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Klara Fall: das glaube, wer mag

  • Weiter geht’s mit einem Rückblick zu unserer Reise von Jütlands Nordseeküste zum dänischen Kap Horn“ weiter gen Osten über den großen Belt – Teil II

    August 18th, 2023

    Ein letzter Gruß, ein wehmütiger Blick, ein Abschied: Skagens Horn, der nördlichste Punkt Jütlands war einfach fabelhaft!

    Aber nicht nur der Punkt, an dem sich Kattegat und Skagerrak küssen, nein, auch die Kurzvisite in Gammel-Skagen überrascht. Frühaufsteher werden belohnt. Denn schon morgens um sechs Uhr bietet sich am Hafen – mit den roten Modellbaukasten-Häuschen und den roten und schwarzen Wimpeln der 300 Fischerboote voll bizarrer Farbigkeit – das Schauspiel der Fischauktion, bei der die Fänge der Nacht versteigert werden.

    Tag 6: Huch. Sind wir etwa falsch abgebogen? So ein hübscher Palmenstrand.

    Ne, ne…, wir rollen nun an der Ostseeküste entlang und haben diesen wundervollen Strand von Frederikshavn entdeckt. Bert mag den Blick auf die Ostsee auch. Es ist ganz still hier. Nur ein leises Plätschern ist zu vernehmen. Gegenüber liegt die kleine Insel Deget.

    Auch wenn es immer wieder ein bisschen vom Himmel tröpfelt, genießen wir diese Seite unweit des „Skagen Horns“ sehr.

    Später folgen wir den Spuren der Wikinger Richtung Mariagerfjord.

    Zum Übernachten finden wir einen schönen Platz nördlich des Limfjords auf der Lindholmhöhe unweit der Stadt Aalborg. Hier wurde die einstige Wikingerstadt Vendila freigelegt mit Hunderten von Grabstellen und 15 Grundmauern von Wikingerhäusern.

    Dieser Ort gilt als die umfangreichste Fundstelle Skandinaviens aus der Wikingerzeit.

    Da es nun wieder ordentlich regnet, machen wir uns später auf den Weg. Bis dahin kommunizieren wir mit den Schafen, die uns gegenüber auf der Wiese grasen.

    Ein erster kurzer Eindruck. Es weht hier mächtig und dazu das Nass aus den Wolken macht es auch nicht besser. Wir sind dann schnell wieder zurück zum Bert.

    Die Stimmung hier, und an den Grabstellen lässt sich kaum beschreiben. Ein Kraftort.

    Vielleicht laufen wir heute Nacht nochmal zu den Grabstellen hoch und hören, was uns die alten Seelen zu berichten haben.

    Typisch sind die vielen Steinsetzungen in Schiffsform. Währen die großen Anführer der Wikinger mitsamt ihrem Schiff begraben wurden, setzte man für die rangniedrigere, doch immer noch angesehen Krieger Steine in Schiffsform.

    Das Seefahrervolk glaubte, dem Toten würden im Jenseits so gewaltige Kräfte zuströmen, dass er die Steine in ein richtiges seetüchtiges Schiff verwandeln könne.

    Tag 7: Hier endet die wundervolle Zeitreise auf der Lindholmhöhe und wir statten dem Liliputstädtchen Mariager am gleichnamigen Fjord einen Besuch ab.

    Dazu darf man festhalten: In allen skandinavischen Ländern wurden mit viel Geschick und Liebe zum Detail Freilichtmuseen zusammengestellt, die den Baubestand und die Lebensweise in Dörfern aus früheren Jahrhunderten veranschaulichen.

    Wir durchfahren das Himmerland, ein sanft gewellter Teppich aus Getreidefeldern, Wiesen und Baumgruppen. In einer solchen Region fällt es nicht schwer einen schönen Übernachtungsplatz zu finden. Bert fährt entspannt auf seinen Platz. Und da stehen wir nun, ganz nah am Mariagerfjord und unweit der Wikingerburg Frykat.

    Jetzt gibts erstmal was hinter die Kiemen.

    Tag 8: Besuch der Wikingerburg Frykat. Der Schmied war Klasse.❣️ Er hat sein „Tun“ ganz wunderbar erklärt.

    Nebenan wirkte ein Weib und erklärten ihre Webarbeiten. Nebenbei kochte sie irgendwas Leckeres. Es roch köstlich.

    In der Tischlerei haben wir auch mal vorbeigeschaut.

    Bert wartete indes auf uns. Und immer wieder schweifte der Blick über dem Mariagerfjord.

    Ein wundervoller Tag geht zu Ende und wir stehen wieder inmitten der Natur.

    Das ist die Freiheit, die wir uns nehmen und die uns keiner nehmen kann.

    —————-

    Da kommt mir doch das wundervolle Gedicht von Georg Wolfgang Augustin Fikenscher in den Sinn.

    Ahnen

    Viele der Ahnen findest du hier.

    Von jedem führt eine Spur zu dir.

    Von jedem ein Tropfen Blut in dir rinnt,

    Der deine Bahn im geheimen bestimmt.

    Ihr Tun und Denken schwingt in dir wieder.

    Drückt das Gewicht ihrer Fehler nieder,

    Hebt dich ihr Reichtum, ihr sehnendes Streben,

    Kraft und Richtung soll es dir geben.

    Hast versenkst du dich in ihr Geschick,

    In ihr Kämpfen und Mühen, ihre Not, ihr Glück.

    Dann blicke vorwärts und sei bereit,

    Dein Werk zu tun zu deiner Zeit.

    Liebe dies Leben! Umfasse es tief!

    Erfühle den Sinn, wozu es dich rief!

    Doch verlangt es von dir ein Ja oder Nein,

    Bedenk, es gehört nicht dir allein!

    ——————

    Tag 9: Wir suchen das Jelling der Wikingerkönige auf. Wären den Dänen hochtrabende Bezeichnungen nicht zuwider, könnte man die Jellingsteine unweit von Vejle als Nationalheiligtum einstufen. Sie stammen aus der Zeit um 960 und künden erstmals in der Geschichte vom Namen Dänemarks. Den größeren der beiden Runensteine ließ König Harald Blauzahn aufstellen. Er trägt in altdänischer Sprachform, die sich kaum von der norwegischen und schwedischen unterschied, die Inschrift: „König Harald ließ diese Hügel errichten für Gorm, seinen Vater und Tyre, seine Mutter, derjenige Harald, der ganz Dänemark und Norwegen gewann und die Dänen zu Christen machte.“

    Wir können nicht sagen, was es tatsächlich war, was uns bewegte diesen geschichtsträchtigen Ort recht schnell wieder zu verlassen. Dabei erschien uns der Ort anfangs noch zauberhaft….

    War es der Geist von den großen Wikingerkönigen Gorm der Alte und Blauzahn?

    War es vielleicht das Wissen darüber, dass Blauzahn hier die Dänen zu Christen gemacht hat?

    Oder waren es die 5 G Masten, die hier unübersehbar überall herausragten?

    Vielleicht lag es auch an dem Platz, an dem sich die Golfer zum Spielen treffen.

    In jedem Fall liegen hier der kleine und der große Jellingstein – große Runensteine und die bedeutendsten Dänemarks.

    Sehenswert waren auch die alte Kirche, die nachgeahmte Schiffssetzung und die Palisaden.

    Der Ort schreibt Wikingergeschichte um die Zeit um 900. Wir sind trotzdem weitergezogen. Ich bin gewiss, wir finden einen Platz mit einer besseren Aura.

    Am Abend stehen wir an der Meerenge zwischen der Halbinsel Jütland und der Insel Fünen. Ich denke, wir haben nun einen guten Ort gefunden. Dieses Mal keine Idylle im Wald, dafür fast „spektakulär“ am Kleinen Belt, der westlichsten natürlichen Verbindung zwischen dem Kattegat im Norden und der Ostsee.

    Und wir haben uns gerade sagen lassen, hier tummeln sich auch Schweinswale. Mit viel Glück sichten wir welche.

    Aber erstmal schwingt mein Göttergatte die Angel und fischt unser Abendbrot

    Morgen geht es dann weiter über den großen Belt (Støerebaltbrücke) nach Roskilde, und weiter Richtung Schweden.

    Bleibt dran, denn dann gibt es Teil III zu unserer Reise.

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  • Als 1832 die Farben schwarz-rot-gold zu Nationalfarben wurden…, die Geschichte hinter der Geschichte

    August 17th, 2023

    ——

    Weil gestern das Thema „welche Flagge für Deutschland?“ aufkam, habe ich gerade diesen Beitrag gefunden, denn ich Anfang des Jahres verfasst (noch nicht veröffentlicht) habe. Er entstand im Rahmen eines Berichtes zum Zobten, dem Berg der Schlesier.

    Die Bilder, die ihr hier seht, oder besser die kleine Flaggenkunde stammen aus Meyers Konversationslexikon aus dem Jahr 1894 /Vierter Band.  

    —————-

    Während der Zeit, als die Menschen rundum den Zobten alles für den Befreiungskampf unternahmen, entstand in Breslau eine schlesische Armee von etwa 10 000 Freiwilligen.

    Andere stifteten wertvollen Schmuck, Silber- und Goldbestecke und Geräte. Sogar die goldenen Trauringe tauchten sie in eiserne Ringe mit der Aufschrift „Gold gab ich für Eisen“.

    Die Dichter forderten ebenfalls das Volk zum Kampf auf, darunter Ernst Moritz Arndt, Theodor Körner, Max von Schenkendorf, Friedrich Rückert.

    In der Stadt Zobten bildete Major Lützow ein Freikorps. Auch dort meldeten sich viele Freiwillige, sie sich ihre Ausrüstung auf eigene Kosten beschaffen mussten. Das Lützow Korps wurde am 27. März 1813 in der Kirche von Rogau, nahe der Stadt Zobten eingesegnet.

    Zum Korps gehörten bekannte Männer der damaligen Zeit u. a. Joseph von Eichendorff, Theodor Körner, Friedrich von Friesen, Friedrich Ludwig Jahn. Ihre Uniformen hatten die Farben schwarz-rot-gold, nämlich die Hose schwarz, die Jacke rot, die Knöpfe goldfarben. 1832 wurden diese Farben Nationalfarben. In der Kaiserzeit 1871-1918 waren die Nationalfarben jedoch schwarz-weiß-rot.

    Im Kampf gegen die Franzosen ist Theodor Körner im Alter von nur 22 Jahren am 18.6.1813 in Gadebusch gefallen.

    Erst die Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813, wo Russland, Österreich und Preußen gegen Napoleon kämpften, brachten den Sieg über Napoleon und 1814 seine Verbannung nach Elba.

    Nach diesem Sieg trat auch wieder Ruhe in Schlesien ein. Bauern und Handwerker konnten wieder einer geordneten Arbeit nachgehen. Die Bevölkerung besuchte wieder Heilbäder und wanderte zu vielen Ausflugsorten.

    Der Zobten, die Urheimat der Schlesier, sah Generationen kommen und er sah auch die Menschen in ihrer schwersten Stunde des Abschiednehmens von ihrer Urheimat, von ihrem Eigentum von allem, was ihnen lieb und wert war. Doch den Berg konnten die Vertreiber nicht wegrücken!

    Mit den Worten Gerhart Hauptmanns will ich den Bericht um den Zobten nun schließen. Er sprach sie kurz vor seinem Tod, als die Vertreiber bereits das Land eingenommen hatten, und sie lauten: „In einem kerndeutschen Land bin ich geboren, mit Stolz nenne ich mich einen Schlesier.“

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  • Der Grün-Donnerstag in unserer germanischen Welt: Es ist Mitte April, und wir begrüßen die Feldlinge in Feld und Wald; deutsche Länder, alte Sitten und der Sieg des Lichts und Lebens über die Unterwelt

    August 17th, 2023

    Es ist bekannt, dass die Geistlichkeit es gut verstand, die altüberlieferten Gewohnheiten und Sitten der heidnischen Germanen in kirchliche Gebräuche umzumünzen. In der christlichen Geschichte ist dieser Tag rund um das Entsetzen und die Trauer über den Kreuzestod begründet.

    Während die Kirche einen solchen Tag beweint, begrüßen wir alles, was wächst, heranreift und blüht.

    Die Blumenlese, eine noch heute bestehende Gründonnerstags-Sitte lässt den alten Charakter des Tages als ein echtes und rechtes Frühlingsfest deutlich erkennen.

    Die jungen Gemüse, Früchte, frische Eier als Sinnbilder der Lebenskraft, und namentlich Honig, frischer Blumenhonig – kurz die Erstlinge in Feld und Wald spielen eine Hauptrolle.

    Der Deutsche pflegt an diesem Tag etwas Grünes zu essen, so in der Mark meistens Grünkohl, während in Hamburg und Altona Kräutersuppe von sieben verschiedenen Kräutern und in Hessen Gemüse von neunerlein Kräutern genossen wird.

    Die Sachsen essen ihren Rübensalat, die Böhmen Spinatkarpfen (mit Spinat gefüllte Karpfen), und die Schwaben ihre aus allerlei Gemüsen bereiteten „Laubfrösche“. In Sachsen ist an diesem Tag Honigbrot sehr beliebt, Überhaupt spielt der Honig eine hervorragende Rolle.

    Denn wenn die Sachsen und Hessen am grünen Donnerstag keinen Honig essen, werden die zu Eseln.

    Noch ein Blick zum Nachbarn:

    In Seeland und Dänemark ist es Volksbrauch bis in neuere Zeiten gewesen, am Grün-Donnerstag Beile und eiserne Keile auf die Saatfelder zu bringen und einen Stahl an die Haustüre zu hängen, damit die Zauberinnen der Saat und den Menschen nicht schaden.

    Der Himmelskönig Thor und der Sieg des Lichts und Lebens über die Unterwelt

    Dass der Donnerstag vor der Himmelfahrt (der heilige Donnerstag in Schweden, Norwegen, England genannt) nicht ganz ohne Beziehung war oder blieb, geht daraus hervor, dass man in Deutschland an diesem Tage gar nichts nähte. Indem man meinte, wer etwas an diesem Tage Genähtes an sich trage, werde vom Blitz erschlagen. In Schweden meinte man, der auf dem Gold wachende Drache holt seine Schätze hervor ans Tageslicht.

    Die Fischer beobachteten gewisse Bräuche, um einen guten Fang zu haben, die Weiber kleideten sich rot.

    All dies zeigt, dass man an diesem Donnerstage einen Sieg des Lichts und Lebens über die Unterwelt und ihre schlimmen Wirkungen knüpfte. Die Ansicht aber von dem Blitze deutet auf Thor hin.

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  • Unsere Reise zum „dänischen Kap Horn“ – Teil I

    August 16th, 2023

    Gestartet sind wir am 21. Juli 2023 mit einer eher unausgereiften Reiseplanung, aber mit ausreichend Wegzehrung. Nur die Richtung war sicher: Es geht gen Norden.

    Angedacht waren bekannte als auch weniger bekannte Orte in Dänemark, Schweden und Norwegen: Wobei uns schon bewusst war, dass sich die schönsten Plätze dieser Länder kaum in drei Wochen entdecken lassen würden.

    Noch in Deutschland, gab es am 23. Juli ein Geburtstagsständchen für den Göttergatten. Die Blümchen habe ich gleich am Morgen, nachdem es endlich aufgehört hat zu regnen, gepflückt.  

    Kurz vor Tønder, beim Dorf Sæd passieren wir später die Grenze zu Dänemark.

    Anschließend bummeln wir durch eine heiter-beschauliche Marschlandschaft von schier endloser Weite, die ein mächtiger Himmel überwölbt. Überall saftiges Weidegrün, unterbrochen von schnurgerade gezogenen Wassergräben.

    Es ist übrigens die einzige Ländergrenze Dänemarks, knapp 68 Kilometer lang, wogegen die Länger aller Küsten 7400 Kilometer beträgt.

    ————

    Da wir die überwiegende Zeit in Dänemark weilten, möchten ich neben unseren persönlichen Erlebnissen, kurz noch etwas über das Land berichten: Dänemark ist ein amphibisches Land. Es umfasst an die 500 Inseln, wovon etwa 100 bewohnt sind, und kein Punkt des Landes ist weiter als 52 Kilometer vom Meer entfernt.

    Diese seltsame Landschaft entstand durch die Gletschertätigkeit während der Eiszeiten. Die abtauenden Gletscher hinterließen Erdanhäufungen, während das schmelzende Eis Abflussrinnen und Täler ausschliff, die später vom Wasser der Ostsee gefüllt wurden.

    Da – ausgenommen auf der Insel Bornholm – kaum Urgestein in diesem Bereich vorhanden war, fehlen höhere Berge.

    Viele Spuren lassen erkennen, dass das Land seit der ältesten Steinzeit besiedelt war. Also seit etwa 12 000 Jahren.

    Kurios mutet an, dass Dänemark zugleich eines der größten als auch eines der kleinsten Länder Europas ist. Eines der größten, wenn man die Fläche des zum dänischen Staat gehörenden Grönlands mit seinen über zwei Millionen Quadratmetern hinzurechnet; ziemlich klein, wenn man nur das Gebiet des Mutterlandes sieht. Mit seinen 45 000 Quadratkilometern erreicht das Kernland nicht mal die Größe Niedersachsens.

    Die Geschichte des Landes ist respekteinflößend. Das kleinste der drei skandinavischen Königreiche beherrschte durch Jahrhunderte den skandinavischen Raum und zählte zu den Großmächten. Zeugnissen aus dieser großen Vergangenheit sind wir auf unserer Reise vielfach begegnet.

    Die Anfänge der dänischen Geschichte verlieren sich in sagenhaftes Dunkel, während die beglaubigte Geschichte kaum ein Jahrtausend umfasst. Ehe diese beginnt, weiß die Sage von einem heroischen Zeitalter zu erzählen, welches voll ist von kühnen Taten und Fahrten der nordischen Helden. Die erste beglaubigte Nachricht von Dänemark liefert der Reisebericht des Pantheas, welcher die Westküste Jütlands besuchte.

    An der von Wind und Wellen geformten Westküste Dänemarks beginnt auch unsere Reise. Vergessen sind der lange Stau vorm Elbtunnel, die Eindrücke von der Hansestadt Hamburg, wie auch der unaufhörliche Regen bei 16 Grad Außentemperatur.

    Gerne nehmen wir euch mit und passieren die schönsten Momente einer zauberhaften Reise.   

    Jeden Tag an einem anderen Ort, fällt allerdings die Entscheidung zur Bildauswahl nicht ganz leicht. Ich hoffe trotzdem, dass ich die schönsten Momente gut transportieren kann.

    Tag 3:  war zugleich der Geburtstag meines Göttergatten. Schöner kann eine Unternehmung eigentlich nicht beginnen.

    Och menno: Wind, Regen, Nordseestrand…, hallo  !

    In Ribe war der Wettergott dann nachsichtig und ließ das Wasser nur etappenweise fließen.    

    Ribe, die älteste Stadt Dänemarks, ist aber auch bei Regen wunderschön

    Hier gibt es Hornfabriken, allerlei Wissenswertes zu den Schiffsbauern der Region, dazu diese vielen hübschen, typisch dänischen Details hinter den Fenstern, und überhaupt herrscht ihr eine sehr entspannte Atmosphäre.

    Wir schlafen abgeschieden schön. Jetzt schnell eine Nudelpfanne „gezaubert“, Göttergatte suppelt schon sein Landskron-Bier, und es hat endlich aufgehört zu regnen.  

    Tag 4: Noch 180 Kilometer gen Norden. Wunderbar dieses Jütland. Hans Christian Andersen, der dänische Dichter und Märchenerzähler (u. a. „Das kleine Mädchen mit dem Schwefelhölzchen“, „Des Kaisers neue Kleider“) bezeichnete diesen Teil der Landschaft als den romantischsten Dänemarks. Wir können das so bestätigen. Diese Route begeistert durch ihre eindrucksvolle Unversehrtheit und Unberührtheit. Hier wechselt das fette Grün der Weiden mit dem stumpfen Oliv der Heideflächen, leuchtet heller Sand zwischen borstigem Dünengestrüpp, blitzen die blanken Spiegel des Meeres und der seenartigen Fjorde auf.

    Nun sind wir auch im Norden (noch nicht am nördlichsten Punkt) des Landes angekommen und haben einen herrlichen Platz zum Übernachten in Blokhus gefunden. Nicht allein, aber das muss sein. Diese Nacht verbringen wir im Rauschen des Meeres…

    Und auch das ist dann auch unser erstes Mal: Kochen mit Blick auf die Dünen, Essen mit Blick aufs Meer, rechts von uns „wohnt“ ein Papa mit seinem Sohn im Dachzelt – gerade grillen sie etwas, es riecht lecker!

    Links von uns tummeln sich unzählige Kraftfahrzeuge, es geht hier stellenweise zu wie auf einer Fernverkehrsstraße – und trotzdem ist es einfach nur genial!

    Noch ein Abendspaziergang – Bert hat uns im Blick.

    Tag 5: Wir stehen immer noch am Meer mit Sonnenschein. In der Nacht kam es uns allerdings stellenweise so vor, als wären wir auf, und nicht am Meer, bei Böen um die 86 km/h.   Also so a bissl wie aufm Schiff.

    Das Meer tobt, die Wellen schlagen hoch.

    Ich war nur bis zu den Knöcheln im Wasser, und hoffe doch sehr, dass die See bald etwas ruhiger wird. Die Wassertemperatur ist in jedem Fall perfekt zum Baden

    Musikalisch unterlegt, begleitet uns Wardruna bis zum nördlichsten Punkt Dänemarks. Ganz nah am Kattegat finden wir einen wunderschönen Platz, von dem wir zum „dänischen Kap Horn“ hinauspilgern. Baden ist hier eher schwierig, aber entlang des Wassers laufen, das tat auch gut. Mehr als 10 Kilometer sind wir zur Landessspitze hinaus gewandert. Ringsumher Sandwüste, Meeresbrandung und Himmel, durchdrungen und durchstrahlt von der vielfachen Reflexion des Lichts. Die äußerste Spitze des Sandbodens ist übrigens ein flexibler Punkt, der die Wechselwirkung Skagerrak und Kattegat fortwährend verschiebt.

    Am Punkt, an dem sich die Meere treffen, treffen sich natürlich viele Menschen. Es ist schon beeindruckend und wir haben auch lange innegehalten.  

    Die Eindrücke lassen sich dennoch kaum über Bilder transportieren, man muss dagewesen sein, um dieses Naturereignis zu spüren.

    Es war einfach wunderbar!

    ——————-

    In Teil II reisen wir dann weiter gen „Falsters Südkap“ mit einer kurzen „Zwischenlandung in Süd-Schweden. Ich freue mich, wenn ihr auch diesen Teil unserer Reise Revue passiert.

    Weiter geht’s mit einem Rückblick zu unserer Reise von Jütlands Nordseeküste zum dänischen Kap Horn“ weiter gen Osten über den großen Belt – Teil II
    Durch die Inseln Fünen und Seenland: Überfahrt Großer Belt (Størebaltbrücke) und weiter zur Öresundbrücke – und was dann geschah – Teil III

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  • Das nie enden wollende Drehbuch – Staffel 2023

    August 16th, 2023

    Als wir in diesem Jahr über drei Wochen durch Dänemark gereist sind, konnten wir beobachten wie nahezu auf jedem Grundstück, und sei es noch so winzig, die Fahnen der Nation flatterten. Die Dänen sind stolz auf ihr Land und sie zeigen es. Wobei natürlich auch hier einiges im Argen liegt. Jedoch nicht der Stolz auf die eigene Nation.

    In Deutschland wehen nur wenige Fahnen.

    Was soll man auch von einem Volk erwarten, dass sich selbst hasst, erniedrigt und sich für Taten entschuldigt, die nie von deutschem Boden ausgegangen sind. Wie ferngesteuert und mittlerweile mit einer unerträglichen Selbstverständlichkeit trägt die Mehrheit des deutschen Volkes die ihnen indoktrinierte Schuld nach außen. Eine Schuld, die einzig und allein auf einer großen Lüge beruht. So trällern sie im Reim alles nach: Wir müssen für unsere Taten büßen, wir müssen dafür bezahlen, wir müssen uns schämen.

    Wofür, frage ich? Sie wissen es nicht. Sie können es auch nicht wissen. Zu tief ist das falsche Wissen gespeichert. Zehnmal gesagt, wird’s auch geglaubt. Und so plappern sie und plappern, und plappern all das ihnen Vorgesetzte nach. Ein Trauerspiel.

    Nichtwissend, wer die wahren Täter sind, nichtwissend, was sich einst hinter den Kulissen abspielte und heute immer noch abspielt, nichtwissend, was uns Geschichte und die noch unverfälschten Erlebnisberichte tatsächlich lehren – dieses oberflächliche Geplapper, gepaart mit einem gefährlichen Halbwissen, ist unerträglich.

    Doch Unwissenheit schützt vor den Folgen nicht. Und die werden sowohl die Unwissenden als auch die Wissenden zu spüren bekommen. Niemand wird verschont. Sollten wir einigermaßen unbeschadet aus dieser Nummer hervorgehen, liegt viel Arbeit vor uns. Der bis hierhin angerichtete Schaden ist immens und es wird Jahrzehnte dauern, diesen zu berichtigen

    —————————–

    Von einem Volk, dass auszog das Gruseln zu lernen – oder: Wenn eine Umerziehung Früchte trägt.

     (In den Kommentaren findet ihr noch zwei weitere Beiträge und ein Video)

    Menschen, die klar denken und sich mit den Gegebenheiten aus der Vergangenheit auseinandersetzen, wissen, dass kein Volk sein Wesen über ein halbes Jahrhundert hinweg einfach mal so ändert. Hier wurde kräftig „nachgeholfen“ mittels Lügen, Propaganda und Intrigen, verkündet von gewissenlosen Menschen, korrupt und zu allen „Schandtaten“ bereit, solange der Taler rollt. Doch das Wesen des deutschen Volkes selbst blieb dabei unberührt und unverändert, lediglich im Unterbewusstsein verankerte sich eine indoktrinierte Schuld.

    Die spannungsreichen Kapitel einer Wahrheitssuche dürfen nicht unter dem Schutt der Vergangenheit“ vergraben bleiben. Also erinnern wir uns. Denn die Feinde Deutschlands setzen ihre Ankündigungen um.

    —————-

    • Selfton Delmer (1904-1979): “Mit Greuelpropaganda haben wir den Krieg gewonnen …Und nun fangen wir erst richtig damit an! Wir werden diese Greuelpropaganda fortsetzen, wir werden sie steigern, bis niemand mehr ein gutes Wort, von den Deutschen annehmen wird, bis alles zerstört sein wird, was sie etwa in anderen Ländern noch an Sympathien gehabt haben, und sie selber so durcheinandergeraten sein werden, dass sie nicht mehr wissen, was sie tun. Wenn das erreicht ist, wenn sie beginnen, ihr eigenes Nest zu beschmutzen, und das nicht etwa zähneknirschend, sondern in eilfertiger Bereitschaft, den Siegern gefällig zu sein, dann erst ist der Sieg vollständig. Endgültig ist er nie. Die Umerziehung bedarf sorgfältiger, unentwegter Pflege wie englischer Rasen. Nur ein Augenblick der Nachlässigkeit, und das Unkraut bricht durch, jenes unausrottbare Unkraut der geschichtlichen Wahrheit.”  

    Selfton Delmer war das britische Pendant zum russischen Ilja Ehrenburg, der sich wie folgt äußerte:

    • Ehrenburgs bekanntestes und folgenschwerstes Werk war der millionenfach verbreitete Aufruf: Töte“!

    Und in der sowjetischen Soldatenzeitung „Krasnaj Swesdna“ vom 22. Oktober 1944 notierte der Stalin –Propagandist: „Es genügt nicht, die Deutschen nach Westen zu treiben. Die Deutschen müssen ins Grab gejagt werden. Gewiss ist ein geschlagener Fritz besser als ein unverschämter. Von allen Fritzen aber sind die toten am besten.“

    • „Im Sommer 1943, als Churchill dabei war, London zu verlassen, um Roosevelt auf einer Konferenz in Quebec zu treffen, fragte ein Reporter des Time-Magazins; «Werden Sie Deutschland Friedensbedingungen anbieten? » Churchill erwiderte in jovialem Ton: «Um Himmelswillen: Nein! Die würde dies sofort annehmen. Alle lachten.“
    • Der Sohn des Präsidenten, Elliott Roosevelt, Brigadegeneral der US Army, erwiderte mit einem Trinkspruch auf den Tod «nicht nur jener fünfzigtausend … sondern ebenso vieler Hunderttausender weiterer Nazis». Starr vor Staunen hörte Churchill ihn sagen: «… und ich bin überzeugt, dass die Armee der Vereinigten Staaten das unterstützen wird. » Hocherfreut umarmte Stalin den jungen Roosevelt und brachte seinerseits einen Trinkspruch auf den Tod der Deutschen aus.“

    Und als ob solche Aussagen nicht genug wären. Nein. Sie werden auch in der Gegenwart gepflegt. Nur die Darsteller sind andere und das Drehbuch geht in Fortsetzung.

    Und so wurden wir zu unfreiwilligen Zuschauern und Teilnehmern der Staffel 2023.

    Einige Zitate, die von den “Größen” Deutschlands ausgesprochen und von Journalisten aufgezeichnet wurden:

    • Gerhard Schröder:

    “Ja, ich bin Marxist.”
    ( am 27. September 1989) : “Nach über  4o Jahren Bundesrepublik sollte man eine neue Generation in Deutschland nicht über die Chancen einer Wiedervereinigung belügen. Es gibt sie nicht.”

    • Jürgen Trittin:

    “Noch nie habe ich die Nationalhymne mitgesungen und werde es auch als Minister nicht tun.”

    • Joschka Fischer:

    “Stalin war so ein Typ wie wir…..”“Ich entdecke mehr und mehr, wie sehr ich doch Marxist geblieben bin” (im Dez. 1971) “Im eigenen Interesse müßte man diese deutsche Karte…  ein für alle mal verbrennen. Das heißt, selbst wenn eine Wiedervereinigung angeboten würde, müßte man sie ablehnen”.

    • Oskar Lafontaine:(im Dez. 1989): “Wiedervereinigung? Welch historischer Schwachsinn !”

    —————————–

    Meine Mutter schreibt noch Folgendes dazu (aus 1998). Ich zitiere:

    „Wer sich heute in Deutschland in die Vergangenheit der ehemaligen DDR zurückversetzt fühlt, den trügen seine Gefühle nicht. Dort wurden einst politische Häftlinge erfunden um sie gegen begehrte Devisen zu verkaufen. Nach dem einstigen Muster des “Antifaschistischen Schutzwalls” dürfen verdächtigt, verfolgt, diffamiert und drangsaliert werden, wer nicht bereit ist, diese Art von “Schutzwall” anzuerkennen. So erfindet man heute Revanchisten, Rechtsextremisten, Revisionisten und andere …isten, um das begangene Unrecht an 15 Millionen Deutschen weiterhin als geltendes Recht zu verkaufen !

     „Es gibt Untaten über die kein Gras wächst.

    Hohn und ( Die Germanen waren ein primitives Volk sie hatten Huren wie alle anderen Völker, Blonde sind blöd) und unzählige Gehässigkeiten  werden gleich kübelweise über die Erlebnisgeneration ausgegossen.  (Zur Freude der Sieger oder besser gesagt ihrer neuen “Freunde”).

    Die neue Geschichtslehre ist eine Mischung aus schlechten historischen Romanen und der Annahme des Geschehens nach ihrer Fantasie und das Leugnen der Tatsachen. Hoffentlich werden sie bald von anderen Realitäten überrascht und erleben was 15 Millionen Deutsche vor 60 Jahren ertragen mußten . Es kann viel passieren durch Terror Naturkatastrophen usw., dann werden sie vielleicht begreifen was in den Jahren ab 1945 wirklich geschah und sich mit der wahren Geschichte beschäftigen., wenn sie noch dazu kommen!

    Durch gezielte Vernichtungsstrategie und Verblödung ist Deutschland heute in eine kulturell-wissenschaftliche Zweitrangigkeit und unüberbietbare moralische Verkommenheit gestürzt worden, man wird das Ziel erreichen Deutschland zu einem unterentwickelten Land  hinabzuwirtschaften. Wer mit Scheuklappen herumläuft und zu den angeordneten Berichten der Historiker steht, kann natürlich den gewollten Untergang nicht erkennen, oder man tut es mit den Worten ab. “Es sind schon andere Länder untergegangen”. Hoffentlich ersticken sie dann in diesem Sumpf! „ 

    -Ende des Auszugs aus der Niederschrift-

    Wann werden die Verantwortliche endlich zur Rechenschaft gezogen? Die alten Verbrechen sind noch nicht aufgearbeitet, doch die neuen häufen sich bereits.  

    ——————————–

    An dieser Stelle ein herzliches und großes Dankeschön an meine aufmerksamen und treuen Leser, die mir unter anderem das Video zum Rheinwiesenlager haben zukommen lassen als auch Auszüge zu entsprechenden Aussagen und Zitaten der „Wegbereiter Deutschlands an den Abgrund bis zum Untergang“.

    Es war ein einmal… Vergessener Völkermord und verschwiegene Geschichte – Rheinwiesenlager
    Pogrom in Jedwabne – wenn dunkle Geheimnisse die Archive verlassen
    Die „verdrängten“ Verbrechen – es ist die Pflicht jedes Überlebenden den historischen Tatsachen zu ihrem Recht zu verhelfen

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  • Von „angeblich“ deutschen Überfällen hin zur Wahrheit +++ wie durch Gottfried Feders Idee zur Brechung der Finanzknechtschaft aus einer sterbenden Nation ein glückliches Volk hervorging +++ wie meine Mutter diese Zeit erlebt hat…

    Juli 13th, 2023

    Vor Kurzem stellte man die Frage, wie sich das Finanzsystem /die Geldpolitik unter A. H. gestaltete.

    Eine überaus berechtigte Frage, unter Berücksichtigung der Tatsache, dass wir über Jahrzehnte in ein Lügengerüst gepresst worden sind.

    Einige unter uns haben es mittlerweile begriffen, anderen versuchen, dass über Jahrzehnte eingetrichterte (falsche) Wissen nach und nach abzulegen, manche haben noch Zweifel und andere (und die stellen leider eine Mehrheit) bleiben unbelehrbar.

    Ich mag und werde die Augen vor der Wahrheit nicht verschließen. Auch wenn ich mir bewusst darüber bin, dass nur ein Bruchteil dieser die Menschen erreicht, zu weit reicht die Propaganda, zulange wurde ein Volk an der kurzen Leine geführt.

    Vor 105 Jahren war es vorbei, zumindest das Morden auf den Schlachtfeldern. Das völkerrechtswidrige Aushungern und Morden gegen die Deutschen ging natürlich weiter. Natürlich – deshalb, weil es seit über 300 Jahren in Europa schon so war. Und genau so “natürlich” stand auch die Schuldfrage schon fest. 

    Und da wir uns wiederholt in einer solchen Lage befinden, stellt man Fragen, forscht nach, warum es wieder so ist wie es ist, oder besser, warum es überhaupt wieder soweit kommen konnte.

    Die Antworten darauf sind nicht schön, aber es gibt sie.

    ————————————–

    Bevor ich näher auf das Geldsystem eingehe, übernehme ich noch ein paar Auszüge aus den Niederschriften meiner Mutter (geb. 5. Januar 1923).

    „In den Jahren 1926 bis Ende 1929 war in Deutschland etwas Ruhe eingetreten. Natürlich waren Löhne und Gehälter noch sehr knapp. Meine Mutter konnte durch Heimarbeit zur Neuanschaffung einiger Haushaltsgeräte beitragen. Sonnabends gingen wir immer zum Markt auf den Elisabethplatz. Es wurde keine Straßenbahn benutzt.  Eingekauft wurden Obst (auch Bananen u. andere Südfrüchte) und Gemüse und manchmal auch Hühnchen oder Täubchen.

    Einmal wöchentlich kam der Bierwagen (von Pferden gezogen) in unsere Straße. Meine Mutter u. natürlich auch viele andere Leute ließen sich das Getränk in große Kannen füllen. In unsere kam Malzbier und das schmeckte sehr gut. An etwas kann ich mich auch noch erinnern. Mein Vater hatte Kartoffeln mit dem Leiterwagen geholt und mich mitgenommen und obenauf gesetzt. Da bin ich hinuntergefallen, hatte viele Beulen u. Abschürfungen und eine Gehirnerschütterung, wie der Arzt (der in unserem Haus wohnte) feststellte.

    Zum Alltag gehörte natürlich auch das Spielen. Meine Eltern hatten mir einen schönen Puppenwagen und eine Puppe mit Porzellankopf, die Mama schrie, gekauft (war das Neueste zur damaligen Zeit). Und von meinem Bruder war noch ein Teddy und ein großes Schaukelpferd mit echtem Pferdefell, Sattel aus Leder u. Steigeisen vorhanden.  

    Heute spricht man von den goldenen Zwanziger Jahren.  Natürlich waren sie für eine bestimmte Klasse wirklich goldig. Rauschende Feste und eine “moderne “ Freizeit sollten den Krieg vergessen lassen. Viele bisher unbekannte Vergnügen wurden populär. Es gab Revuen, Konzerte, Ausstellungen, Landpartien u. eine Art Partys. Zur Unterhaltung spielte das Grammophon. Der größte Teil des Volkes litt weiter unter Not.  Die Gegensätze formuliert Brecht in der “Dreigroschenoper”: “ Denn die einen sind im Dunkeln, und die anderen sind im Licht. Und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht”

    Weiter schreibt sie:

     Am 25. Oktober 1929 leitete der so genannte “Schwarze Freitag” an der Börse von New York die große Weltwirtschaftskrise ein, die in den folgenden Monaten und Jahren viele Länder in Mitleidenschaft zog, da die gesamte Weltwirtschaft von der USA Konjunktur zu dieser Zeit abhängig war. Als die amerikanischen Banken Kapital aus den europäischen Staaten zurückzogen, wurden auch diese von der Weltwirtschaftskrise erfaßt. Die Industrieproduktion in Deutschland brach zusammen. Es kam zu einer hohen Arbeitslosigkeit die bis 1932 auf über   s e c h s Millionen anstieg. Notverordnungen wurden erlassen. Reichskanzler Brüning versuchte durch sparsame Haushaltsführung die Notlage einzudämmen. Aber die massiven Einschränkungen der Haushaltsausgaben trieb die Zahl der Arbeitslosen noch höher. Es kam zur Zahlungsunfähigkeit Deutschlands.

    (Die Reparationszahlungen wurden zunächst gestundet und von Hitler beendet, aber seit 1990 zahlen wir wieder brav an unsere “Freunde”.)

    Und 1932 gab es mehrere Wahlen. Die Fenster der Straßen schmückten viele Fahnen. Ich war damals 9 Jahre und wusste nur, dass dies zur Wahl gehört.

    Reichspräsidentenwahl:                 13.3.32             und                 14.4.32

         Wahlbeteiligung                        86,2 %                                     83,5 %

     Stimmanteile:  v.Hindenburg        49,5 %                                     53,o %

                           Hitler                     30,1 %                                      36,8 %

                           Thälmann              13,2 %                                      10,2 %

    Reichstagswahl:                           31.7.32                                       6.11.32

       Wahlbeteiligung:                      84,1 %                                        80,6%

     Stimmenanteil:      NSDAP         37,4 %                                        33,2 %

                                    SPD              21,6 %                                        20,4 %

                                   Zentum          12,5 %                                        11,9 %

                                   KPD              14,5 %                                        16,9 %

                                   DNVP             6,2 %                                          8,9 %

                                   BVP                3,7 %                                          3,4 %

                                   DVP                1,2 %                                          1,9 %

                                   DDP                1,0 %                                          1,0 %

                                   Sonstige          2,0 %                                           2,6 %

    Nachdem die NSDAP bei den Reichstagswahlen stärkste Partei wurde, ernannte der Reichspräsident v. Hindenburg Hitler am 30. Jan. 1933 zum Reichskanzler.

    Bei der Reichstagswahl am 5.3.1933 erhielt die NSDAP 43,9 %.                                        

    Die Menschen standen 1933 noch vor der unbewältigten Niederlage des Ersten Weltkrieges, der Not, die durch den Versailler Vertrag und die Weltkrisen, über sie gekommen waren und der Angst vor dem Bolschewismus.

     1932

    Trotz der großen Not arbeiteten Wissenschaftler an Erneuerungen. So hat Deutschland 1932 das erste Fernsehen in Europa mit einem Programm im Umkreis von 50 km noch ohne Ton. Aus Berlin kommt auch das erste UKW Radio (man hörte allerdings nicht wie heutzutage mit Berichten von perversen Veranstaltungen.

     Hitler verspricht die Not zu lindern, Arbeitsplätze und ein normales Leben zu schaffen.

    Ende 1932 war der Tiefstand erreicht, das deutsche Volk konnte die Not nicht mehr verkraften: Hohe Reparationsleistungen an Frankreich u.  die anderen Sieger

    • 5 Jahre Inflationszeit   1918-1923
    • Besetzung des Ruhrgebiets (Hauptindustriegebiet) durch die französisch- belgische Armee
    • Abtretung der Ostgebiete (Industrie und Agrargebiete)
    • Wirtschaftskrise 1929 -1933

    Kleine und mittlere Betriebe mußten schließen, Binnenmärkte schrumpften, die Bauernschaft stand durch den Preiszerfall vor dem Bankrott, Landarbeiter bekamen kein Geld mehr.

    Die Krise ging kaum an den einzelnen Menschen vorbei.  Die Straßen wurden unsicher, die Kriminalität stieg an. Die Arbeitslosigkeit und Unsicherheit machte die Menschen krank. Manche Familien brachen auseinander, andere Familien und Freunde rückten in dieser Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit enger zusammen. 1929 hatte noch keiner geahnt wie schlimm diese Krise sich in den nächsten Jahren auswirken wird.

    (Heute 2009 erkennen die Alten etwas, das sie als Kinder erlebt und von den Eltern übermittelt bekommen haben.  War 2008 nur der Anfang von?)

    Ende 1932 waren die moralischen Werte und die Rechtsordnung in der Weimarer Republik vollkommen zerfallen.

    Das Volk wollte aus dieser Not herausgeführt werden. Sie alle hofften auf die Rettung durch die NSDAP

    Und am 30. Januar 1933 übergab Hindenburg die Macht an Hitler.

    (Es war keine Machtergreifung wie man heute sagt, er hatte keine revolutionäre Macht angewandt, sie wurde ihm übergeben)

    Schon wenige Tage danach   wurde ein Sofortprogramm für Investitionen geschaffen.

    Die Gründung des NS-Sozialwerkes: Winterhilfe, Kinderlandverschickung, Kriegsopferversorgung, Einrichtung von Notküchen, Kleidersammlungen, öffentliche Kinderversorgung für arme oder arbeitslose Familien all das wurde schon in den ersten Tagen und Wochen eingeführt, und die Menschen spürten, es ist wieder Ordnung eingetreten. Mit dem Bau der Autobahn begann die Arbeitslosigkeit zu sinken.  Es folgte der Wohnungsbau. Noch bevor das Jahr 1933 zu Ende ging waren bereits 202.119 Wohnungen 17.611 Bauernhäuser neu erbaut. (Innerhalb von 4 Jahren waren 1.458,22 Wohnungen errichtet).  In allen Städten entstanden Stadtrandsiedlungen, bescheidene kleine Häuser, umgeben von einem Garten, erbaut für kinderreiche Familien. Diese hatten zuvor in Görlitz in der Nieskyer Str. in Baracken gewohnt, weil sie die Miete nicht mehr bezahlen konnten.

    Genossenschaften bauten Wohnhäuser mit Läden im Erdgeschoss. Die Wohnungen waren mit IWC u. Bad ausgestattet. So entstanden ganz neue Straßenviertel und Straßenführungen. In Görlitz wurde vom Beamten Wohnungsverein die untere “Melanchthonstraße” bis zur “Sattigstr“. , die untere ” Sattigstraße “  u. “Im Bogen”  mit Wohnhäusern bebaut und ein neues Wohngebiet im Osten der Stadt angelegt. Die neuen Mieter mußten sich mit einem Betrag bei der Finanzierung beteiligen. Die Reichert- und die Büchtemannstr.  wurden von anderen Wohnungsbaugenossenschaften errichtet, auch Straßen auf der Ostseite der Stadt.  Privater Wohnungsbau und Eigenheimbau wurden gefördert.  In Biesnitz und im Osten der Stadt entstanden neue Stadtteile mit Eigenheimbauten. Wie in Görlitz zeugen heute noch in allen anderen deutschen   Städten (auch in Schlesien, Pommern West-  u. Ostpreußen, Länder die uns völkerrechtswidrig gestohlen wurden) viele Bauten von der damaligen Zeit. Die Menschen waren zufrieden, ja glücklich sie hatten Arbeit und schöne Wohnungen. Es war Freude über den Aufschwung im Land, es gab keine perversen Veranstaltungen mehr, Einige Leute, die in den zwanziger Jahren oft zügellos lebten, kehrten zu den guten Sitten wieder zurück, oder verließen das Land. 1937, also nur nach 4 Jahren, gab es keine Arbeitslosen mehr. Akademiker, die anfangs auf den Baustellen der Autobahnen schwerste Arbeit leisteten, waren schnell wieder in ihre Berufe zurückgekehrt.

    Der Zulauf zur NSDAP war so groß, dass einige Jahre die Aufnahme gesperrt wurde.

    Und der Aufschwung ging weiter. Das Volk konnte Urlaub machen und reisen, KdF, eine neu gegründete Organisation machte das möglich. Die Menschen fuhren in die Berge und an die See, besuchten Länder im Norden und Süden Europas, und unternahmen Weltreisen mit den KdF- Schiffen.

    Überall ging es schnell aufwärts in Industrie-u. Landwirtschaft, Verkehrs- u. Energiewesen. Die Auto- und Motorrad- Industrie wuchs enorm an. In Wolfsburg wurde der Volkswagen gebaut, Preis:  995.–RM. (Konnte auf Ratenzahlung erworben werden.  

    Die meisten Kleidungsstücke –  auch Unterwäsche – der damaligen Zeit wurden aus Wolle und Baumwolle hergestellt. Um die Einfuhr von Baumwolle zu verringern, brachte die IG Farben Kunstseide (Acetat-Seide, Zellstoff) auf den Markt. (nach dem Krieg eigneten sich die Amerikaner die Patente für die Kunstfaserherstellung als Kriegsbeute an, später durften die Deutschen die aus den Fasern hergestellten amerikanischen Kleidungsstücke teuer erwerben!) Im verstärkten Maße wurden auch Kunststoffe für die Industrie hergestellt, sogar die Betonplatten für die Autobahn bestanden aus deutschen Werkstoffen (Erfinder u. Erbauer waren deutsche Ingenieure).

    Dadurch wurden Millionen von Devisen eingespart und die Unabhängigkeit von den Ländern England, Frankreich und den USA gesichert. Die deutsche Industrie entwickelte synthetische Produkte.

    Deutscher Fleiß und Erfindergeist ließ aus einheimischen Produkten neue Werkstoffe entstehen. Es entstanden u.a. die Werke “BUNA” Dort wurde künstlicher Kautschuk für Autoreifen hergestellt. Und das Werk “Leuna” erzeugte nach dem Verfahren “Krupp-Renn” Benzin.

    Diese großartigen Leistungen haben deutscher Erfindergeist, verbunden mit der Schaffenskraft der deutschen Arbeiterschaft und einer straffen Führung vollbracht. (1932 war Deutschland noch ein total bankrotter Staat).  Nun gab es Handel mit dem Ausland (Nur Länder, die von USA u. Engl. nicht abhängig waren) Spanien, Portugal, Brasilien u.a. lieferten Erze, Kaffee, Südfrüchte und wichtige Rohstoffe und bekamen dafür Maschinen) Deutsche Bergleute, Stahlwerker, Metall verarbeitende Betriebe hatten wieder Arbeit und das alles ohne Hochfinanz der Siegerstaaten. 

    Das Deutsche Volk hatte sein Selbstvertrauen wiedergewonnen und stand hinter der Regierung. Junge Brautleute bekamen ein zinsloses Darlehen von 1000 RM für Möbel und Hausrat. Für jedes Kind wurden 25 % des Darlehens abgeschrieben. Das soziale Engagement im 3. Reich war vorbildlich für die Nachkriegszeit (Wurde mit Neid und Hass von England und Frankreich beobachtet, aber es gab auch Journalisten u. Politiker in diesen Ländern, die mit Bewunderung über die großen Erfolge in Deutschland berichteten. (kann man heute noch nachlesen!)  Pensionen für Invaliden, Frauen ab 60 u. Männer ab 65 wurden gezahlt. Bildungs- und Berufsförderung wurden großgeschrieben.  Weiterführende allgemeinbildende Schulen (Aufbauschulen (kostenlos) zur Erreichung der mittleren Reife in ein oder zwei Jahren werden eingeführt. (Schüler mit ausgezeichneten Leistungen in der Volksschule erreichten auf Staatskosten den Schulabschluss einer höheren Lehranstalt).

    Bei der Auslese der Kinder gab es keine Rücksicht auf Herkunft, Geburt, gesellschaftliche oder konfessionelle Zugehörigkeit, nur Begabung und Leistung waren ausschlaggebend. 

    Die Zahlung der Kriegsschulden von 1919 wurden eingestellt (Dafür zahlt die Bundesrepublik heute wieder fleißig Millionen, alte Kriegsschulden von 1919 an die damaligen Sieger!) Wir haben keinen Friedensvertrag, demzufolge haben wir die Anordnungen der Sieger auch nach 60 Jahren zu befolgen! Wann gehen eigentlich den Deutschen mal die Augen auf, wann hören die Nachkriegsgenerationen sich endlich die Berichte der Alten an? Wahrscheinlich, wenn es zu spät ist.

    Und deshalb ist folgendes auch sehr erwähnenswert: Als nach 1919 durch die hohen Reparationsleistungen in G o l d keine Deckung der Mark mehr da war, führte das zur Aufforderung von Spekulanten des Auslandes, hier ein großes Geschäft zu machen. Man sagte: “Geh nach Deutschland, du kannst für wenige Dollar ein Industrieunternehmen, Warenhäuser, Geschäfte und Bauernhöfe kaufen.” Und sie kamen! Für diese Ausbeuter des deutschen Volkes waren es die “Goldenen 20-er Jahre” (mit perversen Veranstaltungen).  Deutsche Unternehmer, die bei den Spekulanten einen Kredit mit hohen Zinsen aufnahmen, machten, wie vorgesehen, den Weg frei für Zwangsversteigerung und Besitzverlust. Hier wurde von der NSDAP sofort ein Riegel vorgeschoben, manche mußten die auf unehrliche Weise erworbenen Häuser, Geschäfte usw. wieder zurückgeben.

    1934 starb Paul von Hindenburg, Hitler wurde Reichspräsident.“

    • Ende des Auszugs aus den Niederschriften meiner Mutter –

    Aber wie war das nun eigentlich mit der Geldpolitik, damals, zu Hitl.ers Zeiten?

    Dazu habe ich einen sehr interessanten Artikel  (aus November 2014: https://deutschlanderwache.wordpress.com/2014/11/08/gottfried-feders-idee-zur-brechung-der-finanzknechtschaft-machte-aus-einer-sterbenden-nation-ein-gluckliches-volk-2/#more-35) gefunden, den ich euch nicht vorenthalten möchten.  Im Folgenden nur ein Auszug:

    „Gottfried Feders Konzept gegen das herrschende Finanz- und Zinssystem entstand in seiner ersten Auflage als Antwort auf die galoppierende Staatsverschuldung und die daraus entstandene Geldentwertung im besiegten Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg. Eine Hauptkritik Feders war die Aufnahme hochverzinslicher Kredite durch den Staat bei gleichzeitigem Verzicht auf die staatliche Hoheit der Geldherstellung und Geldverteilung

    Ab 1933 machte sich Feder bei der Einfrierung der Zinssätze (faktisch war es die Abschaffung des Zinseszins-Systems) verdient. Sein Konzept der “Brechung der Zinsknechtschaft” kam unter Adolf Hitler als Reichskanzler zur Entfaltung, Deutschland erwachte zu neuem Leben und blühte wieder auf.

     Feders Konzept war ein Kampf gehen die Hochfinanz und die hat natürlich entsprechend reagiert.


    Quelle Fotos: Chronik Bibliothek des 20 Jahrhunderts 1922 -1933 Bertelsmann Lexikon Verlag

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  • Es war einmal… Vergessener Völkermord und verschwiegene Geschichte – Rheinwiesenlager

    Juli 12th, 2023

    Zwischen medialer „Wirklichkeit“ und der Wahrheit von Betroffenen zu urteilen ist oft nicht einfach.

    Ich sitze nunmehr Tag 7 an dem Text zum Rheinwiesenlager. Und ich hangle mich von Quelle zu Quelle. Es ist so unbegreiflich, dass es sich schwer in Worte fassen lässt. Denn die Zusammenhänge, also das, was zuvor „abgehandelt“ wurde, spricht Bände. Man muss verstehen, unter welchen Bedingungen das Desaster der Lager verborgen lag.

    Bevor ich zu dem eigentlichen Unheil komme, greife ich auf die Niederschriften meiner Mutter zurück. Ich finde, über diese Erzählungen bringt man sich das Geschehen etwas näher, insofern man dazu bereit ist.

    Meine Mutter war mit diesem Wissen, das mir nun nach und nach auch zuteilwird, zurecht entsetzt, als sie sich in Münster das Glockenspiel mit der Marseillaise anhören musste. (Siehe Beitragsfoto mit handschriftlichem Vermerk).

    Für sie war es wie ein Schlag auf den Kopf und eine Verhöhnung der Toten auf den Rheinwiesen

    Weiter schreibt sie: Franzosen waren es, die dem deutschen Kaiserreich 1914 und auch am 3.9.1939 dem Deutschen Reich den Krieg erklärten und 1945 die deutschen Kriegsgefangenen auf den Rheinwiesen, auf dem nassen und verschlammten Boden bei Kälte ohne Decken und Essen zu Tausenden sterben und die Bevölkerung in der französischen Zone hungern ließen.

    Am Mittelrhein gibt es heute große, von der deutschen Kriegsgräberfürsorge gepflegte Gräberfelder, in denen, die damals 20- bis 30-jährigen verhungerten deutschen Soldaten, bestattet wurden.

    Einzelne Lager wurden 1945 von den amerikanischen Truppen an die Franzosen übergeben.

    Meine Mutter beschrieb diese Zeit und das Geschehen wie folgt: Auszug – Zitat:

    „Die meisten deutschen Opfer wurden nicht während des Krieges durch direkte Kampfhandlungen getötet, sondern starben nach dem Ende des Krieges durch Verhungern, Erfrieren, Gewalt und Mord bei Flucht und Vertreibung, auf Gewaltmärschen, Transporten und in Lagern!

    Nun wieder zu 1948

      Durch die starke Kälte (unter  -20° ) im Winter und das Fehlen dementsprechender Sachen gab es viele Erfrierungen. Auch meine Eltern und ich hatten schmerzhafte Erfrierungen an den Füßen. Ein alter Freund, der 1946 aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft heimkehrte, hatte auf dem Schwarzmarkt für sich Stiefel erworben, die ihm jedoch nicht paßten und die er mir schenkte. Trotzdem diese mir viel zu groß waren, habe ich sie angezogen.

    Rudi Enders aus Hildburghausen, den ich 1941 in G. kennen lernte und mit dem ich immer in brieflicher Verbindung stand, kam 1944 in Afrika in amerikanische Kriegsgefangenschaft, kehrte 1946 zurück, mußte ins Durchgangslager Hoyerswerda, wo ich ihn besuchte Er kam dann oft nach G. und wir fuhren auch gemeinsam zu seinen Verwandten nach Hildburghausen

        Während seiner Kriegsgefangenschaft hatte er im Lager                                 eines großen Kaufhauses gearbeitet, 3 Mahlzeiten bekommen und konnte sich frei bewegen. Kameraden und auch er wollten dortbleiben, dürften aber nicht. 

    Dies ist erwähnenswert, weil die französischen Kriegsgefangenen, die 1941 bei Mauksch arbeiteten, ebenso behandelt wurden! Dagegen haben die Franzosen tausende deutsche Kriegsgefangene auf den Rheinwiesen bei Regen, Wind und Kälte ohne Decken auf der durchweichten Erde und ohne Essen verhungern lassen. Und sie führten Kinder 14/15/ 16-Jährige mit Soldaten auf langen Märschen in Kriegsgefangenschaft nach Frankreich.  Das Fernsehen brachte Beweis, mit dem Film am 19.3.2008 um 22.30 Sender – Phönix –  3 Männer damals 15-jährig berichteten von der Gefangenschaft, sie hatten diese mit nur Einzelnen überbelebt!

    Russen ließen Millionen Kriegsgefangene, darunter Krankenschwestern und Nachrichtenhelferinnen, ebenso Deportierte Zivilpersonen in Gruben, beim Holz fällen in Sibirien an Hunger sterben!  Von den wenigen, die zurückgekommen sind, war der größte Teil todkrank, die in Bleigruben arbeiten mußten, meist blind. Eine Frau erzählte mir, dass in den Lagern Kälte herrschte, in den Gruben Hitze und sie die wenige Kleidung, die sie noch besaßen bei der Arbeit auszogen, um draußen nicht zu erfrieren. Ein mir bekannter Masseur hatte das Augenlicht verloren. 2 Personen von Hunderttausenden, die überlebten und zu denen ich persönlichen Kontakt hatte!

    ———————–

    Und was taten die Alliierten? Sie sprechen von „Pastoralisieren“. Sie sprechen eine Sprache, in der man Menschen durch Täuschen beherrscht.

    „Im Sommer 1943, als Churchill dabei war, London zu verlassen, um Roosevelt auf einer Konferenz in Quebec zu treffen, fragte ein Reporter des Time-Magazins; «Werden Sie Deutschland Friedensbedingungen anbieten? » Churchill erwiderte in jovialem Ton: «Um Himmelswillen: Nein! Die würde dies sofort annehmen. Alle lachten.“

    Und so nahm alles seinen Lauf….

    Wer sich näher mit der Geschichte beschäftigt, wird nachweislich davon unterrichtet, dass die Deutschen während der Kriegszeit mehr als einmal die Friedensfühler ausstreckten. So wie wir es bereits aus Zeiten des Ersten Weltkrieges wissen.

    Wie und wer hat über das Schicksal der deutschen Gefangenen entschieden?

    Dazu wähle ich die einleitenden Worten des James Baque aus seinem Buch „Der geplante Tod „(Der gesamte Inhalt des gut recherchierten Buches ist aufschlussreich und dramatisch zugleich).

    „Josef Stalin sagte beim Abendessen, dass er nach dem Krieg 50’000 deutsche Offiziere zusammentreiben möchte, um sie zu erschießen. Winston Churchill war entsetzt. «Lieber würde ich mich hier und jetzt in den Garten führen und erschießen lassen, als meine eigene und die Ehre meines Landes durch eine solche Infamie beflecken zu lassen», antwortete er mit Heftigkeit. Franklin Roosevelt reagierte mit Albernheit und schlug als Kompromiss vor, nur 49’000 Gefangene zu erschießen. Stalin, der Gastgeber, veranstaltete eine Umfrage unter den neun Männern am Tisch. Der Sohn des Präsidenten, Elliott Roosevelt, Brigadegeneral der US Army, erwiderte mit einem Trinkspruch auf den Tod «nicht nur jener fünfzigtausend … sondern ebenso vieler Hunderttausender weiterer Nazis». Starr vor Staunen hörte Churchill ihn sagen: «… und ich bin überzeugt, dass die Armee der Vereinigten Staaten das unterstützen wird. » Hocherfreut umarmte Stalin den jungen Roosevelt und brachte seinerseits einen Trinkspruch auf den Tod der Deutschen aus.“

    ———————————–

    Was ein zivilisiert denkender Mensch noch nicht einmal zu denken wagt…

    Die besiegten Soldaten hofften auf milde Behandlung, doch es sollte alles anders kommen.

    „100 Mann ein Brot“

    …, Folter, Misshandlung, fast eine Million in amerikanischer und französischer Gefangenschaft vernichtete Soldaten.

    Ende April 1945 ertönte am größten Teil der Westfront statt Kanonendonners das Schlurfen von Millionen Stiefeln der Kolonnen entwaffneter deutscher Soldaten. Erschöpft marschierten sie den Stacheldrahtumzäunungen der Alliierten entgegen. Versprengte Feindeinheiten feuerten ein paar Salven, bevor sie sich im Lande auflösten und schließlich von alliierten Soldaten gefangen genommen wurden

    (Vorwort übernommen von Oberst Ernest E Fisher Jr.)

    —————–

    Auszug aus einem Bericht eines Zeitzeugen (am Ende des Berichts findet ihr dazu einen Link):

    „Es war ein gespenstischer Anblick, als die deutschen Soldaten in Sechserreihen, bewacht von französischen Soldaten, an unserem Haus vorbeizogen. Es herrschte eine bedrückende Stille, während sich die ausgehungerten Gefangenen in Richtung Brohl schleppten. Wenn ein Gefangener zusammenbrach, schlugen die Bewacher mit Gewehrkolben auf ihn ein, bis er sich mit Hilfe seiner Kameraden wieder erhoben hatte und weitermarschieren konnte“.

    ——————

    „Außer jedem Zweifel steht, dass vom April 1945 an Männer in enormer Zahl sowie etliche Frauen, Kinder und alte Leute in den amerikanischen und französischen Lagern in Deutschland und Frankreich an klima- und witterungsbedingten Krankheiten, an den Folgen unzureichender Hygiene, an Krankheit und Hunger gestorben sind. Die Zahl der Opfer liegt zweifellos bei mehr als 800’000, beinahe mit Sicherheit bei mehr als 900’000 und durchaus wahrscheinlich bei mehr als einer Million. Die Ursachen ihres Todes wurden wissentlich geschaffen.

    Die Kriegsgefangenen hausten vielfach in Erdlöchern oder auf der blanken Erde auf den Feldern und Rheinwiesen, wo sie Wind und Wetter ausgesetzt waren. An Erschöpfung, Unterernährung, Krankheit und Hunger starben die Soldaten in den Lagern.“ 

    ———

    Obwohl es genügend Ressourcen gab, um die Menschen ausreichend zu verpflegen, hat man sie unter teils unmenschlichen Bedingungen unter freiem Himmel in großen, unterversorgten Lagern eingepfercht. Um sich vor Kälte, Regen und Sonne zu schützen graben die Menschen mit bloßen Händen oder Dosen Löcher in die Erde. Die Angst darin zu sterben ist allgegenwärtig.

    Systematisch wurde deren Tod durch bewusst gesteuerten Nahrungsentzug vorangetrieben, obwohl in den Depots genügend Lebensmittel vorhanden waren und somit die Genfer Konventionen nicht eingehalten wurden.

    ——————

     Die Phasen einer Tragödie auf einen Blick:

    1. Phase 1: Gegen Ende 1944: Die Deutschen starben, Städte waren zerbombt und zerstört, Streitkräfte eingekreist und auf allen Fronten auf den Rückzug. Und doch fürchteten die Alliierten Deutschland trotz ihrer eigenen ungeheuren Übermacht.  
    2. Churchill fürchtete das der deutsche Kampfgeist wieder erstarken könnte…
    3. Roosevelt befürchtete, dass die deutsche Industrie sich wieder erholte und die Märkte der Welt erobern würde…
    4. Stalin befürchtete, dass der deutsche Faschismus wieder auferstehen und Kommunismus vernichten würde…
    5. Phase 2: Die Mächtigen besprachen den Plan Deutschland zu pastoralisieren, das soviel bedeutet wie: Selbst, wenn sich die Deutschen ergeben hätten, es keinen Frieden geben würde. Stattdessen würde der Krieg fortgesetzt, nur mit anderen Mitteln.
    6. Phase 3: Alliierte warfen Flugblätter ab, über deren Inhalt Friede, Nahrung und Obdach versprochen wurde, wenn die deutschen Soldaten sich ergeben würden. Kurz: Sie verbreiteten (falsche) Hoffnung.
    7. Phase 4: Diese erfolgt unter den Fittichen des Finanzministers Morgenthau. Gemäß dem Morgenthau-Plan hat Roosevelt das Ansinnen Deutschland in Weideland umzuwandeln befürwortet, unter dem Widerspruch Churchills, der das Vorhaben als widernatürlich bezeichnete. Doch als 6 Milliarden Dollar über die englische Tafel flossen, segneten Churchill und Rossevelt den Plan in aller Heimlichkeit ab.
    8. Phase 5: Die Presse deckt auf, dass gemäß dem Morgenthau Plan die Deutschen dem Hungerkrieg ausgeliefert würden. Das wiederum führte bei einigen Menschen in Nordamerika und Britannien zu Empörung, weil sie Frieden und nicht Rache wollten. (Darauf änderte man den Namen Morgenthau-Plan in Generalstabsbefehl jcs 1067 um)
    9. Phase 6: Angeblich ständen die deutschen Kriegsgefangenen nach der Genfer Konvention unter dem Schutz des internationalen Roten Kreuzes. Das zumindest behaupteten die Alliierten in einer Pressekonferenz im Mai 1945.
    10. Phase 7: Doch hinderten die Amerikaner das Rote Kreuz daran die hungernden Gefangenen aufzusuchen. Dem nicht genug: Eisenhower versuchte dieser Art der Behandlung einen rechtlichen Anstrich zu geben und beauftragte Marshall eine Kategorie für die gefangenen deutschen Soldaten zu erfinden. Darüber verloren die Soldaten das Recht im Lager von Inspektoren des Roten Kreuzes besucht zu werden. So gelang es Eisenhower die tödlichen Bedingungen in den Gefangenenlagern der US- Armee vor der Öffentlichkeit zu verbergen.
    • Berichte von Überlebenden dazu gibt es genug.

    Nicht zuletzt drängt sich mir der Gedanke auf, dass das, was wir heute erleben, eine Fortsetzung des Morgenthau-Plans ist, nur mit anderen Mitteln. Aber das nur am Rande.

    ——————

    Quellen:

    • /2023/02/der_geplante_tod_rheinwiesen James Barque
    • Dokumentation zu „Rheinwiesen 1945“ von Hermann the German, mit Berichten von Überlebenden > Video
    • Erlebnisbericht: https://relaunch.kreis-ahrweiler.de/kvar/VT/hjb2004/hjb2004.52.htm
    • http://www.rheinwiesenlager.de/buederich.ht

    http://www.rheinwiesenlager.de/buederich.htm

    Ein Zeitzeugenbericht:

    Alfred Martensen

     In den Rheinwiesen

    bei Büderich  und Wickrathberg

    Am 30.4.1945, ausgerechnet an meinem Geburtstag, geriet ich in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Zunächst hielt ich es für ein Geburtstagsgeschenk, bei den Amerikanern in Gefangenschaft zu geraten und weil der Krieg für mich zu Ende war, später wurde ich jedoch eines Besseren belehrt.

    Fahrt

    Die Amerikaner brachten uns zunächst auf eine große Wiese, dann wurden wir am nächsten Tag auf riesengroße Lastkraftwagen verladen und ab ging es in Richtung Rheinland zu den berüchtigten Rheinwiesen. Die Fahrt dorthin war schrecklich. Wir standen so dicht zusammen wie Sardinen in einer Sardinendose und konnten uns weder bücken noch rühren. Die Fahrt war recht gefährlich.

    Manche Straßen, die durch Bäume begrenzt wurden, waren nicht für die überhohen amerikanischen LKWs geeignet. Äste und Zweige fegten über unsere Köpfe hinweg und führten zu Verletzungen. Die Fahrt ging ohne Rücksicht mit großer Geschwindigkeit weiter zu den Rheinwiesen bei Büderich. 

    Lager

    Hier wurden wir auf ein großes Feld getrieben, auf dem sich bereits etwa 80 000 Kriegsgefangene befanden. Wir sahen eine graue Menschenmasse, soweit das Auge reichte. Das Feld war umgeben von hohen Wachttürmen, die mit Scheinwerfern ausgerüstet waren und von einem hohen Stacheldrahtzaun mit mehreren aneinander liegenden Stacheldrahtrollen. Außerdem war die Fläche in einzelne, ebenfalls mit Stacheldraht umgebene Camps unterteilt mit jeweils zwei- bis dreitausend Gefangenen. Es waren weder Zelte, Waschräume noch Toiletten vorhanden. Die Menschen lagen auf der nackten Erde, die bald vom Regen aufweichte und sich in Schlamm verwandelte. Mit den Händen oder irgendwelchen Dosen gruben sich die Gefangenen Löcher in die Erde, um Schutz vor Regen und Wind zu haben, trotzdem drang bei anhaltendem Regen die Nässe bis auf die Haut vor und ließ den Körper vor Kälte erzittern. Trinkwasser wurde aus dem Rhein gepumpt und war so stark gechlort, daß es kaum genießbar war. Außerdem mußten die Gefangenen mehrere Stunden anstehen, um ein wenig Wasser zu bekommen. Häufig wurde deshalb Regenwasser in Blechdosen aufgefangen und getrunken. Es dauerte nicht lange, bis die Ruhr ausbrach. Die Gräben, die ausgehoben wurden, um die Notdurft verrichten zu können, füllten sich mit blutigem Kot. Es gab kein Toilettenpapier, geschweige denn Waschmöglichkeiten, um ein Mindestmaß an Hygiene zu gewährleisten. Die Ruhr breitete sich rasant aus und forderte die ersten Verluste, die dann immer häufiger wurden, je mehr die Gefangenen an Unterernährung litten. Warme Mahlzeiten gab es in den ersten vier Wochen überhaupt nicht, denn es waren keine Küchen vorhanden. Die Rationen bestanden zum großen Teil aus unzubereiteten Bestandteilen wie rohe Bohnen, Erbsen, Ei-und Milchpulver, Fleischpulverextrakt und ähnlichem. Dazu mitunter ein Brot für etwa 30 Gefangene und ein etwa walnußgroßes Stück Käse oder Cornedbeef. Die gerechte Verteilung der Portionen war ein Problem für sich. Die letzte Verteilungsstufe für die Verpflegungsrationen waren Gruppen zu je 10 Personen. In dieser Gruppe wurde einer gewählt, der die Rationen aufteilen durfte, anschließend wurden die Rationen verlost. Tee und Kaffee wurden löffelweise verteilt. Da man keine Möglichkeit zum Kochen hatte, wurde der Kaffee gegessen und manch einer hat den Tee geraucht ohne Rücksicht auf die gesundheitlichen Folgen. Eine feiertagsähnliche Stimmung kam auf, wenn es einem gelang, ein wenig Pappe oder Holz von den Verpflegungskisten zu ergattern, womit man ein kleines Feuer entfachen konnte, auf dem man dann in einer Dose Tee oder Kaffee aufbrühte oder eine Suppe mit Hilfe von Fleischextrakt und Erbsen oder Bohnen kochte.

    Lagerleitung

    Besonders mißtrauisch war man gegenüber dem von den Amerikanern ernannten Lagerleiter und seiner Mannschaft, die die Essenrationen zu verteilen und andere Ordnungsarbeiten zu erledigen hatten. Es waren nicht gerade die vertrauenswürdigsten Personen, sondern meistens selbsternannte Antifaschisten und Speichellecker. 

    Sterben

    Nach einigen Wochen war der Hunger so groß, daß man an nichts anderem denken konnte als an Essen. Es wurden Rezepte ausgetauscht und fast nur über all die Köstlichkeiten, die man früher einmal genossen hatte, gesprochen. Die Liebe hingegen war hier kein Thema mehr. Der Körper wurde allmählich so geschwächt, daß es schwer fiel, die ganze Nacht umherzuwandern, wenn der Boden vom Regen aufgeweicht war und man sich nicht hinlegen konnte. Es gab manche, die so durch Krankheit und Unterernährung geschwächt waren, daß sie auf dem nassen Boden liegen blieben, oft war dies der Anfang vom Ende. Andere gruben sich fuchsartige Höhlen, um sich vor der Nässe zu schützen, jedoch stürzten die Höhlendecken, die ja nicht durch Balken oder dergleichen gestützt waren, bei anhaltendem Regen mitunter ein und begruben die darunter liegenden Menschen. Jeden Morgen wurden die in der Nacht verstorbenen Kriegsgefangenen gesammelt und an einem Platz am Drahtzaun deponiert, wo sie dann einmal täglich auf einen LKW verladen und abtransportiert wurden. Die am Tage im Sterben liegenden wurden in ein benachbartes Sanitätscamp getragen, wo sie jedoch auch nur auf Tragen am Boden lagen und starben.

    Läuse

    Ein Problem besonderer Art waren die vielen Läuse, die sich am ganzen Körper durch Juckreiz bemerkbar machten. Es war unmöglich, diese Plagegeister los zu werden, denn die einzige Wäsche, die man besaß, trug man am Leibe und war von Läuseeiern, den so genannten Nissen durchsetzt, so das die Zahl der neu geschlüpften Läuse die der „erlegten“ mehr als wettmachte.

    Kameraden

    Interessant, aber nur im nachhinein, ist die psychische Komponente in Bezug auf das soziale Verhalten von Menschen, die in einer Notsituation leben, wo jeder um das nackte Überleben kämpft. Es war schwer, neue Freundschaften zu knüpfen, das Mißtrauen gegenüber jedem war groß. Die Gefangenen hatten sich zu Kleinstgruppen von zwei bis drei Personen zusammengeschlossen, die sich meistens eine Art von Höhle oder Burg gebuddelt hatten und sich gegenüber der Umgebung abschotteten. Einer mußte immer in der Höhle bleiben, um aufzupassen, daß nichts gestohlen wurde. In der Nacht erscholl oft der Ruf:

    „Haltet den Dieb„. Wenn einer dann gefaßt wurde, mußte er um sein Leben fürchten.

    Schmuggel

    In jedem Lager bildete sich relativ schnell eine Händler- oder Schmugglerkaste heraus, die einen schwunghaften Handel über Stacheldrahtzäune hinweg zu den Bewachern mit Zigaretten, Ringen und Uhren betrieben und fast alles besaßen, was zum Überleben nötig war: Regenmäntel, Decken, Lebensmittelkonserven usw. Es hatten sich bald feste Preise gebildet wie z.B. 20 Zigaretten für einen Ehering und für eine Armbanduhr je nach Qualität 30 bis 60 Zigaretten.gFür Zigaretten konnte man wiederum alles mögliche eintauschen, vor allen Dingen Lebensmittel un d Holz, um sich eine Suppe zu kochen oder gar eine Decke.gIch selbst hatte nichts zum Eintauschen.

    Meinem Kameraden, mit dem ich schon vor meiner Gefangennahme zusammen war, ging es ebenso.

    Hilfe von außen

    Mitunter versuchten Menschen aus den umliegenden Ortschaften, Brot über den Drahtzaun zu werfen. Meistens wurden sie jedoch von den Wachtposten brutal weggejagt. Einzelne, besonders schwarze Soldaten, erwiesen sich als gutmütig und ließen Menschen, die uns etwas über den Zaun werfen wollten, gewähren. Leider wurden diese Wohltaten oft dadurch zunichte gemacht, daß die über den Zaun geworfenen Pakete und Brote von dem Zugriff der vielen gierigen Hände zerfetzt wurden und so manches Stück Brot zertreten wurde. Ausgehungerte Menschen sind wie Tiere und der Egoismus ist grenzenlos wenn es ums Überleben geht.

    Nach etwa vier Wochen wurden so genannte Gulaschkanonen aufgestellt und es gab dann einmal am Tag eine dünne, wässrige Suppe mit einzelnen Gemüsestückchen drin.

    Hoffnung auf Entlassung

    Außer vom Essen wurde auch oft über Entlassungstermine aus der Gefangenschaft gesprochen. Es gingen Gerüchte herum, daß die Gefangenen aus der sowjetisch besetzten Zone den Russen übergeben werden sollten. Dann hieß es wiederum, daß der Jahrgang 1927 entlassen werden sollte. Leider gehörte ich dem Jahrgang 1926 an, aber ich dachte, ich könnte mich etwas verjüngen, indem ich in meinem Soldbuch aus der 6 eine 7 machte. Ich tat es jedoch so ungeschickt, daß es jedem auffallen mußte. Mit einem scharfen Gegenstand hatte ich so lange gekratzt, bis die Stelle, wo die sechs war, schon durchsichtig geworden war. Außerdem hatte ich die sieben so stark gezeichnet, daß sie zu sehr hervortrat. Mir schlug nun das Gewissen, daß ich eine Urkundenfälschung begangen hatte. Die baldige Entlassung erwies sich als eine Latrinenparole. Ich war so enttäuscht, daß ich mein Soldbuch verbrannte und mir damit einen Tee kochte. Später sollte es mir zum Schaden gereichen, indem man mich verdächtigte, bei der Waffen SS gewesen zu sein, noch dazu , weil ich am linken Oberarm zwei Narben von meiner Verwundung hatte. Es war zu dieser Zeit keine Seltenheit, daß sich Angehörige der Waffen SS die Nummertätowierung herausschnitten oder herausbrannten, um nicht identifiziert zu werden.

    Trennung

    Das nächste Unglück, wenigstens für mich, ließ nicht lange auf sich warten.

    Mein Kamerad und Weggefährte, den ich in der Schweriner Garnison kennengelernt hatte, wurde in ein anderes Camp verlegt, wahrscheinlich, weil er Saarländer war und sein Entlassungstermin kurz bevor stand. Nun hockte ich allein in meinem Loch und habe mich erst einmal richtig ausgeheult. Ständig mußte ich nun meine Sachen mit mir herumtragen, wenn ich mein Loch verließ.

    In der Nacht wurde viel gestohlen und ich lief fast jede Nacht umher, besonders bei Regen, um nicht krank zu werden. Ja, und dann hatte ich keinen mehr, mit dem ich mein Leid teilen konnte. Neue, wahre und richtige Freundschaften waren nur schwer zu knüpfen, wo jeder nur auf das eigene Leben bedacht war.

    Warum?

    Allmählich begann ich, die Amerikaner zu hassen, die uns so verkommen ließen, verlaust und verdreckt, keine Möglichkeit, sich zu waschen, der Witterung ausgesetzt wie Vieh, körperlich durch Hunger geschwächt, so daß man sich nur mühsam vom Boden erheben konnte. Der Gang wurde immer schleppender. Die längste Zeit ohne Stuhlgang betrug bei mir 14 Tage. Man bekam das Gefühl, innerlich zu verfaulen. Die winzigen Portionen wurden fast vollständig vom Körper resorbiert. Viele Gefangene lagen im Schlamm ohne Kraft, sich zu erheben. Eine derart menschenverachtende Behandlung hätte man sich bei der Gefangennahme nicht vorstellen können. Nur bei den Russen hatte man von ähnlichen Zuständen gehört. Wir faßten es als eine bewußte Bestrafung dafür auf, daß wir für Hitler gekämpft hatten und dieser Ansicht bin ich noch heute.

    Wickrathberg

    In Büderich lag ich noch weitere Wochen, bis es eines Tages hieß, daß wir am nächsten Tag in ein anderes Lager verlegt werden sollten. Wieder rollten riesengroße LKWs heran, auf die wir wieder mit lauten `lets go` und `come on` Rufen wie Vieh verladen wurden. Die letzten wurden brutal gestoßen, um so viele wie möglich auf den Transporter unterzubringen. An der Himmelsrichtung versuchten wir uns zu orientieren, wo es hinging. Die Fahrt ging erst nach Süden, dann nach Westen. Nach mehreren Stunden waren wir in Wickrathberg angelangt und sahen zu unserem Entsetzen ein ähnliches Lager wie in Büderich. Wir wurden auf ein großes Feld getrieben, welches unterteilt war in einzelne Camps, Felder, die mit hohen Stacheldrahtrollen umzäunt waren. An den Außenzäunen standen hohe Wachttürme, ausgerüstet mit Maschinengewehren und Scheinwerfern. Die Camps waren neu eingerichtet und wir waren die ersten, die das Feld betraten, überall noch frischgrünes Gras und gelb blühender Löwenzahn, allerdings nicht mehr lange. Was nicht zertreten wurde, war bald maulwurfsartig mit Händen und leeren Dosen umgewühlt, um Schutz vor Wind und Regen zu haben. Einige versuchten noch vorher, Löwenzahn zu sammeln, um ihn dann als Blattsalat zu essen. Es waren auch hier keine Zelte, Toiletten und Waschräume vorhanden, nur Gräben, in denen man seine Notdurft verrichten konnte und die sich auch hier bald von den an der Ruhr erkrankten durch Blut rot färbten. Erstmals wurden hier nach einigen Tagen Küchen eingerichtet und wir bekamen jeden Tag eine dünne Suppe, in der einige Gemüsestücke drin waren und wenn man Glück hatte, auch ein Stückchen Fleisch. Jedenfalls ging das Hungern und Sterben hier weiter und wir wurden wie in Büderich von Läusen und von der Ruhr heimgesucht.

    Fahrt nach Belgien

    Mitte Julie 1945 wurden wir ohne große Ankündigung in einen langen Güterzug verladen, in jeden Wagen etwa 30 Gefangene. Die Schiebetüren wurden verschlossen und verriegelt, so daß sie von innen nicht geöffnet werden konnten. In jedem Wagen waren zwei Eimer zur Verrichtung der Notdurft.

    Zunächst hatten wir die Befürchtung, an die Russen ausgeliefert zu werden.

    Wir versuchten, uns zu orientieren, jedoch ließen die geschlossenen Türen nur spaltförmige Blicke in die Außenwelt zu. Nach Einbruch der Dunkelheit war es dann vollkommen unmöglich, sich zurecht zu finden. Oft schwappten die Notdurft- Eimer von den Rangierstößen über, so daß die in der Nähe dieser Eimer liegenden arg betroffen waren, ohne wegen der Platzenge ihre Lage verbessern zu können. Einer von den Betroffenen war ich und mir saß die Angst im Nacken, von der Ruhr angesteckt zu werden, aber ich hatte wohl einen Schutzengel. Auf manchen Rangiergleisen blieben wie stundenlang stehen. Erst am Morgen erreichten wir einen kleinen Bahnhof in der Nähe von Waterloo in Belgien. Es folgte ein langer Fußmarsch durch etliche kleine Ortschaften. Die Menschen, die uns sahen, betrachteten uns wie Wesen aus der Unterwelt, die ihre gerechte Strafe bekommen hatten. Sehr menschlich sahen wir auch nicht aus in unseren verdreckten und zerlumpten Uniformen, an denen wir unsere Habe drangehängt hatten wie Blechbüchsen, Brotbeutel, manche auch Decken und Matten, die sie sich irgendwie besorgt hatten. Unser Ziel war ein Zeltlager, welches aus Rundzelten bestand, die jeweils etwa 12 Personen Schutz boten.

    Briten

    Es wurden Decken und Liegematten verteilt. Außerdem war das Lager mit Waschräumen und Toiletten ausgestattet, für uns ein vollkommen neues Lebensgefühl. Zu unserem größten Glück wurden die amerikanische Bewacher durch britische abgelöst. Schon am nächsten Tag begann man, unsere Läuse zu bekämpfen, indem wir von Kopf bis Fuß mit Mengen von DDT- Pulver eingestäubt wurden und das mehrmals in einem Intervall von einigen Tagen. Unsere verlauste Kleidung wurde verbrannt und wir erhielten Unterkleidung, Strümpfe, Schuhe und eine  POW (Prisoner of War) Uniform, die auf dem Rücken und auf den Knien mit gelb gefärbten Flicken versehen waren. Für uns war es die Hauptsache, daß diese Kleidung warm, sauber und zweckmäßig war. Zum ersten mal in unserer Gefangenschaft erhielten wir Eßgeschirre und Trinknäpfe. Zweimal am Tag, morgens und mittags, bekamen wir eine warme Suppe, die recht schmackhaft und nährhaltig war. Abends 1/4 Weißbrot mit einer Portion Aufschnitt, dazu den englischen, gesüßten Tee mit Milch. Wir erholten uns hier zusehends. Die Kranken kamen in ein Lazarettlager und wurden ärztlich versorgt. Meine Gefangenschaft bei den Briten dauerte bis 1948. Während dieser ganzen Zeit kann ich über keinen einzigen Fall von menschenunwürdiger oder menschenverachtender Behandlung berichten. Die Verpflegung war ausreichend, die Behandlung korrekt und die medizinische Versorgung immer gewährleistet. Fortan gab es keine `lets go` und `come on` Rufe, keine Schläge mit Gewehrkolben und keine Gewehre, die im Anschlag auf einem gerichtet waren.

    Totengedenken

    Ich habe diesen Bericht geschrieben, um der vielen Toten zu gedenken, die in den Rheinwiesenlagern umgekommen sind und die ein Recht darauf haben, daß ihr Leidensweg nicht in Vergessenheit gerät, zumal die Zeugen dieser Zeit immer weniger werden. Zum anderen diente es dem Zweck, der weitläufigen Meinung entgegenzutreten, daß nur in sowjetischer Kriegsgefangenschaft viele ihr Leben lassen mußten wegen Unterernährung, Kälte, Mißhandlungen und unzureichender hygienischer und medizinischer Versorgung.

    Paul Jäger

    Das Gefangenenlager Rheinberg-Büderich

    Meine amerikanische Gefangenschaft 1945 begann im Lager Rheinberg-Büderich. Das Leben in diesem Lager kann man nur als menschenunwürdig bezeichnen. Von der ersten Stunde <an nahm ich mir vor, ein Buch unter dem Titel: „Ich klage an“, zu schreiben. Im Schmutz liegend und zum Knochengerüst abgemagert half mir dieser Gedanke, über die nächsten Monate hinwegzukommen. Ich registrierte alle Details, um sie später zu veröffentlichen……

    …daß wir in Rheinberg ohne Zelte auf der Erde gelegen hatten. Täglich regnete es. Wir gruben uns mit Blechdosen und mit den Händen Löcher in den sandigen Boden. Die Erdlöcher stürzten ein. Man schätzte die Verschütteten auf etwa 230 pro Nacht. Niemand konnte die Menschen ausgraben, keiner war registriert worden. Mit Bulldozern ebneten die Amerikaner die Gruben mitsamt den Toten ein und verboten den Gefangenen, neue Löcher zu schaufeln.

    Wanderer zwischen den Welten, Die Lebenserinnerungen des Landauer Architekten Paul Jäger,
    aufgezeichnet von Wiltrud Woisetschläger, Impflingen, 2005, S. 66

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  • “Was kümmern ihn Kirch und Staat, wenn er nur seinen Brei hat‘?“

    Juli 12th, 2023

    Ich habe da noch was. Schon verrückt, was meine Mutter alles so „ausgeschnippelt“ hat.

    Zuvor aber noch ein paar Worte von mir, um auch, oder insbesondere auf die „kulturell-moralischen Höchstleistungen“ des Landes zu verweisen, und dass über die letzten Jahrzehnte hinweg.

    Wenn ich diese, (meines Erachtens immer schon offensichtliche) Verwahrlosung und den zunehmenden Verlust moralischer Werte in manchen Kreisen angesprochen habe, bezeichnete man mich als rückständig. Man müsste doch mit der Zeit gehen. Kunst und Kultur müssen Veränderungen einläuten. „Ja, das mag ja sein, aber es kommt dabei schon auf die Inhalte an“, versuchte ich mich vorsichtig einzubringen“.

    „Das obliege ja dem Betrachter, erklärte man mir“. Aha. Dann kann /darf also das Bild, der Film, die Büste, das Gedicht ausufernd frivol sein, und vor allem in jeglicher Obszönität und Perversion auch steigerungsfähig?

    Indes rutschte mir irgendwann mal raus, dass wir in unseren Urlauben an der Ostsee immer am FKK-Strand verweilen. Die Blicke hättet ihr mal sehen müssen. Und nicht nur die Aussagen dazu ließen tief blicken. Von „Das wäre mir peinlich .., ist schon ein bisschen unanständig, bis, … ich würde mich dafür schämen“, war alles dabei.

    Merke! Diese Aussagen kamen genau von den Menschen, den keine Perversität zu weit gehen kann.

    Von Geburt an, war ich meiner Familie über die Sommerferien an der Ostsee. Dort liefen alle nackt. Ich kenne es gar nicht anders. Und bis heute, weiß ich es sehr zu schätzen, ohne diesem ollen, an der Haut klebenden Badeanzug, ins Meer zu springen. Für mich ist diese Form des Badens das Natürlichste überhaupt.

    Aber wer will schon das Natürliche, das Ursprüngliche? Im Gegenteil, es wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft. Darüber suggerieren sie dann den Menschen, dass dies ein Fortschritt sei.

    ————————-

    Nun die Betrachtungsweise meiner Mutter: Auszug aus einer Niederschrift um das Jahr 2007.

    Die Bilder (Fotos) stammen aus ihrem Repertoire. Fein säuberlich ausgeschnitten.

    Dazu schreibt sie (mit ein paar Pointen, die auch zum Schmunzeln anregen):

    —————————–

    „Dafür lenkt man heute mit idiotischen Neuigkeiten ab:

    USA- Forscher haben festgestellt, dass die Vorfahren der Menschen mit den Affen Sex hatten. Nun muß man für die Affen schnellstens auch ein Grund- und Wahlrecht schaffen, dann können die Grünen auch ihre Mitgliederzahl erhöhen.

    Durch gezielte Vernichtungsstrategie und Verblödung ist Deutschland heute in eine kulturell-wissenschaftliche Zweitrangigkeit und unüberbietbare moralische Verkommenheit gestürzt worden, man wird das Ziel erreichen Deutschland zu einem unterentwickelten Land hinabzuwirtschaften.

    Wer mit Scheuklappen herumläuft und zu den angeordneten Berichten der Historiker steht, kann natürlich den gewollten Untergang nicht erkennen, oder man tut es mit den Worten ab. “Es sind schon andere Länder untergegangen”. Hoffentlich ersticken sie dann in diesem Sumpf.

    Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.

    In der heutigen vaterlandslosen und unmoralischen Gesellschaft kann auch keiner mehr Nationalstolz und Nationalgefühl empfinden.

    Und wie sieht es in Deutschland aus, Straßen und Häuser verkommen, dafür gibt es für Rußland Milliarden Schuldenerlaß, für Polen Millionen Spende, für Irak 4,5 Mill. Schuldenerlaß und Deutschland ist Hauptzahlmeister in der EU und bei den Kriegsspielen unserer Sieger.

    Dem nicht genug: Vor lauter Fremdenliebe vergißt Deutschland seine eigenen Bürger. Die Intelligenz haben die Sieger in ihre Länder beordert, der Nachwuchs folgte freiwillig, weil sie hier keine Zukunft sahen. Die Mischehen folgten. Intelligenz kam kaum mehr nach und für die wenigen Begabten aus deutschen Ehen ist kein Geld für Förderung da.

    So fördert man lieber die Kinder aus anderen Ländern, die sprechen aber weiterhin in ihrer Sprache. Viele erzielen später ihre Einkünfte durch Diebstahl, Drogen, Prostitution, Waffenhandel, und auch vor Mord schrecken sie nicht zurück!

    Anständigkeit und Ehrlichkeit verschwinden, die moralischen Werte sind schon zerfallen. So ist das eben, in einer Multikulti-Gesellschaft.

    – Ende des Auszugs aus der Niederschrift –

    —————————–

    Und wie steht das Volk dazu? Das hat’s leicht: “ Was kümmern mich Kirch und Staat, wenn ich doch nur meinen Brei hab“.

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  • Aus den Memoiren meiner Mutter

    Juli 12th, 2023

    Bevor ich zu den nächsten Kapiteln übergehe von die „Die Anklage hören viele, Rechtfertigung wenige…“, möchte ich noch etwas aus den Niederschriften meiner zitieren, in denen sie auch über Erlebnisse einer (damaligen) Kollegin berichtet.

    Gleich zu Beginn dieses Kapitels ihrer Memoiren fasst sie die Ausgangssituation kurz zusammen und berichtet anschließend vom Schicksal ihrer damaligen Kollegin. 

    Ich zitiere:

    „Die Archive in Deutschland sollten endlich geöffnet und die nachweisbaren Tatsachen, also Dokumente und Bildmaterial veröffentlich werden. Angefangen beim dem erzwungenen Versailler Vertrag über die Zeit nach 1919, wichtig die Meldungen des Auslands in den Jahren von 1933 -. 1939 und vor allem die abertausenden Berichte von 1945/46/47, abgegeben von den Millionen Vertriebenen, die von Polen, Russen geschlagen, gefoltert, vergewaltigt wurden, die in den polnischen und tschechischen KZ-Lagern Hunger, Kälte, schwere körperliche und seelisch Übergriffe ertragen und täglich das Sterben der Kinder, Alten und vergewaltigten Frauen erleben mußten. In den Archiven liegen auch Berichte von den wenigen mit körperlichen und seelischen Schäden zurückgekehrten Deportierten vor: von den unmenschlichen Bedingungen in den Arbeitslagern und den Fußmärschen in diese, wo Tausende starben.

    In Ostpreußen liefen Hunderte von Kindern im Alter von 7 Jahren, manchmal noch mit jüngeren Geschwistern über die Brücke nach Litauen, sie hatten vorher mit ansehen müssen wie ihre Mütter und Großeltern bestialisch ermordet wurden oder an Hunger starben. Sie lebten dort in den Wäldern, gingen bei den Bauern um Essen betteln, manche nahmen sie auf, trotzdem ihnen von den Russen die Erschießung drohte, wie viele dort starben, weiß heut keiner mehr. Manche konnten über das Roten Kreuz Ende der 60er Jahre zu ihren Verwandten (wenn es noch Onkel, Tante usw. gab, die sie suchten) in Westdeutschland Verbindung aufnehmen viele haben erst nach 1990 nach Angehörigen suchen können. Es gibt Fernsehfilme von solchen Wiedersehen, ich habe zwei aufgenommen, es wird zwar die Tragik dieser Geschichte gezeigt, aber nicht deutlich genug auf die Verbrechen der Russen und Kommunisten in der DDR hingewiesen. Ich selbst habe so ein Schicksal von einer Kollegin miterlebt.

    1952 arbeitete ich im RAW Schlauroth in der Verwaltung und hatte dort eine Kollegin aus Ostpreußen. Sie war eine ausgezeichnete Buchhalterin. In einer Mittagspause hat sie mir ihr Leid mitgeteilt; denn öffentlich durfte sie nicht darüber sprechen. (das war, Verunglimpfung der Sowjetunion und unwahre Aussagen, da es ja für die Roten keine Vertreibung gab).

    Die unfassbare Geschichte: 1944 will sie mit ihren beiden Kindern, (4 und 6 Jahre) ihrem Vater und der Großmutter flüchten (Mutter war tot, Mann an der Ostfront vermisst). Sie besteigen einen der Flüchtlingszüge. Auf dem Bahnhof kommt ein Ausruf, dass Mütter noch besonderes Essen für die Kinder empfangen können. Sie stieg aus und eilt durch eine dicht gedrängte Menschenmenge, die auf die Einfahrt des nächsten Zuges warten, weil die Züge auf den Bahnsteigen überfüllt sind. Sie nimmt das Essen in Empfang, kommt zurück ins Abteil und die Kinder sind nicht mehr da. Der Vater sagt, sie seien ihr nachgelaufen. Sie will aus dem Zug springen, aber die Menschen halten sie zurück und trösten sie, dass sie im nächsten Zug sitzen und vom Roten Kreuz betreut werden.

    Als sie in der späteren DDR ankamen und ausstiegen ging sie nicht mit der Menschenmenge mit, die in ein Lager zur Aufnahme und Einweisung in Baracken oder andere Gebäude von Helfern des Roten Kreuzes geführt wurden. Sie blieb vollkommen aufgelöst auf dem Bahnsteig stehen und wollte auf den nächsten Zug warten. Als der Bahnsteig leer nur sie und ihr Vater und Großmutter auf einer Bank Platz genommen und die Koffer mit den wenigen Sachen hingestellt hatten, kam eine Angehörige des Roten Kreuzes und teilte ihnen mit, dass in ihrem Ort kein Flüchtlingszug mehr ankommen wird, weil alles überlegt im Ort und Umgebung ist.

    Sie sagte zu mir: ”Obwohl die anderen mir alle zuredeten, die Kinder kennen ihren Namen und haben dazu noch ein Schildchen um den Hals, ihr werdet wieder zusammenkommen, wusste ich, ich werde sie nie mehr wiedersehen.”

    Es waren inzwischen 7 Jahre vergangen ohne jegliches Lebenszeichen. Über das westliche Rote Kreuz, hatte sie Bekannte aus der Heimatstadt gefunden. Es durfte niemand wissen., dass sie in Westberlin nachgeforscht hatte. Uns liefen beiden die Tränen herunter, wir hatten Angst, dass die Kollegen an den Nebentischen etwas mitbekommen könnten, und trennten uns. In den späteren Monaten und Jahren sagte sie immer wieder:” Nichts Neues.” 1955 verließ ich den Betrieb. Erst 1960 traf ich sie wieder. Sie kam freudestrahlend auf mich zu und sagte sie hat vor einigen Monaten ihre Kinder wiedergefunden. Der nächste Zug war damals in den Westen Deutschlands gefahren. Die Kinder kamen in ein Heim und wurden später von Pflegeeltern großgezogen, inzwischen waren sie erwachsen.

    Sie sagte:” Es war eine schöne Begegnung, aber alles so fremd, ich sah immer noch meine kleinen hilflosen Kinder und jetzt waren sie groß und selbständig.” Die Kinder und die Pflegeltern wünschten, dass sie zu ihnen zieht, das wollte sie noch überlegen. Wahrscheinlich ist sie dann doch zu ihnen gegangen, noch vor der Mauer, ich habe sie nie mehr gesehen.“       

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  • Ich muss in der Vergangenheit blättern, um die Gegenwart zu verstehen

    Juli 12th, 2023

    Es ist nicht ganz einfach, über einen Rückblick in die Vergangenheit, das Vergangene zu tatsächlich zu begreifen.

    Wie wir ja schon vor Kurzem in einem anderen Beitrag zum „wirtschaftlichen Verfall“ eines Landes Parallelen zum Untergang des Römischen Reiches aufgegriffen und erkannt haben, ziehen sich diese seitdem wie ein roter Faden durch unsere Vergangenheit bis in die Gegenwart. Nun möchte ich nicht ganz soweit zurückblättern, vielmehr werde ich jetzt ein paar Zeilen von meiner Mutter aufgreifen, in der sie über die Zeit mit Beginn der Weimarer Republik berichtet. Da meine Mutter erst 1923 geboren wurde, fließen auch Erlebnisberichte aus den Tagebucheinträgen meiner Großeltern mit ein.

    Es handelt sich hier lediglich um Auszüge aus den mir vorliegenden Niederschriften. Ich denke, Umrisse werden deutlich, und Assoziationen zur Gegenwart erkennbar.

    Ob uns das gegenwärtig weiterhilft? Das lässt sich schwer beantworten. Doch ich, für meinen Teil, brauche etwas Greifbares aus der Vergangenheit, um besser verstehen zu können, was tatsächlich vor sich geht. Denn der Fehler, den die meisten machen, ist es, sich immer nur auf das aktuelle/brandaktuelle Ereignis zu konzentrieren und darin eine Zeit zu verharren. Der eigentliche Hintergrund zum Geschehen bleibt dann leider außen vor.

    Nun aber zu den Auszügen aus den Niederschriften. Noch einmal zum Verständnis: Es handelt sich hier um ERLEBNISBERICHTE und nicht um eine historisch-wissenschaftliche Abhandlung.

    So haben es die Menschen damals erlebt.

    • Beginn Auszug aus einer Niederschrift –

    Ich zitiere:

    „In der Weimarer Republik (gegründet 1919) kam es ab 1922 zu einem rasend steigenden Währungsverfall. Die gesamten Spareinlagen des Volkes wurden vernichtet und das mittlere Bürgertum um seinen Besitz gebracht. Ihren Höhepunkt erreichte die Inflation im Jahr 1923 infolge der Besetzung des Ruhrgebietes durch Frankreich. (F. nahm sich das Gebiet als Pfand für die nichtbezahlbaren Reparationsleistungen Deutschlands) Am 15. Nov. 1923 gelang es schließlich dem Reichswährungskommissar die Inflation zu beenden und durch Schaffung der Rentenmark von 1=Billion zu stabilisieren. (Im Nov. 1923 waren die Preise für 1 Liter Milch auf 300 Milliarden, 1 Pfund Zucker auf 700 Milliarden, 1 Pfund Butter auf 2,5 Billionen gestiegen.

    Die Not der Eltern bekamen auch die Kinder zu spüren. In dieser unruhigen Zeit, die mit großen Sorgen meiner Eltern verbunden war, wuchs ich heran.

    Großen Kummer bereitete auch meinen Eltern die Post von meiner Großmutter väterlicherseits. Sie wohnte in Lissa , einer rein deutschen Stadt (wurde im 16. Jh. von Glaubensflüchtlingen aus Schlesien gegründet), die seit 1920 durch die Bildung eines polnischen Staates  zu Polen gehörte. Aus den Briefen meiner Großmutter erfuhren meine Eltern von den Schikanen der Polen denen sie und all die anderen Deutschen täglich ausgesetzt waren (Anspucken, Treten, Schlagen, auf die Fahrstraße stoßen und viele andere Gewalttaten). Es gab für deutsche Besucher keine Einreise, so war mein Vater gezwungen bis nach Fraustadt mit der Bahn zu fahren u. von dort schwarz über die Grenze zu gehen. Das war sehr gefährlich; denn die Polen erschossen jeden der die Grenze illegal überschritt. Meine Mutter u. mein großer Bruder warteten mit. großer Angst auf die Rückkehr., ich spürte zwar die Sorge, konnte aber den Zusammenhang noch nicht verstehen.

    Die Not und die Armut begannen bereits mit dem Abschluß des Vertrages von Versailles mit dem Gewaltverzicht rein deutscher Gebiete. Für die Gründung des polnischen Staates mußte Deutschland ein Fünftel seines Landes abtreten. Dies wurde von den Staaten Belgien, Großbritannien, Frankreich, Italien und den erst 1919 entstandenen Ländern Polen und der Tschecheslowakei beschlossen. (es kamen in den Besitz der Polen: Provinz Posen, Teile Westpreußens -(es entstand der so genannte Polnische Korridor) und  Teile Oberschlesiens.  Die Gebiete Elsaß und Lothringen nahm sich Frankreich, außerdem mußte Deutschland noch 286 Milliarden Reparationskosten zahlen. Zu der riesenhaften Kriegsbeute zählten auch die Kolonien in Afrika, (die Franzosen, Engländer u. Belgier besetzten bereits 1916 Deutsch-Südwest (heute Namibia), Ostafrika (heute Teil von Tansania), Kamerun u. Togo. Belgien, England und Frankreich teilten sich die Gebiete, enteigneten und vertrieben die Deutschen, nahmen deren   Häuser und die angelegten Plantagen, Bahnanlagen und vieles mehr in Besitz. Auch die anderen Kolonien teilten die großen Sieger untereinander auf. Das waren in China: Kiautschou, in der Südsee Neuguinea, Samoa, die Marschall-Inseln, Palau u. einige kleine Inseln.

    Die Mehrheit der Deutschen fanden diesen “Friedensabschluß” falsch. Zur Anerkennung der nun entstandenen deutsch/polnischen Grenze kam es beim Treffen der Sieger in Locarno nicht!  1926 wurde Deutschland Mitglied des Völkerbundes.

    Meine Großmutter väterlicherseits (Rosina Schön geb. Jatzke, geb. 24.10.1858, gest. 14.3.1939) wohnte mit ihrem Ehemann und der Zwillingsschwester in Lissa in der Provinz Posen (wie schon erwähnt: eine rein deutsche Stadt – von Glaubensflüchtlingen aus Schlesien u. aus anderen deutschen Gebieten um 1500 gegründet).

    Sie lebten nun unter der Gewalt der Polen. Es gab nur noch polnische Geschäfte, den Deutschen wurden Fabriken, Kaufhäuser usw. weg- u. von den Polen übernommen, die Deutschen dürften in den polnischen Läden zwar einkaufen, bekamen aber nur Ware, wenn sie polnisch sprachen, deutsch sprechen war in der Öffentlichkeit bei Schläge verboten, 1 Million flohen vor dem polnischen Verfolgungen und fanden in anderen Provinzen des Reiches Unterkommen, aber  in der Notzeit 1921-23 keine Arbeit. Das zu erfahren brauche ich heute keine Historiker, das haben meine Eltern und viele Tausend andere selbst oder ihre Verwandten erlebt.

    Daß viele Deutsche von den Polen ermordet wurden, war bekannt. Es waren 1939 50.000, dies wurde erst jetzt bekannt, Protokolle können nachgelesen werden, sie liegen im Aktenbestand –  Bundesarchiv/Militärarchiv Freiburg Breisgau -.

    Gewinner der Inflation waren Börsenbarone, Profitgeier und Ausländer in Deutschland durch Aufkauf ganzer Schätze und von Grundbesitz für ein paar Dollar. Die Geld- und Machtelite wusste ihr Geld zu vermehren und aus der Geldentwertung noch Gewinne zu ziehen, sie waren die Ausbeuter des deutschen Volkes. Eine bestimmte Gruppe verbreitete Unmoral, Perversitäten, auch in Kunst und Kultur. Die Gesellschaft teilte sich in zwei Schichten ein. Während die überwiegende Bevölkerung unter den schwierigsten Bedingungen sich bemühte, normale Lebensverhältnissen zu schaffen, schlemmte eine bestimmte Gruppe bei ausschweifenden Tanzveranstaltungen, einer bis dahin unbekannten Hemmungslosigkeit.“

    • Ende des Auszugs aus der Niederschrift –

    In den nächsten Tagen greife ich aus den Berichten noch eine paar sehr persönliche Erlebnisse auf. Dieser Beitrag ist lediglich eine grobe Zusammenfassung aus der Sichtweise einer Erlebnisgeneration.

    Doch zuvor möchte ich noch den Beitrag zum Rheinwiesenlager fertigstellen und mit der Reihe „Die Anklage hören viele, die Rechtfertigung wenige“ fortfahren.

    Unsere Geschichte, die uns bis hierhin vermittelt wurde, ist ein mächtiges Lügenkonstrukt. Und während die Verbrechen aus der Vergangenheit noch nicht aufgearbeitet wurden, vertuschen sie (das Konstrukt) bereits die nächsten.

    —————————-

    Auf einem Bild seht ihr meine Urgroßeltern (väterlicherseits). Eine Aufnahme aus dem Jahr 1937 zu ihrer Goldhochzeit.

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