Die erste große Schlacht des Dreißigjährigen Krieges fand 1620 am Weißen Berg bei Prag statt. Die Liga, der Bund der Katholiken, siegte über die Union, den Bund der Protestanten. Die Folge war ein fürchterliches Strafgericht gegen die protestantischen Führer in Böhmen, Mähren und Schlesien.

Tilly war seinen Kriegsherrn unbedingt gehorsam. Er lebte einfach, fast mönchisch. Seine Truppen hielt er in strenger Zucht, wenn er ihnen auch bei gegebener Gelegenheit manches nachsah. Trotz seines Alters – er zählte damals 73 Jahre – war sein dürrer, stählerner Körper allen Anstrengungen gewachsen.
Im November 1620 kam es zur Schlacht am Weißen Berg bei Prag. In einer Stunde war Böhmens und Friedrichs Schicksal entschieden. Tilly erfocht einen glänzenden Sieg. Friedrich floh Hals über Kopf, als Winterkönig verhöhnt und vom Kaiser geächtet. Er ging nach Holland, wo er auf Kosten seines Schwiegervaters lebte. Sein Land, zugleich mit der Kurwürde, wurde Maximilian von Bayern zugesprochen. Und nun brach ein grausames Strafgericht über Böhmen, Schlesien und Mähren herein.


27 Führer des Aufstandes wurden als Hochverräter auf dem Alten Markt in Prag hingerichtet, viele andere erhielten schwere Gefängnisstrafen, 480 Edelleute wurden ihrer Güter beraubt. Die protestantischen Prediger wurden aus dem Land gejagt, die Jesuiten und die Mönchsorden kehrten zurück.
Inzwischen eroberte Tilly das Land des Winterkönigs, die Pfalz. Tilly gegenüber erwies sich der Protestantismus als völlig hilflos, er vermochte sich zu keinerlei gemeinsamem Widerstand aufzuraffen.
Jetzt glaubte das Ausland die Zeit und die Gelegenheit für gekommen, auf Kosten des so zerrissenen Deutschlands in seine Geschicke eingreifen zu können. Im Dezember 1625 schlossen England, Holland und Dänemark ein Bündnis zum Schutz des Protestantismus. Als ihr Beauftragter erschien Christian IV. von Dänemark mit einem Heer. Zugleich aber trat ein anderer Mann mit einem Heer auf den Plan. Der Kaiser wollte nicht für immer auf die Waffenhilfe Bayerns angewiesen sein. Ein eigenes kaiserliches Heer sollte seine Sache verfechten.
Der Mann, der ihm dieses schuf, war Albrecht von Wallenstein, eine der interessantesten Gestalten dieser Zeit und der Geschichte überhaupt. Schillers Wort „Von der Parteien Gunst und Hass verwirrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte“ gilt noch heute.

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Morgen lesen wir dann über Wallenstein (um 1625) – Schon sein bloßer Anblick war äußerst eindrucksvoll, und wenn seine lange, hagere Gestalt durch das Lager schritt, wandelte auch unerschrockene Krieger ein seltsames Grauen an.
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