• „Die Anklage hören viele, die Rechtfertigung wenige…“
    • Alles Kräuter oder was?
    • Aus dem Reich der Sagen und Fabeln
    • Aus der Feder einer Erlebnisgeneration
    • Aus deutscher Dichtung
    • Blog
    • Deutsche Geschichte – kritisch, nicht geschönt, ungefiltert und wahrhaftig
    • Deutsche Geschichte – von den Uranfängen bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges (nach Albert Thümmel)
    • Deutsche Geschichte nach Albert Thümmel Band 2- Vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zur Gegenwart
    • Die etwas andere Fundgrube für deutsche Kultur und Geschichte
    • Dresden brannte sieben Tage und sieben Nächte
    • Feste, Feiern, Bräuche – alles heidnisch, oder was?
    • Görlitz-Reihe
    • Historische Rückblicke
    • Im Reich der „Roten Teufel“
    • Impressum
    • Reise & Geschichte
    • Schlesien und seine Bäder
    • Unsere deutschen Städte und ihre Zerstörer
    • Zitate, die nachdenklich stimmen
  • Über mich
  • Allgemein

Klara Fall: das glaube, wer mag

  • Ein fast vergessenes Kapitel deutscher Geschichte:

    August 29th, 2023

    Als die Ostsee zu einem Meer der Hoffnung wurde, sich aber die Hölle auftat…

    Nun blicken wir noch einmal zurück, zurück auf diese scheußlichen Tage, die für unsere deutschen Landsleute voller Leid und Schmerz waren, auf Tage, Wochen, Monate und Jahre in denen eine Tragödie in Fortsetzung ging und grausam endete. Die Kriegsverbrechen an den Deutschen sind nie geahndet worden. Die Täter wurden nie belangt. Die meisten Gräueltaten auf Befehl der Alliierten und ihrer Gefolgschaft an der deutschen Bevölkerung werden bis heute verschwiegen. Die Zahl der ungeklärten Verbrechen verläuft sich ins Uferlose.

    Sonderbefehle (wie auf dem Beitragsfoto zu sehen, hingen in sämtlichen Regionen Ost-Deutschlands aus). Aus Angst vor Vergewaltigungen, Folter und Erschießungen nahmen die Menschen das Wenige was ihnen blieb und flohen auf die bereitgestellten Schiffe, um vor ihren Mördern zu fliehen.

     „In den letzten 12 Monaten des Zweiten Weltkrieges wurde die Ostsee zu einem „Meer der Hoffnung“ für mehr als zwei Millionen Menschen aus Ost- und Westpreußen, Danzig und Pommern. Frauen, Kinder und alte Menschen verließen aus Angst vor der anrückenden Roten Armee ihre Heimat. Sie flohen über Land, Eis und Meer. Am 25. Januar 1945 gab es als letzten Fluchtweg nur noch den Weg über die Ostsee. In den Ostseehäfen von Memel bis Kolberg suchten die Menschen nach rettenden Schiffen. Mehr als eintausend Handels- und Kriegsschiffe, vom Fischkutter bis zum Passagierschiff, vom Vorpostenboot bis zum Schweren Kreuzer wurden zur der Flüchtlingsrettung und zum Abtransport von schwer verwundeten Soldaten eingesetzt.

    Deutschen Seeleuten gelang es unter Einsatz des eigenen Lebens bis Kriegsende in einem einmaligen Unternehmen mehr als zweieinhalb Millionen Menschen über die Ostsee zu retten.

    Während, wenn auch wenige, amerikanische Historiker diese „Unternehmen Rettung“ nach Kriegsende als „größte Rettungsaktion der Seegeschichte“ bezeichnen, wurde im Nachkriegsdeutschland über diese humanitäre Leistung deutscher Seeleute der Mantel des Schweigens ausgebreitet. Bis heute!

    Ein weiteres Foto zeigt eine Zeichnung wie verzweifelte Passagiere später in den Rettungsbooten ein Torpedoboot ansteuern.

    Dazu kommentiert auf meinen ersten Beitrag zu „Als die Ostsee zu einem Meer der Hoffnung wurde – und sich die Hölle auftat“ ein Leser auf meiner Website:

    „Vergessen wir bitte nicht, dass die heutigen „Freunde“ auf hilflos im Wasser treibende Überlebende Zielschiessen betrieben. Ähnlich den Alliierten Tieffliegern mit ihren Bordkanonen im Raum Frankfurt am Main.“

    Nein! Wir vergessen nicht. Dieses Unrecht, dass mit einer solchen Hartnäckigkeit und Vehemenz verschwiegen wird, das kann und darf man nicht vergessen.

    (Zu den Tragödien der deutschen Regionen Schlesien und Sudetenland habe ich bereits einige Beiträge veröffentlicht).

    Noch einmal zur Erinnerung: 40 000 Menschen starben 1944/45 auf der Ostsee. Über 1000 Rettungsschiffe wurden eingesetzt – 250 gingen verloren – wurden von sowjetischen U-Booten versenkt, liefen auf Minen, von sowjetischen, britischen und amerikanischen Flugzeigen bombardiert und Jagdflugzeugen beschossen, getreu dem Befehl: „Versenkt die Deutschen“.

    Auch Lazarettschiffe waren Angriffsziele.

    Bekannt wurden in Deutschland nur die großen Schiffstragödien mit mehreren tausend Todesopfern: „Wilhelm Gustloff“, „Steuben“ „Goya“ und „Cap Arcona“.

    Erlebnisbericht – aus den Dokumentationen des Heinz Schön:

    „Die Hölle von Hela“. Ich zitiere:

    „Vom 10. bis 14. April 1943 erlebte ich an Bord des Dampfers „General San Martin, der auf Hela-Reede ankerte, um Flüchtlinge aufzunehmen und sie nach Kopenhagen zu bringen, „die Hölle von Hela“. Immer wieder wurden wir von sowjetischen Flugzeugen angegriffen. Doch wir hatten Glück.  Bombenvolltreffer erhielten die in Sichtweite von und liegenden zwei Schiffe, das kleine Lazarettschiff „Posen“ und der Dampfer „Moltkefels“. Beide Schiffe brannten sofort lichterloh, Frauen und Kinder liefen als brennende Fackeln über Deck, kamen in den Flammen um, erstickten im Rauch, ertranken in der Ostsee und sanken mit dem Schiff auf den Grund der Ostsee.

    Das Schicksal von Menschen auf untergehenden Schiffen auf der Ostsee stehen im Mittelpunkt meines Buches: „Wer weiß schon Genaueres über das Ende des Frachters „Consul Cords“, des Dampfers „Göttingen“, des Frachters „Androß“, des Dampfers „Moltkefels“, des Dampfers „Orion/Hektor“, des Dampfers „Karlsruhe“, um nur einige zu nennen, nicht zuletzt auch der großen Passagierschiffe „Steuben“, „Goya“ und „Cap Arcona“? „

    —–Zitat /Ausführung /Niederschrift des Heinz Schön – Ende.—–

    ——–

    Und als ich das lesen musste, schnürte sich mir die Kehle zu:

    In Bezug auf eine der größten Schiffskatastrophen, in denen unschuldige Menschen nachweislich gezielt durch Alliierte Kräfte getötet worden sind, erklären doch diese Schreiberlinge des NDR (Artikel aus 2022‘): Mehr als 7.000 Menschen kommen am 3. Mai 1945 ums Leben. Sie sind Opfer eines folgenschweren Irrtums.

    Ein Irrtum?

    Erst wird jahrelang überhaupt nicht berichtet, und dann stellen sie fest: Es war ein „folgenschwerer Irrtum“? Eine solche Unverfrorenheit schnürt mir die Kehle zu.

    So führen diese Schreiberlinge weiter aus: „Die vor der Küste liegenden Schiffe waren eher zufällig ins Fadenkreuz gelangt. Auch den Befehl der Alliierten: „Versenkt die Deutschen“ wissen diese Schreiberlinge zu deuten: „Die Deutschen hätte den Alliierten eine hinterhältige Falle gestellt“ Somit läge allem Anschein nach die Hauptverantwortlichkeit für eine der schwersten Schiffskatastrophen der Geschichte auf deutscher Seite.“

    Diese unfassbaren Aussagen beruhen auf den Vorgaben eines Wilhelm Lange (Stadtarchivar aus Neustadt), der seit 1984 für die Stadt Neustadt in Holstein in den Bereichen Erwachsenenbildung, Museum Cap Arcona und Archivangelegenheiten tätig ist.  Also eine Person, die überhaupt nicht das Vermögen besitzt, diese damalige Situation objektiv zu beurteilen. Im Gegensatz zu Heinz Schön, der es erlebt hat.

    Ich bin diese Lügen furchtbar leid. Dieses Verdrehen von Tatsachen, dieses Verharmlosen von Verbrechen.

    Zu dieser Art von Journalismus äußerte sich einst schon John Swinton (1829-1901). (Beitrag findet ihr auf meiner Website.)

    ———————————————–

    Quelle: Nach dem Buch des Jaueraners Heinz Schön: “Die Tragödie der Flüchtlingsschiffe“

    Heinz Schön gilt als einer der besten Kenner der Vorgänge im Ostseeraum 1944/45. Er war Zeitzeuge dieses Ereignisses und Archivar über die südliche Ostsee. Im Jahr 1986 verlieh ihm Bundespräsident Richard von Weizsäcker das Bundesverdienstkreuz. Hein Schön selbst überlebte den Untergang der Wilhelm Gustloff 1945.  

    Als die Ostsee zu einem Meer der Hoffnung wurde – und sich die Hölle auftat

    Heinz Schön veröffentlichte mehrere Dokumentationen, u. a.

    • „Ostsee 45“ – Menschen, Schiffe, Schicksale“
    • Die Gustloff Katastrophe – Bericht eines Überlebenden“
    • „SOS Wilhelm Gustloff – die größte Schiffskatastrophe der Geschichte“
    • „Rettung über die Ostsee – die Flucht aus den Ostseehäfen 1944/45“
    Wenn Lügen Geschichte machen…

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
  • Eine Zensur findet nicht statt.,, Tatsächlich?

    August 29th, 2023

    Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.,, Tatsächlich?

    Die Gerichte und die Nachrichtenmedien sind die Hur.en der Geldmächte hinter dem Vorhang der Anonymität, genau wie John Swinton, ehemaliger Herausgeber der New York Times es 1883 in einer Rede formulierte – enthüllt 1914.

    „Was für ein Unsinn, einen Toast auf die ‚Unabhängigkeit der Presse‘ auszubringen!“

    In leicht voneinander abweichenden Fassungen wird dem guten Mann ein längeres Zitat zugeschrieben, das ich hier – auf das Wesentliche gekürzt – wiedergebe: „So etwas gibt es bis zum heutigen Tage nicht in der Weltgeschichte, auch nicht in Amerika: eine unabhängige Presse…

    Das Geschäft der Journalisten ist, die Wahrheit zu zerstören, schlankweg zu lügen, die Wahrheit zu pervertieren, sie zu morden, zu Füßen des Mammons zu legen und sein Land und sein Volk zu verkaufen zum Zweck des täglichen Broterwerbs. Sie wissen das, und ich weiß das, also was soll das verrückte Lobreden auf eine freie Presse?“

    Und weiter sagt er, ich zitiere:

    „Wir sind Werkzeuge und Dienstleute reicher Männer hinter der Bühne. Wir sind Hampelmänner. Sie ziehen die Fäden und wir tanzen. Unsere Zeit, unsere Fähigkeiten, unser Leben, unsere Möglichkeiten sind alle das Eigentum anderer Menschen.“

    John Swinton (1829-1901)

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
  • Erntedank – von Wein-, Zwiebel- und Kartoffelfesten. Alles heidnisch oder was?

    August 28th, 2023

    Das Jahr geht zur Neige und schon bald widmen wir uns wieder der Erntefeste, die wie in alten Zeiten zur Herbst-Tag- und Nachtgleiche beginnen und bis zum darauffolgenden Vollmond dauern. Wir verabschieden uns von den Sommermonaten und bereiten uns auf den Winter vor.

    Vom glücklichen Ausfall der Ernte ist bei uns zu Lande die materielle Wohlfahrt der meisten Menschen abhängig. Indes ist schon von Alters her nach Beendigung der Ernte eine Feier üblich gewesen.

    Mal schauen, was Google dazu schreibt: Leicht irritiert nehme ich die erste Meldung (siehe Foto im Beitrag) zur Kenntnis. Nun gut. Ich weiß nun wie unsere jüdischen Mitbürger der Ente danken. In der darauffolgenden Meldung wird dann vermittelt, dass es ein christliches Fest sei, welches auf die Vorläufer im Römischen Reich, im antiken Griechenland oder auch in Israel zurückgeht.

    Hier darf man richtigstellen, dass es die alten Griechen waren, die zu Ehren der Demeter, der Schutzgöttin des Getreidebaus Erntefeste begangen, und die Römer dieses lediglich abkupferten. Das aufkommende Christentum stand den Mysterien des Demeter-Kults negativ gegenüber und so wurde 396 der Demeter-Tempel von Christen zerstört.

    Doch nirgendwo wird das ursprüngliche Brauchtum unserer Vorfahren erwähnt. Oder zumindest nicht auf den ersten Blick, und auch nicht auf den zweiten. Das ist sehr schade.

    So pflegten doch die Germanen vor dem ersten Schnitte die Hilfe der Götter anzurufen, um die erste Gabe ihnen zu weihen.

    Insbesondere die germanischen Erntedankfeste bieten sich an, um den Prozess des herrschenden christlichen Glaubens und dessen Nachwirkungen heute noch deutlich zu machen. Die Erntefeste gehören mit zu den ältesten der Urvölker.

    In der germanischen Mythologie schlossen sich zu diesem Fest die Götter Týr (Sonne) und Thor/Donar (Gewitter) zusammen, um dem Winterriesen Hymir das, für das Wachstum notwendige Wasser zu entlocken, während der Herrschaft von Loki. (der hier die hochsommerliche Hitze bedeutet) Denn erst die mythischen Verbindungen zwischen Göttern und Göttinnen ermöglichen das Wachstum der Pflanzen!

    Unser Urglaube: wenn auch im Laufe der Jahrhunderte umgebildet, doch in seinem Kerne nie vernichtet!

    Eine Umdeutung des Erntedankfestes (wie wir es von Ostern, Christ-Himmelfahrt oder Pfingsten kennen) durch die Kirche hat es nicht gegeben, auch wenn man es gerne so ausschauen lässt.

    Doch setzte die christliche Kirche an die Stelle der altheidnischen Dankopfer ein Erntedankfest, das gottesdienstlich begangen wird. Gegenwärtig ähneln diese Erntedankfeste eher ausschweifenden Festivitäten, geprägt von üppigem Essen und Saufgelagen – kein Empfinden von Dank geht mit einher. Warum auch? Die Supermarktregale sind gut gefüllt und der Mensch hat Zugriff auf Nahrungsmittel aus aller Welt.

    Vor allem jedoch, fehlt jeglicher Bezug zu den Ahnen.

    Umso mehr beflügelt es, sich auf alte Zeiten zu besinnen und die Nahrungsquellen, die uns Mutter Natur bereit ist zu geben, zu würdigen und zu ehren. So wie es einst unsere Vorfahren taten.

    Man sollte sich der Herkunft der Bräuche schon gewiss sein, und auch die Götter ehren, die uns den Winter überstehen lassen.

    Ein Teil des deutschen Volkslebens wird aus seinen Mythen, seinen Sagen und Märchen, seinen Sitten und Gebräuchen erkannt, von denen mehrere sich bis in die Zeiten Homer’s zurückverfolgen lassen.

    ——————-

    Gut zu wissen:

    Als das Christentum sich in dem Reich der weltbeherrschenden Römer auszubreiten begann und Volksreligion wurde, blieb es weder in Glauben und Kult unbeeinflusst von dem unterliegenden Heidentum. Denn nicht auf einen Schlag wurden die Heiden zu Christen bekehrt und ihre Gebräuche und Sitten aus der Welt geschafft – das geschah erst im Laufe von Jahrhunderten.

    Des Christentums Sieg beruht auf einer Reihe von Zugeständnissen und Kompromissen, die es dem Heidentum machen musste. Es konnte sich unmöglich den Einflüssen des Heidentums gänzlich entziehen. Der Heide übertrug seine Vorstellungen auf christliche Glaubenssätze und behielt vielfach die eigenen Kultusformen bei.

    Doch in den Ländern germanischer Zunge wurden die Völker in ihrem Glauben gewaltsam gestört. Nach harten Kämpfen vertauschte das Christentum den heimischen Glauben, doch der ernst-sittlich Sinn des germanischen Volkes blieb bestehen.

    Wir müssen uns nur immer und immer wieder darauf besinnen!

    ————————————

    Quelle:

    Aus den Schriften W. Mannhardt’s: Roggenwolf und Roggenhund, 2. Auflage Danzig 1866:, die Korndämonen, Berlin 1868, der Baumkultus der Germanen und ihrer Nachbarstämme, Berlin 1875, antike Feld- und Weltkulte aus nordeuropäischer Überlieferung erläutert, Berlin 1877

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
  • Wenn Lügen Geschichte machen…

    August 25th, 2023

    Mühsam hat meine Mutter alle Zeitungsausschnitte aus der Vergangenheit gesammelt und ausgeschnitten. Wenn man viel Leid erfahren hat, möchte man es herausschreien, wenn man jedoch zum Schweigen verurteilt wird, muss man sich dem wenigen, was einem zur Verfügung steht, abfinden. Darunter auch Zeitungsberichte, die zumindest den Ansatz vertraten, über das Leid zu berichten, jedoch oft mit falschen Zahlen und zahleichen Halbwahrheiten jonglierten. Frei dem Motto“ Ihr wolltet dazu was hören, wir haben berichtet.“

    Nur gut, dass es noch Zeitzeugen gibt, die berichten können. Meine Mutter, heute 100 Jahre alt gehört dazu.

    Darüber hinaus hat sie alles dazu gesammelt, was ihr unterkam. Sie wusste selbstverständlich, dass in den offiziellen Berichten mit Vorliebe an den Zahlen deutscher Todesopfer „gebastelt“ wurde.

    „Nach neuesten Erkenntnissen…“ Das lässt aufhorchen. Was wurde nun wieder verdreht, schießt es mir dann direkt durch den Kopf. Nun ja, spätestens nach dem gestrigen Beitrag und unserem Besuch des Gräberfeldes auf dem Golm, wissen wir, wie sich das so verhält mit den neuesten historischen Prozessen, und den eigens dafür eingesetzten Experten und natürlich nicht zu vergessen die allseits „unabhängige“ Presse, die das ganze, hübsch in Worte verpackt, an die Öffentlichkeit liefern muss.

    Und so tut man kund, nach neuesten historischen Prozessen wie gesagt, dass es sich auf dem Golm gar nicht um 32 000 deutsche Tote handelt, sondern gerademal um 4000.

    Aha: Der Stein, geprägt mit der ursprünglichen Zahl 32 000, der liegt da nur so rum. Die Menschen damals, haben einfach eine Null mehr reingemeißelt, einfach so. Nur gut, dass die Historiker der modernen Forschung unterwegs sind, und das alles „richtigstellen“. Und so schaut sie aus die Richtigstellung:

    Für mich ein typisches Beispiel des „Herunterkorrigierens deutscher Todesopfer“ Bei der Gustloff von über 9000 zu Tode gekommenen Menschen hin zu 6300. Mal eben 3000 Tote weniger aufgeführt. Was soll`s? „Sind doch nur Deutsche“. Um in dem Fall nochmal Bezug auf die Aussagen der Verursacher dieser Tragödien wie Churchill, Stalin & Co zu nehmen…

    Ja wenn Lügen Geschichte machen

    …., dann müssen wir nach der Wahrheit suchen

    Daher möchte ich euch diesen Auszug aus einem Tagebucheintrag meiner Mutter nicht vorenthalten, um es begreifbar zu machen.

    Es führt zu nichts, wenn ich einen Beitrag nach dem anderen einstelle, wenn das vorangegangene Prozedere nicht bekannt ist.

    Zunächst ist der Aufbau des Konstrukts schwer zu durchschauen. Doch wenn man die Geschichte hinter der Geschichte kennt, wird man auch der Lüge gewahr.

    ——–

    Die Einträge hat meine Mutter mit entsprechenden Zusätzen versehen. Ich habe diese wie folgt übernommen:

    „Nicht vergessen Frankreich und England hatten Deutschland am 3. September 1939 den Krieg erklärt und damit überhaupt erst die Voraussetzung für den Zweiten Weltkrieg geschaffen!

    Auch war Deutschland zum Ärger Englands und Frankreichs wieder wirtschaftlich stark und dies ohne Kolonien und ohne jegliche Hilfe aus dem Ausland. –

    Das Volk hat mit eigener Kraft das Unmögliche möglich gemacht. Den Deutschen war es gelungen mit Fleiß, Disziplin, Ordnung und Moral, Wirtschaftlich- und Beharrlichkeit und großer Ausdauer enorme Leistungen zu vollbringen. . Deutschlands größter Ruhm war nicht n i e zu fallen, sondern jedes Mal wieder aufzustehen, wenn es von den Feinden zu Fall gebracht wurde. – Diesen Fortschritt konnten England und Frankreich nicht ertragen. Da kam ihnen der Polenfeldzug sehr gelegen.

    • Frankreich war gut aufgerüstet – 90 schlagfertige Divisionen mit über 2700 Panzern standen bereit. Französische Truppen stießen schon am 7.9.39 zwischen Pfälzer Wald und Mosel auf deutsches Reichsgebiet vor (!) und kamen auch nach Saarbrücken, zogen sich jedoch am 19.10.39 wieder zurück.

    • Am 7.3.1935 wurde bereits ein frz.-belgisches Militärabkommen geschlossen! Schon am 25.3.1936 hatten USA, Frankreich und England ein Flottenabkommen unterschrieben.

     Warum? Mit welcher Absicht? Heute stellt man die Geschichte vollkommen um, man behauptet Deutschland habe 1933/34 sofort aufgerüstet, aber D. hat in den Jahren 33/34/35/36 nur 1.9 Milliarden RM = 4% des Volkseinkommens und erst 38/39 8,2 bzw. 18,4 Milliarden also 11 % bzw. 22 % für die Rüstung bereit gestellt. Es ist damit auch bewiesen, dass die Vollbeschäftigung 1934 nicht durch Aufrüstung erreicht wurde, wie heute behauptet wird.

     Die Frage ist: Warum werden die Archive nicht geöffnet und warum dürfen die Dokumente nicht eingesehen werden? Dafür gibt es heute neue Geschichtsschreiber, die ihre Fantasie für die gewünschte Darstellung des Geschehens, spielen lassen.

    Was sagte da ein alter Schriftsteller: Geschichtsschreibung ist ein Bericht über Ereignisse, die nie stattgefunden haben, von Leuten abgegeben, die nicht dabei waren!

    – Der erste britische Luftangriff erfolgte am 4.9.39 auf die Helgoländer Bucht und Cuxhaven.

    • Am 17.9.39 marschierten russische Truppen in Polen ein. Die Polen kapitulierten am 27.9.39.

    • Ab 28.9.39 mussten die Polen, die 1919 besetzten rein deutschen Gebiete und Städte räumen und sich wieder zurückziehen. Das war keine Vertreibung!

    • Aus den nicht ins Reich eingegliederten Gebieten entstand das Generalgouvernement. Heute wird der Eindruck erweckt, dass die Polen gelitten haben. Gelitten? weil sie die ehemaligen deutschen Städte, die sie 1918 geraubt, Deutsche vertrieben, ihre Fabriken, Geschäfte, Häuser sich angeeignet hatten, diese nun wieder aufgeben und die deutschen Orte verlassen mussten? Gelitten haben die Deutschen von 1918- 1939, wie schon berichtet, unter der Gewaltherrschaft der Polen!

    • In Deutschland werden ab 14.11.39 Kleiderkarten ausgegeben. Dieser Bezugschein bestand aus 100 Punkten (für ein ganzes Jahr) die beim Kauf von Textilien abgerechnet wurden -l Paar Strümpfe 4 Punkte, Pullover 25 Punkte, Damenkostüm 45 Punkte.

    • Auch eine Lebensmittelkarte wurde eingeführt. Es gab pro Person 2250 g Brot,

    500 g Fleisch, 270 g Fett,( pro Woche ) manche Arbeiter bekamen Sonderzulagen. An werdende Mütter und Kinder wurden Vollmilch ausgegeben, Normalverbraucher erhielten manchmal nur Magermilch. Diese Rationen waren wirklich ausreichend.

    • 1940 weitete sich der Krieg auf Nord- und Westeuropa aus.

    • Am 9.4.40 landeten sieben deutsche Divisionen, aus Furcht vor dem Festsetzen der Alliierten in Skandinavien und kamen der britischen Norwegenaktion nur wenige Stunden zuvor.

    • Zur Sicherung der Ostsee erfolgte gleichzeitig die Besetzung Dänemarks.

    • Während Dänemark kapitulierte, gab es in Norwegen von französischen, englischen, exilpolnischen und norwegischen Truppenverbänden erbitterten Widersand. (Schlacht um Narvik) Am 10. Juni 1940 kapitulierte Norwegen.

     Im Mai 1940 lehnt Churchill ein Friedens- und Verhandlungsgebot von Hitler ab.

     Am 10. Mai zogen deutsche Truppen in Niederlande, Belgien und Luxemburg ein, um den, bereits im Vormarsch in diese Länder befindlichen alliierten Streitkräfte zuvor zu kommen. Nach dem Vorstoß durch die Ardennen erreichten deutsche Panzerverbände die franz. Kanalküste und drängten das britische Korps zurück. Am 5. Juni hatte die Schlacht um Frankreich begonnen, am 9. Juni war Einmarsch in Paris und am 17. Juni bat Fr. um Waffenstillstand.

     Frankreich hatte Deutschland am 3.9.39 den Krieg erklärt! Nicht umgekehrt! Am 22.Juni 1940 wurde der Waffenstillstandsvertrag abgeschlossen! Dreifünftel Fr. kamen unter deutsche Besatzung. Elsaß Lothringen kehrte wieder nach Deutschland zurück. In London bildete de Gaulle eine Exilregierung. Belgien, Niederlande hatten bereits im Mai kapituliert. Sie waren eigentlich nur als Durchzugsgebiete für die Franzosen vorgesehen. Auch Eupen Malmedy wurde wieder deutsch.

     Ab 11.5.1940 beginnt England deutsche Städte zu bombardieren.

     Im Juli 1940 griffen deutsche Bomber Englands Rüstungsindustrie an. Hauptsächlich wurden britische Flugplätze und Flugzeugwerke bombardiert

    Am 23.10.1992 schrieb Baron Patrik Maynhard Stuart in der Zeitung: “ Die Deutschen waren, strenggenommen, im Recht, den Angriff auf London eine Vergeltungsmaßnahme zu nennen.”

    US-Präsident Roosevelt und Churchill legten bereits im Juni 1941 eine gemeinsame Kriegs- und Nachkriegspolitik fest. Außerdem unterstützte die USA, England und Frankreich die Sowjetunion mit Waffen- Ausrüstungs- und Lebensmittellieferungen.

    Am 15.6.40 besetzt die Sowjetunion die baltischen Staaten.

    Am 11.6.1940 tritt Italien an Deutschlands Seite in den Krieg ein.

    Am 27.9.1940 schließen Deutschland, Italien und Japan das Dreimächteabkommen.

    11.2.41 Hitler hilft Mussolini und schickt deutsche Truppen nach Afrika.

    Im Februar 1941 bekommt General Rommel den Befehl mit dem Afrika-Korps den erfolglosen Bündnispartner Italien bei seiner Verteidigung zu unterstützen. Die Briten hatten Italiens Kolonien Lybien und Ostafrika besetzt.

    Zu ersten Kampfhandlungen zwischen Deutschland und den USA kommt es 1942 in Nordafrika. General Rommel hatte anfangs großen Erfolg und wurde zum Generalfeldmarschall befördert. Aber das kleine Afrikakorps war den großen Truppeneinheiten von USA u. Britannien unterlegen.

    Am 13.5.43 mußten die Achsenmächte kapitulieren. Eine Gruppe der Offiziere vom Afrika-Korps hielt sich nach der Niederlage im Sommer 1943 für einige Tage im Hauptquartier auf. Wir Nachrichtenhelferinnen trafen sie beim Himbeeren pflücken Wir hatten viel Spaß miteinander. Die Sträucher waren dort so hoch wie Bäume und die Beeren hingen wie Trauben daran.

    Zurück zu 1939 und meinen persönlichen Erlebnissen in der Folgezeit….

    —Fortsetzung folgt——

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
  • „Mehr von den Gatten als des Vaters Geiste beseelt, nicht zum Weinen gebeugt, noch zum Flehen sich erniedrigend.“

    August 25th, 2023

    Ich bin gewiss, in einigen unter uns Frauen ruht immer noch das Wesen der Thusnelda

    Aus dem Waldesdüster ältester Geschichten unseres Landes tritt eine Frauengestalt hervor, welche von den antiken Autoren, die ihrer gedenken, nur mit wenigen und flüchtigen Zügen gezeichnet ist und dennoch fest, bestimmt und deutlich vor unserem Seelenauge steht: – die Gestalt der Gattin Armins.

    Der Stahlgriffel des Tacitus hat mittels etlicher Lapidarworte, wie sie »der Blitz in Felsen schreibt«, das tragische Geschick dieser Frau der Ewigkeit eingegraben. Ihr Name findet sich jedoch nur bei einem der alten Zeugen, beim Strabon, dem bekannten Geographen des Altertums, welcher zur Zeit des Augustus und Tiberius schrieb. Er nennt sie Thusnelda.

    Hochschlank von Wuchs, voll und straff von Formen, goldhaarig, kornblumenaugig und rotwangig müssen wir uns das Mädchen denken, welches in stürmischer Nacht, zagend und doch einem unwiderstehlichen Zuge gehorchend, aus der Hintertür des väterlichen Edelhofs schleicht, wie ein weißer Schatten über die Lichtung huscht und in dem gegenüberliegenden Eichenkamp verschwindet.

    Der wirklich und wahrhaft historische Roman Arminius und Thusnelda ist kulturgeschichtlich und psychologisch gleich merkwürdig.

    Diese älteste, historisch beglaubigte deutsche Liebesgeschichte zeigt nämlich deutlich, dass in den altdeutschen Wäldern das Verhältnis von Mann und Weib tatsächlich auf einer edleren Anschauung beruhte als in der griechisch-römischen Welt.

    Dem berühmten Zeugnis des großen römischen Historikers zufolge hatten sich ja bei den Germanen die Frauen einer viel geachteteren Stellung zu erfreuen als bei irgendeinem Volk im Umkreise des hellenisch-römischen Altertums. Die Germanin wird nicht als willenlos vorausgesetzt. Auch in ihr regt sich der deutsche Individualismus, der Selbstbestimmungstrieb. Die germanische Frau steht nicht an, das Recht des menschlichen Ich und Selbst gegenüber der Satzung, dem Brauch und der äußerlichen Gewalt geltend zu machen.

    Die Tochter Segests ist, zweifelsohne nach den Formen des altdeutschen Brautkaufs von ihrem Vater einem Manne verlobt, den sie nicht haben will. Weit entfernt jedoch von feiger Ergebung in die »soziale Ordnung«, verzehrt sie sich nicht in nutzlosen Tränen, sondern lässt sich vielmehr entschlossen von dem Manne entführen, welchen ihr Vater hasst, sie aber liebt.

    Wer in Florenz gewesen, erinnert sich gewiss mit Vergnügen der schönen »Loggia de‘ Lanzi« auf dem Marktplatz, eines der besten Werke der Frührenaissance. Unter den Statuen, welche das Innere der Halle schmücken, fällt eine mehr als lebensgroße marmorne auf, und zwar durch den großartigen Ausdruck tiefer Schwermut, welche über ihre Gesichtszüge, ja über ihre ganze Gestalt gegossen ist.

    Die Florentiner kannten sie früher unter dem Namen der »Göttin des Schweigens«, welche Bezeichnung sicher nur von der Bewegung der rechten Hand der Statue gegen den Mund zu herrührte.

    Einige Archäologen wollten in ihr die Matrone Veturia, Koriolans Mutter, erkennen; andere sahen in der Bildsäule eine griechische Polyhymnia oder Mnemosyne. Der Franzose Mongez hat zuerst die richtige Nachweisung gegeben, dass diese schöne Statue – sie hatte sich früher im Palazzo Kapranika und dann in der Villa Medici in Rom befunden – weder eine griechische Göttin noch eine römische Matrone darstelle, sondern eine von den Römern gefangene und im Triumph aufgeführte »Barbarin«.

    »Das Urbild«, fügt Göttling hinzu, »muss einer Nation angehört haben, welche den Römern sowohl kriegerisch wie sittlich imponierte, und muss eine an Ansehen hervorragende Frau, eine Fürstin, gewesen sein.« …

    Das Gesicht ist nicht von hellenischem oder römischem, sondern von nordischem Schnitt. Es trägt den Stempel schwermutsvollen Insichversunkenseins.

    Der etwas vorgeneigte Kopf scheint sich unter der Wucht eines herben Geschickes zu beugen. Die linke Brust, sowie beide Arme sind bloß, und diese Blöße, wie auch die Gewandung der übrigen Gestalt ist ganz entsprechend der von Tacitus ( Germ. 17) gegebenen Schilderung, welcher Art die altdeutschen Frauen sich trugen.

    Das ganze Bild macht einen so durchschlagend germanischen Eindruck, dass auch solche Altertumskenner, welche Göttlings Aufstellung für nicht völlig erwiesen ansehen, immerhin einstimmen, dass die beschriebene Statue eine Germanin vorstelle.

    Die Rebellin gegen die väterliche und staatliche Autorität heiratet den Rebellen gegen die vollendete Tatsache der fremden Zwingherrschaft, deren gehorsamer Diener sein Schwiegervater ist. Fürwahr, ein von vornherein auf einen tragischen Ausgang angelegter Roman der Wirklichkeit. Er konnte gar nicht anders als unglücklich enden, denn Held und Heldin waren ja idealistisch gestimmt, waren hoch und edel gesinnt und »das Schöne muss sterben …«

    ———

    Bild: Accademia Colecciones

    Text: Johannes Scheer (1817-1886) 1879 Germania. Zwei Jahrtausende deutschen Lebens

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
  • Als die Ostsee zu einem Meer der Hoffnung wurde – und sich die Hölle auftat

    August 25th, 2023

    Zum Gedenken an unsere Toten aus der größten Schiffskatastrophe der Geschichte – in der Nacht zum 30. Januar 1945. Ein sowjetisches U-Boot versenkte die mit Flüchtlingen und zahlreichen Verwundeten überladene SOS Wilhelm Gustloff. Tausende von Menschen versanken mit dem ehemaligen Kdf-Schiff in der eisigen Ostsee. Heinz Schön beweist: Über 9000 Tote.

    In dem Zuge widme ich mich in den nächsten Tagen einem fast vergessenen Kapitel der deutschen Geschichte und stütze ich mich dabei auf die Ausführungen des Heinz Schön (*1926 in Jauer. Niederschlesien, † 7. April 2013 in Bad Salzuflen), der in seinen Veröffentlichungen unter anderem beweist, dass allein auf der SOS Wilhlem Gustloff über 9000 Tote zu beklagen sind.

    „Die Tragödie der Flüchtlingsschiffe“ – diesen Ausführungen zufolge starben 1944/45 über 40 000 Menschen auf der Ostsee.

    Eine kurze Einleitung: „In den letzten 12 Monaten des Zweiten Weltkrieges wurde die Ostsee zu einem „Meer der Hoffnung“ für mehr als zwei Millionen Menschen aus Ost- und Westpreußen, Danzig und Pommern. Frauen, Kinder und alte Menschen verließen aus Angst vor der anrückenden Roten Armee ihre Heimat.

    Die deutsche Kriegsmarine setzte über 1000 Handels- und Kriegsschiffe aller Größen und Klassen zu ihrer Rettung und zum Abtransport verwundetet Soldaten ein und evakuierte so in der größten Rettungsaktion der Seegeschichte an die 2,5 Millionen Menschen.

    Doch für rund 40 000 Menschen wurde die Ostsee zum nassen Grab.

    Mehr als 200 Schiffe fielen Angriffen und Minen zum Opfer. Anhand ausgewählter Beispiele schildert Heinz Schön die Tragödie dieser Flüchtlings-Lazarettschiffe.

    Heinz Schön gilt als einer der besten Kenner der Vorgänge im Ostseeraum 1944/45. Er war Zeitzeuge dieses Ereignisses und Archivar über die südliche Ostsee. Im Jahr 1986 verlieh ihm Bundespräsident Richard von Weizsäcker das Bundesverdienstkreuz. Hein Schön selbst überlebte den Untergang der Wilhelm Gustloff 1945.

    Fortsetzung folgt!

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
  • „Weit auf dem Golm im Mitsommergrün…

    August 25th, 2023

    Am 8. August besuchten wir den Golm – die Ruhestätte von über 23 000 durch Alliierte Bombenangriffe zu Tode gekommenen Menschen auf der Insel Usedom

    Bevor wir uns dem eigentlichen Beitrag zur Gedenkstätte Golm widmen, möchte ich noch etwas voranführen, betreffend der Zahl deutscher Todesopfer, hervorgegangen aus den Wirren des Zweiten Weltkrieges. Gestern kam es in einem Beitrag immer wieder zu Abweichungen. Teils stammend aus den mir vorliegenden Zeitungsberichten, teils aus Veröffentlichungen und Niederschriften und daraus resultierend von mir angegeben. Ich weiß, dass nach einer ordentlichen Recherche große Abweichungen nicht auftreten sollten und dürfen. Und doch passiert es. An dieser Stelle muss man sich aber auch die Frage stellen, wie kann es überhaupt zu solchen Differenzen kommen?

    Zum besseren Verständnis für all die, die bisher von alldem nichts wussten. Das Spiel mit den Zahlen deutscher Todesopfer hat in der offiziellen Presse eine lange Tradition, wenn man es so ausdrücken mag. Es scheint als sei ihnen das Vermögen des Fälschens in die Wiege gelegt worden. Anders gesagt, arbeitet diese Presse als teuflisches Werkzeug der „Betäubung und Täuschung.“

    Und diese fortwährende Täuschung hat zur Folge, dass ein großer Teil des deutschen Volkes nicht nur beginnt, lethargisch und gleichgültig mit den Vorfällen umzugehen, sondern schlussendlich meint, seinen Untergang hinnehmen zu müssen.

    Bis 2002 lag die Gedenkstätte in der Obhut einer in 1955 entstandenen Interessengemeinschaft, die 2002 „großzügig“ in Trägerschaft gekommen ist.

    Recherchiert man nun, reduziert sich die ursprüngliche Zahl von mehr als 23 000 Opfern (der ursprüngliche Stein gibt dazu Aufschluss, auch wenn die Zahl nur noch schwer erkenntlich ist) auf zunächst bis zu 14.000 Todesopfer und nun, in der ganz neuen Ausgabe dieser Trägerschaft, werden sage und schreibe 4.000 bis 6.000 Opfer aufgeführt.

    Ich bin noch im Besitz eines Flyers der ehemaligen Interessengemeinschaft. (in der Kommentarspalte)

    —————————–

    Unsere Eindrücke vom Besuch der Ruhestätte

    „Weit auf dem Golm im Mitsommergrün. Dort wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blühen. Da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht im Wind, der sanft über das Gräberfeld streicht.

    Für den Frieden zu kämpfen und wachsam zu sein, fällt die Menschheit noch einmal auf Lügen herein. Dann kann es geschehen, dass bald niemand mehr lebt. Niemand, der die Milliarden Toten vergräbt.

    Ja auch dich haben sie genauso belogen wie sie es heute immer noch tun…“ (frei nach Hannes Wader)

    —–

    Wir waren heute auf dem Golm, der höchsten Erhebung der Insel Usedom, zugleich Ort einer Tragödie und eine der größten Kriegsgräberstätten Deutschlands.

    Den Ort haben wir mit zwiespältigen Gefühlen verlassen.

    Gespickt von zahlreichen Lügen, einer widersprüchlichen Darstellung des Geschehens und anderen „Erzählungen“ die uns bitter aufgestoßen sind, standen wir dennoch andächtig und ehrfurchtsvoll an einem Ort, wo auch unzählige Familien (deren Leben gezielt ausgelöscht wurde) ihre letzte Ruhe fanden.

    ¤ Von der Tragödie muss man wissen, den Ort dazu kennen, sonst findet man ihn nicht. Der Wegweiser ist wie bei allen anderen Stätten dieser Art kaum wahrzunehmen.

    ¤ Die Zahl der getöteten deutschen Menschen wurde in Zahlen wie so oft nach unten reduziert. Doch auf dem ursprünglichen Gedenkstein ist die Zahl von 23 000 Toten eingraviert.

    ¤ Heute steht hier etwas von 4 000 bis 6 000 Toten. Solche Lügen sind unerträglich.

    ¤ An anderer Stelle verharrt man mit Erklärungen zu den bösen Nationalsozi.alisten. Darüber wird ausführlich berichtet Was bitte hat das mit diesem Ort zu tun, an dem unschuldige Menschen von den Alliierten getötet wurden?

    Alliierte waren es, die gezielt Zivilisten töteten und ganze Familien auslöschten.

    Das allerdings liest man nirgendwo.

    Nur am Rande wird erwähnt, dass die Alliierten Bomben abgeworfen haben….

    Es ist einfach nur zum „Haare raufen, um es freundlich auszudrücken.

    ¤ Im Haus mit Informationen wird weiter gelogen, sodass sich die Balken biegen. Mein Mann verließ wütend den Raum, ich machte noch ein paar Bilder.

    Die Erkenntnis, die bleibt: Wie will man aktuelle Verbrechen aufarbeiten, wenn die längst Vergangenen über Lügen unter Verschluss gehalten werden?

    Dieses Wissen ist einfach nur unerträglich.

    Während man eifrig die Opferzahlen der Deutschen über den Zweiten Weltkrieg hinaus immer und immer wieder, weiter und nahezu ins Uferlose nach unten reduziert, gilt die gerundete Zahl von 6 Millionen der zu Tode gekommenen J.u.den. nicht nur als symbolisch, sondern auch als ziemlich verlässlich. Schlimm genug, dass wir überhaupt über solche Ereignisse berichten müssen, in denen so viele Menschen ihr Leben lassen mussten, ganz gleich welcher Herkunft oder Nation. Es sind Menschenleben zu beklagen. Ganze Familien wurden ausgelöscht.

    Nicht weniger schlimm ist es jedoch, wenn man dabei das Gefühl hat, über weite Strecken hin, immer und immer wieder belogen zu werden.

    Nun stelle man sich die Frage, warum diese Verlässlichkeit ursprünglicher Zahlen (wie oben erwähnt) nicht auf deutsche Todesopfer zutrifft? Beispiele dazu gibt es zuhauf.

    Sei es nach dem Bombenangriff auf Dresden, sei es aus den Tragödien der Flüchtlingsschiffe heraus, oder aus der zuvor unerbittlichen und zwangsweisen Vertreibungsaktion der Deutschen aus ihrer Heimat mit furchtbaren Drangsalierungen nach Kriegsende seitens der Alliierten bis weit in die 1950er Jahre hinein. In allen Fällen dieser Tragödien lagen die ursprünglichen Todeszahlen weit über den uns heute suggerierten.

    Hier wurde über die vergangenen Jahre die ursprüngliche Zahl der getöteten Deutschen von 23 000 auf 6.000-4.000 reduziert. Bei näherer Betrachtung des Ereignisses wird man schnell feststellen, dass die uns heute suggerierte Todeszahl von etwa 4.000 Toten nicht ansatzweise im Verhältnis zum dem damaligen Geschehen steht /stehen kann. Ein Graus.

    Ähnlich, wir erinnern uns, reduziert sich auch die Zahl von jüd.ischen Todesopfern wie von Geisterhand, nachdem man der Beweis erbracht wurde, dass keine Deutschen an den Massakern (u. a. von Jedwabne) beteiligt waren. Leise, kaum vernehmbar, gab man zu, dass es Polen waren, die auf brutalste Weise ihre jü.dischen Mitbürger töteten. Und nachdem das ans Tageslicht kam, waren es plötzlich nicht mehr die, wie anfänglich den Deutschen angelasteten 1600 Tote, sondern nur noch etwa 340. Merkwürdig. Oder?

    Aber wie kam es dazu?

    —-Auszug Wikipedia: „Während die Opferzahlen ursprünglich auf 1.600 Personen geschätzt worden waren, wurde nach Exhumierungen der Massengräber und Ausgrabungen des Instituts für Nationales Gedenken (IPN) im Jahre 2001 davon ausgegangen, dass es zwischen 300 und 400 Menschen waren. Spätere Forschungen schätzen die Zahl der jüdischen Opfer auf mindestens 340. Die Opferzahl wurde durch eine nur oberflächliche Exhumierung ermittelt, da die Rabbiner gegen die Störung der Ruhe der Opfer protestierten. Die tiefer liegenden Leichen konnten nicht gezählt, sondern ihre Zahl nur geschätzt werden.—–„

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
  • Haithabu, Bederkesa, Sachsenhain und auch Golm reiht sich ein– wenn Lügen sichtbar werden

    August 24th, 2023

    Alles Orte, die wir in diesem Jahr besucht haben. Wir waren dort und haben uns mal umgeschaut. Und siehe da: In Haithabu hinterlässt die Kirche bereits ihren „Fußabdruck“, auch am Sachsenhain sind die Kirchenmenschen präsent. Dort hissen sie die Regenbogenflagge, schimpfen auf Nationalismus und verkünden, dass es gar nicht so viele Sachsen waren, die dort unter Karl dem Großen hingerichtet wurden.

    In Bederkesa versuchen sie uns prähistorische Funde als römischen Fortschritt zu verkaufen und das Gräberfeld von Golm verließen wir ebenfalls mit gemischten Gefühlen. Denn auch hier wurde verfälscht und gelogen, sodass sich die Balken biegen. Die entsprechenden Berichte dazu, findet ihr unter der Rubrik „Reise und Geschichte“.

    Worauf möchte ich hinaus? Und warum komme ich jetzt noch einmal darauf zurück?

    Ganz einfach: Ich habe mich nochmal durch die vielen Aufnahmen gewühlt, auch aus Dänemark.

    Wenn man mit offenen Augen an den Funden vorbeizieht, stellt man schnell fest, die Römer besetzten ein winziges Zeitfenster, sie haben lediglich abgeschaut, was vor ihnen längst in Umsetzung gebracht wurde und es dann „gut verkauft“. So wie sie uns heute „IHRE“ Geschichten verkaufen. Geschrieben wurden diese stets von den Siegern und in Mönchslatein.

    Warum sollte man auch erwähnen, dass während in der der Metallzeit vorausgehenden Steinzeit, in der Metall noch unbekannt war, unter den Geräten, Werkzeugen und Waffen unserer Vorfahren noch steinerne Geräte Verwendung fanden. Das wiederum gibt Aufschluss darüber, dass sich in Skandinavien, in Großbritannien und einem großen Teil Norddeutschlands als früheste Metallkultur eine selbstständige Bronzezeit (das nordische Bronzezeitalter) entwickelt, indem die aus Nordasien und aus den europäischen Mittelmeerländern eingeführten Bronzen die Basis für eine Entwicklung einer selbstständigen Kultur bildeten und Bewohner des Nordens durch friedliche Beziehungen zu anderen Völkern, die nach und nach lernten Bronze zu bearbeiten. In Schweden herrscht diese Bronzezeit von etwa 1500 – 500 v. u. Z.

    Übrigens: Die Begründung der Eisenzeit in Norddeutschland sowie überhaupt in Nordeuropa ist der La Tene Kultur zu danken. Die vorrömische Eisenzeit Norddeutschlands umfasst lediglich die beiden letzten Jahrhunderte v. u. Z. und sowohl in Mittel- als in Nordeuropa wurden die besagten Kulturen durch die römische Metallkultur später verdrängt.

    Während man früher die mitteleuropäischen Metallzeit sehr allgemein als keltische Altertümer bezeichnete, hat man bald erkannt, dass an vielem, was man früher den Kelten zuschrieb, andere arische Stämme ebenfalls beteiligt waren.

    Auch die prähistorische Weltkultur Großbritanniens und die angelsächsischen Altertümer weisen charakteristische nordeuropäische Merkmale auf.

    Altertümer unter heidnischer Vorzeit geben Aufschluss genug. So die zahlreichen Beispiele /Funde zu Waffen, Geräten, Werkzeugen und Schmucksachen.

    Aber ich will jetzt nicht zu weit ausschweifen. Den Aufnahmen und Bildern kann man einiges entnehmen.

    Und doch wird immer und immer wieder der Versuch unternommen, diese Entwicklung den Römern zuzuschreiben. Doch die Funde, insbesondere auch die aus den Grabstellen, lügen nicht. Denn zu dieser Zeit war an die Römer noch nicht mal zu denken.

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
  • Durch die Inseln Fünen und Seenland: Überfahrt Großer Belt (Størebaltbrücke) und weiter zur Öresundbrücke – und was dann geschah – Teil III

    August 21st, 2023

    Fünen, dieses freundliche Eiland, von 98 kleinen Inseln umkränzt, liegt geografisch mitten in Dänemark. Das ganze Gebiet ist ein abgesunkenes Moränengelände, die Meeresarme dazwischen sind Schmelzwasserflüsse der Eiszeit. Wir reisen durch eine Landschaft wohlbestellter Felder und blumenübersäter Wiesen, durch beschaulich-friedliche Dörfer gerahmt von lauschigen Buchenwäldern Nur die sommerliche Heiterkeit will sich nicht so recht einstellen. Schließlich erreichen wir Nyborg, den Brückenkopf Fünens gegen Seeland zu.

    Die Fahrt am Öresund entlang Richtung Kopenhagen können wir nur empfehlen. An der dänischen Riviera reihen sich hübsche Badeorte aneinander. Auch bietet das parkartige Ufergelände immer wieder schöne Ausblicke auf den Sund und die gegenüberliegende Küste Südschwedens. Doch wir schwenken um, ändern die Richtung und „rollen“ über die Brücke in schwedische Gefilde.  

    Wir schreiben den 29. Juli 2023 und wie schon auf unserer Reise vor einem Jahr, war es wieder eine wolkenverhangene Überfahrt. Schade.

    Ankunft in Schweden an einem wunderschönen See unweit von Ystad, umzingelt von Gänsen, im Hintergrund das Zirpen der Grillen. Herrlich dieser Blick über den See während die Sonne hinter dem Horizont langsam verschwindet. Wir verkrümeln uns jetzt in Bert, denn draußen ist es schon recht klamm. Kein Wunder nach dem wochenlangen Regen. Wir träumen heute nicht von, sondern in Schweden.

    Ausgeträumt: 30. Juli 2023

    Da sind wie nun angekommen: Vom nördlichsten Punkt Dänemarks (Skagen) zum südlichsten von Schweden (Smygehuk) Klingt erstmal schön, und doch zieht es uns nach Dänemark zurück. Wobei wir diesem schönen Landstrich Südschwedens eigentlich sehr zugetan waren.

    Aber warum?

    Wir sind nun in Schonen angekommen, dem Land der Schlösser, Kornkammer und Badeparadies. Die Kornkammer können wir in jedem Fall so bestätigen. Und eigentlich sind die Wege durch Schonen interessant, vor allem dieser fortwährende Wechsel von Bauernland, Meeresstrand und Küstenstädtchen.

    Zuerst zog es uns zu einem Schloss, dass auf der Strecke nach Ystad liegen sollte. Nachdem wir einige Anläufe genommen haben, dieses Schloss ausfindig zu machen, zierte ein Schild: Privat! Durchgang Verbot“, den Weg. Wir zogen enttäuscht von dannen, freuten uns aber auf den Strand von Smygehuk.

    Schon bald stellen wir fest: Frei stehen an der Südküste ist eine echte Herausforderung. Schließlich fanden wir dann doch noch einen großen Stellplatz für Wohnmobile. Neben uns stand ein freundlicher Berliner, der gleich erklärte, mit dem frei stehen ist es in Schweden längst vorbei, ein Verbot jagt das andere.

    Nun ja, wir liefen also zum Strand, noch gut gelaunt mit Decke und Handtuch, und ich bereit zum Gang ins Meer.

    Ok, baden war nüscht…nur Steine, die den Weg säumten. Nichts destotrotz wollten wir nun den beschaulichen Ort entdecken. Aber ganz gleich, wo wir uns aufhielten, es roch schrecklich aus den Abwasserläufen…, und zwar so schlimm, dass ich mehrmals würgen musste.

    Also nix wie weg. Auch an anderen Orten roch es schrecklich. Angeblich käme der Geruch von den Papierfabriken, aber ich weiß es nicht. Denn der Geruch verbreitete sich in jedem Küstenstädtchen. Die Laune stand mittlerweile tief am Pegel.

    Ein Highlight hatten wir noch vor uns: „Urbans Grab“, eine in Schiffsform errichtete Steinsetzung der Wikinger, vermutlich aus der Eisenzeit. Nix wie hin. Ok. Es ist Sonntag.

    Als wir die Stelle der Steine aufsuchen wollten, stand ein Einweiser dort zu den Parkplätzen. Wohnmobile konnten auf den Campingplatz.

    Es war voll, unruhig und ich glaube, es wäre besser gewesen, wenn wir den Besuch auf einen anderen Tag verlegt hätten.

    Doch wir schlossen uns der Völkerwanderung an 🙉.. Oben angekommen, standen überall Kühe an den Steinen, trotz der Menschenmassen völlig entspannt. Das war eigentlich schön. Aber die vielen Menschen dort, erklärten das Terrain zum Freizeitpark.

    Auf zwei Bildern ist „Urbans Grab“ nicht von Menschen belagert.

    Die aus unbehauenen Blöcken in Schiffsform errichtete Steinsetzung (vermutlich aus der Eisenzeit) ist schon eindrucksvoll. Auch die Lage ist herrlich, auf einem Wiesenrücken über dem winzigen Hafen von Käseberga.

    Nachdem wir den Ort verlassen haben, folgten weitere wenig schöne Erlebnisse. Nachdem wir dann für (umgerechnet in Euro 2.04 den Liter getankt haben /im Vergleich Dänemark 1, 61)) ging die Suche nach einem Übernachtungsplatz los.

    Unsrer Eindruck: mit dem Wohnmobil ist man in der Region nicht willkommen, es sei denn, man sucht einen völlig überfüllten und überteuerten Stell- oder Campingplatz auf.

    Wir haben jetzt weiter nördlich mitten im Wald noch was gefunden, aber sumsasumarum war der Tag heute einfach nur enttäuschend.

    Allerdings sind wir von Dänemark sehr verwöhnt und haben die Messlatte vermutlich zu hoch gesetzt.

    Morgen unternehmen wir noch einen Versuch im Süden Schwedens. Wir wissen, dass es im Norden übersichtlicher und wohnmobilfreundlicher zugeht. Aber wir wollten auch mal den Süden entdecken.

    Das Ergebnis ist mehr als ernüchternd.

    31. Juli

    Wir haben uns entschieden:  Zurück nach Dänemark! Nochmal über den Öresund und vier Kilometer durchs Tunnel. Es regnet unablässig, seit wir in Schweden abgefahren sind. Es schüttet teilweise wie aus Eimern. So richtig können unsere „Wetterexperten“ das Geschehen auch nicht einordnen, also schreibt man wechselhaft und zur Sicherheit noch „wolkig“… Regen inklusive…

    Nach Regen folgt fast immer Sonnenschein. Naja zumindest ist es nun trocken. Und dazu haben wir noch ein herrliches Plätzchen gefunden, direkt an einem Badesee am Waldrand. Ein herrliches Fleckchen Erde. 💕

    1. August

    Wir trotzen dem Wetter und gehen Schlösser gucken, und so…😅☔️

    Hier sind wir am Schloss Gavnø auf der gleichnamigen Insel südlich von Næstved. In früheren Zeiten war es eine Seeräuberburg. Die jetzige Gestalt stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist seit dem 17. Jahrhundert im Besitz der Grafenfamilie Thott.

    Hier befindet sich auch die größte private Gemäldesammlung Nordeuropas sowie eine großartige Sammlung Meißner Porzellan und eine Bibliothek mit 200 000 Bänden.

    Gavnø ist kein Museum, sondern ein modern nationalisierter Gutsbetrieb mit Blumenfarm, Schloss und Park.

    Allerdings kostet der Besuch pro Person 160 dänische Kronen = 21, 46 Euro…

    Wir fahren nun weiter.

    Wer hätte das gedacht? Die Sonne zeigte sich, die Wolken machten Platz und wir konnten entlang der Ostküste am Nysø-Fjotd herrlich durch den geschichtsträchtigen Ort Præstø schlendern. In dem pittoresken Städtchen herrscht eine zauberhafte Stimmung. Das etwa 3000 Einwohner-Dorf liegt am gleichnamigen Ostsee-Fjord. Es besitzt seit 1403 die Stadtrechte und ist in seiner Geschichte sieben Mal abgebrannt, wurde von Sturmfluten und der Pest heimgesucht.

    Die Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert, westlich der Stadt liegt das Schloss Nysø aus dem 17. Jahrhundert. Leider nicht zugänglich, da im Privatbesitz.

    Der Ort war unter Baronesse Stampe Treffpunkt berühmter Dänen, wie Grundtvig , Thorvaldsen, H.Chr. Andersen und Prof Ingmann.

    Nun stehen wir auf der Landzunge Knudshoved Odde. Der Weg ist gesäumt von hübschen Häuschen und ein Megalithgrab haben wir auch noch entdeckt.

    Und hier schlafen wir heute Nacht: Was für ein grandioser Übernachtungsplatz kurz vor der Insel Møn mit Blick auf die Dronning Alexandrines Brücke und mit Badesteg vor der Tür. Ganz schnell was gegessen und anschließend ein Bad im Fjord genommen. 😍

    Einfach wunderbar!

    Von den kräftigen Regenschauern zum Tagesbeginn mal abgesehen, war es heute ein wirklich schöner und erlebnisreicher Tag. Morgen geht’s dann auf die Insel Møn,  

    • / 3. August

    Von schroffen Klippen über eine malerische Hügellandschaft hin zu einer Kulisse wie im Märchen und weiter zur Fanefjord-Kirche, erbaut um 1250 war heute alles dabei.

    Møns Klint!

    Auf zu den gewaltigen Steilabbrüchen deren Kühnheit selbst die der Kreidefelsen von Rügen übertrifft. 128 Meter hoch thronen die Klippen über dem Meeresspiegel. 497 Stufen haben wir überwunden – einmal runter, einmal hoch…

    Runter zum Strand war ganz ok. Nach oben schweißtreibend.

    Als wir beschwingt die Stufen nach unten nahmen, keuchten uns die nach oben Steigenden mit verzerrtem Blick entgegen.

    Zurück kam nicht in Frage….also tapfer weiter. Aber die Mühe lohnt. Es war grandios.

    Jetzt stehen wir auf einem schönen Platz an der Steilküste, blicken aufs Meer hinab und freuen uns aufs Abendessen. Bert hat uns auch hier im Blick. Hier herrscht eine eher raue Stimmung, die aber auch wieder ganz besonders ist

    Noch geschwind einen Eindruck vom Übernachtungsplatz aus: Bert ist in guter Gesellschaft. Endlich bekommt er mal Verstärkung zu allen Neuauflagen. Wobei das tolle Wohnmobil neben uns noch einige Jahre älter ist als unser Bert.

    Und was soll man sagen? Von wegen wir sind oldscool. Während wir auf herkömmliche Auffahrkeile gefahren sind, liefen die Insassen des Hanomag-Hentschel schnurstracks zum Strand, kamen mit Steinen wieder zurück und nutzten diese dann als Auffahrkeile.😁😅

    Herrlich! Muss man alles mal erlebt haben.

    Bert hat schon vorsichtig geflüstert „“Wagt es euch nicht!“

    Auszeit vor einem Blumen- und Kräuterparadies. Wer weiß, vielleicht verweilen wir hier auch über Nacht

    Zunächst backe ich aber noch ein Brot, später radeln wir mal die Gegend ab.

    (Insofern es trocken bleibt).

    Da backt es ❣️Es duftet herrlich nach frischem Brot.

    Fertig! Jetzt wird geradelt. Oder wir stechen in See.

    Entdeckungen auf dem Weg.

    Und auch diese Grabkamner aus der Jungsteinzeit haben wir entdeckt.

    Dieser Ort ist ein Kraftort, ein Ort an dem man „etwas “ spüren kann. Das Gefühl lässt sich nicht gut beschreiben. Man muss dagewesen sein.

    Beim Dorf Horslunde in Torrig findet man das nit 12,3 Meter längste Kammergrab Dänemarks.

    Mann kann in gebückter Haltung hineingehen.

    Und nichtsahnend kreuzen Wikinger unseren Weg

    Dor also lebt das Wikingervolk. Ich war nebenan noch schnell baden.

     Wir bleiben auf jeden Fall hier, denn wir sind in guter Gesellschaft.

    Auch der Gänseturm war einen Besuch wert.

    • August – Vom dänischen „Nordkap“ zum „Südkap“. 💕

    Von weit oben da kommen wir her und stehen nun am südlichsten Punkt am Meer. 😍

    Nirgendwo erstrecken sich Dänemark und Skandinavien soweit nach Süden wie mit der Landzunge Gedser Odde – Falsters „Südkap“.

    Es ist die vermutlich letzte „aufregende“ Station auf dieser Reise durch Dänemark und Schweden.

    Für Montag sind Sturmwarnungen entlang der Ostseeküste gemeldet.

    Wir treten dann morgen die Reise nach Deutschland an und lassen diese wunderbare vergangene Zeit auf Usedom ausklingen.

    Was heute sonst noch geschah, lest ihr gleich. 😊Und ich verspreche euch, es bleibt spannend.

    ——–

    Auf den Bildern seht ihr unseren Platz in Skagen am Strand und von heute auf einer Klippe an der Gedser Odde.

    Links steht übrigens wieder (wie in Skagen) ein Auto mit Dachzelt. Respekt! Denn hier weht es ordentlich.

    Dann schaun wir uns mal um, hier am südlichsten Punkt Dänemarks. Und wenn ihr genau hinschaut, seht ihr, dass unser Bert in der ersten Reihe steht.

    Links von uns liegt eine Vogelstation, vor uns bizarre Klippen, hinter uns Getreidelder, die gerade bewirtschaftet werden und noch weiter hinten thront der Leuchtturm von Gedser über allem.

    Es ist einfach nur beeindruckend. Aber seht selbst, auch wenn man die Stimmung nur bedingt transportieren kann.

    Wir schlafen dann wieder im Rauschen des Meeres. Was für ein toller Abschluss.

    • August – Stopp! Da war doch noch was. Einen Versuch auf Zeitreise zu gehen, haben wir noch schnell unternommen, sind aber wieder zurück „gestrandet“

    Auf der Rückreise haben wir uns noch für einen Halt in Ladby entschlossen. Dort haben wir die uns aufgetragenen Aufgaben zur Zufriedenheit der Götter erledigt: Felle getrocknet, Ruder geholt, Schiff seeklar gemacht, getöpfert, geschnitzt, in der Klamottenbutik neu eingekleidet, Krabben gefangen und Holz geschlagen…

    Odin habe ich auch getroffen.

    Der Höhepunkt des Tages: Hier trafen wir auch einen Wikingerhäuptling mit seiner Familie, 11 Pferden und vier Hunden. 😉

    Was ihr hier seht ist sein Schiffsgrab.

    Es war eine fabelhafte Reise.

    Doch das Grab, dessen Abdruck heute noch ersichtlich ist, hat mein Göttergatte alleine besuchen müssen. Da bin ich ein echter „Schisser“.

    Aber nicht wegen des Grabes und den Gebeinen, die sich da finden…, nein, vielmehr war es diese sich automatisch öffnende Tür. Ich habe Null Vertrauen in Technik. (darum wissen alle, die mich persönlich kennen).

    Also wartete ich draußen, während er sich nun ganz allein in der Kammer hinter den sich automatisch öffnenden Türen befand.

    Aber er kam wohlbehalten wieder zurück. 😄

    Die Bilder sprechen für sich. Ich habe mich schon a bissl geärgert, dass ich nicht an der Stelle des Ursprungs war…, denn ein solcher Abdruck ist tatsächlich einmalig.

     Auf Wiedersehen du zauberhaftes Seenland. Dieses Mal bei Sonnenschein über die Brücke.

    Heute hier und morgen dort, um es mit den Worten von Hannes Wader zu sagen.

    Nun stehen wir 90 Kilometer vor Flensburg und.., ja wer hätte das gedacht? Es regnet.😄

    Morgen fahren wir dann weiter auf unsere Stamminsel Usedom.

    Hallo Deutschland! Kein Umrechnen mehr von Kronen in Euro, kein kostenloses Trinkwasser mehr, keine Übernachtungsplätze, die man mal eben „einfach so“ anfahren kann, aber wir stehen schon mal im Stau. Und hinzuzufügen wäre auch noch das „offensive Heckkuscheln“, auch Drängeln genannt….

    Hach ja, was haben wir das (nicht) vermisst.

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
  • Alles Kräuter oder was?  Rückblick auf ein Kräutersammelsurium, spannende Geschichten und allerlei Wissenswertes von April bis August 2023

    August 20th, 2023

     April 2023

    Erstes Getränk am Tag:

    Von getrockneten und zerkleinerten Blättern des Löwenzahns 2 Teelöffel voll mit 1/4 Liter heißem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und zum Schluss abseihen. Den fertigen Tee ungesüßt vor dem Frühstück trinken. Er kann aber auch zum Frühstück selbst genossen werden. Löwenzahn-Tee unterstützt die Entgiftung des Körpers und wirkt sich darüber hinaus reinigend auf die Haut aus. Am besten 3 Wochen lang täglich durchführen.  

    Erste Ernte der wertvollen Gundelrebe.

    Das Wachstum in meinem Garten ist üppig und die Ernte entsprechend ertragreich. Wolf-Dieter Storl sagte einmal, in unseren Gärten wächst immer genau das, wonach unser Körper verlangt.

    Kurz ein paar Eckdaten zu dieser großartigen Heilpflanze

    • Die Gundelrebe findet man auf Wiesen, an Wegrändern, Mauern und Zäunen. Sie wächst mit Vorliebe auf feuchten Böden und kriecht am Boden entlang wie Efeu

    • Donnerrebe, wilde Petersilie, Erdefeu, Guck durch den Zaun, Gundermann, Blauhulder, Buldermann, Gundelkraut, Frauenrebe lassen auf eine lange Tradition als Heilpflanze schliessen.

    • Der Name Gundelrebe gründet auf der althochdeutschen Bezeichnung «Gund», was Eiter bedeutet. Bei Eiterzähnen, Abszessen, Zahnfisteln kann Gundelrebe den Eiter austreiben.

    • Bei den alten Germanen genoss die Gundelrebe als Heilpflanze hohes Ansehen. Sie galt, wie auch andere in der Nähe von Häusern wachsende Pflanzen, als Verkörperung des Schutzgeistes.

    Eine kleine Geschichte dazu: Wenn Kühe schlechte Milch gaben oder der Milchfluss versiegt war, dann band man Kränze aus Gundelrebe, durch die hindurch die Kuh unter Aufsagen von Zaubersprüchen gemolken wurde, und gab ihr den Kranz anschliessend zum Fressen. Das Milchgeschirr wurde mit Gundelrebentee ausgewaschen. Sie galt als Pflanze für einen positiven Milchzauber.

    Heilwirkung:

    • Hildegard von Bingen (12. Jh.) schätzte die Heilwirkung bei Erkrankungen von Brust und Lunge sowie bei Hautleiden und empfahl sie bei Nieren- und Leberbeschwerden, ausserdem bei Magenverstimmung.

    • Die mittelalterlichen Kräuterkundigen verwendeten die «Frauenrebe» zur Entstauung und Reinigung der Gebärmutter.

    • Tabernaemontanus (16. Jh.) empfahl die Gundelrebe zur Verbesserung des Gehörs.

    • Wegen ihrer entgiftenden Wirkung wurde die Gundelrebe früher zum Ausleiten von Schwermetallen wie Quecksilber und Blei eingesetzt.

    Ein Kraftpaket an Wirkstoffen:

    Die Gundelrebe enthält ätherische Öle, Bitterstoffe, Saponine, Gerbstoffe, Vitamin C, Harze, Wachse, Rosmarinsäure, Mineralstoffe, vor allem viel Kalium. Sie alle machen die Gundelrebe zu einer wertvollen Heilpflanze mit entzündungshemmenden, schleimlösenden, harntreibenden, stoffwechselanregenden und wundheilenden Eigenschaften.

    ————————-

    Mai 2023

    Storchschnabel stinkend oder klein, aber groß in der Wirkung. Oft wird die Heilwirkung der Storchschnäbel unterschätzt.

    Ich habe dann mal schnell eine Tinktur angesetzt.

    Ich nutze Storchschnabel in erster Linie zur Wundheilung und bei Insektenstichen, aber auch als Tee zum entgiften. Doch die Storchschnäbel können noch viel mehr. Schau mal, hier sind die Heilwirkungen aufgeführt:

    adstringierend

    antiseptisch

    antidiabetisch

    blutstillend

    blutzuckersenkend

    entgiftend

    harntreibend

    krampflösend

    stopfend

    Steckmücken, Motten und Fliegen abwehrend

    Stoffwechsel anregend

    tonisch

    wundheilend

    —————-

    Und schon wieder was geerntet 😍Salbei, Thymian, Frauenmantel und Gundelrebe. Es duftet hier ganz wunderbar.😊

    Die Gundelrebe fühlt sich wohl. Sie breitet sich überall aus. 😁

    Beim Pflücken der Gundelrebe musste ich dieses Mal ein bisschen aufpassen, dass sich da kein Butterblümchen hinein verirrt. Frisch gepflückt und verzehrt ist das Pflänzchen nicht unbedingt genießbar. Es zählt zu den Hahnenfußgewächsen. Getrocknet aber kein Problem.

    Auf einem Bild (Foto 2) seht ihr den bereits getrockneten Weißdorn, Gundelrebe und Spitzwegerich.

    Und zum gutem Schluss noch einen Ausflug ins Küchenkräuterreich der Hildegard von Bingen am Schloss Eutin.

    Vorbei an einerm wunderschönen „Pusteblumen-Teppich“ und fleißigen Bienen.  

    Und wer glaubt, ich habe heute nur faul in der Sonne gelegen, um mich feiern zu lassen, der irrt: Zwei Stunden lang habe ich die wertvollen Blüten und Blätter des Weißdorns gezupft. Nun kann er trocknen.  

    ——————————

    Juni 2023

    Gerade noch friedlich auf der Wiese, dann gesammelt, fix gewaschen, geschleudert, geschnippelt, im Glas mit Honig gefüllt (geschichtet) und anschließend von der Erde „“verschlungen“ Fermentieren . Ist so ein bisschen ein Ritual – Erdkammersirup.😊 Der kühle Keller kanns natürlich auch. Sptzwegerich kann man auch gut trocknen und als Tee trinken. Oder gegen Insektenstiche eben kurz in den Händen reiben und dann auf die Stelle legen. Ansonsten mit Zucker oder Honig schichten und dann einige Wochen kühl stellen -gegen Husten und / oder Gelenkschmerzem immer ein bis drei Esslöffel pro Tag

    ———————–

    Und weiter geht die Ernte: Brennnesseln, Spitzwegerich und Löwenzahn.

    ———

    Wunderblume, Rainkohl und stechender Hohlzahn – gute Gaben aus der Natur „bevölkern“ unseren Garten

    Ihr wolltet schon immer selbst Seile oder Öl herstellen und seid auf der Suche nach einem guten Waschmittel? Ich hätte da was…

    Doch erst einmal schauen wir in unseren Vorgarten.

    Dort breitet sich nämlich, noch unscheinbar, die Wunderblume aus. An der Mauer hat sie sich ihr Plätzchen ausgesucht, und wie man gut erkennen kann, will sie auch bleiben. Ihre tierischen Besucher sind rüsselige Hummeln und Schmetterlinge, in ihrer Heimat wird die Pflanze durch Kolibris bestäubt. Schnecken kommen übrigens nur ungern in ihre Nähe.

    Die Wunderblumen sind eigenartige Gewächse und machen ihrem Namen alle Ehre. Neben einfarbigen Blüten in weiß, rosa, gelb und violett gibt es Pflanzen, bei denen jede Blüte anders aussieht. Meist sind zwei Farben vertreten und die Blüten variieren von einfarbig übergestreift und gefleckt, alles an einem einzigen Blütenstand.

    Leider stehen sie nicht direkt in unserem Blickfeld.

    Besser nur ein Augenschmaus

    …, auch wenn die Heilwirkung der Wunderblume wohl auch nicht zu verachten sein soll. Schließlich enthält sie Wirkstoffe wie Arabinose, Betalaine und Rotenoide.

    Doch Obacht, sie ist auch bekannt für ihre drastisch abführende Wirkung. Die Erstbeschreibung zur sogenannten Vier-Uhr-Blume stammt von Carl von Linné (1707-1778), einem schwedischen Naturforscher.

    Ihre Wurzel geht mit abführender Wirkung einher, die Blüten werden zum Färben eingesetzt. Äußerlich wird die Wunderblume zur Behandlung von Entzündungen und zur Förderung der Wundheilung genutzt.

    ———————————-

    Niedergelassen hat sich bei uns auch der Stechende Hohlzahn. Was für ein Name! Die Eigenschaften, welche der Hohlzahn besitzt, sind aber alles andere als „hohl“.

    So wurden einst die Fasern des Stechenden Hohlzahns zur Seilherstellung genutzt. Dem nicht genug. Nach dem Abkochen der Pflanze kann man den Sud als Waschmittel nutzen und das Öl der Samen dient als Lederpflegemittel.

    Als Tee zubereitet, hilft er gegen Husten und Heiserkeit, ein Umschlag aus frisch zerquetschten Blättern gegen Hautkrankheiten und dass aus den Samen gepresste Öl wirkt stärkend. Wobei ich davon ausgehe, dass man die Samenmengen für das Öl nicht in üppigem Umfang sammeln kann.

    Ein paar Blätter dem Salat hinzugefügt, sollen auch gegen Blutarmut helfen.

    ——————————-

    Und dann habe ich noch Rainkohl entdeckt. Dazu habe ich gelesen, dass die gelben Blüten des Rainkohls eine schmackhafte Dekoration auf Speisen aller Art sind.

    Vollständig getrocknet, lassen sich Blüten und Blätter leicht von den Stängeln streifen und in einem Schraubglas oder einer Teedose aufbewahren. Dann könnt ihr diese als Tee, aber auch zum Würzen von Speisen verwenden.

    Schon vor langer, langer Zeit wusste man die entzündungshemmende und wundheilende Wirkung des in Stängeln und Blättern enthaltenen Milchsaftes zu schätzen, auch um kleine Schnittwunden und entzündete Verletzungen der Haut und Schleimhaut zu lindern.

    Also: Nichts wie raus auf Feld und Wiese, Pflanzen bestimmen, sammeln und Nützliches herstellen. 27.6.

    ——–

    Erster Versuch / Probe zu einer Ringelblumensalbe.

    Dann schaun mer mal.

    ——————–

    Ich habe den Schreibtisch verlassen und widme mich nun meinen prächtig heranwachsenden Pflanzen im Garten. Die Tomaten sind noch winzig, die Gurke blinzelt mit einer Blüte herüber, der Blutweiderich öffnet seine ersten in einem wunderschönen Lila gesetzten Blüten. Gundelrebe möchte geerntet werden. Fenchel auch. Wunderschön zeigen sich die Blüten der Ringelblume und die selbst gezogene „Echte Kamille“ duftet ganz wunderbar. Hier bleibe ich.

    —————————–

    Juli 2023

    Schon wieder was entdeckt!

    Ihr sucht noch nach Schnupftabak, um das Niesen während einer Erkältung anzuregen? Oder ihr braucht noch etwas Wirkungsvolles gegen lästige Insekten? Dann schaut mal in eure Gärten, und dort in die Ecken mit den sandigen Böden. Dort wächst bestimmt auch dieses Kanadische Berufkraut. Meins ist noch ganz klein. Später trägt es hübsche 4-zipfelige Röhrenblüten. So ein bisschen erinnern sie an die gelb-weiße Blüte der Gänseblümchen.

    Berufkräuter sind auch als Räucherwerk beliebt, um Insekten abzuwehren. Aber auch bei Magen-Darm-Problemen.

    Die jungen Blätter sind essbar. Ihr Geschmack ist bitter-würzig und ihr könnt sie roh als Zutat für Kräuterbutter oder für Würz-Salz verwenden.

    Oder ihr kocht die noch jungen Blätter. Nach traditioneller nordamerikanischer Kräutermedizin wurde das Kraut gekocht, um Dampf für Schwitzhütten zu erzeugen – Niesen garantiert!

    Und das Kraut kann noch mehr: Es enthält kleine Mengen ätherischer Öle, die man aufgrund ihrer besonderer Qualität zur Herstellung für Parfüm verwendet. Man sagt dem

    Parfüm ungewöhnliche Nuancen nach.

    Nicht zuletzt lieben auch unsere Honig-und Wildbienen die Berufkräuter.

    Selbst böse Geister lassen sich mit dem Kräutlein vertreiben.

    Der Name hat sowohl mit dem „Beruf“ (also zu einer Tätigkeit berufen zu sein) zu tun, doch lässt er sich auch von „berufen“, einem alten Wort für verzaubern, ableiten.

    Wer mit einer schadhaften Intention verzaubert oder verhext wurde, der war berufen oder auch beschrien. Solche Verzauberung galt als Ursprung von Krankheiten und Leiden.

    Im Volksgauben soll ein vor die Stirn gebundenes Berufkraut Verrücktheit und Wahnsinn heilen. Vielleicht sollten wir das Kraut einfach mal im Bundestag verteilen.

    Wir sind sozusagen berufen eine ganz bestimmte Aufgabe zu erfüllen. 12.6.

    —————————-

    Ein lieber Gruß aus dem Garten.😍

    Entdeckt!

    Unscheinbar und doch so wertvoll: Nelkenwurz

    Weniger unscheinbar, aber auch mächtig in ihren Inhaltsstoffen: Raue Gänsedistel.

    Unsere Natur hält immer all das für uns bereit, was unser Körper braucht, wonach er verlangt. Wolf-Dieter Storl hat vor einiger Zeit darauf hingewiesen, das der Nelkenwurz seit einigen Jahrzehnten vermehrt in Städten zu finden ist, weil wir mit so vielen Umweltgiften zu tun haben.

    Blätter, Blüten und Knospe, der Nelkenwurz ist ein echter Augen- als auch Gaumenschmaus. Die Blätter könnt ihr fein geschnitten in den Quark oder in Suppen geben. Nicht jeder mag den Geschmack. Doch die Wurzel hat es in sich (Gerbstoffe, Harz, Bitterstoffe, Glykoside, Vitamin C) und eine bemerkenswerte Heilkraft. Am besten erntet ihr sie ab September.

    Ja, und dann steht da noch die Gänsedistel, in stattlicher Größe. Ihr Milchsaft wurde schon in der Antike bei Kurzatmigkeit und Hautproblemen angewendet. Perfekt, wenn ihre euren Warzen loswerden wollt. Dazu tragt ihr den weißen Milchsaft der Distel auf.

    Also: Augen auf in der Natur. Sie hält so viel Wertvolles für uns bereit.

    ————

    August 2023

    Gepflückt, gezupft, jede Menge Alkohol vertilgt , Kräuter gebündelt und ausgebuddelt.

    Die Hausapotheke hängt, der Sirup wurde aus der Erde geholt und aus den getrockneten Kräutern Tee, Salz und Gewürze hergestellt. Fertig ❣️

    Nur der Erdkammer-Sirup tröpfelt noch durch’s Sieb. Wenn ihr euch erinnert, vor genau zwei Monaten habe ich den Honig-Wegerich-Mix dem Erdreich überlassen.

    Auf den Bildern: Rainkohl, Gundelrebe, Frauenmantel, Storchenschnabel, Koblauchrauke, Wegerich, Blüten vom Klee, Salbei, Thymian und Löwenzahn. 15.7.

    ——

    August 2023

    Zurück von einer wunderschönen Kräuterwanderung, hinein ins eigene Kräuterreich. Und wieder jede Menge dazugelernt. Es tut gut zu wissen, dass es

    noch Menschen gibt, die ihr geballtes Wissen zu Kräutern weitergeben und geduldig alle Fragen beantworten. Denn auch ich weiß längst nicht alles.

    Ein toller Ort und ein schöner Vormittag mit guten Menschen.

    —

    Gestern habe ich selbst noch zwei Gläser Ringelblumensalbe hergestellt, die Blüten der Schafgarbe in Alkohol getränkt, nochmal Ringelblume angesetzt, Wegerich- und Storchschnabeltinktur kräftig geschüttelt, und auch die Mariendistel ist nun bereit zum einlegen.

    Die Natur bewahrt alles, was wir brauchen.

    ————

    Auf meiner Website undinepeter.blog unter „Alles Kräuter oder was, findet ihr demnächst noch mehr Beiträge zu / aus der Welt der Kräuter.  Ich muss nur nach und nach die Beiträge etwas disziplinierter einpflegen.

    ———

    Quellen:

    http://blog.kraeuterpfarrer.at/?p=20098

    —————————————————————

    Auszüge aus einem Text der Ernestine Astecker, Apothekerin und Homöopathin

    Literatur

    • S. Fischer-Rizzi, Medizin der Erde, Heyne TB, 2002

    • St. G. Fleisch hauer, J. Gutmann, R. Spiegelberger, Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen, AT Verlag, 2013

    • H. Hatzfeld, Heilpflanzen als Weg-Begleiter, Vianova Verlag, 2013

    • S. Hirsch, F. Grünenberger, Die Kräuter in meinem Garten, freya Verlag, 2013

    • A. Lingg, Das Heilpflanzenjahr, Kosmos Verlag, 2010

    • M. Madejsky, Lexikon der Frauenkräuter, AT Verlag, 2008

    • W.D. Storl, Heilkräuter und Zauber pflanzen zwischen Haustür

    Teilen mit:

    • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
    • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
    Gefällt mir Wird geladen …
←Vorherige Seite
1 … 52 53 54 55 56 … 69
Nächste Seite→

Bloggen auf WordPress.com.

 

Kommentare werden geladen …
 

    • Abonnieren Abonniert
      • Klara Fall: das glaube, wer mag
      • Schließe dich 52 anderen Abonnenten an
      • Du hast bereits ein WordPress.com-Konto? Melde dich jetzt an.
      • Klara Fall: das glaube, wer mag
      • Abonnieren Abonniert
      • Registrieren
      • Anmelden
      • Melde diesen Inhalt
      • Website im Reader anzeigen
      • Abonnements verwalten
      • Diese Leiste einklappen
    %d