Ebenfalls im Isergebirge und nur 1 ¼ Stunden Fußweg von Bad Flinsberg entfernt, liegt Bad Schwarzbach im Schwarzbachtal, umgeben von Nadelwald, der bis in die Talsohle hinabreicht. Ursprünglich gehörte auch Bad Schwarzbach den Reichsgrafen von Gottschoff, 1679 ging der Ort an die Stadt Hirschberg.
Sieben Quellen besaß Bad Schwarzbach. Die größte, die Viktoria-Quelle wurde 1783 entdeckt und ab 1813 genutzt. Ein geregelter Badebetrieb fand erst ab 1850 statt. Obwohl hier keines der Kurmittel erster Badeorte fehlte, große Heilerfolge zu verzeichnen waren, die Besucherzahl laufend stieg, wurde es nie ein mondänes Bad.
Das Badeleben war ungezwungen, einfach und geselliger Art. Es wurde keine Kurtaxe erhoben und allgemein war es preiswerter als in den großen Badeorten.
An Unterhaltung fehlte es aber keinesfalls. Konzerte, Musikaufführungen und Tanzabende fanden täglich statt. Im Kurhaus befanden sich Bibliothek und Lesezimmer. Hinter dem Säulengang des Kurhauses führte ein Alleenweg in den 80 Morgen großen Kurpark.
Das Kurhaus wurde 1928 ausgebaut und modernisiert, es kamen Restaurant, Garten, Café und Veranda dazu. Ein Kurhotel im Ort hatte nicht nur moderne Gästezimmer, eine eigene Quelle, sondern auch eine Autohalle.
Als Winterportplatz gewann Bad Schwarzbach ab 1929 zunehmend Bedeutung durch ein ausgezeichnetes Skigelände und drei Rodelbahnen.
Pferdeschlittenfahrten fanden nach Bad Flinsberg, Marklissa und Goldentraum statt.
1970 stand das Kurhaus noch, ansonsten hat man den Ort dem Verfall preisgegeben.
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Im Anschluss an diesen Beitrag findet ihr noch eine Zusammenfassung, zur „Schlesien und seine Bäder“-Reihe, welche auch das Heimatrecht als fundamentales Menschenrecht aufgreift, und damit auch die völkerrechtswidrige Vertreibung.
Auf der entsprechenden Seite findet ihr alle erstellten Beiträge zu den schlesischen Bädern. Ich bedanke mich bei allen, die an der Bäder-Reise teilgenommen haben.
Bleiben wir noch einen kurzen Moment im Hirschberger Tal, beruhend auf meinem letzten Beitrag zu Bad Warmbrunn. In der Umgebung des sagenumwobenen Kynast hatte sich Gerhart Hauptmann niedergelassen. 1901 bezog der Dichter „Haus Wiesenstein“ in Agnetendorf, dem heutigen Jagniatkow. Gerhart Hauptmann hatte sich die Jugendstilvilla von dem Berliner Architekten Hans Griesebach bauen lassen. Hier verstarb er am 6. Juni 1946 kurz vor der durch die russische Militärverwaltung angeordnete Aussiedlung.
„Bin ich noch in meinem Haus?“ soll sich der schon vom Tode Gezeichnete drei Tage vor seinem Ableben vergewissert haben. die bange Frage lässt ermessen, wie sehr ihn das Verlassen der „mythischen Schutzhülle seiner Seele“, wie er sein Heim einmal nannte, belastet hatte.
An einen Besuch im November 1937 erinnerte sich der Schriftsteller Erich Kästner: „Im Turmzimmer brannte der offene Kamin. Im tiefen Sessel davor, zum Feuer gewandt, saß er, vom Haar wie von Eisluft umweht. In sich gekehrt, war er wie allein. In den Stunden, in denen es galt seinen Wert abzuringen, war er zu fast demütiger Milde erweicht.“
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Quelle:
Auf den Fotos seht ihr die Villa Wiesenstein in Agnetendorf. Ein kastellartiges Gebäude, dass der Dichter einmal als „mythische Schutzhülle einer Seele“ bezeichnete, wo er von 1901 bis zu seinem Tode 1946 lebte und arbeitete.
Außerdem einen Auszug aus dem Heft „Jenseits von Oder und Neiße“ Bildband Nr. aus dem Burda-Verlag Sonderdruck Offenburg /Baden
Weitere Quellen: „Das Riesengebirge“ von Georg Jung Ellert & Richter Verlag
Über Erzählungen zur Kirche Wang haben wir mit dem Riesengebirge (Beitrag vom 31.5.) bereits Bekanntschaft gemacht. Ihr erinnert euch vielleicht.
Das Riesengebirge ist auch die Heimat des sagenhaften schlesischen Berggeistes Rübezahl. Es ist ein mächtiger Gebirgszug aus Granit und Gneis. Auch hier gibt es Felsengbilde und Schluchten. Zum Beispiel die bekannten Schneegruben. Die Berge sind dicht bewaldet, die herrschende Holzart ist die Fichte.
Oberhalb von 1200 Meter gibt es Knieholz (Krüppelkiefern), Krummhölzer, Almenwiesen, Hochmoore und Alpenpflanzen und Flechten (Lisenes, eine niedere Pflanze, die strauchartig an Felsen wächst) – Pflanzen, die man sonst nur in den Alpen oder in der Schweiz und Lappland findet.
Das Riesengebirge fällt an der Nordseite steil in das 1000 Meter tiefer gelegene Hirschberger Tal ab. Und in diesem Tal, am Fuße des Riesengebirges, nur sieben Kilometer von Hirschberg entfernt, liegt Bad Warmbrunn.
Dann schauen wir uns mal um, in Bad Warmbrunn – in dem Ort, der im schönsten Tal des
Hirschberger Kessels liegt.
1281 wurde hier eine Quelle entdeckt und genutzt. Seine Bedeutung erhielt der Ort erst im 17. Jahrhundert, als durch das Erschließen der radiumhaltigen Quelle, ca. 68 Grad, mit dem Ausbau der Kuranlagen begonnen wurde. Die Reichsgrafen von Gottschoff sorgten dafür, dass sich Warmbrunn zu einem bekannten Badeort entwickelte. Sie waren von 1381 bis 1945 Besitzer von Bad Warmbrunn. Die Anlagen wurden in den Jahrhunderten laufend erweitert und modernisiert. Es entstanden Badehaus, Kurhaus, ein schöner großer Park, ein Theater.
Auch hier fanden täglich Aufführungen und Kurkonzerte statt. Und 1932 entstand das Bade- und Kurhotel „Quellenhof“, es war das modernste der schlesischen Bäder. Im 18. und 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts kamen Badegäste aus ganz Europa nach Bad Warmbrunn.
Bekannte Dichter weilten in diesem Kurort, u. a. Goethe. Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der Maler Casper David Friedrich.
Die Anlagen heute, sind leider eher verwahrlost. Lediglich die Promenade und einzelne Häuser werden seit 2020 aufgewertet.
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Hier geht’s zum Nachbarn, nach Bad Flinsberg ins anmutige Queistal am Nordostt-Abhang des Hohen Iserkamms.
Das Isergebirge, Nachbar des Riesengebirges, ist ein mächtiges ausgedehntes Waldbergland. Die Hänge fallen steil ab. Felsengebilde, Schluchten und oberhalb das Isermoor sind die besonderen Merkmale dieser Gebirgsformation aus Granit und Gneis.
Die höchsten Erhebungen sind Heufuder auf schlesischer (1107 Meter) und Tafelfichte (1122 Meter) auf böhmischer Seite. Mittelpunkt dieser Landschaft ist Bad Flinsberg im Queistal. Der Ort ist von hohen Bergen und Wald umgeben. 1572 und 1601 sprudelten hier die ersten Quellen, erst 1689 wurden sie untersucht und genutzt. 1763 erwarben die Reichsgrafen von Schaffgotsch Bad Flinsberg. Unter ihrer Herrschaft entstanden 1768 Bade- und Brunnenhaus, Logiergebäude und eine große Parkanlage. Es dauerte nicht lange bis Bad Flinsberg bei den Erholungs- und Heilungssuchenden große Bedeutung fand.
1899 entstand ein neues Kurhaus mit einer 80 Meter langen Wandel- und Trinkhalle. Es war ein Hotel ersten Ranges, mit modernen eingerichteten Gästezimmern, Lese- und Tanzsaal, Spiel- und Unterhaltungsräumen. Eine breite Freitreppe führte zum Kurhaus hinauf. Vor dem Gebäude war eine große Terrasse, täglich fanden hier Kurkonzerte statt. Die Wandelhalle war mit Palmen und herrlichen Gewächsen ausgestattet, ebenso die Terrasse. Ab 1925 war Bad Flinsberg auch ein bekannter Wintersportplatz mit einer 2 bis 3 Kilometer langen Bobbahn und einer Sprungschanze.
Und wie sieht es heute dort aus? Der Kurbetrieb wurde wiederaufgenommen. Noch 1970 konnte man die Wandelhallen nicht betreten, sie waren voller Schmutz. Jetzt ist es etwas ordentlicher geworden. Aber vom ehemaligen Glanz dieses Badeortes ist nichts mehr vorhanden.
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Quelle: Niederschriften meiner Mutter aus ihrer Zeit als Reiseleitern in der Schlesien-Gruppe. (aus der Zeit von 1988 bis 2004)
Ich hatte zu Beginn der „Schlesien und seine Bäder“-Reihe darauf verwiesen, dass man zur Tragödie und dem damit verbundenen Schicksal der Menschen, den Menschen dahinter mit all dem, was ihn ausmacht und geprägt hat, kennenlernen muss. Wie sonst soll man verstehen, was sie tatsächlich verloren haben.
Blicken wir zunächst zurück. Dazu wissen wir bereits, dass die Geschichte der Schlesier im 12. Jahrhundert beginnt. Ihre Urahnen die germanischen Silinger lebten von ca. 100 v. u. Z. bis 600 n. u. Z. in Schlesien. Zum Teil über 700 Jahre. Als sie das Land verließen, blieb ein Rest des Stammes zurück; nur so ist es erklärbar, dass der Name Schlesien, den die Wissenschaft von den Silingern ableitet, erhalten geblieben ist.
Den Silingern folgten vereinzelt Slawen, deren Besiedlung sich auf die wenigen waldarmen Gebiete beschränkte.
Schon vom 10. Jahrhundert an, aber verstärkt ab dem 13. Jahrhundert kamen deutsche Siedler in das Land. Zu dieser Zeit waren endlos Züge von Menschen mit Vieh, gebrechlichen Fuhrwerken, beladen mit Hausrat, Verpflegung und anderen wichtigen Dingen, auf den holprigen, staubigen und bei Regen verschlammten Straßen unterwegs.
Als endlich das Ziel, meist ein dicht bewaldetes Gebiet erreicht war, musste sofort Wald gerodet und eine Hütte gebaut werden.
Mit den Bauern waren auch Handwerker, Kaufleute und Ritter in das Urwaldgebiet gekommen. Diese deutschen Siedler aus Franken, Sachsen, Thüringen und einige Flamen rodeten den Wald, legten Felder an, bauten Dörfer, gründeten Städte und machten das unzugängliche Bergland bewohnbar.
Bis 1350 schafften sie es, 1200 Dörfer und ca.120 Städte neu anzulegen.
Aus den kleinen Ansiedlungen wuchsen die Waldhufendörfer, die großen Güter, Handel und Handwerk bestimmte das Leben in den Städten. Eine Fülle nützlicher und schöner Bauten wurde errichtet. Technik und Wissenschaft und manche wertvolle Erfindung gingen aus den Werkstätten hervor. So zum Beispiel die Gründung des größten Zeitungsunternehmens 1741 durch Johann Korn und die Herausgabe der „Schlesischen Zeitung“ – später der „Schlesier“.
Die Kurorte und Bäder gehörten zum kulturellem Reichtum Schlesiens, wie die Gesamtheit, der von ihren einstigen Bewohnern geschaffenen materiellen, geistigen und künstlerischen Werte.
Die Menschen staunten, untersuchten und erkannten, dass da ein heilendes Wunder aus der Erde steigt. Sei fassten die Quellen ein und nutzten sie. Das geschah ab dem 14. Jahrhundert.
Auch zählen die lebendigen Kulturwerke Burgen, Adelssitze, Schlösser, Dörfer und Städte mit ihren Häusern, Parkanlagen, prächtigen Baudenkmälern, Theater und Museen dazu. Sei sind typisch deutsches Gepräge, und sie erinnern täglich an die deutsche Geschichte Schlesiens vor über 700 Jahren und an ihre eigentlichen Besitzer und dieses Vermächtnis wird sichtbar bleiben.
Von Klopstock kommen die nachfolgenden Worte: „Aber die Geschichte wird schon zu ihrer Zeit aufstehen und reden“.
Und Boris Pasternak sagte: „Glauben Sie mir, es ist schwer, sich zu verpflanzen, Ausweisen aus meiner Heimat, wäre für mich der Tod“.
Bad Landeck und Bad Salzbrunn – zwischen fruchtbaren Feldern, grünen Wiesen und dichten Wäldern
Der altbekannte Badeort Landeck liegt in einem malerischen, nach Süden geöffneten Tal an den Ausläufern des Reichensteiner Gebirges.
Die Landschaft gleicht einem Kessel, der von bewaldeten Gebieten umschlossen ist.
Bad Landeck ist der älteste Kurort des Glatzer Berglandes. Der Ort wurde Mitte des 13. Jahrhunderts zur Stadt erhoben. Etwa seit 1400 lebten die Ackerbürger und Handwerkerstadt auch von warmen Quellen, die nach der Erschließung fortlaufend ausgebaut wurden.
1557 gab es das Warme Bad (Temperatur +20-30 Grad). Natürlich waren noch Mängel und Unzulänglichkeiten zu verzeichnen. Verbesserungen entstanden erst 1847. Und 1877wurd das primitive 200 Jahre alte Bad abgerissen und ein Prachtbau hingestellt.
1877 fuhr die letzte Postkutsche nach Bad Landeck, die Eisenbahnlinie Glatz-Landeck wurde in Betrieb genommen. Die Zahl der Kurgäste stieg stark an. Zu den Badehäusern entstanden Kurhaus, Kurtheater, Kurplatz und andere moderne Anlagen. Bad Landeck wurde ein hochmodernes Bad. Gut eingerichtete Hotels und Fremdenheime sorgten für das Wohl der Gäste. Ein Kurort ist nicht nur stolz auf seine Heilerfolge, sondern auch auf seine Kurgäste mit einem bekannten Namen.
In Bad Landeck war es Friedrich der Große, der 1765 sich einer 20-tägigen Badekur unterzog und von der schmerzhaften Gicht befreit wurde. Zurzeit Friedrich d. Großen war allerdings so eine Badekur kein Vergnügen. Bis zu sechs Stunden mussten die Kranken im Wasser aushalten.
In einem Brief teilte er seinem Freund folgendes mit: Ich schreibe Ihnen vom Wasser aus, mein Lieber worin ich mehr lebe als auf dem Lande, und fange an, Fisch oder Ente zu werden.
Aber vier Wochen später schrieb er: Die Bäder von Landeck haben mir den Gebrauch meiner Füße wiedergegeben.
Und Dank der erfolgreichen Kur Friedrich d. Großen kamen im Laufe der Jahrhunderte Fürsten, Könige, Präsidenten, Bischöfe, Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler nach Bad Landeck.
1790 feierte Goethe hier seinen 41. Geburtstag und John Quincy Adams, der sechste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (1825-1829) hatte nach seinem Aufenthalt in Bad Landeck großes Lob für den Kurort ausgesprochen.
Rings um den Kurort gibt es zahlreiche Aussichtspunkte wie Schollenstein (540 Meter), Hohenzollernfels (660 Meter), Bismarckkoppe (534 Meter), Moltkefelsen, Dreiecker (770 Meter), Hoher Heidelberg (900 Meter) und die Rösselkoppe.
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Und schon erwartet uns das nächste Bad: Kegelförmige Berge, schluchtenartige Täler und bewaldete Hügel sind die Merkmale des Waldenburger Bergwaldes, wo im Tal am Salzbach Bad Salzbrunn liegt.
Willkommen im ältesten und einem der größten schlesischen Kurorte mit Sauerbrunnen, Kurhaus, Sanatorium und 140 Hektar großen Parks.
Der Ort wurde 1221 gegründet. Die Hauptquelle ist seit dem 14. Jahrhundert bekannt.
Erzählt wird, dass ein armer Bauer mit Hacke und Schaufel den Boden des Gartens lockerte, als plötzlich helles Quellwasser aus dem Boden drang. Ob es sich wirklich so zugetragen hat, ist nicht belegt.
1705 und 1790 wurden zwei weitere Quellen erbohrt und 1802 kamen noch Zwei dazu. 1801 begann unter König Friedrich Wilhelm III. der Ausbau zum Kurbad. Als große Heilerfolge bekannt wurden, erhöhte sich die Zahl der anreisenden Gäste jährlich. Die Kuranlagen wurden in den Jahren von 1823 bis 1897 laufend ausgebaut und erweitert. Dazu entstanden moderne Tennisplätze und viele andere Annehmlichkeiten für die verwöhnten Gäste; denn hier traf sich der Hochadel von Deutschland und dem Ausland. Es hatte lange gedauert, bis aus dem kleinen Badeort ein mondänes Welt-Bad wurde. Es war auch eine Zeit des sozialen Gegensatzes. Die Kurgäste, Eleganz, Wohlstand, Sorglosigkeit auf der einen und die schreiende Armut der Weber auf der anderen Seite. Einige fanden in den Küchen- und Badeanlagen, Wäschekammern und als Kutscher Arbeit.
Stolz konnte Bad Salzbrunn auf seinen großen Sohn und dessen Bruder Carl sein. Sie wurden in Bad Salzbrunn geboren und wuchsen hier auf. Ihr Vater, Robert Hauptmann, war der Besitzer des größten Hotels am Ort „Zur preußischen Krone“.
Die Kutscherstube „Zum Fuhrmann Henschel“, gab Gerhart Hauptmann die Anregung zum gleichnamigen Schauspiel von 1899.
Von Salzbrunn aus bieten sich Ausflüge nach dem Hochwald sowie in den Sattelwald an.
Von Bad Kudowa nach Bad Reinerz – Heilquellen in schluchtenreichem Gebirge und inmitten dichtbewaldeter Täler
Wo sind wir gestern stehengeblieben? Ah ja, das war im Gebirgsdorf Grenzeck, etwa zwei Kilometer von Bad Kudowa entfernt. Und zwar dort, wo im Jahr 1796 eine Schädelkapelle errichtet wurde. Die Wände der Kapelle sind mit gebleichten Schädeln und Knochen bedeckt, mit sterblichen Überresten von 24.000 Pestopfern aus dem Dreißigjährigen Krieg und Gefallenen aus dem Siebenjährigen Krieg. Die Pest hat 80 Prozent der Bevölkerung dahingerafft. Etwas „freundlicher“ stimmt indes die Lage des Städtchens in einer Talmude. Auch der Kurpark ist nicht zu verachten.
Doch eigentlich wollten wir zu den Heilquellen. Angekommen im „Böhmischen Winkel“, in der Grafschaft Glatz, besuchen wir zunächst Bad Kudowa, das älteste deutsche Herzbad.
Seit dem 17. Jahrhundert wird der Ort wegen seiner 1580 entdeckten Sauerbrunnen besucht.
1783 erwarb Freiherr Michael von Stilldorf Kudowa und baute den Ort zu einem Heilbad aus. Ab 1870 war Bad Kudowa als erstes deutsches Herzbad bekannt. Von den fünf Mineralquellen, die hier sprudelten, wurden vier zum Baden und eine zum Trinken genutzt.
In herrlicher Lage inmitten eines windgeschützten Bergkessels, zeichnet sich der Ort durch ein mildes Klima aus.
Erste Besitzer der zu den stärksten Arsenquellen Europas gehörenden Heilquellen waren Albrecht von Wallenstein (1583.1634) und sein Schwager Graf Terzky Nachod.
Wegen der vorzüglichen Qualität wurde das Wasser in Berliner Apotheken zu Trinkkuren angeboten. Bad Kudowa hat vier Badehäuser, Kurplatz, Palmengarten, Wandel- und Trinkhallen und einen 200 Morgen großen Kurpark. Musik und gutes Theater, erlesene künstlerische und sportliche Veranstaltungen trugen zur Abwechslung und zum Erfolg der täglichen Anwendungen bei.
Die Hotels waren modern ausgestattet. Bad Kudowa konnte die Ansprüche verwöhnter Gäste voll erfüllen. Es war auch das teuerste Bad der Region.
Einige bekannte Gäste, die in Bad Kudowa zur Kur weilten sind König Wilhelm III. mit seiner Familie im Jahr 1813. Er traf hier Graf Neidhardt von Gneisenau und Ernst Moritz Arndt (Ihr erinnert euch: Vor Kurzem habe ich seine Rede ((1810) für die Greifswalder Universitätsfeier vorbereitet, wegen der politischen Verhältnisse erst 1847)) veröffentlicht), geteilt.
Der Preußische Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke besuchte ab 1867 mehrmals den Kurort. Hermann Stehr setzte in seiner Novelle „Anton Gudnatz“ dem Ort ein literarisches Denkmal. Auf dem 487 Meter hohen Schlossberg nördlich des Kurparks steht die Hussitenkapelle mit dem Denkmal des dort ruhenden Generalleutnant Fr. Wilhelm von Götzen, der 1807, die von Österreichern besetzte Festung um die Stadt Glatz für Preußen rettete.
Nur 11 Kilometer von Kudowa entfernt, liegt Bad Reinerz im dichtbewaldeten Weistritztal.
Stadt und Kurviertel verband eine ein Kilometer lange Allee. 1323 erhielt der Ort das Stadtrecht. Bereits 1408 wurde Reinerz als Kurort bekannt. Aber der Aufschwung kam erst im 18. Jahrhundert nach der (Er)Bohrung der Kalten und der Lauen Quelle. (1748 (+11), 1797 (+18,4). Bad Reinerz besaß neun Quellen.
Ab Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte der Kurort zu den modernsten und bekanntesten Bädern. Ähnlich wie in Bad Kudowa wurde den Erholungssuchenden große Bequemlichkeit, ja ein gewisser Luxus der damaligen Zeit geboten.
Dicht bei den Heilquellen standen Kur- und Badehaus, die mit Kunstwerken und Palmen ausgestattete Wandelhalle, das Kurtheater und der Musikpavillon. Es gab Theateraufführungen und viele andere Veranstaltungen.
Als im Jahre 1909 die Laue Quelle nachgebohrt wurde, schoss plötzlich eine hohe Fontäne empor. Es entstand ein 42 Meter hoher Springbrunnen im Kurpark. Die Gäste des Ortes waren Heilungssuchende aus ganz Deutschland und Europa. Auch König Friedrich Wilhelm III. und Goethe weilten hier. Später kamen zu Wohltätigkeitsveranstaltungen viele Adlige, Schauspieler und andere Persönlichkeiten.
Morgen geht es dann weiter nach Bad Landeck, ebenfalls in der Grafschatz Glatz gelegen, jedoch an den Ausläufern des Reichensteiner Gebirges.
Beruhend auf den Niederschriften zum Vortrag, den meine Mutter im Jahr 2004 in ihrer Schlesien-Gruppe gehalten hat, verweilen wir zunächst im Glatzer Bergland und besuchen dort Bad Kudowa.
Nordwestlich von Glatz liegt das Heuscheuer Gebirge mit seinen rötlichen Felswänden aus Quadersandstein, die sich aus dunklen Tannenwäldern über 700 Meter erheben, ein sogenanntes Felsenmeer. Regen, Frost und Wind haben dieses Wundergebilde geschaffen, denen menschliche Fantasie unterschiedliche Namen gab. Zum Beispiel Eberkopf, Tanzbär, das beladene Kamel, Großvaterstuhl und andere. Von deutschen Siedlern begehbar gemacht, wanderten Schlesier und viele andere Besucher auf schmalen Steigen durch enge Schluchten. In die engen Felsgassen drang kaum ein Sonnenstrahl, der Schnee lag noch im Juli darin.
Erwähnenswert: Zum Bau des Berliner Reichstags wurde Sandstein aus dem Heuscheuergebirge geholt.
Bad Kudowa liegt hier in einem windgeschützten Kessel am Fuße des Heuscheuergebirges, nur einen Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt.
Doch bevor wir uns Bad Kudowa näher widmen, möchte ich noch etwas loswerden:
Wenn wir von deutschen Tragödien sprechen, weiß nur ein Bruchteil der Menschen um das eigentliche Geschehen. Allein aus meinem Bekanntenkreis kann ich die Wissenden an einer Hand abzählen. Insbesondere die Menschen, jenseits der Oder /Neiße, in den westlichen Gebieten Deutschlands erkennen erst mit der Zeit und nach zahlreichen Rückfragen einen Zusammenhang zu den damaligen Geschehen, zu dem Elend und Leid, dass über Millionen Deutsche nach Kriegsende hereinbrach. Auch mein lieber Mann, der nun mal aus den westlichen Gefilden stammt, wusste, bevor er mich kennenlernte, von Schlesien nichts, überhaupt nichts. So auch nichts von den anderen betroffenen Ostgebieten und ihrem Schicksal.
Es ist daher falsch mit der Tragödie zu beginnen. Zuerst müssen die Menschen die Menschen hinter der Tragödie kennenlernen, mit ihren Bräuchen, Sitten, ihre Kultur, der herrlichen Landschaft und all dem Schönen, was ihre Kindheit einst ausmachte. Wie soll man sonst etwas erfassen, wovon man nie gehört hat?
Erst wenn man erkennt, was man diesen Menschen genommen hat, was sie verloren haben, lässt sich die Tragödie vielleicht besser begreifen.
Eichenblatt und Götterberg – wer sind die Schlesier eigentlich?
O. P. Geyer beschrieb es einst so:
„Der Schlesier ist heiter an Gemüt, die Traurigkeit verachtend,
mild und streng in der Gesinnung, voll Liebe zur Heimat.
Tugend liebt man in Schlesien, Frömmigkeit, die Gott versöhnt, und
Demut und Gerechtigkeit…“
Aus den höchst gegensätzlichen Zutaten einer sowohl ernsten als auch heiteren Landschaft, dem Weinen und Lachen der Menschen, sollte etwas Besonderes entstehen – in der Form eines Eichenblatts. Die starke Mittelrippe und auch die feineren Nebenrippen waren schon vorhanden – mit der Oder und allen ihren linken und rechten Nebenflüssen.
Die schwungvolle Eichenblattform sollte für ewige Zeiten auf die feste Verzahnung mit den Nachbarn hinweisen, auf den gegenseitigen Austausch von Kultur und Lebensart der Menschen-
Mit den restlichen Zutaten entstanden liebliche Landschaften und fruchtbares Ackerland, hohe Berge mit Felsgestein, stillen Mooren und tiefen Wäldern. Unverwechselbare Düfte schwangen über allem, Farben spiegelten sich in diesem heiteren schlesischen Guckkasten.
Den Zobten als Götterberg habt ihr ja bereits kennengelernt.
Zu Beginn ihres Vortrages erklärte meine Mutter noch Folgendes:
Heute wollen wir die immer mehr verblassende Erinnerung an unsere Heimat auffrischen und auf Schlesien und seine Bäder zurückblicken.
Ein Dichter sagte: „Erinnern ist so wichtig für unser Leben wie das Atmen.“
Und von einem anderen stammen die Worte: „Erinnerung, es ist das dort erlebte Glück, es ist das dort erlebte Leid, was man mitteilen muss.“
Kinder und Enkelkinder sollen endlich erfahren, was wirklich geschah, als eine Welle der Gewalt über ihre Eltern hereinbrach, sie zu Freiwild wurden und Enteignung, Vertreibung, Vergewaltigung und Mord an ihren Verwandten erleiden mussten.
Und auch das muss man wissen: Die vertriebenen Schlesier, Pommern, Ostpreußen und Sudetendeutsche haben nach dem Krieg die größten Lasten und Entbehrungen getragen. Dennoch zählten sie zu den ersten, die trotz Hunger, Not und Elend sich am Wiederaufbau Deutschlands beteiligten. Und nur sie können von dem wahren Geschehen der Flucht und Vertreibung berichten.
Heraklit sagte schon vor mehr als 500 Jahren v. u. Z.: „Denn was ich selbst geschaut, gehört habe, gebe ich den Vorrang.“
Die Geschichte der Schlesier beginnt im 12. Jahrhundert. Ihre Urahnen, die germanischen Silinger, lebten von ca. 100 v. u. Z. Bis 600 n. u. Z. in Schlesien.
Bad Kudowa, dem wir uns morgen dann in Gänze widmen, begeistert nicht nur mit zahlreichen Mineralquellen, es bewahrt auch eine beeindruckende Geschichte. So steht hier eine Schädelkapelle, 1796 errichtet. Die menschlichen Schädel und Knochen stammen von Pestopfern des Dreißigjährigen Krieges und Gefallenen des Siebenjährigen Krieges.
Morgen lest ihr mehr darüber. Also bleibt neugierig!
(Teil II zu Hinter den Kulissen geht die Tragödie weiter – von Meinungsfreiheit und einem weltweiten Netzwerk von Mythen, Legenden, Lügen und Propaganda)
Bevor ich zu den Bädern der Heimat (Bad Warmbrunn, Bad Flinsberg, Bad Landeck u. s. w.) überschwenke, schnell noch allerlei Wissenswertes zu den „urpolnischen Westgebieten“.
„Wer nichts weiß, muss alles glauben“, besagt ein altes Sprichwort.
Viele orientieren sich an der vorgegebenen allgemein gültigen Lehrmeinung. Wie schon im Beitrag zuvor erwähnt: Jahrelang wurde uns über diesen Weg (falsches) Wissen zuteil.
Ich zähle mich zu den Menschen, die den Dingen gerne auf den Grund gehen. Das ist so eine Angewohnheit aus Kindertagen. Neugier treibt, Erfahrung lehrt. Jetzt, wo unsere eigenen Kinder (fast) alle aus dem Haus sind, kann ich mich noch bewusster mit gewissen (historischen) Prozessen auseinandersetzen. Schnell wird man darüber gewahr, wie wertvoll ein solches Prozedere ist, um die Welt wie sie nun mal ist, und wie um sie bestellt, besser zu begreifen. Was man tatsächlich daraus für Schlüsse zieht und wie man sein Leben darauf ausrichtet, muss jeder für sich selbst bestimmen. Denn wir alle sind Individuen. Und das, was zum dem Einen passt, muss noch lange nicht zum anderen gehören.
Wichtig ist es nur, sich seinem Ursprung und seiner Wurzeln bewusst zu werden, um handlungsfähig zu bleiben.
Doch nun zurück zu den „urpolnischen Westgebieten“.
Wer nichts über diese Gebiete weiß, glaubt auch der polnischen Geschichtsschreibung und an die polnischen Ansprüche auf ostdeutsches Gebiet, ja sogar noch auf mitteldeutsches Gebiet östlich der Elbe. Zur Geschichte offenbart sich eben dieses bereits erwähnte Netzwerk von Mythen, Legenden, Lügen und Propaganda, die ein normaler Mensch kaum durchblicken kann. Ich habe dazu zahlreiche Bücher gewälzt und ich möchte behaupten, auch ordentlich recherchiert. Die mir vorliegenden Ausführungen sind über entsprechende Quellen einlesbar und beruhen zumeist auf einer überlieferten mittelalterlichen Geschichtsschreibung.
Doch was wissen wir nun von den (urpolnischen) Westgebieten vor 1000 Jahren – mit Schlesien, Ostbrandenburg, Pommern und Ostpreußen – jetzt unter polnischer Verwaltung?
Die „urpolnischen“ Zeiten begannen mit der Landnahme des normannischen Herzogs Dago Miseko aus dem Teilkönigsreich Ringerike in Südnorwegen gelegen im Jahre 960 n. d. Z.
Spulen wir also zurück, und landen bei den Wikingern.
Mit der einsetzenden Wärmeperiode begannen die Wikinger, die Nordmänner oder auch Normannen genannt, mit ihren Raub- und Kriegszügen durch ganz Europa.
England, Frankreich, Spanien, Portugal und Italien war genauso betroffen wie die deutsche Nord- und Ostseeküste. Beliebt waren bei den Raubzügen und Entdeckungsfahrten der Wikinger die Flussmündungen, von denen sie flussaufwärts in das Landesinnere vordrangen.
Es waren aber nicht nur Raubzüge, sondern auch die Suche nach neuen Siedlungsgebieten für die jüngeren Generationen wegen Überbevölkerung auf dem kargen Boden der skandinavischen Länder.
So landete auch der Herzog Drago Miseko mit seinem Gefolge im Jahre 960 n. d. Z. an der Odermündung und gründete im Wartheland zwischen der Oder und der Weichsel, sein eigenes Herrschaftsgebiet, das Miseko-Riki.
Dazu muss man festhalten: Dago Misekos Gefolgsleute nannten sich nicht etwa Polen oder Polanen, sondern sind als Licicaviki überliefert. Die offizielle Forschung hat über Dago Misekos Gefolgsleute nur Hypothesen aufgestellt, die den Namen nicht erklären werden. Vielmehr ordnet der Name diese Gefolgsleute den Wikingern zu.
Uns zieht es weiter nach Ostgermanien
Germanien und besonders Ostgermanien war damals mit Urwäldern, Sümpfen, Bruch-und Ödland bedeckt.
Fruchtbares Ackerland war wenig vorhanden. Der Ackerbau war noch primitiv und beschränkte sich auf die Feldgraswirtschaft. Erst später im 9./10. Jahrhundert breitet sich von Westen herkommend allmählich die Dreifelderwirtschaft aus.
Spärliche Streusiedlungen bevölkerten dieses Gebiet zwischen Warthe und Netze.
Zur Bevölkerung
Bewohnt wurde diese Region durch die dort beheimateten germanisch-gotischen Volksstämme der Wandalen, Rugier, Pomoranen, (Polanen), Heruler, Silinger, Goten und andere germanische Teilstämme. Das Wartheland gehörte im Mittelalter zu Ostelbien, „Vandalia“ genannt.
Die mönchslateinischen Schriften nannten das Land auch „Sclavania“ – das Land der Sclavi, der nicht christianisierten Volksstämme, ohne auf die Herkunft Bezug zu nehmen.
Es waren die Heiden, die Gottlosen.
Adam von Bremen berichtete im 11. Jahrhundert über die Sclavi: ..„alle waren noch im Irrwahn des heidnischen Götzendienstes befangen. Sie, die Heiden waren die Sclaven der Götzen und des Teufels. Die Sclaven entrichteten der Kirche keinen Zehnten. Es waren verabscheuungswürdige Kreaturen und rechtloses Freiwild, die nicht zu Kreuz kriechen wollten.“
Der Name Sclavi wurde zurzeit Karl des Großen von mönchslateinischen Geschichtsschreibern geprägt. Die Sclavi standen außerhalb jeden Rechts; ihr Gebiet war nach mittelalterlicher christlicher Auffassung herrenlos. Heiden = Sclavi galten als Söhne des Satans. Sie waren Teufelsgenossen, die zu vernichten ein gefälliges Werk war. Nur so kann man nach der damaligen christlichen Auffassung die Schwertmission verstehen: Tod oder Taufe!
Von dem, was uns gelehrt wird, und davon, was tatsächlich geschrieben steht
Entsprechend der allgemeinen gültigen Lehrmeinung verließen die germanisch-gotischen Völkerstämme im 5. und 6. Jahrhundert Ostelbien und Mittelosteuropa. Von irgendwo aus dem Osten wanderten dann in das von den Germanen verlassene Land ethnisch fremde Völkerschaften, die sogenannten Slawen ein. Dies wurde seit Anfang des 19. Jahrhunderts in Schulen und Universitäten in Europa und in der Welt gelehrt. Jedoch, während des Mittelalters und bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wird in der Geschichtsschreibung nichts dergleichen berichtet. Hingegen erfahren wir von einer stets vorhandenen germanisch-gotischen Bevölkerung. Dass einzelne Stämme oder Teilstämme aus diesem Gebiet weggezogen sind, ist bekannt.
Stets blieb eine Stammbevölkerung zurück!
Es war meist die jüngere Generation, die wegen Überbevölkerung die Heimat verlassen musste. Skandinavien ist wegen der zahlreichen Auswanderer nicht entvölkert worden. Der langobardische Geschichtsschreiber Paulus Diaconus (720-797) berichtete, dass in den Volksversammlungen durch Los entschieden wurde, wer die Heimat zum Aufsuchen neuen Wohngebietes zu verlassen hatte.
Bekannt ist auch die Gesandtschaft der Silinger zu ihren ausgezogenen wandalischen Stammesbrüdern unter König Geiserich (428-477) nach Nordafrika mit der Bitte um Überlassung der, diesen noch vorbehaltenen Ländereien in Schlesien. Geiserich lehnte ab.
Wenn ihr noch mehr über die Silinger erfahren möchtet: Auf der Seite „Reise und Geschichte“ findet ihr Wissenswertes zum Zobten, dem Berg der Götter, Illyrier, Druiden und Kelten, und dem Wahrzeichen Schlesiens.
Besser als über diesen geheimnisvollen Berg, lässt sich Geschichte wohl kaum vermitteln.
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Quelle:
Wikipedia,
Stiehler, Diener und Krieger
Von Weltzien, Wikinger aus genealogischer Sicht
Mühle, Die Piasten
Ausführungen und Niederschriften des Dr. Heinrich Klug
Zeigt mir die jungen Menschen, die um die Geschichte unseres Volkes wissen. Wer von ihnen kennt die Tragödien, die Schicksale, wissen um das Tun, die Anstrengungen und die Kraft ihrer Vorfahren? Ich möchte behaupten, vielleicht 10 Prozent. Das sind dann etwa die 10 Prozent, die in den Genuss der Aufklärung mittels ihrer Familie gekommen sind. Und selbst da fallen noch einige hinten runter. Ein trauriges Resümee, denn würden sich viel mehr Menschen aus unserem Volk ihrer Vergangenheit und ihrer Wurzeln bewusstwerden, würden sie, das Erbe, dass sie angetreten haben, mehr zu schätzen wissen.
Entsprechend der allgemeinen gültigen Lehrmeinung verließen die germanisch-gotischen Völkerstämme im 5. und 6. Jahrhundert Ostelbien und Mittelosteuropa. Von irgendwo aus dem Osten wanderten dann in das von den Germanen verlassene Land ethnisch fremde Völkerschaften, die sogenannten Slawen ein. Dies wurde seit Anfang des 19. Jahrhunderts (Beitrag im Kommentar) in Schulen und Universitäten in Europa und in der Welt gelehrt. Jedoch, während des Mittelalters und bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wird in der Geschichtsschreibung nichts dergleichen berichtet. Hingegen erfahren wir von einer stets vorhandenen germanisch-gotischen Bevölkerung. Dass einzelne Stämme oder Teilstämme aus diesem Gebiet weggezogen sind, ist bekannt.
Auch Wikinger verließen bei einer viel kleineren Bevölkerungszahl Skandinavien und siedelten in verschiedenen europäischen Regionen, so etwa in Nordfrankreich (Normandie) im Wolga-(Bolgar) und Schwarzmeergebiet, gründeten im Jahre 864 Känugard (Kiew), Naugard (Nowgorod) am Ilmensee und schließlich siedelte auch der Herzog Dago-Miseko aus dem Ringerike, Norwegen, im Wartheland.
Zu Dago Miseko und den Licicaviki-Wikingern an anderer Stelle mehr.
Es gibt Kritiker und Aufklärer. Ja, die gibt es. Wenn auch kaum bekannt, denn es sind nun mal die „Propheten“, die man ungern zu Wort kommen lässt.
Dr. Heinrich Klug, ein Schlesier im ‚Exil, hatte zuletzt 2013 einen offenen Brief an den Schlesier Präsidenten Prof. Michael Pietsch (mittlerweile verstorben) wegen Meinungsfreiheit verfasst. Grund: Der langjährige Schlesier-Präsident ‚Rudi Pawelka wurde 2013 (Auf Anweisung der CDU-Oberen?) abgesetzt, wie er den neuen Kurs der CDU hinsichtlich unserer Ostgebiete und das Alliierten von Deutschlands Kriegsschuld nicht mitgesungen hat und durch den systemkonformen Prof. Michael Pietsch ersetzt wurde.
Dieses weltweite Netzwerk von Mythen, Legenden, Lügen und Propaganda, ist für einen normalen Menschen kaum zu durchblicken.
Ich orientiere mich primär an den Niederschriften der mittelalterlichen Geschichtsschreiber zur Herkunft der Bevölkerung, auch im Zusammenhang mit den sogenannten „urpolnischen“ Westgebieten, und folge in Teilen der Ausführungen des Dr. Heinrich Klug.
Als wir zuletzt den Oldenburger Wall (siehe Beitrag im Kommentar) und den dazugehörigen musealen Bereich dazu besucht haben, sind uns Unstimmigkeiten aufgefallen. Unstimmigkeiten darüber, was uns die Funde aus den Ausgrabungen berichten, gegenüber der aktuellen Geschichtsschreibung, die sich bei genauer Betrachtung von einem Widerspruch zum anderen hangelt.
„Zum zehnten Mal wiederholt, wird es gefallen.“, vermerkte einst schon Horaz.
Wenn man also immer und immer wieder Falsches in die Köpfe der Menschen predigt, werden sie es irgendwann als gegeben hinnehmen.
Ich zähle mich nicht dazu. Wenn ich erkenne, dass bewusst falsche Informationen gestreut werden, möchte ich aufklären und vor allem erkennen, welchem Ziel eine solche widersprüchliche „Unterrichtung“ dient.
Vorweg: Für jeden Menschen ohne ideologische Eingenommenheit geht aus den historischen Berichten, die vom Mittelalter bis zur Neuzeit reichen, hervor, das Ostelbien im Mittelalter bis in die Neuzeit hinein von germanisch-gotischen Volksstämmen bewohnt wurde. Es waren anfangs Heiden, von der christlichen Kirche Sclavi genannt und die im Laufe der Zeit christianisiert wurden. In der damaligen Zeit waren es unfreie, rechtlose und vogelfreie Götzendiener, die, wie der Name Sclavi bereits besagt, als Ware gehandelt werden konnte.
Dazu einige geschichtliche Beispiele:
Einhard (770 bis 840). Der Geschichtsschreiber Karl des Großen in seinen „Annales Alamanici“.., das Karl gegen die Sclavi einen Kreuzzug in das Land der Wandalen (in regionem Vandalorum) unternahm.
Und in seiner „Vita Karoli Magni“: … schließlich unterwarf (Karl) alle wilden Barbarenstämme, die in Germanien zwischen Rhein und Weichsel und dem Ozean (Ostsee) und der Donau wohnen und die fast alle dieselbe Sprache sprechen, die sich aber durch verschiedene Bräuche und Sitten von einander unterscheiden. Die wichtigsten von ihnen sind die Welataben, Sorben, Abodriten und Böhmen.
Adam von Bremen (1000 bis 1072). Er beschrieb den ostelbischen Raum als „amplissima Germaniae provintia = reichste Provinz Germaniens.
Bischof Bogufall II. (1250) von Posen bekundet im Jahr 1250, dass kein Volk so viel Gemeinsames habe und so vertraut wäre, als die Sclavi mit den Deutschen. >>siehe auch den Beitrag im Kommentar >folgt man also der originalen Geschichtsschreibung waren „Slawen“ und Deutsche in Wahrheit Brüder aus einer gemeinsamen Wurzel.
Albertus Crantzius (1448 bis 1517) ins einem Werk „Wandalia“: Die Rugier glauben als letzte der Wandalen an Christus und Sclavi werden von den Sachsen die genannt, die vorher Wandalen hießen, Sclavie sunt Wandali“.
Freiherr von Valvassor (1689) in seinem Werk: „Die Ehre des Herzogtum Krain“:… dass die Windischen Sclavonier Wenden und Wandalen einerlei Volk sind.
Grimm (1750) im Band 28 Wandeschland Sclavonia oder Vandalia oder Wendland geheißen, hat sich ungefehrlich gestrecket von Magdeburg an wene (bis) an Preußenland – also von der Elbe bis zur Weichsel).
Thoama Krantzow (1816) in seiner „Geschichte der Völker vom Lande Pommern“:… dass Sclavi und und Wandali ist ein Dinck.
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Hier folgen noch einige Kenntnisse von den Sprachen der Ostgermanen unter Angabe schriftlicher Quellen:
Im Daglinger Reich in Polen hat die Gründungsmannschaft wikingischer Abstammung sicher nordgermanisch gesprochen. Sie traf in Polen auf ostvandalische Stämme. Infolge der dauernden deutschen Verheiratungen der adligen Führungsschicht wird diese auch bald althochdeutsch gesprochen haben. In den Städten, die alle- auf z.T. bereits vorhandenen ostgermanischen Siedlungen deutscher Gründungen mit meist Magdeburger Recht waren, wurde noch um 1500 nur deutsch gesprochen, auch in Krakau und am Hofe dort. Die Polonisierung setzte ein, nachdem das Bistum Gnesen im Jahre l 000 in ein Erzbistum umgewandelt worden war und aus dem Deutschen Reich ausgeschieden war (siehe bei F. Wolff 1977).
Die Nestorchronik (R. Trautmann 1931) aus Kiew berichtet von der Geschichte des Warägerreiches. König Wladimir ließ sich 989 taufen und erhielt gleichzeitig die Tochter Anna des byzantinischen Kaisers zur Frau. Als Bedingung wurde offenbar die Einführung einer Kirchensprache gefordert. Welche das war, geht aus den Quellen nicht hervor.
„Und er begann in den Städten Kirchen zu bauen und Priester einzusetzen und das Volk in allen Städten und Döifern zur Taufe zuführen. Dann sandte er hin und ließ die Kinder der angesehenen Männer nehmen, um sie in derSchrift zu unterweisen: die Mütter aber dieser Kinder weinten um sie, denn sie waren noch nichtim Glauben befestigt, und sie beweinten sie wie Tote“. Da aus der damals eingeführten Sprache das heutige Russische entstand, wird es das Kirchenslawische gewesen sein, das sich vom Nordgermanischen der Waräger unterschieden. haben muß.
Dieses Kirchenslawisch wurde ohne weiteres von der Bevölkerung des Großfürstentums Kiew verstanden. Das ist ein Hinweis auf die ethnische Zugehörigkeit der dort lebenden „Slawen“ zu den Ostvandalen. Der Sohn Wladimirs, Jaroslaw, der eine warägische Mutter und eine schwedische Frau hatte, soll noch warägisch gesprochen haben, während der Hof, die Beamten und das Heer sich mehr und mehr des „Slawischen“ bedienten (A. v. Gadolin 1971).
Quelle: Ich danke Dr. Heinrich Klug für seine Ausführungen mit entsprechenden Recherchen als wertvollen Wegweiser (gefunden in den Unterlagen meiner Eltern).
In Teil II betrachten wir die Zeit der Wikinger mit Beginn des 9. Jahrhunderts, die Regionen Ostgermaniens, Herkunft und Bezug der Bevölkerung als auch die Zeit der Völkerwanderung.
Weitere Quellangaben: Helmut Schröcke Vor- und Frühgeschichte germanischer Stämme im Osten
Gestern kamen mir diese wunderschönen Zeilen (um 1900) der Schriftstellerin Maria von Ebner-Eschenbach unter.
„Mährische Heimat
„Ein besonders stiller Sonntagnachmittag im Sommer bei uns auf dem Lande. Aus dem Hause ist alles ausgeflogen, die Spatzen in den Dachrinnen einzig ausgenommen Im Garten herrscht die schönste Einsamkeit, lebendige, wonnige, atmende Ruhe. Feierlich breiten die Bäume ihre Zweige in die milde, regungslose Luft und trinken Sonnenschein.
Die Vögel haben sich müde gesungen, kein einziges Stimmchen wird laut. Ich gehe langsam in den Laubengängen und zwischen den Wiesen hin und kann den Fuß auf keine Stelle setzen, die nicht vor langer, langer Zeit, oder vor einer noch nicht so fernen, ein mir teurer Mensch betreten hat.
Sie alle haben den dankbaren, fruchtbaren Boden unserer Heimat geliebt, und wenn ich über ihn hinschreite, umgeben sie mich, die Erbin dieser Liebe, sie mir ins Dasein, ich ihnen in den Tod getreu. Die Erinnerung knüpft ihre feinen, starken Fäden, trägt mir liebe Bilder, liebe Worte zu. Auch manches begrabene Leid regt sich, ein Widerstreit erwacht. Aber nur der Schatten seiner selbst, ohne Härte und Herbigkeit.
Entschwundene Zeit! Erst das Heute lehrt, was in deinem Damals des Kampfes wert oder unwert war.“
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Die Geschichte zur Geschichte
„Im Garten herrscht die schönste Einsamkeit, lebendige, wonnige, atmende Ruhe. Feierlich breiten die Bäume ihre Zweige in die milde, regungslose Luft und trinken Sonnenschein.“
In derart sommerlicher Prosa verfasste die Schriftstellerin viele ihrer Dichtungen und Werke. Hier wurde sie als Abkömmling der Adelsfamilie Dubský 1830 geboren.
Doch ist es auch eine Idylle auf Zeit.
Heute liegt das Schloss abgesperrt und öde hinter einem Zaun.
Bröckelnde Löwenfiguren, versiegte Brunnen, eingeschlagene Scheiben – nur durch dichtes Laub kann man aus der Ferne erspähen.
Kein Hund „Krambambuli“; kein prominenter Besuch aus der untergegangenen Habsburgerzeit; keine Gedenktafel, kein Zugang zum Mausoleum, in dem die Dichterin ruht.
Im Jahr 2016 hat sich die gemeinnützige Initiative Czech National Trust vorgenommen, wenigstens den Park und die Kapelle zu erneuern.
Unweit ihres Domizils, Richtung Austerlitz, fand am 2. Dezember 1805 eine der bekanntesten und blutigsten Schlachten der Napoleonischen Kriege statt – exakt ein Jahr nach der Kaiserkrönung Napoleons. Diese Schlacht war ausschlaggebend für die Vernichtung des Heilig Römischen Reiches. Bei Austerlitz stellte Napoleon den überlegenen Russen und Österreichern eine Falle und errang einen historischen Sieg.
1945 wurde das Schloss zum kommunistischen Kulturhaus umfunktioniert, das Mobiliar versteigert und die unschätzbare Bibliothek der Marie von Ebner-Eschenbach mit zahlreichen Widmungsexemplaren in einer Papiermühle zerschreddert.
Wie hatte sie geschrieben: „Vaterlandsliebe errichtet Grenzpfähle, Nächstenliebe reißt sie nieder.“ Die Tschechen haben die Dichterin und Philanthropin, die ihre Sprache sprach, lange verschmäht, dann immerhin in einem anderen mährischen Schloss eine Ausstellung über sie eingerichtet. In ihren wundervollen Aphorismen urteilte ausgerechnet die privilegierte Freifrau lakonisch: „Alle historischen Rechte veralten.“ So weit ist es nun auch mit ihrer Welt und ihrem Werk gekommen. Und Zdislavice liegt baufällig und verlassen da. Als wäre selbst die Erinnerung an jene ferne Zeit bereits verschwunden.
(Quelle: Feuilleton FAZ.Net, ein Kommentar von Dirk Schümer)
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Mähren ist nicht meine Heimat, doch die Reisen und Geschichten zu diesem herrlichen Fleckchen Erde haben mich von Kindheit an getragen. Böhmen, Mähren und Mährisch-Schlesien sind die „Länder der böhmischen Krone“ und heutige Teile der tschechischen Republik. Die meisten Besucher zieht es nach Prag. Doch um die Region kennenzulernen, sollte man nicht mit Prag beginnen – auch wenn die Stadt einen unvergleichlichen Charme bewahrt. Prag ist eine Welt für sich, ein Brennpunkt der Geschichte, ein urbanes Bilderbuch.
Zwischen Prag und meiner Heimatstadt Görlitz liegen gerade mal 160 Kilometer – mittendrin offerieren sich echte Lieblingsplätze.
Ich denke da an das Altvatergebirge, den Jeschken am Rande des Isergebirges oder an die Schneekoppe, dem höchsten Berg des Riesengebirges. Stets schweifen die Blicke weit hinaus ins böhmische und mährische Land.