
Hier offeriert sich schon bald ein Sammelsurium an Auszügen aus deutscher Literatur.

Hier offeriert sich schon bald ein Sammelsurium an Auszügen aus deutscher Literatur.
Es scheint, es sei traurige Gewissheit: Kaum jemand, nimmt sich noch die Zeit, an den Orten zu verweilen, die unseren Ursprung und einen großen Teil unserer Geschichte widerspiegeln.
Kein Wunder also, dass mich ein Traum immer wieder einholt: In diesem Traum sehe ich einen runden Holztisch. Darauf stehen mehrere Kerzen, die einen kleinen Raum hell erleuchten. Auf einem etwas wackligen und knarrendem Stuhl, sitzt ein Mann mit einer dicken Hornbrille und liest aus einem alten, in Leder gebundenes Buch, neugierigen Menschen Geschichten vor. Es ist mucksmäuschenstill. Hin und wieder hüstelt jemand ganz leise, seufzt oder lächelt zustimmend.
In Zeiten, in denen wertvolle Informationen zur deutschen Geschichte und Kultur immer weiter ins Abseits rücken, stelle ich mir oft einen solchen Ort vor. Einen Ort, an dem unzählige Menschen der Geschichte hinter der Geschichte nachlauschen.
Ein Traum, eine fixe Idee, ein törichter Gedanke?
Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Denn die Ereignisse der letzten Jahre lassen aufhorchen. Viele Menschen dürsten nach mehr Wissen aus der Vergangenheit. Sie möchten mehr über die Zusammenhänge der Gegenwart zu längst vergangenen Ereignissen erfahren. Neugierige Leser wünschen sich diesen „Aha-Effekt“. Dazu liefert die deutsche Geschichte einen Spannungsbogen wie kaum ein anderes Land auf der Welt.
Zugegeben, es ist ein mutiges Unterfangen. Doch würde ich gerne diesen Versuch unternehmen, viele Menschen an einen solchen Ort zu bewegen. Sodass sie sich dort voller Neugier versammeln, um einen angeregten und lebendigen Austausch zu führen. Auch wenn wir die schnelllebige Zeit und die damit verbundene Digitalisierung oft verdammen, hat sie doch etwas Gutes: Mit Hilfe virtueller Werkzeuge, lässt sich ein derart breites Netz flechten, dass es ermöglicht, sich auf möglichst vielen Kanälen mit der deutschen Geschichte und Kultur zu beschäftigen.
Wer kennt sie nicht, diese Geschichtslehrer mit der monotonen Stimme, denen es nie gelang, Geschichte lebhaft darzustellen?
Geschichte darf nicht langweilen. Sie ist eng verbunden mit Überlieferungen, Fabeln und Sagen. Nur bedarf es eben der Kunst, den schmalen Grat zwischen leichter Lektüre und tieferem Sinn zu überwinden, um ein spannendes, unterhaltsames und kurzweiliges Potpourri ins Leben zu rufen.
„Das glaube, wer mag“- Portal könnte an dieser Stelle ein Zeichen setzen – mit dem Attribut eines fabelhaften Sammelsuriums zu Geschichte, Kunst und Kultur.
Und darüber hinaus, versorge ich als langjährige und erfahrene Reisejournalistin all meine neugierigen Leser mit wertvollen Tipps zu Unternehmungen, die das kulturelle Gut sanft untermalen.

Kurzgeschichten – aus dem Reich der Sagen und Fabeln
Ganz kurz möchte ich etwas von Sagengestalten und dem Berggeist Rübezahl erzählen.
In Urzeiten versuchten die Menschen die Gegebenheiten in der Natur, der Gemeinschaft und der eigenen Person verständlich zu machen. Nicht erkennbare Zustände wurden zu Wesen und anderen bildlichen Vorstellungen. Auch Eigenschaften nahmen Gestalt an.
Wir finden solche Wesen in der Antike, der germanischen Mythologie und weit verbreitet in Sagen.
Alle Sagen vermitteln uns kleine Einblick in die Entwicklungsgeschichte der Menschen, den Kulturstand oder einzelnen Volksgruppen. Sie berichten uns von ihren Fantasiegestalten, Fabelwesen und besonderen Ereignissen.
Die Sagen wurden meist mündlich überliefert und erst sehr spät schriftlich aufgezeichnet. Eine Hauptquelle aller Sagen ist die Natur mit ihren tiefen und immer wiederholten Eindrücken auf das Gemüt der Menschen der damaligen Zeit.
Da waren vor allen Dingen neben Blitz und Donner, Bergen und Seen, der Wald mit seinem geheimnisvollen Dunkel, mit seinen Stimmen und Stürmen, seinen Gestalten und Schätzen, der die Fantasie anregte.
Urwüchsig bedeckte er alle Täler und Höhen. Erst seit Mitte des 18. Jahrhunderts hat moderne Forstwirtschaft mit Schneisen und Wegen den Wald durchzogen und den Zauber von ihm genommen. Im Zeitalter der Technik ist der Glaube an die Fantasiegestalten mehr und mehr verschwunden.
Aber die Haus-, Wald-, Wasser-, Erd-, Feld-, und Berggeister erzählen uns heute ihre Geschichten in Büchern. Auch manche Gedichte berichten von ihnen. So zum Beispiel in Goethes Ballade „Der Erlkönig“. Hier ist es ein Walddämon.
Indes zeichnet das Gedicht „Der Knabe im Moor“ von Anette von Droste-Hülshoff das Entsetzen und Grauen im Moor auf.
In allen Teilen Deutschlands gab es viele Sagengestalten. Sie sind jedoch immer mit einem bestimmten Ort verknüpft.
Uralt ist die Vorstellung, dass im Riesengebirge Zwerge und Riesen wohnten und beherrscht wurde das Gebiet vom Berggeist Rübezahl.
Das glaube, wer mag. Ihr wünscht euch Geschichten zu Rübezahl und anderen Sagengestalten? Bleibt dran. Schon im nächsten Beitrag lest ihr mehr dazu. Bewahrt nur die Neugierde.
Denn dann erfahrt ihr, wie Rübezahl den hartherzigen Grafen von der Bolzenburg in eine Mücke verwandelt.

753 v. u. Z. wurde Rom gegründet. Aus einem Stadtstaat und dem 453 v. u. Z. entstandenen Italien bildete sich in Jahrhunderten das Römische Reich. 50 v. u. Z. unterwarfen die Römer die Kelten (auch Gallier genannt), die bereits 600 v. u. Z. im heutigen Frankreich, Belgien, westlichen Deutschland und Norditalien siedelten.
Um 105 v. u. Z. erreichte das Römische Reich seine größte Ausdehnung. Es erstreckte sich vom Atlantik bis zum Euphrat und von Britannien bis zur Wüste Sahara und fasste zahlreiche Völker mit unterschiedlichen Lebensformen. Das wiederum erschwerte das Zusammenleben und führte später zu Streit und inneren Unruhen.
330 v. u. Z Antheas aus Marseille entdeckt deutsche Völker an der Nordsee.
113 (-101) Züge der Kimbern und Teutonen, Siege über die Römer.
39 v. u. Z. Die Ubier, vom Marcus Agrippa, am linken Rheinufer angesiedelt, legen den Grund zum heutigen Köln.
230 (ca.) Die Germanen der Ostseegegenden kommen in stärkere Bewegung. Die Goten in Südrussland. Vordringen der Franken und Alemannen am Rhein, der Goten an der Donau. (König Ostrogotha)
357 Der Cäsar Julian erficht bei Strassburg den letzten großen Römersieg am Rhein.
450 Germanische Einwanderung in England
456 Der Germane Ricimer setzt Kaiser ein und ab. († 472)
Als 476 u. Z. das Weströmische Reich zerbricht und der Germanenführer Odoaker die Herrschaft übernimmt, begründet er eine neue Epoche.
Kaum eine Zeit in der Weltgeschichte entwickelte eine ähnliche Dynamik wie die folgenden Jahrhunderte. Es entstand das große Germanenreich. Unter Karl dem Großen (748-814) erstreckte es sich vom Ebro bis östlich der Elbe, von der Nordsee bis Süditalien. Es war die Keimzelle des heutigen Europa.
Nach der Teilung des Riesenreiches für seine drei Enkelkinder entstand das Römische Reich Deutscher Nation, das fast 1000 Jahre bestand und erst von Napoleon in kleine Gebiete zerstückelt wurde.

https://undinepeter.wordpress.com/2023/02/20/zeitreise-in-das-reich-zwischen-zwei-welten/
Die Schriftstellerin Klara Fall wurde 1965 in Görlitz geboren. Seit ihrem Abschluss als Erzieherin führt sie erfolgreich ein Familienunternehmen und unternimmt bis zum heutigen Tag Reisen an die unterschiedlichsten Orte Europas. Mit ihren Reiseberichten bereicherte sie eine lange Zeit als sogenannte „Ghostwriterin“ die Reisebranche. Inspiriert durch ihre Reiserlebnisse, aber auch durch historische Aufzeichnungen und Dokumente aus dem Familienbesitz, ist es ihr größter Wunsch, längst vergangenes für eine interessierte Leserschaft greifbar zu machen. Dabei entführt sie ihre Leser an unbekannte Orte und liefert fesselnde Geschichten.

Ein persönlicher Streifzug, der Mitstreiter sucht.
In Zeiten, in der das Interesse an deutscher Kunst, Kultur und Geschichte immer mehr ins Abseits rückt, wage ich den Versuch, die Geschichten zur Geschichte aufzugreifen. Zugegeben, ein mutiges Projekt, aber nicht hoffnungslos. Denn ich bin gewiss, weit da draußen, in den stillen Ecken, lechzt der Geist einiger Menschen nach diesen Kapiteln aus längst vergangenen Zeiten.
Mit jedem Kunstwerk, mit jedem Musikstück, und mit jeder Geschichte, die nicht mehr rezipiert und vergessen werden, büßen wir nicht nur eine Sichtweise auf das Leben ein, sondern vor allem wird die Welt ein Stück weit ärmer und kälter.