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Klara Fall: das glaube, wer mag

  • Kurz zitiert: Es gibt eine Sorte

    Mai 15th, 2023

    „Es gibt eine Sorte im deutschen Volk,
    Die wollen zum Volk nicht gehören;
    Sie sind auch nur die Tropfen Gift,
    Die uns im Blute gären.

    Und weil der lebenskräftige Leib
    Sie auszuscheiden trachtet,
    So hassen sie nach Vermögen ihn
    Und hätten ihn gern verachtet.

    Und was für Zeichen am Himmel stehn,
    Licht oder Wetterwolke,
    Sie gehn mit dem Pöbel zwar,
    Doch nimmer mit dem Volke.“

    Theodor Storm (1864)

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  • „Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern“.

    Mai 15th, 2023

    Das tue ich unaufhörlich und bin darüber auf die Schriften des Gervinus gestoßen.

    Selbstverständlich lässt es sich nicht 1:1 übernehmen. Doch darum soll es nicht gehen. Vielmehr ist es das Wissen und die Bestätigung dazu, dass das, was wir erleben nicht „Neu“ ist.

    Aber lest selbst.

    Zunächst ein Blick in die Presseberichte des Jahres 1853 nach Erscheinung des Werks „Einleitung in die deutsche Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts“:

    Sonnabend, den 8. Januar 1853
    In Gervinus gelesen, mit großer Befriedigung…
    Das Buch von Gervinus ist in Heidelberg schon polizeilich weggenommen und soll als hochverrätherisch angeklagt werden.

    Darin finden sich Aussagen wie: „Blinder Regierungsp.öbel, dum.me Bea.mtenrotte! Die Wahrheiten glauben sie unterdrücken zu können!

    Donnerstag, den 13. Januar 1853
    Die Neue Preußische Zeitung ist ganz entsetzt über die sich kundgebende Demokratie, die Anzeige von Berends und Bathow, die Schrift von Gervinus, sie schreit Lärm und Rache!

    Die Sache von Gervinus erweckt große Theilnahme; man sieht in ihr alle freie historische Forschung und Aeußerung bedroht

    Sonnabend, den 5. Februar 1853
    Nun haben sie auch in Leipzig die Schrift von Gervinus verboten!

    Mittwoch, den 9. März 1853
    Gervinus ist vom Hofgericht zu Mannheim nicht des Hochverrathes, aber der Stiftung von Unruhe schuldig befunden und zu zweieinhalbmonatlicher Festungsstrafe verurtheilt worden, auch in die Kosten, und die Schrift soll vernichtet werden!

    Donnerstag, den 17. März 1853
    Nun ist die Schrift von Gervinus auch in Köln verboten, und sogar in Berlin selbst. Man hat aufgehört sich zu schämen.

    ——-

    Doch worüber hat er eigentlich geschrieben?  Wie kam es zu einem solchen Sturm der Entrüstung unter Androhung empfindlicher Strafen?

    Hier findet ihr einen Auszug aus seinem Werk: „Einleitung in die deutsche Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts“ Georg Gottfried Gervinus

    Ich habe versucht, die wichtigsten Passagen zu entnehmen.

    ———–

    „Deutschland“  (Georg Gottfried Gervinus 1853)

    „Ganz eben so zweifelnd blickt man aus dem Stande der deutschen Dinge in die Zukunft unseres Volkes. Deutschland ist seit seiner frühesten Geschichte immer seiner besten Kräfte beraubt worden. Es hat in der Völkerwanderung, in der Anpflanzung slawischer Länder, in Kreuzzügen, in Römerzügen seine rüstigsten Söhne massen – ja völkerweise ausgeschickt, und mit der Verjüngung der Welt seine eigene Erschöpfung gekauft.

    Dieß dauert in den Auswanderungen gleichsam noch heute fort, in der kostbaren Ausfuhr von Geld und Menschen, die das Vaterland verarmt und schwächt.

    So haben wir, als die Entdeckung Amerikas den Völkern neue Laufbahnen eröffnete, keinen Antheil mehr nehmen können an den äußeren Bewegungen der Welt. Unsere regsameren Grenzlände im Westen, Schweiz und Niederlande, fielen von uns ab, unsere Großmächte im Osten, Preußen und Österreich, stellten sich auf eigene Füße, der übrige, sieche, getheilte Körper blieb regungslos liegen, ein Spielwerk aller Rührigen und Thätigen.

    Lage und Beschaffenheit des Landes war zu trefflich, als daß es nicht von jedem Mächtigen begehrt werden sollte. Und doch wurde es wieder eben deswegen Keimen zu festem und einheitlichen Besitze gegönnt. Es war zu wohl geeignet zur Entfaltung einer starken Macht, als daß nicht in jedem der Vereinigung günstigen Augenblicke alle Welt hätte sich gegen uns stellen sollen.

    Unser Geschick schien das aller getheilten Nationen zu sein, daß wir wie Judäa, Griechenland, das neuere Italien ein weltbürgerliches Volk bilden und uns begnügen sollten mit den geistigen Wohltaten, die wir uns und der Menschheit bereitet hatten.

    Wenn diese großen Züge unseres nationalen Lebens, die den Charakter des Volkes unwidersprechlich zeichnen, jede vaterländische Hoffnung in uns scheinen tilgen zu müssen, so stellt doch die rätselvolle Geschichte wieder ebenso große Züge einer anderen Art daneben, die diese Hoffnungen wieder stolz emporrichten.

    Deutschlands Geschichte seit der Reformation hat den denselben regelmäßigen, nur langsamen Verlauf genommen, wie die Geschichte Englands und Frankreichs. (religiös, und die staatliche Freiheit betreffend).

    Die angelsächsische Zeit des patriarchalischen Königsthums nannten wir reich und bedeutend wie keine andere; dürfen wir aber unsere deutsche Geschichte bis zu den ersten Hohenstaufern, solange die Kaisermacht noch etwas bedeutete, als die entsprechende Periode bezeichnen, so ist sie noch reicher, noch größer und ruhmvoller.

    Wenn sich, wie auf die kaiserliche Periode die aristokratische, so auf die aristokratische Ordnung in Deutschland eine demokratische in derselben reinen Ablösung und Gestaltung ohne zu große und erschöpfende Zerrüttungen bilden kann, so wird Deutschland seine Geschichte mit neidwürdiger Sicherheit, und in einem gleichen Zuge bescheidener Großheit fortsetzen.“

    Dies wir in dem geteilten und der Thätigkeit entwöhnten Volke, wenn es überhaupt möglich ist, nur langsam, unter Rückfällen und Täuschungen, schwerlich ohne fremde Hilfe und nicht ohne äußere Begünstigung der Zeiten und Verhältnisse geschehen.

    ——————————————————–

    Quelle:

    • uni-heidelberg.de/fakultaeten/philosophie
    • Auszug aus „Einleitung in die deutsche Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts Georg Gottfried Gervinus
    • Zitat-Titel /Überschrift Theodor Fontane
    • Foto: private Aufnahme von einer Reise nach Goslar

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  • Muttertag, ein altes angelsächsisches Sippenfest

    Mai 14th, 2023

    Gedanken über den Ursprung des Tages, an dem die Mütter unseres Landes gefeiert werden.

    Wie die meisten der heidnischen Feste, vereinnahmte die Kirche auch dieses Fest für sich. Das einstige Frühlingssippenfest der Kelten und Germanen verschwand über die Zeit der Christianisierung.

    Ein Tag im Jahr wurde auserkoren, der quasi verpflichtend daherkam.

    Lasst sie reden! Sollen sie doch ihr wahnwitziges Vorhaben zur Gestaltung des Muttertages in ihren Kreisen umsetzen.

    Und wir? Wir feiern in der Sippe unsere Mütter an einem Tag im Mai – an irgendeinem Tag – wir feiern das Frühlingssippenfest! Fröhlich und ausgelassen vor einem duftenden Meer an Blumen. Sorgen wir dafür, dass das Ursprüngliche nicht in Vergessenheit gerät, pflegen wir die liebenswerten Traditionen und besinnen uns auf das Wesentliche.

    Wenn es nach mir geht, gehört jeder Tag unseren Müttern.

    Warum überhaupt eine Vorgabe? Sie stammt aus dem England des frühen 13. Jahrhunderts. Anbefohlen von König Henry III. als Gedenktag für Mutter Kirche und die leibliche Mutter.

    Wir brauchen keine Vorgaben. Weder von einem Engländer noch von einem anderen Lakaien der Kirche.

    Dem nicht genug: Schließlich kamen zwei Frauen aus Amerika und strebten einen festen Mütter-Ehrentag an. Nach einem kurzen Hin und Her legte man sich auf den zweiten Sonntag im Mai fest.

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  • Viele haben heute das Frühligssippenfest gefeiert und ihre Mütter geehrt.

    Mai 14th, 2023

    Ein besonderer Tag, ein Tag, der sich über das ganze Jahr erstrecken sollte.

    Dazu habe ich vor wenigen Tagen bereits berichtet. Nun fällt mir in diesem Zusammenhang noch eine schöne Erzählung ein.

    Frigg, Odins rechtmässige Gemahlin, der Hera-Juno entsprechend, ist die Göttin der Ehe, des heiligen Herdes, des ehelichen Hauses, der ehehäuslichen Wirtschaft; sie ist das Urbild der germanischen Hausfrau, mit deren ernsten Pflichten und stolzen Rechten. Daher ist sie die Lehrerin und Beschirmerin des Spinnens, daher führt sie am Gürtel die Schlüssel als Zeichen ihrer Schlüsselgewalt, d.h. der Leitung des Hausstandes.

    In der nordischen Mythologie zeugte Frigga mit Odin die Götter Balder, Hödur, Hermodr, Bragi und die Walküren. In Asgard ist Fensal, der Sumpfsaal, als ihr Wohnsitz überliefert. Sie soll die Wolken gewebt haben, dies lässt eine Assoziation, zur heutigen “Frau Holle” zu. Außerdem hieß es, dass Frigg auf einem goldenen Wagen einhergefahren sein soll, welcher mit zwei weißen Katzen bespannt ist. An anderer Stelle sind es Luchse, hier schwanken die Überlieferungen.

    Wie Hera-Juno ist sie – freilich nicht immer ohne Grund; der wärmste Freund Odin-Wotans muss ihr das einräumen! – oft recht eifersüchtig auf ihren Gemahl. Dass er vermöge seiner Naturgrundlage und vermöge seiner verschiedenen geistigen Aufgaben von der Göttersage gar manche Frau und Freundin außer Frigga zugedichtet erhalten muss; – diese Notwendigkeit einzusehen hat Frau Frigga niemals über ihr Frauenherz gebracht.

    Friggs Vater heisst Fiörgyn, weil sie ursprünglich mit der Erdgöttin Jörd, dessen Tochter, identisch war; ihre Halle heißt Fensal, was auf Sumpf und Meer deutet.

    Als Spinnerin lebt Frigg bis heute im Glauben des Volkes fort; die drei Sterne, welche den Gürtel des Sternbildes Orion bilden, heißen „Friggs Rocken“. Bei den Bayern und Schwaben geht sie heute noch um als Berchtfrau, Frau Bercht, d.h. Berahta, die Glänzende, wie die Sage die Mutter Karls des Großen Bertha die Spinnerin

    Die Bercht-Frau ist die leuchtende Frau; wir sahen, sie ist in glänzend Leinen-Weiss gekleidet; so ist es denn Frigg, welche als „weiße Frau“ heute noch in vielen Schlössern umgeht und als Ahnfrau gar manches Fürstengeschlechts.

    Mit liebenswürdigem Scherz und tiefer Menschenkenntnis verwertet die Sage die alte Wahrheit, dass auch dem gewaltigsten Mannesgeist Frauenlist, zumal dem Ehegemahl gegenüber die Klugheit der Ehefrau, überlegen ist. Besonders wirksam muss dies hervortreten, wenn es kein geringerer ist als der oberste der Götter, der geistgewaltige Odin selbst, an dem diese alte Erfahrung sich bewährt; er, der alle andern Wesen zu überlisten pflegt, durch seiner Runen, durch seiner tiefgründigen Gedanken Weisheit, – er muss sich durch Frau Frigg überlisten lassen; ganz wie andre gewöhnliche Eheherren auch.

    ———————————————————–

    Quelle: Felix Dahn und Therese Dahn „Wahlhall“

    Foto aus Germanitaosthalia

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  • Aus dem Reich der Sagen und Fabeln – Walküren, die Schildjungfrauen Odins

    Mai 12th, 2023

    Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an die Szene aus „Vikings“, als Lagertha ihren Enkelkindern die Geschichte zu den Walküren erzählte.

    „Sie können sich in Schwäne verwandeln oder in ein Schwanenhemd fahren und so noch rascher als auf ihren Rossen die Luft durchsausen“.

    An die Schwanenhemden der Walküren knüpfte auch so manch schöne Sage an. Diese hat mir meine Mutter immer erzählt, meist auf Spaziergängen, um es anschaulicher zu gestalten. Und weil nicht immer Schwäne vor Ort waren, trugen kurzerhand die Raben auf den Feldern (sinnbildlich) das „Schwanenhemd“. Ich liebe diese Sage.

    Wer sind die Walküren, warum heißen sie so?

    Sie küren die Wal, das heißt, sie bestimmen nach des Schicksals (der Nornen) unabänderlichen Satzungen, nach andern Sagen gemäss Odins Wunsch, diejenigen Helden, welche in der Schlacht fallen sollen, und die Erschlagenen tragen sie, aus dem Todesschlummer sie weckend, empor nach Walhall auf ihren durch die Wolken sausenden Rossen.

    Sie sind die „Schildjungfrauen“, „Helm-Mädchen“, auch Wunsch-Mädchen Odins

    Oben aber, in Walhalls goldenen Sälen, vertauschen sie das Kriegerische mit friedlich-festlichem Tun; sie füllen, die Weissarmigen, den schmausenden und zechenden Göttern und Einheriar die Hörner mit schäumendem Met und Äl

    In beiden ist ihr Vorbild ihre Anführerin Freya – als solche „Wal-Freya“ genannt; – so dass sie nur als deren Vervielfältigungen erscheinen; jene ist vor allen der Götter Mundschenkin und reicht den in Odins Saal Eintretenden das Trinkhorn. Die Zahl wird verschieden angegeben; auf sechs (mit Freya sieben), neun, zwölf oder dreizehn. Sie sind gewissermaßen besondere Nornen; während diese das Gesamte entscheiden, bestimmen die Walküren nur das Geschick der Schlacht.

    All ihr Leben und Wesen ist Kampfesfreude; in diesen tapferen, wunderschönen, hochherzigen, begeistert durch die Lüfte jagenden Jungfrauen hat die germanische Einbildungskraft eines ihrer edelsten, herrlichsten Gebilde geschaffen, auch hier nur der veredelnde Ausdruck des eignen Volksgeistes; denn es fehlt auch in der germanischen Geschichte nicht an mutigen Frauen und Mädchen, welche heldenhaft des Gatten, des Geliebten, des Bruders Geschick, kämpfend bis in den Tod, geteilt haben.

    „Lied der Walküre.
    Froh sah ich dich aufblühn, du freudiger Held,
    Lang folgt’ ich dir schwebend und schweigend gesellt.
    Oft küsst’ ich des Schlummernden Schläfe gelind,
    Und leise die Locken, die dir wehen im Wind.
    Hoch flog ich zu Häupten, – du kanntest mich kaum –
    Durch die Wipfel der Wälder, dein Trost und dein Traum.
    Ich brach vor dem Bugspriet durch Brandung dir Bahn,
    Vor dem Schiffe dir schwamm ich, weiss-schwingig, ein Schwan.
    Ich zog dir zum Ziele den zischenden Pfeil,
    Aufriss ich das Ross dir, das gestrauchelt am Steil.
    Oft fing ich des Feindes geschwungenes Schwert,
    Lang hab’ ich die Lanzen vom Leib dir gewehrt.
    Und nun, da die Norne den Tod dir verhängt,
    Hab’ ich dir den schnellsten, den schönsten geschenkt.
    „Sieg!“ riefest du selig, „Sieg, Sieg allerwärts!“
    Da lenkt’ ich die Lanze dir ins herrliche Herz.
    Du lächeltest leiblich – ich umfing dich im Fall –
    Ich küsse die Wunde – und nun auf; – nach Walhall!“

    —————————

    Quelle

    (Dahn, Gedichte. Sämtl. poetische Werke. Zweite Serie Bd. VI. S. 209.

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  • Bleiben wir noch eine Zeit in Schleswig-Holstein – dieses Mal geht es zur Insel Fehmarn

    Mai 12th, 2023

    Auf dem Weg dahin besuchen wir die kleinen Städte und Dörfer, die fast alle Seebäder sind.

    Zuerst erreichen wir Niendorf mit dem Brodtner Steilufer 30 Meter hoch und vier Kilometer lang.

    Weiter geht’s zum Timmendorfer Strand; im 19. Jahrhundert schon Seebad. Das heutige Ostseeheilbad hat einige Kureinrichtungen, zwei Seebrücken, einen Jachtklub und viele mobile Ferienhäuser. Zudem gibt es einen Vogelpark. Wer es lebendig mag, ist hier richtig.

    Seebäder wie Perlen an der Schnur

    Da ist Scharbeutz mit seinen zahlreichen Kureinrichtungen, und gen Norden schließen sich die ehemaligen Fischerdörfer Haffkrug und Sierksdorf an.

    Schon bald erreichen wir die kleine Hafenstadt Neustadt. Sie wurde bereits im 13. Jahrhundert gegründet. Im Hafen liegen Fischer- und Marine-Boote, auch Segeljachten. Zwischen Hafen- und Binnenwasser steht der sehenswerte 1830 errichtete Pagodenspeicher. Hier schrieb Hermann Loens 1913 die Novelle “Der alte Seehund“. Hier gibt es, wie auf der Insel Hiddensee „Hausmarken“, die man noch an alten Häusern und Gegenständen findet.

    Schließlich treffen wir in Oldenburg in Holstein ein. Mit seiner 1000-jährigen Geschichte zählt der Ort zu den ältesten Städten Schleswig-Holsteins, deren Entstehung auf das Jahr 800 zurückgeht. Der Oldenburger Wall ist nach Haithabu bei Schleswig die bedeutendste Burgwallanlage Schleswig-Holsteins. Ursprünglich wurde der Wall von germanischen Siedlern gegen die vordringenden slawischen Wager-Wenden zur Verteidigung erbaut.

    In Großenbrode unternehmen wir einen letzten Stopp, bevor es auf die Insel geht. Großenbrode wurde schon 1249 erwähnt. Von Großenbroder-Fähre erreichte man früher mit Schiffen Fehmarnsudn auf der Insel Fehmarn. Ab 1905 gab es auch eine Eisenbahnfähre. Seit 1963 ist das Land mir der Insel durch die Fehmarsundbrücke verbunden. Sie ist eine kombinierte Eisenbahn-und Straßenbrücke, 21 Meter hoch und einen Kilometer lang. Mit dem Bau dieser Brücke entstand die kürzeste Entfernung von Deutschland nach Skandinavien. Der wichtigste Punkt der Insel ist Putgarden, wo große Fährschiffe im Ein-Stunden-Takt nach Dänemark fahren. 19 Kilometer sind es bis zur dänischen Insel Lolland.

    Willkommen auf Fehmarn!

    Schon um 2000 v. u. Z. war die Insel von germanischen Völkern besiedelt. Hier gab es keine Adelssitze und auch keine Leibeigenschaft. Die Fehmarn-Insulaner hatten im gewissen Sinn ihre eigenen Vorschriften. Fehmarn unterstand lange Zeit der dänischen Krone, später Lübeck, dann zeitweise den Schweden und seit 1867 gehörte die Insel zu Preußen. Der Name Fehmarn hat sich aus „Fimber“ entwickelt. So heiß die Insel bei den Germanen.

    Auf der Insel werden Raps, Weizen, Gerste angebaut, früher war sie die Kornkammer Schleswig-Holsteins, heute hat der Tourismus Vorrang.

    42 Dörfer beherbergt die Insel und nur eine Stadt. An der 78 Kilometer langen Küste stehen acht Leuchttürme.

    Trauriger Verlauf mittels Profitmaximierung der Windparkbetreiber

    Über der Insel kreist das Schwert des Damokles oder besser die Flügel dieser unsäglichen Windräder.

    Auf der Insel befindet sich der größte Windpark Deutschlands. Seit mehr als zwei Jahren kämpfen, die Insulaner gegen das Vorhaben 200 Meter hohe Windräder zu installieren. Das entspricht der doppelten Höhe der jetzigen Anlagen. 200 Meter wäre mehr als dreimal so hoch wie der Kirchturm in Petersdorf, kritisieren die Bürger. Und das zu Recht. Man hatte die Hoffnung, dass hier die Profitmaximierung der Windparkbetreiber endlich ein Ende findet. Die negativen Folgen für Natur und die Landschaft sind ungeheuer. Folgt man den aktuellen Medienberichten, stimmte die Stadtvertretung dem Vorhaben bereits mit großer Mehrheit bereits zu.

    Burg ist der Hauptort und die einzige Stadt der Insel. Am westlichen Ortseingang befindet sich das Meereszentrum „Neptun“, dass in die Jahre gekommen ist und deutlich macht, wie es Tieren besser nicht ergehen sollte. Eklatant das Bild, auch in Bezug auf den Windpark. Natur,-Tier und Umweltschutz scheinen auf der Insel kaum noch Bestand zu haben.

    Doch zurück zum Sehenswerten: In Burg ist es die Breite Straße mit ihren Lindenbäumen, Backsteinhäusern und Fachwerkbauten, weiterhin die Nikolaikirche aus dem 13. Jahrhundert, ein gotischer Bau. Im 15. Jahrhundert wurde das St. Jürgen Stift für Pestkranke und Aussätzige gebaut, wovon noch Teile erhalten sind. Vom Stiftsgelände erreicht man den Hafen Burgstaaken (Staaken bedeutet Stockhaus = Gefängnis).

    Im Hafen von Burgstaaken liegen Fischerboote, moderne Jachten und Ausflugsdampfer. Am Südstrand steht die Ruine der Burg Glambeck von 1210.

    In Lemkenhafen finden wir einen Jachthafen, aber sehenswert ist die über 200 Jahre alte Segelwindmühle. Sie war eine Grütz- und Graupenmühle und ist heute noch voll funktionsfähig. Ab und zu wird sie noch in Betrieb genommen, um zu zeigen, wie kompliziert und sinnvoll solche Mühlen gebaut waren und wie sie funktionieren. Die andere Windmühle finden wir in Petersdorf.

    Das Niobe-Denkmal, im Westen der Insel, erinnert an den Untergang des Segelschiffes „Niobe“ 1932, wo 69 Menschen umkamen.

    Während der Sommerzeit übernehmen auch Fischer mit ihren Kuttern Ausflugsfahrten. Sie führen dann Videoaufnahmen vom Fischfang vor mit dem anschließenden Satz: „Im Winter nehmen wir hier die Fische auf dem Kutter aus, im Sommer die Gäste“.

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  • Die Tragödie zur Tragödie – die erworbene Unwissenheit der Nachkommen

    Mai 12th, 2023

    Beruhend auf den zahlreichen Tatsachen- und Erlebnisberichten, die zwar existieren, aber zu großen Teilen fein säuberlich unter Verschluss gebracht werden, oder man halt tief graben muss, um sie ausfindig zu machen – wer wird einmal über unsere Leben berichten?  

    Ich hatte schon vor einiger Zeit die Feststellung gemacht, dass wohl fast jeder „Schindlers Liste““ kennt, aber nicht die Liste zur Verfolgung der Vertreibungsverbrechen gegen die deutsche Bevölkerung.

    Welches Unterrichtsfach in Schulen oder Hochschulen berücksichtigt in ihren Lehren die rücksichtslose Macht durch die Vertreiberstaaten?

    Was steht auf dem Stundenplan? Welches Geschichtsbuch beinhaltet die am deutschen Volk begangenen Verbrechen?

    Vorweg: Am Ende des Beitrags findet ihr zahlreiche Quellen und eine Videoaufnahme zu den Vorgängen.

    —————————————-

    Wir haben vier Kinder, mittlerweile erwachsen, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass ihnen je der Teil unserer Geschichte vermittelt wurde, der uns ausmacht, wo unsere Wurzeln zu finden sind, noch die Qualen aufzeigt, die unser Volk, unsere Vorfahren erleiden mussten.  Das ist die Tragödie zur Tragödie.

    Ich werde an dieser Stelle keinen Vergleich anstrengen. Wer meine Seite kennt, weiß, dass ich mich hier ausschließlich der deutschen Geschichte widme, der Geschichte, die nicht in unseren Lehrbüchern zu finden ist oder eben nur in Ansätzen, vereinzelt am Rande auftritt und verhalten kommuniziert wird.

    Über die Tragödien und Ereignisse anderer Völker existiert indes ausreichend Lesestoff. Es gibt unzählige Filme, Dokumentationen und Lehrmaterial, bereitgestellt durch die Medien, auf Anordnung der Regierungen, durch die Obrigkeit- es ist die Geschichte der Mächtigen, derer, die das Zepter führen, das Geld verwahren und mit diesen Mitteln über das Volk hinwegregieren. Diese Vorgehensweise ist nicht etwa eine „Erfindung“ des 20 /21. Jahrhunderts. Nein. Vielmehr ist es ein Kreislauf. Das Schema reicht bis in die Antike zurück, nur immer neu aufgelegt, unter anderer Regie mit neuen Darstellern.  

    Ich werde, auch wenn es mir persönlich immer sehr schwerfällt, die Berichte einer Erlebnisgeneration in regelmäßigen Abständen für alle Interessierten auf meiner Website einstellen. Allein das Lesen der Berichte führt zu einer schwermütigen Gefühlsregung. Angst, Wut und Leere dominieren. Doch hilft das alles nichts.  

    Wer schweigt stimmt zu!

     Heute möchte ich die „Hölle vom Lamdsorf“ aufgreifen, ein Lager, wo mehr als 5000 Deutsche NACH dem Endes des Zweiten Weltkrieges qualvoll starben.

    Wer aus der Nachkriegsgeneration weiß um  Konzentrationslager im Rahmen der Vertreibung der Deutschen? Wer kennt die Tragödie um das Dorf Lamsdorf?  

    Historische Bedeutung erlangte das Dorf Lamsdorf durch das Stalag VIII B (344) Lamsdorf, das von 1939 bis 1945 als eines der größten deutschen Kriegsgefangenenlager betrieben wurde und vom 18. Juni 1945 bis Herbst 1946 als Konzentrationslager im Rahmen der Vertreibung der Deutschen aus Oberschlesien diente. Ein erheblicher Teil der Lagerinsassen kam dabei um. Das Lager befand sich auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Lamsdorf.

    Es gibt immer noch Menschen, die sich über das Wissen in die Aussage flüchten: „Es war schließlich Krieg“. Eine schlichtweg haltlose Aussage. Dass, was nach 1945 und auch schon davor geschah, war Völkermord!   

    Diese Verbrechen an der deutschen Bevölkerung dürfen nicht als „eine logische Konsequenz des Zweiten Weltkriegs“ verharmlost und bagatellisiert werden. Bislang ist noch niemand wegen der Vertreibung und Verschleppung der Deutschen und der dabei begangenen Gewalttaten bestraft worden

    Lest es bitte nur, wenn euer Gemüt in der Verfassung ist, es zu fassen.

    Zum Lager Lamsdorf findet ihr unter den Quellangaben auch einen Videobeitrag aus dem Museum Lamsdorf. Wie ich finde, sehr eindrucksvoll.

    ———————————————

    Zeugenaussagen

    Häftlinge mit Gewehrkolben ins Feuer getrieben
    Am Holzzaun des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Lamsdorf hängt ein Schild in verwaschenem Rot: Staatliche Hühnerfarm. Dahinter, zwischen Akazien und Buchen, blühen Vergißmeinnicht auf einer Wiese. Abends spielt hier die Dorfjugend Fußball.
    Sie spielen auf dem Massengrab der deutschen Opfer von Lamsdorf, 6488 Leichen sind hier verscharrt. Die Kapos waren kriminelle Lustmörder, sagt Walter Swierc.
    Was im Lager geschah, enthüllen Gerichtsakten, die erst jetzt von der polnischen Geheimpolizei freigegeben wurden.
    Frauen, die nebeneinander saßen, wurden von hinten erschossen. Aufseher ritzten Insassen (meist Bauern) Hakenkreuze in die Haut, sperrten sie tagelang in Keller, in denen fauliges Wasser ein Meter hoch stand.
    Die Bäuerin Agnes Haiduk wohnt nur einen Kilometer entfernt. Sie steht gebückt in ihrer Wohnküche in Lamsdorf, Haus Nummer 16. Sie holten uns morgens um acht. Sie trieben das ganze Dorf in einer langen Kolonne ins Lager. Das war am 8. Februar 1946. Es hatte geschneit, 20 Grad minus. Die Mutter von fünf Kindern hatte ihren Kleinsten, Karl-Heinz, auf dem Arm. Er weinte.
    Bäuerin Haiduk ist die einzige der 400 Deutschen aus Lamsdorf, die das Lager bis heute überlebt hat. Sie vergräbt ihr Gesicht in beide Hände, spricht im Flüsterton: Meinem Mann haben die Aufseher einen Stahlhelm aufgesetzt und mit dem Vorschlaghammer draufgeschlagen. Emanuel Haiduk, Postassistent, erblindete. Andere bekamen einen glühenden Stahlhelm aufgesetzt. Sie waren sofort tot.

    Ihr müßt alle dran glauben
    Einmal kam ein Kommandant in die Baracke: Wenn der da drüben nicht in einer Stunde tot ist, müßt ihr alle dran glauben. Der Angesprochene war Gastwirt. Er erhängte sich selbst, um die anderen zu retten. Maria Springer, Bäuerin aus Ellguth-Hammer: Meinen Nachbarn steckten sie in ein Faß, in das von außen Nägel eingeschlagen waren. Sie rollten das Faß so lange, bis er tot war. Landwirt Karl Kaplytta erinnert sich genau an die Nacht vom 4. Oktober 1944. Die Kommandanten zündeten Baracke 12 an, trieben Häftlinge mit Gewehrkolben zum Löschen. Dann stießen sie sie ins Feuer.
    Er war auch als Zeuge im Prozeß gegen Lagerleiter Czeslaw Geborski und dessen Stellvertreter Ignacy Szypulla geladen. Das war 1957. Er sagte nichts, aus Angst. Die zwei Kommandanten wurden freigesprochen. Der Stellvertreter, ein Alkoholiker, stürzte im Rausch vor 18 Jahren vom Balkon im siebten Stock eines Krankenhauses. Geborski, der Chef, Ex-Oberst der polnischen Stasi, lebt heute unter dem falschen Namen Sucho in der Straße des 1. Mai in Kattowitz, Hausnummer 48, dritter Stock. Er sagt: Ich weiß nichts mehr. Ich bin schwer herzkrank.
    Noch dieses Jahr werden die Leichen der Lageropfer exhumiert. Am Fußballplatz der Dorfjugend von Lamsdorf ist ein Mahnmal geplant.

    Lublin-Majdanek (Lipowastraße 7) Lublin-Majdanek (Frauenlager

    ———————-

    Das Gedenken an die Leiden des eigenen Volkes bedeutet keine Relativierung deutscher Vergehen. Und daher sollten die Nachkommen ihre erworbene Unwissenheit in Wissen umwandeln. Auch wenn dieses Wissen schmerzt!

    „Denn auch für unser spezielles Thema gilt noch immer, was Martin Broszat zum Verhältnis zwischen Geschichtswissenschaft und Vertreibung bereits 1983 gesagt hat: „Hier soll nicht bestritten werden, dass es eine gewisse Zurückhaltung durchaus gibt: Schon dem Begriff, Vertreibungsverbrechen‘, oft vage, viel zu allgemein und nicht strafrechtlich distinkt gehandhabt, haftet der Geruch der Verrechnungsabsicht an. So trug die Überzeugung, das Thema für „nationalistisch affiziert“ zu halten, ihren Teil dazu bei, „dass es von der jüngeren Generation der Historiker seit den sechziger Jahren kaum aufgegriffen wurde“

    „Im Opferdiskurs der Bundesrepublik“ wurden die Vertriebenen mehr und mehr, zu unerwünschten Opfern‘.

    Quelle

    http://www.tenhumbergreinhard.de/1933-1945-lager-1/1933-1945-lager-l/lamsdorf-lambinowice.htm

    https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/ERPQUKCHRED7SOYR7F2JACOFXQWEGDQP

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    Alle Deutschen sind Nazis?

    Darauf noch ein Wort zu den alliierten Internierungslagern (anknüpfend an den Beitrag )

    Einer von den Lagerinsassen erinnerte sich daran, dass er versucht hatte zu erklären, dass er weder Parteimitglied noch Hitleranhänger war. Als Antwort bekam er zu hören: Alle Deutschen sind Nazis.
    Und das ist der Kern der Sache. Man hielt alle Deutschen ausnahmslos für Verbrecher. Schwache Argument, die nichts an der Tatsache ändern, dass die Verantwortlichen nach den schlimmsten Mustern vorangegangener Verbrechen handelten

    Ein Kern, der sich über die Jahrzehnte darauf über beharrliches Schweigen, Verdrängen der Tatsachen und bagatellisieren von Taten hartnäckig halten konnte und bis heute Bestand hat. Schlimmer noch: Die Begrifflichkeit des deutschen Nazis wird mit allen nur erdenklichen Mitteln aufrechterhalten.

    Die Lager auf einen Blick (die bekanntesten, denn es gab noch viel mehr)

    Lamsdorf

    Buchenwald Speziallager NR.2 (viele ehemalige KZ

    Schwientochlowitz 

    Myslowitz

    Beuthen

    Bretzenheim

    Allein in Myslowitz starben 2.200 Deutsche. In Lamsdorf geht man von 6000 getöteten Menschen aus. In dem von der NKWD in Tost gegründeten Lager starben innerhalb einiger Monate zwischen 2.000 und 3.000 Menschen. Das sind wahnsinnig hohe Zahlen.

    In Bretzenheim sind unter amerikanischer Lagerleitung 3.500 bis 4.500 Menschen gestorben.

    —————————————————-
    Infotafel

    NKDW: Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten (Narodny Kommissariat Wnutrennich Del) der Sowjetunion; ab 1946 Innenministerium; 

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  • „Der Charakter der Deutschen“ – eine interessante Sichtweise aus der Feder Immanuel Kants

    Mai 11th, 2023

    Immer, wenn ich den Versuch unternehme, herauszufinden, was beim Deutschen aus der „Reihe“ läuft, warum er so ist wie er ist, warum er den unvorteilhaften Hang zum Nachahmen nicht verlassen kann, und aus bloßer Pedanterie knechtisch zu sein scheint, erinnere ich mich an die Deutung Immanuel Kants, betreffend deutscher Charakterzüge. Wie schon oft erwähnt, besteht dieses deutsche Phänomen der geringen Meinung von sich, original sein zu können (was gerade das Gegenteil des trotzigen Engländers ist) über Jahrhunderte hinweg. Es macht wohl einen Teil der Eigentümlichkeit des Deutschen aus.

    Doch wann haben sich die eher nachteiligen Charakterzüge gefestigt?  

    Hängt es möglicherweise mit der (ehemaligen) Form der Reichsfassung Deutschlands zusammen?

    Immanuel Kant schreibt dazu: Neben seinem unvorteilhaften Hang zum Nachahmen und der geringen Meinung von sich, original sein zu können, zeigt der Deutsche vornehmlich eine gewisse Methodensucht sich mit den übrigen Staatsbürgern nicht etwa nach einem Prinzip der Annäherung zur Gleichheit, sondern nach Stufen des Vorzugs und einer Rangordnung peinlich klassifizieren zu lassen, und in diesem Schema des Ranges, in Erfindung der Titel (von Edlen und Hochedlen, Wohl- und Hochwohlgeborenen) unerschöpflich und so aus bloßer Pedanterie knechtisch zu sein, welches alles freilich wohl der Form der Reichsfassung zugerechnet werden mag. Und doch muss man bemerken, dass das Entstehen dieser pedantischen Form selber aus dem Geiste der Nation und dem natürlichen Hange des Deutschen hervorgehe. Nämlich zwischen dem, der herrschen, bis zu dem der gehorchen soll, eine Leiter anzulegen, woran jede Sprosse mit dem Grade des Ansehens bezeichnet wird, der ihr gebührt. Aber auch darüber, wer keinen Titel hat, nicht ist, welches denn dem Staate, der diesen erteilt, freilich was einbringt. Der Deutsche fügt sich unter allen zivilisierten Völkern am leichtesten und dauerhaftesten der Regierung, unter der er ist.

    Die guten Charakterzüge überwiegen – das macht Hoffnung!

    Kant beginnt seine Ausführung zum Charakter der Deutschen mit den Worten:

    Die Deutschen stehen im Ruf eines guten Charakters, nämlich dem der Ehrlichkeit und Häuslichkeit, Eigenschaften, die eben nicht zum Glänzen geeignet sind. Er ist dabei der Mann von allen Ländern und Klimaten. Er wandert leicht aus und ist an sein Vaterland nicht leidenschaftlich gefesselt. Doch wenn er in fremde Länder als Kolonist kommt, da schließt er bald mit seinen Landsleuten eine Art von bürgerlichem Verein, der dich durch Einheit der Sprache und unter der höheren Obrigkeit in einer ruhigen sittlichen Verfassung durch Fleiß, Reinlichkeit und Sparsamkeit vor den Ansiedlern anderer Völker vorzüglich auszeichnet – So lautet das Lob, welches selbst Engländer den Deutschen in Nordamerika geben.

    Darüber hinaus ist da dieses Phlegma (in gutem Sinne genommen), das Temperament der kalten Überlegung und der Ausharrung in Verfolgung seines Zwecks und zugleich das Aushalten der damit verbundenen Beschwerlichkeiten. So zehrt der Deutsche von den Talenten eines richtigen Verstandes und seiner tief nachdenkenden Vernunft.

    Wie schon Tacitus in „Germania“ den Deutschen gesunden Verstandestalent zuordnet, erkennt Kant diesen, verbunden mit Fleiß, ebenfalls – dieses sein Charakter im Umgange ist Bescheidenheit. Er lernt mehr als jedes andere Volk fremde Sprachen (wie Robertson sich ausdrückt), ist Großhändler der Gelehrsamkeit, und kommt im Felde der Wissenschaft zuerst auf manche Spuren.

    Er diszipliniert seine Kinder zur Sittsamkeit mit Strenge, wie er dann auch seinem Hange zur Ordnung und Regel gemäß, sich eher despotisieren (autorisieren) als sich auf Neuerungen (betreffend eigenmächtige Reformen in der Regierung) einlassen wird – das ist eine gute Sache!

    Auszug aus „Charakter der Deutschen“ 1798, leicht abgewandelt

    ————————————-

    Infotafel zu Immanuel Kant

    Die vier Kantischen Fragen:

    „Was kann ich wissen?

    Was soll ich tun?

    Was darf ich hoffen?

    Was ist der Mensch?“

    Kant hat ein sehr hohes Alter erreicht, und ist nie aus Königsberg herausgekommen. Unter den Eisschollen des Nordens hat er sein ganzes Leben damit zugebracht, über die Gesetze des menschlichen Geistes zu denken. Vermöge eines unermüdlichen Eifers hat er Kenntnisse aller Art erworben. Die Wissenschaften, die Sprachen, die Literatur, alles war ihm geläufig; und ohne den Ruhm zu suchen, den er erst sehr spät genoß – denn erst im hohen Alter vernahm er den Widerhall seines berühmten Namens –, begnügte er sich mit dem stillen Vergnügen des Nachgrübelns. In seiner Einsamkeit betrachtete er seine Seele mit Andacht. Die Erforschung des Gedankens gab ihm neue Kräfte zur Unterstützung der Tugend; und obgleich er mit den glühenden Leidenschaften der Menschen nie etwas zu schaffen hatte: so hat er doch Waffen für die geschmiedet, die zur Bekämpfung derselben berufen sein können.

    (Quelle: projekt-gutenberg.org/stael/deutschl)

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  • Schleswig-Holstein Teil III – eine bewegte Geschichte aus dem Land zwischen den Meeren; die Zeitreise geht weiter

    Mai 10th, 2023

    Wo sind wir stehen geblieben?

    Sophia heiratete 1745 ihren Cousin Peter, sie 16-jährig, er 18. Aus Sophia wurde Katharina, die spätere Katharina II. die Große. Trotzdem die beiden kein gutes Verhältnis miteinander hatten, kam 1754 der einzige Sohn Paul zur Welt. Beide hatten so verschiedene Ansichten, die nicht überbrückbar waren.

    Katharina bemühte sich schnell, die Sitten und Gebräuche anzunehmen und die Sprache zu erlernen, nicht um die Verbindung zum niederen Volk herzustellen, sondern damit ihr kein Wort entging, was im Umkreis gesprochen wurde.

    Peter fand nur beißenden Spott über Sitten und Gebräuche, vor allen Dinge über die für ihn unmögliche Sprache. Er liebte weder seine Frau noch die so fremde Umgebung. Er war innerlich fest mit dem Deutschen Reich verbunden und seine große Bewunderung galt Friedrich d. Großen.

    Als 1762 die Zarin Elisabeth starb und er als Peter III. den Thron bestieg, rief er sofort die russischen Truppen aus dem 7-jährigen Krieg zurück und schloss mit Preußen einen Sonderfrieden. Er wollte auch die verlorenen Anteil Schleswig und Holstein zurückgewinnen und stand kurz davor Krieg gegen Dänemark zu führen, als er in St. Petersburg ermordet wurde. Katharina wurde durch den von ihr befohlenen Mord, Zarin von Russland. Gemeinsam mit ihrem Sohn Paul verzichtete sie auf sämtliche Gottorper Anteile in Schleswig und Holstein. Diese fielen dadurch endgültig an die Dänische Krone.

    Nach Auflösung des Deutschen Kaiserreiches 1806 blieb das Land im dänischen Machtbereich.

    • 1848 kam es zu einem Aufstand, der niedergeschlagen wurde.
    • Erst 1864 besetzten preußische und österreichische Truppen Schleswig. Schleswig und Holstein wurde eine preußische Provinz.
    • Nach dem Ersten Weltkrieg und der Abstimmung 1920, wo 75 Prozent für Deutschland stimmten, bekamen die Däne 1/5 des Landes, auch rein deutsche Städte.

    So entstand die heutige deutsch-dänische Grenze.

    1946 wurde aus der preußischen Provinz das das Bundesland Schleswig-Holstein. In den Grenzgebieten wohnen auf dänischer Seite noch ca. 20.000 Deutsche, auf deutscher Seite ebenso viel Dänen. Beide Gruppen sind durch Schulen und Kulturvereine mit ihrem Mutterland verbunden.

    Noch etwas möchte ich erwähnen, ehe ich die bewegte Geschichte Schleswig-Holsteins abschließe. Die Herzöge von Holstein hatten auch Verbindung zu Schlesien.

    Herzog Christian August und Familie gingen 1853 nach Primkenau in Schlesien. Er kaufte dort ein Herrschaftshaus und ließ es zu einem prächtigen Schloss ausbauen. Im Schloss Primkenau wuchs seine Enkelin Auguste Viktoria auf. Die Eltern von Viktoria hatten in Dolzig bei Sommerfeld ein Rittergut. Warum ich das erwähne?

    Viktoria wurde 1881 die Gemahlin des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II.

    ——————————

    Und wir bleiben noch ein bisschen in Schleswig-Holstein. Dann verweilen wir in Lübeck und Travemünde, entdecken aber auch geschichtsträchtige Orte wie Oldenburg in Holstein oder Sierksdorf am schönen Ostseestrand. Auch der Insel Fehmarn statten wir einen Besuch ab. Wir unternehmen außerdem einen Ausflug in die Holsteinische Schweiz mit dem zauberhaften Städtchen Eutin, das den Beinamen „Weimar des Nordens“ trägt.

    Bleibt neugierig!

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  • Bernstein – das Gold der Germanen

    Mai 9th, 2023

    Die Bernsteingewinnung, eine Betrachtung nach Anton von Etzel (Auszug)

    Das Schöpfen (Fischen) und da sogenannte „Stechen“ des Bernsteins aus der See wird unmittelbar nach einem Sturme, sobald mäßiger Wellengang eingetreten ist,, vorgenommen. Die Leute sind hierzu mit einem Hamen, „Kütscher“ genannt, versehen. Sie schreiten, soweit es ohne Gefahr tunlich, in die See und schöpfen den mit den Wellen zum Lande treibenden Seetang heraus, der am Ufer ausgebreitet und von welchem dann von Weiber und Kinder der Fischer der daran sitzende Bernstein abgelesen, gesammelt und den Strandreitern gegen eine bestimmte kleine Vergütung abgeliefert wird.

    Größere Tangmassen werden auch in Netzen gefangen oder mit Enterhaken auf das Land gezogen. Das „Stechen“ des Bernsteins ist ein sorgfältiges Suchen am Strande der ruhigen See, mit denselben Mitteln und bis zu einer Tiefe von vier bis vier und einem halben Fuß.

    Auf ähnliche Art wird derselbe im Winter, wenn das Meer am Rande zugefroren ist, durch eingehauene Öffnungen (Wuhnen) gewonnen. Mit einer langen dünnen Stange, an deren Ende eine kleine eiserne Schaufel befestigt ist, werden die im Sand befindlichen Bernsteinstücke losgemacht und in einem kleinen Kätscher geschoben, der an einem langen Seile befestigt ist.

    Da es aber auch möglich ist , bei ruhiger See die Gegenstände in einer Tiefe von zehn bis zwölf Fuß (mitunter noch mehr) deutlich sehn zu können, so benutzt mach auch , nach Durchforschung des Wassers in unmittelbarer Nähe der Küste, nicht selten kleine Fischerkähne, um den in größerer Entfernung vom Rande lagernden Bernstein in Sandbänken und zwischen Steinen aufzusuchen.

    Aber nicht nur die Wellen allein sollten die launischen Agenten des ganzen Bernsteinbedarfs bleiben, denn zufällige Entdeckungen bei Ausgrabungen von Brunnen, Grundgraben zu Häusern etc. geben den Beweis, dass nicht nur in den Tiefen des Meeres und an dessen Rande, von den Stürmen herbeigetragen, Bernstein zu finden sei.

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