Gedanken ĂŒber den Ursprung des Tages, an dem die MĂŒtter unseres Landes gefeiert werden.
Wie die meisten der heidnischen Feste, vereinnahmte die Kirche auch dieses Fest fĂŒr sich. Das einstige FrĂŒhlingssippenfest der Kelten und Germanen verschwand ĂŒber die Zeit der Christianisierung.
Ein Tag im Jahr wurde auserkoren, der quasi verpflichtend daherkam.
Lasst sie reden! Sollen sie doch ihr wahnwitziges Vorhaben zur Gestaltung des Muttertages in ihren Kreisen umsetzen.
Und wir? Wir feiern in der Sippe unsere MĂŒtter an einem Tag im Mai â an irgendeinem Tag â wir feiern das FrĂŒhlingssippenfest! Fröhlich und ausgelassen vor einem duftenden Meer an Blumen. Sorgen wir dafĂŒr, dass das UrsprĂŒngliche nicht in Vergessenheit gerĂ€t, pflegen wir die liebenswerten Traditionen und besinnen uns auf das Wesentliche.
Wenn es nach mir geht, gehört jeder Tag unseren MĂŒttern.
Warum ĂŒberhaupt eine Vorgabe? Sie stammt aus dem England des frĂŒhen 13. Jahrhunderts. Anbefohlen von König Henry III. als Gedenktag fĂŒr Mutter Kirche und die leibliche Mutter.
Wir brauchen keine Vorgaben. Weder von einem EnglÀnder noch von einem anderen Lakaien der Kirche.
Dem nicht genug: SchlieĂlich kamen zwei Frauen aus Amerika und strebten einen festen MĂŒtter-Ehrentag an. Nach einem kurzen Hin und Her legte man sich auf den zweiten Sonntag im Mai fest.
Ein besonderer Tag, ein Tag, der sich ĂŒber das ganze Jahr erstrecken sollte.
Dazu habe ich vor wenigen Tagen bereits berichtet. Nun fÀllt mir in diesem Zusammenhang noch eine schöne ErzÀhlung ein.
Frigg, Odins rechtmĂ€ssige Gemahlin, der Hera-Juno entsprechend, ist die Göttin der Ehe, des heiligen Herdes, des ehelichen Hauses, der ehehĂ€uslichen Wirtschaft; sie ist das Urbild der germanischen Hausfrau, mit deren ernsten Pflichten und stolzen Rechten. Daher ist sie die Lehrerin und Beschirmerin des Spinnens, daher fĂŒhrt sie am GĂŒrtel die SchlĂŒssel als Zeichen ihrer SchlĂŒsselgewalt, d.h. der Leitung des Hausstandes.
In der nordischen Mythologie zeugte Frigga mit Odin die Götter Balder, Hödur, Hermodr, Bragi und die WalkĂŒren. In Asgard ist Fensal, der Sumpfsaal, als ihr Wohnsitz ĂŒberliefert. Sie soll die Wolken gewebt haben, dies lĂ€sst eine Assoziation, zur heutigen âFrau Holleâ zu. AuĂerdem hieĂ es, dass Frigg auf einem goldenen Wagen einhergefahren sein soll, welcher mit zwei weiĂen Katzen bespannt ist. An anderer Stelle sind es Luchse, hier schwanken die Ăberlieferungen.
Wie Hera-Juno ist sie â freilich nicht immer ohne Grund; der wĂ€rmste Freund Odin-Wotans muss ihr das einrĂ€umen! â oft recht eifersĂŒchtig auf ihren Gemahl. Dass er vermöge seiner Naturgrundlage und vermöge seiner verschiedenen geistigen Aufgaben von der Göttersage gar manche Frau und Freundin auĂer Frigga zugedichtet erhalten muss; â diese Notwendigkeit einzusehen hat Frau Frigga niemals ĂŒber ihr Frauenherz gebracht.
Friggs Vater heisst Fiörgyn, weil sie ursprĂŒnglich mit der Erdgöttin Jörd, dessen Tochter, identisch war; ihre Halle heiĂt Fensal, was auf Sumpf und Meer deutet.
Als Spinnerin lebt Frigg bis heute im Glauben des Volkes fort; die drei Sterne, welche den GĂŒrtel des Sternbildes Orion bilden, heiĂen „Friggs Rocken“. Bei den Bayern und Schwaben geht sie heute noch um als Berchtfrau, Frau Bercht, d.h. Berahta, die GlĂ€nzende, wie die Sage die Mutter Karls des GroĂen Bertha die Spinnerin
Die Bercht-Frau ist die leuchtende Frau; wir sahen, sie ist in glĂ€nzend Leinen-Weiss gekleidet; so ist es denn Frigg, welche als „weiĂe Frau“ heute noch in vielen Schlössern umgeht und als Ahnfrau gar manches FĂŒrstengeschlechts.
Mit liebenswĂŒrdigem Scherz und tiefer Menschenkenntnis verwertet die Sage die alte Wahrheit, dass auch dem gewaltigsten Mannesgeist Frauenlist, zumal dem Ehegemahl gegenĂŒber die Klugheit der Ehefrau, ĂŒberlegen ist. Besonders wirksam muss dies hervortreten, wenn es kein geringerer ist als der oberste der Götter, der geistgewaltige Odin selbst, an dem diese alte Erfahrung sich bewĂ€hrt; er, der alle andern Wesen zu ĂŒberlisten pflegt, durch seiner Runen, durch seiner tiefgrĂŒndigen Gedanken Weisheit, â er muss sich durch Frau Frigg ĂŒberlisten lassen; ganz wie andre gewöhnliche Eheherren auch.
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Quelle: Felix Dahn und Therese Dahn âWahlhallâ
Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an die Szene aus âVikingsâ, als Lagertha ihren Enkelkindern die Geschichte zu den WalkĂŒren erzĂ€hlte.
âSie können sich in SchwĂ€ne verwandeln oder in ein Schwanenhemd fahren und so noch rascher als auf ihren Rossen die Luft durchsausenâ.
An die Schwanenhemden der WalkĂŒren knĂŒpfte auch so manch schöne Sage an. Diese hat mir meine Mutter immer erzĂ€hlt, meist auf SpaziergĂ€ngen, um es anschaulicher zu gestalten. Und weil nicht immer SchwĂ€ne vor Ort waren, trugen kurzerhand die Raben auf den Feldern (sinnbildlich) das âSchwanenhemdâ. Ich liebe diese Sage.
Wer sind die WalkĂŒren, warum heiĂen sie so?
Sie kĂŒren die Wal, das heiĂt, sie bestimmen nach des Schicksals (der Nornen) unabĂ€nderlichen Satzungen, nach andern Sagen gemĂ€ss Odins Wunsch, diejenigen Helden, welche in der Schlacht fallen sollen, und die Erschlagenen tragen sie, aus dem Todesschlummer sie weckend, empor nach Walhall auf ihren durch die Wolken sausenden Rossen.
Sie sind die „Schildjungfrauen“, „Helm-MĂ€dchen“, auch Wunsch-MĂ€dchen Odins
Oben aber, in Walhalls goldenen SĂ€len, vertauschen sie das Kriegerische mit friedlich-festlichem Tun; sie fĂŒllen, die Weissarmigen, den schmausenden und zechenden Göttern und Einheriar die Hörner mit schĂ€umendem Met und Ăl
In beiden ist ihr Vorbild ihre AnfĂŒhrerin Freya â als solche „Wal-Freya“ genannt; â so dass sie nur als deren VervielfĂ€ltigungen erscheinen; jene ist vor allen der Götter Mundschenkin und reicht den in Odins Saal Eintretenden das Trinkhorn. Die Zahl wird verschieden angegeben; auf sechs (mit Freya sieben), neun, zwölf oder dreizehn. Sie sind gewissermaĂen besondere Nornen; wĂ€hrend diese das Gesamte entscheiden, bestimmen die WalkĂŒren nur das Geschick der Schlacht.
All ihr Leben und Wesen ist Kampfesfreude; in diesen tapferen, wunderschönen, hochherzigen, begeistert durch die LĂŒfte jagenden Jungfrauen hat die germanische Einbildungskraft eines ihrer edelsten, herrlichsten Gebilde geschaffen, auch hier nur der veredelnde Ausdruck des eignen Volksgeistes; denn es fehlt auch in der germanischen Geschichte nicht an mutigen Frauen und MĂ€dchen, welche heldenhaft des Gatten, des Geliebten, des Bruders Geschick, kĂ€mpfend bis in den Tod, geteilt haben.
âLied der WalkĂŒre. Froh sah ich dich aufblĂŒhn, du freudiger Held, Lang folgtâ ich dir schwebend und schweigend gesellt. Oft kĂŒsstâ ich des Schlummernden SchlĂ€fe gelind, Und leise die Locken, die dir wehen im Wind. Hoch flog ich zu HĂ€upten, â du kanntest mich kaum â Durch die Wipfel der WĂ€lder, dein Trost und dein Traum. Ich brach vor dem Bugspriet durch Brandung dir Bahn, Vor dem Schiffe dir schwamm ich, weiss-schwingig, ein Schwan. Ich zog dir zum Ziele den zischenden Pfeil, Aufriss ich das Ross dir, das gestrauchelt am Steil. Oft fing ich des Feindes geschwungenes Schwert, Lang habâ ich die Lanzen vom Leib dir gewehrt. Und nun, da die Norne den Tod dir verhĂ€ngt, Habâ ich dir den schnellsten, den schönsten geschenkt. „Sieg!“ riefest du selig, „Sieg, Sieg allerwĂ€rts!“ Da lenktâ ich die Lanze dir ins herrliche Herz. Du lĂ€cheltest leiblich â ich umfing dich im Fall â Ich kĂŒsse die Wunde â und nun auf; â nach Walhall!â
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Quelle
(Dahn, Gedichte. SĂ€mtl. poetische Werke. Zweite Serie Bd. VI. S. 209.
Auf dem Weg dahin besuchen wir die kleinen StÀdte und Dörfer, die fast alle SeebÀder sind.
Zuerst erreichen wir Niendorf mit dem Brodtner Steilufer 30 Meter hoch und vier Kilometer lang.
Weiter gehtâs zum Timmendorfer Strand; im 19. Jahrhundert schon Seebad. Das heutige Ostseeheilbad hat einige Kureinrichtungen, zwei SeebrĂŒcken, einen Jachtklub und viele mobile FerienhĂ€user. Zudem gibt es einen Vogelpark. Wer es lebendig mag, ist hier richtig.
SeebÀder wie Perlen an der Schnur
Da ist Scharbeutz mit seinen zahlreichen Kureinrichtungen, und gen Norden schlieĂen sich die ehemaligen Fischerdörfer Haffkrug und Sierksdorf an.
Schon bald erreichen wir die kleine Hafenstadt Neustadt. Sie wurde bereits im 13. Jahrhundert gegrĂŒndet. Im Hafen liegen Fischer- und Marine-Boote, auch Segeljachten. Zwischen Hafen- und Binnenwasser steht der sehenswerte 1830 errichtete Pagodenspeicher. Hier schrieb Hermann Loens 1913 die Novelle âDer alte Seehundâ. Hier gibt es, wie auf der Insel Hiddensee âHausmarkenâ, die man noch an alten HĂ€usern und GegenstĂ€nden findet.
SchlieĂlich treffen wir in Oldenburg in Holstein ein. Mit seiner 1000-jĂ€hrigen Geschichte zĂ€hlt der Ort zu den Ă€ltesten StĂ€dten Schleswig-Holsteins, deren Entstehung auf das Jahr 800 zurĂŒckgeht. Der Oldenburger Wall ist nach Haithabu bei Schleswig die bedeutendste Burgwallanlage Schleswig-Holsteins. UrsprĂŒnglich wurde der Wall von germanischen Siedlern gegen die vordringenden slawischen Wager-Wenden zur Verteidigung erbaut.
In GroĂenbrode unternehmen wir einen letzten Stopp, bevor es auf die Insel geht. GroĂenbrode wurde schon 1249 erwĂ€hnt. Von GroĂenbroder-FĂ€hre erreichte man frĂŒher mit Schiffen Fehmarnsudn auf der Insel Fehmarn. Ab 1905 gab es auch eine EisenbahnfĂ€hre. Seit 1963 ist das Land mir der Insel durch die FehmarsundbrĂŒcke verbunden. Sie ist eine kombinierte Eisenbahn-und StraĂenbrĂŒcke, 21 Meter hoch und einen Kilometer lang. Mit dem Bau dieser BrĂŒcke entstand die kĂŒrzeste Entfernung von Deutschland nach Skandinavien. Der wichtigste Punkt der Insel ist Putgarden, wo groĂe FĂ€hrschiffe im Ein-Stunden-Takt nach DĂ€nemark fahren. 19 Kilometer sind es bis zur dĂ€nischen Insel Lolland.
Willkommen auf Fehmarn!
Schon um 2000 v. u. Z. war die Insel von germanischen Völkern besiedelt. Hier gab es keine Adelssitze und auch keine Leibeigenschaft. Die Fehmarn-Insulaner hatten im gewissen Sinn ihre eigenen Vorschriften. Fehmarn unterstand lange Zeit der dĂ€nischen Krone, spĂ€ter LĂŒbeck, dann zeitweise den Schweden und seit 1867 gehörte die Insel zu PreuĂen. Der Name Fehmarn hat sich aus âFimberâ entwickelt. So heiĂ die Insel bei den Germanen.
Auf der Insel werden Raps, Weizen, Gerste angebaut, frĂŒher war sie die Kornkammer Schleswig-Holsteins, heute hat der Tourismus Vorrang.
42 Dörfer beherbergt die Insel und nur eine Stadt. An der 78 Kilometer langen KĂŒste stehen acht LeuchttĂŒrme.
Trauriger Verlauf mittels Profitmaximierung der Windparkbetreiber
Ăber der Insel kreist das Schwert des Damokles oder besser die FlĂŒgel dieser unsĂ€glichen WindrĂ€der.
Auf der Insel befindet sich der gröĂte Windpark Deutschlands. Seit mehr als zwei Jahren kĂ€mpfen, die Insulaner gegen das Vorhaben 200 Meter hohe WindrĂ€der zu installieren. Das entspricht der doppelten Höhe der jetzigen Anlagen. 200 Meter wĂ€re mehr als dreimal so hoch wie der Kirchturm in Petersdorf, kritisieren die BĂŒrger. Und das zu Recht. Man hatte die Hoffnung, dass hier die Profitmaximierung der Windparkbetreiber endlich ein Ende findet. Die negativen Folgen fĂŒr Natur und die Landschaft sind ungeheuer. Folgt man den aktuellen Medienberichten, stimmte die Stadtvertretung dem Vorhaben bereits mit groĂer Mehrheit bereits zu.
Burg ist der Hauptort und die einzige Stadt der Insel. Am westlichen Ortseingang befindet sich das Meereszentrum âNeptunâ, dass in die Jahre gekommen ist und deutlich macht, wie es Tieren besser nicht ergehen sollte. Eklatant das Bild, auch in Bezug auf den Windpark. Natur,-Tier und Umweltschutz scheinen auf der Insel kaum noch Bestand zu haben.
Doch zurĂŒck zum Sehenswerten: In Burg ist es die Breite StraĂe mit ihren LindenbĂ€umen, BacksteinhĂ€usern und Fachwerkbauten, weiterhin die Nikolaikirche aus dem 13. Jahrhundert, ein gotischer Bau. Im 15. Jahrhundert wurde das St. JĂŒrgen Stift fĂŒr Pestkranke und AussĂ€tzige gebaut, wovon noch Teile erhalten sind. Vom StiftsgelĂ€nde erreicht man den Hafen Burgstaaken (Staaken bedeutet Stockhaus = GefĂ€ngnis).
Im Hafen von Burgstaaken liegen Fischerboote, moderne Jachten und Ausflugsdampfer. Am SĂŒdstrand steht die Ruine der Burg Glambeck von 1210.
In Lemkenhafen finden wir einen Jachthafen, aber sehenswert ist die ĂŒber 200 Jahre alte SegelwindmĂŒhle. Sie war eine GrĂŒtz- und GraupenmĂŒhle und ist heute noch voll funktionsfĂ€hig. Ab und zu wird sie noch in Betrieb genommen, um zu zeigen, wie kompliziert und sinnvoll solche MĂŒhlen gebaut waren und wie sie funktionieren. Die andere WindmĂŒhle finden wir in Petersdorf.
Das Niobe-Denkmal, im Westen der Insel, erinnert an den Untergang des Segelschiffes âNiobeâ 1932, wo 69 Menschen umkamen.
WĂ€hrend der Sommerzeit ĂŒbernehmen auch Fischer mit ihren Kuttern Ausflugsfahrten. Sie fĂŒhren dann Videoaufnahmen vom Fischfang vor mit dem anschlieĂenden Satz: âIm Winter nehmen wir hier die Fische auf dem Kutter aus, im Sommer die GĂ€steâ.
Beruhend auf den zahlreichen Tatsachen- und Erlebnisberichten, die zwar existieren, aber zu groĂen Teilen fein sĂ€uberlich unter Verschluss gebracht werden, oder man halt tief graben muss, um sie ausfindig zu machen â wer wird einmal ĂŒber unsere Leben berichten?
Ich hatte schon vor einiger Zeit die Feststellung gemacht, dass wohl fast jeder âSchindlers Listeââ kennt, aber nicht die Liste zur Verfolgung der Vertreibungsverbrechen gegen die deutsche Bevölkerung.
Welches Unterrichtsfach in Schulen oder Hochschulen berĂŒcksichtigt in ihren Lehren die rĂŒcksichtslose Macht durch die Vertreiberstaaten?
Was steht auf dem Stundenplan? Welches Geschichtsbuch beinhaltet die am deutschen Volk begangenen Verbrechen?
Vorweg: Am Ende des Beitrags findet ihr zahlreiche Quellen und eine Videoaufnahme zu den VorgÀngen.
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Wir haben vier Kinder, mittlerweile erwachsen, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass ihnen je der Teil unserer Geschichte vermittelt wurde, der uns ausmacht, wo unsere Wurzeln zu finden sind, noch die Qualen aufzeigt, die unser Volk, unsere Vorfahren erleiden mussten. Das ist die Tragödie zur Tragödie.
Ich werde an dieser Stelle keinen Vergleich anstrengen. Wer meine Seite kennt, weiĂ, dass ich mich hier ausschlieĂlich der deutschen Geschichte widme, der Geschichte, die nicht in unseren LehrbĂŒchern zu finden ist oder eben nur in AnsĂ€tzen, vereinzelt am Rande auftritt und verhalten kommuniziert wird.
Ăber die Tragödien und Ereignisse anderer Völker existiert indes ausreichend Lesestoff. Es gibt unzĂ€hlige Filme, Dokumentationen und Lehrmaterial, bereitgestellt durch die Medien, auf Anordnung der Regierungen, durch die Obrigkeit- es ist die Geschichte der MĂ€chtigen, derer, die das Zepter fĂŒhren, das Geld verwahren und mit diesen Mitteln ĂŒber das Volk hinwegregieren. Diese Vorgehensweise ist nicht etwa eine âErfindungâ des 20 /21. Jahrhunderts. Nein. Vielmehr ist es ein Kreislauf. Das Schema reicht bis in die Antike zurĂŒck, nur immer neu aufgelegt, unter anderer Regie mit neuen Darstellern.
Ich werde, auch wenn es mir persönlich immer sehr schwerfĂ€llt, die Berichte einer Erlebnisgeneration in regelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden fĂŒr alle Interessierten auf meiner Website einstellen. Allein das Lesen der Berichte fĂŒhrt zu einer schwermĂŒtigen GefĂŒhlsregung. Angst, Wut und Leere dominieren. Doch hilft das alles nichts.
Wer schweigt stimmt zu!
Heute möchte ich die âHölle vom Lamdsorfâ aufgreifen, ein Lager, wo mehr als 5000 Deutsche NACH dem Endes des Zweiten Weltkrieges qualvoll starben.
Wer aus der Nachkriegsgeneration weià um Konzentrationslager im Rahmen der Vertreibung der Deutschen? Wer kennt die Tragödie um das Dorf Lamsdorf?
Historische Bedeutung erlangte das Dorf Lamsdorf durch das Stalag VIII B (344) Lamsdorf, das von 1939 bis 1945 als eines der gröĂten deutschen Kriegsgefangenenlager betrieben wurde und vom 18. Juni 1945 bis Herbst 1946 als Konzentrationslager im Rahmen der Vertreibung der Deutschen aus Oberschlesien diente. Ein erheblicher Teil der Lagerinsassen kam dabei um. Das Lager befand sich auf dem GelĂ€nde des TruppenĂŒbungsplatzes Lamsdorf.
Es gibt immer noch Menschen, die sich ĂŒber das Wissen in die Aussage flĂŒchten: âEs war schlieĂlich Kriegâ. Eine schlichtweg haltlose Aussage. Dass, was nach 1945 und auch schon davor geschah, war Völkermord!
Diese Verbrechen an der deutschen Bevölkerung dĂŒrfen nicht als „eine logische Konsequenz des Zweiten Weltkriegs“ verharmlost und bagatellisiert werden. Bislang ist noch niemand wegen der Vertreibung und Verschleppung der Deutschen und der dabei begangenen Gewalttaten bestraft worden
Lest es bitte nur, wenn euer GemĂŒt in der Verfassung ist, es zu fassen.
Zum Lager Lamsdorf findet ihr unter den Quellangaben auch einen Videobeitrag aus dem Museum Lamsdorf. Wie ich finde, sehr eindrucksvoll.
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Zeugenaussagen
HĂ€ftlinge mit Gewehrkolben ins Feuer getrieben Am Holzzaun des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Lamsdorf hĂ€ngt ein Schild in verwaschenem Rot: Staatliche HĂŒhnerfarm. Dahinter, zwischen Akazien und Buchen, blĂŒhen VergiĂmeinnicht auf einer Wiese. Abends spielt hier die Dorfjugend FuĂball. Sie spielen auf dem Massengrab der deutschen Opfer von Lamsdorf, 6488 Leichen sind hier verscharrt. Die Kapos waren kriminelle Lustmörder, sagt Walter Swierc. Was im Lager geschah, enthĂŒllen Gerichtsakten, die erst jetzt von der polnischen Geheimpolizei freigegeben wurden. Frauen, die nebeneinander saĂen, wurden von hinten erschossen. Aufseher ritzten Insassen (meist Bauern) Hakenkreuze in die Haut, sperrten sie tagelang in Keller, in denen fauliges Wasser ein Meter hoch stand. Die BĂ€uerin Agnes Haiduk wohnt nur einen Kilometer entfernt. Sie steht gebĂŒckt in ihrer WohnkĂŒche in Lamsdorf, Haus Nummer 16. Sie holten uns morgens um acht. Sie trieben das ganze Dorf in einer langen Kolonne ins Lager. Das war am 8. Februar 1946. Es hatte geschneit, 20 Grad minus. Die Mutter von fĂŒnf Kindern hatte ihren Kleinsten, Karl-Heinz, auf dem Arm. Er weinte. BĂ€uerin Haiduk ist die einzige der 400 Deutschen aus Lamsdorf, die das Lager bis heute ĂŒberlebt hat. Sie vergrĂ€bt ihr Gesicht in beide HĂ€nde, spricht im FlĂŒsterton: Meinem Mann haben die Aufseher einen Stahlhelm aufgesetzt und mit dem Vorschlaghammer draufgeschlagen. Emanuel Haiduk, Postassistent, erblindete. Andere bekamen einen glĂŒhenden Stahlhelm aufgesetzt. Sie waren sofort tot.
Ihr mĂŒĂt alle dran glauben Einmal kam ein Kommandant in die Baracke: Wenn der da drĂŒben nicht in einer Stunde tot ist, mĂŒĂt ihr alle dran glauben. Der Angesprochene war Gastwirt. Er erhĂ€ngte sich selbst, um die anderen zu retten. Maria Springer, BĂ€uerin aus Ellguth-Hammer: Meinen Nachbarn steckten sie in ein FaĂ, in das von auĂen NĂ€gel eingeschlagen waren. Sie rollten das FaĂ so lange, bis er tot war. Landwirt Karl Kaplytta erinnert sich genau an die Nacht vom 4. Oktober 1944. Die Kommandanten zĂŒndeten Baracke 12 an, trieben HĂ€ftlinge mit Gewehrkolben zum Löschen. Dann stieĂen sie sie ins Feuer. Er war auch als Zeuge im ProzeĂ gegen Lagerleiter Czeslaw Geborski und dessen Stellvertreter Ignacy Szypulla geladen. Das war 1957. Er sagte nichts, aus Angst. Die zwei Kommandanten wurden freigesprochen. Der Stellvertreter, ein Alkoholiker, stĂŒrzte im Rausch vor 18 Jahren vom Balkon im siebten Stock eines Krankenhauses. Geborski, der Chef, Ex-Oberst der polnischen Stasi, lebt heute unter dem falschen Namen Sucho in der StraĂe des 1. Mai in Kattowitz, Hausnummer 48, dritter Stock. Er sagt: Ich weiĂ nichts mehr. Ich bin schwer herzkrank. Noch dieses Jahr werden die Leichen der Lageropfer exhumiert. Am FuĂballplatz der Dorfjugend von Lamsdorf ist ein Mahnmal geplant.
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Das Gedenken an die Leiden des eigenen Volkes bedeutet keine Relativierung deutscher Vergehen aus einem Kriegsgeschehen heraus. Und daher sollten die Nachkommen ihre erworbene Unwissenheit in Wissen umwandeln. Auch wenn dieses Wissen schmerzt!
âDenn auch fĂŒr unser spezielles Thema gilt noch immer, was Martin Broszat zum VerhĂ€ltnis zwischen Geschichtswissenschaft und Vertreibung bereits 1983 gesagt hat: âHier soll nicht bestritten werden, dass es eine gewisse ZurĂŒckhaltung durchaus gibt: Schon dem Begriff, Vertreibungsverbrechenâ, oft vage, viel zu allgemein und nicht strafrechtlich distinkt gehandhabt, haftet der Geruch der Verrechnungsabsicht an. So trug die Ăberzeugung, das Thema fĂŒr ânationalistisch affiziertâ zu halten, ihren Teil dazu bei, âdass es von der jĂŒngeren Generation der Historiker seit den sechziger Jahren kaum aufgegriffen wurdeâ
âIm Opferdiskurs der Bundesrepublikâ wurden die Vertriebenen mehr und mehr, zu unerwĂŒnschten Opfernâ.
Darauf noch ein Wort zu den alliierten Internierungslagern (anknĂŒpfend an den Beitrag )
Einer von den Lagerinsassen erinnerte sich daran, dass er versucht hatte zu erklĂ€ren, dass er weder Parteimitglied noch HitleranhĂ€nger war. Als Antwort bekam er zu hören: Alle Deutschen sind Nazis. Und das ist der Kern der Sache. Man hielt alle Deutschen ausnahmslos fĂŒr Verbrecher. Schwache Argument, die nichts an der Tatsache Ă€ndern, dass die Verantwortlichen nach den schlimmsten Mustern vorangegangener Verbrechen handelten
Ein Kern, der sich ĂŒber die Jahrzehnte darauf ĂŒber beharrliches Schweigen, VerdrĂ€ngen der Tatsachen und bagatellisieren von Taten hartnĂ€ckig halten konnte und bis heute Bestand hat. Schlimmer noch: Die Begrifflichkeit des deutschen Nazis wird mit allen nur erdenklichen Mitteln aufrechterhalten.
Die Lager auf einen Blick (die bekanntesten, denn es gab noch viel mehr)
Lamsdorf
Buchenwald Speziallager NR.2 (viele ehemalige KZ
Schwientochlowitz
Myslowitz
Beuthen
Bretzenheim
Allein in Myslowitz starben 2.200 Deutsche. In Lamsdorf geht man von 6000 getöteten Menschen aus. In dem von der NKWD in Tost gegrĂŒndeten Lager starben innerhalb einiger Monate zwischen 2.000 und 3.000 Menschen. Das sind wahnsinnig hohe Zahlen.
In Bretzenheim sind unter amerikanischer Lagerleitung 3.500 bis 4.500 Menschen gestorben.
—————————————————- Infotafel
NKDW: Volkskommissariat fĂŒr Innere Angelegenheiten (Narodny Kommissariat Wnutrennich Del) der Sowjetunion; ab 1946 Innenministerium;
Immer, wenn ich den Versuch unternehme, herauszufinden, was beim Deutschen aus der âReiheâ lĂ€uft, warum er so ist wie er ist, warum er den unvorteilhaften Hang zum Nachahmen nicht verlassen kann, und aus bloĂer Pedanterie knechtisch zu sein scheint, erinnere ich mich an die Deutung Immanuel Kants, betreffend deutscher CharakterzĂŒge. Wie schon oft erwĂ€hnt, besteht dieses deutsche PhĂ€nomen der geringen Meinung von sich, original sein zu können (was gerade das Gegenteil des trotzigen EnglĂ€nders ist) ĂŒber Jahrhunderte hinweg. Es macht wohl einen Teil der EigentĂŒmlichkeit des Deutschen aus.
Doch wann haben sich die eher nachteiligen CharakterzĂŒge gefestigt?
HÀngt es möglicherweise mit der (ehemaligen) Form der Reichsfassung Deutschlands zusammen?
Immanuel Kant schreibt dazu: Neben seinem unvorteilhaften Hang zum Nachahmen und der geringen Meinung von sich, original sein zu können, zeigt der Deutsche vornehmlich eine gewisse Methodensucht sich mit den ĂŒbrigen StaatsbĂŒrgern nicht etwa nach einem Prinzip der AnnĂ€herung zur Gleichheit, sondern nach Stufen des Vorzugs und einer Rangordnung peinlich klassifizieren zu lassen, und in diesem Schema des Ranges, in Erfindung der Titel (von Edlen und Hochedlen, Wohl- und Hochwohlgeborenen) unerschöpflich und so aus bloĂer Pedanterie knechtisch zu sein, welches alles freilich wohl der Form der Reichsfassung zugerechnet werden mag. Und doch muss man bemerken, dass das Entstehen dieser pedantischen Form selber aus dem Geiste der Nation und dem natĂŒrlichen Hange des Deutschen hervorgehe. NĂ€mlich zwischen dem, der herrschen, bis zu dem der gehorchen soll, eine Leiter anzulegen, woran jede Sprosse mit dem Grade des Ansehens bezeichnet wird, der ihr gebĂŒhrt. Aber auch darĂŒber, wer keinen Titel hat, nicht ist, welches denn dem Staate, der diesen erteilt, freilich was einbringt. Der Deutsche fĂŒgt sich unter allen zivilisierten Völkern am leichtesten und dauerhaftesten der Regierung, unter der er ist.
Die guten CharakterzĂŒge ĂŒberwiegen â das macht Hoffnung!
Kant beginnt seine AusfĂŒhrung zum Charakter der Deutschen mit den Worten:
Die Deutschen stehen im Ruf eines guten Charakters, nĂ€mlich dem der Ehrlichkeit und HĂ€uslichkeit, Eigenschaften, die eben nicht zum GlĂ€nzen geeignet sind. Er ist dabei der Mann von allen LĂ€ndern und Klimaten. Er wandert leicht aus und ist an sein Vaterland nicht leidenschaftlich gefesselt. Doch wenn er in fremde LĂ€nder als Kolonist kommt, da schlieĂt er bald mit seinen Landsleuten eine Art von bĂŒrgerlichem Verein, der dich durch Einheit der Sprache und unter der höheren Obrigkeit in einer ruhigen sittlichen Verfassung durch FleiĂ, Reinlichkeit und Sparsamkeit vor den Ansiedlern anderer Völker vorzĂŒglich auszeichnet â So lautet das Lob, welches selbst EnglĂ€nder den Deutschen in Nordamerika geben.
DarĂŒber hinaus ist da dieses Phlegma (in gutem Sinne genommen), das Temperament der kalten Ăberlegung und der Ausharrung in Verfolgung seines Zwecks und zugleich das Aushalten der damit verbundenen Beschwerlichkeiten. So zehrt der Deutsche von den Talenten eines richtigen Verstandes und seiner tief nachdenkenden Vernunft.
Wie schon Tacitus in âGermaniaâ den Deutschen gesunden Verstandestalent zuordnet, erkennt Kant diesen, verbunden mit FleiĂ, ebenfalls â dieses sein Charakter im Umgange ist Bescheidenheit. Er lernt mehr als jedes andere Volk fremde Sprachen (wie Robertson sich ausdrĂŒckt), ist GroĂhĂ€ndler der Gelehrsamkeit, und kommt im Felde der Wissenschaft zuerst auf manche Spuren.
Er diszipliniert seine Kinder zur Sittsamkeit mit Strenge, wie er dann auch seinem Hange zur Ordnung und Regel gemĂ€Ă, sich eher despotisieren (autorisieren) als sich auf Neuerungen (betreffend eigenmĂ€chtige Reformen in der Regierung) einlassen wird â das ist eine gute Sache!
Auszug aus âCharakter der Deutschenâ 1798, leicht abgewandelt
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Infotafel zu Immanuel Kant
Die vier Kantischen Fragen:
âWas kann ich wissen?
Was soll ich tun?
Was darf ich hoffen?
Was ist der Mensch?â
Kant hat ein sehr hohes Alter erreicht, und ist nie aus Königsberg herausgekommen. Unter den Eisschollen des Nordens hat er sein ganzes Leben damit zugebracht, ĂŒber die Gesetze des menschlichen Geistes zu denken. Vermöge eines unermĂŒdlichen Eifers hat er Kenntnisse aller Art erworben. Die Wissenschaften, die Sprachen, die Literatur, alles war ihm gelĂ€ufig; und ohne den Ruhm zu suchen, den er erst sehr spĂ€t genoĂ â denn erst im hohen Alter vernahm er den Widerhall seines berĂŒhmten Namens â, begnĂŒgte er sich mit dem stillen VergnĂŒgen des NachgrĂŒbelns. In seiner Einsamkeit betrachtete er seine Seele mit Andacht. Die Erforschung des Gedankens gab ihm neue KrĂ€fte zur UnterstĂŒtzung der Tugend; und obgleich er mit den glĂŒhenden Leidenschaften der Menschen nie etwas zu schaffen hatte: so hat er doch Waffen fĂŒr die geschmiedet, die zur BekĂ€mpfung derselben berufen sein können.
Sophia heiratete 1745 ihren Cousin Peter, sie 16-jĂ€hrig, er 18. Aus Sophia wurde Katharina, die spĂ€tere Katharina II. die GroĂe. Trotzdem die beiden kein gutes VerhĂ€ltnis miteinander hatten, kam 1754 der einzige Sohn Paul zur Welt. Beide hatten so verschiedene Ansichten, die nicht ĂŒberbrĂŒckbar waren.
Katharina bemĂŒhte sich schnell, die Sitten und GebrĂ€uche anzunehmen und die Sprache zu erlernen, nicht um die Verbindung zum niederen Volk herzustellen, sondern damit ihr kein Wort entging, was im Umkreis gesprochen wurde.
Peter fand nur beiĂenden Spott ĂŒber Sitten und GebrĂ€uche, vor allen Dinge ĂŒber die fĂŒr ihn unmögliche Sprache. Er liebte weder seine Frau noch die so fremde Umgebung. Er war innerlich fest mit dem Deutschen Reich verbunden und seine groĂe Bewunderung galt Friedrich d. GroĂen.
Als 1762 die Zarin Elisabeth starb und er als Peter III. den Thron bestieg, rief er sofort die russischen Truppen aus dem 7-jĂ€hrigen Krieg zurĂŒck und schloss mit PreuĂen einen Sonderfrieden. Er wollte auch die verlorenen Anteil Schleswig und Holstein zurĂŒckgewinnen und stand kurz davor Krieg gegen DĂ€nemark zu fĂŒhren, als er in St. Petersburg ermordet wurde. Katharina wurde durch den von ihr befohlenen Mord, Zarin von Russland. Gemeinsam mit ihrem Sohn Paul verzichtete sie auf sĂ€mtliche Gottorper Anteile in Schleswig und Holstein. Diese fielen dadurch endgĂŒltig an die DĂ€nische Krone.
Nach Auflösung des Deutschen Kaiserreiches 1806 blieb das Land im dÀnischen Machtbereich.
1848 kam es zu einem Aufstand, der niedergeschlagen wurde.
Erst 1864 besetzten preuĂische und österreichische Truppen Schleswig. Schleswig und Holstein wurde eine preuĂische Provinz.
Nach dem Ersten Weltkrieg und der Abstimmung 1920, wo 75 Prozent fĂŒr Deutschland stimmten, bekamen die DĂ€ne 1/5 des Landes, auch rein deutsche StĂ€dte.
So entstand die heutige deutsch-dÀnische Grenze.
1946 wurde aus der preuĂischen Provinz das das Bundesland Schleswig-Holstein. In den Grenzgebieten wohnen auf dĂ€nischer Seite noch ca. 20.000 Deutsche, auf deutscher Seite ebenso viel DĂ€nen. Beide Gruppen sind durch Schulen und Kulturvereine mit ihrem Mutterland verbunden.
Noch etwas möchte ich erwĂ€hnen, ehe ich die bewegte Geschichte Schleswig-Holsteins abschlieĂe. Die Herzöge von Holstein hatten auch Verbindung zu Schlesien.
Herzog Christian August und Familie gingen 1853 nach Primkenau in Schlesien. Er kaufte dort ein Herrschaftshaus und lieà es zu einem prÀchtigen Schloss ausbauen. Im Schloss Primkenau wuchs seine Enkelin Auguste Viktoria auf. Die Eltern von Viktoria hatten in Dolzig bei Sommerfeld ein Rittergut. Warum ich das erwÀhne?
Viktoria wurde 1881 die Gemahlin des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II.
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Und wir bleiben noch ein bisschen in Schleswig-Holstein. Dann verweilen wir in LĂŒbeck und TravemĂŒnde, entdecken aber auch geschichtstrĂ€chtige Orte wie Oldenburg in Holstein oder Sierksdorf am schönen Ostseestrand. Auch der Insel Fehmarn statten wir einen Besuch ab. Wir unternehmen auĂerdem einen Ausflug in die Holsteinische Schweiz mit dem zauberhaften StĂ€dtchen Eutin, das den Beinamen âWeimar des Nordensâ trĂ€gt.
Die Bernsteingewinnung, eine Betrachtung nach Anton von Etzel (Auszug)
Das Schöpfen (Fischen) und da sogenannte âStechenâ des Bernsteins aus der See wird unmittelbar nach einem Sturme, sobald mĂ€Ăiger Wellengang eingetreten ist,, vorgenommen. Die Leute sind hierzu mit einem Hamen, âKĂŒtscherâ genannt, versehen. Sie schreiten, soweit es ohne Gefahr tunlich, in die See und schöpfen den mit den Wellen zum Lande treibenden Seetang heraus, der am Ufer ausgebreitet und von welchem dann von Weiber und Kinder der Fischer der daran sitzende Bernstein abgelesen, gesammelt und den Strandreitern gegen eine bestimmte kleine VergĂŒtung abgeliefert wird.
GröĂere Tangmassen werden auch in Netzen gefangen oder mit Enterhaken auf das Land gezogen. Das âStechenâ des Bernsteins ist ein sorgfĂ€ltiges Suchen am Strande der ruhigen See, mit denselben Mitteln und bis zu einer Tiefe von vier bis vier und einem halben FuĂ.
Auf Ă€hnliche Art wird derselbe im Winter, wenn das Meer am Rande zugefroren ist, durch eingehauene Ăffnungen (Wuhnen) gewonnen. Mit einer langen dĂŒnnen Stange, an deren Ende eine kleine eiserne Schaufel befestigt ist, werden die im Sand befindlichen BernsteinstĂŒcke losgemacht und in einem kleinen KĂ€tscher geschoben, der an einem langen Seile befestigt ist.
Da es aber auch möglich ist , bei ruhiger See die GegenstĂ€nde in einer Tiefe von zehn bis zwölf FuĂ (mitunter noch mehr) deutlich sehn zu können, so benutzt mach auch , nach Durchforschung des Wassers in unmittelbarer NĂ€he der KĂŒste, nicht selten kleine FischerkĂ€hne, um den in gröĂerer Entfernung vom Rande lagernden Bernstein in SandbĂ€nken und zwischen Steinen aufzusuchen.
Aber nicht nur die Wellen allein sollten die launischen Agenten des ganzen Bernsteinbedarfs bleiben, denn zufĂ€llige Entdeckungen bei Ausgrabungen von Brunnen, Grundgraben zu HĂ€usern etc. geben den Beweis, dass nicht nur in den Tiefen des Meeres und an dessen Rande, von den StĂŒrmen herbeigetragen, Bernstein zu finden sei.
Die Verbindung Schleswig mit Holstein vollzog sich im 15. Jahrhundert als der Schauenburger ohne Erben starb, und der aus dem Oldenburgischen Haus stammende Herzog Christian von Gottorp dÀnischer König wurde.
Als Christian I. von DĂ€nemark starb, beschlossen seine Söhne gemeinsam ĂŒber Schleswig, Holstein zu regieren, wobei der eine König von DĂ€nemark wurde und der andere nur Herzog blieb.
Die von Gottorps förderten in Schleswig, Holstein Kultur und Wissenschaften. Das 1565 erbaute Schloss von Schleswig wurde zum kulturellen Mittelpunkt.
In Kiel wurde 1665 die Christian-Albrecht-UniversitĂ€t gegrĂŒndet.
Doch Anfang des 18. Jahrhunderts kam es zu Streitigkeiten mit den lieben Verwandten in DĂ€nemark. Herzog Karl Friedrich von Gottorp musste 1721 ganz Schleswig an den Kopenhagener Hof abtreten, und im Kieler Schloss Residenz nehmen.
1725 heiratete er Anna, die Tochter des russischen Zaren Peter I. der GroĂe. Schon 1727 stirbt Anna bei der Geburt ihres Sohnes Karl-Peter-Ullrich von Gottorp.
Mit diesem Sohn setzte sich in rein deutscher Linie die russischen Dynastie Romanow-Holstein-Gottorp fort.
Wieso und weshalb will ich kurz mit ein paar Daten aus der Geschichte Russlands beschreiben.
Um 800 hatten sich an der FernstraĂe nach Byzanz am Dnjepr, WarĂ€ger Wikinger aus Schweden niedergelassen, ihr Stamm nannte sich auch Rus (aus Rus entstand spĂ€ter der Name Russland).
860 grĂŒndete der WarĂ€ger FĂŒrst Rurik das spĂ€tere russische Reich. Zuerst die LĂ€nder Nowgorod und Kiew, dann den Kiewer Staat, aus dem sich Russland entwickelte. Die Dynastie der Rurikiden endete 1593.
Doch 1613 kam aus einer anderen Linie der Rurikiden FĂŒrst Michael Romanow mit 16 Jahren auf den Zarenthron. Damit begann die Dynastie der Romanows, die 1917 mit dem Tod der Zarenfamilie endete. Bekannt ist vor allen Dingen Zar Peter I. der GroĂe aus dem Hause Romanow. Er fand die Verbindung zu Westeuropa, holte Fachleute und Siedler nach Russland und brachte so sein Land aus der Isolation.
Das nur zur ErlÀuterung, um die ZusammenhÀnge besser verstehen zu können.
Zarin Elisabeth, die zweite Tochter Peter I. bestieg 1741 den Thron von Russland. Kurze Zeit spÀter holte sie ihren Neffen, den gerade 15-jÀhrigen Karl-Peter-Ulrich von Gottorp-Holstein nach Petersburg.
Sie erklĂ€rte den GroĂfĂŒrsten Peter zu ihrem Erben, und suchte auch gleich eine Frau fĂŒr ihn aus. Ihre Wahl fiel auf Sophia, Auguste Friederike von Anhalt Zerbst, die 1729 in Stettin zur Welt kam. Sophia war die Cousine von Peter; denn ihre Mutter war eine Prinzessin aus dem Zweig Holstein Gottorp aus Eutin. Sophia und Peter hatten sich bereits vor Jahren in Eutin kennengelernt. Das Paar heiratete 1745, sie 16-jĂ€hrig, er 18. Aus Sophia wurde Katharina, die spĂ€tere Katharina II. die GroĂe. Trotzdem die beiden kein gutes VerhĂ€ltnis miteinander hatten, kam 1754 der einzige Sohn Paul zur Welt. Beide hatten so verschiedene Ansichten, die nicht ĂŒberbrĂŒckbar waren.
Morgen geht es weiter. Ein besonders spannendes Kapitel wie ich finde, nachdem Zar Peter III. nach dem Tod der Zarin Elisabeth den Thron bestieg, um spĂ€ter die verlorenen Anteile Schleswig-Holsteins zurĂŒckzugewinnen.
Nun ja, es fĂ€llt schwer an dieser Stelle und zu diesem Vorgehen die richtigen Worte zu finden. Nebenbei ist noch ein âFlaggenstreitâ entstanden. Was fĂŒr eine entsetzliche Show, misslungen und verwerflich zugleich.
In der SĂŒddeutschen Zeitung erschien am 8. Mai 1995 in Form einer Traueranzeige der folgende Text:
âVae victisâ. 8. Mai 1945. Zum Gedenken an alle Landsleute, die als Folge der âBefreiungâ von Hab und Gut, Heimat und in vielen FĂ€llen auch von ihrem Leben befreit wurden.
Merke: âDie WĂŒrde des Menschen ist unantastbar. August Kaiser, Essen, am 8. Mai 1995.
Ich werde ihn wieder, und immer wieder wiederholen, einen Satz, der seinem Inhalt nach nie an Bestand verliert:
âEs ist schon die MĂŒhe wert, den tatsĂ€chlich Geschichtsablauf zu erforschen und nicht, die nach 1945 von den Siegern umgeschriebene Geschichte, anderen in taktloser Weiser aufzudiktieren.
Sieger schufen eine WĂŒste und nannten es Frieden
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Linke BlÀtter titeln heute:
âDer 8. Mai 1945 war ein Tag der Befreiung â nicht nur Deutschlands, sondern ganz Europas. Daran sollten wir jedes Jahr erinnern: mit einem gesamteuropĂ€ischen Feiertag.â
Der Historiker Paul Nolte stellt fest, dass es nicht nur ein deutscher, sondern europÀischer, ja globaler Knotenpunkt der Erinnerung ist.
Man spricht davon, einen ĂŒbermĂ€chtig scheinenden Gegner ĂŒberwunden zu haben â gemeint damit ist Deutschland.
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Ja, erinnern tun sich viele an diesen Tag der âBefreiungâ⊠Denn ab da begann fĂŒr das deutsche Volk eine Odyssee.
Heute fĂŒhren diese Sieger, die sie âfeiernâ immer noch Kriege und verlangen den Einsatz von Deutschen fĂŒr ihre Unternehmungen.
Bereits 1920 nannten das die Sieger Frieden: Raub. PlĂŒnderung, Gewalttaten, groĂe Gebietsabtretungen und unerfĂŒllbare Reparationsleistungen.
In Wirklichkeit erschienen die Befreier als Richter und Henker.
Vergessen ist nicht die 1945 gezielte Tötung von deutschen Frauen und Kindern und alten MĂ€nnern durch die FlĂ€chenbombardierung deutscher StĂ€dte, Tiefflieger mit Bordwaffen gerichtet auf Trecks und EisenbahnzĂŒge, ĂŒberfĂŒllt mit Vertriebenen. Das war Terror und Massenmord.
Meine Mutter schreibt weiter:
âBefreit wurden wir von Hab und Gut und jeglichem Denken an unsere wahre Herkunft.
Das Erlebte hat sich eingeprĂ€gt, unauslöschlich! Es gibt Geschehnisse, ĂŒber die kein Gras wĂ€chst.â