Im Anschluss an den Beitrag Karl IV. – eine Zeit zwischen Pest, Kirchenspaltung und Judenverfolgung
fahren wir fort:
Weihnachten 1356 erließ Karl IV. ein wichtiges Gesetz, die „Goldene Bulle“, genannt nach der goldenen Kapsel des angehängten Siegels. Ihre staatsrechtlichen Bestimmungen sind zwar sehr oft missbraucht worden, dennoch war sie das wichtigste Verfassungsgesetz des alten deutschen Reiches überhaupt und wurde für die Reichsverfassung in der Folge sehr wichtig.
Durch dieses Gesetz regelte Karl die Königswahl und die Stellung der Kurfürsten. Schon seit langer Zeit war die Wahl des deutsch-römischen Königs und zukünftigen Kaisers ein Vorrecht der sieben angesehensten Fürsten. Dieses Vorrecht wurde nun anerkannt und geregelt. Zu Kurfürsten wurden endgültig bestimmt, die drei rheinischen Erzbischöfe (von Mainz, Trier und Köln) und die weltlichen Herrscher von Böhmen, Rheinpfalz, Sachsen-Wittenberg, Brandenburg.
Die vier weltlichen Kurfürsten erhielten überdies noch andere Vorrechte: ihre Länder wurden für unteilbar und erblich erklärt, die volle Gerichtsbarkeit über ihre Untertanen. Es war kein Wunder, dass nun auch die übrigen Reichsfürsten immer mehr nach solchen Vorrechten strebten und dass dadurch die Ausbildung der Landeshoheit in den Territorien gefördert wurde.
So entstand in dem neuen Europa, während sich ringsum Nationalstaaten bildeten, kein deutscher Staat, sondern nur ein Trümmerhaufen deutscher Staatsbildungen. Damit war aber den großen Nationalstaaten England und Frankreich auf lange Zeit hinaus das entscheidende Übergewicht über Deutschland gegeben.
Auf Karl folgte sein Sohn Wenzel, 18 Jahre alt. Er besaß gewisse natürliche Anlagen. Aber die allzu frühe Berufung in das höchste Amt störte die sorgfältige Erziehung, die er bisher genossen hatte, und ließ seinen Charakter nicht ausreifen. Die schlimmen Triebe seiner Natur – Leidenschaftlichkeit, Jähzorn, Liebe zum Trunk – gewannen allmählich die Oberhand und hielten ihn immer mehr von den Regierungsgeschäften ab.
So verfielen Ansehen, Macht und Einheit des Reiches. Schließlich setzten ihn die Kurfürsten ab und wählten Ruprecht von der Pfalz zu seinem Nachfolger.
Doch auch dieser, fast machtlos, wusste das Ansehen der deutschen Könige nicht zu heben. Der Tod, der ihn 1410 überraschte, befreite ihn aus zahllosen Schwierigkeiten.
Schon drohte die Auflösung des Reiches , da setzte der einflussreiche Burggraf von Nürnberg, Friedrich VI. von Hohenzollern, die Wahl von Wenzels Bruder Sigmund durch.
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Von Sigmund (1410-1437) und dem Konzil von Konstanz lesen wir dann morgen.
Anlass für diesen Beitrag ist zum einen die Nachricht der vergangenen Tage von der Uni Bielefeld zur Sperrung von etwa 60 000 Büchern wegen des Verdachts auf Gift, und zum anderen, die in Begleitung dieser Nachricht zuhauf auftretenden Kommentare: „Das war schon 1933 so“., „Jetzt ist es wie unter Hitler“.
Letzteres zeugt wiederholt davon, dass den Menschen lediglich etwas zur Geschichte von 1933 beigebracht wurde, und das in aller Ausführlichkeit und fern historischer Tatsachen.
Und da unsere Historie in den öffentlichen Lehranstalten nahezu in seiner Gesamtheit auf die Zeit ab 1933 bis 1945 reduziert wurde, und immer noch wird, und dabei andere geschichtliche Prozesse ausgespart oder stiefmütterlich behandelt werden, fließen falsche Informationen und Halbwahrheiten im digitalen Zeitalter durchs Netz.
Wenn ich das Thema der sogenannten Bücherverbrennungen „aufgreife“, möchte ich deutlich machen, dass es mir nicht darum geht, etwas in diesem Kontext zu verharmlosen, oder der Waagschale ein besonderes Gewicht zuzuordnen. Mir geht es vor allem darum, dass bestimmte Vorkommnisse dazu in ihrer Gesamtheit und im Rahmen der geschichtlichen Prozesse wahrgenommen werden sollen. Welches Bild man schlussendlich davon trägt, sei jedem selbst überlassen. Aber es gehört sich einfach, alle Tatsachen aufzugreifen, um sie greifbar machen zu können.
Das Beitragsfoto zeigt die Bücherverbrennung bei der Wartburgfeier der deutschen Studenten von 1817 (Stahlstich von W. POBUDA um 1818); es wurden unter anderen Schriften von August VON KOTZEBUE und Karl Ludwig VON HALLER verbrannt. Heute werden keine Bücher mehr in diesem Sinne verbrannt, sie werden – wirksamer – durch Indizierung oder Verbot aus dem Verkehr gezogen.
Welche Informationen sind noch interessant?
Schon in der Bibel wird von Bücherverbrennungen gesprochen. Ein Bericht hierüber findet sich im 19. Kapitel der Apostelgeschichte, Vers 19.2 „Wir wissen alle von Martin Luther, dass er die Bannandrohungsbulle von Papst LEO X. und die Summa Theologiae von Thomas von Aquin sowie andere Fundamentalwerke der Kirche öffentlich in Wittenberg vor dem Elstertor 1520 verbrannt hat.
Ein wichtiges Buch über unser Thema stammt von Hermann Rafetseder( im Quellverzeichnis erwähnt). Er hat viele Beispiele von Bücherverbrennungen genannt. So wurden 1764 in Den Haag Schriften von Voltaire öffentlich verbrannt.
1763 gab es in London große Schriftenverbrennungen, allerdings gibt es dazu heute keine Warnungen und Gedenktage!
Papst Klemens XIV. ließ 1770 aufklärerische Schriften durch den Henker öffentlich verbrennen.
Ebenfalls bekannt sind die 23 Forderungen der >Roten Garden< in China. Forderung Nr. 23 lautet: »Bücher, in denen sich die Gedanken von MAO TSE-TUNG nicht widerspiegeln, müssen verbrannt werden!«
1968 rissen Gäste des SPD Parteitages die Parteifahnen von den Masten und verbrannten sie mit dem Ruf »Ho-Ho-Ho Tschi Minh!«
1986 wurden in Teheran von Jugendlichen amerikanische Fahnen verbrannt.
Wir sehen, die deutschen Bücherverbrennungen des Jahres 1933 – bei weitem nicht die ersten und letzten, weder in Deutschland noch in der Welt – werden zu allen Jahrestagen in den Massenmedien erwähnt. Dass anderenorts solche in weit größerem Maße stattfanden und dort die Vernichtung einer literarischen Kultur versucht wurde, wurde – wenigstens bisher – weitgehend verschwiegen.
In den Veröffentlichungen der Umerzieher wird zumeist Heinrich HEINE zitiert: »Wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch Menschen« – obwohl schon lange vor 1933 Bücher und Menschen verbrannt worden sind! Doch darüber schweigt man. Man wirft solche Tatsachen in das berühmte »Gedankenloch« von George ORWELL, das in seinem 1984 (Ullstein-Taschenbuch, S. 97) erwähnt wird.
Dagegen hat Bundeskanzler KOHL zum 50. Jahrestag des 10. Mai 1933 hervorgehoben, Bücherverbrennungen seien eine Mahnung für die ganze Welt.
Heiner GEISSLER (1983 noch Generalsekretär der CDU) erinnerte ebenfalls an Heinrich HEINE. Er hätte natürlich auch den berüchtigten jesuitischen Inquisitor KONIAS nennen können, der im Dreißigjährigen Krieg Zehntausende von Büchern in Böhmen verbrennen ließ. Aber das hätte nicht zu seinen Absichten gepasst, das deutsche Volk im Schuldbewusstsein erpressbar zu halten.
Großes Aufsehen entstand (hauptsächlich bei den Meinungsmachern der veröffentlichten Meinung), als am 3. Oktober 1965 in Düsseldorf 25 junge Menschen vom »Evangelischen Jugendbund für entschiedenes Christentum „unmoralische Schriften, darunter Bücher von Günter GRASS, öffentlich verbrannten.
Weil Herbert G. WEI.LS in seinem Werk über die Weltgeschichte die Meinung der Mohammedaner über die Unveränderbarkeit des Korans belustigend fand und bedauerte, dass sie »ihrem konfusen Buch« anhängen, hat vor gläubigen Moslems in der Londoner Moschee Dr. Abdul Yakub KHAN WELLS‘ Buch verbrannt.
Es ist aber kein großer Unterschied, ob man Bücher verbrennt oder ob man sie verbietet. Nach 1945 haben die Sieger mehr als 34000 Titel von Büchern und Zeitschriften in Deutschland verboten und verbrannt, sowohl in Ost als auch in West.
Ab 1946 erschienen in Ost-Berlin Listen der aus allen Bibliotheken und Büchereien auszusondernden NS-Literatur. Mit mehreren Nachträgen bis 1952 umfassten sie insgesamt rund 34000 Titel. Nach diesen Aufstellungen wurde auch vielfach in den Westzonen gesäubert.
Und wer hätte es gewusst? Am 10. Mai 1933 wurden an vielen, nicht allen, deutschen Universitäten pornographische und politisch missliebige Bücher verbrannt. Ein revolutionärer Akt – nach Ansicht der damaligen Studentenschaft. Darunter auch Bücher eines Mannes mit Namen Magnus Hirschfeld.
Vielleicht ist auch manchen der Name ein Begriff? Der jüdische Sexualforscher Magnus HIRSCHFELD (1868-1935) wurde auch der „Einstein of Sex“ genannt, und erlangte später, insbesondere in den Kreisen der Frankfurter Schule, große Aufmerksamkeit, zur – nennen wir es – Zerstörung der Innenwelt durch Sexualisierung.
Nun, schauen wir uns um, das Werk dieses Mannes hat nie aufgehört zu existieren, im Gegenteil, die Inhalte sind heute in der Umsetzung.
Und noch etwas: In deutschen Universitätsbibliotheken wurden nach Kriegsende >Giftschränke< eingerichtet. In diesen wurden bestimmte aus der NS-Zeit stammende Bücher aufbewahrt, die nur für Ausleiher zugänglich waren, wenn diese ein berechtigtes wissenschaftliches Interesse nachweisen konnten. Das galt zumindest bis weit in die sechziger Jahre. Den historisch interessierten Laien blieben diese Bücher also vorenthalten.
In den neunziger Jahren wurden öffentliche Bibliotheken von Büchern im Verfassungsschutzbericht als »rechtsextrem« oder »revisionistisch« eingestufter Verlage oder Autoren gesäubert, so zum Beispiel auf Druck des Innenministeriums von Baden-Württemberg die Bücherei des >Hauses der Heimat< in Stuttgart.
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Quelle
Hermann RAFETSEDER, Bücherverbrennungen. Die öffentliche Hinrichtung von Schriften im historischen Wandel, Böhlau-Verlag, Wien-Köln-Graz 1988
Johannes GROSS, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung Magazin, Heft 720, 17. 12. 1993, S. 10.
Ruth ANDREASFRIEDRICH, Schauplatz Berlin, Suhrkamp, Frankfurt/M. 1968 > eindrucksvolle Beispiele über die alliierte Säuberung deutscher Bibliotheken bis zum 1. Oktober 1945. Sie beschreibt auch einige öffentliche Verbrennungen von Büchern.
Günter GRAFFENBERGER, »WO selbst Tarzan nicht überlebte«, in: Die Welt, 12. 8. 1988.
Möge sich jeder selbst ein „Bild“ machen, von dem seit vielen Jahrhunderten bekannten Umgang zu missliebigen aufs Papier gebrachten Inhalten.
Die Geschichte hier, aus dem Jahr 2024, erinnerte ein wenig an das Geschehen aus dem Werk „Der Name der Rose“ aus der Feder Umberto Ecos. Dort lagerten Bücher in einer labyrinthischen Bibliothek. Die rechte obere Ecke der rechten Seiten eines Buches wurde mit einem Gift bestrichen, so dass jeder, der in dem Buch las und sich den Finger zum Umblättern mit der Zunge befeuchtete, vergiftet wurde.
Warum so geschehen? In dem Fall schreiben wir das 15. Jahrhundert, und der Inhalt mancher Bücher entsprach nicht dem kirchlichen Doktrin.
Übrigens: In der DDR sprach man vom „Giftschrank“, dort lagerten all die verbotenen Bücher.
Aber wieder zurück in die Gegenwart:
Mehr als einmal, habe ich schon darauf hingewiesen, es wird nicht mehr allzu lange dauern, und wir werden bald keinen Zugang mehr zu den Schriften vor, aus und um das 19. Jahrhundert haben. Kauft die alten Bücher, kauft die weniger propagierten Schriften, kauft diese Bücher und Zeitschriften, die wenigstens noch den Funken Wahrheit bewahren.
60.000 historische Bücher aus der Bibliothek sind nun ab sofort gesperrt. Es handelt sich, um Bücher und Zeitschriften aus dem 19. Jahrhundert.
Ich zitiere aus dem „Kölner Stadtanzeiger“
„Der Verdacht: giftiges Arsen. „Arsen ist giftig und krebserregend und kann in grünen Farbstoffen vorkommen“, so ist es in der Mitteilung von Uni-Rektorin Angelika Epple und ihrem Kanzler Stephan Becker zu lesen.
Weil bei der Produktion von Büchern und Zeitschriften im 19. Jahrhundert mitunter Arsenverbindungen zum Einsatz gekommen sein können, hat die Bibliothek der Universität Bielefeld Zehntausende Bücher für die Ausleihe gesperrt. Solange die Bücher im Regal stehen, würden sie als unbedenklich gelten, hieß es.
(Aha, „Bitte nur angucken, nicht lesen!)
Die Bibliothek bittet um Verständnis, dass es Zeit brauche, Bücher in diesem Umfang aus dem Bestand zu entfernen, einzulagern
Seit Kurzem lägen hierzu erste wissenschaftliche Erkenntnisse vor. Es gebe für den Umgang mit dieser Gefährdung bislang aber keine gesetzliche Regelung oder Handlungsempfehlungen. „Wir sind im Austausch mit anderen Bibliotheken“, erklärte die Universitätsbibliothek weiter.“
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Nun, hier dürfen wir wohl davon ausgehen, dass nach diesem Austausch noch weitere Bibliotheken „aufräumen“ werden.
Das Schöne an diesem Beitrag ist, dass wir uns hier stückweit genau in dem Zeitraum befinden, indem insbesondere die Zeit unter Karl IV. in Erscheinung tritt, und das parallel zu den Kapiteln „Die Kaiser aus verschiedenen Häusern“ aus der Reihe Deutsche Geschichte nach Albert Thümmel.
1335 gelangte Breslau zusammen mit dem größten Teil Schlesiens auf Bitten der schlesischen Herzogswitwe Agnes, Enkelin des deutschen Kaisers Konrad III., im Vertrag von Trentschin wieder unter die Oberhoheit des deutschen Lehnstaates Böhmen. Der polnische König Kasimir III. verzichtete in Trentschin „für ewige Zeiten“ auf die Lehenshoheit über die schlesischen Fürstentümer. Breslau erhielt eine reichsstädtische Verfassung. Schon bald nach ihrer Neugründung entwickelten sich die Stadt zu einem der größten Handelsplätze des Deutschen Reiches.
Von den böhmischen Königen, namentlich Karl IV. (1346-1378), wurde Breslau sehr begünstigt, sodass sich trotz der Stürme der Hussitenkriege und der folgenden Jahrhunderte ein wohlhabendes deutsches Bürgertum herausbildete. Der Handel der Stadt, die zwischen 1368 und 1474 der Hanse angehörte, reichte bis nach Venedig.
In dieser Periode erhielt Breslau auch sein architektonisches Gepräge. Die meisten Kirchen der Stadt wurden damals neu- oder umgebaut. Die herzögliche Burg stand auf dem Platz der jetzigen Universität. Später hat der Jesuitenstil in der Universität ein Denkmal hinterlassen.
1526 kam die 1523 protestantisch gewordene Stadt an das Haus Habsburg. Im 16. Jahrhundert erlebte Breslaus eine kulturelle Blüte. Seit dem ausgehenden Mittelalter war es mit 36 000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Deutschlands. Im Dreißigjährigen Krieg verarmte das 1633 von Schweden, Sachsen und Brandenburg verwüstete Breslau. Die Gegenreformation leitet eine neue Entwicklung ein.
Am 10.08. 1741 besetzten preußische Truppen Breslau. Durch den Breslauer Frieden (11.6.1742) kam Schlesien mit der Grafschaft Glatz, aber ohne die Herzogtümer Jägerhof, Teschen und Troppau, von Österreich an Preußen. Damit begann eine neue Blütezeit. Noch einmal (1757) wurde die Stadt von den Österreichern besetzt, wenig später jedoch von Friedrich nach der Schlacht bei Leuthen befreit.
1760 schlug General Graf von Tauentzin einen Angriff Loudons zurück. 1806/7 belagerte Vandamme die Stadt und ließ nach der Übergabe die Festungswerke schleifen.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung auf 400 000 Personen an. Die 1811 neu gegründete Universität wurde zum geistigen Zentrum des deutschen Widerstandes gegen die Napoleonische Unterdrückung. Auf der Breslauer Schmiedebrücke hatte das berühmte Lützower Freikorps, auch als „Schwarze Schar“ bekannt, sein Standquartier.
Am 17. März 1813 erging von Breslau aus der Aufruf Friedrich Wilhelm III. „An mein Volk“. Es war der Startschuss zur Vertreibung Napoleons von deutschem Boden. In Breslau wurde auch das Eiserne Kreuz gestiftet.
Bis 1945 war die Stadt Sitz zahlreicher Behörden (Oberpost- und Reichsbahndirektion, Oberbergamt, Reichsbankhauptstelle u. a.) und Hochschulen (Universität, Technische Hochschule, Akademie für Kunst und Kunstgeschichte) sowie ein bedeutender Messeplatz und Kulturzentrum mit mehreren Theatern, Museen und Bibliotheken.
Vor dem Zusammenbruch war Breslau die viertgrößte Stadt Preußens (nach Berlin, Köln und Essen) und die achtgrößte Stadt des Deutschen Reiches.
Bisher in der Reihe „Stadt und Festung Breslau“ verfasst:
Gerade ist mir dieser Zeitungsauschnitt von der Gmünder Tagespost aus dem Jahr 2004 in die Hände gefallen.
Meine Mutter war über eine lange Zeit mit einer Schlesiergruppe verbunden, und agierte dort sowohl als Reiseleiterin als auch als Schriftführerin. Im Mai 2004 hat sie vor dieser Gruppe auch einen Vortrag gehalten.
Vor wenigen Tagen habe ich einen Beitrag zu den Bädern Schlesiens (<siehe weiter unten) geteilt. Die Informationen darin stammen allesamt von meiner Mutter. Mir geht es hier weniger um den Beitrag als um die Beanstandung (siehe Zeitungsartikel) aus dem Jahr 2004 bei diesem Treffen zu den von den Polen immer noch nicht annullierten Verreibungsdekreten.
Wir schreiben das Jahr 2024, und dieses Vorgehen/Verhalten der Polen wird gar von der EU unterstützt. Nun, das war wohl auch nicht anders zu erwarten.
Merke: Die deutsche Region wird von Polen immer noch verwaltet. Die Vertreibungsdekrete wurden bis heute nicht annulliert.
„Es wird oft auf die Beschlüsse der Potsdamer Konferenz hingewiesen, als ob die Vertreibung der Deutschen von den Alliierten angeordnet worden wäre. Man hört diese These so oft , dass viele anfangen sei zu glauben. Dabei vergisst man, dass die Idee der Vertreibung der Deutschen nachweislich mit Edvard Benes ihr Ursprung fand, und dass die Lubliner Regierung Polens die Idee begeistert aufnahm.
Beide hatten ihre ureigenen Ambitionen und auch panslawistische Interessen. Es war Landraub in großem Stil, die keine historische, moralische und juristische Berechtigung hatte.
Nicht besser war und ist das Verhalten aus deutschen Regierungskreisen. Das Sowjetimperium war zusammengebrochen. Aber die Propagandalügen und die Täter/Opfer Schablonen sind geblieben. Geblieben auch ist die Stalin-Grenze – jene unselige Oder-Neiße Linie, die Stalin im Potsdam aufdrängte. Mittlerweile hat Deutschland diese Grenze anerkannt und Nachbarschaftsverträge mit Polen und der Tschechoslowakei geschlossen. Polen, Tschechien und die Slowakei sind von Deutschland in der Europäischen Union willkommen geheißen worden.
Es ist unverständlich, warum die Bundesregierung nichts tut, um die Menschenrechte der Deutschen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte aktiv zu unterstützen. Ein Zeichen aus Berlin würde sicherlich in Prag bzw. in Warschau vernommen.
Aber es kommt kein Zeichen aus Berlin, und so können die polnischen und tschechischen Regierungen weiterhin die Menschenrechte von vertriebenen Deutschen verletzen – und zwar ohne Konsequenzen.“
Ich könnte das mit den Worten des Völkerrechtlers Alfred de Zayas noch weiter ausführen…, aber dann würde ich Bände schreiben müssen. Eigentlich ist es glasklar und doch verworren, weil es aus gewissen Kreisen zu gewollt ist.
Karl IV. war ein kleiner Mann, von etwas gebückter Haltung, ein umsichtiger, sparsamer und gelehrter Fürst – er beherrschte sechs Sprachen. Dem Krieg abgeneigt, pflegte er vor allem die Werte des Friedens. Als ein Freund der Wissenschaften und Künste war er der erste Mäzen unter deutschen Königen, dazu ein gewandter Diplomat, fähig , die schwierigsten Verhältnisse zu überschauen und zu leiten.
Karl verzichtete auf jede Italienpolitik, das sie nur schwere Kämpfe und viel Geld gekostet hätte. Er ließ sich zwar in Rom vom Papst zum Kaiser krönen, doch verließ er die Stadt noch am selben Tag. Er war nur auf Mehrung und Stärkung seiner Hausmacht bedacht, die er als den einzigen Endzweck seines Handelns ansah.
Zu Böhmen, Mähren und Schlesien erwarb er die Oberpfalz, die Lausitz und die Mark Brandenburg. So stieg das Haus Luxemburg machtvoll empor.
Das war für die übrigen Fürsten der Anreiz, auch ihre Hausmacht zu stärken und sich möglichst vom Reich unabhängig zu machen. Durch ein meisterhafte Verwaltung, Pflege des Rechtswesens, Hebung des Handels und Verkehrs sowie der Landwirtschaft erhob der König besonders sein Stammland Böhmen zu hoher Blüte. In seiner Hauptstadt Prag gründete er die erste deutsche Universität (1348).
Auch herrliche Bauten von unvergänglicher Schönheit errichtete er dort: die Karlsbrücke, den Veitsdom, den Palast auf dem Hradschin, Tore von hohem Kunstwert u. a.
Unter Karls Regierung wurde Deutschland wie die meisten Länder Europas, von schwerem Unheil heimgesucht (1348). Aus dem Orient wurde „der schwarze Tod“ eingeschleppt, eine entsetzliche Seuche, die unheimlich viel Menschenleben hinwegraffte. In Deutschland erschien sie drei Jahre hintereinander. In ihrem Gefolge lockerten sich alle Bande der Gesellschaftsordnung, und alle menschlichen Gefühle verhärteten sich. Die entfesselten Leidenschaften wandten sich gegen die Juden, die wegen ihrer Geldgeschäfte verhasst waren. Man beschuldigte sie, sie hätten die Brunnen vergiftet und dadurch die Pest heraufbeschworen.
Die Religion bot den Vorwand, Raubgier und Verschuldung waren die Hauptmotive für die Verfolgungen der Juden im Mittelalter. Von Landbesitz und Handwerk ausgeschlossen, wurden sie als Geldverleiher und Bankiers zu Motoren der Entwicklung von der Natural- und Geldwirtschaft.
Bereits unter Gregor VII. im 11. Jahrhundert wurde der Hass gegen Juden angestachelt. In seiner Bulle untersagte er ihnen jede amtliche Stelle in christlichen Ländern. Die Ausschreitungen gegen die Juden begannen in Frankreich und England und griffen mit den Zügen der ersten Kreuzfahrer, unter den sich zahlreiche verarmte Kleinadelige mit einem Gefolge aus landlosen Bauern, Abenteurern und Bettlern befanden, auf Deutschland über.
Vergeblich versuchte damals Heinrich IV. den Exzessen Einhalt zu gebieten. Als die Gewaltwelle abebbte, erlaubte er den Überlebenden , zu ihrem Glauben zurückzukehren. Im Jahr 1103 stellte er in dem von ihm verkündeten Landfrieden die Juden unter die besonderen Schutzbestimmungen, die für Waffenlose – für Mönchen und Frauen – galten. Konrad III. und Barbarossa erneuerten diese Privilegien während der folgenden Kreuzzüge, in denen die jüdischen Gemeinden immer wieder bedroht waren.
Ein weitere Schlag gegen die Juden erfolgte durch Papst Innozenz III. Dort beschloss er das Verbot der Ausübung aller handwerklichen Berufe durch Juden: aus Innungen und Zünften wurden sie ausgeschlossen. Das Tragen des „gelben Flecks“ oder der spitzen Judenhüte wurde angeordnet (aber nicht überall und nur selten eingehalten). So wurden sie zu Pfandleihern, Geldwechslern und Zinsnehmern. Christen wurde gleichzeitig das kanonische Zinsverbot auferlegt.
Nun wieder hin zur Zeit des 13. und 14. Jahrhunderts. In der Wende kam es erneut zu weitverbreiteten Judenverfolgungen. Die Kirche hatte das Sagen. Das Fehlen einer starken Herrschergewalt und das überhandnehmende Fehde- und Raubritterwesen trug zum Anstieg der Exzesse bei. Es kam im Zuge der Pest zu unbarmherzigen Metzeleien von Unschuldigen. Andere wieder glaubten, das große Sterben sei eine Strafe Gottes, und man könnte den Zorn des Himmels sühnen durch Selbstkasteien.
Die Sekte der Geißler oder Flagellanten trat auf. Immer größere Scharen zogen lawinenartig anwachsend, von Stadt zu Stadt. Sie vermehrten nur noch das Unheil, indem sie das große Sterben immer weiter verbreiteten.
Unter düsteren Gesängen geißelten sie sich öffentlich den entblößten Rücken und forderten zur allgemeinen Buße auf. Schon bald aber mischte sich unter diese Fanatiker allerlei liederliches Volk, das unter der Maske des Geißlertums plünderte, auch sonstige Untaten beging und zu einer kaum geringeren Landplage wurde als die Pest selbst. Als die Seuche erlosch, erlosch auch diese Bewegung.
Weihnachten 1356 erließ Karl IV. ein wichtiges Gesetz, „Goldene Bulle“, genannt nach der goldenen Kapsel des angehängten Siegels. Ihre staatsrechtlichen Bestimmungen sind zwar sehr oft missbraucht worden, dennoch war sie das wichtigste Verfassungsgesetz des alten deutschen Reiches überhaupt und wurde für die Reichsverfassung sehr wichtig.
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Morgen dann mehr zu diesem Gesetz.
Im Kommentar noch einmal einen Rückblick auf diesen Papst und seine Methoden.
Immer und immer wieder wird uns gepredigt, Deutschland hat gewütet und sich vieler Verbrechen schuldig gemacht. Unabhängig davon, dass viele unter uns die Art dieser Predigt längst durchschauen konnten, habe ich mir heute Morgen mal die Mühe gemacht Google folgende Fragen zu stellen:
Wie viele Städte wurden von Deutschen im Krieg bombardiert?
Welche deutsche Luftangriffe sind bekannt?
Hat Deutschland im Zweiten Weltkrieg viele Städte zerstört?
Nun, die Antworten waren in dieser Hinsicht recht interessant. Denn behandelt wurden nur Luftangriffe der Alliierten. Merkwürdig? Nein, das ist nicht merkwürdig, sondern der Tatsache geschuldet, das die Bilanz zu Luftangriffen von deutscher Seite aus, recht dürftig ausfällt. Im Gegenzug blicken wir auf unzählige zerstörte Städte durch alliierte Vernichtungsangriffe.
Der Deutschlandfunk schreibt dazu: „Am 14. Februar 1942 entschied die britische Militärführung, „ohne Einschränkung“ Bomben über dicht besiedelten deutschen Städten abzuwerfen. Vorbild für die Flächenbombardierungen waren verheerende deutsche Luftangriffe auf Städte wie London und Coventry oder Warschau.“
Verheerende deutsche Luftangriffe? Ab Februar 1942? Tatsächlich? Unabhängig von der Tatsache, dass die alliierten Vernichtungsangriffe vor allem ein bestimmtes Ziel verfolgten und ihren Beginn bereits 4. September 1939 nahmen, schauen wir doch noch einmal genauer hin.
Coventry ist bekannt, darüber habe ich schon berichtet. (siehe im Kommentar) Als angebliche Beweise werden die Bombardierungen von Coventry, Warschau und Belgrad medial herangezogen. Die Wirklichkeit ist aber anders.
Die Fakten:
Erst nach wiederholten Angriffen auf Berlin Ende August 1940 erfolgte am 7. September ein erster deutscher Vergeltungsangriff auf London.
Zu Beginn der Schlacht um England war den deutschen Kampffliegern der Angriff auf Städte untersagt. Erst nachdem Kriegspremier CHURCHILL die Bombardierung deutscher Städte freigegeben hatte, wurde auch London angegriffen. Der erste deutsche Angriff auf London erfolgte als Vergeltung am 7. September 1940.
Erst weitere Monate später, am 15. November 1940, erfolgte der deutsche Luftangriff auf die Rüstungsstadt Coventry, der oft unberechtigt als Auslöser des alliierten Luftterrors im Zweiten Weltkrieg genannt wird.
Warschau: Bekanntlich kapitulierte Warschau am 27. September 1939. Millionen von Flugblättern waren vorher abgeworfen worden, um Warschau zur Kapitulation und die Zivilbevölkerung zum Ausweichen in die östlich der Weichsel gelegene Vorstadt aufzufordern. Die polnische Hauptstadt war keine offene Stadt. Im Gegenteil: Sie war vorher in Verteidigungszustand gebracht worden. Der polnische General Juliusz ROMMEL und der Bürgermeister hatten die Verteidigung organisiert. Als die Kapitulation nicht erfolgte, griffen deutsche Flugzeuge, vom damaligen Kriegsrecht völlig gedeckt, die als Festung ausgebaute Stadt an.
Die deutsche Luftwaffe hatte den Auftrag, nur militärische Ziele zu bombardieren. Schriftliche Dokumente darüber liegen vor. Auch hatte der französische Luftattache in Warschau, General ARMENGAUD, seine Regierung darüber informiert, dass die deutsche Luftwaffe nach den Kriegsgesetzen gehandelt habe.
Am Morgen des 6. April 1941 begann der deutsche Luftangriff auf Belgrad. In Belgrad wurden – soweit dies möglich war – nur militärische Ziele bombardiert. Hinter den dazu vorangegangenen Aktionen standen die Engländer und der amerikanische Diplomat Bill DONOVAN. Anfang April schloss die neue Regierung einen Pakt mit der Sowjetunion. Es kam deswegen am 6. April zum Krieg Deutschlands mit Jugoslawien.
Indes begannen die Briten als erstes mit Bombenangriffen auf Deutschland, ohne dass das Reich darauf zunächst antwortete. Nach einer Notiz bei den Akten des Oberbefehlshabers der Luftwaffe-Arbeitsstab I.S.- erfolgten bereits bis 31. Dezember 1939 zahlreiche britische Bombenabwürfe.
Dass CHURCHILL vor nichts zurückschreckte, beweist der britische Luftangriff auf Bulgariens Hauptstadt Sofia in der Nacht zum 7. April 1941. Bulgarien befand sich mit England nicht im Krieg. England hat diesen Angriff als Repressalienhandlung gerechtfertigt.
Vorausgegangen war der Beitritt Bulgariens zum Dreimächtepakt. Die deutschen Truppen konnten daher – ohne dass Bulgarien in den Krieg eintrat – durch das Land marschieren. Die Anwesenheit englischer Truppen auf griechischem Hoheitsgebiet gab Deutschland das Recht, dieses als Kriegsschauplatz zu behandeln.
Weitere Beispiele alliierter Zerstörungswut:
Als die Alliierten Frankreich bombardierten – siehe die Schlacht um Frankreich 1944/45. Zwischen Juni 1940 und Mai 1945 wurden von britischen und amerikanischen Flugzeugen 67078 Franzosen getötet. Mehr als 90000 Gebäude oder Häuser wurden zerstört, und 45 000 wurden unbewohnbar.
Die Zerstörung der normannischen Stadt Caen durch zweiwöchige, unablässige Luftbombardements auf deutsche Besatzungstruppen sowie auf die einheimischen Zivilisten bis zur Einnahme durch die anglo-amerikanischen Invasionstruppen am 9. Juli 1944 gehört zu den schlimmsten Beispielen der rücksichtslosen Vorgehensweise der alliierten Luftwaffe
Nach der alliierten Invasion 1944 in Frankreich bombardierten Engländer und Amerikaner rücksichtslos auch die Städte ihres französischen Verbündeten, solange die Gebiete noch in deutscher Hand waren. Aber auch schon vorher wurden französische Orte, vor allem an der Atlantikküste, von britischen Terrorangriffen heimgesucht. Dabei nahmen die Engländer auf die Zivilbevölkerung ebenso wenig Rücksicht wie bei ihrem Angriff am 3. Juli 1940 gegen die französische Flotte in Mers-el-Kebir bei Oran in Nordafrika auf die französischen Marinesoldaten.
Am 3. Mai 1942 starteten die Alliierten einen intensiven Bombenangriff auf die Pariser Umgebung.
Am schlimmsten ist, meint der Zeitzeuge Philippe GAUTIER, „dass die Alliierten, und ganz besonders die Engländer, die historischen Kerne von nahezu allen Städten der Normandie. .. zerstörten, obwohl sie sehr wohl wussten, dass ihre deutschen Feinde ihre Panzerdivisionen nicht in den normannischen Kirchen und Kathedralen versteckten, ebenso wenig in den alten Abteien, in den mittelalterlichen engen Gassen mit Fachwerkhäusern oder in Krankenhäusern. Eine ungeheuerliche Bilanz von ebenso willkürlichen wie überflüssigen Massakern!“
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Quelle:
Der Grosse Wendig Band 1 S. 830 Grab ert Verlag / Kosiek/Rose
Georg W. FEUCHTER, Der Luftkrieg, Athenäum, Frankfurt/M. 21962, S. 219. 2 In: Flugzeug, Nr. 3, Juni-Juli 1990, S. 24-28. 3 CZENANY, aaO. (Anm. 11), S. 235.
Philippe GAUTIER, Deutschenangst — Deutschenhaß, Gra bert, Tübingen 1999, S, 11.
Hans-Joachim VON LEESEN, »Wer warf Bomben auf Nantes?«, in: Ostpreußenblatt, 7. 10. 2000, S. 4. 5 Siehe Beitrag Nr. 161: »Bromberger Blutsonntag«. 6 Christian ZENTNER U. Friedemann BEDÜRFTIG, Das Große Lexikon des Zweiten Weltkriegs, Südwest, München 1988, S. 241; Philippe GAUTIER, Deutschenangst – Deutschenhaß, Grabert, Tübingen 1999, S. 130-133. 7 Philippe GAUTIER, ebenda, S. 132
Auswärtiges Amt Berlin (Hg.), Dokumente über die Alleinschuld Englands am Bombenkrieg gegen die Zivilbevölkerung, Achtes Weißbuch der Deutschen Regierung, Berlin 1943, Nachdruck ArchivEdition, Viöl 1995, S. 155
Hier widmen wir uns der Stadt Breslau, ihrer Geschichte und ihrem schweren Kampf um den Erhalt der Heimat beginnend am 13. Februar 1945 bis zum 6. Mai 1945. Die Menschen dort kämpften wie Löwen.
Ich werden dieser Zeit einige Kapitel widmen.
Als sich im Februar 1945 die Russen und ihre polnischen Hilfstruppen der schlesischen Hauptstadt näherten, wurde diese am 15.2. zur Festung erklärt (wie auch Glogau und Oppeln).
Während der dreimonatigen Belagerungszeit kamen 40 000 Menschen vor Hunger und Kälte um. 70 Prozent der Stadt fielen dem Feuer der sowjetisch-polnischen Artillerie zum Opfer.
Nachdem die Festung am 6. Mai (vier Tage nach Berlin) kapituliert hatten, richteten die Besatzer unter den Überlebenden ein Blutbad an. Die Polen, die am 9. Mai die Verwaltung Breslaus übernahmen, vertrieben die meisten der damals 200 000 deutschen Einwohner.
Und bevor wieder Stimmen mit unhaltbaren Aussagen ertönen wie…
„Wir müssen nicht jammern, die Deutschen haben doch angefangen“. – Nein! Das haben sie nicht. Die kriegerischen Handlungen und das damit einhergehende Unheil für Millionen unschuldiger Menschen ging zu keiner Zeit vom Deutschen aus. Nachweislich!
„Die Deutschen waren auch nicht zimperlich“. Auch das stimmt so nicht. Deutsche haben zu keiner Zeit je in einem Land gegen Menschen so gewütet wie wir es aus den Reihen der uns bekannten Kriegstreiber USA und Britannien kennen. Eingeschlossen die Gräueltaten der Sowjets. Nachweislich!
„Aber es war doch Krieg“. Falsch! Als das große Morden und die Jagd auf alle Deutschen stattfand, war der Krieg längst entschieden. Und auch darüber hinaus, also in der Nachkriegszeit, nahm das Töten der deutschen Bevölkerung durch die Besatzer kein Ende. Nachweislich!
Verweise, Quellen, und Tatsachen- und Erlebnisbericht dazu gibt es genug. In meinen Beiträgen werden sie im Detail zu den jeweiligen Vorgängen aufgeführt.
Ich finde es nach wie sehr traurig als auch verblüffend, wie sich eine Mehrheit deutscher Bürger zum dem Leid des eigenen Volkes äußert und die Verbrechen gegen das eigene Volke zu verharmlosen vermag und darüber hinaus eine Richtigstellung ablehnt und die Erlebnis- Tatsachenberichte nur bedingt wahrnimmt.
Meine Frage: Waren das keine Menschen für diejenigen? Oder warum rehabilitiert man vehement die Taten der Alliierten und Besatzer?
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Doch nun zu Breslau. Zu Beginn möchte ich euch die Stadt und ihre Geschichte vorstellen. So schaffen wir eine Verbindung und können besser begreifen, welchen Verlust die Menschen nach der unsäglichen und völkerrechtswidrigen Vertreibung erlitten haben.
Gut zu wissen: Im Jahr 1945 wurde Breslau gemäß dem Potsdamer Abkommen unter polnische Verwaltung gestellt. Diese vertrieb bis 1948 die gesamte deutsche Bevölkerung Breslaus und besiedelte die Stadt mit Polen, die meist aus Zentralpolen oder aus den an die Sowjetunion gefallenen Landesteilen kamen. Gemäß dem Potsdamer Abkommen und aufgrund der immer noch ausbleibenden friedensvertraglichen Regelung ist das Gebiet östlich von Oder und Neiße der Republik Polen nur zu einstweiligen Verwaltung übergeben worden. Das Gebiet bleibt ein Teil Deutschlands. So auch die schlesische Hauptstadt Breslau.
Wir blicken nun zurück auf die Anfänge der Stadt. In diesem Teil bis zu Beginn des 14. Jahrhunderts.
Breslau ist die größte Stadt der Provinz Schlesien, Hauptstadt Niederschlesiens und bis 1945 Sitz des Oberpräsidenten der Provinz Schlesien. Sie war bis 1919 außerdem königliche Residenzstadt und kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt des südlichen Ostdeutschlands.
Breslau liegt an der Oder und ihren zahlreichen Flussarmen und Nebenflüssen inmitten der fruchtbaren Schlesischen Tiefebene. In vorgeschichtlicher Zeit führte die Bernsteinstraße von der Danziger Bucht nach Aquileia (Italien) durch die Breslauer Oderfurt.
Schon vor mehr als 2000 Jahren gab es auf dem Gebiet der heutigen Stadt eine keltisch-illyrische Siedlung. Später ließen sich hier wahrscheinlich ostgermanische Wandalen nieder.
Im 9. Jahrhundert bestand an dieser Stelle die wehrhafte Siedlung Frodeslaus. Daraus entwickelte sich später Vratsao (Vroclaw).
Um 900 gehörte sie zum Reich des Böhmenherzogs Wratislav I.
Um 1000 erreichter Kaiser Otto III. das von Bischof Johannes verwaltete Bistum Breslaus als Teil des Erzbistum Gnesen.
Seit der Mitte des 11. Jahrhunderts, als sich hier immer mehr deutsche Kaufleute und Handwerker ansiedelten , gehörte Breslau (das 1149 erstmals als „Citvitas“ erwähnt wird), zu den bedeutendsten Städten Schlesiens.
Im Jahr 1093 wurde Magnus Graf Wlast Statthalter Schlesiens. Er wurde 1037 in Dänemark geboren und heiratete 1057 eine Prinzessin aus dem schwedischen Warägergeschlecht von Naugard (Nowgorod). Wlast gehörte zur dänischen Sippe der drei Schwäne (daher sein Schwanenwappen). Sein Sohn Peter (geb. 1078) wurde 1108 zweiter Landeshauptmann von Schlesien und gründete hier Anfang des 12. Jahrhunderts 77 Kirchen und Klöster, darunter die Vincenzkirche auf dem Elbing. 1150 kam ein Prämonstratenserkloster hinzu. In Dänemark gibt es noch heute eine Adelsfamilie Wlast. Peter Wlast fiel seinerzeit einer politischen Intrige zum Opfer, weil er sich gegen die Besatzer gewandt hatte
Nach den schweren Kämpfen gegen den deutschen Kaiser Friedrich Barbarossa bei Posen mussten die Polen kapitulieren und Schlesien herausrücken. 1163 traten die drei Herzöge Boleslaus, Mesiko und Konrad, Söhne des Herzogs Wladislaus, die gemeinsame Herrschaft in Breslau an.
Nachdem die Tartaren die Stadt im Jahr 1242 zerstört hatten, wurde sie an der heutigen Stelle am linken Ufer der Oder wieder aufgebaut und erhielt unter Herzog Heinrich III. und seinem Bruder Wladislaw 1262 Magdeburger Stadtrecht.
1466 taucht erstmals der Name „Breslau“ auf.
Die lückenlose seit 1287 vorhandene Ratslinie beweist, dass die Stadt bis 1945 nur von Deutschen regiert wurde.
Unternehmen wir also noch einen kurzen „Schwenker“ in die Anfänge des 11. Jahrhunderts, die der Wiedergewinnung alten germanischen Bodens.
Schlesien, Ostpreußen, Westpreußen und Pommern sind Gebiete, die sieben Jahrhunderte und mehr von germanischen Stämmen bewohnt waren.
Als diese west- und südwärts zogen, kamen Slawen ins Land. Doch diese Slawen waren nicht in der Lage, den Boden zu bewirtschaften, Wälder zu roden, um Anbaugebiete zu schaffen. Deshalb übergaben sie das unbewohnte Land und die unbewohnbaren dichten Wälder den Deutschen.
Aus den alten germanischen Stämmen kamen Franken, Thüringer, Flamen und viele andere nach Schlesien. Unter schwersten Bedingungen schufen diese Deutschen Dörfer und Städte und brachten eine Wüste zum Blühen, und ließen auf altem germanischen Boden neues Leben erwachsen.
Und noch etwas: Unser Volksstamm, soweit wir zurückblicken können, besaß dichterische Begabung. Er wusste, die bunte Menge von Gestalten und Handlungen zu erfinden, die den Inhalt einer Mythenreihe ausmachen. Später, als die Germanen lange Zeit bei den südlichen Nachbarn in die Schule gegangen waren, erhob sich ihre bildende Kunst zu freien, großen Schöpfungen.
Wusstet ihr, dass allein aus der Provinz Niederschlesien mit der Hauptstadt Breslau 13 Nobelpreisträger stammen?
1908 Paul Ehrlich
1912 Gerhart Hauptmann
1918 Fritz Haber
1931 Friedrich Bergius
1934 Otto Stern
1950 Kurt Alder
1954 Max Born
1963 Maria Goeppert-Meyer
1964 Konrad Bloch
1987 Georg Bednorz (Kind schlesischer Eltern)
1994 Reinhard Selten
1999 Günter Blobel(geb. 1936, er kam mit seinen Eltern als Vertriebener aus Sohrau-Niederschlesien- nach Dresden, ging nach Abitur und Studium nach Amerika – da er in der DDR keine Unterstützung zur Forschung bekam).
Auch das deutsche West- und Ostpreußen hat Nobelpreisträger:
1920 Walter Nernst
1901 Emil Behring
1911 Wilh. Wien
1956 Werner Forssmann
1963 Fritz Lippmann
Aus dem deutschen Sudetenland: 1905 Philipp Lenard
Weitere größere Persönlichkeiten aus dem zum deutschen Reich gehörigen Ostdeutschland sind Imanuel Kant, Kopernikus, Knobelsdorf, Schopenhauer, Virchow,
Borsig, Langhans, Fahrenheit , A. Menzel (Maler) , B. Grzimek Zoologe)
Kurt Masur (Dirigent).
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Wenn wir das Kapitel Breslau aufschlagen, beginnt auch das Stück meiner Geschichte väterlicherseits, denn mein Urgroßvater wurde in Breslau geboren. Hier nur ein kurzer Aufschlag, wo die Wurzeln meiner Familie zu finden sind. Mütterlicherseits haben wir diese bereits kennengelernt, sie finden sich in Lissa (Posen).
So eröffne ich eine neue Beitragsreihe zur „Festung Breslau“.
Auf den Fotos seht ihr unter anderem meine Urgroßeltern zu ihrer Goldenen Hochzeit.
Nach Albrechts Tod, gelang es abermals einem Erzbischof von Mainz, die Wahl des Nachfolgers zu lenken. Heinrich XII von Luxemburg bestieg den Thron. Er erwarb das erledigte Königreich Böhmen. Ganz erfüllt von dem lockenden Gedanken, die Macht und den Glanz des deutsch-römischen Kaisertums, das seit 1250 erloschen war, wiederherzustellen, zog er nach Italien, von Dante, dem größten Dichter Italiens, begeistert begrüßt – wurde in Mailand zum lombardischen König und – nach Überwindung großer Widerstände – in Rom zum Kaiser gekrönt.
Als er einen Kriegszug gegen König Robert von Neapel, den Enkel Karls von Anjou, unternahm, starb er in Siena (1313).
Nach seinem Tod erhob sich über die Wahl des neuen Königs große Zwietracht im Reich. Es kam wieder einmal zu einer Doppelwahl, und beide Bewerber wurden gekrönt, der Habsburger Friedrich der Schöne von Österreich, Albrechts Sohn, und der Wittelsbacher Ludwig der Bayer, zwei alte Jugendfreunde. Wieder verheerte (acht Jahre lang) Bürgerkrieg das deutsche Land. 1322 kam es zur Entscheidungsschlacht bei Mühldorf am Inn. Es war die letzte große Schlacht auf deutschem Boden, die ohne Anwendung der Feuerwaffen geschlagen wurde.
Ludwig der Bayer siegte, Friedrich wurde gefangen. Ludwig empfing seinen Jugendfreund mit den Worten: Vetter, wir sehen euch gern!“ Später ließt Ludwig den gefangenen Gegner auf die Festung Trausnitz in der Oberpfalz führen. Hier saß Friedrich in langer Haft. Der Kummer bleichte vor der Zeit seine Haare, während seine treu Gemahlin im fernen Wien sich die Augen blind weinte.
Trotz seines Sieges hatte Ludwig noch nicht endgültig gewonnen. Friedrichs Bruder, der leidenschaftliche Leopold, setzte den verheerenden Krieg für die Habsburger fort; der Papst belegte sogar Ludwig mit dem Bann und befahl ihm, die Regierung niederzulegen. In seiner Bedrängnis suchte Ludwig sich mit der österreichischen Partei auszusöhnen. Er legte durch eine Botschaft ein Sündenbekenntnis ab und versprach für sich und seine Nachfolger dem päpstlichen Stuhl den Eid des Gehorsams. Als alles ohne Erfolg blieb, schilderte Ludwig auf einem Reichstag den Fürsten seine Bemühungen um die Herstellung des Friedens und die Anmaßung des Papsttums. Darauf erklärten die Reichsstände die päpstliche Verfügung für ungültig.
Einige Zeit danach traten die Kurfürsten zusammen und schlossen den Kurverein zu Rhense (1338), sie erklärten, jedem rechtmäßig gewählten deutschen König stehe die Kaisermacht zu, auch ohne päpstliche Bestätigung, allein von Gott stammend. Doch hat Ludwig die Gunst dieser Lage nicht auszunutzen verstanden.
In dem Bestreben, seine Hausmacht zu vergrößern, hatte Ludwig großen Erfolg. Er gewann die Mark Brandenburg – nach dem Aussterben der Askanier – Tirol, Holland, Seeland, Friesland, Hennegau. Durch solche Ländergier verletzt, stellen seine Gegner im Reich 1346 einen Gegenkönig auf, Karl von Mähren, den Enkel Heinrichs VII. Dennoch behauptete sich Ludwig, bis ihn, im 60. Lebensjahr, ein plötzlicher Tod dahinraffte. Auf einer Jagd bei München wurde er vom Schlag getroffen und verschied alsbald.
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Weiter geht es dann in der nächste Woche mit Karl IV. (1347-1378) und Sigmund (1410 -1437)