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Klara Fall: das glaube, wer mag

  • Erinnert ihr euch?

    April 24th, 2023

    Wiedervereinigung – die Tageblätter waren voll mit den Worten: „Deutschland wird wieder groß, zu groß!“

    Und es war tatsächlich so: „Einige Länder fürchteten ein starkes Deutschland“.

    • So publizierten die Franzosen „Über den nächsten Krieg mit Deutschland“ (Philippe Delmas).
    • Einen eklatanten diplomatischen Fauxpas erlaubte sich Giulio Andreotti: Während einer Debatte zu den Festlichkeiten am Tag der Deutschen Einheit bekräftigte er, wobei er fast wörtlich eine Formulierung von François Mauriac übernahm: „Ich liebe Deutschland so sehr, daß ich am liebsten zwei davon hätte.“ 
    • Mitterand hegte die Hoffnung auf eine Wiederauflage Entente Cordiale mit Russland aus antideutscher Absicht.
    • Auch die Engländer waren nicht wortkarg. Richtig übel verhielt sich Margret Thatcher: In keinem anderen Land Europas ist die Furcht vor einer möglichen Wiedergeburt eines deutschen Reichs so verbreitet wie in England (Beware, the Reich is reviving, so die Schlagzeile der Times von London am 31. Oktober 1989). 

    Manche sprechen von einem „geheimnisvollen“ Hass gegenüber Deutschland. Naja. Geheimnisvoll ist er wohl eher nicht.

    Ängste und Skepsis machte sich breit. Ängste – wirklich? Oder war es eher eine scheinheilige Skepsis? Was man durchaus annehmen darf, angesichts vorangegangener Ereignisse, die Deutschland erfahren hat, und ertragen musste.

    • 1410 (Überfall durch die Polen, daraus resultierende Gebietsabtrennungen)
    • Raubkriege unter Ludwig XIV. seit 1688
    • 1792-1813 Schreckensherrschaft der Franzosen
    • 1806 löste Frankreich das Römische Reich Deutscher Nation auf. Napoleons Truppen brachten Not und Elend über das deutsche Volk.
    • 1871, nach dem Aufblühen des Deutschen Reiches und seiner Kolonien unter Bismarck, entstanden Wut, Neid und Hass bei Engländern und Franzosen.
    • Diesem Aufschwung wollte man ein Ende setzen. 1914 kam es zum Krieg.
    • 1919 behauptete man, dass das Deutsche Reich den Krieg begonnen hätte und stürzte das Volk mit dem Versailler Vertrag in den Ruin. Auslöser des Krieges war aber tatsächlich die Ermordung des österreichischen Thronfolgerpaares und die Kriegserklärung Österreichs an Serbien.
    • Nach Kriegsende 1945 begann das systematische Töten der deutschen Zivilbevölkerung, begleitet von einer menschenunwürdigen Vertreibung mit über 3 Millionen Toten.

    Auf dem Weg in die Zukunft schreitet immer die Vergangenheit mit.

    Parole 1945: „Nie wieder Krieg!“ Doch nach dem 8. Mai 1945 hat es keinen Tag mehr gegeben, an dem nicht irgendwo in der Welt Krieg war. Mehr als 200 Kriege und Revolten wurden bis heute weltweit registriert und dauern z. Zt. noch an, ohne das Deutschland daran beteiligt war. Aber alle Siegernationen des Zweiten Weltkrieges“.

    Nun, mit dem Wissen, machen die damaligen Aussagen zu einer „Wiedervereinigung“ aus den Reihen der Siegermächte einfach nur sprachlos.

    Zumal auch die Zeit mit und nach dem Mauerbau etwas mit den Menschen gemacht hat. Das spüren wir bis heute. Auch diese Zeit hat uns Deutsche geprägt! Wer dazu das Zepter führt, wissen wir nur allzu gut.

    Und noch ein Rückblick: Das selbstbewusste Auftreten der Deutschen /Germanen war schon den Römern suspekt.

    Politische Akteure wie Frankreich und England äußerten unverhohlen ihre „Ängste“. Warum?

    Möchten sie vielleicht von der eigenen Geschichte ablenken? Denn die ist in der Tat nicht so schön. Vor allem für uns Deutsche hinterlässt das brutale und intrigante Vorgehen der (späteren) Siegermächte mehr als nur einen faden Beigeschmack.  

     ————————————

    Die Frage an Herr Professor Hilz lautete damals: „Der 03. Oktober 1990 zählt für die Deutschen zu dem glücklichsten Tagen in ihrer Geschichte. Haben die Nachbarn Deutschlands ähnlich euphorisch auf die Wiedervereinigung Deutschlands reagiert damals?“

    Seine Antwort: „Einige Länder fürchteten ein starkes Deutschland“

    Das gesamte Interview:

    Quelle: https://www.dw.com/de/es-gab-bedenken-wegen-der-wiedervereinigung/a-6066598

    Vom 1.10.2010

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  • Zwischen Lübeck und Schwerin – im Seenland des hohen Nordens: ein Klara Fall Ausflugstipp

    April 24th, 2023

    Teil I

    Ich mag diese Orte, wo urbane Weltoffenheit auf ländliche Abgeschiedenheit trifft. Vielleicht möchtet ihr mich begleiten? Im wald- uns seenreichen alten Herzogtum Lauenburg zwischen Elbe und Ostsee entdecken wir dann malerische Inselstädte und verträumte Waldseen, stolze Backsteinkirchen, reetgedeckte Bauernkaten und Gräber von Märtyrern und Narren.

    Paradox: Die innerdeutsche Grenze zerschnitt bis zur Wiedervereinigung nicht nur den großen See dieser Region – den Schaalsee, sondern auch die umgebende Landschaft und verdammte die Einwohner der Dörfer und Städte am östlichen Ufer zu jahrzehntelanger Isolation.

    Im Niemandsland zwischen West und Ost konnte sich freilich die Natur ungestört entwickeln.

    Ein Refugium für Mensch und Natur

    Rechts und links des Elbe-Lübeck-Kanals, einer einstmals wichtigen Schifffahrtsstraße, liegen traditionsreiche Städtchen in wunderschöner Umgebung. Interessante, geschichtsträchtige Plätze warten nur darauf, von euch entdeckt zu werden.

    Zu den Städten Mecklenburgs: hätten ihr es gewusst? Eine Ansiedlung gab es in Ratzeburg schon um das Jahr 1000. Um die Mitte des 12. Jahrhunderts hatte Heinrich d. Löwe den Grundstein für die Stadt und den Dom gelegt. Der Bau des Domes wurde bereits 1220 beendet und gehört zu den Hauptwerken der Backsteinromantik.

    Doch zunächst besuchen wir Mölln

    Die Stadt wurde an einem sehr günstigen Standort an der alten Salzstraße Lüneburg-Lübeck gegründet. Von 1359 – 1683 gehörte Mölln zu Lübeck. Der Wohlstand der damaligen Zeit zeigt sich heute noch an den Gebäuden am Marktplatz; das Rathaus aus dem 14. Jahrhundert, die Bürgerhäuser aus dem 16. Und 17. Jahrhundert und die Nikolaikirche aus dem 13. Jahrhundert.

    Außen an der Kirche steht die Grabplatte des Volksnarren Till Eulenspiegel, der hier 1350 starb. Geboren wurde er in Kneitlingen bei Braunschweig. Eine Bronzefigur des Till Eulenspiegel ist auf dem Marktbrunnen.

    Nördlich von Mölln liegt der Elbe-Lübeck Kanal.

    Wir ziehen weiter – zum Rastplatz an der alten Handelsstraße Lübeck – Kiew

    Etwa 50 Kilometer weiter nördlich, entlang des Ratzeburger Sees liegt Grevesmühlen, eine wunderschöne Kleinstadt mit drei kleinen Seen. Früher war der Ort ein Rastplatz an der alten Handelsstraße Lübeck-Kiew.

    Grevesmühlen wurde um 1200 von deutschen Siedlern gegründet. Der Handel und die Handelsstraße brachte der Stadt den Wohlstand, wovon heute noch einige Bauten künden.

    Fünf Kilometer östlich von Grevelsmühlen befindet sich das sogenannte Riesengrab aus dem 3. Jahrtausend u. Z. Es ist 50 Meter lang, 10 Meter breit und wird von 50 Riesen – Findlingen begrenzt. Wahrscheinlich hat dieses Gegend kultischen Zwecken gedient: Denn bei Everstdorf befinden sich weitere 10 Hünengräber aus der Jungsteinzeit. Am Parkplatz gibt es einen Übersichtsplan.

    Ebenfalls sehenswert: Östlich von Grevesmühlen in Tressow stand das Schloss der Grafen v. Schulenburg – im Everstdorfer Forst.

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  • Immer wieder schön: Der Blick in unsere Sagenwelt

    April 24th, 2023

    Aus dem Alwislied (Götterlied der Edda) – ein rhetorischer Wettstreit zwischen Thor (Sohn Odins) und Alwis (Zwerg, Widersacher Thors).

    Einst schlug Thor einen dichterischen Wettstreit vor. Der Wettstreit endet mit dem Tod des Zwerges.

    Zu Anfang kehrt Alwis bei Thor ein. Beide sind einander äußerlich unbekannt. Auf Nachfrage erklärt Alwis dem überraschten Thor, dass er sich während der Abwesenheit des Asen heimlich mit dessen Tochter verlobt hat und seine angedachte Braut nun in ihr zukünftiges Heim begleiten möchte.

    Thors Wille ist es, die Hochzeit zu verhindern. Er erklärt die Verlobung für ungültig, da seiner Ansicht nach die Zustimmung des Vaters (d. h. seine eigene) notwendig ist. Alwis macht deutlich, dass er sich damit nicht zufriedengibt, und bekräftigt seinen Willen, die Tochter des Asen zu heiraten.

    Als Kompromiss schlägt Thor einen dichterischen Wettstreit vor: Alwis muss dem Gott sein Wissen über dichterische Vokabeln, deren Synonyme und Anwendungsbereiche bei den verschiedenen Völkern der nordischen Mythologie darlegen.

    So fragt Thor in der neunten Strophe des Alwisliedes, welches Wort die anderen Völker für „Erde“ gebrauchen, und Alwis gibt zur Antwort:

    So sage mir, Alwis, da alle Wesen,
    Kluger Zwerg, du erkennst,
    Wie heißt die Erde, die allernährende,
    In den Welten allen?

    Erde den Menschen, den Asen Feld,
    Die Wanen nennen sie Weg,
    Allgrün die Joten, die Alfen Wachstum,
    Lehm heißen sie höhere Mächte.

    Nach insgesamt zwölf weiteren Fragen erscheinen die ersten Sonnenstrahlen und Alwis erstarrt zu Stein.

    Thor erweist Alwis seinen Respekt für dessen umfangreiches Wissen, gesteht aber gleichzeitig ein, mit Hinterlist gehandelt und die Versteinerung des Zwerges wissentlich herbeigeführt zu haben, indem er den Ausgang des Wettstreites absichtlich verzögerte.

    Quelle: übernommen aus Heldenlieder der Edda Felix Genzmer (1969)

    ———————————————

    Wenn es auch den meisten unter uns längst bekannt ist:

    Der Name „Edda“ bedeutet „Urgroßmutter“ und weist damit auf die uralte mündliche Überlieferung der Mythen und Heldenlieder hin. Die Auswahl der in die Edda aufgenommenen Heldensagen war nicht willkürlich, sondern hängt einmal von den Liedsängern ab, von denen Sæmundur die Lieder erfuhr, unter denen sich auch Sänger aus Deutschland befanden, sodass die deutsche Nibelungensage, Gudrunsage und Wielandsage, im Vordergrund stand.  

    In gleicher Weise hat man den Jahreskreis mit Geschehnissen in den Göttermythen verbunden, wie noch der Name „Baldrs böl“ (Baldrs Verbrennung) für das Mitsommerfeuere in Schweden zeigte, oder die Widergeburt des Ebers (und damit Ebergottes Yngvi-Freyr) zur Wintersonnenwende.

    Doch darf man wohl festhalten, dass die Sagenauswahl insgesamt einem Gedanken folgt – einem Jahreskreis, der auf die Helden gelegt ist: Zur Wintersonnenwende wird der Held und heldische Lichtergott geboren, zu Fasnacht bekämpft er den Winterdrachen Fafnir und erringt die goldene Saat, zur Frühlingsgleiche erweckt er die schlafende Frühlingserde Brynhild, im Mai aber heiratet er die erblühte Sommererde Gudrun, und unser Held wird durch den finsteren Högni zur Sommersonnenwende unvermutet getötet, ähnlich wie der Lichtergott Baldur zur Sommersonnenwende vom Dunnkelgott Hödr durch den Mistelpfeil getötet wird.

    Quelle: „Heldenlieder der Edda“ Herausgeber Baron Arpad und Nahodyl Nemenyi /Altheidnische Schriften /Books en Demand GmbH

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  • Geschichten aus den Tagebüchern unserer Vorfahren und von der (erworbenen) Unwissenheit der Nachkommen

    April 24th, 2023

    Als ich gestern wieder einmal das Tagebuch meines Urgroßvaters (geb.18.5. 1863 in Breslau, gest. 1950 in Görlitz) in den Händen hielt, um noch einige seiner Niederschriften zu lesen, erinnerte ich mich an den Satz unseres jüngsten Sohnes: „Wahnsinn, von 1912! Dann hat er ja den Untergang der Titanic mit verfolgt“

    Ja hat er. Doch darum geht es mir weniger. Vielmehr geht es darum, dass ein 23-jähriger mehr Wissen über den Untergang der Titanic vermittelt bekommen hat, als über sein eigens Volk.

    Das Ereignis der Titanic ist zweifellos eine Tragödie, die zurecht einen hohen Stellenwert erfahren hat. Aufgrund der Publikationen seit jener Zeit erleben wie bis heute den Untergang in Endlosschleife.

    Doch was wissen unsere Kinder über das Leid, welches ihre Vorfahren erfahren mussten?

    Nichts! Bis gar nichts. Halbwahrheiten am Rande, zerstückelt. Eine Weltbevölkerung zum Schweigen darüber angehalten – ähnlich eines eisernen Vorhangs, der vor diesem Teil Europas niedergelassen wurde. 

    Warum nur, wird die Tragödie, nein, die Tragödien, die unser Volk, unsere Vorfahren, unsere Eltern und Großeltern erfahren haben, nicht in genau einer solchen Endlosschleife publiziert wie der Untergang der Titanic?

    Wenn man ein Geschehen immer wieder aufgreift, es würdigt und in Ehren hält, um ihm zu gedenken, wird sich das in den Köpfen der Nachkommen einprägen. Wer das Zepter führt und ein Volk „bestimmt“ hat auch die Bestimmung der Aufklärung. Doch davon sind wir weit entfernt.

    Ich bin aufgeklärt, mein Mann und meine Kinder sind es auch. Da die Herrschenden das Wissen untergraben, ist es unsere Pflicht es nach außen zu tragen.


    Auf dem Bild seht ihr meine Urgroßeltern, abgelichtet in der Tageszeitung aus dem Jahr 1937 zu ihrer goldenen Hochzeit.

    Und zur rechten Seite die erste Seite des Tagebuchs meines Urgroßvaters aus dem Jahr 1912.

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  • Gedanken zur deutschen Geschichte

    April 24th, 2023

    Gestern hüpfte er mich quasi an, ein Kommentar unter einem Post zur Geschichte Deutschlands – zu unserer Geschichte. Und es trat wieder das zutage, was oft auch sprachlos macht: Die meisten kennen nur die Geschichte nach 1933, und auch die nur in ihrer überlieferten (oft gefälschten) Version.  Man kann dieses Unwissen den Menschen noch nicht einmal übelnehmen.

    „Der Historiker ist ein rückwärts gekehrter Prophet“ erklärte einst Friedrich Schlegel (1772-1829). Davon tummelt sich bis heute eine große Zahl in unseren Schulen, Hochschulen und Universitäten.

    Friedrich Gottlob Klopstock (1724-1803) machte Hoffnung mit seinen Worten: „Aber die Geschichte wird schon zu ihrer Zeit aufstehen und reden. Und wenn sie geredet hat, so kommt alles vorangegangene Geschwätz nicht mehr in Betracht.“

    Nun ja, diese Zeit ist längst überfällig, aber auch hier gilt: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

    Den wohl entscheidendsten Satz bildete Goethe: „Über Geschichte kann niemand urteilen, als wer an sich selbst Geschichte erlebt hat.“

    Orientieren wir uns also weiter an den Erlebnisberichten, trotzen wir der Propaganda und den ständigen Versuchen der Herrschenden, die Wahrheit zu vertuschen.

    In dem Sinne verbleibe ich mit Schiller:

    „Strauchelt der Gute und fällt der Gerechte, dann jubilieren die höllischen Mächte.“ 

    —————————————

    Auch wenn sich die Epochen über Jahrhunderte hinweg nahezu gleichen (das menschliche Verhalten betreffend), lohnt hin und wieder der Blick auf eine Zusammenfassung des Dilemmas:

    AUFKLÄRUNG ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen.

    Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

    Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein.

    Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt usw., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen.

    Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperreten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen drohet, wenn sie es versuchen, allein zu gehen.

    Nun ist diese Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl endlich gehen lernen; allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt gemeiniglich von allen ferneren Versuchen ab.

    ———————————–

    Immanuel Kant – 1724 bis 1804, Philosoph in Königsberg. Wir veröffentlichen den Text nach dem Original. Er erschien zuerst unter dem Titel: »Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?« in: »Berlinische Monatsschrift«, DezemberHeft 1784, S. 481-494.

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  • Görlitz, meine wunderschöne Heimat Teil XI – von Kirchen, Türmen und Verteidigungsanlagen

    April 20th, 2023

    ein Ausflug in längst vergangene Zeiten mit einem Bummel entlang der Stadtmauer

    Noch in der Mitte des 16. Jahrhunderts war Görlitz mit 10 000 Einwohnern größte und mächtigste Stadt zwischen Leipzig und Breslau.

    Der wohl berühmteste Oberbürgermeister von Görlitz Gottlob Ludwig Demiani fand jedoch unsere Stadt im Jahre 1814 nicht volle 10 000 Einwohner stark, in stetem Sinken begriffen – die Hauptgewerbe im Verfall, die Verwaltung morsch und schlaff und in den neuen preußischen Einrichtungen wenig geschickt und genauso wenig zufrieden – die Einwohnerschaft stumm und verdrießlich.

    Er hinterließ die Stadt 1846 über 16 000 Einwohner stark, in großartigem Wachstum, Handel und Gewerbe in fortwährendem Aufschwung, die Verwaltung vom alten patrizischen Sauerteige gereinigt und wohl geordnet. – die Bürgerschaft zu erfreulichem und verständigem Kommunalleben geweckt.

    Ein wenig mögen jene Jahre zwischen 1815 und 1850 in unserer Vorstellung immer noch als eine beschauliche Idylle mit Postkutschen und Zylinderhüten, mit Sofas und Singspielen leben. Was man gewöhnlich als Biedermeier umschreibt, war sicherlich auch ein Gemisch aus spießiger Bravheit und geistigem Kirchturmhorizont, aber es bedeutete zugleich starkes Bildungsstreben, Naturverbundenheit, handwerkliche Tüchtigkeit und nicht zuletzt auch die Anfänge der Industrie.

    Fest steht, unser heutiges Görlitz ruht auf einem soliden Fundament.

    Doch blicken wir zurück: Da ist der Kaisertrutz, ein Teil der Befestigungsanlage, der von den Görlitzer Bürgern zum Schutz des westlichen Eingangs gebaut worden war. Zu dieser Zeit war Görlitz von einer Stadtmauer umgeben. Pferdefuhrwerke holperten über das grob gehauene Pflaster. Oft rutschten die Pferde mit ihren beschlagenen Hufen weg. Ihr Klappern schallte durch die Straße.

    Eine der wehrhaftesten Verteidigungsanlagen ihrer Zeit entsteht

    Im Jahr 1250 erhielt Görlitz die Stadtmauer, der Gesamtumfang betrug 2.460 Meter. Bis dahin waren es lediglich Holzpalisaden, welche die Stadt schützen. In der Zeit von 1467 bis 1763 hatte die Görlitzer Stadtmauer 13 Basteien und 19 Türme.

    Bevor der Stadtring errichtet wurde, entstanden viele neue Bauten am Obermarkt und im Umfeld des Platzes. Die Stadtgrenze reichte nun bis an die spätere Elisabethstraße.

    Der Mauerring umschloss die Stadt, die heute die historische Altstadt darstellt.

    Drei Türme und ein Finstertor

    Nikolaikirche und der danebenliegende Friedhof und die Häuser im Umfeld dieser Kirche, also der älteste Teil der Stadt, blieb außerhalb der Stadtmauer.

    Allerdings war dieses Gebiet (Nikolaivorstadt) auch von einem Schutzwall umzogen.

    Das Finstertor ist das einzige von den Vorstadtbefestigungen erhaltene Gebäude. In der Finstertorstr. 8 steht noch das alte Scharfrichterhaus im fränkischen Stil aus dem 16./17. Jahrhundert.

    Drei Türme sind von dem Befestigungsgürtel um die Stadt erhalten geblieben: Nikolaiturm (1348), Dicker Turm – eigentlich Frauentorturm (1305) und der Reichenbacher Turm (1376).

    In den Türmen wohnten zwei Familien. Die Bewohner errichteten die Türme bis zur halben Höhe durch eine Außentreppe und erst dann gingen die Stufen weiter. Die Räume waren klein. Es gab ein Plumsklo, ähnlich wie bei vielen Burgen, hing es außen. Am Dicken Turm kann man die Vorrichtung noch sehen.

     Davor, dahinter und mittendrin – der Mauergürtel auf einen Blick:

    • Vor dem Weststadttor wurde 1490 der Kaisertrutz zum zusätzlichen Schutz und Sicherung des Tores errichtet.
    • Außerhalb der südlichen Stadtmauer, nahe dem Reichenbacher Turm, gab es eine „Ausspanne“, das Hotel „Zur Sonne“ am Demianiplatz.  Hier kann man in großen Hof heute noch die Vorrichtungen für die Unterbringung der Gespanne sehen.
    • Die Ochsenbastei (1370) war Teil der Stadtverteidigungsanlagen. Der Name erinnert an den Austrieb der Ochsen vor die Stadttore. Der heutige Stadtpark war damals Weidefläche.
    • Ecke Weberstr. /Elisabethstr. lag das Webertor, seitlich des Nikolaiturms, zwischen der inneren und äußeren Stadtmauer das Eingangstor zum Nikolaizwinger und darüber thront der Vogtshof. Dieser war von 1830 bis 1928 eine Strafanstalt und wurde 1965 zum Internat umgebaut.
    • Im Jahr 1423 begann die Veränderung und die Erweiterung der um das Jahr 1235 entstandenen Peterskirche. Als erster Teil des Neubaus entstand die Georgen Kapelle (Hallenkrypta). Hinter der Peterskirche steht noch das einst zur Stadtmauer gehörig Wächterhäuschen (1539) mit zwei Ziergiebeln.
    • Die Frauenkirche (1349) und das Frauenhospital sowie der Friedhof lagen vor dem südlichen Stadttor.
    • An der Westgrenze der ältesten Stadtanlage, von 1220, befindet sich der Schwibbogen mit der Renaissancefassade, der direkt an den Chor der Dreifaltigkeitskirche anschließt und bis zum Haus mit heutigem Restaurant „Schwibbogen“ reicht.
    • Auf der Au0ßenseite der Stadtmauer befand sich ein Marktplatz (trägt heute den Namen Fischmarkt. Hier wurden viele Waren verkauft, nur keine Fische.

    Das größte zusammenhängende Baudenkmal Deutschlands

     Die Häuser innerhalb der Stadtmauer wurden im 15. und 16. Jahrhundert errichtet, zu einer Zeit des großen Reichtums von Görlitz. Es entstanden Patrizierhäuser, Handelshöfe und sogenannte Kaufmannsburgen, besonders am Ober- und Untermarkt, in der Brüder-, Peter-, Nikolai-, und Neißestr., und in den Nebengassen die kleineren Handwerkshäuser.

    Alle bilden heute das größte zusammenhängende Baudenkmal Deutschlands.

    Mitte des 16. Jahrhunderts war Görlitz mit 10 000 Einwohnern größte und mächtigste Stadt zwischen Leipzig und Breslau.

    ————————————-

    Quellen zu Bild und wenigen Textpassagen:

    • „Görlitz zwischen Biedermeier und Märzrevolution“ Schriftenreihe Heft 19, Städtische Kunstsammlungen Görlitz
    • Görlitz, Stadtführer B&V Verlag Dresden (Dietmar Berthold)
    • Ansichtskarten: Bild und Heimat Reichenbach (Vogtl.)

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  • Der Versailler Vertrag und ein Frieden, der schon die Züge der künftigen Tragödie trug  

    April 19th, 2023

    Teil I /Teil II

    Eine weitere Geschichte hinter der Geschichte mit ihrer Vorgeschichte. Vor wenigen Tagen habe ich die Antwort des israelischen Botschafters Asher Ben Nathan auf die Frage wer 1967 den 6-Tagekrieg begonnen hat vermerkt. Sie lautete wie folgt: „Das ist völlig belanglos. Entscheidend ist was den Schüssen vorausgegangen ist.“

    Blicken wir also erneut zurück. Versailler Vertrag, Elsass-Lothringen, Kolonialzeit:

    Auch diesen Kapiteln der Geschichte werde ich mehrere Passagen widmen müssen. Verstehen wir es also wie eine Serie, in Staffeln mit mehreren Folgen.

    Mancher erinnert sich vielleicht an einen meiner letzten Beiträge. Ich setze dort am besten an, zum einfacheren Verständnis:

    Am 28.6.1914 wird der österreichische Thronfolger und seine Frau in Sarajewo von einem Serben erschossen. Dieses Verbrechen und die allgemeine Feindseligkeit, die zwischen Österreich-Ungarn und dem Königreich Serbien bestand, führte zum Ersten Weltkrieg. Am 28.7.1914 erklärte Österreich-Ungarn – Serbien den Krieg. Am 30.07.1914 befiehlt Russland die Gesamtmobilmachung gegen Österreich-Ungarn und gegen Deutschland, das im Bündnis mit Österreich-Ungarn stand.

    Darauf erklärten Frankreich und England, die im Entente mit Russland verbunden waren, Deutschland und Österreich-Ungarn den Krieg. Die drei großen Gegner waren mit ihren 262 Millionen Einwohnern und 5,7 Millionen Soldaten, von Anfang an weit überlegen. Auf beiden Seiten schlossen sich im Lauf des Krieges weitere Staaten an. Als am 16.4. 1917 die USA auch noch Deutschland und Österreich-Ungarn erklärte, war die Niederlage nicht mehr aufzuhalten.

    Der Eintritt Amerikas in den Ersten Weltkriegs war nicht das Ergebnis des Deutschen U-Boot-Krieges – Versenkung des amerikanischen Schiffs „Lusitania“, das seit 17.9.1914 als bewaffneter Hilfskreuzer für die britische Admiralität lief, und mit Munition, Handgranaten, Handfeuerwaffen und anderem Kriegsgerät beladen war – oder irgendwelcher idealistischer Ziele, sondern die glänzende Rüstungskonjunktur durch die Waffenverkäufe an die Entente-Mächte.

    Dazu muss man auch wissen: Im Zweiten Weltkrieg wurde Russland mit Kriegsmaterial in jeglicher Form, aber auch mit Kleidung ausgestattet.

    Am 18.11. 1918 kam es zum Waffenstillstand. Zuvor hatte der Kaiser am 9.11. 1918 dem Thron entsagt und ging nach Holland ins Exil. Bei dem anschließenden Notenausgleich über die Friedensbedingungen zwischen Deutschland und den Siegermächten (Mai/Juni 1919) wurde von Deutschland die Anerkennung der alleinigen Kriegsschuld erzwungen. Ministerpräsident Philipp Scheidemann und sein Kabinett traten daraufhin zurück. Aber in der Nationalversammlung stimmten die Abgeordneten mit 237 Stimmen gegen 144 Stimmen für die Unterzeichnung des Vertrages. Der Außenminister der Weimarer Republik Hermann Müller und der Verkehrsminister Johannes Bell setzten am 28.6.1919 ihre Unterschrift unter den Versailler Vertrag, einem Schandvertrag, wie er damals genannt und heute noch so gesehen werden muss.

    Der amerikanische Diplomat George D. Kennan beurteilte es später so: „… in der Tat ein Frieden, der schon die Züge der künftigen Tragödie trug.“

    Es war der Wunsch Deutschland für immer zu schwächen und als wirtschaftlichen Konkurrenten auszuschalten. 269 Milliarden Goldmark Reparationsleistung sollte ein Volk aufbringen, das total am Boden lag, deren Bevölkerung hungerte. Kriegsmaterial, aber auch sämtliche Maschinen aus den Fabriken mussten an Frankreich und England abgeliefert werden. Dazu kamen die Gebietsabtrennungen.

    Von Gebietsabtrennungen, deutschen Kolonien und Intrigen der (späteren) Siegermächte – Teil II

    Ausgangssituation 1919, nach Unterschrift Versailler Vertrag:  269 Milliarden Goldmark Reparationsleistung sollte ein Volk aufbringen, das total am Boden lag, deren Bevölkerung hungerte. Kriegsmaterial, aber auch sämtliche Maschinen aus den Fabriken mussten an Frankreich und England abgeliefert werden. Kriegsmaterial aber auch sämtliche Maschinen aus den Fabriken mussten an Frankreich und England abgegeben werden. Dazu kamen die Gebietsabtrennungen:

    • Elsass-Lothringen bekam Frankreich. Da Deutschland nicht mehr zahlungsfähig war, besetzten die Franzosen und Belgier 1923 das Ruhrgebiet, sie raubten das Geld der öffentlichen Kassen, erhoben Grenzzölle und Steuern und besetzten Gruben, Hüttenwerke und Fabriken und wie schon in den anderen besetzten Gebieten (Rheinprovinz, Rheinpfalz, Saarland)) bestraften die Okkupanten willkürlich Männer, Frauen und Kinder mit Schlägen, Misshandlungen, Verurteilungen zu Geldstrafen und Ausweisungen und vielerorts geschahen auch Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen. Reiter jagten die Deutschen von den Bürgersteigen und schlugen mit Peitschen. Ausgewiesen wurden mehr als 120 000 Menschen, die nichts mitnehmen durften und denen sofortige Hilfe gegeben werden musste – geschehen im Westen durch Franzosen und Belgier, und im Osten durch Polen.
    • Von den Polen wurde eine Million Deutsche vertrieben, viele ermordet.
    • Provinz Posen und der Großteil der Provinz Westpreußen ging an Polen. (Das 1919 neugegründete Polen wurden hauptsächlich aus deutschen Gebieten errichtet.
    • Das Memelland bekam Litauen.
    • Eupen-Malmedy wurde entgegen den ursprünglichen Zusicherungen Belgien übergeben.
    • Einen großen Teil Oberschlesien (mit den Kohlegruben) erhielten die Polen, trotzdem die Abstimmung eindeutig mit 60 Prozent für Deutschland ausfiel.
    • Das Rheinland wurde zur Sicherung der Reparationszahlungen besetzt, so auch das Saargebiet mit seinen Bergwerksanlagen.
    • Im Versailler Vertrag wurde die Auslieferung von 895 deutschen Militärs und Politikern verlangt, darunter Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff.
    • 1920 wurde die Erfüllung der Auflage gefordert, die Reichsregierung lehnte jedoch jegliche Auslieferung ab.
    • Sämtliche deutsche Kolonien in Afrika und in der Südsee mussten an Frankreich abgegeben werden.

    Darüber lesen wir im nächsten Teil: Deutsche Kolonien, deutsche Schutzgebiete und Intrigen der (späteren Siegermächte)

    Quelle Bild: Panorama der Weltgeschichte Band 3 /Bertelsmann Lexikothek

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  • Wie aus deutschen Faktoreien deutsche Kolonien wurden, begleitet von Neid, Missgunst und Intrigen

    April 19th, 2023

    Seine damaligen Besitzungen in Afrika verdankt Deutschland ursprünglich allein privater Tätigkeit. Hamburger und Bremer Kaufmannshäuser legten Faktoreien an den Küsten Afrikas an, die sich schnell entwickelten und einen noch größeren Aufschwung genommen hätten, wäre nicht französische und englische Missgunst ihnen sehr bald hemmend entgegengetreten.

    Nachdem die Engländer von den von Erfolg gekrönten deutschen Verhandlungen hörten, dauerte es nicht lang und sie begannen eine lebhafte Agitation. So erzählten sie den Eingeborenen, dass die Deutschen sie zum Kriegsdienste fortschleppen würden und dergleichen, sparten auch keineswegs den Rum und versetzten das niedere Volk in eine solche Aufregung, dass es alle Deutschen umzubringen drohte.

    Schließlich ließen die Leute doch mit sich reden, und es wurde beschlossen, dass die Könige ihr Gebiet nicht an den deutschen Kaiser, sondern an die deutschen Handlungshäuser Wörmann und Jantzen & Thormälen abtreten sollte, wogegen diese den Schutz Deutschlands versprachen. Man hoffte dabei auf das baldige Einlaufen des deutschen Kanonenbootes „Möwe“. Doch stattdessen lief noch am selben Tage ein englisches Kriegsschiff ein, dessen Kapitän sofort die Häuptlinge aufsuchte, ihren Vertrag mit den Deutschen für Null und nicht erklärte und sie warnte, weiter der Sache nachzugehen. Zugleich stellte er die Ankunft des englischen Gouverneurs von Sierra Leone in Aussicht, von der er beauftragt war, den Schutz Englands zu versprechen. Würden die Häuptlinge irgend etwas anders unterschreiben, sollen sie samt und sonders abgesetzt werden.

    Doch gelang es den Deutschen unter der Gunst der Häuptlinge ihre Schutzgebiete zu bewahren. Unter dem Jubel der Urbevölkerung hissten die Häuptlinge die Reichsflagge.

    Der deutsche Erfolg war den Engländern ein „Dorn im Auge“, und es kam zu noch mehr Attacken gegen die deutschen Schutzgebiete. Auch führten sowohl Engländer als auch Franzosen ihre lebhafte, intrigante Agitation fort.

    ——————

    Quelle: “Deutsche Kolonien: mit besonderer Berücksichtigung der neuesten deutschen Erwerbungen – Westafrika uns Australien / Karl Emil Jung / Zweite vermehrte Ausgabe 1885

    Leipzig: G. Freytag / Prag: F. Tempsky“

    Quelle Bilder: Kalender „Deutsche Schutzgebiete“ 2007

    Deutsche Schutzgebiete, Intrigen und was davor geschah

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  • Deutsche Schutzgebiete, Intrigen und was davor geschah

    April 19th, 2023

    1899 kaufte das Deutsche Reich für 20 Millionen die in der Südsee gelegenen Karolineninseln von Spanien.

    • Deutsch-Ostafrika: 1888 pachtete die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft das 1862 gegründete Daressalam samt Umland.
    • 1890 wurde der Gouverneurssitz für das von Carl Peters gegründete und 1891 unter Reichsverwaltung gestellte Deutsch Ostafrika in die Stadt verlegt.
    • Bereits am 8. August 1914 begann die Beschießung Daressalams durch Briten.
    • Belgien und England teilten sich nach Kriegsschluss 1918 das Gebiet.
    • In Togo im westlichen Afrika kam Überfall und Einnahme des Landes von Briten am 27. August 1914 – steht in den Geschichtsbüchern. Dann erfährt man auch, dass der Stamm des Hereros im Januar 1905 – von britischen Agenten angestachelt – deutsche Farmer ermordet und einen Aufstand ausgerufen hatten.
    • 1919: Sämtliche deutsche Kolonien in Afrika und in der Südsee mussten an Frankreich abgegeben werden.

    Das Versailler Diktat ist ein Dokument des Hasses und Neides – unterschrieben von den Deutschen, unter Drohung der Sieger die Kriegshandlungen wiederaufzunehmen.

    Deutschland hat erst sehr spät Kolonien gegründet. Franzosen und Engländer viel früher. Zwischen Frankreich und England kam es ständig zu Auseinandersetzungen und Konflikten im Bezug auf den Beitz der Kolonien. Aber als Deutschland in kürzester Zeit ausgezeichnete Leistungen in seinen Kolonien brachte, wurde Neid und Missgunst von beiden Ländern nur noch auf Deutschland ausgerichtet. (Wie im Kleinen heute: Wenn Herr Müller sich ein neues Auto kauft, und der Herr Meier sich das nicht leisten kann und vor Neid und Hass einen Wutanfall bekommt.)  So war und ist das auch im Großen.

    Auch nachzulesen: Bereits 1914, also vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, hatten Franzosen und Engländer die Deutschen in ihren afrikanischen Kolonien überfallen.

    Die kleinen deutschen Schutztruppen konnten den englischen und französischen Armeen keinen Widerstand leisten. Die Deutschen wurden enteignet, interniert und außer Landes gebracht.

    Die von den Deutschen gegründeten Städte, Plantagen, Krankenstationen, Lepraheime, Bahnanlagen fielen in die Hände der Franzosen, Briten und Belgier. Wo deutsche Städte und Dörfer entstanden, waren die Feinde schon da, um sich dort niederzulassen. Da fand sich schnell ein Weg, einen Krieg gegen Deutschland zu führen. Frankreich hat in den Jahrhunderten seine Grenzen weit nach dem Osten verschoben. Burgund, von den germanischen Burgundern angelegt, wurde wie Lothringen, Luxemburg, Elsass, Eupen Malmedy, Flandern und andere Gebiete von den Franzosen und Belgiern in Besitz genommen.

    ——————-

    Was davor geschah: In der Verfassung des ersten teildeutschen Nationalstaates, des Norddeutschen Bundes von 1867, war an versteckter Stelle der Weg für einen deutschen Kolonialismus bereits geebnet. Artikel 4 zählte zu den Politikfeldern, die dem Nationalstaat zustanden, ausdrücklich „die Kolonisation und die Auswanderung nach außerdeutschen Ländern“. Als französische Unterhändler nach der Niederlage im Krieg 1870 /1871 die Überlassung von Kolonien in der Karibik oder in Indochina anboten, um dadurch die Rückgabe Elsass-Lothringen an Deutschland zu verhindern, lehnte Reichskanzler Bismarck jedoch dankend ab.

    Auch darauf sprach sich eine Mehrheit des Norddeutschen Reichstages gegen jede Form das Kolonialismus au., insbesondere aus den Kreisen der Liberalen Hamburg /Bremen.

    Der Durchbruch der kolonialen Agitation und Organisation erfolgte Ende der 1870er- Jahre, maßgeblich vorangetrieben durch Friedrich Fabris Schrift „Bedarf Deutschland der Kolonien?“ von 1879.

    Ab dato wurde der Sozialpolitiker oft als „Vater der deutschen Kolonialbewegung“ bezeichnet.

    Doch dauerte es noch einige Jahre, bis Bismarck, der Kolonien stets abgelehnt hatte, aus einer Reihe von außen- und innenpolitischen – nicht zuletzt aber auch aus taktischen – Gründen seinen Widerstand aufgab. Vor allem in Afrika hatte sich eine neue Situation ergeben, die für den neuen deutschen Nationalstaat mit seinem Wunsch nach globaler Mitsprache eine Herausforderung darstellte und die auch Bismarck nicht ignorieren konnte. Insbesondere in Westafrika gingen die Franzosen zu einer zielgerichteten Politik militärischer Eroberungen, neuer Protektorate und wirtschaftlicher Exklusiverträge über.

    Deutschland hat um den Erwerb von Kolonien niemals Krieg gegen andere Mächte geführt. Auch handelte es sich um Herrschaftsinseln, die weiterhin im Rahmen einheimischer souveräner Gewalten die Prinzipien, Lebensweisen und das eigene Recht der Bevölkerung bewahrten.

    Das bleibt eine Tatsache, auch wenn mit Beginn der 1960er-Jahre alles darangesetzt wurde, den deutschen Kolonialismus in all seinem Tun zu verteufeln.

    ———

    Quelle: „Der lange Weg zum Kolonialreich“ von Horst Gründer und Hermann Hiery

    Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek. 3. Durchges. Und erw. Auflage be.bra verlag GmbH Berlin Brandenburg 2022

    Quelle Fotos: Kolonialkalender 2007 „Deutsche Schutzgebiete“

    Wie aus deutschen Faktoreien deutsche Kolonien wurden, begleitet von Neid, Missgunst und Intrigen

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  • „Tag der Befreiung“ – Teil II /Teil III: Viele denken selten bei dem Licht an Finsternis, beim Glück an Elend, bei der Zufriedenheit an Schmerz

    April 17th, 2023

    „Aber die Geschichte wird schon zu ihrer Zeit aufstehen und reden. Und wenn sie geredet hat, so kommt alles vorhergegangene Geschwätz nicht mehr in Betracht“, wusste schon Friedrich Gottlob Klopstock.

    An der Wahrheit kommt keiner vorbei, und wir dürfen vor allem eins nicht: Vergessen!

    Bleiben wir daher noch eine Zeit bei den Ereignissen, die mit dem anstehenden „Tag der Befreiung“ eng verbunden sind. In der Kommentarspalte findet ihr einen ersten Beitrag zu dem Thema.

    Bezugnehmend auf die Niederschriften meiner Eltern, Großeltern und Urgroßeltern, vertrete ich mein Ansinnen: Deutsche Geschichte besser verstehen.

    Der Krieg der Alliierten, insbesondere gegen das nationalsozialistische Deutschland, gilt heute als Prototyp eines gerechten Krieges.

    Meine Auffassung dazu, ist eine völlig andere: Kein Krieg ist gerecht!

    Nun sitze ich wieder vor unzähligen Zeitdokumenten – ein trauriges Kapitel in unserer Geschichte.

    Es ist wichtig, die Berichte der Überlebenden zu lesen, auch wenn der größte Teil der Untaten der Sieger noch in fest verschlossen Archiven ruht und für die Bevölkerung nicht zugänglich ist.

    Doch gibt es Tausende Dokumente, Erlebnisberichte, Niederschriften, Aufzeichnungen, die in Büchern zusammengefasst sind und von den einzelnen Schicksalen berichten.

    Denn jede Geschichte hat ihre Vorgeschichte, und nicht jedes Schicksal ist einfach nur ein Schicksal.

    Hierzu sei die Akte von Katyn erwähnt. Staatsverbechen-Staatsgeheimnis oder besser eine Lüge, für die Tausende Deutsche Soldaten sterben mussten.

    Ich war noch Kind, und doch erinnere ich mich an die Aussage eines Bekannten meiner Eltern. „Die Polen und Russen waren „schlau“, sie haben die meisten ihrer Untaten nicht dokumentiert und diese geschickt unter Verschluss gehalten – unter Obhut der Siegermächte. Im Gegenzug ließen die Deutschen kaum etwas undokumentiert und der Zugriff auf die Akten war stets gewährleistet – unter Obhut der Siegermächte.“

    Es gab offensichtlich ganz klare Entscheidungen seitens der Siegermächte dazu, was an die Öffentlichkeit gelangen darf oder soll, und was besser nicht.  

    Fest steht: Verbrechen bleibt Verbrechen, Man kann kein Verbrechen gegen ein anderes aufwiegen. Es gibt Untaten, über die kein Gras wächst.

    Darüber hinaus bin ich mir sicher, ein beharrliches Verschweigen darüber als auch das Wissen über die unzähligen Versuche des Vertuschens macht es nicht besser. Nur Bruchstücke der Wahrheit gelangen ans Tageslicht. Vielleicht, um später einmal zu erklären: „Doch, doch, es wurde darüber berichtet.“

    Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert. Dritte und Unwissende können nicht durch einseitige Parteinahme für die Vertreiber und nicht Beachtung der Opfer sich einmischen, denn das Völkerrecht gilt für alle Vertriebenen. Es ist deshalb die Pflicht aller Deutschen auf das anerkannte Recht auf Heimat und dessen Verletzung durch die menschenverachtende Vertreibung hinzuweisen. Es ist auch ihre sittliche und moralische Pflicht aller deutschen Opfer in Anstand und würde zu gedenken.

    Bezugnehmend auf die Akte Katyn schreibt meine Mutter: Die Polen haben 2006 vor dem internationalen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg die Russen verklagt. Warum hören und lesen wir in den deutschen Medien nichts davon? Warum entschuldigen sich die Verantwortlichen nicht bei den Deutschen in aller Öffentlichkeit für die falschen Aussagen und Verurteilung deutscher Zivilisten und die Todesurteile für deutsche Soldaten? Wenn festgestellt wird, dass durch einen Justizirrtum ein Mensch unschuldig eine Gefängnisstrafe ertragen musste, wird er sofort rehabilitiert. Kann unsere „demokratische“ Regierung, das nicht auch von den Polen, Russen und den anderen Siegermächten verlangen?

    Doch es kommt anders: Die Propaganda gegen Deutsche wird aufrechterhalten und mit ihr der Hass und die Spaltung unter den Völkern.

    Für die Lüge von Katyn mussten Tausende deutsche Soldaten sterben. Was viele auch nicht wissen: Nach Kriegsende wurden nochmals eine große Anzahl von Zivilisten, in der sogenannten DDR, verhaftet. Sie verschwanden für immer, nur, weil sie die Wahrheit sagten.

    ———————————————————-

    Zeitzeugnis zu zügellosem Terror und unmenschlichem Vorgehen gegen das deutsche Volk

    • 1945 Lager für Deutsche – Aufgrund ihrer deutschen Volkszugehörigkeit geraten zehntausende Menschen in polnische Lagerhaft.

    Im Januar 1945 werden die Gefangenenlager dem Ministerium für Öffentliche Sicherheit Polens zugeordnet, kontrolliert von Anfang an durch die Partei der polnischen Kommunisten PRP.

    In den Lagern setzt das nun polnische Personal die Terrormethoden ein. Folter und wahlloses Töten gehören zum Alltag in den Lagern. Die hygienischen Bedingungen sind katastrophal. Es kommt zu Epidemien und massenhaften Sterben. Zwar verbieten offizielle Weisungen der Behörden den zügellosen Terror, doch dem Sadismus der Wärter und Lagerfunktionären ist kaum Einhalt zu gebieten.

    Wladyslaw Gomulka, der erste Sekretär der PRP selbst, versucht in einem Brief an das Ministerium für Öffentliche Sicherheit, dem um sich greifenden Sadismus Einhalt zu gebieten. Er bezichtigt seine Genossen, sich „Gestapo“-Methoden zu bedienen. Im Lager „Zgoda“ in Swietochlowice bei Katowice kommt Lagerleiter Salomon Morel zu trauriger Berühmtheit. Der damals 26-jähriger Pole jüdischer Abstammung macht sich einen Namen als gnadenloser Schläger und Folterer. Unverhohlen gibt er zu, „Rache für Auschwitz“ zu nehmen, nun an möglichst vielen Deutschen. Das seine Lagerinsassen in der übergroßen Mehrheit unschuldig sind, stört in dabei offenbar nicht.

    Quelle: https://www.deutscheundpolen.de/ereignisse/ereignis_jsp/key=lager_fuer_deutsche_1945.html

    Auch die Auseinandersetzung mit dem Reinigungsprozess durch tschechische Hand scheint verdammt unbequem. So im Jahre 2006 der Prager Theaterregisseur Miroslav Bambusek. In seinem Stück „Trost des Feldweges“ greift Bambusek zum Beispiel jene Historiker in Deutschland und Tschechien an, die „die Umsiedlung mit der Kaltschnäuzigkeit von Gerichtsmedizinern“ analysieren: „Die diskutieren auf staatlich geförderten Konferenzen allen Ernstes zum Beispiel den Einfluss des damaligen Wetters auf den Todesmarsch. Das ist bizarr.“

    „Angefangen hat alles mit einem Stück über den Jugoslawien-Krieg, das Bambusek vor Jahren in kleineren Theatern inszenierte. Eines Tages stieß er auf einen Zeitungsartikel über das Massaker an Hunderten Deutschen in Postoloprty (Postelberg). Dort waren Ende Mai/Anfang Juni 1945 schätzungsweise 800 Deutsche zusammengetrieben und von tschechoslowakischen Einheiten erschossen worden.“

    „Viele Tschechen stört, wenn ihnen jemand ihr Bild von der Nachkriegszeit nimmt, denn das ist verdammt unbequem“, meint der Dramatiker. „Dabei ist es nichts Schlechtes, sich zu dunklen Kapiteln der Vergangenheit zu bekennen. Diese Gerechtigkeit vor der Geschichte kann alle nur befreien.“ Quelle: Sächsische Zeitung 24.03.2006 und https://www.merkur.de/kultur/thema-vertreibung-230898.html vom 21.03.2006

    —————————————————————-

    Teil III – zum „Tag der Befreiung“

    • 1945 Mit dem Einzug der Roten Armee begann Rechtlosigkeit. Die Deutschen wurden Freiwild. Plünderung, Vergewaltigung und Mord. Diese Zustände hielten bis mehrere Jahre nach Kriegsende an. Polen (aus dem Inneren des Landes) zogen durch Städte und Dörfer plündern und mordend. Durch Ermordungen und Verschleppungen sind allein 874 000 Schlesier diesem Verbrechen zum Opfer gefallen. Es waren nur alte Männer, alte und junge Frauen und Kinder.
    • Erstmals schreibt ein deutscher Philosoph ein Buch zum Bombenkrieg mit dem Fazit: „Im Krieg ist nicht alles erlaubt – auch ein gerechtfertigter Verteidiger hat Mitverantwortung für das Gesamtgeschehen.“ (Lothar Fritze, Philosoph)
    • Merke! Die Engländer waren keine Verteidiger. Sie haben Deutschland den Krieg am 3.9. 1939 erklärt.
    • Später wird Lothar Fritze, unter anderem auch wegen seiner Ansichten zu einem Anschlag auf Hitler am 8. November 1939 hart ins Gericht genommen. Harsche Kritik an seinen Äußerungen hagelt es vor allem aus den Reihen des Tagesspiegels und Spiegels.
    • Die deutschen Ostgebiete wurden durch das Potsdamer Abkommen vom August 1945 „bis zur endgültigen Regelung durch einen Friedensvertrag“ unter polnische beziehungsweise sowjetische Verwaltung gestellt. Die Vertreibung der Deutschen wurde von den USA, Großbritannien und der UdSSR ausdrücklich erlaubt. In Polen wurden die neuen Territorien als „wiedergewonnene Westgebiete“ bezeichnet, alle Orte erhielten polnische Namen, deutsche Spuren wurden beseitigt.
    • Am 12. Januar 1945 begann die Rote Armee ihre Winteroffensive, die in der Besetzung Deutschlands und im Verlust der Ostgebiete mündete. Als erste deutsche Provinz wurde Ostpreußen besetzt. Die meisten der 2,5 Millionen Ostpreußen machten sich im Treck auf die Flucht, die zum Teil über das Eis des zugefrorenen Frischen Haffs führte.
    • Längst nicht jedem gelang die Flucht in den Westen. Viele Trecks wurden beschossen, überrollt und geplündert. Die Zahl der Todesfälle liegt bei mindestens 500.000, möglicherweise starben auch wesentlich mehr. Laut dem 1969 aufgelösten Bundesministerium für Vertriebene kamen von den rund 14 Millionen Deutschstämmigen, die zwischen 1945 und 1950 vertrieben wurden, rund 2,1 Millionen um oder galten als vermisst.
    • Die mehr als drei Millionen Deutschen aus der Tschechoslowakei – großteils aus dem Sudetenland – wurden überwiegend 1946 vertrieben, zum Teil in Güterwaggons.
    • Das Elend der Vertriebenen war groß. Sie besaßen oft nur noch das, was sie auf dem Leibe trugen, wurden in Notquartieren untergebracht und kochten – wie hier in Berlin – auf offener Feuerstelle.

    Quelle: https://www.welt.de/geschichte/gallery136029805/Die-Vertreibung-der-Deutschen-aus-dem-Osten.html

    Und auch die Frage meiner Mutter, die bis heute unbeantwortet bleibt, reiche ich an dieser Stelle weiter: „Warum hat Frau Merkel bei ihrem Antrittsbesuch in Polen kein Wort über Menschenrechtsverletzungen nach dem Ersten Weltkrieg und in unmenschlichem Ausmaß nach dem Zweiten Weltkrieg verloren? Frau Merkel verkündete in China „Menschenrechte sind unteilbar!“

    Frau Merkel muss sich in diesem Zusammenhang ernsthaft fragen lassen, ob die 15 Millionen Vertriebenen und die über 3 Millionen Toten in ihren Augen nicht zur Gattung Mensch gehören!“

    Gedanken zum bevorstehenden Tag der „Befreiung“ – dem 8. Mai. Deutschland wurde befreit. Tatsächlich?

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