Wer hat’s gewusst? Oder wendet es sogar schon länger an?
Dank der in ihr enthaltenen Salicylate kann Weidenrinde schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend wirken. Deshalb findet sie seit langer Zeit medizinische Anwendung beispielsweise in Form von Teeaufgüssen bei Erkältungssymptomen, insbesondere mit Gliederschmerzen und dumpfen Kopfschmerzen.
Schon in der Antike wurden die Blätter und die Rinde zur Behandlung von Schmerzen genutzt. Das erste medizinische Zitat stammt aus dem Jahr 1762. Damals wurde ein Tee aus 24 g Weidenrinde zur Fiebersenkung eingesetzt.
Ich habe heute fleißig geschält, und nun lasse ich die Rinde für ca. 48 Stunden trocknen. Dazu lege ich sie (wie auf dem Bild zu sehen) einfach auf eine Papierserviette ins Körbchen oder auch auf ein Leinentuch.
Man sollte die Rinde nicht in der direkten Sonne trocknen oder gar auf dem Ofen oder dem Heizungskörper. Das Trocknen an der Luft, locker ausgelegt auf einem Tuch, ist das schonendste Verfahren, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu bewahren.
Wenn die Rinde vollständig getrocknet ist, kommt sie ins Glas und wird dunkel gelagert.
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Zubereitung und Dosierung
Die mittlere Tagesdosis für Erwachsene beträgt sechs bis zwölf Gramm Weidenrinde.
Für den Tee ein bis zwei Teelöffel Rinde mit einer Tasse Wasser übergießen. Zehn Minuten ziehen lassen und bis zu drei Tassen pro Tag nehmen.
Zubereitung für eine Tasse Tee: 1 TL Weidenrinde mit etwa 300 ml Wasser aufkochen und abgedeckt 5 Minuten ziehen lassen. Anschließend die Rinde abseihen. Täglich zwei bis drei Tassen trinken. Die Tagesdosis sollte 6–12 g Rinde betragen, um die gewünschte schmerzstillende Wirkung zu erzielen.
Nachteil des natürlichen Weidenrindenextrakts: Die schmerzlindernde Wirkung der Weidenrinde tritt erst nach 2–3 Stunden ein. Der Vorteil: Die Wirkung kann bis zu 12 Stunden andauern und löst keine Reizungen oder Blutungen der Magenschleimhaut aus.
Auch äußerlich angewendet, beweist die Weidenrinde gute Eigenschaften. Dank ihrer Tendenz, Haut aufzuweichen, empfiehlt sie sich z.B. im Einsatz gegen Hühneraugen oder Schwielen; etwa als Beigabe im Fußbad.
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Und hier noch ein bisschen was Informatives:
Hildegard von Bingen (1098–1179) setzte Weidenrinde im Mittelalter gegen Gelenkschmerzen und Rheuma ein.
In der Pflanzenheilkunde der Weltmedizin hatte es in vielen Kulturen schon immer einen festen Platz. Historisch standen die schmerzstillenden Eigenschaften eher im Hintergrund. Weidenrinde als entzündungshemmendes und zusammenziehendes (adstringierendes) Mittel kannten aber bereits ägyptische Ärzte. Unser medizinischer Urvater Hippokrates verordnete sie bereits 400 vor unserer Zeit
ASS oder Acetylsalicylsäure kennt jeder, die Weidenrinde kennen dagegen nur Eingeweihte. Dabei ist der Wirkstoff eigentlich nichts anderes als eine chemische Kopie der Natur. Salicin aus der Weidenrinde wurde als Reinextrakt zu Acetylsalicylsäure (ASS) synthetisiert.
Weidenrinde wirkt wie Aspirin, hat jedoch im Gegensatz zu Aspirin keine blutverdünnende Wirkung und hemmt die Bildung der Magenschleimhaut nicht.
Auszug aus Net-Doktor: „Es ist ein natürliches Schmerzmittel: Weidenrinde enthält einen Wirkstoff, der dem Schmerz- und Fiebermittel Acetylsalicylsäure (ASS) ähnelt. Tatsächlich werden Extrakte der Weidenrinde auch schon seit Jahrhunderten gegen Schmerzen und Fieber eingesetzt. „
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Die Wirkungsweise auf einen Blick:
• entzündungshemmend
• schmerzlindernd
• fiebersenkend
• Abschwellend
• besser verträglich als Aspirin
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Und zum Abschluss noch ein Tipp:
Wer mag, kann auch eine Weidenrinde-Tinktur herstellen. Dazu die Rinde mit einem scharfen Messer entfernen, kleinschneiden und in ein Glas füllen. Mit 70 %igem Alkohol aufgießen, Glas verschließen und an einem hellen, aber nicht zu sonnigen Platz 2-3 Wochen ziehen lassen. Dann abseihen und Flüssigkeit in Flasche(n) füllen.
Das Salicin aus der Weidenrinde wird über die Nieren aufgenommen, Salicylsäure über den Magen. Entsprechend wirkt eine Schmerztablette sehr schnell, während die Weidenrinden-Tinktur erst ein paar Stunden nach der Einnahme ihren Weg in die Blutbahn findet und ihre Wirkung entfaltet. 2-3x täglich 10-15 Tropfen der Tinktur.
Gut zu wissen:
Es sollten vornehmlich die noch jungen Triebe verwendet werden. Am besten sammelt man in der Zeit vor dem Weißdorn (März/April), also im Frühjahr. Dieses Jahr war ich recht spät dran, aber die Rinde war noch schön weich und grün, und dank einer lieben Freundin kamen die Weidenstöcke frisch aus dem Garten. Die Silber- als auch die Purpurweide sind wohl die hauptsächlichen Träger des Salicyl.
Man kann auch einfach nur auf der Rinde herumkauen.
Als ich mir in jungen Jahren das Buch das „Foucaultsche Pendel“ von Umberto Eco auf eine Empfehlung hin aus dem Freundeskreis zulegte, konnte ich zunächst nicht viel damit anfangen. Das war noch die Zeit, als es galt: „Das muss man gelesen haben“. (Was eigentlich auch Quatsch ist.)
Wenn es leicht war, den „Namen der Rose“ als einen Roman zu definieren, dessen Handlung in sieben Tagen an einem begrenzten Ort und zu einer bestimmten Zeit spielte, so kommt man in Verlegenheit, sollte man die Einheit von Ort, Zeit und Handlung in diesem Roman bestimmen.
Worum geht’s: Drei Mailänder Verlagslektoren beschließen, nachdem sie zu viel Umgang mit Autoren auf eigene Kosten hatten, die sich an okkulten Wissenschaften, Geheimbünden und kosmischen Komplotten delektieren, aus reiner Spiel- und Spottlust (ohne jedes Verantwortungsgefühl) einen großen Welt verschwörungsplan zu entwerfen. Doch jemand nimmt sie ernst.
Fakt ist: hier muss man hinter den Zeilen lesen, denn Umberto schreibt „Eindeutig zweideutig“
Mutter sagte immer nur, „er schreibt schon so, wie es ist, man muss es nur verstehen lernen… Dazu fehlte mir aber damals einfach die Zeit, und ich legte es zur Seite. Und da blieb es liegen, bis zu meinem 55. Lebensjahr. Seit etwa drei Jahren, ist dieses Buch nun zu einem wertvollen Begleiter in meinem „Schreibe-Alltag“ geworden, und von Tag zu Tag wird die „Geschichte“ darin für mich durchsichtiger.
Nun zu seiner Bibliothek, worum es auch in dem kurzen Film (Video) in diesem Beitrag geht. Wenn man um das Wissen eines Umberto Eco weiß, war meiner Ansicht nach, der Übertrag an das Ministerium für Kulturgüter ein großer Fehler. Was auch immer die Familie tatsächlich dazu bewogen haben mag; Umberto Eco wollte nichts mehr, als dass seine Bibliothek im Familienbesitz verbleibt. Schade, daraus ist nichts geworden.
Seine umfangreiche Privatbibliothek wurde nach mehrjährigen Verhandlungen mit den Erben Anfang 2021 vom Ministerium für Kulturgüter und kulturelle Aktivitäten erworben. Für die über 30.000 Titel neuzeitlicher Werke soll in Bologna eine eigene nach Umberto Eco benannte Bibliothek als Teil der Universitätsbibliothek entstehen, in der auch sein Arbeitszimmer rekonstruiert werden soll.
Die vor dem 20. Jahrhundert entstandenen Werke, etwa 1200 Titel, 36 Inkunabeln sowie 380 Bände, die zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert entstanden sind, werden der Biblioteca Nazionale Braidensee in Mailand zugeführt.
17.5. 2024 – wir sind unterwegs! Mal schauen, ob wir ein schönes Plätzchen zum Übernachten finden. Ich habe da ja so eine Idee…
Platz gefunden, mückenträchtig und mitten im Wald, direkt an einem See – nur stellenweise am Netz. Für gut befunden – wir bleiben. Gleich nachdem wir angekommen sind, laufen wir zum See hinüber und erkunden kurz die Gegend. Später sitzen wir, wild fuchtelnd, beim Tee. Wir dürfen festhalten: Die Mücken sind uns nicht wohlgesonnen.
Wie haben wir hierher gefunden? Im letzten Jahr waren wir schon einmal in dieser Region, haben aber längst nicht alles entdeckt. Und so verschlug es uns wiederholt an diesen Platz im Oldenburgischen Münsterland.
Die erste Nacht verbringen wir auf dem weit abgelegenen Wanderparkplatz „Am Karpfen“. Gleich am frühen Morgen darauf, besuchen wir die Fischteiche von Alhorn. Geht man auf einem der drei gut markierten Rundwanderwege durch die naturnahe Weiherlandschaft, kann man sich kaum vorstellen, dass die Teiche 1906 durch Aufstauung des Flüsschens Lethe angelegt wurden. Dadurch füllten sich die vom Wind ausgeblasenen Mulden im Heidesand mit Wasser. Mit Dämmen hat man die rund 60 Teiche voneinander abgegrenzt. Noch heute werden hier Forellen und andere Besatzfische für Angelgewässer gezüchtet.
Auch treffen wir hier auf die Verwandschaften unseres Entenpärchens von daheim. Vor allem Entenarten haben dieses Naturparadies aus zweiter Hand erobert.
Die Teiche und ihre Uferzonen sind mittlerweile zu wertvollen Biotopen geworden, die über 200 Vogelarten anziehen. Ein wunderschöner Rundweg, wenn nur diese Mücken nicht wären.
Hinter dem Ort Alhorn verweist ein Schild rechts auf die Visbeker Braut hin, ein 82 Meter langes jungsteinzeitliches Großsteingrab. Westlich davon befindet sich auch der Visbeker Bräutigam, das größte Hünengrab um Wildeshausen, das wir noch besuchen möchten. Es liegt inmitten eines lichten, sonnendurchfluteten Laubwaldes. Hier trifft man unvermutet auf ein beeindruckendes Zeugnis der jungsteinzeitlichen Megalithkultur: das 4500 Jahre alte Großsteingrab Visbeker Bräutigam.
Die Überreste eines weiteren Megalithrabes in unmittelbarer Nähe werden als Brautwagen bezeichnet. Eine alte Sage erklärt die Namensgebung: „Als sich eins ein Brautzug auf die Hochzeitsgesellschaft des Bräutigams zubewegte und die Hochzeitglocken schon erklangen, rief die gegen ihren Willen zur Heirat gezwungene Braut verzweifelt aus: „Haltet ein! Haltet ein! Lieber werde ich zu Stein, als dass ich werde sein!“ So wurden sie und beider Gefolge versteinert.
Wir fahren weiter, und „landen“ auf einem „Urwald Baumweg“. In frühen Jahrhunderten wurden hier die Schafe und Schweine zum Weiden in die lichten Wälder der Geest getrieben. Durch den Verbiss entwickelten die Hainbuchen und Eichen in diesen sogenannten Hutewäldern bizarre Formen. Dieser Urwald hier, ist ein solcher Hutewald mit größtenteils 200-300 Jahre alten Bäumen.
Nachdem wir diesen wunderschönen Ort verlassen haben, gelangen wir an einen schönen Platz zum Übernachten, direkt am Pestruper Gräberfeld.
Vom Perstruper Gräberfeld, hin zu einem eindrucksvollen Großsteingrab und weiter auf mystischen Pfaden am Pestruper Moor – ein fabelhafter Ausflug
Eindrucksvoll und bemerkenswert: Wir befinden uns hier in einer stillen Landschaft mit zahlreichen Großsteingräbern, die dadurch den Beinamen “ klassische Quadratmeile der Vorgeschichte “ trägt.
Hünengräber auf Schritt und Tritt. Das wohl beeindruckendste Großsteingrab aber, ist das von Kleinenkneten. Über einen etwa zweistündigen Spaziergang entlang des bronzezeitlichen Gräberfeldes, gelangen wir zu den Kleinenknetener Steine. Eine eigene Heidschnuckenherde sorgt für den Erhalt. Das weiträumige Gräberfeld wirkt wie ein leicht bewegtes Meer. Über 500 niedrige Grabhügel aus der Bronzezeit bargen einige aufschlussreiche Grabbgeigaben.
Die sogenannten Königsgräber am Nordrand, mit bis zu 30 Meter Durchmesser, fast zehnmal größer als die Grabhügel, dienten als Verbrennungsstätten. Die 14 langgestreckten Hochäcker im Zentrum des Gräberfeldes waren nach Ansicht der Archäologen Kultplätze. Seit 1908 steht das gesamte Gelände unter Denkmalschutz.
Wir sind am Großsteingrab Kleinenkneten angelangt : 49 x 7 Meter / 2 Meter hügelhoch / Innenraum der Kammer 6 x 1,2-2 Meter. Hier haben wir nach einer langen Wanderung eine ausgiebige Verschnaufpause eingelegt. Ein guter Ort mit einer besonderen Aura.
Interessant ist aber auch das gegenüberliegende Grab. Die mittlere Kammer war zum Zeitpunkt der Ausgrabung noch völlig unberührt. Sie enthielt eine Vielzahl von Gefäßen, Waffen, Schmuck und anderen Gegenständen. Ein sowohl aufregender als auch wundervoller Ort, hier, inmitten der Wildeshauser Geest – und nahezu menschenleer.
Zurück am Platz gegenüber des Gräberfeldes: Die Sonnenuntergangsstimmung untermalt die Atmosphäre.
Am Morgen unternehmen wir noch eine Wanderung entlang des Pestruper Moors, dass gleich gegenüber vom Gräberfeld liegt. Durch einen Zauberwald gelangen wir zu einer Lichtung und genießen schon bald von einer hölzernen Brücke aus, einen wunderschönen Blick über die Hunte.
Museumsreif! Das Kreismuseum Syke ist einen Besuch wert. Ein zauberhaftes Museum, dass uns auf ganz wundervolle Weise in längst vergangene Zeiten entführt. Hier hat man ein niederdeutsches Hallenhaus aus dem Jahr 1747 und einen großen Kornspeicher aus dem Jahr 1677 originalgetreu wieder aufgebaut. Es gibt viel zu entdecken – eine echte Zeitreise: Es sind historische, voll ausgestattete Werkstätten zu sehen, so die eines Holzschuhmachers, eines Schmieds und eines Böttchers, und noch viel mehr. Wir können wirklich festhalten, für uns war es eine der schönsten Zeitreisen, vermutlich auch, weil wir durch mehrere Epochen reisen durften.
Über den ganzen Tag war Regen angesagt. Das war eigentlich auch der Grund, warum wir heute eine Museumstour geplant haben. Erst nachdem wir alles entdeckt und gesehen haben, grollte es und dicke Regentropfen fielen vom Himmel.
Bleibende Eindrücke einer vorgeschichtlichen Megalithkultur
Am Goldensteder Moor verweilen wir noch und verabschieden uns am nächsten Tag schon ein bisschen wehmütig von dieser Region, allerdings mit Eindrücken, die nachhaltig wirken.
Einen Halt noch! Wir haben auf dem Rückweg noch den Wall der Arkeburg besucht. Hier wird die Geschichte um Widukind, dem Sachsenkönig bewahrt und damit wertvolles Kulturgut.
Zu verdanken haben wir das dem Ehepaar Anna und Heinz von Döllen, die das gesamte Projekt ab Grabung bis zum vollständigen Erschließen der Wallanlage nahezu vollständig aus eigener Tasche finanziert haben.
Die Stadt Vechta hat sich an dem Millionenprojekt gerade mal mit 55 000 Euro aus dem Europafond beteiligt. (Geht ja nur um unsere deutsche Geschichte)….
Noch ein paar abschließende Gedanken zu unseren Reisen:
Auf unseren Touren „hangeln“ wir uns (oft auch unbewusst) von Kraftort zu Kraftort, Orte und Stätten, die meist „auf einer Linie“ liegen, und bei genauer Betrachtung vielleicht sogar eine Verbindung zeichnen, darstellen oder offenbaren. Neugierig, wie ich nun mal bin, habe ich dazu in Umberto Ecos Werk „Das Foucaultsche Pendel“ geblättert, und bin da auf einige spannende Assoziationen und Herleitungen gestoßen.
Es ist leicht, Ley-Linien als weit hergeholt abzutun, aber wie bei anderen Fällen fehlerhaften Denkens besteht immer die Möglichkeit, den Blickwinkel oder den Kontext der Interpretation zu ändern, um Potenzial und Inspiration für eine andere Entdeckung freizulegen. wichtigen Punkte, die durch Zufall, Glück oder göttliches Eingreifen zufällig auf einer geraden Linie liegen.
Im norddeutschen Raum findet man sie fast überall: Großsteingräber. Tonnenschwere Kolosse berichten aus einer vergangenen Zeit. Diese 5000 Jahre alten Bauwerke aus der Jungsteinzeit liegen in einem Gürtel, der sich aus dem Osten der Niederlande, über Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt zieht. Den Forschern zufolge sollen diese gut 1000 Großsteingräber als Grabstätten oder Beinhäuser für ganze Sippen gedient haben. Verschiedene Grabbeilagen in den Bauwerken lassen darauf schließen.
Viele Großsteingräber sind mit Beginn der Christianisierung verteufelt worden und wurden zerstört andere Megalithen fielen vielfach dem Häuser- und Straßenbau zum Opfer oder wurden für diese als Baumaterial genutzt.
Nun noch kurz eine Erklärung zu den bereits erwähnten Ley-Linien
Als Ley-Linien (gelegentlich auch „Heilige Linien“ genannt) bezeichnet man die geradlinigen Anordnungen von Landmarken, wie zum Beispiel: Megalithen, prähistorischen Kultstätten und Kirchen.
Als der eigentliche Entdecker der Ley-Linien gilt der britische Getränkehändler, Amateur-Archäologe und Hobbyfotograf Alfred Watkins. Er bemerkte bei einer Wanderung im Juni 1920 (oder nach einer anderen Version der Geschichte: bei der Planung dieser Reise auf einer Karte), dass in dem Dorf Blackwardine in seiner Heimat Hertfordshire mehrere alte Ruinen auf umliegenden Hügeln augenscheinlich in einer geraden Linie angeordnet waren. Er stellte dieses Phänomen auch an anderen Stellen in der näheren Umgebung fest und schloss daraus, dass es ein Netzwerk gerader Wege geben müsse, das historische Bauwerke in England miteinander verbindet.
Fast zeitgleich veröffentlichte Wilhelm Teudt sein Buch „Germanische Heiligtümer“ – wodurch die Geomantie auch in Deutschland bekannter wurde. Wie Watkins kam auch Teudt zu der Erkenntnis, das heilige Orte durch ein Netz gerader Linien miteinander verbunden sind (Sakrallinien).
Aus dem Licht und den Göttern gekommen, bin ich nun im Exil, von ihnen getrennt“ (Manichäisches Fragment aus Turfan)
Anlässlich des gestrigen 211. Geburtstages von Richard Wagner unternehmen wir doch einen Ausflug in die Welt unserer Götter. Wie wir wissen, Taktgeber seiner großartigen Musikstücke sind Götter, Riesen und Zwerge im Kampf um die Macht.
Wagners Werke wie Rheingold sind eine im Gewand des Mythos daherkommende künstlerische Auseinandersetzung mit der Politik – und nicht zuletzt auch mit den konkreten politischen Wirren seiner Zeit.
Richard Wagner, geboren am 22.5. 1813 in Leipzig, gestorben am 13.2.1883 in Venedig, wurde in meinem Elternhaus sehr geschätzt.
Auch wenn ich oft darüber stöhnte, wenn man zum monatlichen Operngang aufrief, war es bei Richard Wagner irgendwie anders. Es lässt sich schlecht benennen.
Ich versuche es mal so: Vor jeder Oper, die wir besuchten, wurden die Texte gelesen. Denn wie sonst sollte man die Sänger verstehen können und den Inhalt der Aufführung nachvollziehen?
Als junger Mensch, der ich damals nun einmal war, fand ich das lästig. Jede Ballettaufführung hätte ich einer Oper vorgezogen. Und noch viel lieber wäre ich zu einer modernen Musikveranstaltung gegangen.
Doch bei Wagner war das anders, seine Musik war anders. Seine Texte wirken gelesen oft knorrig und klappernd, und doch ergab sich diese besondere Stimmung. Überzeugt hat der Gesamtklang: Mal überwältigend aufregend, mal hypnotisch verführend, die Wirkung irgendwie besonders anders.
Szenen aus der Gotterdämmerung, zu den Walküren und Nibelungen sind mir bis heute vertraut. Da sind die Rheintöchter: Woglinde, Wellgunde, Flosshilde
Oder die drei Nornen auf dem Walkürenfelsen. Und schließlich Siegfried, Hagen, Gunther und Gutrune
Das Rheingold ist der Auftakt zu Richard Wagners Jahrhundertwerk, der Operntetralogie Der Ring des Nibelungen, und birgt bereits das Hauptthema des gesamten Opus: die Macht.
Die Liebe zwischen Mann und Frau ist das zweite große Thema der Tetralogie, aber im Rheingold spielt sie noch keine herausragende Rolle. Hier gibt es statt einer Romanze um zwei Liebende nur ein reichlich betagtes Götterehepaar (Wotan und Fricka), einen verspotteten Möchtegern-Liebhaber (Alberich) und einen Riesen (Fasolt), der unglückselig in die falsche Frau (Freia) verliebt ist. Kein Liebesdrama also, stattdessen ein mythengesättigtes Werk, das erzählt, wie ein allmächtiger Ring gewonnen und goldene Reichtümer angehäuft werden – und welche Risiken damit verbunden sind.
Der Ring verleiht seinem Besitzer Macht, und Macht ist der Kern aller Politik. Wagners Rheingold ist eine im Gewand des Mythos daherkommende künstlerische Auseinandersetzung mit der Politik – und nicht zuletzt auch mit den konkreten politischen Wirren zu Wagners Zeit.
Richard Wagner war einer der bedeutendsten und einflussreichsten Komponisten und Dichter der Romantik.
Er hat die Dinge – musikalisch unterlegt – „beim Namen“ genannt.
• Oft wird das Geschehen von der Musik lautmalerisch wiedergegeben, so etwa das Stapfen der Riesen oder das Rauschen des Rheins.
• Mit seinem musikdramatischen Gesamtkunstwerk revolutionierte Wagner die Opern- und Musikwelt grundlegend
• Märchenelemente werden mit nordischen Sagen vermischt, wodurch Wagner eine eigene Mythenwelt schafft.
• Die Geschichte spiegelt geistige Konflikte und politische Konstellationen des 19. Jahrhunderts.
Vieles aus dieser Zeit, wirft auch hier wieder Parallelen auf, zudem, was sich gegenwärtig und vermutlich in Zukunft noch abspielen wird. Die Deutschen können von diesem Zustand ein „Lied singen“.., bis in die Gegenwart hinein; er lebt immer wieder neu auf, dieser Zustand, und das, ohne eigenes Dazutun.
In einer Epoche waren es die Franzosen, dann die Engländer, später die Amerikaner und auch die Sowjets, die über unser Land bestimmten, es ausraubten, dem Volk großes Leid antaten und das Land in Grund und Boden wirtschafteten. ja es dem Erdboden gleich machten. Deutschland hat immer nur eines: Für das Tun anderer teuer bezahlt, mit Gut und Blut – bis in den heutigen Tag hinein.
Der Reichstag hatte herzlich wenig zu sagen. Er konnte dem Kaiser Geld bewilligen, zum Beispiel zur Abwehr der Türkengefahr: auch konnte er Münzverordnungen , Bettlerverordnungen und ähnliche Gesetze erlassen, aber er hatte keinerlei Macht, weder nach innen noch nach außen: denn ein gemeinsames Heer gab es nicht.
Obwohl der Reichstag fast nichts zu sagen hatte, tagte er fortwährend – von 1663 bis 1808 in Regensburg. Während der französische König Ludwig XIV. die deutsche Westgrenze bedrohte, beriet der Reichstag zum Beispiel des langen und berieten darüber, ob die Sessel der kurfürstlichen Gesandten mit zwei oder mit vier Füßen auf den Fransen des Teppichs stehen durften!
Andere Reichseinrichtungen waren das Reichskammergericht und die Reichsarmee.
Jenes hatte seinen Sitz erst in Speyer, dann (seit 1693) in Wetzlar und war berüchtigt durch seinen langsamen Geschäftsgang. (Als Goethe im Frühjahr 1772 nach Wetzlar kam, um sich auf Wunsch seinen Vaters hier für die höhere juristische Laufbahn vorzubereiten, da gab es an diesem jämmerlichen Gerichtshof etwa 16 000 unerledigte Prozesse).
Die sogenannte Reichsarmee war – wenn sie aufgestellt wurde – eine buntscheckig zusammengewürfelte Truppe ohne jeden militärischen Wert. Wir werden sie noch erleben.
Bei solchen wirtschaftlichen und politischen Zuständen war es kein Wunder, dass auch die deutsche Kultur fast erstickt war. Deutschland wurde mehr und mehr eine „Magd des Auslands“. Übermächtig drang die Kultur der Fremden ein, vor allem der Franzosen. Alles gesellschaftliche und öffentliche Leben unterlag ihrem Einfluss. Wie eine Überschwemmung bedeckte sie das deutsche Wesen.
An den Höfen der Fürsten und des hohen Adels begann die Ausländerei zuerst. In Frankreich, besonders in Ludwig XIV. , sahen sie ihr Vorbild. Von Versailles aus nahm die französische Hoftracht ihren Siegeslauf durch Deutschland. Von den Spitzen der Gesellschaft verbreitete sich das französische „á la mode“- Wesen rasch durch die ganze vornehme Welt, ja bis in die unteren Volksschichten hinein.
Vergebens suchten deutsch fühlende Männer, wie Friedrich von Logau, mit geistreichem Spott der traurigen Nachäfferei zu wehren: „Diener tragen insgeheim ihrer Herren Liverey. Soll’s denn sein, dass Frankreich Herr, Deutschland aber Diener sey? Freies Deutschland, schäm dich doch dieser schnöden Knechterei!“
Der französische Hof war auch das Vorbild für den unsinnigen Prunk und Luxus, den sich viele deutsche Fürsten und Herren leisteten, während ihr armes Volk unter der Last von Steuern und Fronen seufzte. Solche Prunksucht zweigt sich in der Kleidung, der Einrichtung der Schlösser und in der ganzen Hofhaltung, zum Beispiel in der Art zu reisen und bei Hofjagden.
Mit den französischen Moden und Sitten drang auch die französische Sprache übermäßig ein. Neben dem Französischen war schon vor dem 17. Jahrhundert, besonders in Süddeutschland, auch zahlreichen spanische und italienische Brocken in die deutsche Sprache eingedrungen. In dieser Zeit ist es vor allem Luthers Bibel gewesen, welche die hochdeutsche Sprache bewahrte; sie war das Einheitsband, dass alle Teil umschlang. In vielen tausend Häusern war es das einzige Schul- und Hausbuch; aus ihm hat das deutsche Volk Trost und Kraft geschöpft.
So zeigt das Deutschland nach dem Dreißigjährigen Krieg ein trauriges Bild politischer Ohnmacht und kulturellen Niedergangs.
Wie sollte jemals dieses Trümmerfeld aufgeräumt und eine Einheit geschaffen werden? Wie sollte die deutsche Kultur diesen Tiefstand überwinden? Es ist wie ein Wunder, dass sich unser Volk aus all diesem Elend wieder erhoben hat.
Aus der Beobachtung des Wachstums schloss der Urmensch auf Wesensgleichheit zwischen sich und der Pflanze, er maß ihr eine der seinigen ähnlichen Seele bei. Auf dieser Grundvorstellung beruht der Baumkultus nordischer Völker
Ich bin gewiss: Eine tiefe Naturverbundenheit und der absolut freie und feste Wille zum gegenseitigen Miteinander ist nie verschwunden
Nun steht das Pfingstfest an – alles christlich, oder was?
Es ist die Zeit des Schmückens von Quellen oder Dorfbrunnen mit Blumen und Zweigen. An Birkenstämmchen flattern bunte Bänder und die Häuser und Ställe werden mit grünen Birkenzweigen und Blumen verziert. Das Vieh wird das erste Mal herausgetrieben, so ist es auch das Fest der Hirten. Sogenannte Pfingstlümmler, das sind in Laub gekleidete Burschen, werden herumgeführt. Sie verkörpern die neuen Wachstumsgeister. In manchen Gebieten wird auch das Vieh bekränzt.
Junge Burschen vom Kopf bis zu den Füßen mit Feldblumen behangen, ziehen von Hof zu Hof – der Thauschlepper spricht folgenden Reim:
„Wir bringen einen bunten Jungen ins Haus,
Wer ihn sehen will, der komme heraus;
Die Blumen haben wir für uns gepflückt,
Da haben wir ihn mit ausgeschmückt:
Und hätten wir uns noch eher bedacht,
so hätten wir ihn noch besser gemacht;
Sechs Eier, sechs Dreier, n’Stück Speck,
So gehen wir gleich wieder weg.“
Vor dem Fest der Lebensfreude:
„Wohl ist alles in der Natur Wechsel, aber hinter dem Wechselnden ruht ein Ewiges“. (Goethe im Gespräch mit Kanzler Friedrich von Müller, 15. Mai 1822)
Insbesondere die Zeit zwischen Beltane und der Sommersonnenwende lässt uns hautnah miterleben wie nahe wir unseren Bäumen, Tieren und Nutzpflanzen stehen. Wie sehr wie sie verehren.
Das Wachstum und die Fruchtbarkeit wird bejubelt mit der Bitte um eine gute Ernte. Bis zur Sommersonnenwende, dem Fest der Ekstase und Visionen, ist es nun nicht mehr lang.
Es gibt auch einen Zug, einen Wettlauf zu Fuß oder einen Wett-Ritt, der vornehmlich in den Regionen der Mark und Sachsens stattfindet.
Wenn die Roggenblume, Mohn und Rade in Blüte stehen, und ein Pferd mit buntbebänderten Kränzen durchs Land zieht – ja, dann feiern wir das Ursprüngliche.
Die Kelten unterteilten das Jahr in vier Abschnitte, die sie jeweils mit ihren vier größten Feiertagen Imbolc, Beltaine, Lughnasadh und Samhain begangen. Erst mit dem 5. Jahrhundert, durch die Bekehrung, tragen die Festen andere Namen.
Das Pfingstfest, welches dem christlichen Glauben nach, die Ausgießung des heiligen Geistes am fünfzigsten Tage nach Ostern feiert, ist das eigentliche Sommerfest, und die Pfingstgebräuche sind, wie bereits vermerkt größtenteils Feierlichkeiten mit denen man den Mai begrüßte. Diese Feierlichkeiten eben, die in christlicher Zeit auf Pfingsten übergingen, weil die Feier der erneuten Ausgießung des Naturlebens sich leicht an die der Ausgießung des heiligen Geistes anlehnen konnte.
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Quelle: „Das festliche Jahr.“
Sitten, Bräuche und Festen der germanischen Völker
Ein Artikel unseres regionalen Wochenblatts, hat mich zum Recherchieren angeregt. Da sprühen städtische Beauftragte mit Sprühkreide, „nachhaltig, umweltbewusst“ die ausgesprochen „beliebten“ Farben auf die Platten vor dem Rathaus. In dem Zusammenhang rufen sie dazu auf, zusammenzukommen, um darüber zu „“lamentieren“, wie man sich denn ein Europa in Zukunft so vorstellt.
Dass dieses Unternehmen (Europa) schon längst ausgearbeitet, und in trockenen Tüchern liegt, das weiß der brave Bürger, der nun im Rathaus antanzen darf und sich dort zu Wort melden. natürlich nicht. Genauso, wie vermutlich die wenigsten Bürger der in der EU vereinigten Länder wissen, was diese zwölf goldenen Sterne auf blauem Hintergrund überhaupt zu bedeuten haben.
Danach gefragt, würden wahrscheinlich viele antworten, dass die Zahl dieser Sterne von einer einstmals bestehenden Zahl von zwölf Mitgliedsstaaten der Union herrührte. In der Tat gab es nach dem Beitritt Griechenlands und der Türkei 1949 eine Zeitlang zwölf Mitgliedsstaaten. Doch diese Begründung ist falsch.
Europa, Europawahl, Europafahne… Genau! Was hat es eigentlich mit den 12 Sternen auf dieser Fahne auf sich?
Ich habe tief gebuddelt, bin fündig geworden, habe nachgelesen,
… und nun versuche ich, mich so kurz wie möglich zu fassen:
„Seit der Osterweiterung der Europäischen Union (EU) weht die Europaflagge über 27 Staaten und damit über fast alle Staaten des Abendlandes. Sie besteht aus zwölf goldenen Sternen auf dunkelblauem Hintergrund.
Die Zahl Zwölf: Dass im germanisch-deutschen Sprachgebiet der Zahl „zwölf“ eine gewisse Bedeutung zugemessen wurde, geht aus den „Zwölften“, den zwölf „Heiligen Nächten“ oder „Rauhnächten“ hervor, wie in einigen Regionen unseres deutschen Landes die Nächte zwischen dem 21. Dezember und dem 6. Januar genannt werden und für die ein besonderes Brauchtum bestand. Doch mit dieser Überlieferung hat die Europaflagge nichts zu tun.
Denn diese zwölf Sterne symbolisieren nach dem Buch Genesis (37,9) des Alten Testaments die zwölf Stämme Israels, und weisen somit auf das angeblich auserwählte Volk Gottes hin.
Bleiben wir noch bei der Zahl zwölf. Bereits im frühen Altertum hatte die Zahl für die verschiedensten Völker eine hervorragende Bedeutung.
Im alten Ägypten hatte die Unterwelt zwölf Tore.
In der griechischen Mythologie hatte Herakles zwölf schwere Aufgaben zu erfüllen.
Im alten Rom gab es das Zwölf-Tafel-Gesetz.
Jesus wurde von zwölf Jüngern umgeben.
Die Offenbarung des Johannes im Neuen Testament weist auf das künftige Jerusalem hin, das als Heimstadt der Gläubigen zwölf Tore mit zwölf Engeln besitzt.
Auf die Bedeutung der Zwölf im germanischen Raum habe ich bereits verwiesen.
Zurück zur Europafahne: Aber wie kam es nun zu der endgültigen Symbolik, wem obliegt der Entwurf und wie ging er in die Umsetzung?
Nun, das ist eigentlich ganz einfach zu beantworten. Die schlüssige Erklärung dazu, lieferte am 26. August 1998 die Tageszeitung „ Die Welt“ in einem Artikel von Thomas Pinzka (Link unten angefügt). Demzufolge geht die Europaflagge mit ihren zwölf Sternen auf den Belgier Paul Levi zurück. Dieser Mann jüdischer Abstammung soll im Zweiten Weltkrieg, als seinen Glaubensgenossen in Eisenbahntransporten nach dem Osten verfrachtet wurden, ein Gelübde abgelegt haben, dass er zum katholischen Glauben übertreten werde, wenn er die Kriegszeit lebend übersteht. Das gelang ihm, und er wurde Katholik.
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Und so hat es sich dann weiter zugetragen (zitiert aus der Welt):
„Am 5. Mai 1949 wurde in London der Europarat gegründet, und Paul Lévi wurde zum Leiter der Kulturabteilung des Europarats ernannt. Sechs Jahre später, 1955, diskutierten die Vertreter über eine gemeinsame Flagge. Sämtliche Entwürfe, in denen, etwa nach dem Vorbild der skandinavischen Flaggen, ein Kreuz enthalten war, wurde von den Sozialisten als ideologisch gebunden und zu christlich verworfen.
Eines Tages kam Lévi bei einem Spaziergang an einer Statue der Mutter Gottes mit dem Sternenkranz vorbei. Durch die Sonne beschienen, leuchteten die goldenen Sterne wunderschön vor dem strahlend blauen Himmel. Lévi suchte daraufhin Graf Benvenuti, ein venezianischer Christdemokrat und damaliger Generalsekretär des Europarats, auf und schlug ihm vor, zwölf goldene Sterne auf blauem Grund als Motiv für die Europafahne vorzuschlagen. Benvenuti war begeistert, und wenig später wurde der Vorschlag allgemein akzeptiert.“
Die Sterne in der heutigen Europaflagge stammen also von dem Sternenkranz der vom Christentum verehrten Maria.
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So kam schließlich , nachdem das christliche Kreuz abgelehnt worden war, doch ein Zeichen religiöser Abkunft über die Wahl der Fahne in das Symbol für das kommende Europa, und zwar ein Zeichen aus dem alten Testament, dessen Geist nicht zufällig zunehmend die europäische Öffentlichkeit bestimmt.
Die Zwölfzahl der Sterne ist ein Hinweis auf die zwölf Stämme Israels (Gen 37,9)
„Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben: die Namen der zwölf Söhne der Stämme Israels . . . Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.“ Auch hier findet sich dpie Verbindung der Stämme Israels vom Alten Testament mit den zwölf Aposteln des Neuen Testaments.
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Quelle
Rolf Kosiek aus der „Große Wendig“ – Richtigstellung der Zeitgeschichte Band 2. S. 786
Wir fahren fort: (leicht schmunzelnd im Vergleich damals und heute …,- auch diese „schillernden Figuren drängen sich förmlich auf – aber das nur am Rande, lest selbst.)
„.Deutschland 1648 – endlich war Friede!
Aber wie sah es in den deutschen Landen aus! Grauenhaft waren die Verluste an Gut und Blut.
Die Bevölkerung war schrecklich zurückgegangen, von etwa 18 bis 20 Millionen auf 5 bis 6 Millionen. Weite Gebiete Deutschlands waren zur Wüste geworden, unzählige Städte und Dörfer in Schutt und Asche gesunken, die deutschen Wirtschaft vernichtet. Die Äcker lagen öde unbebaut da. Zwar hatten die Bewohner stets von neuem angebaut, aber dann war die Saat immer wieder von Rosshufen zerstampft worden.
Überall mangelte es jetzt an Arbeitskräften und Zugtieren, an Händen und Gespannen, um das Feld zu bestellen.
Entsetzlich war auch die allgemeine geistige und moralische Verwilderung. Zahlreiche Menschen wurden gottlos und abergläubisch. Der Hexenglaube brachte Tausende unschuldiger Frauen und Mädchen auf den Scheiterhaufen.
Auch am politischen Himmel sah es trostlos aus. Im Westen hatten die Franzosen einen Teil des Elsaß weggenommen, und von da an versuchten sie ein Stück nach dem anderen von Deutschland loszureißen.
Fast noch schlimmer war es im Norden. Sämtliche deutschen Flussmündungen befanden sich in fremden Händen. Deutschland, vom Meer abgeschnitten, lag schwach und wehrlos da, mitten zwischen feindseligen Nachbarn.
Auf der einen Seite stehen Staaten auf nationaler Grundlage, im Inneren gefestigt und nach außen sicher abgegrenzt: Frankreich, England, Holland, Schweden – auf der anderen Seite das in Auflösung begriffene Deutsche Reich, ein Spielball der Nachbarn.
Im Innern war das Reich hoffnungslos zersplittert, ein Trümmerfeld von wenigen großen und zahlreichen mittleren, kleinen und kleinsten Staaten – um 1700 etwa 1700; im Lauf des 18. Jahrhunderts stieg die Zahl auf etwa 1800.
Über keinen Mann und keinen Groschen konnte das Reich selbst verfügen, es musste alles bei den Ländern erbetteln. Die Landesherren waren souverän, der Kaiser nur noch ein Schatten. Er hatte im Reich fast nichts mehr zu sagen. Wohl konnte er Standeserhöhungen verfügen – also etwa aus einem Freiherrn einen Grafen, aus einem Grafen einen Fürsten machen – aber das war auch so ziemlich alles. Nach außen konnte er nicht kraftvoll auftreten, denn er hatte keine Macht hinter sich.
Der Reichstag war keinen Volksvertretung, sondern eine Vertretung der Regierungen , eine Versammlung von Bevollmächtigten der Fürsten und Stände.
Die Zahl der Landesherrschaften, die im Reichstag vertreten waren, betrug rund 275:
o 8 Kurfürsten
o 100 weltliche Fürsten
o 33 geistliche Fürsten (Bischöfe und Äbte)
o etwa 40 Grafen
o und ungefähr 95 Städte.
Außerdem gab es noch zahlreiche Ritter , die ebenfalls völlig selbstständige Landesherren waren.
Der Reichstag hatte herzlich wenig zu sagen. Er konnte dem Kaiser Geld bewilligen, zum Beispiel zur Abwehr der Türkengefahr: auch konnte er Münzverordnungen , Bettlerverordnungen und ähnliche Gesetze erlassen, aber er hatte keinerlei Macht, weder nach innen noch nach außen: denn ein gemeinsames Heer gab es nicht.
Obwohl der Reichstag fast nichts zu sagen hatte, tagte er fortwährend – von 1663 bis 1808 in Regensburg. Während der französische König Ludwig XIV. die deutsche Westgrenze bedrohte, beriet der Reichstag zum Beispiel des langen und berieten darüber, ob die Sessel der kurfürstlichen Gesandten mit zwei oder mit vier Füßen auf den Fransen des Teppichs stehen durften!
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In den nächsten Tagen lesen wir dann über andere Reichseinrichtungen, wie das Reichskammergericht und die Reichsarmee.
Vor der Befreiung /nach der „Befreiung“ – wie man Deutschland in eine Art Zwangsjacke presste, und die Kordel immer enger zog
Heute lesen wir: Der Anthropologe Hooton und ein paar Gedanken zur gegenwärtig vollzogenen Umvolkung.
Während Theodor Kaufman (Beitrag vom gestrigen Tag) seine Feder für weitere Hassquerelen gegen Deutsche spitzte, verfolgte der Anthropologe Earnest Albert Hooton ein ähnliches Ziel und feilte eifrig daran.
So legten vor allem die USA konkrete Planungen für das Nachkriegsdeutschland offen. Die ethnische Zerstörung des deutschen Volkes wurde zum gemeinsamen Nenner, zum Hauptkriegsziel der Alliierten erhoben, schon deshalb, um mit den Sowjetrussen ein koordiniertes Handeln in Bezug auf Deutschland zu vereinbaren.
Roosevelts Sonderbeauftragter Wendell Wielkie, der entsprechende Verhandlungen mit Stalin führte, forderte nämlich im Jahre 1943 „die Abschaffung völkischer Exklusivität“.
Und genau diese Zielsetzung stellte im selben Jahr der amerikanische Professor für Anthropologie Earnest Albert Hooton (1887-1954) in der New Yorker Zeitung PM’s Daily auf.
Hooton, der kein Unbekannter war, wird in der Internet-Heimseite der Harvard-Universität mit folgenden Worten vorgestellt: „Hooton war eine führende Autorität seiner Zeit in Sachen „rassische Anthropologie“, Körperbau und –verhalten, kriminelle Anthropologie, menschliche Entwicklung und die Methoden und die Statistiken der körperlichen Anthropologie“.
Das in besagtem Zeitungsartikel formulierte Hooton-Vorhaben kann als Rahmenplan zur Umvolkung Deutschland bezeichnet werden. Kurz: Als Eugeniker wollte er die für ihn biologisch begründeten und angeborenen räuberischen Neigungen der Deutschen durch Kreuzung mit Vertretern anderer Völker wegzüchten.
Sein Vorschlag (erschienen in der Artikelreihe „Peabody Magazine“): „Sollen wir die Deutschen töten?“- Titel = „Züchtet die kriegerischen Erbanlagen der Deutschen weg“.
Seine Forderungen auf eine Blick:
Deutschland mehrfach zu teilen
Das gesamte deutsche Erziehungssystem zu vernichten
Den deutschen Nationalismus zu zerstören
die Geburtenraten der (reinrassigen) Deutschen drastisch zu senken und
die Ansiedlung von abermillionen Ausländer in Deutschland (mit dem Ziel genetischer Vermischung) weitgehend zu fördern und so die „Kriegsseele der Deutschen“ auszuzüchten.
Um größeren Widerstand bei den Deutschen zu vermeiden, schlug Hooton vor, diese „Umzüchtung“ langsam voranzutreiben.
Sein dokumentiertes Vorhaben erstreckt sich über vier Phasen, diese Phasen füge ich als Foto an.
Es erübrigt sich zu erwähnen, dass bundesdeutsche Beauftragte dieses Vorhaben inzwischen bestens umgesetzt haben. Ich denke dabei auch an Sprüche aus den Reihen der Grünen: „Lasst uns mit den Deutschen nicht allein“.
Ein so wahnwitziges, irres Vorhaben trägt nun Früchte.
Und während Theodor Kaufman hasserfüllt daherschreibselt, Hooton sein Züchtungsvorhaben vorantreibt , möchte Morgenthau ein für allemal die deutsche Frage geklärt haben, zückt seine bösartigen Demontagepläne und bringt sie nicht nur auf den Tisch, sondern auch in Umsetzung. Das übernahm er selbstverständlich nicht alleine. Er war nur Vater des „Gedankens“. Zu Morgenthau schreibe ich an anderer Stelle noch etwas ausführlicher.
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• Quelle: „Die Sieger im Schatten ihrer Schuld“ Joachim Nolywaik
• Alliierte Planungen für Nachkriegszeit S. 388 (Der große Wendig Band 2 – Michael Klotz)
• Wendell L. Wielke, On World, Simon & Schuster, New York 1943 – Ausgabe vom 14.2. 1992 in der FAZ
• Ernest Alber Hooton „Breed War Strain Out Germans, and Should We Kill the German – Application to Post-War-Germany
• Hermann Franzis, Die Zerstörung des politischen Standorts Deutschland, Hohenrain Tübingen 1998, S. 354.
• Aufnahmen aus Faksimile (lat. fac simile „mache es ähnlich“; Plural: Faksimiles oder Facsimilia) ist eine originalgetreue Nachbildung oder Reproduktion einer Vorlage, häufig im Falle historisch wertvoller gedruckter oder handschriftlich erstellter Dokumente.
Vor dem offiziellen Kriegseintritt der USA 1941, schrieb der jüdische Autor Theodore N. Kaufman das Buch: „Germany Must Perish“ (Deutschland muss vernichtet werden).
Kaufman hatte darin im Fall eines Krieges zwischen den USA und Deutschland und eines Sieges der USA in diesem Krieg für eine Sterilisierung aller Deutschen plädiert, um die Welt vor ihrer seiner Ansicht nach angeborenen Kriegsneigung zu bewahren.
Darüber hinaus verkündete er über sein Buch: dass die Deutschen seit der germanischen Frühzeit bis heute von aggressivem Germanism befallen seien und daher unausrottbar zu Krieg, Rassismus und Barbarei neigten.
Und nun darf man raten, wie die Sprache des Hasses, denn etwas anderes beinhaltet dieses Buch nicht, von den öffentlich- rechtlichen Anstalten unter britischer und amerikanischer Obhut, verharmlost wurde und immer noch wird. Von „das hat er so nicht gemeint“, über: „in der rechten Szene und von Antisemiten wird das Buch in einen völlig falschen Kontext gesetzt“ bis hin zu „Kaufman sei einfach ein naiver Idealist, der die Welt besser machen wollte“., alles dabei…
Ein paar dieser „naiven Freundlichkeiten“ habe ich als Bild beigefügt.
Der medial hochpropagierte Historiker Wolfgang Benz verteidigte das Buch als „Notwehr“ in Bezug auf den Hass gegen das Judentum und den Islam. Schlussendlich unternahm er den Versuch das Buch als bedeutungslos, wirkungslos und später gar als Mythos hinzustellen.
Ich sehe das etwas anders. In Anbetracht des Nachkriegsgeschehen, ist der Inhalt eher eine Voraussage auf den Umgang mit dem deutschen Volk. So schrieb Kaufmann: „Es gibt eine und nur eine solche Strafe: Deutschland muss für immer beseitigt werden“. Als Tatsache – nicht als Wunschbild.
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Am 22. Februar 1910 wurde Theodore Kaufman als Sohn von Anton Kaufman, dem Herausgeber des Jewish Chronicle (jüdische Wochenzeitung) in Newark, geboren.
In den Kriegsjahren erschienen weitere deutschlandfeindliche Bücher in den USA , unter anderen: „What to do with Germany? (Was sollen wir mit Deutschland tun)…
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Quelle: Erwin Weis, Propaganda gegen Deutschland im Ersten Weltkrieg, Essener Verlagsanstalt, Essen 1943)
Forster Rhea Dulles „Amerikas Weg zur Weltmacht 1898 bis 1950, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1957
Der Große Wendig Band 2 – Der Zweite Weltkrieg Alliierte Planungen für Nachkriegszeit.
Dem Inhalt des nun folgenden Textes (verfasst vom Görlitz Insider) schließe ich mich an, vor allem auch in Bezug auf meinen soeben verfassten Beitrag (im Anschluss): Die Nachkriegszeit und ein fest geschnürtes Vorhaben-Paket der Alliierten // Morgenthau und sein teuflisches Vorhaben – Hunger als Nachkriegswaffe
Das Gedenken 2024 an das Kriegsende 1945 beschränkte sich wie immer auf die üblichen Floskeln. Es gab KEINE Veranstaltung in Görlitz, nur zwei Termine in Zgorzelec. Ich empfinde das als äußerst unzureichend und mahne es an!
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Kriegsende in Görlitz – und das „danach“
Letzte Woche am 8. Mai wurde das Ende des zweiten Weltkriegs erinnert. Nun sind wir alle schon wieder in unserem Alltag gedanklich angekommen. Das geht nicht 1945.
Die Stadt wird überflutet mit Flüchtlingen aus Schlesien. 4,2 Mio Menschen müssen raus. Die meisten gehen nur bis kurz hinter die völlig neue Grenze in der Hoffnung auf baldige Rückkehr. Es droht eine humanitäre Katastrophe! Görlitz „erstickt“ unter den vielen Menschen.
Die Einwohnerzahl von Görlitz steigt rasant an:
7. Mai 1945 = 31.007 Einwohner.
13. Juni 1945 = 48.767 Einwohner.
Fast in allen Stadtteilen sind es doppelt so viele Frauen, wie Männer. Die sind im Krieg gestorben oder von der Front bzw Gefangenschaft noch nicht zurück.
Auch die Zahl der Kinder geht sprunghaft hoch:
21. Mai 1945 = 2.100 Kinder.
13. Juni 1945 = 4.632 Kinder.
Am 19. Juni 1946 sind es 60.000 Flüchtlinge. Die Stadt muss reagieren und verhängt eine „Flüchtlingssperre“: „Der weitere Zuzug wird hiermit gesperrt. […] Irgendwelche Lebensmittelvorräte für Flüchtlinge sind im Stadt- und Landkreis Görlitz nicht mehr vorhanden.“
Es droht eine Hungersnot.
Die Stadt ruft die Bürger bereits am 7. Juni 1945 auf:
„Bürger in Stadt und Land, macht euch sofort an die Arbeit, bestellt jedes Fleckchen Erde mit Gemüse und Kartoffeln! Noch ist Zeit, um durch Selbsthilfe die drohende Ernährungskatastrophe zu mildern. Verliert keinen Tag!“
Der Schmuckplatz am Wilhelmsplatz wird zum Kartoffelacker umfunktioniert – und ist es in seiner Gestaltung bis heute. Nur das jetzt um den Acker eine Zierkante ist!
Die starken Frauen.
Die Frauen versuchen sich und die Kinder durchzubringen. Mit Handwagen ziehen sie auf die Dörfer und betteln bei den Bauern. Häufig sind sie vom langen Marsch nicht vor der Sperrstunde zurück und bekommen richtig Ärger.
Lichtblicke.
Es ist Johanna Dreyer, die in dem ganzen Wahnsinn am 20. Mai 1945 im Stadthallengarten ein Kinderfest organisiert. Nur 12 Tage nach Kriegsende, nach 6 Jahren Kriegsleid. “Es gibt nur Gerstenkaffee, ein markenfreies Brötchen und etwas gefärbtes Magermilchkonfekt.” Ein winziges Stück Normalität! Eine Denktafel erzählt es bis heute…
Es gäbe so viel mehr zu erzählen von den Menschen 1945/46 in der Stadt Görlitz. Ihrem Leid, ihrem Zusammenhalt, ihrem Überlebenskampf und -Willen erst recht nach dem Krieg.“
(Text übernommen vom „Görlitz Insider“ )
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Vom Hunger als Nachkriegswaffe und einem gewissen Herrn Morgenthau und seinem teuflisches Vorhaben
Die 1940er Jahre: Und während Kaufmann hasserfüllt daherschreibselt, Hooton sein Züchtungsvorhaben vorantreibt , möchte Morgenthau ein für allemal die deutsche Frage geklärt haben, zückt seine bösartigen Demontagepläne und bringt sie nicht nur auf den Tisch, sondern auch in Umsetzung. Das übernahm er selbstverständlich nicht alleine. Er war nur Vater des „Gedankens“.
In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von den Alliierten systematisch der Hunger als Waffe zur Umerziehung der Deutschen eingesetzt. Man ließ nicht nur Hundertausende gefangener deutscher Soldaten nach Kriegsende – besonders auf den berüchtigten Rheinwiesenlagern – verhungern und erließ strenge Verbote, Nahrung den Gefangenen zukommen zu lassen, sondern belegte auch die Zivilbevölkerung mit einer Hungersnot, obwohl genügend Nahrung vorhanden war oder hätte beschafft werden können.
Und im Jahr nach Kriegsende wurde die Hungersnot noch bewusst vergrößert. So wurden zum Beispiel die Hochseefischerei und die Herstellung synthetischer Fette den Deutschen nach 1945 jahrelang verboten. Hunderttausende Menschen starben an Entkräftung, insbesondere in dem kalten Winter 1946/47 als die Kohlenzuteilung verringert wurde. Die geförderte Kohle musste größtenteils ans Ausland abgeliefert werden.
Die nach Kriegsende herbeigeführte Not geht unter anderem aus der am 15. Juni 1947 – über zwei Jahre nach Kriegsende – auf der Ärztekammertagung in Bad Naunheim verabschiedeten „Resolution der deutschen Ärzte zur deutschen Ernährungslage“ hervor, die folgenden Wortlaut hat.
„Die deutsche Ärzteschaft appelliert an das Weltgewissen, den bereits weit fortgeschrittenen körperlichen Verfall des deutschen Volkes nicht weiter zuzulassen. Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung lebt zur Zeit von Rationen, die nur ein Drittel des international anerkannten Mindestbedarfs ausmachen. Selbst die Zulagen der Schwerarbeiter reichen nur aus, das Leben zu erhalten, nicht aber, um die geforderte Arbeit zu leisten. Diese bestehende chronische Unterernährung hat bereits zum weitgehenden Abbau der Körpersubstanz des Deutschen geführt und nicht nur seine körperliche Leistungskraft extrem herabgesetzt, sondern auch seine geistige Spannkraft vermindert und sein seelisches Gefüge verändert. Der hungernde Mensch ist antriebslos, reizbar, überkritisch und untauglich für Aufbau und staatsbürgerliche Betätigung. Die Ärzteschaft warnt vor den Gefahren, die diese unvermeidbaren physiologischen Folgen des chronischen Hungerns in jedem davon betroffenen Volk für die übrige Welt, für die Ethik, für die Sicherheit der übrigen Menschheit in sich bergen….“
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Schon im und nach dem Ersten Weltkrieg war durch die von England gegen Deutschland verhängte Hungerblockade, die bis 1919 zur Erzwingung der deutschen Unterschrift unter das Versailler Diktat aufrechterhalten wurde, eine große Anzahl deutscher gestorben.
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Zurück zu 1945. Wir erinnern uns: Und schließlich atmeten die festgelegten Richtlinien der amerikanischen Besatzungspolitik (siehe Direktive JCS 1067) den Geist des Finanzministers der Vereinigten Staaten von Amerikas, Henry Morgenthau jr. , einer der führenden amerikanischen Juden jener Zeit.
Morgenthau hatte Roosevelt davon überzeugt, mit den Deutschen tough (hart) umzugehen. Er wollte die deutsche Frage ein für allemal gelöst wissen. Er beabsichtigte gewissermaßen die Endlösung für Deutsche durchzuführen. Hierfür stellte er seinen nach ihm benannten Plan auf. Unter dem Gesichtspunkt der Reparationen bedeutete dies, Deutschland in einen entindustrialisierten, bevölkerungsarmen Agrarstaat umzuwandeln.
Nach den Vorstellungen Morgenthaus galt es, Deutschland nicht nur völlig zu entwaffnen, sondern auch dessen gesamte Industrie abzubauen oder zu vernichten. Die Bergwerke und Kohlenschächte sollen geflutet werden.
Der amerikanische Historiker Nicholas Balabkins (alles anderes als deutschfreundlich eingestellt) räumte ein, dass die Direktiven, wenn auch in leicht abgeschwächter Form, die offizielle Form des Morgenthau-Plans gewesen waren.
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Und später lesen wir dann von der Situation nach dem Dreißigjährigen Krieg – auch hier haben andere Länder die Deutschlandpolitik mehr oder weniger übernommen, mit Maßnahmen zum wirtschaftlichen Abbau.
Deutschland 1648- Endlich war Friede…! ?
Aber wie sah es in den deutschen Landen aus!
Grauenhaft waren die Verluste an Gut und Blut. Die Bevölkerung war schrecklich zurückgegangen, von etwa 18 bis 20 Millionen auf 5 bis 6 Millionen. Weite Gebiete Deutschlands waren zur Wüste geworden, unzählige Städte und Dörfer in Schutt und Asche gesunken, die deutschen Wirtschaft vernichtet. Die Äcker lagen öde unbebaut da.
Überall mangelte es jetzt an Arbeitskräften und Zugtieren, an Händen und Gespannen, um das Feld zu bestellen. Entsetzlich war auch die allgemeine geistige und moralische Verwilderung.
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Verweise /Quellen
Auszug aus der Direktive JCS 1067 (April 1945): „Deutschland wird nicht besetzt zum Zwecke seiner Befreiung, sondern als ein besiegter Feindstaat. Ihr Ziel ist nicht die Unterdrückung, sondern die Besetzung Deutschlands, um gewisse wichtige alliierte Absichten zu verwirklichen. „
Weiter Quellen: Rolf Steininger „Deutsche Geschichte“ Band 1 Frankfurt(M 1983 S. 34
Claus Nordbruch: Der deutsche Aderlaß, Grabert Tübingen 2003
James Baque „Der geplante Tod“ Deutsche Kriegsgefangene in amerikanischen und französischen Lagern.
Der große Wendig Band 2 – Richtigstellungen zur Zeitgeschichte