• „Die Anklage hören viele, die Rechtfertigung wenige…“
    • Alles Kräuter oder was?
    • Aus dem Reich der Sagen und Fabeln
    • Aus der Feder einer Erlebnisgeneration
    • Aus deutscher Dichtung
    • Blog
    • Deutsche Geschichte – kritisch, nicht geschönt, ungefiltert und wahrhaftig
    • Deutsche Geschichte – von den Uranfängen bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges (nach Albert Thümmel)
    • Deutsche Geschichte nach Albert Thümmel Band 2- Vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zur Gegenwart
    • Die etwas andere Fundgrube für deutsche Kultur und Geschichte
    • Dresden brannte sieben Tage und sieben Nächte
    • Feste, Feiern, Bräuche – alles heidnisch, oder was?
    • Görlitz-Reihe
    • Historische Rückblicke
    • Im Reich der „Roten Teufel“
    • Impressum
    • Reise & Geschichte
    • Schlesien und seine Bäder
    • Unsere deutschen Städte und ihre Zerstörer
    • Zitate, die nachdenklich stimmen
  • Über mich
  • Allgemein

Klara Fall: das glaube, wer mag

  • Halloween vs. Samhain – eine Reise zu unseren Wurzeln. Die hohen Feste unserer Ahnen.

    Oktober 17th, 2023

    Als wir im letzten Jahr am 31.10. von einer kurzen Reise zurückkehrten, war es schon später Nachmittag, wir waren hungrig und ich fabrizierte noch schnell ein paar Minibrötchen aus Hefe, auch Pizzabrötchen genannt.

    Etwas später vernahm ich lautes Stimmengewirr vor der Haustür, es klingelte Sturm. Vor der Tür stehen kleine Menschlein, ihre Gesichter bemalt, blutig soll‘s ausschauen, gruselig soll‘s sein, angsteinflößend und lustig zugleich… Vorab schnitzen sie in Kürbisse Fratzen, später ziehen sie um die Häuser, erbetteln Süßes.

    Ich konnte ihrem Aufruf nach Süßem nicht wirklich nachkommen, wegschicken wollte ich sie aber auch nicht. Sie würden es nicht verstehen, denn ihre Eltern haben ihnen das eigentliche Prozedere nicht oder eben falsch vermittelt. Und so verteilte ich die gerade gebackenen Pizzabrötchen, die noch warm aus dem Ofen kamen, direkt an die Kinder.

    Die Reaktion: zunächst sprachlos, doch ein glückliches Lächeln auf ihren (zumeist schwarz/weiß bemalten) Gesichtern. So zogen sie ohne Süßes mit frisch gebackenen Pizzabrötchen von dannen und riefen noch aus der Ferne: Sooo lecker.

     Was die Kinder wissen und mit dem Tag verbinden: Verkleiden, Kaufen, Feiern, andere erschrecken, gruselig sein.

     Was sie nicht wissen: Samhain ist eines der wichtigsten Feste der Kelten gewesen. Diese feierten damit ihre Ernte, den Beginn der kalten Jahreszeit und den Start in ein neues Kalenderjahr. Die Stämme der Germanen knüpften an manche der damit verbundenen Bräuche an.

    Ich persönlich nehme Samhain als den dunkelsten Tag des Jahres wahr, verbinde allerdings mit diesem Tag nicht wie einst die Kelten das Jahresende und den Beginn eines neuen Zeitraumes. Doch bin ich mir bewusst darüber, was es mit dem Datum des 31.10. (dem Ursprung nach zu urteilen), tatsächlich auf sich hat.

    Gewiss ist es nicht das, was uns da seit einigen Jahren an Festivität „aufs Auge gedrückt“ wurde.

    Ich bin immer froh, um jeden Menschen, der nicht auf jeden Zug (in dem Fall auf den, des amerikanischen Halloweens) aufspringt. Und vor allem nicht etwas fördert, was keinen guten Charakter in sich trägt.

    Mehr und mehr wird dieses Wissen um unsere Wurzeln, das Ursprüngliche verdrängt. So wie die Menschen nicht wissen, dass nahezu alle Feste, die sie feiern wie Himmelfahrt, Muttertag, Ostern, Pfingsten…u.s.w. heidnischen Ursprungs sind, wissen sie eben auch nicht, dass dieses Halloween ein eingeführtes „Spiel“ ist, um die Menschen vom eigentlichen (wahren) Geschehen wegzuführen.

    Und so wird in Europa vielerorts eine primitive, weitgehend kommerziell ausgerichtete Variante des Samhain-Festes namens Halloween sozusagen als „Reimport“ aus den Vereinigten Staaten begangen.

    Was können wir tun?

    Gute Frage: Wenn die Kinder vor eurer Tür stehen, nichtwissend warum, und ihr habt im Garten vielleicht ein Feuer gemacht, dann gebt ihnen ein Holzscheit in die Hand. Den sollen sie dann ins Feuer werfen. Sagt ihnen: Hier werfen wir traditionell Ähren, Holz und Erde in die Flammen.

    Die Kinder werden Fragen stellen: Warum? Nun ja, die Antwort ist einfach: Dieser Tag, welcher der dunkelste des Jahres ist, beruht auf einem uralten Jahreskreisfest, an dem die Völker dem ewigen Kreislauf des Lebens huldigten. Zum besseren Verständnis legen die Kinder anschließend etwas Glut in ein feuerfestes Glas, tragen es nach Hause, um buchstäblich die Dunkelheit zu vertreiben.

    Das ist übrigens ein Brauch der Druiden (Priester der Kelten), die am Vorabend des 1. November auf ihren Festplätzen ein großes Feuer entfachten. Ein weiterer Brauch bestand darin, den Verstorbenen kleine Gaben auf die Gräber zu stellen, um sie gnädig zu stimmen.

    Und die wohl schönste Idee, die sich praktisch überall realisieren lässt, ist, ganz einfach mal das Glas auf seine Ahnen zu erheben. Denn das zeugt von Respekt, wenn man die, denen man viel zu verdanken hat, einmal so richtig hochleben lässt.

    Feiern wir also dieses Fest an der Schwelle zwischen Sommer und Winter. Ich wünsche euch ein geruhsames Ahnenfest im Kreise eurer Freunde und Familien.

    Ach noch etwas: Bis zum 6. Januar (den Kelten zufolge) öffnen sich die Pforten zur Anderswelt. In dieser Zeit können wir die Verstorbenen als auch Naturwesen, die in Bäumen, Felsen und Wasserquellen wohnen, um Rat und Beistand bitten. Ein schöner Brauch, wie ich finde.

    ————————————-

    Wissenswertes auf einen Blick:

    Im Mai feiern wir mit Beltane den Sommeranfang, im Juni die Sommersonnenwende und Ende Oktober steht Samhain für den Beginn der dunklen Jahreszeit.

    Samhain ist zudem das Fest zu Ehren der Ahnen.

    Mehr noch als die bevorstehende Wintersonnenwende am 21. Dezember markiert Samhain, das genau genommen „Sauwen” (mit gehauchtem „w”) ausgesprochen wird, Anfang, Ende und Neubeginn.

    Es handelt sich vorrangig um ein Totenfest, welches traditionell zum 11. Schwarzmond (unsichtbarer Mond) des Jahreskreises zum Abschied des Sommers gefeiert wird und zugleich das letzte Erntefest des Jahreskreises ist.

    Der Begriff „Halloween“ wurde erst im 16. Jahrhundert eingeführt. Die Bezeichnung erklärt sich aus den englischen Wörtern „hallow“ (altengl. „heilig“) und „eve“ (engl. „der Vorabend“), also: der Abend vor „Allerheiligen“.

    Durch irische Auswanderer wurde das Halloween-Fest an die amerikanische Ostküste gebracht.

    Heute wird Samhain als Halloween in Teilen Europas und Irlands in der Nacht zum 1. November gefeiert. Es gilt als Fest des Spätherbstes, als Mitte des keltischen Jahres.

    Bei den Schotten entspricht Samhain weitestgehend dem Fest „Féile na Marbh“ sowie in Wales „Nos Galen-gaeof“.

    Abschließend darf man festhalten: Das ursprüngliche Samhain ist kein Fest des Grauens – das veramerikanisierte „Halloween“ schon…

    ———————-

    Es darf auch geräuchert werden!

    Am besten mit Holunderblüten, -holz, -mark, Zedernspitzen, Angelikawurzel, -samen, Wermut, Beifuß, Mistelkraut, Birkenrinde, -blätter, Lärchenharz, Lavendel, schwarzer Copal, Huichol-Copal.

    Halloween vs. Samhain und die Idee vom Samhain-Säckchen
    Eine Nachricht aus dem Samhain-Säckchen:

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
  • Das Burgunderreich (Gunther)– „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel

    Oktober 17th, 2023

    Der ostgermanische Stamm der Burgunder war um 150 aus dem heutigen Warthe- und Netzedistrikt nach Nordschlesien eingewandert. Und um 250 von hier aus zum oberen und mittleren Main vorgedrungen, wo sie die ehemaligen Sitze der Alemannen einnahmen und in der Gegend von Worms und Mainz ein blühendes Reich errichteten. Über ihre weitere Geschichte ist wenig bekannt.

    Nur ihr Untergang ist von tragischem Licht erhellt.

    437 überfiel ein hunnisches Heer, das im römischen Sold stand, die Burgunder und erschlug den König Gunther, seine ganze Sippe und einen großen Teil des Heeres.

    Diese Vernichtung der Burgunderherrschaft am Rhein bildet den geschichtlichen Kern der Nibelungensage.

    Der Rest des Volkes zog nach Südwesten und gründete in der Rhonegegend ein neues Reich mit der Hauptstadt Lyon.

    534 wurde dieses dem Frankenreich einverleibt.

    Morgen begeben wir uns zu Hengist und Horsa, den Angelsachsen.

    ————

    Textquelle wie immer nach Albert Thümmel

    Bild Wikipedia – Burgunder König Gundahar (Gunter)

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
  • Der siegreiche König richtet sich auf seinem Thron ein und lässt seine Hexenmeister rufen!

    Oktober 16th, 2023

    +++ Achtung, viel Lesestoff +++

    Heute, vor 77 Jahren fand in der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober, mit der Ermordung der Reichsregierung im sogenannten Nürnberger Prozess, eine Justizkomödie ihr Ende.

    „Das Ergebnis dieser Prozesse war, dass nicht Völkerrecht geschaffen, sondern dieses von unseren Vorfahren so geduldig in Jahrhunderten aufgebaute Recht der Völker zerstört wurde.“

    Eine Aufführung in mehreren Akten.

    Erinnerung! In der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober 1946 wurden Urteile vollstreckt. Unter den Galgen bekannten sich fast alle dem Tode Geweihten zu Deutschland.

    Das Tribunal, auch Nürnberger Prozess, ist ohne Zweifel der größte Justizskandal in der Weltgeschichte.

    Über diesem Urteilsspruch hängt von vornherein der Geist der Rache, und Rache hat nur selten etwas mit Gerechtigkeit zu schaffen. Der Tod der elf verurteilten Männer am Galgen ist für Amerika ein Schandfleck, der uns noch lange belasten wird. . .

    Warum?

    Es ist ein Urteil ohne Berufung, ein Urteil wo lediglich der Schein der Rechtmäßigkeit peinlich gewahrt wurde – eine Justizkomödie, eine Aufführung in mehreren Akten.

    Am 26. Juli 1946 eröffnete Jackson für die USA das Plädoyer der Anklage und ließ die Angeklagten noch einmal seine Verachtung spüren….

    Er sprach mehr als dreieinhalb Stunden und sparte in seinem letzten Auftritt an dieser Stelle weder mit Spott noch Hohn.

    Am 31. August 1946, dem 216. IMT-Verhandlungstag sprach jeder der Angeklagten sein Schlusswort mit der Festigkeit und Bekenntnis zu seinem Volk – von wenigen Ausnahmen abgesehen.  Nach etwa 17 Monaten seit der Inhaftsetzung, erfolgte am 30. September 1946 endlich die Verlesung des Urteils, wozu jeder einzeln in Handschellen, an US-Soldaten angekettet, vorgeführt wurde. Bis zur Vollstreckung des Urteils hatte man nichts unterlassen, die Angeklagten zu demütigen und zu erniedrigen.

    Der Gerichtshof verurteilte von den 24 Hauptangeklagten zwölf zum Tode durch den Strang, sieben zu langen Freiheitsstrafen, dreien wurde Freispruch zuerkannt. Einer war verhandlungsunfähig, einer galt als tot.

    Henker war US-Master-Sergeant John Woods, ein übler Sadist. „Zehn Leute in 103 Minuten“ brüstete sich der Henker in einem Interview in der der Soldatenzeitung „Stars and Stripes.“ .., dieser Nürnberger Job war genau das, was ich mir vorgestellt habe.“

    Und so erfüllte dieser Sadist seinen Job. Jodl war erst nach 18 Minuten, und Keitel sogar erst nach 24 Minuten tot. Keitels Gesicht war blutüberströmt. Auch andere Deliquenten hatten blutige und abgeschürfte Gesichter – trotz Kapuze. Frick war im Gesicht und Nacken schwer verletzt. Vermutlich waren die Falltüren viel zu eng bemessen, die Henkerstricke nicht sachgemäß platziert.

    Das Ergebnis dieser Prozesse war, dass nicht Völkerrecht geschaffen, sondern dieses von unseren Vorfahren so geduldig in Jahrhunderten aufgebaute Recht der Völker zerstört wurde.“

    Schon vorher hatte der Hauptankläger Robert H. Jackson unmissverständlich erklärt: „Wir dürfen uns nicht in einen Prozess über die Ursachen des Krieges verwickeln lassen.“

    —————————————-

    Der Prozess rollte während eines Jahres, vom Oktober 1945 bis zum Monat Oktober 1946 ab. Der Gerichtshof wurde durch drei Richter gebildet, von denen der eine ein Amerikaner, der zweite ein   Franzose, der dritte ein Russe war, und dem ein hoher britischer Beamter, Lord Justice Lawrence

    vorstand. Die Anklage wurde erhoben durch vier Hauptankläger, verbeiständigt durch neunundvierzig      Rechtsgelehrte in Uniform. Eine gewichtige Geschäftsstelle war mit der Sammlung und Ordnung er Beweisstücke beauftragt.

    Der siegreiche König richtet sich auf seinem Thron ein und lässt seine Hexenmeister rufen!

    Was lag nun beim Rachetribunal in Nürnberg 1945/46 vor?  

    Unzählige Dokumente aus vierter Hand   dessen Herkunft überaus im Dunkeln lag. bestimmen den Verlauf:

    Das HOSSBACH-Dokument – eines der Paradestücke im Prozess (das handschriftliche Original verschwunden, nicht mehr auffindbar. Zack: Kurzerhand wird eine Fotokopie erstellt, die unter dem Aktenzeichen 386-Ps veröffentlicht wird, und als ein offizieller Text der Hossbach Niederschrift gilt.

    Der Quellenwert amerikanischer Abschriften ist äußerst windig – so auch die Kirchbach Abschrift.

    Victor VON MARTIN äußerte sich so: »Das vom Nürnberger Gericht verwandte Protokoll war derart zusammengestrichen, dass es einen völlig anderen Sinn ergab und man es nur als grobe Fälschung bezeichnen kann.“

    Schmundt-Bericht: Die in Nürnberg vorgelegte Fassung weist handschriftliche Verbesserungen auf, die nicht von der Hand SCHMUNDTS stammen. Das Dokument trägt kein Datum. Es ist also ungewiss, wann der Bericht geschrieben wurde.

    Zwei weitere, ebenfalls in Nürnberg vorgelegte Berichte 798-PS7und 1014-PS8 tragen kein Datum, keine Unterschrift, sind ohne Kopf und ohne Geheimvermerk. Wir haben also nicht mehr als einige zusammengeheftete Schreibmaschinenseiten, von denen nicht einmal sicher ist, wo sie aufgefunden wurden

    Um es noch einmal genau zu sagen: In Nürnberg wurde eine in Washington beglaubigte Fotokopie einer nichtauthentischen Abschrift des verschollenen Originals vorgelegt

    Und so weiter und so fort….

    Zusammenfassend darf festgestellt werden, dass kein einziges Dokument einer quellenkritischen Überprüfung standhält

    ———-

    „Wir müssen die Deutschen lehren, dass sie Barbaren sein, und der Welt erklären, welch Ungeheuer sie sind“ – so die Worte der Sieger!  Und der Rundfunk aller Völker der Welt, und die Presse aller Völker der Welt, und Millionen von Stimmen aller Himmelsrichtungen der Welt, ohne Ausnahme, machten sich daran, dem Menschen, der auf seinen Ruinen saß, zu erklären, warum er ein Ungeheuer gewesen war.

    Es macht Mut zu wissen, dass nicht die ganze Welt den Wahlspruch der Sieger blind angenommen hat.

    ——————————–

    Wie Blutbäder in Kreuzzüge verwandelt werden

    Auf die Frage hin, was wohl der wahre Grund des Prozesses von Nürnberg sei, tun sich manchmal auch Vermutungen auf wie: Dass es die Furcht gewesen sei: Der Anblick der Ruinen, der Schrecken der Sieger.

    Es ist notwendig, dass die ANDEREN Unrecht haben.  Denn wenn sie zufällig keine Ungeheuer gewesen wären:

    Was für eine Last würde diese zerstörten Städte und diese Tausende von Phosphorbomben bedeuten? Der Schreck und die Verzweiflung der Sieger bilden den wahren Grund der Prozesse.

    Dazu haben sie sich das Gesicht verschleiert vor dem, was sie gezwungen waren zu tun. Und um sich Mut zu geben, haben sie ihre Blutbäder in Kreuzzüge verwandelt.

    ——–

    Theater, Theater, Theater…, Man richtet die Scheinwerfer und beleuchtet während dieser Zeit nur eine einzige Szene – alles Übrige bleibt im Dunkeln.

    Längst ist es an der Zeit, dass man mal die Leuchter anzündet, um den Zuschauern ins Gesicht zu schauen.

    Ich muss nochmal weit ausholen, zum besseren Verständnis. Also blicken wir zurück – nicht ein paar Jahrzehnte, sondern Jahrtausende: Denn auch in Nürnberg ist man so weit zurückgegangen. Da gilt auch für das „gelobte Land“, nach dessen Vorstellungen der Frieden gebaut werden sollte. Es ist ein Land ewiger Versprechung und niemaliger Erfüllung. Buchstabengläubigkeit, Unduldsamkeit, Feindeshass, Rachebedürfnis und der Glaube an den Auserwählten kennzeichnen es. Der Hass-Friedensplan von Nürnberg hat seinen Ursprung letztlich im Hass aus Unvermögen, einem Hass aus dem Unfrieden des eigenen Herzens.

    Dem vermeintlichen Weltenbürger, wie er aus dem Gesetz von Nürnberg hervorgehen sollte, fehlte für alle Zeiten, (und dieses Phänomen erstreckt sich leider bis in die Gegenwart) das Gehör für das Gute, unfähig und vor allem unwillig zum geistigen Kampf für die Gesundung einer kranken Welt.  

    Über Jahrhunderte hinweg leben wir auf einer Fälschung der Geschichte. Und diese Fälschung ist nicht einfach nur eine Fälschung. Nein. Sie ist verdammt geschickt: Sie reißt die Einbildungskraft mit sich fort.

    Und noch etwas, dass man vor allem, oder gerade im Zusammenhang mit den Nürnberger Prozessen erwähnen muss: Die volkspädagogische These, Hi.tler sei der Alleinschuldige, wird durch historische Tatsachen auf absurdum geführt. Nicht erst mit Kriegsbeginn waren außer Hi.tler auch Roosevelt, Chamberlain, Churchill, Stalin und Mussolini die personalisierten Entscheidungszentren eines gigantischen Weltkonflikts.

    ———————————–

    Dazu noch kurz einen Auszug aus dem Buch „Bedingungsloser Haß“ vom Engländer Captain Russel Greenfell:

    „Sie (die Deutschen) betrachten die ganze Sache der Nürnberger Prozesse als epochemachende Beispiele von Heuchelei, und genau das waren sie auch. Um diese einwandfrei zu beweisen, braucht man gar nicht nach weiterem Material zu suchen. Es genügt anzuführen, dass die Amerikaner mit englischer Zustimmung 80 000 ahnungslose Japaner, Männer, Frauen und Kinder in Hiroshima (und noch mehr in Nagasaki) durch die fürchterliche neue Waffe der Atombombe vernichten und unmittelbar mit majestätischer Selbstgerechtigkeit hingingen, um den führenden Deutschen wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ den Prozess zu machen.“

    Abschließend kann man festhalten: Das Tribunal machte den Weg frei, um die Pläne Morgenthaus und Nizers, Deutschland seiner Industrie zu berauben, das Land in eine Agrarwüste zu verwandeln und 20 Millionen Deutsche verhungern zu lassen oder durch Massensterilisationen zu dezimieren.

    ———-

    Die Anklage hören viele, die Rechtfertigung wenige – von Schau-Prozessen und nie geklärten und meist unerwähnten Verbrechen

    Quelle /Literatur/Verweise

    OKW-Prozeß, Fall XII, S. 1863. 13 IMT, Bd. XXVI, S. 327-336. Quellenkritisches, wenn auch weitgehend überholt bei: JACOBSEN, Fall Gelb, Wiesbaden 1957, S. 59-64. 14 Tagebuchaufzeichnungen und Lagebeurteilungen aus zwei Weltkriegen, Stuttgart 1976, S. 202

    ‚Bardeche (Nürnberg oder das gelobte Land)

    Gerhard Brennecke „die Nürnberger Geschichtsentstellung“

    „Das Tribunal“ Hans Meiser

    „Siegertribunal“ Richard Lobsien

    Auszug aus „Der Schlesier“ von Werner Schrödel

    Rolf Kosiek (der gro-ße Wendig)

    Fotos stammen aus der Chronik Bertelsmann Lexikothek 1944-1947

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
  • Das Wandalenreich (Geiserich)

    Oktober 15th, 2023

    Unternehmen wir einen weiteren Streifzug durch die Germanenreiche und gelangen zum Wandalenreich – Deutsche Geschichte nach Albert Thümmel

    Das Wandalenreich (Geiserich)

    Noch weiter nach Süden gelangten die Wandalen. Sie waren von ihren Sitzen östlich der Oder nach langer Wanderschaft durch Germanien schließlich bis nach Gallien und Spanien gekommen.

    Von hier führte sie ihr König Geiserich 429 nach Afrika und errichtete ein Reich mit der Hauptstadt Karthago.

    Doch war es nur von kurzer Dauer. Schon mit dem Tode Geiserichs (477) begann der Verfall. Die rohe Kraft der Eroberer verweichlichte durch üppiges Wohlleben. Bereits 534 wurde das Reich von Belisar, dem Feldherrn des oströmischen Kaisers Justinian, vernichtet.

    ——-

    Da sich Albert Thümmel in seinen Ausführungen zu den Wandalen doch eher kurz fasst, lest ihr noch eine Einschätzung zu dem Charakterbild von Theodor Birt (1852-1933).

    Folgen wir den streitbaren Vandalen nach Afrika. Ihr Name hat üblen Klang. Das soll uns nicht stören. Es waren nur etwa 80 000 kampffähige Männer, die da auf der Suche nach einer Heimat mit ihren Familien nach Afrika kamen und auf dem völlig fremden Boden außerhalb des Zusammenhangs der europäischen Länder sich als Herren festsetzten:

    Geiserich, Thrasamund ihre bekanntesten Könige aus dem Geschlecht der Asdingen, rechte Recken wie alle diese deutschen Fürsten, die besten Exemplare ihrer Rasse, kühn zugreifend und siegesgewiß.

    Sie glichen einem Roger und Robert Guiscard, den romantischen Normannenkönigen des 11. und 12. Jahrhunderts, die da wie Sturmwind über Sizilien und Neapel herfuhren. Aber die Vandalen waren zugleich gelehrig und klug wie alle anderen Germanen und achteten und bewunderten die Gaben der römischen Zivilisation auf das höchste.

    Den bäurischen Charakter hatten sie mehr als die anderen Germanenstämme eingebüßt. Sie lernten auch in den Städten zu leben, deren Befestigungsmauern sie freilich niederlegten, freuten sich an Zirkus, Arena und Thermen, hatten ihre städtischen Paläste, ließen vor allem die römische Gesetzgebung und Verwaltung, die sie vorfanden, so weit sie nützlich, unangetastet bestehen und hatten ein offenes Ohr für Theater und Literatur und die Dinge des schönen Scheins und des verfeinerten Genusses.

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
  • Deutsche Geschichte im Sagenkreis

    Oktober 15th, 2023

    Inspiriert durch einen Leserkommentar, nehme ich „kurz“ Bezug auf unsere Deutsche Geschichte im Sagenkreis und einem damit verbundenen historischen Prozess.

    Das in wirtschaftlicher wie in geistiger Beziehung so reiche Leben des alten Deutschlands erstarb in den Greueln des Dreißigjährigen Krieges.

    Was unserm Volke bis zu jener Zeit an alten Sagenschätzen lieb und wert gewesen war, geriet damit in Vergessenheit, und ein volles Jahrhundert verging, bis Gelehrte in alten Büchereien die ersten Spuren des alten Reichtums neu entdeckten.

    Und weil wir nun gerade mittendrin sind, und die Deutsche Geschichte nach „Albert Thümmel“ verfolgen, macht es Sinn die Verbindung zum Reich der Nibelungen ein wenig zu untermauern.

    Manchen ist es schon aufgefallen:

    Einigen Herrschern, welche über Zeit die der Völkerwanderung und darüber hinaus die historische Bühne betreten, begegnen wir auch in der Nibelungensage.

    Was in der Nibelungensage sicher als geschichtlich erwiesen ist,

    beruht auf Ereignissen des fünften nachchristlichen Jahrhunderts, also Ereignissen aus der Zeit der Völkerwanderung, die für die germanische Welt des Mittelalters in ganz gleicher Weise das Heldenzeitalter gewesen ist, wie es der trojanische Krieg für die Griechen des Altertums war.

    Meine Mutter sprach einst: Wenn wir uns unsere Deutsche Geschichte nah bringen wollen, müssen wir in den Sagenkreis der Nibelungen eintreten.

    Auch legte sie großen Wert darauf den „Parzival“ (Rittergedichte) gelesen zu haben. Wolfram von Eschenbach zitiert darin unter anderem das Originalgedicht, und die vermutlich ursprünglichen Verse, die später als Episode in die Dietrichsage mit einflossen.

    Es ist immer noch lebhaft bestritten, wie viel von der Wölsungen beziehungsweise Nibelungensage nordgermanischen, wie viel deutschen Ursprungs sei; auch über den Ort der frühesten Aufzeichnung ist man nicht einig. Fest steht aber, dass Sigurd (Siegfried), seine Vermählung mit Krimhild (der Gudrun der Wölsungensage), seine Ermordung durch Hagen (in der Wölsungensage durch Guthorm), dann der grosse Kampf in der Halle des Heunenkönigs Etzel (Attila) und der Untergang der Burgunden in diesem Kampf ursprünglich deutsche Sagen waren, welche aus Deutschland nach Skandinavien getragen und dort erst umgestaltet wurden.

    ——————————————

    Noch ein paar Informationen zum Lied der Nibelungen „am Rande“.

    Die Schicksale unseres großen Epos im Zeitraffer:

    Älteste ~Nibelunge nôtvolkstümliche, balladenartige Dichtungen aus dem dritten Viertel des 12. Jahrhunderts.

    Ritterliches Epos gleichen Titels, in Österreich entstanden

    etwa 1180-1190.

    Dasselbe um die „Klage“ erweitert und vielleicht etwas überarbeitet,

    ungefähr 1190-1200.

    Vollkommenste Überarbeitung in rein höfischem Sinne, etwa 1200-1210 (der ~Nibelungeliet~), uns durch die Handschriftengruppe ~Ca~ erhalten.

    Jüngere, treuere und volkstümlicher Überarbeitung, etwa 1240-1250 entstanden, löst das „~liet~“ in seiner Geltung ab (daher Vulgata),

    bleibt aber fortgesetzt von ihm beeinflusst.

    —————–

    Auch interessant:

    Es ist bezeichnend, dass die erste volkstümliche Ausgabe des Nibelungenliedes 1815 in dem Augenblicke

    erschien, da man sich rüstete, den von Elba zurückgekommenen Napoleon

    abzuwehren.

    Von jener Zeit an ist nun das Interesse an unserer alten Geschichte und Dichtung ständig gewachsen. Die germanistische Wissenschaft erblühte, gestützt auf die romantische Geschmacksrichtung, die die klassische in der Poesie abgelöst hatte, und erschloss immer neue Quellen für die Kunde der Vorzeit.

    Die moderne Dichtung bemächtigte sich der alten Stoffe und goss sie in neue, der Gegenwart angemessene Formen.

    Vor allen andern hat Richard Wagner das

    Verdienst, durch sein gewaltiges Tonwerk, den „Ring des Nibelungen“,

    die alten Sagen volkstümlich gemacht zu haben.

    Der deutsche Zweig der Entwicklung unserer Sage ist im 13. Jahrhundert

    auf literarischem Wege in Skandinavien eingeführt worden, und zwar

    durch einen Norweger, der zum nördlichen Deutschland innige Beziehungen

    hatte.

    ———————————

    Literatur für alle Lesebegeisterten

     Die umfassendste Ausgabe des Nibelungenliedes ist die von Karl

    +Bartsch+

     Für die sog. Edda ist zu empfehlen Karl +Hildebrands+ Ausgabe:

    Die Lieder der älteren Edda, 2. Auflage 1904, besorgt von Hugo

    +Gering+, und der ebengenannten mustergültigen Übersetzung (in Meyers

    Klassiker-Ausgaben).

     Die nordischen Sagatexte sind am leichtesten zugänglich durch die

    „Altdeutschen und altnordischen Helden-Sagen“, übersetzt von Friedrich

    Heinrich v. d. Hagen, 1. und 2. Band: Wilkina- und Niflungasaga (3.

    Ausgabe 1872), 3. Band: Wolsunga- und Ragnarssaga (2. Auflage, besorgt

    von Anton Edzardi, 1880).

    ——————————————-

    Quelle:

    The Project Gutenberg eBook of Der Sagenkreis der Nibelungen

    Felix Dahn „Walhall“ – Dietrich von Bern und die Nibelungen

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
  • Germanenreiche aus der Reihe „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel – das Westgotenreich (Alarich)

    Oktober 15th, 2023

    Im Zuge der Völkerwanderung (Ausbreitung) werfen wir nun einen Blick auf die jeweiligen Germanenreiche, und beginnen mit den Westgoten:

    Den Westgoten war es 375 gelungen, dem Stoß der Hunnen nach Süden auszuweichen. Ein Teil von ihnen ging mit Erlaubnis der Römer über die untere Donau.

    Aber immer wieder kam es zu Kämpfen mit den Römern, die den Vertrag nicht hielten, und schließlich brachen die Westgoten auf, um mit den Waffen neues Land zu gewinnen. Ihr junger König Alarich aus dem Geschlecht der Balthen, führte sie hinüber in das Weströmische Reich.

    410 hielt er seinen siegreichen Einzug in Rom. Drei Tage dauerte die Plünderung der Stadt; aber die Goten schonten das Leben der Einwohner und tasteten die Bauwerke des Altertums und die Kirchen nicht an.

    Noch im gleich Jahre jedoch starb Alarich auf dem Weg nach der Südspitze Italiens im blähenden Alter von 34 Jahren. Seine treuen Goten begruben ihn in großartiger Weise im Flussbett des Busento. Sie leiteten den Fluss ab, , bauten in dem trockenen Strombett ein steinernes Grab und senkten ihren toten König, auf seinem Streitross sitzend, hinab.

    Dan leiteten sie den Fluss wieder darüber und töteten die Gefangenen, welche die Arbeit verrichtet hatten, damit kein Römer erführe, wo der große Alarich läge und aus Habsucht oder Rache seine Ruhe störe.

    Seine Nachfolger führten die Westgoten nach Gallien und Spanien und begründeten dort das erste germanische Reich auf römischen Böden (419).

    Um 500 reichte es von der Loire bis zur Südspitze Spaniens. Der Teil nördlich der Pyrenäen wurde bereits 507 von den Franken erobert, Spanien im Jahr 711 von den Arabern. „

    …………………..

    Um den Überblick zu behalten, findet ihr auf der Seite https://undinepeter.blog/deutsche-geschichte-von-den-uranfangen-bis-zum-ende-des-dreisigjahrigen-krieges-nach-albert-thummel/ alle bereits erstellten Beiträge aus der Reihe „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel.

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
  • Die Hunnen, und der ungeheure Schrecken, der mit ihnen einherging.

    Oktober 13th, 2023

    Die Völkerwanderung – oder besser eine „Ausbreitung“ denn eine Wanderung wird sie genannt.

    (nach Albert Thümmel, „Deutsche Geschichte Band 1)

    Beginnen wir mit den Hunnen (Attila) – ein neuer stürmischer Zug kam in dieses ganze Geschehen durch einen plötzlichen gewaltigen Druck von Osten her.

    Die Hunnen, und der ungeheure Schrecken, der mit ihnen einherging.

    Um 375 erschienen die Hunnen an den Grenzen des Gotenreiches und veranlassten durch den Stoß, den sie auf diese und andere Völker ausübten, die große germanische Völkerwanderung, meist Völkerwanderung schlechthin genannt.

    Die Goten – ein ostgermanisches Volk, das einst in Südschweden und später an der Weichsel gesessen hatte – waren im 2. Jahrhundert nach Süden und Südosten vorgedrungen und hatten ein großes Reich gegründet, dass vom Schwarzen Meer bis zur Ostsee, vom Don bis zur Theiß reichte.

    Die Hunnen waren ein nomadisches Reitervolk, das seit alten Zeiten in den Steppenländern von Innerasien umhergezogen war. Durch ihre Hässlichkeit – kleiner Wuchs, breite Schultern, kleine schwarze und tiefliegende Augen, platte Nase, gellende Stimme – und durch ihre ungewohnte Kampfesweise auf unschönen, aber äußerst raschen Pferden, verbreiteten sie überall einen ungeheuren Schrecken. Nach der Zertrümmerung des ostgotischen Reichs siedelten sie sich zunächst in den Ebenen zwischen Wolga und Donau an.

    Um die Mitte des 5. Jahrhunderts gründete Attila (434-453) ein gewaltiges Reich, dass vom Schwarzen Meer bis nach Mittel- und Süddeutschland reichte, zahlreiche germanische Stämme waren im untertan: Ostgoten, Gepiden, Heruler, Rugier, Sweben, Thüringer u. a.

    Ein Lagerdorf zwischen Donau und Theiß war seine Residenz, in einem Holzpalast saß er auf hölzernem Thron: ein schiefäugiger Mongole neben blondgelockten Germanen, unscheinbar im Kreis hochgewachsener Vasallen, aber stolz in Blick und Haltung.

    Im Herbst 450 wälzte sich ein wildes Völkergewimmel donauaufwärts, über den Rhein bis an die Loire. Mit 500 000 Mann – Hunnen, Ostgoten, Gepiden – soll Attila den Boden Galliens betreten haben. In den Ebenen der Champagne, auf den sogenannten Katalaunischen Feldern (in der Nähe von Chalons), trat im 451 der weströmische Feldherr Aetius mit seinen germanischen Bundesgenossen – Westgoten, Franken, Burgunden – entgegen. Es kam zur blutigsten Schlacht jener schlachtenreichen Zeit.

    Der Kampf endete unentschieden, doch beiderseits fühlet man sich durch die furchtbaren Verluste derartige erschüttert, dass man keinen zweiten Waffengang wagte. Attila zog sich wieder nach Ungarn zurück.

    Die Westgermanen hatten Europa vor östlicher Gewaltherrschaft bewahrt. 453 starb Attila plötzlich an einem Blutsturz. Die Welt atmete auf; zerbrochen war die „Gottesgeißel“. Die einst unterworfenen germanischen Völker wurden wieder frei.

    Attilas Reich zerfiel ebenso schnell, wie es entstanden war, aber in Sagen und Liedern lebte er noch lange fort – und das mit Recht, denn er war eine gewaltige Persönlichkeit von weltgeschichtlicher Bedeutung. Wenn auch seinen Eroberungen der wilden Natur des Hunnenvolkes entsprachen – persönlich muss er ein gütiger Mensch gewesen sein; sonst hätten ihn seine gotischen Untertanen nicht „Attala“ (= Väterchen) genannt. Seinen wirklichen hunnischen Namen kennen wir nicht – ebenso wenig wie wir den wirklichen germanischen Namen von Arminius kennen (Hermann, wie man so oft sagt, hieß er bestimmt nicht.)

    In der deutschen Sage erscheint Attila als der gewaltige Etzel (das ist die mittelhochdeutsche Form von Attila). Keine Gestalt hat so tiefe Spuren hinterlassen wie dieser fremde Fürst.

    ———————-

    Morgen kehren wir wieder zu den kürzeren Episoden zurück. Thema: Die Germanenreiche. Wir streifen dann durch das

    • Westgotenreich
    • Wandalenreich
    • Burgunderreich
    • Das Angelsachsenreich
    • Das Frankenreich
    • Das Ostgotenreich
    • Das Langobardenreich

    ———————————–

    Zusätzliche Info – Buchtipp: Ich empfehle den Roman „Attila“ vom Historiker und Autor Felix Dahn: eine Geschichte von Liebe und Verrat, Gewalt und Krieg, Prophezeiung und Wahnsinn, inmitten einer der blutrünstigsten und turbulentesten Perioden der Geschichte.

     Und noch etwas sei vermerkt zur sogenannten Völkerwanderung:

    So spricht man die Völkerwanderung betreffend, von den dunkeln, stürmischen Zeiten, von denen wir keine nähere Kunde haben.

    Und doch sind jene Zeiten nicht so dunkel, die Stürme nicht so ununterbrochen, die Kunde, welche unmittelbare und mittelbare Quellen gewähren, nicht gar so gering.

    Darunter fällt auch eben diese Zeit als die römische Staatsregierung oder aufständische Feldherren germanische Stämme in bestimmte Provinzen einladen und rufen, wie etwa die Vandalen aus Spanien von Bonifatius nach Afrika berufen werden.

    In den allermeisten Fällen ist die sogenannte Wanderung nichts anderes als eine Wiederaufnahme der uralten Sitzveränderungen, doch vielmehr Ziel und Plan, wie sie die Germanen in jahrtausendjährigem Umherziehen allmählich aus Mittelasien nach Mitteleuropa geführt hatten.

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
  • Das Kräuterbüffet des Jahres schrumpft – die letzten Tinkturen werden angesetzt, doch die Welt der Heilkräuter und das damit verbundene Wissen bleibt.  

    Oktober 12th, 2023

    Nun ja, uns Frauen wird schon immer ein besonderer Zugang zur Welt des Übernatürlichen und der Geister zugesprochen, weil Intuition, Instinkt, Naturverbundenheit und Weissagungen aller Zeit Frauendomänen waren.

    Kräuter und Tinkturen haben bereits ihren festen Platz eingenommen, nur wenige warten noch auf die Fertigstellung.

    Vorhin habe ich noch schnell die letzten Samenkörner der Mariendistel in Alkohol getränkt (die bereits angesetzten ergeben schon die typische gelbe Farbe einer Mariendisteltinktur), die letzten Blüten der Ringelblume verbleiben noch etwa zwei Wochen in ihrem Ölbad und die Beinwell-Wurzel (gestern ausgebuddelt) möchte noch „tranchiert“ werden, um das Salben-Repertoire auffüllen zu können.  Ebenfalls in der Warteschleife sind noch die Löwenzahnwurzel-Tinktur und das Schöllkraut.

    Das geschrumpfte Kräuterbüffet beherbergt noch Löwenzahn, Brennnessel, Gundelrebe, Fingerkraut, Schafgarbe und Beifuß. Die meisten Kräuter ruhen schon im Glas und ergeben einen köstlichen Kräutertee.

    ————

    Noch ganz kurz möchte ich etwas zum Wirkungsfeld des Beifußes erwähnen: der im Volksmund viele Namen trägt.  Wie Buckele, Gänsekraut, Jungfernkraut, Sonnwendgürtel, wilder Wermut, Mugwurz, Stabkraut, Besenkraut, Himmelsuhr, St. Johannkraut, Geißbart, Himmelskuh, Armosia, Teutsch Rotbuck, roter Beifuss, Sonnwendkraut, Weibergürtel, Fliegenkraut, Werzwisch.

    Die Eigenschaften, die der Beifuß mit sich führt sind bemerkenswert. Früher trugen die Menschen Girlanden aus Beifuss, die sie dann im Sonnwendfeuer verbrannten, um die Dämonen des alten Jahres zu vertreiben und sich vor Krankheiten zu schützen.

    Ich nutze ihn eigentlich nur als Gewürz zu kräftigen Speisen.

    Übrigens: Der Beifuss ist eine der ältesten Heilpflanzen der Menscheit. Er wurde in alten Ablagerungen der Rentierjäger von Lascaux gefunden, die wahrscheinlich 17 000 Jahre alt sind.

    Und in der Tat schützt er vor zahlreichen Krankheiten, aufgrund seiner besonderen Inhaltsstoffe wie Cineol, Campher, Linalool oder Thujon. Daneben auch noch Terpinenol, Borneol, α-Cadinol und Spathulenol. Darüber hinaus enthält der Beifuß neben dem ätherischen Öl noch Bitterstoffe, vor allem Flavonoide, Cumarine (1,9%), unter anderem Aesculetin, Aesculin, Umbelliferon und Scopoletin.  

    Man munkelt sogar, dass er als wirksames Mittel gegen Krebs zum Einsatz kommt. So hat Thomas Efferth  vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg festgestellt:

    „Artesunate, eine Substanz aus dem Einjährigen Beifuß (lat. Artemisia annua, nicht zu verwechseln mit dem Gewürz Artemisia vulgaris), wirkt zerstörerisch auf schnell wachsende Krebszellen.“

    Er schreibt weiter: Artesunate wirkt wie Dynamit in den kranken Zellen – ein Naturgift, dass dem Körper absolut zuträglich ist.

    ——————————-

    Mit Blick auf die kommenden Tage – was schmückt eure Türen?

    Nach heidnischem Glauben sollen auch Kobolde ihren Sitz in den Türzwischenräumen haben. Deshalb hängte man kleine Amulette aus bestimmten Wurzeln und anderen Kräutern (wie Wacholder oder Beifuss bspw.) an die Türrahmen. Aber auch nach einer Hausreinigung zu den Schwellentagen, wie den Sonnenwenden und besonders der Winterwende und vor den Rauhnächten, kann man einen Schwellenzauber zum Schutz vornehmen. Schutzkränze aus Zweigen zum Beispiel.

    Langsam aber sichern nähern wir uns den Rauhnächten und den Tagen zur Winterwende. Ich mag diese Geschichten, die damit einhergehen:

    In den langen Winternächten beim Nähen, Spinnen und Kochen wurden wichtige Frauengeheimnisse weitergegeben. Vor allem den Großmüttern wurde besondere Verehrung entgegengebracht. Sie waren die Hüterinnen des alten Wissens, sie kannten alle Geheimnisse und konnten mit den Hausgeistern und Ahnen kommunizieren.

    Sie saßen oft lange in der Hecke oder unter dem Holunder, deswegen wurden sie von den Dorfbewohnern als „Heckensitzerin“ bezeichnet. Hagadise, Hagezusse, „das Weib (Zussa) oder der Geist (Dise) im Hag“, so und ähnlich wurden sie von den verschiedenen germanischen Völkern genannt.

    Als Disen wurden vor allem die Clanmütter bezeichnet, die weiblichen Ahnen, die am Schicksal des Stammes woben und ihm mit Rat und Schutz beistanden. Frau Holle ist die Herrin der Disen, aber auch Freya, die Spenderin der Liebe und Sexualität, wurde als Dise bezeichnet.

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
  • „Deutsche Geschichte nach Albert Thümmel“- Markomannen, Franken, Angelsachsen, Alemannen

    Oktober 12th, 2023

    „Fast ein Jahrhundert blieb es still am Grenzwall. Dennoch gärte es in den germanischen Waldgebieten.

    Die Volkszahl wuchs, zugleich drängten Völker von Osten her die Bewohner zwischen Rhein und Elbe immer mehr zusammen.

    Getrieben von Raumnot brachen seit der Mitte des zweiten Jahrhunderts die Germanen nach Westen vor.

    Im Jahre 167 drängten die Markomannen von Böhmen her über die Donau und entfesselten dadurch den Markomannenkrieg“. Er endete 180 mit ihrer Ansiedlung südlich der Donau. (Aus ihnen ging im 6. Jahrhundert der Stamm der Bayern hervor).

    Über den Niederrhein stießen die Franken vor – ein Volksstamm, der durch die Vereinigung zahlreicher kleiner Völkerschaften entstanden war und sich dann geteilt hatte in die salischen und die ripuarischen Franken.

    Die seefahrenden Angelsachsen sichten die Küsten Gallien und Britanniens heim. Immer stärker rückten germanische Stämme auf die römischen Grenzen; immer wieder griffen größere Stammesverbände an.

    Die römischen Grenzbefestigungen des Limes waren nicht mehr zu halten.

    Um 250 drangen die Alemannen in das Zehntland ein. (siehe Beitrag zuvor), und besetzten es.

    357 brachen sie sogar über den oberen Rhein vor, doch wurden sie bei Straßburg von den römischen Feldherren und späteren Kaiser Julian besiegt und zurückgeschlagen – wie einst die Sweben von Cäsar bei Mühlhausen.“

    ————————

    Morgen blicken wir dann auf die Hunnen (Attila), die um 375 an den Grenzen des Gotenreiches erschienen.

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
  • Die Zeit des friedlichen Grenzverkehrs – Deutsche Geschichte um 9 n. u. Z. nach Albert Thümmel

    Oktober 12th, 2023

    Rhein und Donau bildeten von nun an die Verteidigungslinie der Römer. Sie wurden durch Heerlager (Kastelle) befestigt.

    Für ein und ein halbes Jahrhundert herrschte nun Ruhe zwischen den beiden Nachbarvölkern. Ein friedlicher Grenzverkehr entwickelte sich, der für beide von weitragenden Folgen war.

    Die Römer gewannen in den Germanen wertvolle Arbeitskräfte und tapfere Soldaten.

    Ganze Völkerschaften wurden an Rhein und Donau angesiedelt mit der Verpflichtung das Reich zu schützen.

    Nur dank dieser neu zuströmenden Germanenkraft hat das Reich noch jahrhundertelang dem Angriff äußerer Feinde standgehalten.

    Die Germanen aber wurden durch den Grenzverkehr mit vielen Gütern der römischen Kultur bekannt. In den zahlreichen römischen Standquartieren längs der beiden Grenzströme entwickelte sich ein regelmäßiges Lagerleben. Den Soldaten folgten Ansiedler und Bürger.

    Mainz, Xanten, Köln, Trier, Straßburg, Augsburg und andere erwuchsen zu glänzenden Städten.

    Gegen Ende des ersten Jahrhunderts n. u. Z. schlossen die Römer den Winkel zwischen Mittelrhein und Oberdonau durch einen großen Wall (Limes) ab, der sich in weiter Doppelkrümmung von Neuwied bis Regensburg erstreckte und etwa 550 Kilometer lang war.

    Dieses Riesenwerk war überall mit Wall und Graben, in Süddeutschland mit einer Steinmauer versehen und durch mehr als 1000 Wachtürme sowie durch mehr als 100 dahinterliegende Kastelle gesichert.

    Pfähle und Schlagbäume bezeichneten die Durchlässe dieser Grenzwehr, die von Bewaffneten geschützt war.

    Die Bewohner des von Limes. Rhein und Donau umschlossenen Gebiets mussten vom Ertrag ihrer Äcker den zehnten Teil als Pachtzins an den Staat abliefern. Daher hieß die Landschaft auch Zehntland oder Dokumatland.

    ————————

    Morgen lesen wir von Markomannen, Franken, Angelsachsen und Alemannen und dem Beginn der großen germanischen Völkerwanderung.

    Quelle:

    Deutsche Geschichte Band 1 + Sammelbilder (Albert Thümmel)

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
←Vorherige Seite
1 … 47 48 49 50 51 … 69
Nächste Seite→

Bloggen auf WordPress.com.

 

Kommentare werden geladen …
 

    • Abonnieren Abonniert
      • Klara Fall: das glaube, wer mag
      • Schließe dich 52 anderen Abonnenten an
      • Du hast bereits ein WordPress.com-Konto? Melde dich jetzt an.
      • Klara Fall: das glaube, wer mag
      • Abonnieren Abonniert
      • Registrieren
      • Anmelden
      • Melde diesen Inhalt
      • Website im Reader anzeigen
      • Abonnements verwalten
      • Diese Leiste einklappen
    %d