Alles über Lügen, Lügendichtung, nordische Prahlereien, festliches Männergeschwätz oder auch Spieltrieb des Geistes
Nach Huizinga, einem niederländischen Kulturhistoriker, muss die Lügendichtung schon früh in der Geschichte aufgetreten sein: „Die Sucht nach einem staunenerregenden Effekt durch grenzenlose Übertreibung oder Verwirrung von Ausmaßen und Verhältnissen muss m. E. muss niemals als vollkommen ernsthaft aufgefasst werden, gleichviel, ob wir si in Mythen oder in rein literarischem, aber echt kindlichen Phantasieerzeugnissen antreffen. In allen diesen Fällen hat man es mit demselben Spieltrieb des Geistes zu tun.“
Historisch betrachtet, können Lügen auch mythologische Rätsel sein, die nur zu lösen vermochte, wer mit einem bestimmten Geheimwissen vertraut war.
Was sagt uns das? Auch Lügen sind eine Sache der Auslegung. Man könnte die Lüge auch so definieren: Man lügt der Lüge wegen, um zu lügen und belügt, um sich über die Lüge zu retten.
Im Märchen rettet sich der Spitzbube mit einer Lüge vor dem Galgen, der beste Lügner erhält die Königstochter zur Frau und das halbe Königreich dazu
Jedoch die Lügen, die wir erfahren, sind keinem Märchenbuch entsprungen oder gleichen einer fantasievollen Unsinns Geschichte. Nein. Die Lügen, die man uns täglich auftischt, haben System!
Bei der „Verkehrten Welt“ und dem „Schlaraffenland“ kommt System in den Unsinn, der sich von der Antike bis in das 21.Jahrhundert hineinverfolgen lässt. Alle Gattungen des Widersinnigen laufen hier bunt durcheinander, rennen sich an und verschlingen sich.
Diese Art Lügen sind nicht neu, nur dem Wissen der Bevölkerung entsprechend neu aufgelegt.
Der grünenden Jugend überflüssiger Gedanken ähnlich der Geistesverwirrung waren sich schon Dichter aus der Vergangenheit bewusst.
Selbst logisch richtige ‚Sätze können sich aus einem naiven Staunen über die Möglichkeiten der Sprache in Scheinunsinn verwandeln, wie im Gespräch zwischen Vater und Kind: „War heute gestern morgen?“ – Vater: Ja, so wie heute morgen gestern sein wird.“
Über systematisierte Lügen erhebt man das Versprechen zum Gesetz. Wer es im Spiel korrigiert, wird bestraft!
Mit diesem Wissen lässt sich so manches Auftreten mancher Leute durchaus erklären.
Die Lügen von damals und heute sind und bleiben eine Aneinanderreihung und Häufung von Unmöglichkeiten, Verkehrtheiten und Widersprüchen, Aufhebung und Verleugnung der Wirklichkeit und natürlichen Ordnung der Dinge.
—–
Quelle: Dichtung als Spiel – eine Studie zur Unsinnspoesie / An den Grenzen der Sprache, Alfred Liede (1963)
In wenigen Tagen machen wir uns auf, und reisen mal wieder gen Norden (Kurzreise über den Feiertag). Bevor es dann wieder Bilder und Berichte „hagelt“, halte ich es für sinnvoll, ein bisschen mehr über das Land zwischen den Meeren Nord-und Ostsee zu erfahren.
Ich versuche, mich kurzzufassen und nur auf besondere Ereignisse einzugehen.
Bewohnt war Schleswig-Holstein schon zur Bronzezeit, dies beweisen viele Funde in über 4000 Grabanlagen. Man fand u. a. Bronze – und Goldschmuck. Gold und Bronze holte man aus Südeuropa und bezahlte mit dem Golde des Nordens, dem Bernstein.
Schon lange v. u. Z. siedelten im heutigen Schleswig-Holstein Germanen. Es waren unter anderem Kimbern und Teutonen. Ca. 1000 v. u. Z. muss es hier schwere Sturmfluten gegeben haben, und man nimmt an, dass diese germanischen Stämme deshalb das Land in südlicher Richtung verließen.
Die Geschichte der Germanen in Schleswig-Holstein und Europa, stützt sich auf Berichte des römischen Geschichtsschreibers Cornelius Tacitus in seiner „Germania“.
Er bezeichnete die Bewohner Skandinaviens und im heutigen und ehemaligen deutschen Küstenraum als Nordgermanen. Manchmal erwähnter er auch einzelne Stämme.
Anfang des 1. Jahrhunderts v. u. Z. kamen erneut germanische Stämme nach Schleswig-Holstein. Es waren Chauken, Friesen und Chatten. Ihnen folgten Jüten, Angeln, Sachsen und Holsten. Von den Holsten erhielt Holstein seinen Namen. Teile der Jüten, Angeln und Sachsen gingen nach England. Ein anderer Teil der Sachsen und Ditmarsen besiedelten den Westen Holstein, den heutigen Dittmarschen. Die Friesen ließen sich an der Westküste und den vorgelagerten Inseln nieder. Angeln und eine weitere Gruppe der Sachsen wurden in Schleswig ansässig.
Um 500 u. z. kamen Wikinger Dänen ins Land. Ihr Hauptsitz war in Südschweden und dem späteren Dänemark. Sie breiteten sich schnell über Schleswig aus und gründeten das nordische Handelszentrum – Haithabu – aus dem sich später die Stadt Schleswig entwickelte. Heute ist am Stadtrand von Schleswig, wo einst Haithabu war, ein Museum.
Langsam bildete sich bei den Stämmen durch größeren Besitz und höherem Ansehen, ein gehobener Stand heraus. Es gab Herzöge und die Dänen hatten bereits um 800 ihren eigenen König.
Im 7. und 8. Jahrhundert kamen slawische Stämme ins Küstengebiet des Reiches, auch nach Holstein. Es waren Obotriten, Wager-Wenden und Prolaten. In Holstein versuchten sie, die Germanen zu verdrängen. Es kam zu großen Auseinandersetzungen, die erst durch Friedrich I., Kaiser Barbarossa beendet wurden. Barbarossa war zu dieser Zeit Herrscher eines riesigen Reiches, das von Dänemark bis Mittelitalien und von der Rhone bis nach Schlesien reichte.
Barbarossa konnte nicht überall sein, deshalb schickte er seinen Cousin Heinrich den Löwen in den Norden des Reiches und gab ihm – Freie Hand- für alle großen und schwierigen Vorhaben.
Ein Blick auf das Verwandtschaftsverhältnis: Heinrich der Löwe stammte aus dem Haus dem Haus der Welfen, einem fränkischen Adelsgeschlecht, und Barbarossas Mutter kam auch aus diesem Haus. Dem Welfen Heinrich gelang es, mit seiner und seines Heeres Schlagkraft die Slawen im gesamten Norden zu besiegen. Wahrscheinlich hat sein (x-er) Urenkel Ernst August von Hannover die Schlagkraft geerbt. 😉
Zurück zur Geschichte Schleswig-Holsteins.
1111 wurde Adolf I. von Schauenburg aus der Grafschaft Schaumburg bei Rinteln zum Grafen von Holstein ernannt. 350 Jahre waren die Schauenburger Herrscher in Holstein. Im Gefolge der Schauenburger kamen mehrere Adelsgeschlechter aus Westfalen und Hannover ins Land. Die Ländereien wurden neu verteilt und ihre Bewirtschaftung von Rittern beaufsichtigt, damit war die Basis für die adlige Gutswirtschaft gelegt.
Ihr wollt noch mehr erfahren – wissen, wer die Gottorps sind, und was es mit Anna, der Tochter des russischen Zaren Peter I. d. Großen auf sich hat? Und was die Waränger Wikinger mit den Gottorps gemein haben?
Dann bleibt dran, und freut euch auf Teil II unserer Schleswig-Holstein-Reihe.
Staraya Alt Ladoga, ein hübscher verschlafener Ort an einer Biegung des Wolchow-Flusses, war möglicherweise die älteste Siedlung des alten Russlands. Hier hat Rurik, der Wikingerfürst, 862 die erste hölzerne Festung erbaut, und von hier aus Russland erobert und beherrscht.
Blättern wir im Geschichtsbuch noch einmal kurz zurück (ab etwa 879): Alle späteren Großfürsten und Fürsten stammten von Rurik und seinen Brüdern Sineus und Truwer ab. Die germanischen Namen wurden später slawisiert – z. Bsp.: aus Helga wurde Olga, aus Johann Ivan
Die Nachkommen der Ruriks regierten bis 1598.
Letzte Rurikiden:
Ivan III. 1462-1505
Wassili 1505-1533
Ivan IV 1533-1584
Fjodor 1584-1598 – mit ihm erlosch die Dynastie der Rurikiden.
Erwähnenswert ist, dass Rurik Alt Ladoga zu seiner Hauptstadt machte. Alt Ladoga liegt am Südufer des Ladogasees. Festungen, Kirchen und Ruinen erinnern noch an den Glanz der Ruriker. Das Gebiet ist touristisch nicht erschlossen, aber es gibt Museen dort und sowohl die hölzerne als auch steinerne Festung wurde restauriert.
Nach einigen Jahren der Wirren, begann 1613 die Dynastie der Romanows. Anastasia kam aus einem ehemaligen Fürstenhaus der Ruriker.
Gewiss ist es für einen nationalbewussten Russen wenig erfreulich zu lesen, das der Chronist Nestor aus dem Jahre 862 über das Treiben ihrer slawischen Vorfahren berichtete: „Da war keine Gerechtigkeit unter ihnen, und es erhob sich Stamm gegen Stamm, und Zwistigkeiten waren unter ihnen, und sie huben an, selbst einander zu bekriegen. Schließlich sprachen sie bei sich: ‚Lasset uns einen Fürsten suchen, welcher uns regiere und gerecht über uns richte.‘ Dann gingen sie übers Meer zu den Warägern, zu den Rus .
Das schrieb der geheimnisvolle Mönch Nestor Anfang des 12. Jahrhunderts, im Höhlenkloster zu Kiew und er nannte es „Erzählung von den vergangenen Jahren“.
Im 20. Jahrhundert allerdings zeitigte diese Chronik ungeahnte Folgen. Ihretwegen verloren sowjetische Professoren den Lehrstuhl und wurden in den Gulag verschleppt.
Und so muss es sich wohl zugetragen haben: Um 820 kamen von Südschweden und von der Insel Gotland her germanische Krieger und Händler, die sich Vaeringjar (Gefolgsleute) oder Waräger nannten. Sie bildeten einen Teil der allgemeinen normannischen Expansion, die sich bis in den Mittelmeerraum erstreckte. Ihr geschlossenes Auftreten imponierte den notorisch zerstrittenen Stämmen Nordrusslands offenbar. Im Jahre 862 kam laut Nestor eine Delegation von Slawen und Finnen zu dem Warägerhäuptling Hrørikr (berühmter Herrscher), den sie „Rurik“ oder „Rjurik“ nannten.
Die vornehmsten russischen Fürstengeschlechter (Obolenski, Dolgoruki, Gortschakow, Wolkonski, Lwow, Gagarin, Schuiskij und Tatischtschew) führten ihre Ahnenreihe auf den Stammvater Rurik zurück und waren sehr stolz darauf.
Unter Stalin
Doch das änderte sich während Stalins Terrorherrschaft seit den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Der Diktator ersetzte ab 1936 die bisher geltende Ideologie eines „proletarischen Internationalismus“ durch großrussischen Chauvinismus.
Demnach war es unerträglich, die Gründung des russischen Reiches in Gestalt der Kiewer Rus als eine Leistung von Fremden – noch dazu von Germanen – zu akzeptieren.
Stattdessen schrieb der kommunistische Staat vor, die Bildung der Rus sei als selbstständige slawische Leistung besonders herauszustellen. „Der Streit hängt damit zusammen, dass immer wieder versucht wurde, die Bildung des Kiewer Reiches als eine eigenständige slawische und nicht als eine vorrangig von außen, von den Warägern betriebene Entwicklung anzusehen“, schreibt der Osteuropa-Historiker Heiko Haumann in seiner „Geschichte Russlands“.
Stalin persönlich ordnete an, die Nestor-Chronik als Fälschung abzuwerten. Rurik und seine Nachfolger seien lediglich Sagengestalten, erdichtet von einer prodeutschen Historiografie. In den sowjetischen Geschichtsbüchern war fortan zu lesen, die Waräger „übten keinen nennenswerten Einfluss auf die Gesellschaftsordnung und die Kultur der Rus aus“
Sowjetische Geschichtswissenschaftler, die aufgrund archäologischer Befunde die Stichhaltigkeit der Nestor-Chronik nachgewiesen hatten, verloren ihren Lehrstuhl und erhielten Publikationsverbot. Einige von ihnen wurden sogar in die Lager des Gulag eingeliefert. Bis in die Gegenwart hat diese „antinormannistische“ Doktrin im Russland von Wladimir Putin Konjunktur.
Im Rahmen der aktuellen Ereignisse (auch zum morgigen „Tag der Befreiung“) und der immer wiederkehrenden und haltlosen Anschuldigungen gegenüber dem deutschen Volk, unternehme ich wiederholt einen Rückblick in unsere Vergangenheit
Wer mag, blickt mit mir zurück.
Tipp: Stöbert auf meiner Website! Dort findet ihr zu den jeweiligen Ereignissen /Eroberungen /Kriegen einen ausführlichen Beitrag.
Dieser Beitrag hier, dient nur einer Übersicht und der Inspiration sich näher mit unserer (wahren) Geschichte auseinanderzusetzen.
(Unter anderem lohnt der Blick auf die Seiten: „Historische Rückblicke und Deutsche Geschichte kritisch, nicht geschönt…“).
Ein solcher Rückblick schafft Aufschluss und ein besseres Verständnis zu aktuellen Ereignissen, unter anderem auch darüber, wer über Jahrhunderte hindurch wessen Gebiete und Städte besetzt und vereinnahmt hat, oder wer einen nicht unerheblichen Anteil am Kriegsgeschehen hat.
Dazu ist es wichtig, die Berichte der Überlebenden zu lesen und den Tagebucheinträgen zu folgen, die uns aus längst vergangenen Zeiten zur Verfügung stehen. Selbstverständlich gehen die mir vorliegenden Aufzeichnungen nicht bis ins das 14. Jahrhundert zurück, doch dafür gibt es genügend historischen Funde und Niederschriften, welche das tatsächliche Geschehen erfassen und auch belegen.
Und nicht zuletzt besuche ich mit Vorliebe die Orte, die an unsere (echte) Geschichte erinnern.
Doch blicken wir zurück. Ich versuche es so übersichtlich wie möglich in einem Zeitraffer darzustellen. Wie auch sonst soll man die deutsche Geschichte darstellen, die schon (urkundlich belegt), 200 v u. Z. ihren Beginn hat“.
Im Osten waren es die Slawen die in die Gebiete der Germanen eindrangen. Der ostgermanische Stamm der Burgunder lebte 200 v. u, Z. bis etwa 450 u. Z. im heutigen Ost- und Westpreußen.
Im 9. und 10. Jahrhundert gab es eine Zuwanderung von Germanen- Wikinger- in die ehemaligen Ostgebiete der Burgunder, weil die dort angesiedelten Slawen nicht in der Lage waren das Land zu bewirtschaften.
1226 wurde der Deutsche Orden und deutsche Siedler ins Land gerufen. In den Jahren 1230 bis 1291 entstanden zahlreiche Städte und Dorfgemeinden.
1410 wurde der Deutsche Ritterorden von den Polen überfallen und bei der Schlacht nahe Tannenberg von den Polen geschlagen.
1466 musste der Deutsche Orden umfassende Gebietsabtrennungen an Polen anerkennen.
Gleich drei Raubkriege gestattete sich der französische König Ludwig XIV. (1638-1715). Auf dem Rückzug hinterließen sie eine schreckliche Spur der Verwüstung.
Diese und auch die darauffolgenden Kriege beweisen, dass Frankreich seine Grenzen ostwärts auf deutsche Gebiete in den Jahrhunderten verlegte, deutsche Länder und Städte besetzte und vereinnahmte.
1792 Kriegserklärung der Franzosen an das Deutsche Reich (Heilige Römische Reich Deutscher Nation).
1806 löste Frankreich das Römische Reich Deutscher Nation auf. Napoleons Truppen brachten über Deutschland Not und Elend, zerstörten die Städte, verwüsteten Dörfer und Felder, stahlen den Bauern das Vieh. Die eroberten Gebiete formt Napoleon zu kleinen Staatsgebilden und zersplitterte das Land…
Franzosen waren es, die dem deutschen Kaiserreich 1914 und am 3.9. 1939 dem Deutschen Reich den Krieg erklärten und 1945 die deutschen Kriegsgefangenen auf den Rheinwiesen, auf dem nassen und verschlammten Boden, bei Kälte ohne Decken und Essen zu Tausenden sterben und die Bevölkerung in der französischen Zone hungern ließen.
Am Mittelrhein gibt es heute große, von der deutschen Kriegsgräberfürsorge gepflegte Gräberfelder, in denen die damals 20-bis 30-jährigen verhungerten deutschen Soldaten bestattet wurden.
Ich erinnere mich noch gut dran, wie entsetzt meine Mutter darüber war, als sie in Münster das Glockenspiel mit der Marseillaise anhören musste – eine Verhöhnung der Toten auf den Rheinwiesen!
Merke! Nach dem Sieg über Napoleon vereinbaren die europäischen Großmächte im „Pariser Frieden“ vom 30.05.1814 eine Zusammenkunft. Trotz der Niederlage, darf Frankreich als fünfte entscheidende Macht auftreten!
Deutschland indes erfuhr über die Zeit tragische Nachteile mittels
Versailler Vertrag
Potsdamer Abkommen
Zwei-plus-Vier-Vertrag als abschließende Regelung
Vertrag von Lissabon – ein Vertrag, der schlussendlich die Entstaatlichung Deutschlands festigte.
————————
Infotafel
In Europa entstanden in den 1920er Jahren Diktaturen: Italien 1922 (unter Mussolini), Spanien 1923 (Franco), Portugal 1926, Österreich, Ungarn, Rumänien 1932.
Übrigens: Der Name „Drittes Reich“ stammt ursprünglich aus dem religiösen Bereich und wurde zur Hitlerzeit als Nachfolge zum Ersten (962-1806) und Zweiten Deutschen Reich (1871-1918) gesehen.
Dazu fällt mir noch ein Zitat von Friedrich Schlegel ein, das da lautet: “Der Historiker ist ein rückwärts gekehrter Prophet.“
Angesichts einer in ihren Inhalten über Jahre gefälschten Geschichte, ist dem nichts mehr hinzuzufügen.
Das ist bekannt und uns unangenehm vertraut: In allen wesentlichen Fragen dürfen die Bürger nicht mitbestimmen. Die Regierung glaubt in selbstherrlicher Weise ohne das Volk regieren und entscheiden zu können, beispielsweise bei der Aufgabe der D-Mark, oder beim Ermächtigungsgesetz von Lissabon vom 23.Mai 2008. Die meisten Deutschen wissen nicht einmal, was dieser Vertrag beinhaltet, obwohl die Vereinbarungen für alle große Bedeutung haben. Erst, wenn sie die Auswirkungen am eigenen Leib spüren, werden ihnen die Augen aufgehen. Auf Anordnung der Siegermächte und durch die Unterstützung der entsprechenden Parteien wird über das Volk verfügt.
Die Dichterin Maria von Ebner-Eschenbach erklärte das einst so: „Das Recht des Stärkeren ist das stärkste Unrecht.“
An dieser Stelle übernehme ich die Niederschrift meiner Mutter aus 2008:
„Sind wird Deutschen überhaupt nach 1945 schon mal gefragt worden, was wir wollen? Nein! Und richtig: Wir haben bis heute keinen Friedensvertrag, doch aber einen (von den Siegermächten) offiziell ins Leben gerufenen „Regelungsvertrag“, der die (angebliche) Souveränität über fest verankerte Einschränkungen maßregelt, die dann wiederum durch willkürliche Entscheidungen der Siegermächte zum Einsatz kommen. Wir erinnern uns dabei auch an den „Friedensvertrag“, oder besser Schandvertrag nach dem Ersten Weltkrieg (Versailler Vertrag).
Doch weiter: Im Rahmen dessen liegen unsere Goldreserven in amerikanischen Banken (FED in Manhattan). Das von den USA geschaffene System der Kapitalherrschaft über die internationalen Organisationen wie Weltbank, WHO, IMF und viele andere, hat zur europäischen Zentralherrschaft geführt. Sie können sich gegen den Willen der Völker durchsetzen, und dienen somit auch nicht den Interessen des deutschen Volkes, sondern der internationalen Konzerne, die alles erfassen: Staat, Parteien, Volk und die Medien beherrschen und damit entscheiden wie und worüber informiert werden soll und darf.
Deutschland ist großer Zahlmeister: pro Jahr gehen in Euro
23,9 Millionen an die EU
611 Millionen an UNO Zentrale
557 Millionen an ESA
465 Millionen an die Weltbank
134 Millionen an Militärhaushalt der Nato
28 Milliarden gehen an 162 internationale Einrichtungen
Ca 5 Milliarden für abgelehnte Asylbewerber, die weiterhin im Lande geduldet werden.
Milliarden bis 2010 Reparationsleistungen vom Versailler Vertrag von 1919 an unsere „Freunde“.
—Ende der Niederschrift meiner Mutter —–
Werfen wir noch einen Blick auf den Vertrag von Lissabon
Im Dezember 2009 trat der Vertrag von Lissabon in Kraft.
In der mündlichen Verhandlung am 10. und 11. Februar 2009 in Karlsruhe hat sich der Zweite Senat eingehend mit den Regelungen des Vertrags von Lissabon befasst. Die Fragen der „Entstaatlichung“ von Deutschland und die Ausweitung der EU-Zuständigkeiten spielten eine wichtige Rolle. Die Frage der Zulässigkeit eines Referendums in Deutschland zum Vertrag von Lissabon wurde vom Zweiten Senat nicht erörtert.
Einige Grundzüge auf einen Blick:
Eine Legitimationsgrundlage für eine Volksabstimmung in europäischen Angelegenheiten gibt es in Deutschland nicht.
Alle Beschwerdeführer bescheinigen der Europäischen Union ein anhaltendes Demokratiedefizit, welches auch durch eine Stärkung des Europäischen Parlaments im Vertrag von Lissabon nicht beseitigt werde. Befürchtet wird auch ein Verlust der staatlichen Souveränität aufgrund der Übertragung von Hoheitsrechten auf die EU.
Eine Erörterung der Frage nach der Zulässigkeit bzw. Notwendigkeit der Durchführung eines Referendums in Deutschland zum Vertrag von Lissabon fand nicht statt
Tusk (damals polnischer Regierungschef) nahm von früheren Aussagen Abstand, denen zufolge er doch für eine Übernahme der Grundrechtecharta eintreten werde. Schon in seiner Regierungserklärung machte Tusk daher deutlich, dass er den Lissabon-Vertrag „mit Wertschätzung für die Verhandlungseffekte“ der Vorgängerregierung, also unter Einbeziehung des „britischen Protokolls“, unterzeichnen werde.
Die Ratifizierung eine ausgemachte Sache? Obwohl die PiS den Lissabon-Vertrag als einen großen Erfolg ihrer Politiker bezeichnet hatte, durch den Polen „sehr gute Bedingungen seiner Mitgliedschaft“ erlangt habe, vollzog sie Anfang März 2008 einen grundlegenden Schwenk. Sie begann, ihre Zustimmung zum Lissabon-Vertrag an Bedingungen zu knüpfen, welche die von ihren Politikern ausgehandelten Ergebnisse innerpolnisch absichern sollten. So müsse festgestellt werden, dass Polen auch künftig in der EU ein souveräner Staat bleibe.
Wismar wurde 1200 von deutschen Kaufleuten und Handwerken gegründet und von 1226-1229 planmäßig angelegt. Dank ihrer Lage an der alten Handelsstraße Lübeck – Wismar – Rostock bis ins Baltikum hinein, entwickelte sich die Stadt bald zu einem wichtigen Umschlagplatz und Hafen aus.
Der Wasserverlauf „Grube“ heute ein Stadtgraben, war damals schiffbar. Erinnern möchte ich an dieser Stelle an Heinrich den Löwen. Er war es, der den Weg für eine intensive deutsche Besiedlung möglich machte und damit die Voraussetzung für die Entwicklung der deutschen Hansestädte schuf.
Seit 1359 gehörte Wismar dem Deutschen-Hanse-Bund an. 200 denkmalgeschützte Gebäude erinnern an den Reichtum der Wismarer Kaufleute, die einst bis nach Russland und Portugal segelten.
Der Niedergang der Hanse und der 30-jährige Krieg setzten der Blütezeit ein Ende.
1648 kam Wismar zu Schweden.
1803 kaufte Deutschland die Stadt für 1 250 000 Taler. So kehrte Wismar zu Deutschland zurück.
Erst Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich wieder Handel und Handwerk.
Einst waren es Handelsleute, die nach Wismar kamen, heute sind es Touristen, welche die Stadt besichtigen. Da ist im Zentrum der große Marktplatz mit schönen Bürgerhäusern aus dem Mittelalter und dem Barock.
Entdeckungen auf einem Rundgang:
Das älteste Gebäude ist der „alte Schwede“, ein Bau der Backsteingotik aus dem 14. Jahrhundert. Den Namen bekam das Haus erst im 19. Jahrhundert als eine Gaststätte einzog. Vom alten Rathaus, aus dem 14. Jahrhundert, ist nur die Gerichtslaube erhalten geblieben – der Neubau stammt aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Ein Bau aus dem 15. Jahrhundert ist die Rathausapotheke.
Die Nikolaikirche ist die einzige erhaltene Stadtkirche und beherbergt heute die Kunstschätze der anderen 1945 zerstörten Kirchen. Auch die Georgenkirche befand sich im Wiederaufbau.
Die Ruine der Marienkirche wurde trotz großen Widerstands der Bevölkerung 1960 gesprengt.
Einen weiteren Blick sollten wir auf alle Fälle auf den Fürstenhof aus dem 16. Jahrhundert werfen (dahinter die Georgenkriche). Er ist die frühere Stadtresidenz der mecklenburgischen Herzöge, heute Amtsgericht.
Die Straßenfront ziert ein Kalksteinfries mit Szenen aus dem Trojanischen Krieg und dem Gleichnis vom verlorenen Sohn. Der obere Terrakottafries zeigt Porträtmedaillons mit Persönlichkeiten aus der Antike.
Ein sehenswerter Bau ist das Archidiakonat (kirchliches Verwaltungs- und Wohnhaus) aus dem 15. Jahrhundert in Backsteingotik, heute Pfarramt.
Im Nordwesten der Altstadt befindet sich der Alte Hafen. Er dient heute nur noch als Fischereihafen und ist gleichzeitig Abfahrtsstelle zur Insel Poel. Am Hafen erinnert ein alte Kogge an die Schwedenzeit, daneben der Nachbau der Kieler Kogge von 1380.
In der Gaststätte „Zum Weinberg“, ein Haus aus dem 16. Jahrhundert (Lübsche Str. 31) soll Störtebecker in eine Schlägerei verwickelt gewesen sein und musste die Stadt verlassen.
Zu Mecklenburg-Vorpommern und den Inseln Rügen und Usedom eröffne ich in den nächsten Monaten eine weitere „Reihe“ unter der Rubrik Geschichte & Reisen. (gerne schaut auch dazu auf meine Website).
Schwerin war Residenzstadt der mecklenburgischen Fürsten und ist heute Hauptstadt des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Schwerin wird zu Recht als Stadt der Seen und Wälder bezeichnet. Gleich zehn Seen breiten sich direkt vor den Toren der Stadt aus.
Der Schweriner See ist mit 21 Kilometer Länge an manchen Stellen mit fünf Kilometer Breite und bis zu 52 Meter Tiefe der größte See.
Ein Schloss wie aus einem Märchen
Die mecklenburgischen Landesfürsten versahen ihre Residenz mit eindrucksvollen Bauten. Von denen das Schloss weit über die Grenzen hinaus bekannt ist. Die einstige Grenzburg Heinrich des Löwen auf einer Insel im Schweriner See wurde Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem Schloss umgebaut. Erst im 19. Jahrhundert erhielt es sein heutiges Aussehen. Wegen der vielen Türme und Türmchen nennt man es auch Märchenschloss. Die Schlosskapelle stammt noch aus dem 16. Jahrhundert. Am alten Garten stehen das Staatstheater und das staatliche Museum mit einer breiten Freitreppe und nicht weit entfernt der Marstall, ein fast schlossartiges Gebäude. Umgeben wird das Schloss vom Burggarten, einem Englischen Gartenbau mit einigen seltenen Baumarten, zum Beispiel einem Ginkgobaum mit kirschähnlichen Früchten. Seine Heimat ist China. In Mitteleuropa ist er nur ein Parkbaum.
Vom Burggarten führt eine Brücke hinüber zum barocken Schlossgarten mit Kreuzkanal und Arkaden. Er wurde Mitte des 18. Jahrhunderts angelegt. Auf der Schlossterrasse steht eine Büste Heinrich Schliemanns. Er wurde 1822 in Neubuckow geboren und erfüllte sich den Traum von Troja. Der Schatz von Troja war im Berliner Museum. Heute liegt er im Moskauer Puschkin Museum. Die Rote Armee hat ihn 1945 mitgenommen.
Kein Schloss ohne Geist – eine alte Schranktür, ein kleines Männchen und allerlei Spukgeschichten
In alten Schlössern spuken die Geister am liebsten. Auch im Schweriner Schloss gibt es eine Spukgestalt. Das Museum im Schloss bewahrt eine alte Schranktür auf, die ein kleines Männchen zeigt. Der Gnom trägt die Kleidung des 17. Jahrhunderts, einen hohen Hut mit Federbusch, eine weitausladende Halskrause, ein strammes Wams, Pluderhosen und große Schaftstiefel. Von diesem Schlossgeist erzählen viele Geschichten mal; mal springt er als Narr durch das Gemäuer, mal warnt er Menschen vor Katastrophen, mal hilft er unschuldig in Not geratenen Schlossbewohnern und Besuchern. Vielleicht begegnet ihr ihm bei einem Besuch?
Mit dem „Petermännchen“ über den Pfaffenteich
Im Zentrum von Schwerin liegt der Pfaffenteich, den die Schweriner Binnenalster nennen. Auf dem Pfaffenteich gibt es seit 1879 Fährverkehr. Heute nutzen die Touristen die kurze Fahrt mit der Fähre „Petermännchen“ die Stadt vom Wasser aus kennenzulernen und die hübschen Motive mit der Kamera festzuhalten.
Einziges Baudenkmal der Stadt aus dem Mittelalter ist der Dom, Den Grundstein hatte Heinrich der Löwe 1167 gelegt, fertiggestellt wurde er 1416. Der 117 Meter hohe neugotische Turm stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts – 220 Stufen führen zu einem Rundgang in 50 Meter Höhe. Von dort habt ihr einen schönen Ausblick auf die Stadt und die Wasserfläche um den Ort.
Das Altstädtische Rathaus wurde bereits im 14. Jahrhundert errichtet. Der heutige Bau stammt aus dem 19. Jahrhundert. Hinter der Fassade verbergen sich jedoch vier Giebelhäuser aus dem 17. Jahrhundert. Auf einer Zinne wurde eine kleine goldene Reiterfigur angebracht, sie stammt aus dem 18. Jahrhundert und erinnert an den Stadtgründer Heinrich den Löwen. Ein weiteres Denkmal für Heinrich den Löwen wurde anlässlich seines 800. Todestages im August 1995 auf dem Markt enthüllt. Dargestellt ist ein Löwe auf einem viereinhalb Meter hohen Sockel, an den Seiten befinden sich Reliefs mit den Aufzeichnungen der Taten Heinrich des Löwen.
Es gibt natürlich in Schwerin noch viel mehr zu sehen. Auch ein Dorf gehört zur Landeshauptstadt, das Museumsdorf Schwerin-Mueß. Elf Objekte veranschaulichen dort das bäuerliche Leben Mecklenburgs.
Wunderschöne und ereignisreiche Tage liegen hinter uns. Das ist nicht selbstverständlich. Doch sind diese „Auszeiten“ wichtig, besonders in Zeiten, in denen alles auseinander zu brechen droht.
Gestern schrieb eine liebe Freundin, „die Menschen sind leise geworden, dafür schreien andere („Fachkräfte“) um so lauter.
Ich antwortete darauf:
Es ist still, weil sie mehr und mehr die Tatsachen „fressen“ müssen, die sie immer noch leugnen, es wird still, weil viele schwer erkrankt sind oder plötzlich und unerwartet versterben, weil es auf dem Bankkonto mäßig bis düster ausschaut, weil die Schauspielerei zur heilen Welt nach außen keinen Bestand mehr hat, weil die Menschen nach und nach erfassen, dass sich das Rad weiterdreht, doch nicht mehr nur zu ihren Gunsten – weil sie (um)“denken“ müssen. Darum wird es still um das Volk, dass vor einer weiteren „Liquidation“ in seiner Geschichte steht.
Doch erinnern wir uns. Unsere Vorfahren haben viel Leid ertragen müssen. Man denke nur an die vielen Kriege und Intrigen, die über Jahrhunderte gegen unser Volk geführt wurden. Manipulation und Propaganda waren dabei stets wirksame Mittel, um den Menschen die Seele und ihre Wurzeln zu rauben.
Hanna Arendt schrieb einst: »Sofern es überhaupt ein ›Bewältigen‹ der Vergangenheit gibt, besteht es in dem Nacherzählen dessen, was sich ereignet hat; aber auch dies Nacherzählen, das Geschichte formt, löst keine Probleme und beschwichtigt kein Leiden, es bewältigt nichts endgültig, es hilft aber, ›die innere Wahrheit des Geschehens so transparent in die Erscheinung‹ zu bringen, daß man sagen kann: Ja, so ist es gewesen.«
Ja, sie schauen nicht in Bücher, sie widersprechen den Personen, die in dieser Zeit gelebt und davon wahrheitsgemäß berichten, lesen nicht die tausenden Dokumente, die von den Vertriebenen niedergeschrieben wurden. Gierige nehmen sie das auf, was die Medien (falsch) darüber berichten und erwarten, dass alle genauso denken wie sie! Mit ihrem Unwissen fordern sie sogar die Wissenden auf, nicht über die wahren Geschehnisse zu sprechen, wagen es sogar ihnen den Mund zu verbieten
Die Leidensgeschichte ist nicht nur ein Stück deutscher Geschichte, es ist ein Stück Menschheitsgeschichte – eine der wohl tragischsten überhaupt.
Auch wenn es mir nicht leichtfällt, dieses Thema zu behandeln, weiß ich, dass es falsch ist, die Augen darüber zu verschließen und das Schicksal und unseres deutschen Volkes ad acta zu legen. Unzählige Schriftstücke, Erlebnisberichte und Hilfeschreie bleiben bis heute einfach ungesehen, ungehört, verschlossen. Nur ein geringer Teil der Bevölkerung, meist sind es Betroffene und die Kinder und Enkelkinder dieser, ist es, welcher nach Aufklärung dürstet, um Gehör bittet und Gerechtigkeit einfordert. Manche haben bereits aufgegeben.
Zur Erinnerung:
Aufgrund der Potsdamer Beschlüsse begann ab 1946 eine systematische Vertreibung der verbliebenen deutschen Bevölkerung, die bis 1947/48 andauerte. Das Eigentum der geflüchteten und vertriebenen Deutschen wurde im Jahre 1946 durch zwei polnische Dekrete als „verlassenes bzw. herrenloses Gut“ entschädigungslos konfisziert.
Ab dem 1. Mai 2004 sind zehn mittel- und osteuropäische Staaten Neumitglieder der EU. Darunter befinden sich auch Länder, die sich in den Jahren 1945-1949 geschichtlich einzigartiger Vertreibungsverbrechen an Deutschen schuldig gemacht haben und den Opfern bis heute eine umfassende Wiedergutmachung verweigern.
Lastenausgleichgesetz (1952):
Ausdrücklich hielt das Gesetz aber fest, dass die Berechtigten mit der Annahme dieser Leistungen nicht ihre Ansprüche auf Rückgabe des zumeist im späteren Polen und Tschechien zurückgelassene Vermögen aufgeben.
Ostdeutsche Vertriebene erhielten statt einer individuellen Entschädigung eine einmalige Zuwendung nach dem Vertriebenenzuwendungsgesetz in Höhe von 4 000 DM. Das Vertriebenenzuwendungsgesetz wurde im September 1994 durch den Bundesgesetzgeber verabschiedet und trat rückwirkend zum 1. Januar 1994 in Kraft.
Verbunden mit diesem Gesetz wurde ein Stück des Heimatrechts aufgegeben, wobei die Gelder aus dem Lastenausgleich nur wenig zählen – es handelt sich lediglich um eine geringe Staatshilfe zur Eingliederung, um ein Entgelt für die entgangene Nutzung.
Das Ergebnis aus einer solchen Regelung: Zahlreiche Immobilien blieben in Polen bis heute ungenutzt, liegen brach, oder sind bereits vollständig zerfallen.
Text-Quelle: Zeitungsausschnitte
Bildzeitung
Sächsische Zeitung
Niederschriften und Erlebnisberichte Betroffener, die mir im Original vorliegen.
Wir sind am Sachsenhain angelangt. Ein Ort, der viel zu erzählen hat, und wo wir uns über die Aushänge (die Version) der evangelischen Kirche zur „Geschichte“ so einige Gedanken machen.
Sachsenhain: Auch bekannt unter Blutgericht Karls des Großen in Verden, wo im Jahre 782 4.500 Sachsen hingerichtet wurden.
Nachdem wir den Sachsenhain bei Verden besucht haben, fiel mir in Bezug auf des dort geschilderten Verlaufs durch die evangelische Kirche ein Zitat ein: „Man sollte die Geschichte kennen, ehe man beginnt sie zu fälschen. Denn sonst setzt man sich sehr früh dem Gelächter der Wissenden aus“.
Ein Syndikat, dass mehr Blut an den Händen hat, als es eine Geschichte je erfassen kann, ein Syndikat, dass im Namen Gottes gegeißelt, gemordet und geschlachtet hat, schwingt unter der Regenbogenflagge wiederholt das Zepter und lässt die Wahrheit im Abgrund verschwinden. Abgrundtief verachten wir diesen Verein, diese Sekte, die sich anmaßt immer und immer wieder die Geschichte für ihre Zwecke zu fälschen. Dabei ist es gleich, ob evangelisch oder katholisch, der Unterschied liegt lediglich in der Bankverbindung.
Die Sachsenkriege dauerten immerhin 30 Jahre und sind ein düsteres Kapitel in der Regierungszeit Karls des Großen. Es ist ein merkwürdiges christliches Verständnis, das Christentum mit Gewalt und tausenden Opfern sowie Verwüstungen und Deportationen blutig durchzusetzen. Denn tatsächlich ging es Karl in diesem Fall eher um die Religion als um machtpolitische Expansion.
Entlang der Steine, bestürzt uns die Vorstellung, dass das Wasser der Aller im Jahr 782 rot vom Blut der Sachsen gefärbt war.
Die hier aufgestellten 4.500 Steine sollen an das sogenannte “ Verdener Blutgericht “ Karls des Großen erinnern. Dabei wurden im Jahre 782 in Verden an der Aller zur Rache für die während der karolingischen Sachsenkriege erlittene militärische Niederlage sächsische Geiseln hingerichtet.
Auf den Bildern unten, seht ihr die gehisste Regenbogenflagge der evang. Kirche über dem Sachsenhain und den Aushang mit den typisch propagierten Elementen in Verbindung mit dem Nationalsozialismus So lenkt man von den eigenen Schandtaten ab.
Und weiter geht’s:
Vom Sachsenhain in Verden, vorbei an Megalithgräbern hin zum Heidenopfertisch
Der Heidenopfertisch in der Nähe von Dötlingen verbreitet eine außergewöhnliche Atmosphäre. Man möchte hier stundenlang innehalten. Es ist wie ein Bann, ein Zauber, der über uns liegt. Sind wir unseren Ahnen vielleicht näher, als wir anzunehmen vermögen?
Anschließend besuchen wir noch das beschauliche Dörfchen Dötlingen. Vielleicht das schönste Dorf der Wildeshauser Geest. Hier stehen noch zahlreiche alte, reetgedeckte Fachwerkäuser. Das auffälligste ist der Tabkenhof, Niedersachsens größtes niederdeutsches Hallenhaus.
Gleich gegenüber steht die 14 Meter hohe Dötlinger Dorfeiche. Ihr Alter wird auf über 1000 Jahre geschätzt. Man geht davon aus, dass dies ein ehemaliger Versammlungsplatz gewesen sei. Darauf lassen auch die Findlinge schließen.
Ein wirklich beschauliches Dörfchen. Doch für unser Empfinden, heute einfach zu viele Menschen
So jetzt aber: Heimreise
Ein Fazit: Was haben wir auf unserer letzten Reise gelernt?
Zum einen sind wir irritiert über die wenigen Wegweiser, die zu einem solchen Ort führen, der unser kulturelles Erbe, nämlich das der Germanen behandelt. Man muss lange suchen. Im Vergleich dazu ist das römische Museum in Xanten in aller „Ohren“.
Zum anderen schlug uns auf dem Rundgang durch das Museum Bederkesa dieses über Jahrhunderte geformte Gedankengerüst „Nur durch die Römer kamen andere Völker zu Wohlstand“ immer wieder entgegen. Was uns auch ärgert. Schaut man genauer hin, wird man anderes feststellen. Und doch assoziiert man die Entwicklung und den Fortschritt der Germanen bis in die heutige Zeit mit dem Einfluss der Römer.
Es geht nicht darum, das alte Germanien zu idealisieren oder gar zu glorifizieren,
vielmehr ist es das Bewusstsein darüber zu erlangen, dass sich die germanischen Stämme als ein gesundes, starkes, geistig und körperlich gut organisiertes, sittlich frisches und kräftiges Volk in Verhältnissen bewegte, welche aus der waldursprünglichen Barbarei bereits entschieden herausgearbeitet waren und die fruchtbarsten Keime weiterer Entwicklungen in sich trugen.
„Die meisten Funde sprechen gegen eine Herkunft aus dem römischen Gebiet. Unter anderem auch darum, weil sowohl von Süden nach Norden, aber auch von Osten nach Westen ausgerichtete Gräber zu verzeichnen sind. Überdies sind Hockergräber und Bestattungen in Booten dem römischen Totenkult fremd. Diese Behandlung der Verstorbenen ist nur aus den Räumen Germaniens bekannt.
Die Geschichte Roms war damals die der Welt. Unserer Vorfahren erstes Auftreten bildete zu einer verhängnisvollen Zeit eine Episode der römischen Geschichte. Wütende Parteikämpfe erschütterten das riesenhafte Gebäude, welches römische Kriegs- und Staatskunst errichtet hatte, bis in seine Grundfesten.
Die Stämme der Germanen waren definitiv in ihrem Tun weitaus gefestigter und in ihrer gesamten Entwicklung weitaus fortgeschrittener als man uns wissen lassen möchte. Sie setzten lediglich andere Prioritäten.
Der Widerstand, den die Römer durch Armin erfahren, war übrigens von nachhaltiger Wirkung, welcher durch die Freiheitskämpfe der niederrheinischen Völkerschaften unter der Führung des Civilis (69 n. Chr.) noch erhöht wurde. Seitdem war an die Unterwerfung des ganzen Deutschlands nicht mehr zu denken, obwohl die Römer in den südlichen und westlichen Grenzmarken die ganze Kaiserzeit hindurch den alten Ruhm ihrer Waffen aufrechtzuerhalten suchten.
Will man sich von dem Zustande einer menschlichen Gesellschaft zu einer bestimmten Zeit eine richtige Vorstellung bilden, so ist es zuvörderst von Wichtigkeit, festzustellen, aus wie vielen Personen diese Gesellschaft etwa bestanden habe. Leider aber fehlen uns die Mittel, die Einwohnerzahl von Altdeutschland auch nur annähernd zu bestimmen.
Welche Zahl aber immer die Bewohnerschaft Germaniens erreicht, eine geschlossene Masse, einen Gesamtstaat bildete sie nicht.
Die einzelnen Stämme waren unter sich an Volkszahl und Macht sehr verschieden. Nur große, allgemeine Gefahr vermochte die getrennten, meist miteinander in Fehde lebenden etwann zu gemeinschaftlichem Handeln zu vereinigen.
Vielleicht ein Umstand, der uns Deutschen bis heute im Weg steht.
Die Genesis der deutschen Stämme in älterer und ältester Zeit genau zu bestimmen und nachzuweisen, ist eine bare Unmöglichkeit. Hierüber, wie über noch gar viele Punkte des germanischen Altertums wird der gelehrte Streit nie zur Ruhe kommen. Die einzelnen Stämme waren unter sich an Volkszahl und Macht sehr verschieden.
Die Schriftsteller der Alten stimmen darin überein, daß sie in den Germanen ein Volk von hoher Eigentümlichkeit in physischer und moralischer Beziehung anerkennen.“
————————————————————
Quelle:
Flyer des Museums Bederkesa
Verschiedene Ausstellungsobjekte des Museums Bederkesa als private Aufnahmen
Textauszüge aus dem Ersten Kapitel – die Vorzeit (Weltgeschichte von Ullstein & Co Berlin)
Quelle:
Die Bilder sind private Aufnahmen aus dem Museum Bederkesa.
Einzelne Textstellen, beruhen auf den jeweiligen Informationen mit entsprechen Info-Tafeln des Museums.
Auf dieser Reise befinden wir uns in der Nähe altsächsischer Grabhügel, inmitten einer der ältesten germanischen Siedlungen, nahe dem Moor und einer Burg, die wertvolle Funde bewahrt. Vielleicht sind es magere Reste, und doch von großer Bedeutung. Wir haben uns auf den Weg gemacht.
Altsachsen – ein Streifzug durch die Frühgeschichte
Die westliche Küstenregion im heutigen Schleswig-Holstein gilt historisch als Keimzelle des sächsischen Stammes und ist auch für die sächsischen Expansionen nach England und auf den Kontinent wichtig.
Westlich der alten Marschregion, liegt angrenzend und nahezu halbkreisförmig um Sievern /Holßel angeordnet, eine Kette von Wurtensiedlungen, darunter die Feddersen Wierde und die Fallward bei Wremen. Letztere ist besonders hervorzuheben, weil zu ihr ein Gräberfeld mit Urnen- und Körperbestattungen gehörte. Neben ungewöhnlichen Grabkonstruktionen (unter anderem ein Bootsgrab) enthielt es auch einzigartige Holzobjekte mit Kerbschnittdekor der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts u. Z.
Vorweg gebe ich eine Einschätzung zu den gewonnenen Eindrücken der Funde bei Bederkesa: Ich kenne Xanten mit seinem Archäologischen Park und dem riesigen Museum sehr gut – dort findet man einiges über die Römer, gewiss hochinteressant.
Aber das, was ich heute, hier in und rund um Bederkesa gesehen und erfahren habe, finde ich tatsächlich beeindruckender. Vielleicht weil es unsere Geschichte widerspiegelt, weil es das ist, was uns ausmacht. Weil es unser kulturelles Erbe ist.
Der Thron aus der Marsch ist der Nachweis von sogenannten Klotzstühlen wie sie auf der Fallward zur Ausgrabung kamen. In dem Fall ist es ein reich beschnitzter Klotzstuhl, er gehört zu den bekanntesten Stücken.
Doch wo liegt eigentlich dieses Bederkesa?
Der Ort liegt inmitten des Elbe-Weser-Dreiecks. Hier erleben wir gut 100 000 Jahre Geschichte, angefangen bei den Neandertalern in der Altsteinzeit über seltene Möbel der Sachsen bis zur Errichtung der Burgen im Mittelalter.
Gleich drei Ausstellungen belegen eine reiche Kulturlandschaft zwischen Geest, Marsch, Moor und Wattenmeer – vier unterschiedliche Landschaftsformen, die den Menschen prägte und vom Menschen geprägt worden sind.
Unsere Wanderung durch das Dorumer Moor – einfach fabelhaft!
Mal abgesehen von der mächtigen historischen Bedeutung der Region, ist es hier traumhaft schön. Auf knapp 10 Kilometer Wegstrecke sind uns zudem gerade mal fünf Seelen begegnet. Davon eine Pferdekutsche mit drei Menschlein. Wenn man sich auf das Wesentliche im Leben besinnen möchte, ist man hier goldrichtig. Ein Kraftort am Moor vor den Grabhügeln unserer Vorfahren. Eine fabelhafte Atmosphäre und später unser Wissen bestätigt, wie weit fortgeschritten die Germanen waren. Nur mag man das lieber nicht an die „große Glocke“ hängen. Und so bleibt dieser Ort noch vielen unbekannt.
Ihr seht nur eine kleine Ausbeute – rund um Bederkesa, bei Sievern, am Dorumer Moor, Feddersen Wierde. Der tatsächliche Blick auf die Hügel lässt sich über Fotos nur schwer darstellen.
Doch zurück zu den Funden
Wir entdecken die Replik eines Dolches aus Wanna. Dieser aus einem Grabhügel stammende Vollgriffdolch zählt zu den prunkvollsten Metallfunden der Bronzezeit aus der Region. Das Original befindet sich im Niedersächsischen Landesmuseum in Hannover.
Auch das ausgestellte Gewebe aus Schafwolle in einer Kombination aus Diamant – und Spitzkarokörper erfährt Aufmerksamkeit. Die Gewebebindung erzeugt eine auffällige Ornamentik. Farbstoffanalysen konnten belegen, dass die heute dunkelbraun wirkenden Fäden ursprünglich eine leuchtend blaue Farbe besaßen. Gefärbt wurden die Fäden mit Färberwald, einer damals bereits in Gebieten des heutigen Nordwestdeutschlands kultivierten Färberpflanze. (Datierung etwa Mitte des 1. Jahrhunderts.)
Am Beispiel der Wurt „Feddersen Wierde“ bei Wremen konnten wir erleben wie die Marschbewohner im ersten Jahrhundert v. u. Z. bis in das sechste Jahrhundert u. Z. gelebt, Häuser gebaut und produziert haben.
Auch das Bestattungsritual des germanischen Volkes hinterlässt bemerkenswerte Eindrücke
So möchte ich an dieser Stelle explizit auf die Achtung und Ehrung der Toten eingehen und auf die damit verbundenen Bestattungsrituale.
Auf den Bildern seht ihr Teile der Grabausstattungen, wie die eines jungen Mädchens und eines Mannes aus dem 5. Jahrhundert. Das Grab eines Kindes fand man nur wenige Meter von dem Bootsgrab entfernt. Es gehört zu den aufwendig ausgestatteten Gräbern der Fallward. Beigesetzt war das Mädchen in einem gut erhaltenen Sarg.
An den Sarg angelehnt fand sich der kleine Hocker, der aus einem Baumstamm gefertigt ist. Die habkreisförmigen Aussparungen ähneln dem „Thron“ aus dem Bootsgrab.
Unter weitere Ausstattungen des Grabes fallen eine aufwendige Tracht, ein großer Goldring, zahlreiche Perlen sowie Fibeln als Gewandschließen.
Ihr seht auch Spaltbohlen aus dem Mädchengrab. Die Hölzer lagen wie ein Andreaskreuz über der Grabkammer.
Die Achtung und Ehrung der Toten stellt sich mit der anhebenden Kultur überall ein. Auch in Altgermanien war sie vorhanden. In der vorhistorischen Zeit scheint das Vergraben der Leichname die üblichere Art der Bestattung gewesen zu sein, wie sie später, nach der Bekehrung unserer Ahnen zum Christentum, die ausschließliche wurde. Beim Beginne der geschichtlichen Zeit erscheint das Verbrennen der Toten als die herrschende Sitte. Die älteste historische Bezeugung gibt Tacitus in der Germania.
»Mit den Toten machen sie nicht viele Umstände. Doch wird darauf gehalten, daß zur Verbrennung der Leichname vornehmer Männer gewisse Arten von Holz verwendet werden. Gewänder und Spezereien werden nicht auf den Holzstoß getan, wohl aber die Waffen des Mannes und mitunter auch sein Roß. Ein Rasenhügel markiert die Grabstätte der Asche. Vom mühsamen Auftürmen stattlicher Denkmäler wollen sie nichts wissen; solche, meinen sie, beschwerten nur die Toten. Wehklagen und Tränen lassen sie bald, nicht aber das Leid und die Trauer.
Die Gräber wurden mit reichen Beigaben aus organischen Materialien bedacht, für einen guten Start im nächsten Leben.
Lassen wir die Bilder sprechen:
Was für ein wundervoller und ereignisreicher Tag. Die Eindrücke sind mächtig und wirken nachhaltig.
Der Abend bricht an: Wir schreiben den 30. April. Viele Menschen finden sich heute zusammen, um zu feiern. Doch was feiern wir da eigentlich? Walpurgis/Beltane war das Siegfest der Sonne im Jahreskreis. Ein Freudenfest des Lebens, der Fruchtbarkeit, der Vereinigung der Zeugung und des Sieges des Sommers über den Winter.
Jeder genießt und feiert diesen Übergang auf seine Weise.
Wir stehen mit unserem Wohnmobil im Wald, auf einem kleinen, unscheinbaren Parkplatz vor einer Lichtung und genießen die Natur in ihrer Stille, verinnerlichen das Erlebte und lauschen dem Flüstern der Bäume nach.
——————
Quelle:
Flyer des Museums Bederkesa
Verschiedene Ausstellungsobjekte des Museums Bederkesa als private Aufnahmen
Textauszüge aus dem Ersten Kapitel – die Vorzeit (Weltgeschichte von Ullstein & Co Berlin)
Quelle:
Die Bilder sind private Aufnahmen aus dem Museum Bederkesa.
Einzelne Textstellen, beruhen auf den jeweiligen Informationen mit entsprechen Info-Tafeln des Museums.