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Klara Fall: das glaube, wer mag

  • Görlitz, meine wunderschöne Heimat (Teil II): Wer waren die Böhmen und Mähren?

    Februar 23rd, 2023

    Aufnahme / Foto: am Tollenstein

    ©KlaraFall

     „Da diese Lebensfragen jeden Mährer und Schlesier auf das Lebhafteste berühren müssen, sei es auch mir erlaubt, zu ihrer Lösung einige Anhaltspunkte aus der Landesgeschichte und den Landes Fundamentalgesetzen zu liefern, so weit es die Eile und Dringlichkeit der Sache gestattet.“

    (Auszug aus der Zweitausgabe des Oberfinanzrates Christian Richter d’Elvert zu „Einem gemeinschaftlichen Landtage zu Böhmen, Mähren und Schlesien – Brünn, 1868)

    Das geflügelte Wort von den „böhmischen Dörfern“ einmal geprägt, um etwas total Unverständliches unverständlich zu lassen? Die Sudetendeutschen (Böhmen, Mähren, Sudetenschlesien), einst vom Frieden so entwurzelt wie andere vom Krieg, leben inzwischen über die ganze Welt verstreut. Ihr Schicksal ist die Vertreibung geblieben, doch ihr landsmannschaftlicher Zusammenschluss blieb häufig ungebrochen.

    Bevor ich nun die „Feder“ zücke und mich einem weiteren Kapitel zur Görlitzer Geschichte widme, möchte ich noch etwas voranführen. So mancher fragt sich vielleicht: Warum tut sie das? Warum schreibt sie das nur alles nieder?

    Die Antwort dazu fällt leicht: Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass wir uns für unser Land und unsere Geschichte wieder interessieren.

    Wenn wir die Geschichte von Görlitz beleuchten, darf das Kapitel der Böhmen und Mähren nicht übersprungen werden. Für jüngere Generationen bietet sich ein faszinierender Blick in die Vergangenheit, für Landsleute vertraute Erinnerung.

    Doch wer waren nun die Böhmen und Mähren? Und welche Verbindung gibt es zu Görlitz?

    Böhmen erhielt den Namen von dem keltischen Stamm der Bojer, die hier Jahrhunderte v. u. Z. siedelten. Die Kelten zogen um 200 v. u. Z. weiter westwärts, einige blieben zurück, ihnen folgten um 200 v. u. Z. Germanen (Langobarden und Quaden) nach Böhmen und Mähren. Einige darunter verließen die urbar gemachten Gebiete um 600 v. u. Z.

    Kleine slawische Stämme Tschechen und (Morawer) Mähren nahmen einen Teil des gerodeten, kultivierten und bebauten Teils des Landes ein.

    Ab dem 9. Jahrhundert kamen wieder Germanen aus den Stämmen der Franken, Thüringer und Flamen nach Böhmen und Mähren. Sie gründeten Dörfer und Städte – die Namen Böhmen und Mähren blieben erhalten. Die Siedler wurden von den Herrschern gerufen, wie in Schlesien, Pommern, West- und Ostpreußen. Es war überall eine Landgabe und keine Landnahme.

    Prag – ein Edelstein in der Krone der Welt

    973 wird das Bistum Prag gegründet, erster Bischof war Thietmar von Merseburg. Prag, „eine Stadt aus Stein mit großem Marktplatz“, ist das natürliche Zentrum Böhmens.

    Hättet ihr es gewusst?

    • Reiner Maria Rilke ist Prager durch Geburt. Der wohl bedeutendste deutsche Dichter seiner Zeit stammte von Vatersseite aus einem nordböhmischen Bauerngeschlecht, die Mutter kam aus einer Prager Bürgerfamilie.
    • Bertha von Suttner, 1843 in Prag geborene Gräfin Kinsky, erhielt 1905 für ihre Rollen als Pazifistin und Schriftstellerin den ersten Friedensnobelpreis. Zuvor ermunterte sie Alfred Nobel zur Stiftung eines Friedensnobelpreises.
    • Weitere berühmte Prager Deutsche sind Franz Kafka (1883-1924) Schriftsteller („Die Verwandlung“, Das Schloß“, „Amerika“) sowie Franz Werfel (1890-1945), Lyriker, Erzähler und Dramatiker, Egon Erwin Kisch (1885-1948), Journalist und Schriftsteller und Max Brod (1848-1968), österreichisch-israelischer Schriftsteller und Herausgeber von Kafkas Werk, – um an dieser Stelle nur einige zu nennen.

    Frühe Nachrichten zur Burg auf dem Hradschin, Sitz des Fürstengeschlechts der Premysliden, stammen aus dem 10. Jahrhundert.

    Die Premysliden waren ein böhmisches Herrschergeschlecht, die seit 895 als deutsche Herzöge die Geschicke Böhmens und Mährens lenkten. Die böhmischen Könige, die gleichzeitig als Markgrafen in Mähren herrschten, waren auch deutsche Reichsfürsten mit einer bedeutenden Stellung im Römisch-Deutschen-Reich.

    Görlitz gehörte bis 1635 zu Böhmen…

    Böhmen und Mähren stand bereits ab 806 unter fränkischer danach deutscher Herrschaft und kam 905 als Lebenshoheit zum Römischen Reich Deutscher Nation.

    Görlitz gehörte bis 1635, außer kurzen Unterbrechungen, zu Böhmen, danach zu Sachsen und ab 1815 zu Schlesien und somit bis 1806 immer zum Römischen Reich Deutscher Nation.

    Unterbrechungen waren:

    • Im 12. Jahrhundert kam Görlitz wieder zu Meißen und im 13. Jahrhundert zu den brandenburgischen Askanieren (ein fränkisch-schwäbisches Geschlecht).
    • 1377-1396 hatte Görlitz eine eigene Herrschaft, als Kaiser Karl der IV. (aus dem Hause Luxemburg) seinem Sohn Johann das Herzogtum Görlitz einrichtete.
    • Der Ungarn und Böhmenkönig Matthias Corvinus herrschte von 1479-1486 über Schlesien und Böhmen und somit auch über Görlitz.

    Zur Geschichte des Hause Luxemburgs, das durch Böhmen auch mit Görlitz verbunden war:

    • Graf Siegfried aus dem germanischen Stamm der Karolinger erwarb 963, die zum Deutschen Reich gehörende Grafschaft Lützelburg (Lucilinburhuc). Er ist der Begründer des Hauses Luxemburg (1354 Herzogtum), welches im 14. und 15. Jahrhundert vier Kaiser des Deutschen Reiches und vier Könige von Böhmen stellte.
    • Luxemburg gehörte bis 1795 zum Römischen Reich Deutscher Nation, wurden von Franzosen (Napoelon) geraubt, und kam bis zu Napoleons Sturz 1815 zu Frankreich.
    • Als selbständiges Herzogtum war Luxemburg bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes.

    Das waren die Könige und Kaiser aus dem Hause Luxemburg:

    • Heinrich VII., römisch-deutscher und böhmischer König 1308, Kaiser des Römischen Reiches Deutscher Nation 1312
    • Johan der Blinde (Sohn Heinrich VII) 1313-1340 römisch-deutscher König von Böhmen und Markgraf von Mähren. (1339 im Kampf erblindet).
    • Karl der IV. (Sohn von Johann dem Blinden) 1340 römisch-deutscher König von Böhmen, 1355 Kaiser des Römischen Reiches Deutscher Nation.
    • Kaiser Karl IV. ist der bekannteste Herrscher aus dem Hause Luxemburg und der größte römisch-deutsche Kaiser des Spätmittelalters. Er war intelligent, sprach fünf Sprachen, war ein hervorragender Diplomat und ein Förderer der Wissenschaft und Künste. Unter ihm wurde durch eine rege Bautätigkeit Prag zur Goldenen Stadt. Es entstanden unter anderem die Karlsbrücke über die Moldau, die Burg Karlstein. Er gründete die erste Mitteleuropäische Universitär in Prag (Wien und Heidelberg) folgten. Die Stadt wurde für ihn zu einem der wichtigsten geistigen und kulturellen Zentren Europas und zur Haupt- und Residenzstadt des Römischen Reiches Deutscher Nation ausgebaut.
    • Dem nicht genug: Karl IV. schuf die Goldene Bulle 1356: Sie wurde zum Grundgesetz des Reiches bis zum Untergang 1806. Auf dem Berg Oybin ließ er Burg, Cölestiner Kloster und Kaiserhaus bauen. Es sollte sein Alterssitz werden. Aber noch vor Fertigstellung starb er 1378. In seine Regierungszeit fällt auch die vollständige Eingliederung Schlesiens in das Römische Reich Deutscher Nation.

    ©KlaraFall

    Tipp für interessierte Leser: Auf meiner Seite: „Klara Fall: Das glaube, wer mag“, findet ihr in regelmäßigen Abständen interessante und kurzweilige Geschichten zur Geschichte. Schaut doch immer wieder mal rein!

    Görlitz-Reihe

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  • Görlitz, meine wunderschöne Heimat

    Februar 20th, 2023

    Hier erfahrt ihr die Geschichte von Görlitz – von Beginn an

    ©KlaraFall

    Liebt ihr Reisen in die Vergangenheit? Dann könnte ein Städtetrip nach Görlitz vielleicht genau das Richtige für euch sein. Spätgotik, Renaissance, Barock – in der östlichsten Stadt Deutschlands – in meiner wundervollen Heimatstadt, werdet ihr als Gäste mit einem faszinierenden Nebeneinander der verschiedensten Stilepochen konfrontiert.

    Das Stadtbild darf man durchaus als Spiegel des historischen Prozesses und als Gesamtkunstwerk betrachten.

    Stadtschreiber: Lest die Geschichte zur Geschichte – Teil I

    In Görlitz und Umgebung gibt es Spuren menschlicher Besiedlung schon aus der mittleren Steinzeit (etwa 8000-300 v. u. Z.). Aus der Jungsteinzeit stammen schnurkeramische Gefäße, die in der Görlitzer Gegend nachweisbar sind. Natürliche Vorkommen von Kupfer und Zinn fehlten, weshalb die aufgefundenen Bronzegegenstände nur durch Handel hierher gelangt sein können.

    Etwa ab 300 v. u. Z. bis 600 u. Z. lebten germanische Burgunder in dem Gebiet von und um Görlitz. Aufgefundene Bestattungsplätze, Gefäße der burgundischen Keramik und eiserne Äxte, Pfeil- und Lanzenspitzen beweisen die jahrhundertelange Ansässigkeit der Burgunder.

    Im Hainwald, der heutigen ältesten Straße von Görlitz, befand sich wahrscheinlich eine Kultstätte der Germanen. (Tacitus, der römische Geschichtsschreiber, lebte bei den verschiedenen Stämmen der Germanen und schrieb in seiner „Germania“: Die Germanen stellen ihre Götter nicht menschenähnlich dar, sie weihen ihnen Lichtungen und Haine.“ – die Germanen hatten zentrale heilige Stätten).

    Um 600 u. Z. zogen die germanischen Burgunder weiter. Nur einige blieben zurück. Ihnen folgten wenige slawische Milzener.

    Görlitz wird erstmals urkundlich erwähnt

    976 wurde unter Kaiser Otto I. (Kaiser des Römischen Reiches Deutscher Nation) das Bistum Meißen gegründet und auf einer Anhöhe eine Burg zum Schutz gebaut (eine Stein-, Erdwall- Holzkonstruktion) und ab 1046 mit Markgrafen besetzt.

    Der spätere Name Görlitz findet sich zum ersten Mal in einer in Goslar ausgestellten Urkunde Kaiser Heinrich des IV. 1071, in der von einem Bauernweiler in der Gegend der heutigen Nikolaivorstadt die Rede ist. Der Kaiser schenkte in jenem Jahr (1071) dem Bistum Meißen acht Königshufen bei Görlitz. Eine Königshufe war etwa 50 Hektar oder 200 Morgen.

    Die Meißener Markgrafen holten deutsche Kolonisten aus Franken, Flandern, Thüringen und der Mark Meißen. Die Siedler rodeten Wälder und machten das Land um Görlitz urbar. Es kamen auch Adlige, die Bauern angeworben mitbrachten. In der Umgebung bildeten sich die typischen Waldhufendörfer. Es entstand eine Handwerkersiedlung. Die Straßennamen lassen heute noch erkennen, welche Handwerker in den kleinen Gassen arbeiteten und wohnten.

    Schnell stieg die Einwohnerschaft von Görlitz durch Zuzug und Nachkommenschaft an. Mit dem weiteren Zuzug von Handwerkern, Tuchmachern und Kaufleuten, entwickelte sich Görlitz zu einer wirtschaftlich starken Stadt.

    Zwei Handelsstraßen von großer Bedeutung

    Zwei Handelsstraßen, die durch die Stadt führten und sich hier kreuzten, trugen zum wirtschaftlichen Aufschwung bei. Es war die Salz-, und Bernsteinstraße, die von Skandinavien bis zum Balkan reichte und der mittelalterliche Verkehrsweg, die Via Regia (Königsstraße, auf manchen Abschnitten auch Hohe Straße oder Reichsstraße genannt), der von Spanien kommend, durch Frankreich, Deutschland bis nach Kiew führte.

    Die Via Regia hatte große Bedeutung für den Handel und Warenaustausch in Görlitz. Die Straßenführung der via Regia verlief über die Bautzener Straße – Reichenbacher Tor – Obermarkt – Untermarkt und weiter über die Neißebrücke (erster Brückenbau 1376).

    Jährlich fuhren etwa 3000 Wagen auf dieser Fernstraße zwischen Leipzig und Breslau. Wiederholt wurde die Straße auch von Armeen genutzt. In ihrem Einzugsgebiet fanden große Schlachten statt. (Lützen, Hochkirch, Jena, Auerstedt, Bautzen. Leipzig).

    Das Geheimnis um den Felsen an der Neiße

    Das Meißner Bistum gründete um 1100 die Nikolaikirche (der jetzige Bau stammt aus dem 15. Jahrhundert) als Mittelpunkt der Stadt. Auf einem Felsen an der Neiße wurde zum Schutz der Stadt eine Burg errichtet. Ende des 12. Jahrhunderts musste sie einer Basilika und dem Vogtshof weichen. Dieser wurde Sitz des Stadtvoigts, der im Auftrage des Königs das Gemeinwesen verwaltete und das Amt des Richters ausübte.

    Dem Stadtvoigt unterstanden Dienstmannen. Sie gehörten zum Kleinadel und bewohnten Freihöfe, kleine wehrhafte Gebäude mit nebenstehendem Turm. Das Waidhaus, das älteste profane Steingebäude der Stadt, war ein Freihof. Ein weiterer steht an der Ecke Neißstr. (Neidecke )- Hainwald. Auch am Neißeübergang befand sich ein solches Gehöft, das alte Rathaus war einst auch ein Freihof.

    Am westlichen Ausgang der Brüderstraße (neben der heutigen Gaststätte Schwibbogen) lag ein Tor. Es grenzte an den Freihof der Herren von Wirsing. Dessen Freihof wurde von den Franziskanern übernommen, die sich 1234 hier niederließen und vor dem ältesten westlichen Stadtzugang Kloster und Kirche gründeten. (Seit 1713Dreifaltigkeitskriche oder auch „Mönch“ genannt.

    1565 wurde das Kloster abgerissen und auf dem Grundstück ein Gymnasium errichtet. Der Neubau (1856) wird heute noch als Gymnasium genutzt.

    1084 übergab der Kaiser Heinrich IV. das von Deutschen gegründete Görlitz und die Oberlausitz, die bis zum Queis reichte und zu der auch Seidenberg gehörte, (Gebiete östlich der Neiße und seit 1945 in polnischer Hand) als Reichslehen an den böhmischen König.

    ©KlaraFall

    Wer waren die Böhmen und Mähren? In welcher Verbindung steht Görlitz zu diesen Regionen? Das erfahrt ihr in Teil II unserer Görlitz-Reihe.

    https://undinepeter.wordpress.com/2023/02/23/gorlitz-meine-wunderschone-heimat-teil-ii-wer-waren-die-bohmen-und-mahren/

    https://undinepeter.wordpress.com/2023/02/24/gorlitz-meine-wunderschone-heimat-teil-iii-ein-mittelalterlicher-streifzug/

    Görlitz-Reihe

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  • Wie Rübezahl den hartherzigen Grafen von der Bolzenburg in eine Mücke verwandelt

    Februar 20th, 2023

    https://undinepeter.wordpress.com/2023/02/24/im-banne-des-berggeistes/

    Rübezahl und andere Sagenhelden sind schon auf dem Weg.

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  • Zeitreise in das Reich zwischen zwei Welten

    Februar 20th, 2023

    Unsere Geschichte ist ein mächtiges Konstrukt, verflochten mit vielen Gegebenheiten. Auch mit diesem Teil der Geschichte, sind wir eng verbunden. Es ist Europas östlichstes Erbe.

    Byzanz (565- 1453)  – der Staat zwischen zwei Welten

    Die Geschichte des Reiches ist mit so hartnäckiger Ungerechtigkeit behandelt worden, als die des fortgesetzten Imperiums. Man hat sich vielfach gewöhnt, den byzantinischen Staat, als absterbenden, halb abgestorbenen oder verwesenden Körper zu behandeln. Und doch dachte man durch Jahrhunderte anders. Byzanz war und blieb der Kaiserstaat unter Königreichen. Rings lauerten Feinde an seinen Grenzen: Germanen, Bulgaren, Awaren, Slawen und Türken. Erst die persische, dann die die muslimische Großmacht. Und in einer solch furchtbaren Völkerbrandung behauptete sich Byzanz ein Jahrtausend lang voller Leistungs- und Lebenskraft.

    Das Merkmal des Kaiserstaates bildete die Macht der Kultur unter minder entwickelten Völkern.

    Wie das Reich zu seinem Namen kam

    Den Namen erhielt das Reich von der Stadt Byzantion. Das war die Bezeichnung von Konstantinopel, vor der Neugründung durch Kaiser Konstantin. Der Name sollte deutlich machen, dass nach der Teilung des Römischen Reiches die Entwicklung in beiden Teilen unterschiedlich verlief. Es entwickelten sich die Lebensformen der Reiche deutlich auseinander.

    Als die griechische Sprache Grundlage des Gemeindelebens wurde

    In der Zivilverwaltung und im Militär wurde das ohnehin vielen unverständliche Latein abgeschafft. Und in der Kirche wurde die Griechische Sprache Grundlage des Gemeindelebens.

    1054 trennte sich die griechisch-orthodoxe Kirche endgültige von der römisch-katholischen.

    • Das oströmische Kaiserreich bestand bis 1453. Die Eroberung Konstantinopels durch die Türken bedeutete das Ende des byzantinischen Reiches. Fortan hieß die Stadt Istanbul.
    • Als das byzantinische Konstantinopel unter dem Ansturm der Truppen Sultan Mehmet Fathis (des Eroberers) in Trümmern fiel, fand Konstantin XI. Drageses, der letzte Kaiser, den Tod.
    • Das byzantinische Reich hinterließ ein reiches Erbe, prachtvolle Bauwerke, leuchtende Mosaiken, schöne Fresken. Allein die Überreste des Kaiserpalastes, darunter byzantinische Fußbodenmosaike, Festungswälle und unterirdische Zisternen, vermitteln heute noch einen vorzüglichen Eindruck von der einstigen Bedeutung der Anlage.
    • Die Ausstrahlungskraft einer großen Kultur ist bis heute nicht verloren gegangen, obwohl von den Eroberern vieles vernichtet wurde.
    • 475 ließ Kaiser Justinian und seine Frau Theodora die „Hagia Sophia“ (Kirche der Heiligen Weisheit) erbauen. 1453 wurde sie Moschee, seit 1934 Museum.

    Kaiserin Theodora und ihr Gefolge, Mosaik in der Kirche San Vitale zu Ravenna ,Photographische  Aufnahme von Ulinari, Florenz

    https://undinepeter.wordpress.com/2023/02/20/das-glaube-wer-mag/

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  • Das glaube, wer mag. Im Reich der Dichter und Denker

    Februar 20th, 2023
    Photo by Arndt-Peter Bergfeld on Pexels.com

    Hier offeriert sich schon bald ein Sammelsurium an Auszügen aus deutscher Literatur.

    Aus der höfischen Dichtung des Mittelalters
    Mondnacht
    Buch der Leidenschaft (Auszug)

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  • Klara Fall’s Vision und ein herzliches Willkommen auf dem: „Das glaube, wer mag“- Portal.

    Februar 20th, 2023

    Es scheint, es sei traurige Gewissheit: Kaum jemand, nimmt sich noch die Zeit, an den Orten zu verweilen, die unseren Ursprung und einen großen Teil unserer Geschichte widerspiegeln.

    Kein Wunder also, dass mich ein Traum immer wieder einholt: In diesem Traum sehe ich einen runden Holztisch. Darauf stehen mehrere Kerzen, die einen kleinen Raum hell erleuchten. Auf einem etwas wackligen und knarrendem Stuhl, sitzt ein Mann mit einer dicken Hornbrille und liest aus einem alten, in Leder gebundenes Buch, neugierigen Menschen Geschichten vor. Es ist mucksmäuschenstill. Hin und wieder hüstelt jemand ganz leise, seufzt oder lächelt zustimmend.

    In Zeiten, in denen wertvolle Informationen zur deutschen Geschichte und Kultur immer weiter ins Abseits rücken, stelle ich mir oft einen solchen Ort vor. Einen Ort, an dem unzählige Menschen der Geschichte hinter der Geschichte nachlauschen.

    Ein Traum, eine fixe Idee, ein törichter Gedanke?

    Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Denn die Ereignisse der letzten Jahre lassen aufhorchen. Viele Menschen dürsten nach mehr Wissen aus der Vergangenheit. Sie möchten mehr über die Zusammenhänge der Gegenwart zu längst vergangenen Ereignissen erfahren. Neugierige Leser wünschen sich diesen „Aha-Effekt“. Dazu liefert die deutsche Geschichte einen Spannungsbogen wie kaum ein anderes Land auf der Welt.

    Zugegeben, es ist ein mutiges Unterfangen. Doch würde ich gerne diesen Versuch unternehmen, viele Menschen an einen solchen Ort zu bewegen. Sodass sie sich dort voller Neugier versammeln, um einen angeregten und lebendigen Austausch zu führen. Auch wenn wir die schnelllebige Zeit und die damit verbundene Digitalisierung oft verdammen, hat sie doch etwas Gutes: Mit Hilfe virtueller Werkzeuge, lässt sich ein derart breites Netz flechten, dass es ermöglicht, sich auf möglichst vielen Kanälen mit der deutschen Geschichte und Kultur zu beschäftigen.

    Wer kennt sie nicht, diese Geschichtslehrer mit der monotonen Stimme, denen es nie gelang, Geschichte lebhaft darzustellen?

    Geschichte darf nicht langweilen. Sie ist eng verbunden mit Überlieferungen, Fabeln und Sagen. Nur bedarf es eben der Kunst, den schmalen Grat zwischen leichter Lektüre und tieferem Sinn zu überwinden, um ein spannendes, unterhaltsames und kurzweiliges Potpourri ins Leben zu rufen.

    „Das glaube, wer mag“- Portal könnte an dieser Stelle ein Zeichen setzen – mit dem Attribut eines fabelhaften Sammelsuriums zu Geschichte, Kunst und Kultur.

    Und darüber hinaus, versorge ich als langjährige und erfahrene Reisejournalistin all meine neugierigen Leser mit wertvollen Tipps zu Unternehmungen, die das kulturelle Gut sanft untermalen.

    Photo by Ricardo Esquivel on Pexels.com
    Mein erstes Buch: Die Lebensgeschichte einer 101-jährigen Frau
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  • Das glaube, wer mag! Mit solchen Geschichten bin ich aufgewachsen.

    Februar 20th, 2023

    Kurzgeschichten – aus dem Reich der Sagen und Fabeln

    Ganz kurz möchte ich etwas von Sagengestalten und dem Berggeist Rübezahl erzählen.

    In Urzeiten versuchten die Menschen die Gegebenheiten in der Natur, der Gemeinschaft und der eigenen Person verständlich zu machen. Nicht erkennbare Zustände wurden zu Wesen und anderen bildlichen Vorstellungen. Auch Eigenschaften nahmen Gestalt an.

    Wir finden solche Wesen in der Antike, der germanischen Mythologie und weit verbreitet in Sagen.

    Alle Sagen vermitteln uns kleine Einblick in die Entwicklungsgeschichte der Menschen, den Kulturstand oder einzelnen Volksgruppen. Sie berichten uns von ihren Fantasiegestalten, Fabelwesen und besonderen Ereignissen.

    Die Sagen wurden meist mündlich überliefert und erst sehr spät schriftlich aufgezeichnet. Eine Hauptquelle aller Sagen ist die Natur mit ihren tiefen und immer wiederholten Eindrücken auf das Gemüt der Menschen der damaligen Zeit.

    Da waren vor allen Dingen neben Blitz und Donner, Bergen und Seen, der Wald mit seinem geheimnisvollen Dunkel, mit seinen Stimmen und Stürmen, seinen Gestalten und Schätzen, der die Fantasie anregte.

    Urwüchsig bedeckte er alle Täler und Höhen. Erst seit Mitte des 18. Jahrhunderts hat moderne Forstwirtschaft mit Schneisen und Wegen den Wald durchzogen und den Zauber von ihm genommen. Im Zeitalter der Technik ist der Glaube an die Fantasiegestalten mehr und mehr verschwunden.

    Aber die Haus-, Wald-, Wasser-, Erd-, Feld-, und Berggeister erzählen uns heute ihre Geschichten in Büchern. Auch manche Gedichte berichten von ihnen. So zum Beispiel in Goethes Ballade „Der Erlkönig“. Hier ist es ein Walddämon.

    Indes zeichnet das Gedicht „Der Knabe im Moor“ von Anette von Droste-Hülshoff das Entsetzen und Grauen im Moor auf.

    In allen Teilen Deutschlands gab es viele Sagengestalten. Sie sind jedoch immer mit einem bestimmten Ort verknüpft.

    Uralt ist die Vorstellung, dass im Riesengebirge Zwerge und Riesen wohnten und beherrscht wurde das Gebiet vom Berggeist Rübezahl.

    Das glaube, wer mag. Ihr wünscht euch Geschichten zu Rübezahl und anderen Sagengestalten? Bleibt dran. Schon im nächsten Beitrag lest ihr mehr dazu. Bewahrt nur die Neugierde.

    Denn dann erfahrt ihr, wie Rübezahl den hartherzigen Grafen von der Bolzenburg in eine Mücke verwandelt.

    Photo by Adnan Uddin on Pexels.com

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  • Das glaube, wer mag! AB INITIO.

    Februar 20th, 2023

    753 v. u. Z. wurde Rom gegründet. Aus einem Stadtstaat und dem 453 v. u. Z. entstandenen Italien bildete sich in Jahrhunderten das Römische Reich. 50 v. u. Z. unterwarfen die Römer die Kelten (auch Gallier genannt), die bereits 600 v. u. Z. im heutigen Frankreich, Belgien, westlichen Deutschland und Norditalien siedelten.

    Um 105 v. u. Z. erreichte das Römische Reich seine größte Ausdehnung. Es erstreckte sich vom Atlantik bis zum Euphrat und von Britannien bis zur Wüste Sahara und fasste zahlreiche Völker mit unterschiedlichen Lebensformen. Das wiederum erschwerte das Zusammenleben und führte später zu Streit und inneren Unruhen.

    330 v. u. Z Antheas aus Marseille entdeckt deutsche Völker an der Nordsee.

    113 (-101)   Züge der Kimbern und Teutonen, Siege über die Römer.

    39 v. u. Z. Die Ubier, vom Marcus Agrippa, am linken Rheinufer angesiedelt, legen den Grund zum heutigen Köln.

    230 (ca.) Die Germanen der Ostseegegenden kommen in stärkere Bewegung. Die Goten in Südrussland. Vordringen der Franken und Alemannen am Rhein, der Goten an der Donau. (König Ostrogotha)

    357 Der Cäsar Julian erficht bei Strassburg den letzten großen Römersieg am Rhein.   

    450 Germanische Einwanderung in England

    456 Der Germane Ricimer setzt Kaiser ein und ab. († 472)

    Als 476 u. Z. das Weströmische Reich zerbricht und der Germanenführer Odoaker die Herrschaft übernimmt, begründet er eine neue Epoche.

    Kaum eine Zeit in der Weltgeschichte entwickelte eine ähnliche Dynamik wie die folgenden Jahrhunderte. Es entstand das große Germanenreich. Unter Karl dem Großen (748-814) erstreckte es sich vom Ebro bis östlich der Elbe, von der Nordsee bis Süditalien. Es war die Keimzelle des heutigen Europa.

    Nach der Teilung des Riesenreiches für seine drei Enkelkinder entstand das Römische Reich Deutscher Nation, das fast 1000 Jahre bestand und erst von Napoleon in kleine Gebiete zerstückelt wurde.

    Photo by Pixabay on Pexels.com

    https://undinepeter.wordpress.com/2023/02/20/zeitreise-in-das-reich-zwischen-zwei-welten/

    https://undinepeter.wordpress.com/2023/03/06/die-alten-germanen-die-kindliche-stufe-im-lebensgang-unseres-volkes/

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    Februar 19th, 2023

    Die Schriftstellerin Klara Fall wurde 1965 in Görlitz geboren. Seit ihrem Abschluss als Erzieherin führt sie erfolgreich ein Familienunternehmen und unternimmt bis zum heutigen Tag Reisen an die unterschiedlichsten Orte Europas. Mit ihren Reiseberichten bereicherte sie eine lange Zeit als sogenannte „Ghostwriterin“ die Reisebranche. Inspiriert durch ihre Reiserlebnisse, aber auch durch historische Aufzeichnungen und Dokumente aus dem Familienbesitz, ist es ihr größter Wunsch, längst vergangenes für eine interessierte Leserschaft greifbar zu machen. Dabei entführt sie ihre Leser an unbekannte Orte und liefert fesselnde Geschichten.

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  • Die etwas andere Fundgrube zu deutscher Kultur und Geschichte…

    Februar 17th, 2023

    Ein persönlicher Streifzug, der Mitstreiter sucht.

    In Zeiten, in der das Interesse an deutscher Kunst, Kultur und Geschichte immer mehr ins Abseits rückt, wage ich den Versuch, die Geschichten zur Geschichte aufzugreifen. Zugegeben, ein mutiges Projekt, aber nicht hoffnungslos. Denn ich bin gewiss, weit da draußen, in den stillen Ecken, lechzt der Geist einiger Menschen nach diesen Kapiteln aus längst vergangenen Zeiten.

    Mit jedem Kunstwerk, mit jedem Musikstück, und mit jeder Geschichte, die nicht mehr rezipiert und vergessen werden, büßen wir nicht nur eine Sichtweise auf das Leben ein, sondern vor allem wird die Welt ein Stück weit ärmer und kälter.

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