißbrot mit einer Portion Aufschnitt, dazu den englischen, gesüßten Tee mit Milch. Wir erholten uns hier zusehends. Die Kranken kamen in ein Lazarettlager und wurden ärztlich versorgt. Meine Gefangenschaft bei den Briten dauerte bis 1948. Während dieser ganzen Zeit kann ich über keinen einzigen Fall von menschenunwürdiger oder menschenverachtender Behandlung berichten. Die Verpflegung war ausreichend, die Behandlung korrekt und die medizinische Versorgung immer gewährleistet. Fortan gab es keine `lets go` und `come on` Rufe, keine Schläge mit Gewehrkolben und keine Gewehre, die im Anschlag auf einem gerichtet waren.

    Totengedenken

    Ich habe diesen Bericht geschrieben, um der vielen Toten zu gedenken, die in den Rheinwiesenlagern umgekommen sind und die ein Recht darauf haben, daß ihr Leidensweg nicht in Vergessenheit gerät, zumal die Zeugen dieser Zeit immer weniger werden. Zum anderen diente es dem Zweck, der weitläufigen Meinung entgegenzutreten, daß nur in sowjetischer Kriegsgefangenschaft viele ihr Leben lassen mußten wegen Unterernährung, Kälte, Mißhandlungen und unzureichender hygienischer und medizinischer Versorgung.

    Paul Jäger

    Das Gefangenenlager Rheinberg-Büderich

    Meine amerikanische Gefangenschaft 1945 begann im Lager Rheinberg-Büderich. Das Leben in diesem Lager kann man nur als menschenunwürdig bezeichnen. Von der ersten Stunde <an nahm ich mir vor, ein Buch unter dem Titel: „Ich klage an“, zu schreiben. Im Schmutz liegend und zum Knochengerüst abgemagert half mir dieser Gedanke, über die nächsten Monate hinwegzukommen. Ich registrierte alle Details, um sie später zu veröffentlichen……

    …daß wir in Rheinberg ohne Zelte auf der Erde gelegen hatten. Täglich regnete es. Wir gruben uns mit Blechdosen und mit den Händen Löcher in den sandigen Boden. Die Erdlöcher stürzten ein. Man schätzte die Verschütteten auf etwa 230 pro Nacht. Niemand konnte die Menschen ausgraben, keiner war registriert worden. Mit Bulldozern ebneten die Amerikaner die Gruben mitsamt den Toten ein und verboten den Gefangenen, neue Löcher zu schaufeln.

    Wanderer zwischen den Welten, Die Lebenserinnerungen des Landauer Architekten Paul Jäger,
    aufgezeichnet von Wiltrud Woisetschläger, Impflingen, 2005, S. 66

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