
Die Völkerwanderung: eine gewaltige Zersetzung und Verjüngung
Rom ist alt geworden. Es drohte der allmähliche Zerfall. Doch neues Leben blühte aus den Ruinen.
Freilich, Jahrhunderte hat es gedauert, bevor es festen Boden fassen und in Saat schießen konnte. Eine friedliche Einwanderung der Germanen in das Kaiserreich erfolgte. Immer dichtere Scharen strömten über den Rhein und Donau den stolzen, siegreichen Adlern zu, um im fremden Golde, das fremde Schwert zu führen. Dazu kamen landsuchende Bauern, kriegsgefangene Sklaven, Handwerker und Abenteurer. Ganz Völker fluteten herbei. Zunächst prallten sie gegen die Grenzen, welche tatkräftige Kaiser durch fortlaufende Befestigungen zu schützen suchten.
Die Hauptkraft des Imperiums wurde hier zusammengezogen und hat den Bestand verlängert. Doch das Unglück wollte, dass die Germanen nicht auf Zufall, sondern auf natürlichen, zwingenden Gründen beruhten.
Schon bald konnten sich die „Eindringlinge“ auf altem Kulturboden niederlassen und zwar als geschlossene Völker, welche eigene Staaten bergründeten. Ihre Kraft wuchs, je mehr die des Reiches erlahmte. Und als schließlich mit der Entthronung des letzten Kaisers der Rest einer Scheinoberhoheit, erhoben sie stolz in eigenem Werte das Haupt. Das ganze Weströmische Reich, ist von solchen Germanenstaaten überdeckt worden.
Germanen, Romanen und Slawen – drei große Völkergenossenschaften bilden sich heraus
Alles in allem ist der Zeitraum der folgenreichste und hiermit wichtigste der Geschichte geworden. Völkerwanderung und Frankenreich: Damals haben sich die drei großen Völkergenossenschaften herausgebildet, die Romanen, Germanen und Slawen. Sie haben jene Wohnsitze eingenommen, welches sie im Wesentlichen noch heute behaupten.
Die Germanen und Slawen brachten eine eigene Denk- und Empfindungsweise, die Romanen hatten das Christentum, alles zusammen schufen eine tiefgründige Kluft zwischen der damaligen Gegenwart und dem Altertum. Die Bedingungen waren gegeben, aus denen sich das Mittelalter und in weiter Folge die Neuzeit entwickeln konnten.















